 |
 |
Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
|
| Autor |
Nachricht |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 6. November 2017, 01:36 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
05.11.2017  Zitat: Raphael Wickys Ärger über YBs Ausgleich
Während Adi Hütter mit dem Unentschieden gut leben kann, wirkt FCB-Trainer Raphael Wicky nach dem 1:1 im Spitzenkampf zwischen Basel und den Young Boys ein bisschen zerknirscht.
An der Medienkonferenz im St.-Jakob-Park verhehlte Wicky seinen Ärger nicht. Der Ärger galt einzig und allein dem Ausgleichstor der Berner weniger als eine Viertelstunde vor Schluss. Mohamed Elyounoussi verfolgte YBs Kevin Mbabu Richtung Seitenlinie auf der Höhe des Basler Strafraums. Hier stellte Wicky den groben Fehler des jungen Norwegers fest: Er wollte mit dem Naturell und dem Instinkt des Offensivspielers den Ball erobern. Dabei hätte er nur verhindern müssen, dass Mbabu sich umdrehen kann. Er hätte Mbabu zu einem Rückpass zwingen müssen - und schon wäre aus dem wunderbaren Absatztor von Jean-Pierre Nsame nichts geworden. Basel hätte eventuell gewonnen und den Rückstand auf die Young Boys in der Tabelle auf vier Punkte verringert.
"Der Spieler kam nach dem Match zu mir und entschuldigte sich für seinen Fehler", sagte Wicky. Und weiter: "Schon im Match gegen ZSKA Moskau haben wir zwei einfache Tore bekommen, und jetzt wieder eines. Vorher war uns dies ein paar Wochen lang nicht passiert.
Wicky verbarg auch nicht, dass er mehr erwartet hatte: "Für uns fühlt sich der Punkt nicht wie ein Punktgewinn an. Wenn du zuhause in der zweiten Halbzeit vorne bist und für den Gegner kaum mehr etwas zulässt, solltest du das Spiel auch gewinnen. YB hatte seine einzige Grosschance vor der Pause. Dann ärgerst du dich natürlich, wenn du kurz vor Schluss noch so ein Tor bekommst. Bei diesem Tor war unser Zweikampfverhalten einfach zu wenig gut." Der Walliser machte den Fehler demnach nicht nur bei Elyounoussi aus.
Adi Hütter - der Österreicher konnte mit YB in Basel noch nie gewinnen, hat aber gegen den renommierten Gegner nun fünfmal nacheinander nicht verloren - stellte seinen Boys ein gutes Zeugnis aus: "Wir kamen hierher, um nicht nur dem Gegner die Stirn zu bieten, sondern um zu gewinnen. Allerdings muss ich sagen, dass wir dafür einen perfekten Tag gebraucht hätten und Basel einen weniger guten hätte haben müssen. Wenn ich jetzt über die 90 Minuten nachdenke, bin ich mit dem Punkt absolut zufrieden. Die Mentalität unserer Mannschaft und ihre Reaktion nach dem Rückstand haben mir imponiert." https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -131877768
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 6. November 2017, 12:37 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
06.11.2017  Zitat: Einer wie drei
YB hält mit dem 1:1 im zähen Spitzenkampf den Abstand zu Basel. Für die Berner fühlt sich der Punkt beim Meister wie ein Sieg an.
Da waren zuallererst die Spuren in seinem Gesicht, und die erzählten schon einiges. David von Ballmoos stand im St.-Jakob-Park vor den Journalisten, endlich im Trockenen, ebenso wie der Punkt nach dem 1:1 für seine Young Boys und ebenso wie das Blut, welches rund um die Wunde unter seinem linken Auge zu Krusten geronnen war. «Das war ziemlich unangenehm, auch beim Zurufen an meine Mitspieler hatte ich später Schmerzen. Aber es hat sich gelohnt», sagte der YB-Goalie, gezeichnet vom Kampf, euphorisiert vom späten Ausgleich. Es war ein intensiver Spitzenkampf gewesen in Basel, zwischen zwei Mannschaften, die die Hoheit im Spiel von Beginn weg nicht über spielerische Lösungen zu erlangen versuchten. Das resultierte in vielen hart geführten Zweikämpfen, wobei die Platzwunde von von Ballmoos, welche noch auf dem Platz mit 3 Tackern geflickt werden musste, mehr einem Versehen des heranstürmenden Ajeti als der sonst gängigen Härte geschuldet war.
