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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Montag 21. Dezember 2020, 00:43 |
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20.12.2020  Zitat: YB trotz Ausrutschern auf Meisterkurs – wer kann den Bernern gefährlich werden?
In der 13. Runde der Super League hätten die Herausforderer auf Meister YB Boden gutmachen können. Aber am Ende sieht es für die Berner noch ein bisschen besser aus.
In den ersten 13 Runden der neuen, durch das Coronavirus durcheinandergebrachten Saison haben sich die Young Boys wie schon in den vorangegangenen drei ganzen Saisons als die konstanteste Mannschaft im Schweizer Fussball erwiesen. Sie gewannen am meisten und verloren am wenigsten Spiele.
Und ohne dass ihr Trainer Gerardo Seoane nach jedem Match zufrieden gewesen wäre, legten sie sukzessive einen Abstand zwischen sich und die Konkurrenz: 4 Verlustpunkte Reserve auf Lugano, 5 auf St. Gallen und sogar 8 auf den selbsterklärten Titelanwärter Basel. Die Berner eröffneten der Gegnerschaft Chancen, näher an sie heranzukommen. Zuerst mit dem 1:2 gegen Servette, der ersten Heimniederlage seit Anfang Oktober 2018, und am Wochenende mit dem 2:2 ebenfalls im Wankdorf gegen Lugano.
Welcher Verfolger hat die besten Karten?
Wer wird denn nun am Schluss der Saison verhindern können, dass die Young Boys zum zweiten Mal in ihrer Klubgeschichte vier Meistertitel am Stück gewinnen?
Lugano? Was die fast ohne hierzulande namhafte Fussballer ausgestattete Mannschaft unter Trainer Maurizio Jacobacci bis hierhin geleistet hat, ist schon mehr als bewundernswert. Das Spielsystem mit drei respektive – in der defensiven Ausrichtung – fünf Verteidigern ist vielfach geprüft und funktioniert so gut, dass die Gegner in der Regel wenig oder keine Tore erzielen. In den sieben Spielen vor dem 2:2 gegen YB kassierten die Luganesi dreimal ein Tor und viermal keines. Auf der andern Seite fällt es dem Team schwer, einen Gegner zu dominieren. Auf diese Weise ist Lugano wohl am wenigsten davor gefeit, gegen schwächere Mannschaften Punkte abzugeben.
St. Gallen? Dass die Ostschweizer nach Abgängen von Leistungsträgern wie Silvan Hefti, Cedric Itten und Ermedin Demirovic wieder in der Spitzengruppe mittun würden, war nicht selbstverständlich. Nach drei 1:0-Siegen zum Saisonbeginn gewannen sie fünfmal in Folge nicht. Eine zweite solche Baisse dürfte es im Meisterrennen nicht vertragen. Die Konstanz an guten Ergebnissen muss bestehen bleiben. Aber unter Trainer Peter Zeidler beweist die Mannschaft der vielen Youngsters auch jetzt, dass sie jeden Gegner in Schach halten kann.
https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 05875.html
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shalako
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Verfasst: Montag 21. Dezember 2020, 00:59 |
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20.12.2020  Zitat: Wer YB ein- und überholen will, benötigt Konstanz
In der 13. Runde der Super League hätten die Herausforderer auf Meister YB Boden gutmachen können. Aber am Ende sieht es für die Berner noch ein bisschen besser aus.
In den ersten 13 Runden der neuen, durch das Coronavirus durcheinandergebrachten Saison haben sich die Young Boys wie schon in den vorangegangenen drei ganzen Saisons als die konstanteste Mannschaft im Schweizer Fussball erwiesen. Sie gewannen am meisten und verloren am wenigsten Spiele. Und ohne dass ihr Trainer Gerardo Seoane nach jedem Match zufrieden gewesen wäre, legten sie sukzessive einen Abstand zwischen sich und die Konkurrenz: 4 Verlustpunkte Reserve auf Lugano, 5 auf St. Gallen und sogar 8 auf den selbsterklärten Titelanwärter Basel. Die Berner eröffneten der Gegnerschaft Chancen, näher an sie heranzukommen. Zuerst mit dem 1:2 gegen Servette, der ersten Heimniederlage seit Anfang Oktober 2018, und am Wochenende mit dem 2:2 ebenfalls im Wankdorf gegen Lugano.
Wer wird denn nun am Schluss der Saison verhindern können, dass die Young Boys zum zweiten Mal in ihrer Klubgeschichte vier Meistertitel am Stück gewinnen?
Lugano? Was die fast ohne hierzulande namhafte Fussballer ausgestattete Mannschaft unter Trainer Maurizio Jacobacci bis hierhin geleistet hat, ist schon mehr als bewundernswert. Das Spielsystem mit drei respektive - in der defensiven Ausrichtung - fünf Verteidigern ist vielfach geprüft und funktioniert so gut, dass die Gegner in der Regel wenig oder keine Tore erzielen. In den sieben Spielen vor dem 2:2 gegen YB kassierten die Luganesi dreimal ein Tor und viermal keines. Auf der andern Seite fällt es dem Team schwer, einen Gegner zu dominieren. Auf diese Weise ist Lugano wohl am wenigsten davor gefeit, gegen schwächere Mannschaften Punkte abzugeben.
