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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Freitag 22. August 2014, 17:48 
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YB-Wölfli nach Degradierung

«Fussball ist keine Frage der Wertschätzung»

YB-Coach Uli Forte macht Jungstar Yvon Mvogo zur unumstrittenen Nummer eins. Wie hat YB-Legende Marco Wölfli den Schock verdaut? So wie erwartet: gefasst.

Es ist ein ruhiger Marco Wölfli, der morgens um acht Uhr den Journalisten gegenübersitzt. Polemik macht der Mann keine.

Sei es, weil es ausgerechnet sein Geburtstag ist, der zweiunddreissigste, an dem er erklären muss, wie er die Degradierung zur Nummer zwei hingenommen hat. Sei es, weil es seinem Naturell einfach nicht entsprechen würde zu motzen. Wölfli ist kein aufbrausender Mensch.

So sagt er: «Ich hätte natürlich lieber etwas anderes gehört, als mir am Mittwoch Trainer Uli Forte und Goalietrainer Paolo Collaviti eröffneten, dass fortan Yvon Mvogo in der Meisterschaft spiele. Aber entscheidend ist, was man daraus macht.»

Was also macht er daraus, nach 405 Spielen für YB? «YB ist mein Verein. Sonst wäre ich nicht so lange hier. Aber das Ganze kam sehr kurzfristig. Für mich war wichtig, nach meiner schweren Verletzung wieder fit zu werden. Immerhin gibt es Menschen, die nach einem Achillessehnenriss kaum noch gehen können. Ich hingegen stehe am Sonntag wieder im Tor.»

Es wirkt wie ein Abschied. Aber Wölfli ist ja nach wie vor da. Am Sonntag gibt er sein Comeback. Im Cup, in Bavois, bei einem Waadtländer Erstligisten. «Ich habe jetzt mal dieses Spiel. Danach sehen wir weiter», sagt er.

Ob er allenfalls der Goalie für die Europa League sein könne, wird er gefragt. «Zuerst müssen wir uns qualifizieren», entgegnet der Solothurner. Und weiter: «Ich muss mich genau gleich vorbereiten und trainieren, das ist klar. Es bringt ja nichts, den Kopf hängen zu lassen. Fussball ist keine Frage der Wertschätzung – das Jetzt zählt.»

Dann fügt er hinzu, fast schon fatalistisch, es gehe so weiter, wie es müsse...

Ende Saison läuft sein Vertrag aus. Gibt es unter diesen Umständen noch eine Zukunft in Gelbschwarz? «Da habe ich mir noch keine grossen Gedanken gemacht. Für mich war wichtig, wieder im Tor stehen zu können.»

Irgendein «Happy Birthday» wird es an diesem Tag in der YB-Kabine sicher gegeben. Happy war der Wolf dabei sicher nicht.


http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 71253.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Samstag 23. August 2014, 08:39 
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«Es bringt nichts, den Kopf hängen zu lassen»

Goalie Marco Wölfli spricht vor dem Cupspiel in Bavois, bei dem er sein befristetes Comeback im Profiteam gibt, über seine Degradierung bei den Young Boys.

Zumindest seinen Humor hat Marco Wölfli nicht verloren: «Ich habe schon immer davon geträumt, mich an meinem Geburtstag um acht Uhr morgens mit Journalisten zu treffen», sagte die neue Nummer 2 im Tor der Young Boys. Gestern Freitag ist Marco Wölfli 32 Jahre alt geworden, und gestern Freitag um 8  Uhr erschien er im Stadionrestaurant Eleven zu einem Termin mit den ­Medien. Am Mittwoch hatte ihm Trainer Uli Forte in einem Gespräch zusammen mit Goalietrainer Paolo Collaviti eröffnet, dass an der Hierarchie der Torhüter nicht gerüttelt werde. Der 20-jährige Yvon Mvogo bleibt nach der Rückkehr von Routinier Wölfli die Nummer 1. Wölfli ist fortan die Nummer 2.

Seit 1998 ist der Solothurner bei YB, er wurde lediglich zwischendurch für anderthalb Jahre an den FC Thun aus­geliehen. Am 8. Dezember 2013 erlitt Wölfli ausgerechnet in Thun einen Achillessehnenriss im linken Fuss. Jetzt, nach über achtmonatiger Verletzungspause, ist er zurück. Am Sonntag, im Cupspiel beim Waadtländer 1.-Ligisten Bavois, spielt Wölfli nach 259 Tagen wieder ein Wettbewerbsspiel für das Fanionteam von YB. Es wird sein 406. Spiel für die Young Boys sein. Was danach wird, bleibt offen.

Marco Wölfli, bedeutet dieser Entscheid von Uli Forte für Sie den Anfang vom Ende bei YB?
Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. YB ist mein Verein, sonst wäre ich nicht so lange hier. Es ist sicher eine neue Situation für mich. Ich kann noch nicht sagen, wie es weitergeht.

Hat Sie dieser Entscheid überrascht?
Trainer-Entscheide muss man akzeptieren. Hadern hilft nicht. Im Fussball zählt immer nur der Moment. Das war mir stets bewusst. Ich war fast neun Monate weg, und jetzt hat der Trainer sich so entschieden. Es bringt nichts, nun den Kopf hängen zu lassen.

Haben Sie nicht das Gefühl, Ihnen wurde eine Wettbewerbschance genommen. Der Entscheid, dass Yvon Mvogo die Nummer 1 bleibt, wurde gefällt, bevor Sie überhaupt beweisen konnten, wie gut Sie nach der Verletzung sind?
Was soll ich darauf antworten? Ich kann mich nur wiederholen. Es ist der Entscheid des Trainers. Es geht nicht darum, ob ich den Entscheid als fair empfinde oder nicht. So läuft das Geschäft.

