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 Beitrag Verfasst: Montag 23. Mai 2005, 07:35 
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Bund, 23.5.2005

Ein weiteres Remis zu viel

Die Young Boys kamen in Aarau nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus – das bedeutet wohl: Uefa-Cup ade
Es hätte eines Sieges bedurft, um die reelle Chance zur Qualifikation für den Uefa-Cup zu wahren – doch die Young Boys brachten gestern auf dem Brügglifeld nur ein weiteres Remis zustande. Der Punkt half dem FC Aarau ein wenig im Abstiegskampf und vor allem den Grasshoppers.

Nein, es war nicht gerade ein Angriffsfeuerwerk, das die Young Boys im zweitletzten Spiel entzündeten. Es war vielmehr ein stets loderndes Strohfeuerchen, das die abstiegsbedrohten Aarauer (die eigentlich viel mehr Druck verspürten als die Berner) meist problemlos unter Kontrolle hielten. Damit ist gesagt, dass sich die Gelb-Schwarzen gestern auf dem Brügglifeld eher zurückhaltend verhielten – zu zurückhaltend, wie sich nach 90 Minuten erweisen sollte: Die Geduld und das Warten auf die eigenen Chancen (die sich nur in minimer Zahl einstellten) hatte sich für die Berner definitiv nicht gelohnt.

Im Kampf um den zweiten Uefa-Cup-Platz (einen erhält Cupsieger FC Zürich) hätten die Young Boys gestern drei Zähler gebraucht, um allenfalls von einem Punktverlust der Grasshoppers in deren zwei letzten Spielen (Xamax und St. Gallen/beide auswärts) profitieren zu können. Nach dem gestrigen 1:1 auf dem Brügglifeld sind die YB-Europacupchancen unter 20 Prozent gesunken.


Angst vor Kontern

Er habe nicht «Kopf und Kragen» riskieren wollen, sagte Trainer Hans-Peter Zaugg nach dem Spiel. «Denn», so begründete er, «die Möglichkeit einer Niederlage wäre für uns gegen diese konterstarken Aarauer gross gewesen.»
Ähnlich argumentierte Aarau-Trainer André Egli: «Lieber ein Punkt als gar keiner», sagte er. Es sei für seine Mannschaft mitten im Abstiegskampf wichtig gewesen, gegen YB nicht zu verlieren. Dieser Remispunkt sei auch wichtig für die Moral in seiner Mannschaft.
Keiner riskierte also mehr als nötig – entsprechend höhepunkt- und emotionslos wickelte sich dann die Partie auch ab. Den Young Boys gelang es dabei nicht, von Anfang an Druck zu machen (auch um Standardsituationen herauszuholen), im Gegenteil: Das frühe 1:0 der Aarauer, eingeleitet durch Giallanza und erzielt durch Bieli, hauchte vor allem der Mannschaft Eglis Selbstvertrauen und neue Kraft ein. Die Berner sahen sich in der Folge zwar oft in Ballbesitz, ihre Bemühungen gediehen aber nur selten weit über die Mittellinie. Das änderte sich übrigens auch nach dem 1:1 – Häberli verwertete eine Freistossflanke Chapuisats – nur wenig. Beide waren irgendwie froh, nicht verloren zu haben. Der Endspurt YBs, den man nach der Einwechslung eines dritten Stürmers (Maksimovic) erwartete, fand überhaupt nicht statt.
So war das 1:1 zuletzt ein gerechtes Resultat, für die Young Boys aber war ihre 13. Punkteteilung wohl ein Remis zu viel. Es kann kein Trost sein, dass sie die letzten sieben Runden ungeschlagen überstanden haben.


