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 Beitrag Verfasst: Sonntag 12. Mai 2013, 07:31 
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Luzern - YB 3:1

Ohne Orientierung

Die Berner Young Boys unterliegen dem FC Luzern 1:3. Carlos Bernegger punktet auch im sechsten Spiel als Trainer des FCL, der dem Ligaerhalt näher rückt. Die Young Boys hingegen treten an Ort – auf und neben dem Platz.

Ein bisschen Absatz, ein wenig Aussenrist. Der FC Luzern erinnerte am Samstag gegen YB kaum an das Team, das noch vor wenigen Runden gefährlich nahe am Strich gestanden hatte. Seit vor fünf Wochen Carlos Bernegger die Leitung übernahm, ist wieder Feuer, wo zuvor Leb- und Lustlosigkeit geherrscht hatte. Vier der sechs Spiele hat Luzern mit Bernegger gewonnen – gegen YB mit einem beschwingten 3:1.

Nun scheint der Ligaerhalt nur noch eine Frage der Zeit. Es ist unwahrscheinlich, dass Servette Luzern noch abfängt. Nicht nur der 13 Punkte wegen und obwohl die Genfer zwei Spiele weniger absolviert haben. Der FCL zeigte derart viel Selbstvertrauen, dass man ihn sich kaum als Absteiger vorstellen kann. Dafür sprechen mehrere Tatsachen: Die Luzerner überliefen die Young Boys immer wieder. Sie bewiesen nicht nur eine physisch gute Verfassung, sondern offenbarten sich auch als motivierte Einheit, die selbst tief in der Nachspielzeit, beim längst gesicherten 3:1-Resultat, noch in den Angriff ging oder an der Seitenlinie um den Ball kämpfte.

Dass vieles anders ist als in der Vergangenheit, belegen auch die Torschützen. Der einst wenig eingesetzte Hochstrasser erzielte mit dem frühen 1:0 (8.) das dritte Tor unter Bernegger, und der zuvor ermattete Gygax leitete mit einem Absatz die Führung ein und erzielte nach dem Berner Ausgleich Gerndts (34.) die Treffer zum 2:1 und 3:1 (52./57.). Er wuselte, als wäre er nicht ein Routinier, sondern ein auftauchendes Talent.

Luzerns Aufblühen zeugt von einer soliden Substanz, die durch Unruhen im Umfeld, der Absetzung des Trainers Yakin, des Sportchefs Hermann und des zweiten Trainers Komornicki, vergessen gegangen war. «Ich hoffe, der Verein hat aus der schwierigen Zeit seine Lehren gezogen», sagte Bernegger. Er mochte nur ungern mit den Fans feiern, und der Sportchef Alex Frei sprach energisch davon, dass man solches bis im Herbst nicht mehr sehen würde. «Wir sind noch nirgendwo», sagte er.

Genau am gleichen Ort ist YB. Der Europacup scheint trotz dem Sieg am Dienstag gegen GC in weiter Ferne. Die Leistung am Samstag in Luzern war bedenklich mager. Der Interimstrainer Challandes monierte zu Recht viel Passivität bei den Gegentoren. «Horror», sagte der Romand mit überdrehter Stimme.

Auch neben dem Platz werfen die Berner Fragen auf. Der neue Sportchef Bickel hat mit Gämperle einen Assistenztrainer, aber keinen Chef verpflichtet. Und er schickt sich an, auch das Kader selber zu bereinigen, ehe ein neuer Trainer bestimmt ist. «Der neue Coach kann jetzt halt keinen Trainerstab mitbringen, und er wird wohl ein beinahe fertiges Kader vorfinden», sagte Bickel der «Berner Zeitung». Das ist ziemlich unüblich.

Luzern - Young Boys 3:1 (1:1)

Swissporarena. - 12619 Zuschauer. - SR Jaccottet. - Tore: 8. Hochstrasser (Sarr) 1:0. 34. Gerndt 1:1. 52. Gygax (Sarr) 2:1. 57. Gygax (Andrist) 3:1.

Luzern: Zibung; Sarr, Stahel, Puljic, Lustenberger; Renggli (46. Wiss); Winter, Kasami, Hochstrasser, Rangelov (46. Andrist); Gygax (88. Muntwiler).