Mit Wölfli hat YB seit 2008 zwei Cupfinals und zwei Finalissima verloren. Glauben Sie, das hat den Entscheid beeinflusst?
Das müssen Sie die Verantwortlichen von YB fragen. Ich glaube es aber nicht.

Mit 32 Jahren gilt ein Torhüter als im besten Alter. Folgt jetzt irgendwo nochmals der Neuanfang?
Das ist völlig offen. Es gibt verschiedene Varianten. Die eine heisst: Ich bleibe und kämpfe mich zurück. Eine andere lautet: Ich gehe weg, ich mache jetzt ­einen Schnellschuss. Eine dritte heisst: Ich warte ab und schaue, wie sich die ­Situation im Winter präsentiert. Mit all diesen Szenarien habe ich mich noch nicht befasst. Ich bin erst einmal froh, wieder Fussball spielen zu können. Ich trainiere wieder mit der Mannschaft, ich bin zurück und am Sonntag stehe ich beim Cupmatch in Bavois im Tor.

Uli Forte erklärte, Sie würden in Zukunft auch nicht der Goalie für die Cupspiele sein oder für die Partien der Europa League.
Zuerst einmal müssen wir uns für die Gruppenspiele der Europa League qualifizieren. Was danach folgt, wird man sehen.

Sie gehören dem Spielerrat an, Sie sind Vize-Captain. Das passt nicht so recht für eine Nummer 2.
Ob ich im Spielerrat bleiben werde, wird man sehen. Das steht zurzeit bei mir nicht im Vordergrund. Aber ich werde bestimmt weiterhin Verantwortung übernehmen.

Hatten Sie während der langen Verletzungspause nie Angst, dass Sie es nicht mehr schaffen, dass dies das Karriereende bedeuten könnte?
Nein, solche Ängste hatte ich nicht. Ich bin ein positiver Mensch. Ich hatte nie Bedenken, dass der Fuss nicht mehr mitmacht. Aus dem Umfeld hörte ich solche Stimmen, weil dies eine der schwersten Verletzungen ist für einen Fussballer und Torhüter. Aber ich hatte nie grosse Angst, dass ich es nicht schaffen könnte. Ich kenne meinen Körper.

Ihr Kollege Diego Benaglio gab am Mittwoch den Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt. 
Waren Sie überrascht?
Schon ein bisschen. Ich dachte, er würde noch zwei Jahre weitermachen. Er hat sich seinen Entscheid aber sicher gut überlegt.

Sie waren bis zur Verletzung die Nummer 2 der Nationalmannschaft. Hat Sie der neue Nationalcoach Vladimir Petkovic schon angerufen?
Nein. Zuerst muss ich im Klub regelmässig spielen, bevor das Nationalteam überhaupt wieder ein Thema wird.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Es ... y/21868776

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Samstag 23. August 2014, 08:43 
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Am Scheideweg

Seit 1998 hütet Marco Wölfli das Tor von YB, jetzt ist klar: Für ihn gibt es in Bern als Nummer 1 keine Zukunft mehr. Der entmachtete Goalie ist enttäuscht, reagiert aber gewohnt gefasst.

Die Tage hatten sich zu gleichen begonnen. Training, Ruhe, Zeit, in sich zu gehen. Sieben Monate lang hatte Marco Wölfli bei YB oft für sich alleine trainiert, hatte einen Riss der Achillessehne, diese schwere Verletzung, auskuriert und die Frage, wie es mit ihm als Vizecaptain und eine der wichtigeren Figuren des Vereins weitergehen könnte, wenn er gesund wieder zurückkehrt, stand je länger, desto drängender im Raum.

Diese Frage ist seit Mittwoch geklärt. Der gesunde Wölfli, der mit vier, fünf Partien in der zweiten Mannschaft wieder an den Fussball herangeführt worden war, wurde vor vollendete Tatsachen gestellt. Im Sechsaugengespräch mit Goalietrainer Paolo Collaviti, Wölfli und Trainer Uli Forte wurde ihm eröffnet, dass die Young Boys auf den 20-jährigen Yvon Mvogo setzen. «Klar, da hätte ich lieber etwas anderes gehört», sagt Wölfli am Freitagmorgen. Es ist sein Geburtstag, 32 wird er am 22.August, doch statt Gratulanten hat er frühmorgens Mikrofone vor der Nase. «Ich habe wenig Anzeichen dafür gespürt», sagt er. Auf der anderen Seite ist Wölfli aber auch nicht überrascht. Es gebe gerade keine Bezeichnung, der seinen Gemütszustand umschreibe, betont der treue Goalie.

Kein Warten auf den Anruf

Am Abend zuvor hat YB auf dem Weg in die Europa League einen wichtigen Schritt gemacht und gegen Debrecen in den Playoffs 3:1 vorgelegt, im Nachgang zur Partie sorgte Uli Forte für Aufsehen, indem er verkündete: «Wölfli spielt am Sonntag im Cup gegen Bavois, am Donnerstag in Debrecen ist dann wieder Mvogo an der Reihe – wie auch danach.»