YB-Trainer Adi Hütter überraschte im letzten Spiel vor der Länderspielpause mit seinem Personal und einer etwas defensiveren Ausrichtung. Er hielt sich mit dem Liga-Topskorer Nsame (9 Tore) eine Option mehr auf der Bank, ersetzte hinten links den jungen, forschen Lotomba durch den robusteren Benito und beorderte Fassnacht an die Seite von Assalé in den Sturm. «Man kann mit dem Gedanken spielen, hier zu gewinnen», sagte der Österreicher noch vor dem Spiel im Fernsehen.
Hütters Gedankenspiel hatte lange Bestand – und wurde in den letzten 20 Minuten plötzlich wieder konkreter. Weil die Young Boys abwartend und clever ans Werk gingen, wie der Leader, zu dem sie in den letzten Runden gereift sind. Weil Nsame tatsächlich zum Joker wurde, der die Partie entschied, als er mit einem herrlichen Absatztreffer das Weitschusstor von Serey Dié egalisierte. Und weil YB gegen einen wankenden FCB in der Schlussphase sogar noch frech nach dem Sieg griff, mit Assalé nach einem Konter, den der Ivorer aber vertändelte.
Diés Weitschuss, Sanogos Patzer
«Der Wechsel war naheliegend – aber er musste auch erst einmal aufgehen», sagte Hütter zur 64. Minute, als er Nsame ins Spiel schickte. «Ich habe meinen Job gemacht, er seinen.» Dem kunstvollen Treffer des Kameruners ging der Vorstoss von Mbabu voraus, auf bedenklich passive Art und Weise eskortiert von Basels Elyounoussi. Ein besseres Zweikampfverhalten legte der FCB vor dem 1:0 an den Tag: Als Sanogo im Mittelfeld eine denkbar schlechte Entscheidung traf und sich anstatt zum freien Raum hin Richtung Dié und Elyounoussi abdrehte, stellten die beiden den YB-Ivorer sofort.
Ob regelkonform oder nicht, darüber gingen die Meinungen bis zum Schluss auseinander. Elyounoussi traf Sanogo am Fuss, Dié zog mit dem Ball davon und bezwang von Ballmoos aus 20 Metern. «Es gibt kaum Treffer, die unhaltbar sind», entgegnete der Emmentaler lapidar auf die Frage, ob er gegen den Weitschuss nicht noch etwas hätte ausrichten können. Echte Strafraumszenen waren im zähen Spitzenkampf ansonsten rar: Bua vergab in der ersten Halbzeit aus spitzem Winkel, Sulejmani besass auf der anderen Seite die Möglichkeit für die Berner mit seinem schwächeren rechten Fuss.
Und so gilt in der Meisterschaft der Status quo. Nach 14 Runden haben die Young Boys schon 30 Punkte, das sind im Vergleich zum Vorjahr exakt sieben mehr – so viele, wie sie jetzt vor dem FCB liegen. Und nur Verteidiger Benito sprach aus, was einige in den gelb-schwarzen Reihen von diesem Abend im St.-Jakob-Park gedacht haben dürften: «Dieser Punkt fühlt sich an wie ein Sieg.» Und auch Hütter anerkannte den Wert dieses Remis, als er sagte: «Wir wollten nicht nur die Stirn bieten, wir wollten auch gewinnen. Aber dazu hätten wir einen perfekten Tag gebraucht.»
Und als der blutige, aber zufriedene von Ballmoos zum Schluss gefragt wurde, ob man nun bei YB vom Meistertitel reden könne, musste er so heftig lachen, dass die Wunde wohl sogleich wieder zu schmerzen begann, und fügte an, was bei seinem Anblick sowieso die meisten dachten: «Wir bleiben cool.»
