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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. September 2013, 09:13 
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Erpressungsfall: Verhinderter Kronzeuge

In der Fussballaffäre geht es nicht nur um alte Papiere. Der Spielerberater soll versucht haben, Fredy Bickel einen Meineid gegen Ringier zu verkaufen.

Noch immer ist im Fall um den Erpressungsvorwurf an die Adresse von Erich Vogel und einem Spielerberater nicht klar, womit dieser YB-Sportchef Fredy Bickel überhaupt hätte um 131'000 Franken erpressen können. Das Papier, das beweisen soll, dass Bickel dem Berater 2002 ein Vorkaufsrecht an sämtlichen YB-Spielern einräumte, hatte der «Blick» bereits mehrfach publik gemacht. Ausserdem hat Bickel strafrechtlich nichts zu befürchten, was seine Tätigkeit als YB-Sportchef bis 2002 betrifft.

Bickel und der damalige YB-Präsident Heinz Fischer haben sich mit YB und der Wankdorf Nationalstadion AG im Zivilverfahren verglichen, eine Strafuntersuchung wegen Urkundenfälschung und ungetreuer Geschäftsbesorgung ist eingestellt worden, und selbst wenn neue Vorwürfe mit Dokumenten belegt werden könnten: Die in Frage kommenden Straftatbestände sind nach über zehn Jahren längst verjährt.

Die Frage, ob der Spielerberater allenfalls weitere Dokumente besitzt, die Bickel im Rahmen der «Blick»-Artikelserie ernsthaften Schaden zufügen könnten, verneint eine Person, die damals in die Vorgänge um die Absetzung von Bickel und Fischer involviert war. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass der Berater nach zehn Jahren plötzlich mit neuem Material hervorkomme, dieses hätte er schon früher verwendet.

Bickel gegen «Blick»

Woran Bickel, wenn überhaupt an etwas, eher interessiert sein könnte, ist eine Aussage des Beraters im Rahmen des Prozesses, den Bickel gegen den Verlag Ringier (verlegt den «Blick») angestrengt hat. Wie der «SonntagsBlick» berichtet, schrieb der Spielerberater in einer SMS an Bickel: «Ich denke, es ist in deinem Sinne, dass du die Originale plus meinen Meineid unterschrieben als Original hast». Bickel hat geklagt, weil der «Blick» zu seinem Stellenantritt als Sportchef bei YB im Januar die alte Geschichte um das angebliche Vorkaufsrecht für den Spielerberater erneut hervorgeholt hatte.

Unklar ist allerdings, was der Berater vor Gericht vorbringen könnte, um Bickels Position gegenüber Ringier und dem «Blick» zu stärken. Der Berater gab Bickel jedoch zu bedeuten, dass er für den «Blick» aussage, wenn der vorgeschlagene Deal nicht klappe, was ihm aber nicht gefallen würde.

Lebhafte Stimmung im Gefängnis

Die Frage, ob der «Blick» dem Berater, wie von diesem behauptet, ein Angebot für Bickel belastende Dokumente gemacht hat (was Ringier bestreitet), wird sich vermutlich nicht klären lassen, selbst wenn Telefongespräche des Beraters mit «Blick»-Journalisten abgehört worden sein sollten. Ausser bei Kapitalverbrechen dürfen die Behörden die Telefongespräche, in denen Journalisten mit Quellen oder Anwälte mit Mandanten sprechen, in der Strafuntersuchung nicht verwerten.

Derweil sitzen der Spielerberater und Vogel weiterhin in Untersuchungshaft, wo morgen Mittwoch die Befragungen und Konfrontationen beginnen sollen. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.Vogel ist gemäss seinem Anwalt Adrian Bachmann guter Dinge und wertet den Gefängnisaufenthalt als «neue Lebenserfahrung im fortgeschrittenen Alter». Ausserdem arbeite er an seiner Verteidigungsstrategie. «Vogel erschien gestern im Besprechungszimmer mit fünf fein säuberlich sortierten Beigen Papier, in denen er mögliche Verteidigungsvarianten aufgeschrieben hat», sagt Bachmann.

Vogel schildere die Stimmung im Untersuchungsgefängnis als «viel lebhafter, als er es sich vorgestellt hat». Seine grosse Erfahrung im Umgang mit jungen Fussballspielern zahle sich jetzt auch im Umgang mit den zumeist viel jüngeren Häftlingen aus. Vogel habe anlässlich seiner Besprechung mit Bachmann auch über seine Verhaftung gescherzt, die auf dem Vorplatz seines Hauses in Uitikon-Waldegg stattgefunden habe und laut Bachmann «sehr gesittet» abgelaufen sei.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Er ... y/25918442

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. September 2013, 13:38 
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25.09.2013

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«Ich werde in den nächsten Tagen als Zeuge vernommen»

YB-Sportchef Fredy Bickel durchlebt turbulente Tage. Er muss sich mit mit der Affäre Vogel und dem sportlichen Absturz des Teams auseinandersetzen.

Fredy Bickel, Sie haben Strafanzeige gegen einen Spielervermittler wegen Erpressung eingereicht. Ihre Anzeige führte schliesslich nicht nur zur Verhaftung des Spielervermittlers, sondern auch zu derjenigen von Erich Vogel. Wissen Sie, weshalb auch der ehemalige Fussballmanager in Untersuchungshaft sitzt?
Kein Kommentar.

Ist es richtig, dass Sie in dieser Angelegenheit voraussichtlich am Donnerstag in Zürich als Zeuge vorgeladen werden?
Ich werde in den nächsten Tagen als Zeuge vernommen.

Wie reagiert der Club auf diese leidige Geschichte?
Ich spüre die Unterstützung und Rückendeckung des ganzen Vereins.

Macht sich das auch bei den Spielern bemerkbar?
Ja, sie versuchen mich aufzustellen und lassen mir immer wieder Signale der Unterstützung zukommen.

Nach fünf Siegen zum Saisonstart hat YB in den letzten vier Partien gerade noch einen Punkt geholt. Denken Sie, dass diese Affäre in den Köpfen der Spieler eine Rolle spielt?
Nein, überhaupt nicht. Sie sind voll auf ihren Job fokussiert.

Weshalb knickte die Mannschaft nach einem so guten Saisonstart dermassen ein?
Ich würde nicht sagen, dass sie eingeknickt ist. In St. Gallen hat die Mannschaft am Dienstag nach drei Niederlagen eine grossartige kämpferische Reaktion gezeigt, Moral bewiesen und einen Punkt geholt. Wir sind immer noch Leader.

Doch es brauchte in der Ostschweiz schon eine sensationelle Leistung von Torhüter Marco Wölfli, der YB mit seinen Paraden vor einer weiteren Niederlage bewahrte.
Marco war der grosse Rückhalt. Aber das ist er nicht nur im Spiel. Er ist für unsere Mannschaft auch neben dem Platz unheimlich wertvoll, weil er ein absoluter Leader und eine grosse Persönlichkeit ist.

Trotzdem, was führte zu diesem Leistungsabfall nach einem tollen Saisonstart?
In den ersten fünf Runden konnten wir praktisch mit derselben Mannschaft spielen. Dann verliess uns Zverotic und es kamen einige verletzte oder gesperrte Spieler dazu. Trainer Uli Forte musste immer wieder eine neue Formation aus dem Hut zaubern. Ich will das alles nicht als Ausrede gelten lassen. Denn mit diesen Problemen werden auch andere Vereine konfrontiert.