St. Gallen? Dass die Ostschweizer nach Abgängen von Leistungsträgern wie Silvan Hefti, Cedric Itten und Ermedin Demirovic wieder in der Spitzengruppe mittun würden, war nicht selbstverständlich. Nach drei 1:0-Siegen zum Saisonbeginn gewannen sie fünfmal in Folge nicht. Eine zweite solche Baisse dürfte es im Meisterrennen nicht vertragen. Die Konstanz an guten Ergebnissen muss bestehen bleiben. Aber unter Trainer Peter Zeidler beweist die Mannschaft der vielen Youngsters auch jetzt, dass sie jeden Gegner in Schach halten kann.
Basel? Spieler sowie Trainer Ciriaco Sforza sprechen schon seit längerem davon, dass man auf einem guten Weg sei. Nach den Änderungen im Kader müssten noch Automatismen, Abstimmungen und Abläufe verinnerlicht werden. Mit seinem breiten und starken Kader sollte es dem FCB möglich sein, erstmals seit dem Meistertitel 2017 wieder seriös um die Meisterschaft mitzuspielen. Aber auch für die Basler gilt: Sie benötigen eine gute Konstanz, wenn sie die Berner herausfordern und überholen wollen. Gefordert sind sie bereits am Mittwoch wieder, im Match in Luzern. https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -140294502
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shalako
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Verfasst: Montag 21. Dezember 2020, 01:06 |
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20.12.2020  Zitat: Nach 2:2 gegen Lugano
Diese vier Faktoren machen YB zum Winterbesten
Schon vor dem Spiel in St. Gallen ist klar: Die Young Boys gehen als Leader in die Winterpause. Das hat seine Gründe.
Spät kam der Frust. Und später die Gewissheit: Glück gehabt. Um 20 Uhr mussten die Young Boys am Samstag anerkennen, dass sie es in zwei Heimspielen hintereinander nicht geschafft hatten, zu gewinnen. 1:2 gegen Servette vor einer Woche, jetzt ein 2:2 gegen Lugano. Das ist keine Schande, aber in der Liga ist das letztmals im April 2017 passiert (0:1 gegen GC, 1:2 gegen Lugano).
Und um 22.15, die meisten von ihnen dürften den Punktverlust mit dem Essen schon verdaut haben, war klar: YB geht als Leader in die Winterpause. Basel und St. Gallen hatten im Direktduell 0:0 gespielt, fünf Punkte Vorsprung hat YB auf die beiden. Dass die Berner seit dem 21. November und dem 2:1 gegen Basel an der Tabellenspitze stehen, hat seine Gründe.
Die Qualität
Die Young Boys haben das beste Kader der Liga – punkto Breite und Qualität. Das ist kein Primeur, zeigte sich aber insbesondere in den letzten Wochen, als die Belastung durchgehend mit Partien unter der Woche einen Höchstwert erreichte. In den letzten drei Spielen konnte es sich Trainer Gerardo Seoane leisten, drei verschiedene Sturmduos und drei verschiedene Besetzungen im Aufbau zu nominieren – alleine vom Basel-Spiel auf den samstäglichen Vergleich gegen Lugano hin wechselte er auf sechs Positionen. Einen krassen Leistungsabfall oder massive Instabilität ziehen solche Rotationen nie nach sich. YB holte in diesen drei letzten Partien vier Punkte und schoss fünf Tore, gegen Lugano traf der bislang kaum in Erscheinung getretene Jordan Siebatcheu gleich doppelt.
Die Verletzung von Captain Fabian Lustenberger, der mit Rückenproblemen seit Ende November fehlt, wiegt gewiss schwer. Mit ihm hat Seoane mehr Optionen im Aufbau und in der Defensivzentrale, zudem wurde seine Präsenz in den zuletzt seltenen Momenten vermisst, in denen es YB nicht so lief.
Vincent Sierro ist der zweite Ausfall, der YB künftig zu schaffen machen könnte. Mit einem Muskelriss im Oberschenkel könnte er auch den Wettkampfstart ins neue Jahr Ende Januar verpassen.
Die Steigerung
Das frühe, diskussionslose Aus in der Champions-League-Qualifikation war für die Young Boys im August ein erster kleiner Rückschlag in einer Saison, die gar keinen richtigen Anlauf hatte. Fast nahtlos ging es nach Meisterschaftsende und Cupfinal weiter, alleine europäisch gab es bis zur Gruppenphase in der Europa League, für die sich YB schliesslich qualifizierte, drei Qualifikationsspiele. Die Young Boys hatten Mühe mit dem Toreschiessen, Seoane sprach von der mentalen Frische, die fehle. «Wir haben uns weiterentwickelt», konnte er am Samstagabend festhalten und machte seiner Mannschaft ein Kompliment für die Steigerung im November. Die Auftritte von YB gerieten wieder inspirierter, das Team erzielte je drei Tore gegen Sofia, in Lausanne und Luzern. Die Länderspielpausen boten den Young Boys den kleinen Raum, in dem sie sich ihre mentale Frische zurückholten.