Und Mohamed Elyounoussi sagt zerknirscht: «Sorry»
Florian Raz
Nicht, dass Mohamed Elyounoussi nicht sofort bemerkt hätte, welch kapitaler Fehler ihm da unterlaufen war. Trotzdem nahm FCB-Trainer Raphael Wicky den Norweger nach Schlusspfiff noch einmal zu sich, um ihm zu erklären, was alle im Stadion gesehen hatten: «Er darf einfach nicht zulassen, dass sich Mbabu vor dem 1:1 dreht.» Tat Elyounoussi aber. Womit er zentrales Thema der Basler Spiel-Nachbetrachtung wurde. «Wenn du so ein einfaches Tor erhältst, fühlt sich der Abend nach zwei verlorenen Punkten an», erklärte Wicky. Und Flügelspieler Renato Steffen meinte gar: «Es regt mich auf, dass wir so leichtfertig zwei Punkte verschenken.» Gut für die Team-Hygiene: Elyounoussi nahm die Verantwortung auf sich und entschuldigte sich bei Wicky.
Nur sollten sie in Basel nicht alle Schuld auf den 23-jährigen Offensivmann schieben. Es fehlt dem FCB in dieser Saison in Spitzenspielen nämlich mehr, als bloss die Cleverness in einzelnen Situationen. Das beweist die Bilanz gegen die anderen Mannschaften der Top 5 der Super League. Von den sieben Begegnungen mit den Spitzenteams hat Basel nur zwei gewonnen und dabei lediglich sechs Tore erzielt. Drei davon im selben Spiel und gegen ein inferiores GC in dessen schwächstem Saisonauftritt. Mit nicht einmal einem Treffer pro Partie aber wird es normalerweise schwierig, Spiele für sich zu entscheiden.»
Die Partie gegen die Young Boys bewies zudem erneut, wie dünn gestrickt das FCB-Kader in der Offensive ist. Während YB nach der Basler Führung Kraft (Nsame) für Speed (Fassnacht) und damit das 1:1 einwechseln konnte, hat Wicky nur Stürmer zur Auswahl, die eben dem Teenager-Alter entwachsen sind. Entsprechend wirr kann dann sein, was ein Dimitri Oberlin bietet, wenn er gegen eine solide Abwehr eingewechselt wird, die ihm keinen Raum zugesteht.
So stellt sich die Frage in Basel: Wie gut ist das Team denn jetzt? Gilt der 5:0-Zauberabend gegen Benfica – oder die Katastrophe beim 1:2 in St. Gallen? Wahrscheinlich sieht die Wahrheit aus wie beim 1:1 gegen YB: Der FCB liegt irgendwo dazwischen. Ob das reicht, um gefestigte Berner abzufangen, ist recht offen. Für alle, die selbst nicht rechnen mögen, hat Michael Lang schon mal die Mathematik übernommen: «Aus eigener Kraft können wir jetzt nicht mehr Meister werden.» https://www.derbund.ch/sport/fussball/E ... y/14991044
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 6. November 2017, 12:39 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
06.11.2017  Zitat: YB-Spieler waren hart im Nehmen
Der intensive Kampf gegen den FCB hinterliess Spuren bei den YB-Spielern. Am stärksten im Gesicht von David von Ballmoos. Der Goalie und seine Mitspieler freuen sich über den couragierten Auftritt in Basel und den Punktgewinn.
David von Ballmoos sieht furchterregend aus, als er nach dem 1:1 zwischen Basel und YB mit den Journalisten spricht. Der Fussballschuh von Albian Ajeti hinterliess in seinem Gesicht einige Wunden, die tiefste wurde noch auf dem Spielfeld lange gepflegt. «Ich habe gar nicht realisiert, dass ich blute», sagt von Ballmoos, der krachend mit Ajeti zusammenprallte, «aber dann wurde ich dreimal getackert, das war kein sehr angenehmes Gefühl.»
Der kräftige Emmentaler ist hart im Nehmen, eine Auswechslung jedenfalls sei nie zur Debatte gestanden. «Ich spürte später während des Spiels ab und zu einen heftigen Druck im Gesicht, aber das war verschmerzbar.»