AARAU - YB 1:1 (1:1)
Brügglifeld. – 4100 Zuschauer. – SR Leuba. – Tore: 7. Bieli 1:0. 38. Häberli 1:1.
Bemerkungen: Aarau ohne Wardanjan und Christ (verletzt). YB ohne Aziawonou, Coubadja und De Napoli (verletzt) sowie Sermeter (gesperrt). Verwarnung: 15. Tcheutchoua (Foul).
Aarau: Colomba; Schmid, Tcheutchoua, Bühler, Moretto; Opango, Simo, Inler (46. Menezes); Fejzulahi (46. Schenker); Giallanza (85. Dugic), Bieli.
Young Boys: Wölfli; Eugster, Steinsson, Disler, Rochat (25. Geiser); Magnin (79. Maksimovic), Friedli, Häberli, Urdaneta; Neri, Chapuisat.


«bund»: Vor wenigen Tagen noch schätzten Sie die Möglichkeit, dass Hakan Yakin zu YB wechselt, als «unter 30 Prozent» ein. Das stimmt offenbar so nicht mehr . . .

Marcel Hottiger: Nein, es hat in dieser Sache grundsätzliche Änderungen gegeben. Die wichtigste ist die: Wir alle, Trainer, Investoren, Funktionäre und Sportchef, wir alle wollen diesen Transfer.



Und wie realistisch ist es, ihn auch über die Bühne zu bringen?

Diese Frage kann ich im Lauf der Woche beantworten. Spielervermittler Petralito weilt am Montag in Stuttgart; dort muss sich klären, ob Hakan Yakin aus seinem Vertrag entlassen werden kann.


Woran könnte dies scheitern?

Das weiss ich nicht. Tatsache aber ist, dass der VfB Stuttgart die Qualifikation für die Champions League nicht erreicht hat und daran interessiert ist, sich vom einen oder anderen teuren Spieler zu trennen. Wenn der VfB Hakan Yakin freigibt, spart er 3,7 Millionen Franken bis ins Jahr 2008. Das ist viel Geld für einen Spieler, den ein Verein nicht mehr will.


Ist bei YB der Wohlstand ausge-brochen, dass ein solcher Spieler plötzlich finanziert werden kann?

Nein, überhaupt nicht. Wir sind mit Hakan Yakin finanziell über einen Zweijahresvertrag mit Option einig. Ich kann dazu nur sagen: Der Spieler ist uns sehr entgegengekommen, weil er diese sportliche Chance unbedingt packen will. Wir sind anderseits überzeugt, dass er sie packen wird und bei YB mindestens zwei oder drei Jahre als Spielmacher wird wirken können.


Dennoch: Im Rahmen des Budgets wird Yakin doch nicht finanziert werden können . . .

Ja, das stimmt. Es wäre eine Investition ausserhalb des Budgets. Der Transfer würde von unseren Investoren fremdfinanziert. Sie sagten Ja dazu, weil sie vom Geschäft überzeugt sind. Hakan Yakin ist ein Ausnahmekönner, der YB spielerisch weiterbringen kann.


Gibt es keine Skepsis? Immerhin ist dieser Spieler zuletzt bei Paris Saint-Germain, beim VfB Stuttgart und bei Galatasaray Istanbul durchgefallen . . .

Nein. Er will die Chance nutzen. Ausserdem wissen wir alle, was Hakan Yakin kann. Er muss einfach wieder das Vertrauen des Trainers und des Umfelds spüren – und das wird er bei uns können.



Gibt es weitere Transfers in dieser Kategorie, die geplant sind?

Nein, von diesem Kaliber nicht mehr. Es stimmt, wir hatten auch Interesse an Rossi vom FC Basel – aber der Spieler hat einen laufenden Vertrag. Es käme dem FCB natürlich nie in den Sinn, uns halb gratis zu verstärken. Anderseits rechne ich schon noch mit dem einen oder anderen Transfer.


Stürmer oder Verteidiger?

Vor allem ein Stürmer. Es gibt eine interessante Möglichkeit mit einem argentinischen Spieler mit spanischem Pass, der in der höchsten Spielklasse Spaniens spielt. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

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 Beitrag Verfasst: Montag 23. Mai 2005, 15:53 
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