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 Beitrag Verfasst: Samstag 18. August 2012, 16:07 
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Es vibriert wieder

Sion schüttelt die trübe Vergangenheit ab und führt die Super League an. Wie lange aber hält die Eintracht unter Christian Constantin?

Reue, nur schon dieser Begriff, der als Eingeständnis von Fehlern ausgelegt werden könnte. Natürlich spürt er nichts dergleichen, doch nicht einer wie er. Als Verlierer fühlt er sich genauso wenig, weil er seine Welt zurechtbiegt, bis er mit grimmiger Miene ruft: «Surreal, alles nur surreal!» Soll anders denken, wer will.

Christian Constantin sitzt auf der Terrasse seines Hotels in Martigny, der Zentrale seines FC Sion, er trägt Dreiviertelhosen, versucht entspannt zu sein und das, was war, in geraffter Form abzuhandeln. Es geht um die letzte Saison, um die 36 Punkte Abzug und die wilden Versuche, gerichtlich zu beweisen, nichts Regelwidriges getan zu haben. Die Lust, sich noch einmal auszulassen, hält sich im engen Rahmen. Constantin sagt: «Was interessiert mich das noch?»Die Vergangenheit schüttelt er flugs ab, und ebenso temporeich leitet er über zur Gegenwart, die wie ein Kontrastprogramm daherkommt und den Geschmack des Clubchefs trifft. Sion ist Leader und die Adresse neuer Liga-Attraktionen, bei Heimspielen im engen Tourbillon vibriert die Stimmung wieder. Gennaro Gattuso ist die Vorzeigenummer, der 34-jährige Weltmeister aus Italien, der nur ins Wallis fand – «weil ich hier der Präsident bin», stellt Constantin schnell klar.

Die Marke Gattuso zieht

Genüsslich beschreibt er, wie das einzige Treffen in Mailand ablief, wie Gattuso sagte: «Du weisst, dass ich kein Pirlo bin.» Und wie Constantin erwiderte: «Ich brauche keinen Pirlo, ich will Gattuso.» Für einen Monatslohn von rund 60 000 Franken hat er einen Spieler erhalten, dessen Wort im Team Gesetz ist und der das Merchandisinggeschäft ankurbelt. 1000 Gattuso-Trikots sind bereits verkauft, bis Ende Saison soll die 3000er-Marke erreicht sein. «Einen wie ihn gab es in der Schweiz noch nie», schwärmt Constantin.

Die Mannschaft wird getragen vom furchtlosen Süditaliener, geprägt werden soll sie aber auch von frischen Gesichtern. Oussama Darragi ist eines, ein 25-jähriger Tunesier mit herausragender Technik. «Er erinnert mich an Zidane», sagt Constantin, «er kann eine grosse Karriere machen. Der Trainer und Gattuso schleifen ihn.» Um zu präzisieren: «Und ich helfe auch mit.» Vor Darragi stürmt der Brasilianer Leonardo de Oliveira Clemente, der sich «Léo» nennt, aus der Stadt Itaperuna stammt und darum als Léo Itaperuna vorgestellt wurde. Constantin meldet unbescheiden: «Léo habe ich entdeckt.» Für das defensive Mittelfeld holte er André Marques aus Portugal, dazu Kyle Lafferty von den bankrotten Glasgow Rangers als Angriffsoption.

Fourniers Zusage ohne Zögern

Das ergibt alles in allem eine teure Belegschaft. Auf fast 24 Millionen Franken ist das Budget gestiegen, auf ebenso viel schätzt Constantin die Investitionen aus seinem Privatvermögen in den letzten neun Jahren. Und weil er glaubt, dass mittlerweile ausreichend Qualität vorhanden ist, sagt er: «Der Trainer hat keine komplizierte Aufgabe. Ich stelle ihm gutes Personal hin, mit dem er etwas anfangen kann.»

Sébastien Fournier ist der Neue, 41 erst, aber unerschrocken, obwohl er für das Amt auf dieser Stufe keine Erfahrung mitgebracht hat. Der Walliser aus Nendaz kehrte im Winter als Nachwuchschef nach Sion zurück, und als er das überraschende Angebot erhielt, die erste Mannschaft zu übernehmen, zögerte er keine fünf Sekunden: «Gibt es einen schöneren Job für einen Walliser? Ich wäre nicht normal, wenn ich abgelehnt hätte.»