Die langjährige Beziehung zwischen Wölfli und YB könnte am Scheideweg angelangt sein. «Über meine Zukunft habe ich mir keine Gedanken gemacht», sagt Wölfli, viel sprechend, ohne viel zu sagen – auch diesbezüglich nicht neu im Geschäft. 1998 ist der Grenchner von Solothurn zu YB gestossen, ausser einem Leihintermezzo in Thun blieb er immer, bestritt 405 Spiele und war eines fast nie: die Nummer 2. «Es kann nicht immer nur aufwärtsgehen», sagt Wölfli, Beispiele der entmachteten Welttorhüter Iker Casillas und Petr Cech bemühend. Es ist ihm anzumerken, dass er selbst noch nicht weiss, was er von der neuen Situation halten soll. Noch vor neun Monaten war Wölfli als Ersatztorwart Teil des Nationalteams und Stammkraft beim zweitgrössten Super-League-Verein – nun steht er im besten Goaliealter vor einer Sackgasse. «Natürlich erwarte ich jetzt keinen Anruf von Nationaltrainer Vladimir Petkovic», sagt er, «ich muss erst mal im Verein auf Kurs kommen.» In welchem Klub er das zu tun gedenkt, liess er offen, wie so ziemlich alles andere auch. «Ich fühle mich gut und werde kämpfen.»

Wo liegt die Zukunft?

Sein Vertrag läuft Ende Saison aus, ein Transfer im Winter ist nicht auszuschliessen, aber es gibt auch die Möglichkeit, bei YB zu bleiben. Er sagt: «Ich fühle mich nicht als Opfer.» Soll es für Wölfli weitergehen, muss Wölfli aber wohl weitergehen. Die Zeichen stehen auf Trennung.

Und wenn sich Marco Wölfli so auf dem Tisch aufstützt, er, der in den letzten Monaten noch an Ruhe und Einkehr dazugewonnen haben dürfte, wird klar, dass sich die Prioritäten im Leben dieses Mannes vielleicht schon verschoben haben, bevor ihm seine sportliche Zukunft eröffnet worden ist. Auf dem Oberarm prangt die Tätowierung, «Rio Noel» steht da, sein Sohn ist bald zwei Jahre alt.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/17268982

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Montag 1. Dezember 2014, 16:23 
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Marco Wölfli bleibt bei YB

Der BSC Young Boys hat den Vertrag mit Goalie Marco Wölfli um vier Jahre verlängert. Der Grenchner ist seit 1998 bei YB – mit Ausnahme eines leihweisen Abstechers in der Saison 2002/03 zum FC Thun. Der 32-Jährige hatte sich vor einem Jahr die Achillessehne gerissen, worauf Yvon Mvogo die Nummer 1 wurde. Marco Wölfli verhielt sich auch unter neuen Vorzeichen sehr professionell. Seine Aufgabe wird es auch künftig sein, eine sehr gute Alternative zu Yvon Mvogo (20) zu sein und gleichzeitig die jungen, aufstrebenden Torhüter der 1. Mannschaft bei ihrer Entwicklung zu unterstützen. YB-Sportchef Fredy Bickel sagt, es sei ein logischer Schritt gewesen, mit Marco Wölfli in die Zukunft zu gehen. „Er hat sehr grosse Verdienste und sich immer zum Wohl des Vereins verhalten. Auch als Nummer 2 ist er für uns ein wichtiger Führungsspieler.“ Marco Wölfli erklärt, dass er sich über die Vertragsverlängerung freue. „YB ist mein Verein und fair mit mir umgegangen. Ich will bereit sein, wenn man mich braucht.“


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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Montag 1. Dezember 2014, 16:47 
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:bravo: super sache!


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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Dienstag 2. Dezember 2014, 13:34 
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Ein Bekenntnis – auch zu sich selbst

Marco Wölfli wird seine Karriere als Goalie wahrscheinlich bei YB beenden. Die Verlängerung seines Vertrags um vier Jahre gibt die Haltung des 32-Jährigen einmal mehr bestens wieder.

Der Entmachtete blieb gefasst. Marco Wölfli tut das immer, er tat das in den letzten 16 Jahren als YB-Goalie eigentlich ausnahmslos, und er blieb es auch, als er sich zu Beginn dieser Spielzeit mit der wohl schwierigsten Neuerung seiner Karriere konfrontiert sah.

Ende August, als sich Wölfli von einem Riss der Achillessehne endgültig erholt hatte, verkündete der YB-Trainerstab um Cheftrainer Uli Forte offiziell, fortan auf Nachwuchstalent Yvon Mvogo als Nummer 1 setzen zu wollen. Für Wölfli, 32 Jahre alt, mit über 400 Spielen für YB in den Beinen, hiess es plötzlich: hinten anstellen.

«Bei mir gleichen sich die Prozesse», sagt der Grenchner, der längst in Bern sesshaft geworden ist, heute. Mittlerweile hat Wölfli seine Rolle als zweiter Torhüter nicht nur klaglos akzeptiert, er ist gar noch einen Schritt weitergegangen. Um 4 Jahre hat er seinen Vertrag bei YB eben verlängert, bis 2018, eine Ewigkeit im modernen Fussball, eine Selbstverständlichkeit im Denken von Marco Wölfli.

Ohne Mentaltrainer aus dem Loch

Am Sonntag ist es auf den Tag genau ein Jahr her, als die Karriere der YB-Identifikationsfigur so ziemlich auf den Kopf gestellt wurde. Marco Wölfli trat mit den Young Boys in Thun zum Derby an, hinter sich eine Vorrunde als unangefochtene Nummer 1, vor sich die WM als ergänzender Nationaltorhüter in Brasilien.

Bei einer Flanke steigt Wölfli hoch, knickt bei der Landung weg, will aufstehen, bleibt liegen. «Auf dem Feld bekam ich einen Stützverband, aber ich hatte keinen Halt mehr. Das ist wie Autofahren ohne Gaspedal.» Erst in den darauffolgenden Tagen realisierte Wölfli, was der Riss seiner linken Achillessehne zu diesem Zeitpunkt für ihn bedeutete.

Die WM in Brasilien war gestrichen, ein Einsatz für YB in der Rückrunde in weite Ferne gerückt. «Ich hatte bis dahin das Glück, von gröberen Verletzungen verschont geblieben zu sein», sagt der Goalie heute. Ein gebrochener Daumen, eine gedehnte Sehne, nun aber ein echter Rückschlag.