Die Selbstkritik
Goalie David von Ballmoos wirkte am Samstag nach dem 2:2 gegen Lugano, dem fünften Punktverlust in der Liga, ziemlich angefressen. «Das ist ein bitterer Abend», sagte er. Und: «Von YB erwartet man mehr.» Die Einschätzung des Goalies, der in Lustenbergers Abwesenheit auch Captain ist, sagt alles über das Reflexionsklima bei YB. Schlechter Leistungen ist man sich sofort bewusst. Und jeder scheint nach einer Niederlage genau zu wissen, was er für sich jetzt zu tun hat. Als es Ende Oktober nach einem sehr uninspirierten Auftritt beim rumänischen Meister Cluj nur ein 1:1 absetzte, schlug YB im nächsten Spiel zu Hause ZSKA Sofia souverän mit 3:0. Auf die einzige Liga-Niederlage gegen Servette (1:2) folgte das beeindruckende 2:0 in Basel. Und auch auf die beiden Niederlagen gegen die AS Roma antwortete YB jeweils mit einem Sieg. Am Samstag strich Christian Fassnacht hervor, wie sehr ihm ein positives Resultat beim Spiel am Dienstag in St. Gallen am Herzen liege. «So ein schlechtes Erlebnis, das fuchst dich einfach.»
Die Konkurrenz
Am Samstag hat YB gegen die womöglich stabilste Mannschaft der Super League gespielt. Noch nie gab es diese Saison in einem Spiel von Lugano mehr als ein Tor Differenz. 0:0, 1:1, 1:2, 2:1 – die Equipe von Trainer Maurizio Jacobacci fällt nie auseinander. «Ein anderes Team wäre als Verlierer vom Platz», sagt der Berner Trainer in Tessiner Diensten am Samstag noch.
An solch kompakten, hart verteidigenden und flott konternden Mannschaften können sich die Young Boys schon mal die Zähne ausbeissen. Servette, Lugano, Cluj. National aber sind dem Meister die Teams aus Basel, St. Gallen und Zürich am dichtesten auf den Fersen. Das zweite Spiel gegen St. Gallen steht noch aus, und die Hinrunde ist ja erst nach der Winterpause im Februar vorbei. Aber bislang hat YB im Vergleich mit diesen drei Gegnern einzig gegen St. Gallen (0:0) Punkte abgegeben. Mit Teams wie jenem der Ostschweizer und der Basler, die dem Gegner ihr Spiel aufzwingen wollen, kommt YB gut zurecht.
Die Young Boys bleiben in der Super League «l’équipe à battre». So, wie sie derzeit aufgestellt sind, mit dieser Qualität und dieser Einstellung, gibt es keinen Grund, dass sie sich von ihrem Weg zum vierten Titel in Serie würden abbringen lassen. Nach dem Spiel am Dienstag in St. Gallen ist für sie erst einmal Zeit zum Durchatmen. https://www.bernerzeitung.ch/diese-vier ... 8365828571
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 24. Dezember 2020, 17:07 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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23.12.2020  Zitat: Vom Aufsteiger bis zum Zögerlichen
Die YB-Bilanz zur Winterpause
Zehn Geschichten aus dem YB-Herbst mit Gewinnern und Verlierern. Und einem lange abwesenden Hoffnungsträger.
Der Aufsteiger
Die Frage ging an Gerardo Seoane: Welcher Spieler aus der U-21-Equipe schafft als Nächstes den Sprung in die erste Mannschaft? Das war Mitte Oktober, und der Trainer nannte etliche Kandidaten. Zwei Tage später stand Fabian Rieder, einer von ihnen, gegen Servette in der Startaufstellung. Seoane, das Pokerface.
Rieder, 18-jährig und KV-Lernender auf der Geschäftsstelle des Clubs, war Captain in der zweiten Mannschaft, aber dass er einen so steilen Aufstieg hinlegen würde, das konnte nicht vorhergesehen werden. «Er war eine sehr positive Überraschung», sagt Sportchef Spycher und erzählt, wie man Rieder im Sommer dargelegt habe, ihn Schritt für Schritt ans Team heranführen zu wollen.
Stattdessen nahm der Mittelfeldspieler viele Stufen auf einmal. Er ist der grosse Aufsteiger. 15 Partien hat Rieder seit Mitte Oktober absolviert, er stand in wichtigen Matchs wie gegen die AS Roma und Cluj in der Startaufstellung. Und wirkte so, als sei er schon seit Jahren dabei.
Der Spätzünder
Zuerst einmal waren da die breite Lücke und das grosse Preisschild, die Erwartungen schürten. Knapp zehn Millionen Euro hatte Stade Rennes 2018 für Jordan Siebatcheu bezahlt. Jetzt sollte er in Bern den Platz einnehmen, der nach dem Abgang von Guillaume Hoarau frei geworden war. Per se eine tückische Aufgabe.
Was in der Öffentlichkeit vergessen ging: Siebatcheu hatte für Rennes letztmals im Februar gespielt und sich vor seinem Wechsel nach Bern mit dem Coronavirus angesteckt. Und so benötigte der 24-Jährige Zeit, so viel, dass sich Sportchef Spycher irgendwann die Frage anhören musste, warum er eigentlich diesen schlaksigen Franzosen verpflichtet habe.
Siebatcheu blieb im Schatten von Nsame nur die Rolle des Teilzeitarbeiters, lediglich in vier Partien ist er genug lange für eine Benotung zum Einsatz gekommen, sein Notenschnitt von 4,8 ist der beste im Team. Als Nsame aber zuletzt gegen Lugano und St. Gallen fehlte, erzielte Siebatcheu vier Treffer.
Die Marathonmänner
Als das Spiel in St. Gallen beendet war und Silvan Hefti seine Einsatzminuten 1544 bis 1634 absolviert hatte, sagte er: «Bei mir und einigen anderen hat man gesehen, dass wir auf dem Zahnfleisch gehen.»