Jetzt ist er in einem Amt, in dem sich schon Dutzende vor ihm versuchten und scheiterten, weil sie sich mit dem ungeduldigen Constantin in Machtkämpfen aufrieben oder wegen des fehlenden Erfolges. Fournier ist der Pragmatiker, der sich nicht daran stört, wenn der Vorgesetzte in seinen Ferien in Schwarzafrika am Webradio eine Spielübertragung verfolgt und danach aufgrund dieser Information anordnet, dass die stehenden Bälle anders ausgeführt werden müssen. «Er fordert viel, das mache ich auch», sagt Fournier, «ich schätze den Dialog. Wenn ich nicht einverstanden bin, lege ich meine Argumente vor. Das hilft oft.»

Der Vielvölkerclub FC Sion

Constantin wiederum hält es für angemessen, dass er sich in technische Belange einschaltet: «Schliesslich bin ich der Patron. Also darf und muss ich Anweisungen geben.» Fournier sagt von sich aus: «Mir ist wichtig zu wissen, wie der Chef denkt.» Aber auch: «Mir ist schon bewusst, wie schnell die Stimmung kippen kann. Aber Angst? Nein.» Fournier hat sich der Aufgabe mit Hingabe verschrieben, «24 Stunden schwirren die Gedanken durch meinen Kopf». Er liest viel über Berufskollegen und Trainingsmethoden, im Winter will er sich in Italien fortbilden. «Für sein Glück und den Erfolg muss man etwas investieren», sagt Fournier.

Cinas Freude – und Fragen

Der Trainer ist das einheimische Element im bunten Nationengemisch FC Sion mit Vertretern aus Lettland, Ungarn, Holland, Italien, Brasilien, Portugal, Tunesien, Frankreich, Serbien, Nordirland, der Demokratischen Republik Kongo und von der Elfenbeinküste. «Das ist zwar gut für die Identifikation. Und die Leute mögen es, dass ich ein Arbeiter aus den Bergen bin und kein Showman», sagt Fournier, «aber es wäre ein Irrtum zu glauben, dass es möglich wäre, nur mit Wallisern auf diesem Niveau mithalten zu können.»

Ohnehin definiert sich die Unterstützung des Vereins nicht über Namen, sondern über Resultate. «Sions Spieler von heute müssen nicht mehr Balet oder Brigger heissen», sagt Jean-Michel Cina, «mit dem Erfolg ergibt sich eine natürliche Bindung.» Der Walliser Regierungsrat ist ein aufmerksamer Beobachter, der Verein für ihn sowohl «Herzensaffäre» als auch «Mythos». Erleichtert ist er darüber, dass die belastenden Querelen der letzten Monate verklungen sind. Oft genug regte er sich auf, weil der Sport zur Nebensache verkam, «der Krieg an den gerichtlichen Fronten überbordete», sagt er.Cina hat Spass am Aufbruch des FC Sion und Freude an der Bescheidenheit eines Gattuso: «Der Club ist wieder erwacht.» Aber das beseitigt nicht automatisch gewisse Zweifel, und die haben mit dem Namen Constantin zu tun. «Teil der Kultur» nennt ihn Cina, «er kann hartnäckig streiten, gleichzeitig ist er fähig, einen Gattuso zu verpflichten.» Aber entscheidend sind für den CVP-Politiker aus Salgesch diese Fragen: «Wie stark sind die Strukturen im Verein, also: Wäre er ohne Constantin überlebensfähig? Wie reagiert man auf Rückschläge?» Um eine Empfehlung an Constantin zu formulieren: «Man kann nicht ständig den Druck erhöhen und die Angestellten permanent an die Leistungsgrenze oder darüber hinaus drängen. Ein Team braucht Ruhe. Und Spass am Spiel kann eine Dynamik auslösen.»