«Der Kopf ist im Fussball letztlich das Allerwichtigste», sagt Wölfli, «mich interessieren solche Vorgänge sehr.» Sein Comeback nahm der Familienvater ohne Mentaltrainer in Angriff, «ich war schon immer der Typ, der das mit sich selbst ausmacht».

Bickels Überlegungen

Und jetzt also ein erneutes Bekenntnis. 2010 unterschrieb Wölfli bereits für 5 Jahre, nun verlängert er vorzeitig um 4 – zum letzten Mal in seiner Karriere? «Es kann gut sein, dass ich nie mehr wechsle, bei Vertragsende werde ich 37-jährig sein.» Die Chance, in einer grösseren Liga zu spielen, war vorhanden.

«Es gab bis zuletzt Angebote, aus dem In- und Ausland», sagt Wölfli und hält sich über die Begehrlichkeiten anderer Klubs wie gewohnt bedeckt. «Mit Sportchef Fredy Bickel war schon nach dem ersten Gespräch zum neuen Vertrag fast alles geregelt, das sagt doch auch viel über das Arbeitsklima aus», bekräftigt er seine Entscheidung.

Eine gewichtige Rolle dürfte dabei aber auch Yvon Mvogo spielen, er, der Wölfli überhaupt erst als Stammtorwart verdrängt hat. Der begabte und begehrte Junggoalie dürfte eher früher als später ins Ausland wechseln, er steht europaweit unter Beobachtung.

In diesem Fall stünde mit David von Ballmoos zwar ein weiteres Talent bereit – doch Wölfli ist mit seiner Erfahrung der ideale Goalie dazu, von Ballmoos behutsam an die Super League heranzuführen und zwischenzeitlich die Lücke zu füllen. Dies dürfte in Bickels Überlegungen mitgespielt haben, Wölflis Kontrakt gleich um 4 Jahre zu verlängern. «Zudem ist er auch als Nummer 2 ein wertvoller Führungsspieler», hält der Sportchef fest.

Und so wird Marco Wölfli weiter Gelb-Schwarz tragen, wie er das seit 1998 fast ununterbrochen tut. Das Bekenntnis zu YB ist bei ihm auch ein Bekenntnis zu sich selbst. Man mag dem langjährigen Captain mit zwei verlorenen Finalissimas und zwei verlorenen Cupfinals Erfolglosigkeit vorwerfen können – wenn er aber Sätze sagt wie «Ich habe meinen Verein gefunden», so ist das authentisch.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/22001228

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Dienstag 2. Dezember 2014, 13:38 
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Wölfli hält YB die Treue

Die Zukunft des Ersatztorhüters ist geregelt: Der 32-Jährige bleibt für vier weitere bei YB.

Die gestern gegen Abend von YB verbreitete Medienmitteilung sorgte für Erstaunen. Früher als erwartet ist im pendenten Fall Marco Wölfli eine Einigung ­erzielt worden. Der Goalie, der seit 1998 mit nur einem Jahr Unterbruch stets bei den Young Boys spielt, hat den im Sommer auslaufenden Vertrag mit dem Klub vorzeitig um vier Jahre verlängert. Er habe sich mit Wölfli zuletzt fast täglich ausgetauscht, nun sei es zu diesem ­«logischen Schritt» gekommen, wie Sportchef Fredy Bickel die weitere ­Zusammenarbeit bezeichnet. Der Torhüter und der Klub fanden sich bezüglich Vertragsdauer und finanziellen Konditionen.

«Marco Wölfli hat sich auch in seiner neuen Rolle als Nummer 2 stets sehr gut verhalten und hat grosse Verdienste bei YB», sagt Bickel und betont dabei, dass auch Yvon Mvogo diese ­Vertragsverlängerung befürwortet habe. Der neue Stammgoalie der Berner wie auch die starke Nummer 3, David von Ballmoos, könnten von Wölflis Erfahrung und Tipps nur profitieren. Andererseits soll Wölfli weiterhin Druck ­ausüben auf Mvogo – verbunden mit dem Ehrgeiz, wieder die Nummer 1 zu werden. «Davon wird auch Yvon profitieren», glaubt der Sportchef.

Absicherung bei Abgang Mvogo

Mit Wölfli haben die Berner auch eine starke Alternative zur Absicherung in der Hinterhand, falls der junge Mvogo in naher Zukunft ein lukratives Angebot aus dem Ausland annähme, wie das ­zuletzt im Spätsommer bei Stürmer ­Michael Frey passiert ist. Dass dieser Aspekt bei der Vertragsverlängerung von Wölfli mitgespielt hat, bestätigt auch Bickel. Gerüchte um einen baldigen Weggang des Goalie-Talents machen immer wieder die Runde. Bickel betont, er habe weiterhin keine konkrete ­Anfrage eines interessierten Clubs auf seinem Schreibtisch.

Wölfli selber war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. YB sei sein Verein und immer fair mit ihm umgegangen, liess er via Medienmitteilung verlauten. Dabei versprach er: «Ich will bereit sein, wenn es mich braucht.»

Nikci geht, Sulejmanov kommt

Im Frühjahr nicht mehr im YB-Kader ­figurieren wird Adrian Nikci. Der 25-jährige Stürmer war im Sommer von Thun zu YB gestossen. In der Super League kam er bisher nur zu sieben ­Einsätzen, in denen er sich drei Assists notieren ­lassen konnte. Auch in der ­Europa League kam er siebenmal zum Zug und erzielte dabei einen Treffer. Richtig auf Touren kam Nikci in Bern aber nie. «Mit Vitkieviez wird ein offensiver Spieler nach seiner Verletzung zurückkehren, und wir werden in der zweiten Saisonhälfte auch nicht mehr so viele Partien bestreiten müssen wie ­bisher», begründet ­Bickel den Entscheid, den leihweisen Vertrag, der für die Vorrunde abgeschlossen worden war, nicht zu verlängern. Nikci wird zu Hannover 96 zurückkehren, wo er unter Vertrag steht.