Aber wo liegen Ihrer Meinung nach die wahren Gründe für den Rückschlag?
Wir haben Spiele verloren, die wir aufgrund der gezeigten Leistung nicht hätten verlieren dürfen. Das Paradebeispiel war die Partie gegen GC. Das führte zu einer gewissen Verunsicherung. Aber jetzt bin ich zuversichtlich, dass wir nach dem Punktgewinn in St. Gallen wieder in die Spur finden.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/13701380

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Freitag 27. September 2013, 09:07 
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27.03.2013

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Bickel und Anwalt einvernommen

In der Strafuntersuchung gegen den Fussballmanager Erich Vogel und einen Spielervermittler wurden YB-Sportchef Fredy Bickel gestern und am Mittwoch dessen Anwalt Daniel Glasl einvernommen.

Die beiden hatten gegen den Spielervermittler Strafanzeige wegen versuchter Erpressung gestellt, da dieser probiert haben soll, ihnen Dokumente zu verkaufen, die Fredy Bickel angeblich belasten und ihm in einem am Handelsgericht hängigen Verfahren gegen den «Blick» zum Nachteil gereichen könnten.

Da Erich Vogel den Spielervermittler bei den Verhandlungen mit Bickel und dessen Anwalt mutmasslich beraten hat, wurde er ebenfalls verhaftet. Wie Erich Vogels Anwalt Adrian Bachmann gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagt, sind die Einvernahmen, bei denen er selbst auch anwesend war, «positiv verlaufen».

Konfrontationsbefragung am Montag

Erst für nächsten Montag ist eine Konfrontationsbefragung der Beschuldigten Vogel und Spielervermittler anberaumt, weshalb die beiden auch übers Wochenende in U-Haft bleiben werden. Gemäss der Zürcher Staatsanwaltschaft ist denn auch frühestens für Montagnachmittag mit einer offiziellen Information betreffend Stand und Fortgang des Verfahrens zu rechnen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/18552314

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Sonntag 29. September 2013, 10:53 
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28.09.2013

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Die Folgen einer Verzweiflung

Was hinter dem Erpressungsfall rund um YB-Sportchef Fredy Bickel und Spielervermittler Peter Bozzetti steckt.

Erich Vogel sagte es Anfang Jahr, in einem Interview mit dem Magazin «rotweiss»: «Bei YB rechne ich damit, dass die Verpflichtung von Fredy Bickel, dem YB aus früheren Zeiten viel zu verdanken hat, eine Stabilisierung bringen kann.»

Vogel und Bickel kennen sich seit gut zwanzig Jahren, seit Bickel unter Vogel bei GC als Pressechef anfing und zu seinem Assistenten aufstieg. Bickel verliess den Verein nach heftigen Stürmen rund um die Entlassung von Rolf Fringer Ende 1999. Später versuchte Vogel wiederholt erfolglos, ihn zu GC zurückzuholen.

An diesem Donnerstag sahen sie sich an einem ungewohnten Ort wieder: vor dem Staatsanwalt in Zürich. Bickel, neuer alter Sportchef der Young Boys, wurde als Zeuge vernommen in einem Fall um versuchte Erpressung und eventuelle Nötigung, den er selbst mit seiner Anzeige gegen den Spielervermittler Peter Bozzetti ins Rollen gebracht hat (SZ vom letzten Sonntag).

Bozzetti soll, so der Vorwurf, von Bickel 131 000 Franken gefordert haben. Im Gegenzug hätte er ihm Dokumente übergeben, die ihn, Bickel, angeblich belasten könnten. Um welche Dokumente es dabei gehen soll, ist unklar. Fest steht vorerst nur: Bozzetti sitzt seit dem 12. September in Untersuchungshaft, und das tut auch Vogel, weil ihm «Mittäterschaft bei einer versuchten Erpressung vorgeworfen wird». Diese Formulierung stammt von seinem Anwalt Adrian Bachmann.

Vogel hat sich unter der Woche via Bachmann vernehmen lassen, das Gefängnis sei «eine Lebenserfahrung». Bozzetti schweigt in seiner Zelle. Bickel tut es auch, zumindest zur Sache.

Auslöser der ganzen Affäre ist ein Papier, das der «Blick» wiederholt abgedruckt hat. Ein einziges, beschrieben auf elf Zeilen, datiert vom 22. November 2002. Damals war Bickel ein erstes Mal Sportchef bei YB, und zusammen mit dem seinerzeitigen Präsidenten Heinz Fischer sicherte er Bozzetti gemäss diesem Papier bis zum 30. Juni 2007 ein «exklusives Vorkaufsrecht» zu – «für sämtliche Spieler, die beim BSC Young Boys unter Vertrag stehen». Und es wurde noch besser: Bozzetti sollte dafür einen Rabatt von 20 Prozent erhalten. Bietet also der Club X für den YB-Spieler Y 500 000 Franken, kann Bozzetti ihn für 400 000 Franken übernehmen.

Diese Vereinbarung war Teil heftiger Aufwallungen bei YB. Es gab: am 12. Dezember 2002 eine Hausdurchsuchung in den Büros des Vereins, ausgelöst von Peter Jauch, als Chef des Stadions damals der starke Mann in Bern; eine Anklage gegen Bickel und Fischer wegen ungetreuer Geschäftsführung und Urkundenfälschung im Zusammenhang mit den Verträgen von Wardanyan und Petrosyan; das Dementi von Fischer, der via Anwalt erklären liess, die Vereinbarung mit Bozzetti sei nie unterzeichnet worden; den sofortigen Rücktritt von Fischer und Bickel am 23. Dezember 2002; die Anschuldigung von Jauch, die beiden hätten in 58 Fällen ihre Kompetenzen überschritten und damit eine Konventionalstrafe von 50 000 Franken pro Fall und Person riskiert. Und es gab per 30. September 2003 eine Betreibung über 1 004 900 Franken gegen Bickel und Fischer.

In nur zwei Jahren machte YB 6 Millionen Franken Verlust

Bei allem ging es weniger um Fischer. In erster Linie ging es um Bickel und Jauch, die «eine Art Privatkrieg» führten, wie es Bickel Anfang dieses Jahres in der «Berner Zeitung» beschrieb.

Die Young Boys litten zum Zeitpunkt der Vereinbarung mit Bozzetti Not. Im Exil des Neufeldstadions hatten sie beschränkte Einnahmen, aber hohe Ausgaben und hohe Betriebsverluste. Allein zwischen 2001 und 2003 betrug ihr Defizit total 6 Millionen Franken, was horrend war angesichts der Einnahmen von insgesamt bloss 15 Millionen.

Nur so ist die Verzweiflung zu erklären, dass sich Bickel und Fischer zu diesem Planspiel mit einem Spielervermittler ohne Reputation hergaben. Oder um es salopp in den Worten eines Beobachters zu sagen: «Sie hatten das Messer am Hals und brauchten darum Kohle.»

Am 19. Februar 2003 teilten das Untersuchungsrichteramt II Emmental-Oberaargau und die Kantonspolizei Bern dann aber mit, dass sich die Anschuldigungen gegen Bickel und Fischer wegen ungetreuer Geschäftsführung und Urkundenfälschung als «haltlos» erwiesen hätten. Das Berner Obergericht bestätigte diesen Entscheid in nächster Instanz.