Der junge Goalie ist wie die Mitspieler nach Spielende gut gelaunt. Auch er spricht von einem «gewonnenen Punkt» und davon, dass YB «eine reife Leistung» gezeigt habe. «Wir reagierten stark auf den Rückstand, haben uns das Unentschieden verdient.» Von Ballmoos gibt lange und bereitwillig Auskunft, vielleicht will er auch den anschliessenden Eingriff im Gesicht noch ein wenig hinauszögern.
Und das Gegentor wolle er sich noch einmal am TV ansehen. «Fast kein Treffer ist unhaltbar», sagt er, «ich war mit den Händen noch am Ball, aber ich weiss nicht, ob ich ihn hätte halten müssen.»
Auch Nsame angeschlagen
Nicht nur David von Ballmoos zog Schrammen aus dem intensiven Kampfspiel in Basel davon. Auch andere YB-Akteure blieben nach wüsten Zweikämpfen am Boden liegen, am Schluss erwischte es noch Torschütze Jean-Pierre Nsame.
Er beklagte muskuläre Probleme am Knie und an der Wade und wird in dieser Woche untersucht. Es trifft sich für die Young Boys bestimmt ganz gut, steht nach strengen Zeiten nun die dritte zweiwöchige Länderspielpause an. «Wir haben den Vorsprung auf Basel verteidigt», sagt Captain Steve von Bergen, «das war das Ziel. Dieser Punkt ist wichtig und wertvoll für uns.»
Der Stolz des Trainers
Und während die Basler Fussballer wenige Meter entfernt zerknirscht Auskunft geben, freuen sich die Young Boys über den Verlauf des Nachmittags. «Wir haben gut dagegengehalten», sagt Loris Benito. «Und in der Schlussphase standen wir dem Sieg näher.»
Allerdings liess YB in den letzten Minuten bei den Kontergelegenheiten nach intensiver Begegnung die Frische und Konsequenz vermissen. «Vor dem Spiel hätte ich für ein Unentschieden nicht unterschrieben», sagt Adi Hütter. «Aber nun bin ich mit dem Punkt zufrieden und stolz, wie das Team reagiert hat.»
Der Trainer erklärt, er habe vor der Begegnung damit gerechnet, dass Basel mehr im Ballbesitz sein könnte, darum habe er Spieler mit einer gewissen Schnelligkeit aufgestellt.
«Die Wechsel waren dann logisch», sagt Hütter, der Torschütze Jean-Pierre Nsame als einzigen Stürmer auf der Bank nach dem Rückstand einwechselte. «Er hat seinen Job gemacht, und ich habe meinen Job gemacht.» https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/16467370
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 6. November 2017, 12:41 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
06.11.2017  Zitat: YB mit Traumtor zum Sieg nach Punkten
In einem harten Abnützungskampf trennen sich Basel und YB 1:1. Es ist ein guter Punkt für die Young Boys, den Jean-Pierre Nsame mit einem Traumtor sichert.
Am Ende stehen und liegen die Spieler der zwei Teams wie Boxer nach einem anstrengenden Fight auf dem Platz. Ermattet und teilweise mit geschundenem Körper. Man könnte meinen, sie warten auf das Verdikt der Punktrichter. Und bewerten später die Ereignisse gleich selber.
«Wir sind enttäuscht», sagt Basels Renato Steffen. «Das sind zwei verlorene Punkte für uns.» Loris Benito von den Young Boys analysiert derweil vergnügt: «Dieses Unentschieden fühlt sich wie ein Sieg an.»
Zähes Ringen und Schwingen
Das 1:1 zwischen Serienmeister Basel und Herausforderer YB war ein grandioser Abnützungskampf frei von spielerischem Glanz. Es ist ein sehr guter Punkt für den Leader aus Bern, ein Sieg nach Punkten, um in der Boxsprache zu bleiben. Der Vorsprung in der Tabelle beträgt weiter sieben Zähler.