Der Präsident bleibt unbeirrt

Constantin aber interessiert ungeachtet dessen nur eines: Erfolg. Dass Fournier ein Walliser ist, kümmert den Präsidenten spätestens dann nicht mehr, wenn er dessen Arbeit beurteilt: «Sympathiewerte kann ich nicht berücksichtigen.» Er hat den Anspruch, den FC Basel zu bedrängen, und im Erfolg braucht er sich um Support nicht zu sorgen. Er kritzelt auf einen Fetzen Papier Zahlen: 6000 Saisonkarten, 666 verkaufte Business-Seats, 800 Mitglieder im Club der 1000, rund 250 im Platin-Club. «Die Leute stehen hinter uns», sagt er, fügt aber an: «Sind wir gut, ist es die Stimmung auch. Aber ich lasse mich nicht blenden.»

Constantin bewegt sich zwischen hitziger Emotionalität auf der Tribüne und kühlem Handeln neben dem Platz. Wer ihm nachsagt, verrückt, trotzig und stur zu sein, den lächelt er mitleidig an. Wer ihm vorhält, in Trainerfragen oft überstürzt zu handeln, dem entgegnet er: «Mir gehört der Club.» In die Zukunft begleitet ihn die tiefe Überzeugung, nichts Unrechtmässiges getan zu haben, auch wenn Fifa, Uefa und der Schweizer Verband das anders sehen. Darum fordert er Schadenersatz von insgesamt sechs Millionen Franken.

Und die Erfolgsaussichten? «On verra», sagt er, man wird sehen. Er dirigiert unbeirrt weiter. Als wäre nichts geschehen.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Es ... y/25044331

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 Beitrag Verfasst: Samstag 18. August 2012, 23:03 
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sutter-nef-veskovac-raimondi
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schneuwly-farnerud
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sion - yb 1:1

mayuka


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 Beitrag Verfasst: Sonntag 19. August 2012, 00:24 
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Mourinho hat geschrieben:
Wolf
Sutter - Nef - Vesko - Mändu
Spycher
Schneuwly - Fahrni Rüedu
Mayuka - Nuzzo
Boba

Sion - YB: 0:2

Boba, Schneuwly


wär ä suberi sach so!

:auswaertssieg:


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 Beitrag Verfasst: Sonntag 19. August 2012, 09:01 
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wölfli
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vitkieviez-costanzo
mayuka-nuzzolo
bobadilla

sion - yb 1:2

gattuso

vitkieviez
costanzo

ps. einige akteure sollte geschont werden, da am nächsten donnerstag ein wichtiges spiel ansteht.


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 Beitrag Verfasst: Sonntag 19. August 2012, 22:47 
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schade hats nicht mindestens zu einem unentschieden gereicht. yb war heute nicht unbedingt die schlechtere mannschaft. das spiel war über weite strecken ausgeglichen. der freistoss war ein sonntagschuss und penaltys werden im wallis neuerdings nicht mehr geahndet. alles in allem kann ich mit der niederlage leben, weil yb kämpferisch aufgetreten ist.

wenn sion diese form halten kann, gehören die wirklich zu den kandidaten für die meisterschaft!


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 Beitrag Verfasst: Montag 20. August 2012, 08:53 
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Über die Schirileistung mag ich gar nicht schrieben, das war unter aller Sau in der zweiten Halbzeit.
Das Tor, ja blödes Foul von Spycher, Nef (glaube es war Nef) wäre ja direkt vor Margairaz gestanden, so wäre es nicht zum Freistoss gekommen.

Ansonsten hatten wir Chancen, welche man einfach nutzen sollte in so einem Spiel, damit meine ich vor allem die von Mändu.

Zwei andere Sachen machen mir aber mehr Kopfschmerzen, erstens die Defensive. Wenn Sion so effizient gewesen wäre, wie in den letzten Spielen hätten wir wahrscheinlich mit 3-4 Gegentoren verloren. Ojala und Nef, naja ich habs schon öfters gesagt, aber die haben das SL-Niveau einfach nicht!! Diese beiden könne froh sein, dass wir noch in keinem Match mehr als ein Tor (meistens dank Unvermögen des Gegners) erhalten haben, so sind die Mängel wenigstens statistisch noch nicht sehbar, sonst würde es von Kritik wahrscheinlich nur so hageln!