Young Boys: Wölfli; Gonzalez, Nef, Veskovac, Bürki (57. Raimondi); Zverotic (57. Costanzo), Farnerud; Afum, Nuzzolo; Frey (70. Martinez), Gerndt.

Bemerkungen: Luzern ohne Lezcano (verletzt), Young Boys ohne Zarate, Doubaï, Simpson (alle verletzt), Spycher und Christian Schneuwly (beide gesperrt). Verwarnungen: 15. Hochstrasser (Foul). 27. Afum (Foul). 30. Veskovac (Foul). 56. Frey (Foul). 74. Costanzo (Unsportlichkeit).


http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/ ... 1.18079708

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 12. Mai 2013, 07:34 
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Gygax führt Luzern zum Sieg über YB

Der FC Luzern hat auch im 6. Spiel unter Trainer Carlos Bernegger gepunktet. Die Innerschweizer bezwangen die Young Boys zuhause mit 3:1, wobei Daniel Gygax an allen 3 FCL-Treffern beteiligt war.

Der Schachzug von Trainer Carlos Bernegger, den gelernten Flügelspieler Daniel Gygax als Mittelstürmer aufzustellen, erwies sich spätestens kurz nach der Pause als goldrichtig: Zuerst nickte der 31-Jährige in Minute 52 einen Flankenball von Sally Sarr zum wegweisenden 2:1 ein. Und keine 5 Zeigerumdrehungen war es erneut Gygax, der eine Hereingabe von Stephan Andrist wohl noch ganz leicht ablenkte und damit für den 3:1-Endstand besorgt war. «Ich habe den Ball leicht berührt», stellte der Luzerner Matchwinner nach Spielschluss klar.

Unter Ex-Luzern-Trainer Ryszard Komornicki schmorte Gygax mehrheitlich nur auf der Bank. Doch seit Bernegger das Zepter in der Innerschweiz übernommen hat, erlebt der Ex-Internationale seinen 2. Frühling und brilliert mit starken Leistungen und Toren.

Auch Hochstrasser unter Bernegger im Hoch

Auch am frühen Führungstreffer der Luzerner hatte Gygax grossen Anteil: Mit einem herrlichen Hackentrick bediente er Sarr, der wie beim 2:1 für die Tor-Vorlage verantwortlich war. In der Mitte vollendete Xavier Hochstrasser souverän vor Wölfli. Wie Gygax blüht auch Hochstrasser unter Bernegger merklich auf: In den letzten 4 Spielen traf er dreimal, wohingegen ihm unter Komornicki zuvor in 14 Einsätzen kein einziges Tor gelungen war. «Wenn man das Vertrauen spürt, fällt vieles leichter», gestand Hochstrasser nach dem Schlusspfiff.

YBs Ausgleich aus dem Nichts

Hochstrassers 1:0 war hochverdient. Die Luzerner hatten die erste halbe Stunde fast nach Belieben dominiert und hätten vor allem durch den agilen Pajtim Kasami die Führung ausbauen können. Der Ausgleichstreffer der Young Boys (34.) durch Alexander Gerndt kam daher wie aus dem Nichts: Der Schwede traf mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze. Es war die erste Torchance der Berner. Und es sollte auch für lange Zeit die letzte bleiben.

YB wohl nächste Saison nicht europäisch

Nach Gygax‘ Glanzmomenten waren die Young Boys nämlich in der letzten halben Stunde in keinster Weise zu einer Reaktion fähig. Dank dem 4. Sieg im 6. Spiel (neben 2 Remis) unter Bernegger können sich die Luzerner aus dem Abstiegskampf verabschieden. YB seinerseits muss den Traum von der Europa League wohl begraben. «Morgen ist Muttertag», fauchte YB-Trainer Bernard Challandes, «doch heute beschenkten wir erstmal die Luzerner.»


http://www.srf.ch/sport/fussball/super- ... g-ueber-yb

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 12. Mai 2013, 10:33 
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das isches äuä gsi für di saison. tschüss europacup. :wave1:


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 Beitrag Verfasst: Montag 13. Mai 2013, 08:27 
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Auswärts bleiben die Young Boys sehr ungenügend

Vier Tage nach dem 4:0-Sieg gegen GC enttäuscht YB am Samstag in Luzern schwer. Die 1:3-Niederlage beim FCL sorgt für grosse Ernüchterung bei Trainer Bernard Challandes und Sportchef Fredy Bickel.