Und doch warf der wenig überzeugende Auftritt des Verfolgers FCB die Frage auf, ob mit einer mutigeren Spielweise nicht noch mehr für die Young Boys möglich gewesen wäre. «Ich bin mit dem 1:1 zufrieden», sagt Trainer Adi Hütter. «Wir lagen bis kurz vor Schluss in Rückstand und hatten am Donnerstag noch ein kräfteraubendes Spiel gegen Dynamo Kiew bestritten.»
Das Duell Basler vs. Berner ist die elektrisierendste Affiche im Schweizer Fussball. Prächtig geriet der Rahmen am Sonntagnachmittag im St.-Jakob-Park mit über 32'000 Gästen einer Veranstaltung, die von der Brisanz und der Spannung lebte – und in einigen Phasen tatsächlich an andere Sportarten erinnerte.
Beispielsweise an American Football. Zäh das Ringen um jeden Meter, brachial der Körpereinsatz, wild die Attacken, mehrmals blieben Akteure angeschlagen liegen. Oder an Schwingen, derart verbissen klammerten sich die Kontrahenten aneinander fest.
Adi Hütter hatte sich für einmal für eine eher defensive Taktik entschieden, er setzte auf die Umschaltqualitäten und die Schnelligkeit seiner Belegschaft. Deshalb blieb der kräftige Torjäger Jean-Pierre Nsame vorerst auf der Bank. Doch die Young Boys erhielten selten Gelegenheit zum rasanten Konterspiel.
Der FCB operierte optisch überlegen, wirkte jedoch schwerfällig und uninspiriert, die beste Gelegenheit in der ersten Halbzeit vergab Miralem Sulejmani für die Gäste. Der Serbe kann mit dem linken Fuss zaubern wie kein anderer in der Liga, dummerweise musste er aus wenigen Metern mit rechts abschliessen – und scheiterte an Goalie Tomas Vaclik.
Nsames Tor des Jahres
Auch nach dem Seitenwechsel dominierten Zweikämpfe, Grätschen, Nickligkeiten das Geschehen. Es war ein Spitzenkampf im reinen Sinn des Wortes. «Wenn so viel auf dem Spiel steht, kann man nicht immer schönen Fussball zeigen», sagt Raphael Wicky.
Der Basler Trainer registrierte zu Beginn der zweiten Hälfte eine Leistungssteigerung der Seinen – und das 1:0 in der 57. Minute. Ausgerechnet Sékou Sanogo, athletisch wie ein Boxer, robust wie ein Footballer, standhaft wie ein Schwinger, leistete sich in seiner physischen Dominanz ein leichtsinniges Tänzchen vor dem eigenen Strafraum.
Mohamed Elyounoussi und Geoffrey Serey Die unterbanden das Dribbling, wobei der insgesamt hervorragende Referee Sandro Schärer ein Foul Elyounoussis hätte ahnden können. Serey Die kümmerte das nicht, und es konnte kein Zufall sein, schoss der vor allem wegen Giftigkeit und Härte bekannte Ivorer das 1:0. Mit dem wohl besten Schuss seiner langen Karriere, flach und präzis (und dennoch nicht unhaltbar) in die rechte Ecke.
Die Young Boys schüttelten sich kurz. Dann reagierten sie im Stil und mit der Selbstverständlichkeit eines Spitzenteams, das sie ja geworden sind. Der Ausgleich rund zehn Minuten vor Spielende jedenfalls war der verdiente Lohn für einen stabilen Vortrag.
Kevin Mbabu deckte an der Seitenlinie die defensiven Schwächen Elyounoussi gnadenlos auf, bediente in der Mitte den eingewechselten Nsame, der eine sehr aussichtsreiche Bewerbung für das Tor des Jahres einreichte. Mit der Hacke spedierte der Kameruner den Ball ins Netz, es war ein Treffer wie ein Kunstwerk. Wie ein anderer Afrikaner, der Algerier Rabah Madjer, 1987 im Meistercupfinal für Porto gegen Bayern.
Oder wie ein anderer Torjäger, der Pole Robert Lewandowski, am Samstag für die Bayern im deutschen Gipfeltreffen in Dortmund. «Mir ist es egal, ob das ein schönes Tor war», sagt Nsame mit herrlich tiefer Stimme, «wichtig ist, dass wir heute noch einen Punkt geholt haben.»