Anfang September verpflichteten die Young Boys den vormaligen Captain St. Gallens. Er übernahm von Beginn an eine prominente Rolle, hinten rechts war er gesetzt, überzeugte, kein Feldspieler stand bei YB so lange auf dem Platz wie Hefti. Doch irgendeinmal konnte der 23-Jährige die ungewohnte Belastung (mit St. Gallen war er im Europacup nie in eine Gruppenphase eingezogen) nicht mehr verbergen.
Hefti ist nicht das einzige Beispiel, das zeigt, wie das Mammutprogramm an den Young Boys zehrte. Da ist Nicolas Ngamaleu, der an guten Tagen der vielleicht spektakulärste Spieler der Super League ist. Doch die guten Tage wurden bei ihm immer seltener, er hat in dieser Saison erst ein Tor erzielt (gegen Klaksvik) und baute in den letzten Wochen stark ab. Und da ist Christian Fassnacht, noch ein Marathonmann, der ebenfalls kaum mehr unwiderstehlich agierte. 4 Tore und 4 Vorlagen stehen für ihn zu Buche, das ist respektabel, könnte aber deutlich mehr sein, hätte er seine Chancen besser genutzt.
Auch Nsame, Camara und Lustenberger haben oft gespielt, aber gerade die Position des Innenverteidigers ist weniger laufintensiv. Nun haben die Young Boys Zeit zu verschnaufen, am 4. Januar beginnt die Wintervorbereitung. Spycher sagt: «Die Ferien werden den Spielern enorm guttun.»
Die Enttäuschenden
Mohamed Camara, eine Enttäuschung? Er, der hochveranlagte, physisch so dominante und aufstrebende Verteidiger? Es kommt ein wenig darauf an, woran man den 23-jährigen Guineer misst. Orientiert man sich an seinen besten Spielen für die Young Boys, dann muss man sagen: Camara könnte einer der Nächsten sein, den die Berner für gutes Geld weiterverkaufen können.
In der ersten Saisontranche hasardierte dieser Camara aber immer mal wieder. Er liebt das Risiko. Und es kommt vor, dass er die Fassung verliert – wie im Moment seiner Roten Karte in Rom.
Bei Miralem Sulejmani hingegen ist man sich nicht sicher, was ihm fehlt. Es gibt so Momente, da sorgt sein linker Fuss noch immer für Verzückung. In der Partie gegen Lugano gab es sie wieder: Sulejmani schlug Flanken, wie es in der Super League nicht viele können, er trat die Freistösse so, wie sie am gefährlichsten sind.
Und doch gibt es im Spiel des 32-jährigen Serben immer mehr melancholische Momente. Manchmal scheint es, als würde er als einer der letzten Anführer der Spielergeneration, welche YB wieder zum Glück geführt hat, eine ewige Müdigkeit mit sich herumschleppen. Mit Altstar Hoarau verlängerte Sportchef Spycher im Sommer nicht, mit Sulejmani schon. Das Vertrauen hat der Serbe auf dem Platz erst ansatzweise zurückgezahlt – aber daneben ist er als einer der feinfühligsten Menschen im Kader möglicherweise nach wie vor Gold wert für YB.
Die Attraktion
Der Weg, auf dem Meschack Elia nach Bern zu YB fand, ist kein gewöhnlicher. Vom Kongo gelangte er nach einem Probetraining in Belgien in die Schweiz, sein Club TP Mazembe setzte alles daran, ihm die Spiellizenz zu entziehen, und es brauchte ein Hickhack abseits des Platzes, bis der 23-Jährige schliesslich zum ersten Mal für YB spielte.
«Das Schönste ist, dass dieses Team noch wachsen kann. Es hat unglaubliches Potenzial.» YB-Sportchef Christoph Spycher
Das Jahr 2020 hielt für Elia nebst den allgemeinen Widrigkeiten auch immer mehr Spielzeit bereit – und der feingliedrige Sprinter vermochte zu überzeugen. Einmal gestartet, ist er für Verteidiger hierzulande selten mit legalen Mitteln zu stoppen. Zu drei Toren und zwei Assists führten die Tempo-Dribblings von Elia, vor allem ist er damit die aktuell grösste Attraktion im Kader der Young Boys.
Der Zögerliche
Schaut man ihm beim Einspielen oder im Training zu, freut man sich unweigerlich, ihn in Aktion zu sehen. Auf Schweizer Fussballplätzen gibt es nicht viele mit der Ballbehandlung eines Gianluca Gaudino. Der Deutsche ist ein Techniker der Sonderklasse.
Im Spiel aber blitzt seine Begabung bislang zu selten auf. Gaudino wirkt gehemmt, zieht von der Seite nur zaghaft zur Mitte. Und ist bei YB vielleicht auch ein Opfer des Systems. Er ist trotz seiner erst 24 Jahren ein klassischer Spielertyp, vielleicht würde er seine Qualitäten am besten als zentraler, offensiver Spielmacher auf den Platz bringen. Eine solche Nummer 10 aber ist im Fussball von Trainer Seoane nicht vorgesehen.
Das Ass im Ärmel
Es ist schon spät am Dienstag in St. Gallen, als Spycher eine Aussage macht, welche die Konkurrenz angesichts des komfortablen Vorsprungs der Young Boys zur Winterpause ernüchtern dürfte. «Das Schönste ist», sagt der Sportchef, «dass dieses Team noch wachsen kann. Es hat unglaubliches Potenzial.»