Es wurde ruhig um diesen Fall, bis zum 24. Juli 2004. Da titelte der «Blick»: «FCZ-Sportchef Bickel ist ein Lügner». Und präsentierte das von Bickel (und Fischer) unterschriebene Papier vom November 2002. Er zitierte auch Bickel mit den Worten: «Der unterschriebene Vertrag muss eine Fälschung sein. Wahrscheinlich sind die Unterschriften hineinkopiert worden.»

Sagte er das wirklich so, war das nicht nur unbedacht, sondern unbedarft. Umgehend verbreitete er via seinen neuen Arbeitgeber, den FC Zürich, eine Stellungnahme. Darin erklärte er, dass es «sicherlich einzelne von mir unterzeichnete Briefe an Herrn Peter Bozzetti gibt». Offen blieb, ob er damit auch das Papier vom 22. November 2002 meinte. Später bestätigte er, dieses unterschrieben zu haben.

Im «Blick» vom 24. Juli 2004 wurde überdies Bozzetti zitiert, Bickel und Fischer hätten als Gegenleistung für die damalige Vereinbarung «einen namhaften Betrag» erhalten. Angeblich ging es um rund 300 000 Franken. Bickel wurde dabei unterstellt, sich bereichert zu haben. Das bestritt er umgehend und vehement: «Ich habe (…) nie Geld für die Unterzeichnung einer Vereinbarung verlangt oder erhalten.»

Bei diesem Geld ging es offensichtlich um ein persönliches Darlehen an Fischer, das der damalige Schwiegervater von Bozzetti gewährte. Fischer will sich dazu nicht mehr äussern, aber er soll den Betrag bald wieder zurückbezahlt haben.

Am folgenden 1. Oktober wurde eine Vereinbarung zwischen YB und Jauch einerseits sowie Bickel und Fischer anderseits geschlossen. Darin wurden alle Auseinandersetzungen für beendet erklärt. Dazu gehörte auch, dass YB die Betreibungen von je einer Million gegen Bickel und Fischer zurückzog. Und ein weiterer Punkt war: Keiner sollte sich öffentlich je wieder über diese Angelegenheit äussern.

Das ging so lange gut, bis Bickel auf das Jahr 2013 nach Bern zurückkehrte und in einem Interview eben von einem «Privatkrieg» zwischen ihm und Jauch redete. Er hat sich so geäussert, weil Jauch über Wochen versucht hatte, ihn in Bern schlecht zu machen. Jauch wiederum reagierte auf Bickels Interview «tief getroffen» («Blick»), und bekannt wurde kaum zufällig ein Schreiben von ihm an YB-Besitzer Andy Rihs vom November 2012: «Wenn ich Namen wie Bickel höre, läuten die Alarmglocken vor dem nächsten Desaster.»

Rihs distanzierte sich in einer Antwort an Jauch von Bickel, aber er meinte das nur ironisch, weil er die Ratschläge von verschiedenen Leuten leid war. Dass er danach Bickels Engagement absegnete, trug ihm vom «Blick» den Vorwurf ein, er sei ein «Wendehals». Das liess er nicht auf sich sitzen und leitete gegen den Ringer-Verlag, den Herausgeber des «Blicks», vor dem Handelsgericht Zürich eine Zivilklage ein.

Danach war bis September wieder Ruhe. Bis Bozzetti von Bickel angeblich 131 000 Franken forderte – und das für Papiere, die im Safe von Vogel aufbewahrt waren, deren Inhalt aber öffentlich unbekannt ist. Morgen Montag ist eine sogenannte Konfrontationsbefragung von Vogel und Bozzetti angesetzt. Danach will die Staatsanwaltschaft informieren.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/18757818

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 2. Oktober 2013, 18:21 
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02.10.2013

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Vogel frei – Tatverdacht bleibt

Im mutmasslichen Erpressungsfall um YB-Sportchef Fredy Bickel sind die Beschuldigten am Dienstagmorgen aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Erich Vogel, Ex-Sportchef diverser Schweizer Fussballklubs, ist am Dienstagvormittag nach 19 Tagen aus der Untersuchungshaft im Bezirksgefängnis am Zürcher Helvetiaplatz entlassen worden, wie die Zürcher Staatsanwaltschaft in einer Medienmitteilung verlauten liess.

Vogel wird der Mittäterschaft im mutmasslichen Erpressungsfall an YB-Sportchef Fredy Bickel verdächtigt, ebenso wie Spielervermittler Peter Bozzetti. Auch der 47-jährige Innerschweizer war die letzten zweieinhalb Wochen in Haft und ist seit gestern wieder auf freiem Fuss. Aufgrund der Gefahr einer Absprache mit Vogel waren die beiden in separaten Gefängnissen untergebracht.

Verhöre werden ausgewertet

Am 12.September waren Vogel und Bozzetti verhaftet worden, dringender Tatverdacht war die versuchte Erpressung von Fredy Bickel, dessen Anzeige den Stein ins Rollen gebracht hatte. Der Kläger selbst möchte den Fall nach wie vor nicht kommentieren, die Young Boys verweisen auf das noch immer andauernde Verfahren.

Die Staatsanwaltschaft führte erste Gespräche mit den Involvierten. Bickel und sein Anwalt wurden letzte Woche vernommen, am Montag dann Erich Vogel und Peter Bozzetti in einem Konfrontationsgespräch sowie ein Mitarbeiter der Boulevardzeitung «Blick».

Gemäss der Mitteilung der Staatsanwaltschaft ist die Verdunkelungsgefahr, welche die 19-tägige Untersuchungshaft für die Verdächtigten letztlich nach sich zog, so weit ausgeräumt. «Der dringende Tatverdacht ist aber nach wie vor ausgewiesen», steht im Communiqué geschrieben.

Weitere strafrechtliche Konsequenzen sind demnach nicht ausgeschlossen, die Staatsanwaltschaft verweist auf die laufende Auswertung der Verhöre und möchte sich zu dem Fall nicht weiter äussern. Ob die Gitterstäbe für die Beschuldigten nur vorübergehend den eigenen vier Wänden gewichen sind, wird sich weisen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/29564806

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Freitag 4. Oktober 2013, 09:58 
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04.10.2013

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«Fredy, denkst du, dass ich Erpresser werde?»

Nach seiner Entlassung aus der U-Haft schildert Fussballmanager Erich Vogel im Interview den Justizfall aus seiner Sicht. Und er lässt tief in die Welt des Fussballmanagements blicken.

Erich Vogel, als Sie in Unter­suchungshaft sassen, wurde viel über Sie als graue Eminenz im Fussball geschrieben. Welche Rolle spielen Sie noch?
Ich habe fünf Mandate: Ich bringe zusätzliche Fussballkompetenz in den GC-Verwaltungsrat. Ich berate Spieler am Karriereende, die im Geschäft bleiben wollen, zum Beispiel im Nachwuchs oder als Sportchef. Daneben fragen mich Unzählige um Rat – Eltern von Nachwuchsspielern und Agenten oder Journalisten.

Sind oder waren Sie auch im Transfergeschäft aktiv?
Davon liess ich immer die Finger. Viele Sportchefs machen einen grossen Fehler: Sie nehmen Geld an für Transfers. Laufend werden ihnen Zehntausende, Hunderttausende oder mehr an Schwarzgeld geboten, wenn ihr Verein einen Spieler verpflichtet. Dann aber sind sie erpressbar. Dieser Gefahr wollte ich mich nie aussetzen. In manchen Ligen ist Korruption an der Tagesordnung. In der Super League ist sie mit der Professionalisierung zurückgegangen, aber es gibt Manager, für die ich nicht die Hand ins Feuer legen würde. Ich hätte während 50 Jahren im Fussball Dutzende Personen wegen Bestechungsversuchen der Justiz ausliefern können.