Es dürfte eine unangenehme Woche für die YB-Spieler werden. «Wir werden die Fehler anschauen», sagt ein wütender YB-Trainer Bernard Challandes nach der 1:3-Niederlage in Luzern. «Und weil es so viele waren, wird es lange dauern, bis wir diese Partie aufgearbeitet haben.»

Mittlerweile ist dieses ungenügende YB nicht einmal mehr eine Wundertüte, selbst wenn die Leistungen rätselhaft bleiben. Doch auswärts, das weiss man längst, verliert der Berner Verein fast immer. Im 16.Auswärtsspiel der Saison resultierte am Samstag in Luzern die 10.Niederlage (11:29 Tore!). Einzig am 2.September setzten sich die Young Boys in der Fremde durch – ausgerechnet in Luzern (2:1). Erstaunlicherweise galten die Berner beim FCL bis vorgestern als Angstgegner. Es ist nicht die einzige Parallele zur Niederlage eine Woche zuvor in St.Gallen.

Defensive Aussetzer

Auch gegen den FC St.Gallen waren die Young Boys zuvor in dieser Spielzeit ja ungeschlagen geblieben, auch in der Ostschweiz hatten sie nach miserabler Leistung am Ende 1:3 verloren und waren vom kraftvollen Gastgeber phasenweise vorgeführt worden. «So reicht das in der Super League nicht», sagt Challandes in Luzern. «Wir stellten uns wieder schwach an und luden den Gegner zum Toreschiessen ein.»

Auch in Luzern agierten die Young Boys uninspiriert, harmlos und extrem fehlerhaft. Der frühere YB-Spieler Xavier Hochstrasser profitierte beim frühen 1:0 in der 8.Minute von zu zögerlichen Berner Abwehrkräften. Diese patzten auch beim 2:1 für Luzern kurz nach der Pause, wobei vor allem Alain Nef im Zentrum die Orientierung verloren hatte. «Das ist mein Fehler», sagt Nef, «ich stehe bei dieser Flanke falsch.» Alleine vor YB-Goalie Marco Wölfli genoss Daniel Gygax, in seiner Karriere kaum als Kopfballspezialist aufgefallen, alle Freiheiten und platzierte den Kopfball mühelos im Tor.

Auf den erneuten Rückstand wusste ein verunsichertes, schwaches YB keine Antwort mehr, nachdem Alexander Gerndt gegen Ende der ersten Halbzeit mit einem satten Linksschuss aus rund 18 Metern immerhin noch den 1:1-Ausgleich erzielt hatte. «Wir waren zu wenig zwingend», sagt Offensivspieler Michael Frey. «Das nervt. Wir müssen uns deutlich steigern.»

Nach dem 3:1 durch Stephan Andrist nur wenige Minuten nach dem Kopftor von Gygax war die Begegnung am Samstagabend bereits früh entschieden. «Es war frustrierend, aber wir fanden keine Mittel», sagt Frey. Und sein Trainer Challandes fragt: «Wie ist so eine miese Leistung kurz nach unserem 4:0-Sieg gegen GC möglich?» Und dann sagt er: «Meine Spieler sind mir ein Rätsel.» Mit dieser Einschätzung ist der Coach nicht alleine, doch auch die von Challandes gewählte Aufstellung hatte überrascht. Natürlich war er wegen der Sperren von Christoph Spycher und Christian Schneuwly zu Umstellungen gezwungen gewesen, zumal die gegen GC gesperrten Nef und Dusan Veskovac wieder zur Verfügungen standen. Aber warum agierte Marco Bürki wieder hinten links, wo er deutlich schwächer ist als im Zentrum? Und warum musste Spielmacher Moreno Costanzo nach guten Leistungen auf die Bank? «Costanzo war nach den vielen Partien zuletzt müde», sagt Challandes. Und: «Wir haben in Luzern als Team nicht überzeugt. Es geht nicht um einzelne Spieler.»

Bald sogar auf Rang 8?