Der Sportchef denkt auch an Sandro Lauper, der mit zwei Kreuzbandrissen eineinhalb Jahre ausfiel. Seit ein paar Wochen hat der Mittelfeldspieler grünes Licht der Ärzte, er trainierte zuletzt ganz normal mit, bestritt Zweikämpfe. Doch die sportliche Führung entschied, erst 2021 wieder auf den 24-Jährigen zu bauen. Nach zwei schweren Verletzungen will sie bei ihm nicht das geringste Risiko eingehen. Sollte Lauper sein altes Niveau erreichen können, wird er die Young Boys verstärken. Und das Gedränge sowohl im Mittelfeld wie auch im Abwehrzentrum erhöhen.
Der Entwicklungsfreudigste
Nach seinem rasanten Aufstieg durch die Jugendabteilungen von YB, nachdem er als 14-Jähriger in der U-16, als 17-Jähriger in der U-21 spielte, hat Felix Mambimbi noch einmal einen grossen Sprung gemacht. Drei Tore gelangen ihm in der Liga, zwei in der Europa League und in der Stürmer-Hierarchie bildet er zusammen mit dem erstarkten Jordan Siebatcheu sozusagen das Backup-Duo der Stammhalter Nsame und Elia.
Mambimbi hat in seinen etwas mehr als 550 Spielminuten überzeugt und bilanziert mit einem der besten Notenschnitte der Mannschaft – auch, weil andere natürlich viel mehr spielten.
Der Unverwüstliche
Früher oder später kam Jean-Pierre Nsame jeweils als Joker ins Spiel, früher oder später markierte er so sein Tor für YB. Diese Zeiten sind vorbei: Nsame ist längst ein unverzichtbarer Stammspieler geworden für Trainer Seoane, in der aktuellen Saison verzeichnet er die viertmeisten Einsatzminuten bei YB – und hat dabei schon wieder 13 Tore erzielt.
Früher oder später also wird Nsame die Young Boys verlassen. Das musste man schon im Sommer befürchten, nachdem er den Club mit 32 Ligatoren mehr oder weniger alleine zum dritten Titel nacheinander geschossen hat. Doch der Kameruner blieb – und er sagt immer mal wieder, dass er sich nicht vorstellen könne, im Winter den Club zu wechseln.
Nsame wird an der überragenden letzten Saison gemessen. So gesehen fielen seine Leistungen gerade in den ersten Partien der Spielzeit bescheiden aus. Seine Tore aber erzielte er immer, für YB bleibt er ein unverrückbarer Wert im Angriff.
Der Konstante
Neujahrsvorsätze seien nicht sein Ding, meint von Ballmoos nach dem 2:1 in St. Gallen. Um dann doch einen zu nennen: «Einfach so weitermachen».
Das gilt besonders für ihn, die Konstante im Team des Meisters. Im Sommer erlebte er eine kurze Schwächephase, aber in den letzten Monaten des Jahres ist er zum grossen Rückhalt avanciert. Die Captainbinde, die er nach dem Ausfall von Fabian Lustenberger Ende November trägt, scheint ihn zu beflügeln. Von Ballmoos überragte im entscheidenden Spiel gegen Cluj und zeigte zuletzt fast in jeder Partie eine Grosstat. https://www.bernerzeitung.ch/von-a-bis- ... 5130733780
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shalako
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Verfasst: Dienstag 5. Januar 2021, 00:07 |
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03.01.2020  Zitat: Zusammenführung beim MeisterYB vereinfacht die Unternehmensstrukturen
Weil das Stade de Suisse wieder Wankdorf heisst, übernimmt die Sport und Event Holding AG die zwei Aktiengesellschaften und erhält einen neuen Namen.
Weil der BSC Young Boys dank der Partnerschaft mit der CSL Behring AG seit dem 1. Juli 2020 wieder im Stadion Wankdorf spielt und es das Stade de Suisse nicht mehr gibt, hat YB per Anfang Jahr eine formelle Vereinfachung der Unternehmensstruktur in Form einer Mutter-Tochter-Fusion vorgenommen. Dies schreibt der Fussballclub in einer Mitteilung.
Die Sport und Event Holding AG übernehme die bisherigen Tochtergesellschaften Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG sowie die BSC Young Boys Betriebs AG und heisse neu BSC Young Boys AG.
Im Rahmen der Fusion übernimmt die Sport und Event Holding AG die statutarischen Zwecke der beiden bisherigen Gesellschaften – Vermarktung und Betrieb des Stadions Wankdorf sowie Organisation und Durchführung des Fussballbetriebs – und wird in die BSC Young Boys AG umgewandelt. Dank diesen Anpassungen werden die internen Prozesse vereinfacht und können die Kosten gesenkt werden. Die Aktionärsstruktur bleibt unverändert.
https://www.bernerzeitung.ch/zusammenfu ... 1696208504
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shalako
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Verfasst: Dienstag 5. Januar 2021, 00:32 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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04.01.2020  Zitat: Trainingsauftakt der Young Boys
Seoane startet mit Lust und Dankbarkeit
Der YB-Trainer hat die kurze Pause genossen – nun bereitet er seine Mannschaft auf weitere intensive Monate vor.