«Hanspeter» kommt
Es ist ein äusserst wertvolles Remis für die Young Boys. Und möglicherweise hängt im Leben doch vieles zusammen. YB-Fan Kuno Lauener hatte am Samstag das Züri-West-Konzert in Basel grippekrank absagen müssen.
Vielleicht ist auch er wie viele Berner im YB-Fieber. Die passende Zeile zum Spitzenkampf schickte Züri West am Sonntag nach Basel: «Früecher oder später chunnt dr Hanspeter» vom Song «Hanspeter». Dieser, mit Nachnamen Nsame, ist nun mit neun Toren alleiniger Leader in der Torschützenliste.
Und der FC Basel kann seit Sonntag nicht mehr aus eigener Kraft Schweizer Meister werden. https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/28766732
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Montag 6. November 2017, 12:42 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
06.11.2017  Zitat: «Er hat seinen Job gemacht und ich auch»
von E. Tedesco, Basel - Dank Joker Jean-Pierre Nsame und seinem Hacken-Goal in der 80. Minute holte YB auswärts gegen den FCB einen Punkt.
Der Franzose trickste Rotblau mit einem sehenswerten Absatztor aus. Die erste Stunde der Partie sah Nsame von der Bank aus. Seine Zeit kam mit einem Doppelwechsel in der 64. Minute. YB-Trainer Adi Hütter wollte nach dem Europacupspiel letzten Donnerstag gegen Kiew frische Kräfte bringen, nahm Loris Benito für Jordan Lotomba vom Platz und wechselte Nsame für Christian Fassnacht ein.
«Diese Überlegung war nicht so schwierig», so Hütter, «aber man kann sagen: Er hat seinen Job gemacht und ich auch.» Kevin Mbabu, der nach der Pause von Minute zu Minute besser wurde, legte den Ball zur Mitte, wo Nsame Elyounoussi – sehr zum Ärger von FCB-Trainer Raphael Wicky – wie eine lästige Fliege abschüttelte und mit der Hacke zum 1:1 traf. Es war bereits der 9. Saisontreffer des Franzosen. Ausgerechnet er, der im Sommer beim FCB ein Thema war, doch von FCB-Sportchef Marco Streller abgelehnt wurde. Dumm gelaufen.
Kein Leckerbissen, aber wichtig
«Es war ein sehr intensives Spiel auf Augenhöhe, vielleicht nicht der Leckerbissen wie ihn viele im Vorfeld erwartet haben, dafür ist zu viel auf dem Spiel gestanden», sagte Hütter nach dem Remis in Basel. «Wir können gut leben mit dem Punkt, auch, weil wir im Spiel zurückgelegen sind und zwei Tage weniger Regenerationszeit hatten. Die Reaktion meiner Mannschaft hat mir imponiert, sie hat auf physischer Ebene bestanden und sich diesen Punkt verdient, auch wenn Basel optisch ein bisschen überlegen war.»
Unterschrieben hätte Hütter für das Unentschieden im Spitzenkampf erst nach dem Spiel. Vorher nicht. «Wir wollten dem FC Basel nicht nur die Stirn bieten, sondern gewinnen.» Das ist den Bernern zwar im zweiten Aufeinandertreffen nicht wie im Juli (2:0 in Bern) gelungen, aber das komfortable Polster von sieben Zählern Abstand auf den ersten Verfolger ist auch nicht kleiner geworden.
«Wenn man aus Basel nicht mit einer Niederlage nach Hause reist, ist das immer ein Erfolg», sagt Loris Benito zufrieden. «Es ist sehr wichtig für uns, dass wir Basel auf Distanz behalten können.» http://www.20min.ch/sport/dossier/super ... y/29009914
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 7. November 2017, 09:49 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
07.11.2017  Zitat: Mythen und Wahrheiten im Duell YB-FCB
Irgendetwas hat sich verändert im langjährigen Duell zwischen dem FC Basel und YB. Vom Meistertitel aber wollen die erstaunlich stabilen Young Boys weiter nicht reden.