Stattdessen landeten Sie selber wegen eines Kontakts mit einem Spielervermittler in Untersuchungshaft. Wie kam es zu dazu?
Als ich Anfang der 90er-Jahre Manager bei GC war, lernte ich den Mann als grossen Fan kennen. Ich setzte ihn als persönlichen Betreuer des damals 18- oder 19-jährigen Murat Yakin ein. Das lief sehr gut. An einem freien Tag aber reisten die beiden nach Istanbul. Der Betreuer rief mich von dort an und berichtete, dass Galatasaray Yakin unbedingt wolle und den zehnfachen Lohn biete, aber wenig Ablöse. Er unterstützte mich, damit ­Yakin nicht unterschrieb. Später konnten wir ihn für 5,5 Millionen verkaufen. Der Betreuer hatte mir in einer schwierigen Situation geholfen. Und wer mir hilft, den lasse ich auch nicht fallen.

Wie stehen Sie zu Fredy Bickel?
Bickel und der Betreuer kennen sich aus jener GC-Zeit. Der Verein entliess Bickel 1999 (nach Differenzen mit Vogel; die Red.). Zwei, drei Jahre später meldete ich mich bei ihm. Ich fuhr zu ihm in die Ferien nach Saanenmöser, und wir sprachen uns aus. Danach begegneten wir uns immer wieder. Er war auch hin und wieder zu kollegialen Gesprächen bei mir. Einmal war der Kontakt intensiver, einmal weniger. Zuletzt – vor seiner ­Zeugenaussage vergangene Woche – ­sahen wir uns bei einem YB-Testspiel vor dieser Saison. Wir grüssten uns. Ich sehe Bickel nicht als Widersacher oder gar als Feind – bis heute nicht.

Obwohl seine Anzeige dazu führte, dass Sie im Gefängnis landeten.
Ich werfe mir vor, dass ich nicht direkt auf ihn zugegangen bin, als die Sache mit dem Spielervermittler und ihm hochkochte. Ich hätte sicherlich vermitteln können in diesem emotionalen Konflikt zwischen zwei früheren Angestellten. Doch ich sagte dem Spielervermittler nur, er solle mit Bickel reden. Selber führte ich Gespräche mit Bickels Anwalt Daniel Glasl, der mich mehrfach anrief. Ich mass der ganzen Sache leider zu ­wenig Bedeutung zu. Auch war ich mit einer dringenden Arbeit für GC beschäftigt. Um damit rechtzeitig fertig zu werden, stand ich täglich zwischen zwei und vier Uhr in der Früh auf.

Dann kam es zur Verhaftung des Spielervermittlers und von Ihnen. Bei der Hausdurchsuchung bei Ihnen wurden Akten zur YB-Affäre von 2002 sichergestellt. Was hatten Sie mit der Sache damals zu tun?
Nichts. YB interessierte mich seinerzeit wenig, denn ich steckte mit dem FC Zürich im Abstiegskampf. Bickel hatte 2002 in Bern einen guten Job gemacht. Aber er musste demissionieren. Hauptleid­tragender der Affäre war aber der ehemalige Yakin-Betreuer, der zuvor mit seinem Schwiegervater eine Spielervermittler-Firma gegründet hatte, die mit YB geschäftete. Er verlor Geld und seinen Ruf. Der Schwiegervater liess ihn fallen, seine Frau verliess ihn.

Wie kamen Sie ins Spiel?
Nur in einer Nebenrolle. Eines Tages kam der Spielervermittler zu mir und sagte: «Herr Vogel, ich habe kein Geld mehr. Ich weiss nicht, wie ich meine Rechnungen zahlen soll.» Es stellte sich heraus, dass er Fehler gemacht hatte, die er auch gegenüber seinem Schwiegervater nicht zugeben wollte. Ich gewährte ihm ein Darlehen von 60'000 Franken, befristet auf ein Jahr. Aber ­dieses Darlehen ist heute noch offen.

Weshalb hatten Sie 2003 die Papiere angenommen?
Ich bewahrte ein Couvert auf für jemanden, der mir geholfen hatte, 5,5 Millionen zu sparen. Die Papiere steckten in einem versiegelten Couvert, auf das ich handschriftlich die Adresse des Schwiegervaters geschrieben hatte. Falls dem Spielervermittler etwas zustossen sollte, sollte ich es zur Post bringen. Ich habe nicht im Entferntesten gedacht, dass das Ganze einmal wichtig wird. Das Couvert lag ein Jahrzehnt verschlossen bei mir.

Dieses Jahr wurde es wieder zum Thema, als der «Blick» alte Vorwürfe gegen Bickel auffrischte – und YB-Besitzer Andy Rhis und Bickel darauf den Ringier-Verlag verklagten. Bickel und der frühere YB-Präsident sollen dem Spielervermittler ein für YB ungünstiges Vorkaufsrecht für das Kader gewährt haben.
Der «Blick» interessierte sich für die Papiere. Sie sollten beweisen, dass ­Bickel log, als er behauptete, er habe das nie getan. Der Spielervermittler kam zu mir und versuchte mir zu erklären, was es mit den Papieren auf sich hat.

Was war denn im Couvert?
Es war eine Mannschaftsaufstellung von 2002 drin. Dann eine Erklärung Bickels, der ich keine grosse Bedeutung zumesse. Zudem fanden sich darin zwei unterschriebene Versionen eines Vertrags, der dem Spielervermittler das Recht gewährt, Johan Vonlanthen für 1,2 Millionen Franken zu kaufen. Bayern München hatte YB 1,5 Millionen geboten. Vonlanthen wechselte kurz darauf zum PSV Eindhoven.

Weshalb ist dies wichtig?
Das kann ich nicht abschliessend sagen. Vielleicht zeigt sich, dass es das strittige Vorkaufsrecht des Spielervermittlers gab. Bickel hatte das immer bestritten.

Der Spielervermittler soll versucht haben, mit Ihrer Hilfe Bickel zu erpressen, was bestritten wird. Seine Anwältin sagt, eine Falle sei gestellt worden. Wie sehen Sie das?
Dass Bickel mir eine Falle stellen wollte, kann ich mir schwer vorstellen.

Wie konnte es denn zu dieser ganzen Eskalation kommen?
Genau kann ich es nicht sagen. Es spielt ja auch noch ein Streit vor Handels­gericht eine Rolle, welchen ich nicht kenne. Meine Idee war, dass sich der Spielervermittler und Bickel wieder versöhnen und Bickel ihm hilft, wieder im Fussballgeschäft Fuss zu fassen. Vielleicht als Spielerbetreuer oder -vermittler – und zwar ganz ohne jegliche erpresserische Handlung. Es ging um die ­Lösung eines emotionalen Streits. Und dieser drohte, medial ausgefochten zu werden und nur Verlierer zu produzieren.

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Zur Sprache kamen auch 130'000 Franken, die der Spielervermittler seinem früheren Schwiegervater und Ihnen schuldet.
Davon habe ich erst später erfahren. ­Zudem wusste ich nicht, ob ein Angebot gemacht oder eine Forderung gestellt wurde. Allenfalls sogar eine erpresserische? Ich weiss es bis heute nicht sicher. Das müssen vielleicht einmal die Richter entscheiden. Mein Fehler war, dass ich, als der Betrag feststand, dem Spielervermittler empfohlen habe, zusätzlich einen Job mit entsprechender Bezahlung zu verlangen. Ich hoffte, ihm so zu helfen, dass er im Fussballgeschäft wieder Fuss fasst. Ich wusste damals nicht, dass Bickel diese Variante gegenüber ihm bereits abgelehnt hatte.