Wie schon vor einiger Zeit angekündigt, wird mit dem 18-­jährigen Offensivspieler Tauljant Sulejmanov ab Januar ein neuer Spieler dem YB-Kader ange­hören. Das mazedonische Talent trifft in der kommenden Woche in Bern ein und wird bereits einige Trainingseinheiten mit der Mannschaft von Trainer Uli Forte absolvieren.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Wo ... y/24986017

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 3. Dezember 2014, 18:16 
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Marco Wölfli will noch viele Jahre bei YB bleiben

Obschon Wölfli (32) seit dieser Saison nach Yvon Mvogo nur noch Ersatzgoalie ist, bleibt der ehemalige Captain seinem Verein weiterhin treu.

Einmal YB, immer YB – so hatte sich Marco Wölfli seinen Karriereplan vermutlich nicht vorgestellt, als er im Sommer 1998 vom FC Solothurn zu den Young Boys kam. 16 Jahre alt war er damals und träumte davon, bei den Bernern einmal die Nummer 1 zwischen den Pfosten zu werden. Dass er hier aber auch noch gut 16 Jahre später unter Vertrag stehen und diesen gar um vier Jahre verlängern würde, dies hätte er dann aber doch nicht gedacht.

Wobei der Slogan «Einmal YB, immer YB» insofern nicht ganz treffend ist, als sich Wölfli drei Jahre nach seiner Ankunft in Bern zwecks Spielpraxis zum FC Thun hatte ausleihen lassen. Im Oberland gab er dann tatsächlich als blutjunger Goalie sein Debüt in der höchsten Spielklasse, dem neun weitere Meisterschaftseinsätze für die Thuner und danach bis heute deren 339 für die Young Boys folgen sollten.

Rückschlag vor der WM in Brasilien

Marco Schällibaum war der YB-Trainer gewesen, der Wölfli 1999 ins Leben eines angehenden Fussballprofis eingeführt hatte. «Ich sah sofort, dass er sehr talentiert war. Vor allem seine Reaktionsschnelligkeit hatte es mir angetan», sagt Schällibaum. «Marco war zudem ein flotter und äusserst pflichtbewusster Kerl.» Aber natürlich war noch nicht abzusehen, dass es dieser sogar einmal zum A-Nationalspieler bringen würde.

Ganz oft zwar blieb dem Grenchner nur die Rolle der Nummer 2 hinter Diego Benaglio, doch Wölfli war mit Leib und Seele dabei und wäre in diesem Sommer nur allzu gerne als Back-up mit der Nati zur WM nach Brasilien geflogen. Doch der Riss der Achillessehne im Spiel gegen Thun vor einem Jahr hatte ihm einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Aber Wölfli jammerte nicht, begann nach der Operation mit dem Aufbautraining und stand seinem Klub mit Beginn der neuen Saison wieder zur Verfügung.

Vom talentierten Mvogo verdrängt

Sein junger Stellvertreter Yvon Mvogo indes hatte seinen Job während Wölflis Verletzungspause so gut gemacht, dass sich Trainer Uli Forte in Absprache mit Sportchef Fredy Bickel entschied, das Talent offiziell zur Nummer 1 zu machen. Doch auch jetzt gab es für Wölfli keinen Grund zu lamentieren.

Er fügte sich in die Rolle des Ersatzkeepers, der Mvogo zwar mit Rat und Tat beistehen sollte, aber nur noch im Cup spielen durfte; und dort erst noch bei der Blamage in Buochs im Tor stand. «Für mich war es vor allem einmal wichtig, dass ich wieder richtig gesund wurde, was nach einer solch schweren Verletzung keine Selbstverständlichkeit ist», sagt Wölfli.

Anfragen aus dem Ausland abgelehnt

Bickel, der schon während seiner ersten Amtszeit bei YB mit Wölfli zusammengearbeitet hatte, überliess es dem Torhüter, die Zukunft zu bestimmen. Vor dreieinhalb Jahren hatte dieser, 29 Jahre alt, gesagt, er träume noch immer von einem Engagement im Ausland.

«Und jetzt hätte ich tatsächlich die Möglichkeit bekommen, diesen Schritt zu wagen», sagt Wölfli, «auch ein Klub aus der Super League hat Interesse bekundet.» Es tat ihm gut, dass er nicht bloss die Wahl hatte, entweder bei YB Reservegoalie zu bleiben – oder aufzuhören. Er besprach sich mit der Familie und schliesslich reifte in ihm der Entscheid, in Bern zu bleiben.

«Ich bin YB dankbar»

Am Montag nun verschickten die Young Boys die Nachricht, dass Wölfli seinen Vertrag um vier Jahre verlängere. «Er hat sehr grosse Verdienste und sich immer zum Wohl des Vereins verhalten. Auch als Nummer 2 ist er für uns ein wichtiger Führungsspieler», liess sich Bickel zitieren. Wölfli sagt: «Ich bin YB dankbar. Oft wird man ja abgeschoben, wenn man nicht mehr gebraucht wird, und erfährt nicht diese Wertschätzung wie ich. Bei YB herrschen eben noch immer familiäre Züge.»

