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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 4. Mai 2023, 23:20 
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Die YB-Helden Spycher und Itten sprechen über die Meistersaison

YB ist in dieser Super-League-Saison eine Klasse für sich und entscheidet die Meisterschaft bereits fünf Runden vor Schluss. Christoph Spycher und Cedric Itten sprechen im Fussball-Talk Heimspiel über die eindrückliche Meistersaison.


https://www.bluewin.ch/de/sport/super-l ... 27369.html

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 10. Mai 2023, 17:06 
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01.05.2023

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Melancholie und Meistertitel, Sport und Musik: warum YB mehr als Fussball ist

Wie die Berner den Titel feiern, sagt vieles aus über die momentane Verankerung von YB. Die Fans korrigieren sogar den Züri-West-Sänger Kuno Lauener. Und was ist aus der legendären Schwermut geworden?

Mehr Reminiszenz an den 28. April 2018 wäre kaum möglich gewesen an diesem 30. April 2023.

Vor fünf Jahren waren die Young Boys erstmals seit 32 Jahren wieder Schweizer Fussballmeister geworden, Jean-Pierre Nsame hatte gegen Luzern das Siegtor geschossen, vor der YB-Fankurve, nach dem Goal rannte er zur rechten Cornerfahne, Teamkollegen stürmten hinterher.

Am 30. April 2023 sind die Young Boys zum fünften Mal seit 2018 Meister geworden, Nsame schoss gegen Luzern das Führungstor, vor der YB-Fankurve, nach dem Goal rannte er zur rechten Cornerfahne, Teamkollegen stürmten hinterher.

Es macht den Mythos dieses April-Samstags 2018 womöglich nur noch grösser, dass der April-Sonntag 2023 die eine oder andere Duplizität servierte. Der 28. April 2018 hat etwas Sagenumwobenes, noch heute wissen Bernerinnen und Berner haargenau, wie dieses Spiel verlief und was sich danach abspielte, diese Flut von Menschen auf dem Spielfeld, später diese Stunden in der Nacht und in der Stadt.

Und Nsame ist immer noch hier, er, von dem einst viele dachten, er sei ein handelsüblicher Geschäftsreisender, der nur nach Bern gekommen war, um zu werden und zu wachsen und wieder zu gehen. Nsame ist besser geworden und Torschützenkönig, und das eine oder andere Mal wäre er gegangen, wenn ihn YB hätte ziehen lassen. Aber letztlich suchte er sein Glück bloss einige Monate anderswo, im Frühling 2022 leihweise im italienischen Klub Venezia.

Nsame schoss für Venezia kein einziges Tor, der Klub stieg ab. Vermutlich musste es so sein, für YB und Nsame und das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit, dass es dieser Frühling war, in dem die Young Boys den Meistertitel verpassten.

Nsame ist zu einer historischen Figur des Berner Fussballs geworden

Nsame ist mittlerweile eine historische Figur des Berner Fussballs, als drittbester Torschütze der YB-Geschichte, mit 122 Toren in Meisterschafts-, Cup- und Europacup-Spielen, hinter Ernst Wechselberger (151) und dem für Generationen entrückten Geni Meier (313). Diese Zahlen verdeutlichen, in welchen Dimensionen sich die YB-Generation 2023 bewegt. Am 30. April besiegten die Berner den FC Luzern gleich 5:1, vor über 30 000 Zuschauern. Das Gefühl der ewigen Unterlegenheit ist längst gewichen, diese melancholische Selbstgewissheit, sowieso zu scheitern, so, wie es jahrelang der Fall gewesen war.

2018 wähnten sich die Berner noch derart geprügelt vom Schicksal und von Niederlagen, verraten vom Glück, dass der Trainer Adi Hütter die Titelambition in eine gar umfassende Formulierung packte. Hütter sagte: «Ich denke, wir sollten die Gelegenheit nutzen, allen mitzuteilen, dass wir überzeugt sind und auch daran glauben, Meister werden zu können.» Der heutige Trainer Raphael Wicky legt bloss Wert darauf, dass YB nicht Meister werden muss, sondern will. Wicky steht dafür, dass die Young Boys ungebrochen überzeugt sind, Meister werden zu können. Doch sie wollen dieses Selbstverständnis weniger nach aussen als in sich tragen.