Warum haben Sie die Druck­versuche überhaupt mitgemacht?
Erstens gab es gemäss dem Spielervermittler keine Druckversuche. Zweitens hatte ich damals doch noch überhaupt keine Ahnung, welche Dynamik diese Sache gewinnt. Es nicht meine Art davonzurennen, wenn jemand um Hilfe bittet. Ich habe dem Spielervermittler meine Meinung klar mitgeteilt, dass er nichts fordern darf. Er sagte mir dann, es sei ihm Geld angeboten worden.

Sie hätten aussteigen müssen.
Nein. Ich hätte früher eingreifen müssen. Ich hätte den Anwalt Glasl umgehen und Bickel und den Spielervermittler an einen Tisch bringen sollen. Dann hätte man die alten Wunden heilen und sich beispielsweise verständigen können, dass die Papiere ohne Relevanz sind. Vielleicht hätte sich so für den Spielervermittler eine Tür im Fussballbusiness aufgemacht. Aber die andere Seite verfolgte eine ganz andere Strategie, wohl wegen des Prozesses gegen Ringier.

Bickels Seite betont, man habe Sie nicht angezeigt. Denken Sie, Bickel war überrascht, dass Sie verhaftet worden sind?
Ja. Ich glaube nicht, dass Bickel auf mich zielte. Der Fall hat eine Eigendynamik bekommen. Ich durfte ihm bei seiner Einvernahme eine Frage stellen. Ich fragte: «Fredy, wir kennen uns lange genug und haben zusammen viel erreicht: Denkst du wirklich, dass ich auf meine alten Tage noch zum Erpresser werde?» Bickel sagte: «Nein, diese Frage hat sich für mich auch nie gestellt.»


Hintergrund

2002 waren Fredy Bickel und Heinz Fischer Sportchef und Präsident von YB. Angesichts einer angespannten finanziellen Lage boten die beiden dem Spielervermittler B. angeblich ein Vorkaufsrecht auf YB-Spieler mit einem Rabatt von 20 Prozent auf den gebotenen Preis an. Im Gegenzug gewährte der Schwiegervater des Spielervermittlers je nach Darstellung Heinz Fischer als Privatperson oder YB als juristischer Person ein Darlehen über 300'000 Franken. Bickel und Fischer mussten Ende 2002 abtreten und wurden von Peter Jauch, CEO der Wankdorf National­stadion AG, wegen ungetreuer Geschäfts­besorgung in rund 60 Fällen angezeigt. YB und die Wankdorf Nationalstadion AG einigten sich mit Bickel und Fischer auf einen Vergleich, die Strafuntersuchung wurde eingestellt.

Dennoch tauchen seit damals immer wieder dieselben Vorwürfe im «Blick» auf, wenn Bickel eine neue Stelle antritt. Darunter derjenige, dass Bickel YB mit der Übertragung des Vorkaufsrechts für Spieler an Spielervermittler B. hintergangen habe. Als Anfang 2013 bei der Rückkehr von Bickel als Sportchef von YB der «Blick» erneut aus Dokumenten von damals zitierte, reichten der heutige YB-Besitzer Andy Rihs und Fredy Bickel gegen den Ringier-Verlag Klage ein, die beim Zürcher Handelsgericht hängig ist.

Im August und September 2013 trat Spielervermittler B. an Fredy Bickel heran und bot ihm die Herausgabe von Originaldokumenten aus der Zeit um 2002 an, die ihn im Prozess gegen den «Blick» belasten könnten. Angeblich soll B. von Bickel 131'000 Franken verlangt haben. Bickel zeigte B. wegen versuchter Erpressung an. Da B. die Papiere beim ehemaligen Fussballmanager Erich Vogel deponiert und dieser B. im Umgang mit den Papieren beraten hatte, kam auch Erich Vogel in Untersuchungshaft. Beide sind am Dienstag freigelassen worden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Sonntag 6. Oktober 2013, 10:40 
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Aussage vor dem Staatsanwalt beweist

Bickel hat gelogen!

Fredy Bickel (48) hat schon viele Versionen davon erzählt. Vor zehn Tagen aber gestand der YB-Sportchef: Ja, 2002 hat er die Vereinbarung mit Spielevermittler Peter Bozzetti unterzeichnet.

Es ist Donnerstag, der 26. September, als Fredy Bickel (48) weich wird. Eigentlich war es sein Match – Bickel hatte Strafklage gegen Spielervermittler Peter Bozzetti gestellt. Und ihn damit in U-Haft gebracht.

Der Vorwurf des YB-Sportchefs: Versuchte Erpressung. Bozzetti soll 131 000 Franken von ihm dafür verlangt haben, dass er heisse Dokumente aus seinem Besitz nicht an den BLICK weiterreicht.

Für vorletzten Donnerstag ist Bickel nun zur Einvernahme in Zürich geladen, unweit des Helvetia-Platzes, wo die FCZ-Fussballer gern ihre Titel mit den jubelnden Fans feiern. Staatsanwalt Michael Scherrer spricht mit dem YB-Sportchef über ein Dokument, dessen Existenz Bickel seit Jahren verfolgt.

Genauer gesagt: seit dem 22. November 2002. An diesem Datum unterzeichnen YB-Geschäftsführer Fredy Bickel und Präsident Heinz Fischer eine Vereinbarung mit dem Spielervermittler. Das Papier gewährt Bozzetti ein lukratives Vorkaufsrecht. Der Agent darf jeden YB-Spieler, für dessen Transfer sich ein anderer Verein interessiert, vorher übernehmen – zu einem Rabatt von 20 Prozent.

Bietet der Interessent beispielsweise eine Million Franken für einen Spieler, kann ihn Bozzetti zuvor für 800 000 Franken übernehmen. Und ihn mit dem sicheren Gewinn beinahe mühelos verdienter 200 000 Franken weiterreichen.

Im Gegenzug gewährte Bozzettis Schwiegervater dem YB-Präsidenten Fischer ein Darlehen von 300 000 Franken. Der Betrag erscheint deshalb nie in den Büchern des Klubs. Die Sache fliegt auf, Bickel und Fischer wird vereinsschädigendes Verhalten vorgeworfen, sie müssen YB verlassen. Und unterschreiben im Auflösungsvertrag einen Passus, wonach sie das Bozzetti-Papier nie unterschrieben hätten. Jahrelang leugnet Bickel, die folgenreiche Vereinbarung jemals unterschrieben zu haben.

Nun aber, vor dem Staatsanwalt, sieht alles anders aus. SonntagsBlick durfte Einsicht in das Vernehmungsprotokoll nehmen. Staatsanwalt Scherrer fragt Fredy Bickel: «Haben Sie dieses Dokument je unterschrieben?» Bickel antwortet zum ersten Mal seit elf Jahren mit einem klaren «Ja», und bestätigt noch einmal: «Das gibt es unterschrieben.»