Selbst wenn sich der Klub seit dem Bezug des Stade de Suisse rasant zu einem – allerdings seit 1987 weiter titellosen – Schwergewicht des Schweizer Fussballs entwickelt hatte. «Als ich bei YB begann, kamen 8000 Zuschauer, heute sind es 20 000. Bei diesem Prozess dabei gewesen zu sein, das macht mich glücklich», sagt Wölfli.
Hauptsache die Young Boys gewinnen

«Oder zu sehen, wie uns letzte Woche 700 Fans nach Bratislava begleiteten.» Wölfli sagt, er sei topmotiviert, wolle sich weiter in jeder Übungseinheit dem Trainer anbieten. Und hoffen, dass Mvogo YB irgendwann einmal verlässt? «Nein», sagt Wölfli, «diesen Hintergedanken habe ich nicht. Und überhaupt: Viel wichtiger ist doch, dass YB heute in Luzern gewinnt.» YB forever.


http://www.solothurnerzeitung.ch/sport/ ... -128623638

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Samstag 6. Dezember 2014, 11:32 
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Mit Ruhe und Gelassenheit 
auf alles gefasst sein

Marco Wölfli hat mit seinem neuen Vierjahresvertrag die Nummer 2 akzeptiert, doch der YB-Goalie sieht sich noch lange nicht am Karriereende.

Am Samstag (20 Uhr) spielen die Young Boys im Letzigrund gegen die Grasshoppers, und Marco Wölfli wird sich wieder so auf das Spiel vorbereiten, und die ­innere Spannung aufbauen, wie er das schon mehrere Hundert Mal gemacht hat. Er wird sich mit den Stärken und Besonderheiten der GC-Spieler beschäftigen, er wird sich im Letzigrund warm schiessen lassen, und wenn der Match beginnt – wird er dick eingepackt auf der Ersatzbank sitzen.

Zu diesem Los hat sich Wölfli entschieden, als er vor ein paar Tagen einen neuen Vierjahresvertrag bis im Sommer 2019 bei YB unterschrieb – als Goalie Nummer 2. Sein neuer Vertrag ist nicht mehr so fürstlich dotiert, als Goalie Nummer 2 ist man in einer anderer Lohnskala als die Nummer 1. Und die ist der 12 Jahre jüngere Yvon Mvogo.

Wölfli hat über 400 Pflichtspiele für die Young Boys in seiner Statistik. Aber seit fast auf den Tag vor einem Jahr, seit dem fatalen 8. Dezember 2013, ist für Wölfli der Status als Nummer 1 vorbei. Der Solothurner mit italienischen Blut erlitt bei diesem Spiel in der Thuner Stockhorn-Arena einen Riss der Achillessehne im linken Fuss. Seither hat er kein weiteres Spiel in der Super League bestritten.

Zweimal kam er nach seiner mehrere Monate dauernden Verletzungspause in diesem Herbst im Schweizer Cup zum Einsatz, einige Male stand er im Tor der U-21-Equipe, um Spielpraxis zu erlangen. Seit 1999 ist der 32-Jährige bei den Young Boys unter Vertrag, und er hat in dieser Zeit – mit Ausnahme eines Jahres mit Leihvertrag bei Thun – das YB-Logo auf der Brust getragen.

Was danach kommt, ist offen

Das gedenkt er auch für vier weitere ­Saisons zu tun. Ob er einst als Torhütertrainer auch danach für die Young Boys arbeiten wird, lässt er offen. «Ich konzentriere mich die nächsten vier Jahre auf meinen Job als Goalie. Ob ich später in der Immobilienbranche, im Marketing oder weiter im Fussball tätig sein werde, das weiss ich nicht. Dieser Entscheid ist für mich noch weit weg.»

Er hat im Fussball und insbesondere bei YB vieles erlebt und dabei eine zentrale Erkenntnis gewonnen: «In diesem Tagesgeschäft muss man flexibel bleiben und im entscheidenden Moment zur Stelle sein.» Probleme mit seiner neuen Rolle habe er keine. Jahrelang hat er als Ersatzgolalie in der Nationalmannschaft hinter Diego Benaglio diesbezüglich Erfahrung gesammelt. «Und als Diego im Spiel gegen Wales nach 8 Minuten verletzt vom Feld musste, hatte ich auch keine Zeit zu überlegen, sondern musste auf den Platz und hatte die Bälle zu ­halten.» Das war bei einem EM-Qualifikationsspiel 2010 gewesen, das die Schweiz übrigens 4:1 gewann.

Im Sinne von Forte

Die Vertragsverlängerung von Wölfli ist ganz im Sinne von Uli Forte. «Ich habe Marco gesagt, dass er mit seiner Erfahrung und Persönlichkeit für YB und mich genauso wichtig ist, auch wenn er nicht spielt.» Viele Spieler würden das anders sehen, räumt Forte ein. «Sie sehen sich als unnütz, wenn sie nicht spielen.» Er als Trainer habe eine andere Perspektive. «Wölfli ist für YB eine Integrationsfigur, und für uns auch in der Kabine sehr wichtig.»

Wölflis Aufgabe sei es auch, mit ­seiner Erfahrung seine jungen Goalie-Kollegen Yvon Mvogo und David von Ballmoos, der zurzeit noch an seiner Schulterverletzung laboriert, besser zu machen.

Und YB hat sich mit der Vertragsverlängerung mit dem Routinier auch abgesichert, falls Mvogo früher als erwartet die Berner verlassen sollte. «Ich habe Yvon gesagt, dass in der Winterpause sein Telefon klingeln wird, dass Angebote kommen werden.» Forte gibt sich cool, er glaubt, Mvogo und sein Berater seien gelassen genug, den Transfer ins Ausland nicht zu früh anzustreben. Aber ganz sicher ist Forte auch nicht. Auch deshalb ist er zufrieden, einen Routinier neben sich auf der Bank zu haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Sonntag 26. April 2015, 10:10 
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26.04.2015

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YB-Ersatztorhüter Wölfli

Degradiert und demonstrativ gelassen

Der 32-jährige Torhüter Marco Wölfli gehört seit vielen Jahren zum YB-Inventar. 2013 wurde er die Captainbinde und 2014 den Stammplatz los. Auch Nationalspieler ist er nicht mehr. Und trotzdem begehrt er nicht auf.