Lediglich zwölf Tage dauerte die Pause, und doch genügte Gerardo Seoane dieser kurze Unterbruch, um zu neuen Kräften zu kommen. «Den Wecker nicht stellen, keine Termine wahrnehmen müssen, einmal gar nichts machen – das tat gut», sagte der YB-Coach vor dem ersten Training des neuen Jahres. Der 42-Jährige, der normalerweise kaum genug von Fussball bekommen kann und Spiele aus verschiedensten Ligen schaut, sass auch nur selten vor dem Fernseher: «Es war wichtig, abschalten zu können.»
Erst am Wochenende herrschte wieder Normalzustand. Seoane verfolgte den Auftakt der Bundesliga, ihn interessierte vor allem der Auftritt von Leverkusen in Frankfurt (1:2) – und das aus naheliegendem Grund: Die Berner bekommen es mit Bayer am 18. und 25. Februar in den Sechzehntelfinals der Europa League zu tun. Vor der Einheit am Montagnachmittag im Wankdorf war die Lust des Trainers auf Fussball spürbar. «Wir sind privilegiert», sagte er, «wir dürfen in schwierigen Zeiten unserem Beruf weiterhin nachgehen. Dafür bin ich sehr dankbar.»
Start am 20. Januar in Lugano
Er stellt seine Spieler auf weitere intensive Monate ein. Am 20. Januar schon steht die Nachholpartie in Lugano an, vier Tage später führt die Reise nach Vaduz. In der Meisterschaft stehen für YB noch 23 Spiele bevor, dazu kommen die Aufgaben in Europa League und im Schweizer Cup (Achtelfinal in St. Gallen am 10. Februar). «Das Programm ist gedrängt, aber reizvoll», sagte Seoane, «ich sehe es jedenfalls positiv: Dank der kurzen Pause brauchen die Spieler keine lange Vorbereitung, um wieder auf dem physischen Stand wie vor Weihnachten zu sein.»
Zählen kann er wieder auf Fabian Lustenberger. Der Captain, der sich Ende November gegen ZSKA Sofia eine Verletzung am Lendenwirbel zugezogen hatte und danach im alten Jahr nicht mehr eingesetzt werden konnte, meldete sich zurück: «Ich kann wieder voll belasten und habe auch keine Bedenken wegen der vielen englischen Wochen.» Bevor er sich an die Arbeit machte, warnte er aber auch: «Die Rangliste der Super League sieht für uns zwar erneut sehr freundlich aus. Allerdings gab es im ersten Teil der Saison einige umkämpfte Partien, die aufzeigten, dass wir uns ein Nachlassen nicht erlauben dürfen.»
Ngamaleu kehrt am Dienstag zurück
Beim Trainingsstart fehlte Nicolas Moumi Ngamaleu. Der Kameruner, der seit dem 26. August 21 Partien absolvierte, verbrachte die Ferien mit Erlaubnis des Vereins in seiner Heimat. Am Dienstag trifft er wieder in Bern ein. Ebenfalls nicht dabei war Sandro Lauper, der sich von seinem Kreuzbandriss vollständig erholt hat. Der Grund für seine Absenz war ein Corona-Schnelltest am Montagmorgen. Während dieser bei allen anderen Kader- und Staff-Mitgliedern negativ ausfiel, war das Ergebnis bei Lauper nicht eindeutig. So musste er sich ein zweites Mal testen lassen. Das Resultat bekam der 24-Jährige im Laufe des Nachmittags: negativ. Das heisst: Er darf am Dienstag ins Mannschaftstraining einsteigen.
Vincent Sierro hingegen befindet sich nach seinem Muskelriss im linken Oberschenkel im Aufbau. Noch länger ausfallen wird der 20-jährige Esteban Petignat wegen eines Kreuzbandrisses. Geklärt ist die nähere Zukunft von Goalie Dario Marzino. Der 24-Jährige, seit September 2020 an den FC Winterthur ausgeliehen, wird für den Rest der Saison beim Challenge-League-Verein bleiben. https://www.bernerzeitung.ch/seoane-sta ... 1475140292
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shalako
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Verfasst: Dienstag 5. Januar 2021, 00:37 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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04.01.2020  Zitat: Ungewohnter Trainingsauftakt
Corona-Wirrwarr bei Meister YB!
Meister und Leader YB hat wieder losgelegt. Doch einer musste zuerst durch den Corona-Wirrwarr. Und Trainer Gerry Seoane war froh um Langeweile.
Sandro Lauper bleibt auch gar nichts erspart. Kaum von seinen beiden Kreuzbandrissen erholt und wieder parat fürs Teamtraining, stoppt ihn die Pandemie. Oder die nicht immer hundertprozentig zuverlässigen Ergebnisse der Schnelltests. Beim ersten ist er der einzige YBler, der positiv ist. Es wird ein zweiter Schnelltest angeordnet. Der ist dann negativ. Was nun? Ein ordentlicher PCR-Test soll Gewissheit bringen. Und der ist auch negativ.
Das Ergebnis erreicht Lauper während seine Kollegen erstmals in der Eiseskälte des Stade de Suisse Runden drehen und die Beine hochschwingen. Dieses erste Training verpasst Lauper. Am Dienstag ist er dann wieder mit von der Partie.