SonntagsBlick hat den langen, windungsreichen Weg bis zu diesem Tag der Wahrheit nachgezeichnet – Schritt für Schritt, Aussage für Aussage:

22. November 2002
Bickel und YB-Präsident Fischer unterschreiben ein Papier mit der Überschrift «Vorkaufsrecht». (siehe Dokument rechts)

29. November 2002
YB-Präsident Fischer kassiert von Bozzettis Schwiegervater ein Darlehen über 300 000 Franken. Es wird bei der Gewährung explizit auf den Vertrag mit Peter Bozzetti Bezug genommen. (Seite 4)

11. Dezember 2002
Der YB-Verwaltungsrat erstattet Strafanzeige gegen Bickel und Fischer wegen Urkundenfälschung und ungetreuer Geschäftsbesorgung.

12. Dezember 2002
Die Polizei durchsucht die YB-Geschäftsstelle. Man findet auch das Dokument mit dem Titel «Vorkaufsrecht». Allerdings ohne Unterschriften.

18. Dezember 2002
BLICK veröffentlich die Vereinbarung, ohne Unterschriften. Bickel und Fischer schreiben in einer Stellungnahme: Das «veröffentlichte Papier ist in keiner Art und Weise ein ‹Geheimdokument›, sondern vielmehr ein interner Entwurf des Vereins. Der Entwurf ist offensichtlich unvollständig, noch nicht einmal intern fertig diskutiert, ging nicht an Bozzetti, geschweige denn, dass er unterzeichnet worden wäre.»

Bozzetti liest diese Stellungnahme, erklärt sich noch am 18. Dezember damit einverstanden und bestätigt dies mit seiner Unterschrift. Heute allerdings sagt Bozzetti das Gegenteil: «Ich habe für Bickel gelogen.»

Bickels Version zu jenem Zeitpunkt: Der Vertrag ist nie unterschrieben worden.

21. Dezember 2002
YB und Fredy Bickel trennen sich aufgrund der Zerwürfnisse im Zuge des Skandals. Ein Auflösungsvertrag wird aufgesetzt. Auszug: «Heinz Fischer und Fredy Bickel erklären erneut, dass der Vereinbarungsentwurf an Bozzetti Soccer, Meggen, von ihnen nicht unterzeichnet worden ist.»

Auch Bozzetti bekräftigt öffentlich, dass das Papier nicht unterschrieben worden sei. Er hinterlegt aber ein an den Schwiegervater adressiertes, versiegeltes Couvert mit Dokumenten bei seinem Mentor Erich Vogel (74). Darin gesteht er, dass er in diesem Punkt nicht die Wahrheit gesagt hat. Seine Begründung für die öffentliche Lüge: Er habe zu jener Zeit Angst gehabt, dass ihm etwas zustossen könnte, denn er habe bei Transfers in Südamerika mitgewirkt, wo gelegentlich Gewalt im Spiel sei. Er macht eine handschriftliche Notiz zum «Meineid», den er mit seiner Unterschrift für Bickel und Fischer geleistet habe.

Bozzetti heute: «Mein Schwiegervater ist gläubig, kommt aus einer alteingesessenen Hergiswiler Familie. Ich hatte ein schlechtes Gewissen.» Der Gedanke: Sein Schwiegervater würde es erst lesen, wenn er tot sei, denkt Bozzetti. Er könne so sein Gewissen erleichtern. «Fischer und Bickel sagten mir, dass mein Schwiegervater sein Geld nie mehr sehe, wenn ich ihre Version nicht bestätige.»

Bickels Version zu jenem Zeitpunkt: Der Vertrag ist nie unterschrieben worden.

24. Juli 2004
Bickel ist inzwischen Sportchef beim FC Zürich. Im BLICK taucht erstmals die Kopie einer unterschriebenen Version des Vorkaufsrechts-Dokuments vom 22. November 2002 auf. Bickels erste Reaktion: «Der unterschriebene Vertrag muss eine Fälschung sein.»

Bickels Version zu jenem Zeitpunkt: Der Vertrag ist nie unterschrieben worden.

25. Juli 2004
Bickel sagt, ohne deutlicher zu werden: «Ich behaupte nicht mehr, dass es sich beim Dokument um eine Fälschung handelt. Ich unterschrieb in jener Zeit verschiedene Briefe an Peter Bozzetti.»

Bickels Version zu jenem Zeitpunkt: Der Vertrag ist eventuell doch unterschrieben worden.

26. Juli 2004

Der Info-Dienst «Sportinformation» verbreitet im Namen von Bozzetti ein Dementi – aufgesetzt ist es von Bickel und einem Anwalt: «Es besteht keine Vereinbarung zwischen mir und Fredy Bickel beziehungsweise keine gültige Abmachung zwischen mir, der BSC Young Boys Betriebs AG beziehungsweise dem BSC Young Boys.»

Bickel ergänzt: «Es stimmt einzig, dass wir mit Bozzetti über mehrere Monate hinweg verhandelt haben. Es gab deshalb auch diverse Briefwechsel mit Unterschriften. Zu einer Vereinbarung kam es indes nie.»

27. Juli 2004
Die «Sportinformation» teilt mit, Bozzetti sei mit Bickels Dementi vor der Veröffentlichung einverstanden gewesen. Bozzetti dementiert das Dementi: «Das Communiqué stammt nicht von mir, und es stehen Sachen drin, die nicht stimmen.»

28. Juli 2004
Bickel in der «Berner Zeitung»: «Ich muss dazu sagen, dass ich Peter Bozzetti unter Druck gesetzt habe. Ich drohte ihm, ihn wegen Verleumdung zu verklagen, wenn er an seinen mich stark belastenden Aussagen festhalte.»

Bickels Version zu jenem Zeitpunkt: Der Vertrag ist doch nie unterschrieben worden.

28. November 2012
Fredy Bickel kehrt als Sportchef zu YB zurück.

16. bis 18. Januar 2013
BLICK rollt den Fall Bickel in einer dreiteiligen Serie nochmals auf.

8. Juli 2013
Bickel und der Investor Andy Rihs verklagen die Ringier AG (Herausgeber von BLICK und SonntagsBlick). In der Klageschrift bestreitet Fredy Bickel erneut, das Dokument mit dem Vorkaufsrecht unterschrieben zu haben.

Bickels Version zu jenem Zeitpunkt: Der Vertrag ist nie unterschrieben worden.

12. September 2013
Spielerberater Peter Bozzetti wird festgenommen und geht in U-Haft. Der Vorwurf: Versuchte Erpressung von YB-Sportchef Fredy Bickel. Auch Manager-Legende Erich Vogel (74), der die Dokumente für Bozzetti aufbewahrte, wird verhaftet und in U-Haft gebracht.

26. September 2013
Der historische Donnerstag: Bickel gibt vor dem Staatsanwalt erstmals eindeutig zu, das Dokument unterschrieben zu haben.

Bickels Version zu jenem Zeitpunkt: Der Vertrag sei auch von ihm unterschrieben worden.


http://www.blick.ch/sport/fussball/bick ... 67334.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Montag 7. Oktober 2013, 08:36 
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Das nächste Kapitel im Fall Bickel

YB-Sportchef Fredy Bickel ist vom «Blick» erneut heftig attackiert worden. Die Young Boys reagierten am Sonntag mit einer «Richtigstellung» auf die Berichterstattung.

Im Fall um die mutmassliche Erpressung von YB-Sportchef Fredy Bickel lieferte der «SonntagsBlick» auch gestern fette Schlagzeilen. Unter dem Titel «Bickel hat gelogen» schrieb das Boulevardblatt erneut seitenweise über den Fall. Viel Neues wurde nicht publik. Es ging erneut um das Dokument aus dem Jahr 2002, wonach Spielerberater Peter Bozzetti ein Vorkaufsrecht auf alle YB-Spieler erhalten soll. Diese Geschichte ist mehrmals untersucht worden – und rechtskräftig wurde der Vertrag nie.