Geht es um YB und Basel und Titelkämpfe und Vorsprünge der Young Boys, landet man bald bei jenen legendären 13 Punkten, welche YB vor acht Jahren vor dem FCB lag – und noch verspielte. Auch letzte Woche schrieben mehrere Medien fälschlicherweise, die Young Boys seien damals zur Winterpause noch mit 13 Zählern vorausgelegen.
Das ist ein Mythos, der sich wahrscheinlich nicht so schnell aus der Fussballwelt schaffen lässt. Fakt ist: 13 Punkte betrug die Differenz nur einmal, Ende August 2009 nach dem 2:1-Sieg der Young Boys am 8. Spieltag im St.-Jakob-Park. Sie drehten einen 0:1-Rückstand in der Schlussphase, glichen durch Seydou Doumbia aus (75. Minute), ehe Christian Schneuwly ein Last-Minute-Tor gelang.
Das Kompliment von Wicky
Auch am Sonntag gelang YB im Gipfeltreffen in Basel kurz vor Spielende das 1:1 durch den besten Torschützen (Jean-Pierre Nsame). Und beinahe hätten die Gäste in der Schlussphase erneut den Siegtreffer realisiert, Roger Assalé vertändelte jedoch eine aussichtsreiche Kontergelegenheit, wobei er von Manuel Akanji im FCB-Strafraum elfmeterreif gefoult wurde.
Diese Szene wurde nach der Begegnung nicht thematisiert, zumal das 1:1 ohnehin wie ein Sieg für die Young Boys wirkte. Ihr Vorsprung beträgt nach 14 Spieltagen weiter 7 Punkte – zu diesem Zeitpunkt waren es 2009 9 Zähler gewesen. «Es ist erst rund ein Drittel absolviert», sagt YB-Captain Steve von Bergen. «Es dauert noch lange.»
Irgendwie aber hat sich das in den letzten Jahren so einseitige Duell zwischen Baslern und Bernern verändert. Einerseits ist der FCB nach dem grossen Umbruch im Sommer deutlich weniger souverän und entschlossen, der Mannschaft fehlt es an prägenden Figuren wie in den Meisterjahren beispielsweise Alex Frei, Marco Streller und Matias Delgado.
Und andererseits agieren die gewachsenen Young Boys trotz äusserst jungem Personal erstaunlich stabil und stilsicher. Das grösste Kompliment für den Herausforderer kommt vom Basler Trainer Raphael Wicky: «YB hat eine Konstanz im Spiel, die wir auch wieder wollen.»
Wie sich die Zeiten ändern.
Das M-Wort auf dem Index
Das Unentschieden am Sonntag jedenfalls verändert die Ausgangslage im Titelkampf erheblich, selbst wenn sich in der Tabelle nichts verändert hat. Oder genau deswegen. Denn ein Basler Heimsieg hätte die alten Reflexe befeuert, wonach YB am Ende ja sowieso immer Zweiter wird.
Langsam dürfen (oder besser: müssen) sich die Young Boys ernsthaft mit der Möglichkeit auseinandersetzen, auch im Mai und damit kurz vor Saisonende noch auf Rang 1 zu stehen. Spätestens dann werden sie den Fragen nach den Ambitionen nicht mehr ausweichen können. Das gefährliche M-Wort steht ja im Stade de Suisse auf dem Index. Und bisher gingen die Protagonisten mit dieser Sache spielerisch um.
Am Sonntag beispielsweise lachte David von Ballmoos laut, als er nach der Partie in Basel gefragt wurde, ob man nun Fragen zur Thematik «Meister YB» stellen dürfe. Er rief schauspielerend nach dem Pressechef, weil er Beistand benötige, überlegte kurz und meinte dann: «Wir bleiben cool. Daran ändert sich nichts.» Selbstverständlich erinnerte er sich sofort auch an das Klubmotto und schob lässig hinterher: «Wir nehmen weiter Spiel für Spiel.»