Zu welchem Klangteppich Bernerinnen und Berner in den ersten Minuten nach dem Schlusspfiff den Titel feierten, sagt viel aus über dieses Fussballvolk – oder über die Verankerung des Fussballs in diesem Völkchen. Zuerst erscholl aus den Lautsprechern «Stand Together», das Meisterlied von 2018 sozusagen, mit dem damaligen YB-Stürmer Guillaume Hoarau als Sänger. Es folgte in der Play-List: die gelb-schwarze Version des Patent-Ochsner-Hits «Scharlachrot». Und nach einem obligaten Queen-Song: noch einmal Berner Selbstgemachtes, «Fingt ds Glück eim?» von Züri West.

Apropos: Schon vor Abpfiff entrollten die Fans ein Transparent mit den Worten «Rang eis isch ja o suberi Büez» (für Auswärtige: «Rang eins ist ja auch saubere Arbeit»), in Anlehnung an den Züri-West-Sänger Kuno Lauener, der zu Zeiten der FC-Basel-Dominanz gesagt hatte, Rang zwei sei ja auch saubere Arbeit, als Trost, als Ablenkung, vielleicht auch einfach als Zurechtrücken der Realitäten bis 2017.

Hoarau hinterliess Pathos, Pokale und Party-Sound

Gerade YB und Züri West waren sich schon immer nah, aber im Moment ist YB mehr als Fussball und saubere Arbeit. Vieles lässt sich irgendwie verbinden, Alt und Neu, Sport und Musik, die Melancholie mit den Meistertiteln. Die Schwermut schlummert noch immer in einer Ecke, aber nicht mehr als Last, sondern als schöne Erinnerung. Es hat etwas Kultiges, etwas Inszeniertes auch, was sich am Sonntag wieder einmal beim Einlauf-Song manifestierte, ebenfalls aus der Feder von Berner Musikern, von der Band Wurzel 5. Es schien Ewigkeiten zu dauern, bis das Lied richtig losging und die Teams aufs Feld marschierten. Aber wer 32 Jahre ohne Titel erduldet hat, hält einiges aus.

Was den Kitsch angeht, schien Nsames 1:0 nicht genug zu sein. Das 2:0 schoss Christian Fassnacht, der zweite Spieler in der YB-Startformation, der schon beim Luzern-Match im April 2018 dabei gewesen war. Fassnacht und Nsame stehen für ein Stück Vergangenheit in der Gegenwart, dafür, wie Dinge bleiben und sich doch verändern. Im ersten Meisterjahr war Nsame noch der Back-up für Hoarau gewesen. Auch Hoarau blieb einst überraschend lange bei YB. Als er gemerkt hatte, wie gut ihm die Stadt tut und gefällt, versprach er, dass er nicht ohne Titel gehen werde. Und als er 2020 gehen musste, weil es YB wünschte, hinterliess er Pathos, Pokale, Party-Sound.

Als Hoarau-Back-up hatte YB 2017 auch die Verpflichtung von Cedric Itten erwogen. Aber Itten kam erst 2022, als gleichberechtigter Partner von Nsame, mit 19 Einsätzen von Anfang an und 17 Toren. Nsame: 18 Starteinsätze, 16 Tore.

YB hat die Erneuerung geschafft und lebt alte Ideale und neue Ideen mit alten und neuen Typen. Gegen Luzern stand Fabian Rieder in der Startformation, ein Schlüsselspieler aus der Region, der im April 2018 erst 16 Jahre alt gewesen war. Zudem: Aurèle Amenda, damals 14, ein junger Bieler. Ebenso: Miguel Chaiwa, damals 13, ein junger Sambier, der 2018 vielleicht noch gar nicht wusste, dass es YB gibt.

Zesiger und die Zeichen, dass YB auch 2024 Meister werden will

Chaiwa spielte erstmals von Anfang an und manchmal so frisch und frei, wie es diese Leute prophezeit haben, die ihn mit dem U-19-Team in internationalen Spielen gesehen hatten. Als Nsame nach dem 1:0 zur rechten Cornerfahne rannte – da war Chaiwa der erste Kollege, der ihn ansprang. Es war das Glücksgefühl der Gegenwart.

Als Chaiwa danach in die eigene Platzhälfte zurückmarschierte, redete der Innenverteidiger Cédric Zesiger auf ihn ein, erklärte, referierte. Es waren die Gedanken an die Zukunft. Und es sind solche Zeichen, mit denen die Young Boys mitteilen, dass sie auch 2024 Meister werden wollen.


https://www.nzz.ch/sport/wieder-meister ... ld.1735956

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