Auch YB-Sportchef Fredy Bickel ist nach der Niederlage in Luzern konsterniert: «Das hätte ich nie erwartet. Ich dachte, dass wir die Krise nach dem hohen Sieg gegen GC überwunden hätten. Und dann dieser Rückschlag.» Bickel sagt, das sei die schlimmste Niederlage in diesem Frühling: «Ich bin von den Spielern enttäuscht.»

Vom Europacup braucht YB kaum mehr zu träumen, der FC Zürich ist nach dem 1:0-Derbysieg gestern bei GC vier Runden vor Saisonende sieben Punkte entfernt. Von Thun wurden die Young Boys am Sonntag auch wieder überholt. Und der FC Luzern liegt als Achter auch nur noch drei Punkte zurück.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/29145177

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 Beitrag Verfasst: Montag 13. Mai 2013, 08:29 
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Wieder erstarrt

Beim 1:3 gegen Luzern enttäuschte YB masslos und kassierte die zehnte Auswärtsniederlage.

Es rumorte spätabends in der Swissporarena. Alex Frei regte sich in den Katakomben fürchterlich auf, weil draussen das Heimpublikum Carlos Bernegger huldigte, unter dem der FC Luzern zum Erfolg zurückgefunden hat (14 Punkte aus 6 Spielen). Nicht dem Staff gebühre der Applaus, sondern dem Team, welches einen Weg aus der Krise gefunden habe, bellte der neue FCL-Sportchef. Er wolle morgen in der Zeitung lesen, dass der Trainer bis zum Saisonende nicht mehr zur Fankurve eile und sich feiern lasse, befahl er zwei Journalisten in barschem Ton.

Frei muss auch mit Bernegger ein ernsthaftes Gespräch geführt haben, denn sonst hätte sich der FCL-Coach kaum entschuldigt für sein Verhalten: «Ich hatte Mühe mit meinen Emotionen. Die Mannschaft hat den Applaus verdient und nicht ich.»

Glücklich, wer solche Sorgen hat. Weit grössere Sorgen plagen die Berner Young Boys, die in Luzern das zur schlechten Gewohnheit gewordene hässliche Auswärtsgesicht zeigten. Will heissen: zweikampfschwach, verunsichert, enorm fehlerhaft im Aufbau, uninspiriert, langatmig und zu kompliziert in der Offensive. Die Ausnahme waren vertikal und schnelle gespielte Bälle in die Tiefe. Dabei wären solche ein probates Mittel gewesen, die längst nicht immer sattelfeste Luzerner Abwehr unter Druck zu setzen. Wie so etwas geht, demonstrierten die Young Boys in der 34. Minute, als Gerndt die Vorarbeit von Gonzalez und Frey mit einem trockenen Linksschuss abschloss.

«Das ist Horror»

Trainer Bernard Challandes gab sich gar nicht erst die Mühe, seinen Ärger über die Vorstellung zu verbergen. «Das Team ist mir ein Rätsel», entfuhr es dem Neuenburger. Nach dem erfolgreichen Match gegen die Grasshoppers habe er das Gefühl gehabt, jetzt habe es den Schalter gefunden. Das sei aber leider ein Trugschluss gewesen.

Der YB-Trainer kam nun immer mehr in Fahrt. «Es kann doch nicht sein, dass zwei 1,90 Meter grosse Innenverteidiger gegen einen weit kleineren Angreifer ein Kopfballduell verlieren, weil sie nicht miteinander sprechen.» Gemeint waren Alain Nef und Dusan Veskovac, die Daniel Gygax in Strafraum praktisch zum Torschuss einluden. «Das ist Horror», rief Challandes ins Mikrofon.

Komische Wechselspiele

Es war nicht die einzige Szene, in der die YB-Abwehr miserabel war. Beim frühen 1:0 – Torschütze war der Ex-YBler Xavier Hochstrasser – standen Nef, Marco Bürki und der zurückgeeilte Samuel Afum Spalier. «Da sehen wir nicht wirklich gut aus», wusste Bürki. Challandes tat dem 18-Jährigen keinen Gefallen, ihn als linken Aussenverteidiger aufzustellen. Er war auf dieser Position des Öftern überfordert.