Viel Lärm um wenig

Die Strafuntersuchung der Zürcher Staatsanwaltschaft wegen versuchter Erpressung von Bickel ist noch nicht abgeschlossen, am letzten Dienstag wurden die beiden Hauptangeschuldigten, der frühere GC-Manager Erich Vogel sowie Bozzetti, aus der Untersuchungshaft entlassen. Sie äusserten sich unterdessen bereits mehrmals in der Öffentlichkeit, vor allem der «Blick» räumt ihnen eine grosse Plattform ein. Die Boulevardzeitung zitiert auch die Vernehmungsprotokolle der laufenden Untersuchung im mutmasslichen Erpressungsfall – ein Mitarbeiter von ihr wurde bekanntlich als Zeuge ebenfalls befragt.

Die Young Boys reagierten gestern Sonntag mit einer «Richtigstellung» auf die «irreführende, tatsachenwidrige, persönlichkeits- und ehrverletzende» Berichterstattung. Der angebliche Vertrag sei dem Spielerberater nie wirksam bestätigt worden, stand weiter geschrieben. Das sei schon vor Jahren festgestellt worden. Auf Nachfrage bekräftigte YB-Berater Sacha Wigdorovits zudem erneut, das interne YB-Papier sei damals von Peter Bozzetti aus dem Büro von Bickel gestohlen worden – was Bozzetti zuletzt bestätigt habe.

Bickel und der damalige YB-Präsident Heinz Fischer haben sich 2002 nicht immer optimal verhalten. Darüber ist in den letzten Jahren auch in dieser Zeitung immer wieder kritisch geschrieben worden. Ringier (Herausgeber des «SonntagsBlicks») und Bickel sowie YB-Investor Andy Rihs bekämpfen sich in dieser komplizierten Angelegenheit seit Monaten auf zivilrechtlicher Ebene – inklusive möglichen Imageschadens für alle Parteien aufgrund der «Blick»-Berichterstattung. «Es ist eine mühsame Schlammschlacht mit vielen Unwahrheiten», sagt Wigdorovits. «Aber die Investoren und alle Verantwortlichen bei YB stehen hinter Fredy Bickel.»


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/17065036

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Montag 7. Oktober 2013, 08:39 
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Lügenvorwurf an die Adresse Bickels

Neue Runde in der Affäre um YB-Sportchef Fredy Bickel – die Berner weisen alle Anschuldigungen zurück.

Auf sechs Seiten berichtete gestern der «SonntagsBlick» über Weiterungen in der Erpressungsaffäre, in welche YBSportchef Fredy Bickel, der Spielervermittler Peter Bozzetti, der Club-Berater Erich Vogel sowie der Ringier-Verlag als Herausgeber von «Blick» und «SonntagsBlick» verwickelt sind. Bozzetti und Vogel sassen bis vor kurzem in Zürich in Untersuchungshaft, gegen Ringier läuft eine Zivilklage von Bickel und YB-Besitzer Andy Rihs.

Die Schlagzeile des «SonntagsBlicks» von gestern lautete: «Aussage vor dem Staatsanwalt beweist: YB-Bickel hat gelogen!». Begründet wird dies so:

– Am 8. Juli 2013 habe Bickel einmal mehr ausdrücklich bestritten, das Dokument mit dem Titel «Vorkaufsrecht» unterschrieben zu haben, um das sich die ganze Affäre dreht. Nachzulesen sei das in der Klageschrift von YB-Besitzer Rihs gegen Ringier.

– Am 26. September habe Bickel dann gegenüber der Zürcher Staatsanwaltschaft zugegeben, das Dokument unterschrieben zu haben – nachzulesen im Vernehmungsprotokoll, in das die Zeitung Einsicht gehabt habe.

«Die Behauptung ist falsch»

Wenn es stimmen würde, was der «SonntagsBlick» schreibt, hätte Bickel tatsächlich gelogen – entweder in der Klageschrift oder gegenüber der Staatsanwaltschaft. Sacha Wigdorovits, PR-Berater von Bickel und Rihs, weist diese Darstellung indessen zurück: «Die Behauptung des ‹SonntagsBlicks› ist falsch. Fredy Bickel hat in seiner Zivilklage gegen Ringier weder bestätigt noch bestritten, den Brief an den Spielervermittler unterschrieben zu haben» (der Verfasser des Artikels war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar).

Wigdorovits schreibt weiter, es gehe im Kern der Sache nicht um die Unterschrift, sondern darum, dass das umstrittene Dokument gar nie Rechtskraft erlangt habe, denn es sei nie abgeschickt worden. Vielmehr habe der Spielervermittler das Papier aus Bickels Büro gestohlen, was er selber zugebe. Wigdorovits: «Wesentlich in der Zivilklage war Bickels Feststellung, dass seitens des BSC Young Boys keine Verbindlichkeiten gegenüber dem Spielervermittler eingegangen worden waren, wie dieser selbst bestätigt hatte» (auch Bozzetti war für eine Stellungnahme nicht erreichbar).

Was aber steht im ominösen Dokument mit dem Titel «Vorkaufsrecht» vom 22. November 2002, das gemäss Faksimile des «SonntagsBlicks» die Unterschriften des damaligen YB-Präsidenten Heinz Fischer und des damaligen YB-Geschäftsführers Fredy Bickel trägt?

Die Young Boys räumten damals der Firma Bozzetti Soccer ein Vorkaufsrecht an jedem Spieler ein, den sie bis Juni 2007 abgeben würden. Textprobe: «Dieses Vorkaufsrecht beinhaltet die Verpflichtung vonseiten des BSC Young Boys, dass jeweils vor einem anstehenden Transfer zu einem Zweitverein Bozzetti Soccer über das Angebot schriftlich informiert wird.» Bozzetti könne dann entscheiden, ob er den Spieler «zu einem um mindestens 20 Prozent tieferen Einstandspreis vorzeitig übernehmen» wolle oder nicht.

Einen Spieler mit einem Verkaufswert von einer Million hätte Bozzetti also für 800'000 Franken übernehmen, weiterverkaufen und die Differenz als Gewinn einstreichen können. Im Gegenzug soll Bozzetti YB-Präsident Fischer über seinen Schwiegervater einen Kredit von 300'000 Franken vermittelt haben. Der Hintergrund: YB steckte damals in einer bösen Finanzklemme.

Wie Pech an den Schuhen

Als die Affäre aufflog, wurden Bickel und Fischer wegen ungetreuer Geschäftsführung und Urkundenfälschung angezeigt. Die beiden mussten kurz vor Weihnachten 2002 von ihren Posten zurücktreten. Die Berner Justiz kam nach einer Untersuchung allerdings zum Schluss, dass die Anschuldigungen haltlos seien. Das Obergericht bestätigte diesen Entscheid in zweiter Instanz.

Gleichwohl blieb die Geschichte wie Pech an Bickels Schuhen kleben. Als er letzten Sommer vom FC Zürich zu den Young Boys zurückkehrte, kochte die Affäre wieder hoch. Angeblich soll Bozzetti an Bickel herangetreten sein und von ihm im Gegenzug für die Aushändigung des Dokuments «Vorkaufsrecht» 131'000 Franken verlangt haben. Bickel zeigte ihn wegen Erpressung an, worauf die Zürcher Staatsanwaltschaft aktiv wurde und auch Vogel verhaftete, der mit Bozzetti in regem Kontakt stand.