Noch fehlen einige Spieler
Auch nicht dabei sind Nicolas Moumi Ngalameu, der die Erlaubnis erhalten hatte, über die Festtage nach Kamerun zu gehen, weil er seinen Sohn schon ewig lange nicht mehr gesehen hatte. Wegen Komplikationen im Flugplan konnte er nicht am Montag zurück sein. Am Dienstag ist er wieder in Bern. Auch Vincent Sierro kann noch nicht im Teamtraining einsteigen, aber bald. Derweil es bei Esteban Petignat noch länger dauert. Dafür sind Cupfinalheld Marvin Spielmann und Captain Fabian Lustenberger wieder voll mit von der Partie. Der Luzerner genoss die paar wenigen Tage mit der Familie: «Ich war in den Bergen. Meine Frau fuhr mit den Jungs Ski. Ich natürlich nicht, wie sich das gehört als Fussball-Profi. Nur Schlitteln lag drin, mit meiner Tochter. Und auch das gemächlich und kontrolliert. Ich bin schon derart lang nicht mehr Ski gefahren – ich müsste wieder in die Skischule…»
Seoane hat sich «gelangweilt»
Weniger Action hatte der Coach. «Ich war zuhause, habe, die Seele baumeln lassen, wie man so schön sagt. Ich habe es genossen, für einmal keine Termine zu haben, nicht den nächsten Tag vorbereiten zu müssen, auszuschlafen und in aller Ruhe zu frühstücken. Man darf sich da einmal auch durchaus… langweilen», sagt Gerry Seoane. Und das ohne Fussball? «Ja. Ich habe es geschafft! Ich habe kaum Fussball geschaut. Erst am Samstag mit dem Bundesligastart gings wieder los. Logisch habe ich da Frankfurt gegen unseren Europa-League-Gegner Leverkusen geschaut.»
Die Pause war kurz. Ungewohnt kurz. Aber ein Problem stelle das nicht dar, so der zweifache Meistercoach. «Erstens ist sie für alle kurz. Zweitens hat das den Vorteil, dass man dann auch weniger aufzuholen hat.»
Dominiert YB weiter?
Auf jeden Fall macht die Rückkehr von Lustenberger, Spielmann und Lauper und bald auch Sierro klar: YB hat in der Vorrunde nicht immer überzeugt und dennoch bereits acht Verlustpunkte Vorsprung. Torschützenkönig Jean-Pierre Nsame ist nicht gegangen und dürfte das auch nicht. Sein Partner Jordy Siebatcheu hat das Toreschiessen entdeckt: vier Tore in den letzten zwei Spielen. Da wird der Konkurrenz angst und bange. Es droht eine baldige Langeweile an der Super-League-Ranglistenspitze. https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 75643.html
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shalako
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Verfasst: Dienstag 5. Januar 2021, 00:38 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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shalako
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Verfasst: Dienstag 5. Januar 2021, 11:16 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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05.1.2021  Zitat: Corona gefährdet YB-Fankultur
«Lange dachten wir, Fussball ist lebenswichtig»
Der Fanarbeiter Lukas Meier sieht mit den jetzigen Corona-Schutzmassnahmen nicht nur den Zusammenhalt, sondern eine ganze Kultur gefährdet.
Wenn sogar Fanarbeiter den Fernseher nicht mehr einschalten, wenn YB spielt, dann hat die Fussballfankultur ein Problem. Genau das ist Lukas Meier kürzlich passiert, anstatt mitzufiebern, hat er gekocht und das Fanradio Gelb-Schwarz eingeschaltet. Nicht, weil er sich von den Young Boys entliebt hat, sondern weil Fussball am Fernseher einfach viel weniger Spass macht. Wir treffen den ehemaligen SP-Stadtrat, zweifachen Vater und Fussballanhänger in der Barbière im Breitenrain.
Hier am Breitenrainplatz gipfelte die Feier der Fans, als YB vor drei Jahren zum ersten Mal nach 32 Jahren Meister wurde. «Zum Glück für uns ist das nicht dieses Jahr passiert, das wäre traumatisch gewesen und hätte eskalieren können», sagt er.
Als Fanarbeiter kümmert er sich bei den Partien um Anliegen der Fans, aber auch der Polizei. «Wir sind unabhängig und vermitteln zwischen den Akteuren.» Zu vermitteln gibt es seit März wenig, da die Fussballpartien mehrheitlich ohne Anhänger stattfinden.
Dabei ist 2020 wiederum ein Rekordjahr für die gelbschwarzen Geschichtsbücher: YB holt zum dritten Mal in Folge den Meistertitel. Seit 54 Jahren schaffen sie den lang ersehnten Cupsieg und holen so das Double. Das Stade de Suisse wird zurück in Wankdorf umbenannt. Der «Goaliegott» Marco Wölfli tritt fast still und leise zurück. Publikumsliebling Guillaume Hoarau bekommt den Vertrag nicht verlängert. «Wir hätten so viele historische Momente gehabt», sagt Meier wehmütig.
Und dennoch: Fragt man Lukas Meier nach dem dritten Meistertitel, muss er überlegen. Eher erinnert er sich an das letzte Auswärtsspiel vor vollen Rängen im Februar gegen St. Gallen. Gerade bringt der Barbière-Kellner den Kaffee. Auch er ist ein Fan und fängt sofort über den Match vom Vortag an zu reden. Eine Rekordserie ist zu Ende gegangen: Seit dem 6. Oktober 2018 hat der amtierende Schweizer Meister nicht mehr im eigenen Stadion verloren. Am 13. Dezember 2020 war damit Schluss, live erlebt hat das fast niemand der Fans.