Nach dem zweiten Gegentor holte ihn der YB-Coach richtigerweise vom Platz. Gleichzeitig beorderte er jenen Mann auf den Platz, den eigentlich alle in der Startaufstellung erwartet hatten: Moreno Costanzo. Der Spielmacher hatte sich unter Challandes endlich wieder auf festerem Boden bewegt und im zentralen Mittelfeld mehr bewegt als Farnerud und Zverotic. Gegen Luzern blieb er aber ebenso wirkungslos wie seine Kollegen. «Die Rechnung ist leider nicht aufgegangen», konstatierte Challandes.

«Das Team ist krank»

Und so blieb am Ende eines aus Berner Sicht höchst unerfreulichen Abends die nicht ganz neue Erkenntnis, dass YB im Jahre 2013 eines der schwächsten Super-League-Teams ist. Wie hatte es Sportchef Fredy Bickel vor einer Woche in einem Beitrag des SdS-Fernsehens treffend formuliert: «Das Team ist krank.» Und der Doktor, der ihm helfen kann, noch nicht gefunden.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Wi ... y/18961392

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 Beitrag Verfasst: Montag 13. Mai 2013, 13:50 
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13.05.2013

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Die Noten zum Spiel YB gegen Luzern

Die Akteure der Young Boys enttäuschten in Luzern mal wieder schwer.

Marco Wölfli: Note 4
Ein Fehler ist ihm nicht anzulasten. An einem starken Tag hält er vielleicht das dritte Luzerner Tor.

Alexander Gonzalez: Note 3,5
Nach vorne frisch und frech, aber auch mit Fehlern. Und sein Stellungsspiel ist halt manchmal ein Risiko, weil der junge Venezolaner als Rechtsverteidiger taktisch oft unbedarft agiert.

Alain Nef: Note 2
Oft in Zweikämpfe involviert. Gewann einige, aber sah beim ersten Gegentor schlecht aus – und beim zweiten sogar miserabel, als er eine Flanke unterlief. Solche Aussetzer mag es nicht leiden.

Dusan Veskovac: Note 3,5
Erneut – wie vor Wochenfrist in St.Gallen (1:3) – noch der stabilste YB-Verteidiger. Aber auch nicht überzeugend, mit Abspielfehlern und harten Foulspielen.

Marco Bürki: Note 2
Er ist hinten links deutlich schwächer als im Abwehrzentrum – und mit solchen Leistungen ein Sicherheitsrisiko. Die beiden ersten FCL-Tore fielen über Bürkis Seite. Er stand schlecht, wurde überlaufen, wusste sich nur mit Fouls zu helfen.

Samuel Afum: Note 3,5
Diesmal wieder im rechten Mittelfeld eingesetzt. Der Ghanaer probierte viel, war unterwegs und präsent, setzte sich aber letztlich zu selten durch.

Elsad Zverotic: Note 3
Rückte ins zentrale Mittelfeld an die Seite von Farnerud. YB agierte im ungewohnten 4-4-2-System, und auch im Aufbau waren die Berner dem Gegner unterlegen. Zverotic vermochte keine Stabilität zu verleihen, verlor einige Bälle und blieb äusserst blass. Musste angeschlagen ausgewechselt werden.

Alexander Farnerud: Note 2
Wie eine Woche zuvor in St.Gallen sehr, sehr schwach – und das vier Tage nach seiner tollen Vorstellung gegen GC (4:0). Der Schwede gewann kaum einen Zweikampf, schlug Fehlpass um Fehlpass, wirkte langsam und vor allem dem starken Pajtim Kasami deutlich unterlegen. Farneruds Leistungen bleiben enorm rätselhaft – wie jene von YB.

Raphael Nuzzolo: Note 3,5
Immerhin mit zwei, drei Aktionen und Schüssen. Aber letztlich auch ohne Überzeugung.

Michael Frey: Note 3
Der Youngster kämpfte tapfer, bereitete das Tor Gerndts vor, stiess aber an seine Grenzen.

Alexander Gerndt: Note 4,5
Erneut sehr fleissig. Starker, platzierter Linksschuss zum 1:1-Ausgleich. Erhielt jedoch insgesamt zu wenig gute Zuspiele.

Moreno Costanzo: Note 3,5
Kam nach 57 Minuten für Zverotic. Ballsicher, wenig zwingend.