Im Zentrum steht nebst dem vermuteten Erpressungsversuch die Frage, wie das Dokument «Vorkaufsrecht» einzuschätzen ist. Ein vom TA konsultierter Anwalt vertritt folgende Ansicht: Beim unterschriebenen Dokument handle es sich juristisch gesehen um eine Offerte. Ein Vertrag wäre erst dann zustande gekommen, sagt der Anwalt, «wenn Bickel das unterschriebene Papier Bozzetti willentlich zugestellt und dieser die Abmachung bestätigt hätte».


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Lu ... y/11891989

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 Betreff des Beitrags: Re: Erpressung von YB-Bickel?
 Beitrag Verfasst: Samstag 5. April 2014, 09:47 
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Erich Vogel tappt in die Abhörfalle

Fussballmanager Erich Vogel soll geholfen haben, YB-Kollege Fredy Bickel zu erpressen. Er ahnte nicht, dass die Ermittler mithörten.

Für eine Wiederholungstat wäre es ­rekordverdächtig schnell: Am 31. Juli 2013 ist Spielervermittler Peter Bozzetti schuldig gesprochen worden, weil er versucht hatte, seine Ex-Frau zu bestechen. Deswegen und wegen anderer ­Delikte erhielt der 47-jährige Innerschweizer eine bedingte Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 100 Franken. Die Probezeit wurde auf zwei Jahre angesetzt. Um sie zu brechen, brauchte Bozzetti keine zwei Monate. So zumindest sieht es die Zürcher Staatsanwaltschaft. Bozzetti sieht es anders.

Diese Woche ging die Anklage gegen ihn und gegen seinen mutmasslichen Gehilfen, den legendären Fussballmanager Erich Vogel, wegen versuchter Erpressung an das Bezirksgericht. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Das Büro war verwanzt

Der Spielervermittler und sein Mentor Vogel waren am 12. September 2013 19 Tage in Untersuchungshaft gesteckt worden. Gut dokumentiert ist, wie Bozzetti an jenem Tag eine Anwaltskanzlei an der Zürcher Bahnhofstrasse betreten hat, um mit YB-Manager Fredy Bickel zu reden. Der Spielervermittler wusste nicht, dass bei der Unterredung auch Strafverfolger mitlauschten. Das Besprechungszimmer war zuvor verwanzt worden. Ein Anwalt Bickels, der ebenfalls zugegen war, soll gemäss TA-Informationen sogar ein Mikrofon in seinen Unterlagen versteckt haben – für den Fall, dass auf dem Flur weitergeredet würde. Die Abhör­aktion brachte die Resultate, welche sich die Ermittler erhofften. Sie verhafteten Bozzetti – und Vogel – kurz darauf.

Jetzt droht dem Geschäftsmann wegen versuchter Erpressung und versuchter Nötigung eine Haftstrafe von 30 Monaten. Für Vogel fordert die Staatsanwaltschaft wegen Gehilfenschaft zur Erpressung 14 Monate bedingt. Der 74-jährige langjährige GC- und FCZ-Manager muss also selbst bei einer Verurteilung nicht nochmals hinter Gitter.

Hingegen verlangt die Anklagebehörde, dass Bozzetti 10 der geforderten 30 Monate absitze – als Wiederholungstäter nach dem Bestechungsversuch der früheren Gattin aus wohlhabender Familie vom Vierwaldstättersee. Deren Vater steht – ohne eigenes Verschulden – am Anfang der ganzen Affäre, die nun schon über ein Jahrzehnt andauert und jetzt mit der Anklage eine dramatische Wendung nimmt. Im Jahr 2002 wollten der FC Zürich mit Manager Vogel den jungen Australier Ljubo Milicevic verpflichten, doch es fehlte dem Verein an Kapital. Bozzettis Schwiegervater war zur Stelle. Er ermöglichte den Transfer. Erich Vogel war dem Spielervermittler deswegen zu Dank verpflichtet – erneut.

Murat Yakin genötigt?

Bereits zu gemeinsamen GC-Zeiten hatte Bozzetti ihm geholfen, dass der junge Murat Yakin nicht zu einem Schnäppchenpreis in die Türkei wechselte. Der heutige Basel-Trainer konnte später für 5,5 Millionen Franken an den VfB Stuttgart verkauft werden. Nun soll Bozzetti Yakin genötigt haben. Mit dessen Familie hat er bis vor kurzem in Rheinfelden ein Badi-Restaurant betrieben.

«Wer mir hilft, den lasse ich nicht fallen», sagte Vogel, eben aus der U-Haft entlassen, im TA-Interview. Als Bozzetti 2003 finanzielle Probleme gehabt habe, habe er ihm 60 000 Franken geborgt.

In jener Zeit kämpfte auch ein gemeinsamer Kollege aus GC-Zeiten mit Geldsorgen: Fredy Bickel bei den Young Boys. Sein Problem in Bern: YB spielte im Neufeld, das nur 9000 Besucher fasste, während im Wankdorf die Bulldozer vorfuhren und das Stade de Suisse entstand. Der Zuschauerschnitt lag nur halb so hoch wie sonst. Einnahmen fehlten. Sportlich lief es gut, wertvolle Spieler wie Chapuisat, Sermeter oder der junge Johan Vonlanthen wollten ihre Prämien pünktlich bezahlt haben.

Erneut tauchten Spielervermittler Bozzetti und sein Schwiegervater als Retter in der Not auf. Es wurden Schriftstücke aufgesetzt, die bis heute Gegenstand juristischer Kontroversen sind. Es existieren einige Zeilen, die den Innerschweizern ein «exklusives Vorkaufsrecht» auf alle YB-Spieler einräumen – und dies erst noch zu reduzierten Preisen. In einem anderen Vertrag gewährt Bozzettis Schwiegervater dem damaligen YB-Präsidenten Heinz Fischer ein Darlehen von 300'000 Franken.

Unvorteilhafte Verträge

Die für den Berner Verein unvorteilhaften Verträge wurden 2002 publik, kaum war die Tinte trocken. Aus YB-Sicht waren sie ein Skandal, denn der Verein gibt viel und bekommt wenig. ­Fischer und Bickel traten ab. Doch es ist zweifelhaft, ob die Verträge je rechtskräftig waren. Über Jahre wird trotzdem viel über die Sache geschrieben, insbesondere vom «Blick».

Das Boulevardblatt wärmt den Fall immer wieder auf, wenn Bickel eine neue Stelle antritt – zuletzt Anfang 2013, nachdem Bickel als Sportchef zu YB zurückgekehrt ist. Die erneuten Anschuldigungen wollen sich YB-Gönner Andy Rihs und Bickel nicht mehr gefallen lassen. Sie prozessieren gegen den «Blick». Die Sache ist vor dem Zürcher Handelsgericht hängig.

Bozzetti wäre nun ein idealer Zeuge – und er weiss das. Er verlangt von Bickel einen Job als Scout von YB. Die Ermittler hören Telefongespräche ab, in denen Hobbyjurist Vogel Bozzetti rät, dies zu verlangen. Der Spielvermittler fordert mehr: 131'000 Franken – zur Tilgung seiner Schulden bei Vogel und beim Ex-Schwiegervater. Für die Staatsanwaltschaft sind das Erpressungsversuche. Statt einer YB-Stelle und Geld gibt es nun einen Platz auf der Anklagebank.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/20156667

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