Basel darf viermal vorlegen
Das ist keine schlechte Idee. Und weil in dieser Saison wegen der WM 19 Runden bis Weihnachten ausgetragen werden, kann YB immerhin schon mal Halbzeitmeister und Wintermeister werden.
Das Programm von YB und Basel nach der dritten zweiwöchigen Länderspielpause in dieser Spielzeit ist ab Mitte November bis zur Winterpause ähnlich: Heimspiel (YB - Zürich, Basel - Sion), zwei Auswärtsspiele (Lugano - YB, Luzern - Basel; Thun - YB, Lausanne - Basel), Heimspiel (YB - GC, Basel - St. Gallen) und zum Schluss noch mal eine Partie in der Fremde (Luzern - YB, GC - Basel). Wobei der FCB in den nächsten vier Runden jeweils am Samstag vorlegen darf – und den Druck auf die Young Boys erhöhen kann.
Dieses YB allerdings ist auch mental ziemlich strapazierfähig – und deutlich ausgeglichener besetzt als 2009/2010. Und sowieso: In der aktuellen Saison liegen die Duelle FCB versus YB in der Rückrunde relativ versteckt im Kalender (27. und 34. Spieltag). Das war vor acht Jahren anders. Zur Winterpause betrug der Vorsprung der Young Boys damals – Mythos hin oder her – 7 Punkte. Gleich zum Start der Rückrunde unterlagen sie in Basel 0:4 und am Ende in der Finalissima zu Hause 0:2.
Es war der erste von acht FCB-Titeln in Serie. https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/13201956
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Dienstag 7. November 2017, 19:47 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
07.11.2017  Zitat: YB-Doc erklärt, wie der Goalie behandelt wurde
Von Ballmoos am Auge getackert
Wie von 1000 Volt durchflutet zuckt YB-Keeper David von Ballmoos zusammen, als sein Cut unter dem Auge getackert wird.
Fussballer sind alle Weicheier? Von wegen! David von Ballmoos zeigt eindrücklich, dass dem nicht so ist. Als der YB-Keeper im Spitzenkampf in Basel notversorgt werden muss, zuckt er jedenfalls zusammen, wie wenn Strom durch seinen Körper fahren würde. Nicht wenig Strom!
Es läuft die 16. Minute, als die Schuhspitze von FCB-Stürmer Albian Ajeti in Von Ballmoos’ Gesicht kracht. Das Fleisch gibt nacht. Der Burgdorfer bleibt benommen liegen. Erste Hilfe leistet YB-Teamarzt Thomas Ringgenberg. Was tut man da? «Nähen und Kleben würde auf dem Rasen zu lange dauern», erklärt der Doc. «Deshalb wird die Wunde mit drei Heftklammern ‹getackert›. Damit hat man gute Erfahrungen gemacht. Mit dem Tackern lässt sich die Blutung sofort stoppen.»
Das Gerät, mit dem Ringgenberg die Heftklammern setzt, sieht einem kleinen Bostitch durchaus ähnlich. «Das sind auch tatsächlich Heftklammern, und das Gerät ist mit einem Bostitch vergleichbar», sagt der Doc.
Bei jedem Tackern zuckt Von Ballmoos am ganzen Körper zusammen. Ringgenberg: «Bei einem solch akuten Fall wird das Befestigen ohne Betäubung vorgenommen und ist deshalb schmerzhaft.» Von Ballmoos hat denn auch erst realisiert, wie tief die Wunde war, als die Klammern gesetzt wurden. «Ich habe erst gemerkt, dass ich blute, als getackert wurde. Das hat man dann nicht so gerne, das war dann doch recht unangenehm», sagt der Keeper. Für einen rechten Emmentaler war es natürlich nie eine Option, ersetzt zu werden. Marco Wölfli lief sich während der Von-Ballmoos-Pflegesituation längst warm.
Die Klammern wurden nach dem Spiel sofort entfernt, die Wunde mit Wundkleber und Klebestreifen versehen. «Nun bleibt der Klebstoff während ein paar Tagen drauf», sagt der YB-Doc, «dann wird die Wunde geheilt sein, ohne dass man nähen musste.»
https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 67193.html
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 23 Gäste |
| |
|
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|
 |