Mario Raimondi: Note 3
Kam nach 57 Minuten für Bürki. Defensiv besser als Bürki, nach vorne aber auch schwach.

Josef Martinez: Note 3
Kam nach 70 Minuten für Frey. Trickreich, aber zu verspielt und zu wenig entschlossen.

6=herausragend; 5=gut; 4=solid; 3=ungenügend; 2=schlecht; 1=sehr schlecht.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/22335247

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 Beitrag Verfasst: Montag 13. Mai 2013, 13:51 
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Gerndts Tor und Berneggers Hoch

Luzern fliegt nach dem Trainerwechsel von Sieg zu Sieg. FCL-Sportchef Alex Frei aber agiert eher sonderbar. YB sucht derweil weiter einen Coach. Immerhin überzeugt nun Stürmer Alexander Gerndt.

Ein Trainerwechsel kann befreiend wirken – und frische Impulse geben. Der in dieser Saison lange Zeit miserable FC Luzern hat unter dem akribischen Coach Carlos Bernegger sein Potenzial entfaltet, in 6 Partien 14 Punkte gewonnen und noch nie verloren. Nach dem verdienten 3:1-Heimsieg gegen YB meinte der in der Szene angesehene frühere Basel-Nachwuchscoach: «Wir haben hart gearbeitet. Aber wir müssen weiter bescheiden bleiben.»

Bernegger hatte sich nach dem erneuten Erfolg gemeinsam mit seinen Akteuren vom feiernden Anhang hochleben lassen, was dem strengen Alex Frei missfiel. Der FCL-Sportchef rief in einer merkwürdigen Szene den Journalisten zu: «Ich will, dass ihr schreibt, dass es das letzte Mal für viele Monate ist, dass Bernegger bei den Fans jubelt. Wir haben nichts erreicht und höchstens eine Scheisssaison in eine durchschnittliche Saison verwandelt.»

Alex Frei scheint auch als Sportchef ein sehr ehrgeiziger, manchmal sehr eigenwilliger Mensch zu bleiben. Sein Votum war jedoch nicht gegen Bernegger gerichtet, im Gegenteil. «Die Fans sollen unseren Trainer nicht mehr zum Jubeln mit ihnen auffordern. Das können sie dann vielleicht im Herbst mal wieder.»

Tami hoch gehandelt

Solche Probleme wie in Luzern hätte man bei YB gerne. Beim Berner Klub geht die Talfahrt auch nach dem Trainerwechsel von Martin Rueda zu Bernard Challandes weiter. Wer ab Sommer die ambitionierte, aber seit Monaten schwer enttäuschende Mannschaft anleiten wird, ist weiter offen. YB-Sportchef Fredy Bickel wäre offenbar nicht abgeneigt, Challandes weiter zu beschäftigen – möglicherweise so lange, bis Wunschkandidat Marcel Koller verfügbar ist. Falls sich Koller mit Österreich für die WM qualifiziert, wäre das aber allenfalls erst im Sommer 2014. «Ich kommentiere keine Spekulationen», sagt Bickel.

Weil aber auch Challandes bisher bei YB die Resultate fehlen, dürfte es für den Romand eher schwierig werden, in Bern bleiben zu können. An der Gerüchtebörse werden derzeit der arbeitslose frühere GC-Coach Ciriaco Sforza und vor allem U-21-Nationaltrainer Pierluigi Tami als baldige YB-Trainer hoch gehandelt. Bei beiden dürfte Bickel irgendwann abgeklärt haben, wie sie zu Harald Gämperle, dem künftigen Assistenztrainer der Young Boys, stehen.

Egal ob Koller, Challandes oder Tami – der YB-Coach der Zukunft wird im Sturm auf Alexander Gerndt setzen. Der Schwede integriert sich immer besser in der Berner Offensive und schoss in Luzern mit seinem starken linken Fuss erneut wie zuletzt gegen GC ein feines Tor.