Man sucht die Faust umsonst – ob demonstrativ vor der Brust, vor der Kamera, in der Zeitung. Nein, das würde nicht zu Marco Wölfli passen. Aber vielleicht die Faust unter dem Tisch, in der Hosentasche, heimlich. Nein, man sieht die Faust Wölflis nicht, man kann sie sich auch kaum vorstellen, man bemerkt keine Verärgerung, keinen verletzten Stolz. Oder nur wenig davon. Der langjährige YB-Goalie ist im Sommer 2014 nach einer Verletzungspause Ersatzspieler geworden. Unfreiwillig. Er sagt: «Ich habe keine neue Rolle. Ich bin immer noch gleich, ich will der Mannschaft helfen.»

Er klingt ruhig, abgeklärt, schicksalsergeben. Sitzt man ihm gegenüber, wechseln die Eindrücke. Wohltuende Gelassenheit strahlt er aus, Ehrlichkeit, Bescheidenheit, aber auch Gleichgültigkeit oder sogar Genügsamkeit sind nicht ganz fern. Wer auf den Furor wartet, wartet vergeblich. Undenkbar, dass er seine kränkende Herabsetzung öffentlich in Medien breitwalzt wie zum Beispiel der frühere GC-Spieler Veroljub Salatic.

Dabei ist die Geschichte des Marco Wölfli seit Mitte 2013 schwer verdaulich. Zuerst setzt ihn der Trainer Uli Forte als Captain ab. Im Dezember 2013 reisst in einem Meisterschaftsspiel die Achillessehne des YB-Torhüters, der zuerst weiterspielen will. Stattdessen folgt eine monatelange Pause. Wölfli verpasst die WM in Brasilien, die er im Schatten des Torhüters Diego Benaglio erlebt hätte. Nach der WM, am 21. August 2014, tritt Benaglio aus dem Nationalteam zurück. Gleichentags, einen Tag vor seinem 32. Geburtstag, erfährt der genesene Wölfli von Forte, dass der 20-jährige Yvon Mvogo die Nummer 1 im YB-Tor ist. Damit kann Wölfli für den neuen Nationaltrainer Vladimir Petkovic kein Thema mehr sein.

Adieu YB, adieu Nationalteam.

Im September verliert YB im Cup gegen Buochs (2. Liga interregional) 0:1. Im Tor steht wie später im Europa-League-Rückspiel gegen Everton (1:3) Ersatzgoalie Wölfli. Kausalitäten gibt es nicht, aber es wird für Wölfli nicht leichter. Er erhält kaum mehr Einsätze, obschon Mvogo nicht nur fehlerlose Spiele zeigt.

Jedes Jahr besser werden

Degradierung, schwere Verletzung, Ausmusterung. «Ich hätte in diesen Momenten sagen können, dass ich der Ärmste sei», befindet er, «aber ich teilte meiner Frau mit, dass auch dies zum Fussball gehöre.» Will heissen: Sich nicht zu hoch hinaufziehen lassen im Hype, nicht zu weit nach unten in der Baisse. Zwischendrin sein, im Schnitt. Dabei fühlte er sich noch vor vier Jahren auf dem steten Weg nach oben. «Ich spüre, dass ich jedes Jahr etwas besser werde», liess er sich 2011 im Kreis des Nationalteams zitieren. Er profitierte von Verletzungen Benaglios und weist 11 Länderspiele vor. Keines bleibt nachhaltig in Erinnerung, weder positiv noch negativ. Wölfli war da, half, trat wieder einen Schritt zurück.

Der Grenchner kam via Solothurn in die YB-Nachwuchsabteilung, debütierte 1999 als 17-Jähriger in der 1. Mannschaft. Danach hiess es YB forever, abgesehen vom 18-monatigen Abstecher nach Thun. Wölfli wurde in Bern zum Inbegriff von Vereinstreue und wurde vom früheren YB-Trainer Petkovic zum Captain befördert. Er verlor mit YB die Cup-Finals 2006 und 2009 und die Finalissimas 2008 und 2010. Manche setzen ihn mit YB gleich. Sympathisch und leidensfähig, aber nicht erfolgreich. «YB, ja, das heisst auch Wölfli, damit habe ich kein Problem», entgegnet er. Doch Misserfolg sei relativ. YB habe nicht nichts erreicht, sagt er, so redeten nur die Pessimisten. Zweite Ränge, Punkterekorde, gute Zuschauerzahlen, internationale Spiele mit grossen Siegen – «das sind bleibende Erlebnisse».

Wer so lange im gleichen Haus weilt, kann zum Hausherrn werden. Ausdruck dessen war 2010 die vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2015. Das Gehalt stieg an, wobei die Angaben (früherer) YB-Entscheidungsträger divergieren. Preistreiberei? «Ja, aber nicht von mir», ist die indirekte Botschaft. Man spricht von «420 000», «ganz sicher 600 000» und «gegen 700 000» Franken jährlich plus Prämien. «Wölfli ist ein ehrlicher Arbeiter, solid, stets für das Team da. Er ist keiner, der ruhig ist und gleichzeitig im Versteckten Stunk macht», sagt ein früherer YB-Trainer, «aber vielleicht blieb er zu lange bei YB. Er verkaufte sich in Bern gut, er hatte eine lokale Lobby, ein gemachtes Nest, einen schönen Vertrag.»