Genau das sei ein Problem, sagt Meier beim Spaziergang zum Wankdorf, wo das Fotoshooting stattfinden soll. «Die Fankultur wird vom Coronavirus akut gefährdet. Viele, die sich nur im Stadion treffen, sehen sich nicht mehr. Mir geht das auch so, viele treffe ich seit 20 Jahren im Wankdorf und sonst nicht», sagt er.
Dadurch fallen Gruppen auseinander, der Zusammenhalt bröckelt. «Lange dachten wir alle, Fussball ist lebenswichtig. Familienfeste und Ferien wurden nach YB-Spielen ausgerichtet. Und jetzt relativiert sich das alles», sagt er. Vor der Krise war für alle klar: «YB ist mehr als nur 90 Minuten.» Heute stellt man den Fernseher ab, sobald der Kommentator zur Spielanlayse ansetzt.
Die Fanarbeiter haben sich der Situation angepasst, weil sie die alten Aufgaben kaum mehr wahrnehmen können. YB hat die Hygiene-Stewards ausgebildet. Sie sorgen im Stadion dafür, dass jeder Fan das Schutzkonzept ernst nimmt. Die Fanarbeit untersützt nun diese Stewards im Stadion. Derzeit seien auch sie in Kurzarbeit.
Für ihn als Fanarbeiter heisst Abstand halten zudem, dass er nicht auf Fans zugehen kann. «Wir sind bei Geisterspielen erreichbar, sagen wir den Fans. Aber wenige melden sich», sagt er. Die Begleitungen und der Aufenthalt an nationalen oder auch internationalen Partien mache ungefähr die Hälfte der Arbeitszeit aus. Ab Januar sind die Fanarbeiter für Kurzarbeit angemeldet.
Verschiedene Projekte wie Littering, Chance (für Fans, die Stadionverbot haben) seien auf Eis gelegt, sie konzentrieren sich auf «Ragazzi», bei dem die Fanarbeit jugendliche Fans betreut. Im November fand online ein Fifa-Turnier statt, ein Themennachmittag «Buntes YB» im Rahmen der Fare-Aktionswochen auf dem Quartierplatz.
Auf ebendiesem Platz sind wir nach dem kleinen Marsch durchs Quartier auch angekommen, der Fotograf wartet bereits. Auf der Treppe beim Sektor D sieht man eingepackte Spieler der ersten Mannschaft beim Training. Gerade ist Treppenspringen angesagt. «Hoffentlich kein Straftraining», witzelt Meier und grinst.
Gar nicht zum Lachen findet er die restriktiven Vorschriften. Plötzlich herrsche in Fankurven Sitzpflicht, jeder müsse eine ID vorweisen, und die Anspielzeiten seien einfach so, ohne grosse Diskussion verschoben worden. «Das hätte früher für einen riesigen Aufschrei gesorgt. Jetzt ist es aufgrund der Corona-Situation aber logischerweise unumgänglich. Wir müssen schauen, dass das nicht später, wenn sich die Situation normalisiert hat, so bleibt», sagt er. Zum Schutz der Jugendkultur. Es könne nicht sein, dass solche repressiven Regeln Usus bleiben.
Wann das nächste Heimspiel vor vollen Rängen stattfinden wird, darüber will Lukas Meier keine Hypothesen wagen. Dass der nächste Sonderzug Bern verlassen wird, damit die Kurve sich die Auswärtspartie anschauen kann, damit rechnet er noch lange nicht. Diese Auswärtsreisen könnten auch auf der Kippe stehen. Warum muss man für wenige Nasen ein Polizeiaufgebot stellen und Sicherheitskosten einplanen? Diese Frage könne man sich stellen. «Das Argument der schönen Stimmung hilft uns dann wenig.» Da sieht Lukas Meier die Clubs und die Liga in der Pflicht, sich zu den Fans und deren Kultur zu bekennen. YB habe dies zum Glück bereits bekräftigt.
Schliesslich wolle niemand seinen Grosskindern erzählen, wie es war, als man sich noch bei jeder Kälte ins Stadion begab, dort Tore und Triumphe live erlebt und besungen hat. https://www.bernerzeitung.ch/lange-dach ... 7648583242
_________________ For Ever
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Bierflasche
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Verfasst: Donnerstag 7. Januar 2021, 20:42 |
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Registriert: Montag 24. Mai 2004, 18:21 Beiträge: 3440 Wohnort: In der Brauerei
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Strukturbereinigung führt zur BSC Young Boys AG
Weil YB dank der Partnerschaft mit der CSL Behring wieder im Stadion Wankdorf spielt und es das Stade de Suisse nicht mehr gibt, haben die Young Boys per Anfang Jahr eine formelle Vereinfachung der Unternehmensstruktur in Form einer Mutter-Tochter-Fusion vorgenommen: Die Sport und Event Holding AG übernimmt die bisherigen Tochtergesellschaften Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG sowie die BSC Young Boys Betriebs-AG und heisst neu BSC Young Boys AG.
Im Rahmen der Fusion übernimmt die Sport und Event Holding AG die statutarischen Zwecke der beiden bisherigen Gesellschaften (Vermarktung und Betrieb des Stadions Wankdorf sowie Organisation und Durchführung des Fussballbetriebs) und wird in die BSC Young Boys AG umgewandelt. Dank diesen Anpassungen werden die internen Prozesse vereinfacht und können Kosten gesenkt werden. Die Aktionärsstruktur bleibt unverändert.
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