«Das bringt nichts, wenn wir auswärts immer verlieren», sagt Gerndt. Er spricht mit den Journalisten eher einsilbig und erklärte nach der Niederlage in Luzern mehrmals, es spiele keine Rolle, ob er einziger Stürmer sei – oder ob YB wie in Luzern mit zwei Angreifern agiere. «Das entscheidet der Trainer. Wichtig ist nur, dass wir mehr Punkte holen.» So wie der feiernde FCL.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/28322960

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Höhenflug mit Bernegger – YB bleibt ein Rätsel

Luzern siegt weiter, aber Sportchef Alex Frei sorgte für einen Misston

LUZERN Carlos Bernegger duldete kein Nachlassen, auch nicht, als die Nachspielzeit angebrochen war und es keine Zweifel mehr am Ausgang der Partie geben konnte. 3:1 führte Luzern, und passieren konnte allein deshalb nichts mehr, weil der Gegner YB hiess und sein ungeschminktes Auswärtsgesicht zeigte. Aber der Trainer der Zentralschweizer war in seinem Element und pausenlos unterwegs in seiner Coaching Zone. Erst als Schluss war, brach die Freude aus ihm heraus.

Als Bernegger am 7. April als neuer Coach vorgestellt wurde, befand sich der Club in Not. Das schürte Nervosität und Unzufriedenheit. Dann aber setzten die Luzerner zu einer Serie an, die alle Sorgen verfliegen liessen: Sechs Partien bestritten sie unter Bernegger und entfernten sich eilends aus der hintersten Tabellenregion. Die Bilanz seither: vier Siege, zwei Remis. Und ein Merkmal, das die Mannschaft zeigt: Sie demonstriert wieder Leidenschaft, sie ist wieder bereit, für Punkte einen hohen Aufwand zu betreiben.

Es war kein Zufall, dass es gegen die Berner erneut wunschgemäss funktionierte. Der FCL fing stürmisch an, und wie gegen St. Gallen am Mittwoch glückte Hochstrasser die Führung. Eine Konzentrationsschwäche bestrafte der Schwede Gerndt zwar mit dem Ausgleich. Aber es sollte nicht mehr als ein zwischenzeitliches Tief sein.

Sportchef Frei übt Kritik am Jubel von Bernegger

Kaum hatte die zweite Hälfte begonnen, drängte Luzern wieder in die Offensive. Und in den Vordergrund spielte sich Gygax, der wie Hochstrasser zu den Gewinnern gehört, seit Bernegger das Sagen hat. Der 31-jährige Stürmer profitierte nach Sarrs Hereingabe von einem kapitalen Stellungsfehler Nefs. Und fünf Minuten später jubelte er ausgelassen über das 3:1 nach einer idealen Flanke von Andrist. Er habe den Ball noch berührt, behauptete Gygax hinterher und beanspruchte den Treffer für sich. Die TV-Bilder gaben nicht endgültig Aufschluss, aber klar ist: Es stellten sich in Luzern schon gravierendere Probleme.

«Wir gingen mit unseren Chancen effizient um», bilanzierte Bernegger und fand: «Das Publikum darf stolz sein auf diese Mannschaft, die die in dieser Saison schwierige Phase durchgestanden hat.» Dass auch er sich vom Anhang feiern liess, passte allerdings dem neuen Sportdirektor Alex Frei gar nicht. «Carlos geht vorderhand nicht mehr zu den Fans», erklärte er, «Carlos und ich sind dafür noch zu wenig lang im Amt.»

Challandes: «Nichts anderes verdient als eine Niederlage»

Es war der einzige Luzerner Misston. Wesentlich grösser war die Enttäuschung bei den Verlierern aus Bern, deren Trainer Bernard Challandes früh schon mit Gesten zu verstehen gab, was er vom Auftritt seines Teams hielt: nichts. «Wir haben Geschenke verteilt, und Luzern hat sie dankend angenommen», sagte er und redete sich in Rage: «Wer in die Europa League will, muss anders verteidigen als wir.» Beim 0:1 schauten die Young Boys zu, das Verhalten vor dem 0:2 war ebenso indiskutabel, «darum haben wir nichts anderes verdient als eine Niederlage».

Nach dem 4:0 gegen GC am Dienstag hatte sich Sportchef Fredy Bickel eine Bestätigung gewünscht, «das würde uns guttun». Mitansehen musste er aber, wie sich das Team aufgab und sich auswärts bereits zum zehnten Mal bezwingen liess. «Das stört mich enorm», sagte Challandes und schüttelte den Kopf: «Wir müssen das intern ansprechen.» Die Leistung könnte eine längere Diskussion nach sich ziehen.