Nach der Herabstufung band er sich Ende letzten Jahres überraschend bis 2019 an YB, zu einem um mehr als zwei Drittel reduzierten Salär. Sicherheit und Zukunftsplanung gingen vor. «Wir Fussballer haben einen guten Lohn. Ich hätte im letzten Winter den Verein wechseln können. Aber ich bin nicht derjenige, der sagt: Immer mehr, mehr, mehr.» Jetzt ist er der bestbezahlte Ersatzgoalie der Schweiz.

Keine Politik hintenherum

Frühere Vorgesetzte werten die Qualitäten Wölflis unterschiedlich. Er sei ein Mannschaftsspieler, der sich nicht in den Vordergrund rücke. Er könne in der Kabine laut werden, mache intern keine Politik hintenherum, instrumentalisiere keine Medien und sei das Gegenteil eines Intriganten. Die Leistungen waren meistens solid bis gut, von Heldentaten wie den drei Penalty-Paraden im ausverkauften Stade de Suisse im Cup-Halbfinal gegen den FC Basel (2009) ist weniger die Rede. Abstriche gibt’s in der Körpersprache. Zudem begann er, sich in YB-(Trainer-)Wirren als Captain teamintern um zu viele Dinge zu kümmern, die er nicht mehr schultern konnte. Er soll sich zeitweise sozusagen im sozialen Engagement verloren haben.

Am meisten litt er, als 2011 der Coach Gross und der Goalietrainer Zuberbühler aus dem Wölfli einen Wolf machen wollten. Das habe er mitbekommen, sagt Wölfli, «aber man kann aus dir nicht jemanden formen, der du nicht bist, das geht auch im Ganzen nicht. Man kann Erfolg nicht erzwingen». Jetzt schaut Wölfli zu, wie YB mit dem Talent Mvogo versucht, was YB mit Wölfli nicht erreicht hat. Einen Titel holen, nicht mehr Nummer 2 oder 3 sein. Das vorläufige Fazit lautet: YB ist auch mit Mvogo nicht schlecht. Aber eben nur Zweiter.


Heute Stammgoalie, morgen Ersatz

(bsn.) · Im Wirrwarr um die Absetzung des Stammgoalies David Da Costa sagte Urs Meier, der Trainer des FC Zürich, Anfang April: «Durchschnittlich war er sehr gut. Aber die Ansprüche des FC Zürich sind grösser.» War’s ein Versprecher oder ein Versprechen? Jedenfalls standen die Worte für die ligaweite Unübersichtlichkeit auf der Goalie-Position in dieser Saison, für etliche Wechsel und das oft mangelhafte Argumentarium der Trainer. Als der FC Luzern im Herbst immer mehr nach einem Sieg dürstete, liess sich der Coach Carlos Bernegger auf dem FCL-Twitter-Kanal so zitieren: «Am Sonntag steht wieder Lorenzo Bucchi im Tor. David Zibung wurde von den Medien regelrecht massakriert.» Drei Tage später musste Bernegger gehen, fortan stand wieder Zibung im Tor, mit einer Ausnahme: Als er verletzt war, ersetzte ihn der Debütant Jonas Omlin. Bucchi? Auf der Bank.

In manchem Super-League-Klub erleben die Torhüter in dieser Saison ein unablässiges Wechselspiel, nicht überall ist es wohlkalkuliert wie in St. Gallen, wo der Trainer Jeff Saibene schon vor der Saison Daniel Lopar und Marcel Herzog gleich viele Einsätze in Aussicht stellte – und Wort hielt. Anders war’s bei den Grasshoppers, die im Sommer zwei neue Goalies engagiert und eine vermeintlich klare Hierarchie gebaut hatten: hier Daniel Davari, zuvor WM-Teilnehmer mit Iran, dort Vaso Vasic, zuletzt Challenge League. Davari fiel früh verletzt aus, Vasic er-setzte ihn gut; als Davari wieder fit war, sagte der GC-Coach Michael Skibbe: «Wir wollen ihm nach seiner Verletzung zeigen, dass wir auf ihn setzen.» Sechs Meisterschaftsspiele und fünf Niederlagen später war das Vertrauen aufgebraucht; seit Oktober stand Davari nie mehr im Tor, auch unter Skibbes Nachfolger Pierluigi Tami nicht.

Oder im FC Sion. Als der Stammgoalie Andris Vanins im zweiten Halbjahr 2014 verletzt war, spielte Steven Deana. Admir Smajic, ein Sittener Coach dieser Saison, soll ihm das Potenzial für die Nummer 1 im Schweizer Nationalteam attestiert haben. Ende November stand plötzlich Dany Da Silva im Tor; Jochen Dries, ein anderer Sittener Coach dieser Saison, sagte: «Deana ist etwas nervös geworden.»

Deana die künftige Schweizer Nummer 1? Der FCZ-Präsident Ancillo Canepa sagte über den Da-Costa-Nachfolger Yanick Brecher: «Brecher ist nach dem Weggang von Roman Bürki und Yann Sommer das grösste Goalie-Talent in der Schweiz.» Und in Bern heisst es dasselbe über Yvon Mvogo.


Stimmen der Vorgesetzten

YB-Trainer Uli Forte: «Als ich 2013 YB-Trainer wurde, wechselte ich den Captain. Das war nicht gegen Wölfli gerichtet. Aber ich will, dass ein Feldspieler Captain ist. Das war in dem Fall Christoph Spycher. Wölfli verstand diesen Schritt.»

Sportchef Fredy Bickel: «Wölfli hat den Status Führungsspieler behalten. Vor sechs Monaten hätte er anders über die nicht einfache Situation geredet. Dass Mvogo so konstant spielt, hat auch mit dem Support Wölflis zu tun.»


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