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 Beitrag Verfasst: Montag 13. Mai 2013, 15:31 
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YB und die klassische griechische Tragödie

Eigentlich hat man sich als Fan von YB unterdessen an die Häme gewöhnt, die allenthalben aus dem Rest der Fussballschweiz auf einen niederprasselt. Trotzdem hört man mit einem halben Ohr zu, wenn wieder einmal die fehlenden Tore und Punkte in Bundesbern belächelt werden.

Als mir ein Fussballfan vom Rheinknie kürzlich hämisch die Phrase «Phase 3» an den Kopf warf, um dann noch hinzuzufügen: «Oder seid ihr bereits in Phase π?», fiel es mir allerdings wie Schuppen von den Augen. Das ganze Gerede von «Phase 3» gründet auf einem schnöden Übersetzungsfehler!

Übersetzungsfehler? Genau: Denn das griechische Wort πραξη wurde vor einigen Jahren von Benno Oertig, Verwaltungsratspräsident grâce à Dieu, als «Phase» übersetzt – fälschlicherweise. Das Wort stammt nämlich aus der Theaterecke und heisst zu Deutsch richtig «Akt». Und genau das erleben wir in diesen Tagen: eine klassische griechische Tragödie nach aristotelischen Vorgaben.

Die griechische Tragödie teilt sich in fünf Akte auf. Wir erlebten in Bern zur Zeit der Stadion-Neueröffnung den ersten Akt, die Exposition. In der Ära von Sportchef Niedermaier und Trainer Petkovic folgte sodann der zweite: die steigende Handlung mit erregendem Moment. Wobei die steigende Handlung die stetig besseren Resultate und das erregende Moment natürlich die fast gewonnene Meisterschaft mit der bitteren Niederlage am letzten Spieltag waren.

Daraufhin wurde Niedermaier von Oertig durch Kaenzig ersetzt, und Oertig rief völlig zu Recht «Phase 3», pardon «Akt 3» aus: die Peripetie. Der dritte Akt stellt in der griechischen Tragödie den Höhepunkt der Handlung dar, in der die Peripetie stattfindet, der Wendepunkt hin zum bösen Ende. Um der Wende ein Gesicht zu geben, wurde der Meistertrainer C. G. (Name der Redaktion bekannt) als Regisseur engagiert, und so begann sich die Tragödie zu entfalten.

Die Frage ist nun, wo wir uns verorten, nachdem wir den dritten Akt mit Ach und Krach (und schier unzähligen Niederlagen) überstanden haben. Wahrscheinlich markierte der Trainer Rueda bereits den Startschuss zum vierten Akt, der fallenden Handlung: Das Übel nimmt seinen Lauf, und alles geht bergab. Dazu passt die momentan leicht nach oben zeigende Formkurve, illustriert durch den wunderbar erkämpften Sieg gegen GC am letzten Dienstag. Einen Lichtblick wie diesen kennt man in der griechischen Tragödie als sogenannt «retardierendes Moment» – ein Geschehnis, das dem Zuschauer das Gefühl gibt, es komme vielleicht doch noch alles gut. Nur um die Protagonisten daraufhin vollends gegen die Wand zu fahren.

Das steht uns also noch bevor, der fünfte Akt: Katastrophe und Katharsis. Welches Ausmass wird die Katastrophe haben? Ein oder zwei Jahre ohne europäischen Fussball? Eine Saison in der Nähe des Trennstrichs? Der Abstieg in die Niederungen der Challenge League? Oder gar das Trainerduo auf Lebenszeit: Budi Latour und Gilbert Gress? Die Frage lässt sich im Moment schwer beantworten. Ich schlage vor, auf die Katharsis zu hoffen – die seelische Reinigung nach überstandener Tragödie.

Vielleicht übernimmt an der Seitenlinie dann das Duo Thomas Häberli /Gürkan Sermeter, und wir begeistern mit einer jungen Mannschaft die Schweiz und, ja!, halb Fussballeuropa. Vielleicht werden wir auch einfach wieder einmal Zweiter.

Aristoteles muss ein YB-Fan gewesen sein.

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