Das zweite Manko sind unsere offensiven Mittelfeldspieler, in den letzten Matches waren sie nicht so schlecht, obwohl ich auch hier finde, dass Schneuwly nicht auf dem Niveau von Costanzo spielt. An Farnerud habe ich nichts auszusetzen, doch Nuzzolo und Mayuka waren gestern unterirdisch, ich habe sehr wenige bis gar keine gute Aktionen gesehen der beiden.

Boba war auch nicht gerade in Topform, trotzdem hat er gefightet und unser Offensivspiel ein bisschen belebt, meistens jedoch komplett alleine!

Hoffen wir, dass es am Donnstag besser läuft und das vielleicht doch noch ein, zwei Spieler gehen und dafür beispielsweise ein richtiger Chef für die IV gekauft wird.


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 Beitrag Verfasst: Montag 20. August 2012, 10:25 
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Rot-Heiss behauptet sich im Wallis

YB trotzt im Wallis den hohen Temperaturen, spielt überlegt und diszipliniert – und verliert einen unterhaltsamen Spitzenkampf gegen Sion mit 0:1. Für erhitzte Gemüter sorgte auch Schiedsrichter Sascha Kever.

Gesprächsstoff gibt es genug. Noch immer dicht gedrängt steht das Fussballpublikum neben dem Stade de Tourbillon, trinkt, diskutiert und lacht, im berühmten Raclettezelt vermischen sich Käse und Schweiss, darüber prangt rot und weiss das Logo des Tagessiegers FC Sion – und irgendwo in den Katakomben hallen in den Köpfen der Spieler noch die Erinnerungen an die Partie wider, und die sind vor allem: rot und heiss. Mit dem 1:0-Heimsieg gegen die Young Boys bleibt Sion alleiniger Leader, mit der 0:1-Auswärtsniederlage büsst YB weiter Punkte auf die Spitze ein, und nach dem sehr, sehr warmen, abwechslungsreichen und intensiven Fussballnachmittag steht YB-Geschäftsführer Ilja Kaenzig mit säuerlicher Miene im Medienraum und sagt: «Die meisten roten Köpfe gingen heute auf die Hitze zurück. Einer aber dürfte rot vor Scham sein.» Kaenzig spielt auf Schiedsrichter Sascha Kever an, der in der Tat zumindest mitschuldig am bekannten Ausgang der gestrigen Partie war.

Kein Abtasten – bei 40 Grad

Doch der Reihe nach. Eigentlich kannte der spannende Nachmittag in Sitten zwei Hauptdarsteller, denn neben Kever griff vor allem Didier Crettenand entscheidend ins Spielgeschehen ein. Dem einzigen Walliser in der Sittener Startformation (einer von drei Schweizern), weder als Skorer noch als präziser Schütze gefürchtet, gelang in der 24. Minute der einzige Treffer der Partie – er bezwang Marco Wölfli mit einem sehenswerten Freistoss aus gut 22 Metern. Bis dahin hatten sich die Young Boys leichte Vorteile erarbeitet. Früh gab es Unruhe vor Sions Goalie Andris Vanins: Einmal verpasste Alexander Farnerud eine Hereingabe nur knapp, dann schnappte Raúl Bobadilla dem besser positionierten Farnerud den Ball weg.

Wölfli stark gegen Margairaz

Viel hatten sich die Berner für den Spitzenkampf im Wallis vorgenommen, beide Mannschaften begegneten sich bei bis zu 40 Grad auf dem Rasen mit hohem Tempo – das Mittelfeld diente in der rasanten Startphase vor allem als Durchgangsstation. «Wir waren auf die Bedingungen und den Gegner bestens vorbereitet», sagte später ein enttäuschter Scott Sutter, «diese Temperaturen sind auch eine Frage der Einstellung, und uns gelang ein guter Start.» Noch vor Crettenands Freistosstor fiel Bobadilla im Strafraum (13.), eine Berührung mit Sions Aislan war da, Bobadilla handelte im Interesse des cleveren Stürmers, Kevers Pfeife blieb stumm. Für die torgefährlichen Sion-Momente zeichneten primär Angreifer Léo und Spielmacher Oussama Darragi verantwortlich. Die beste Chance zum 2:0 bot sich jedoch Xavier Margairaz; er scheiterte nach 56 Minuten und einem Abpraller aus guter Position an Wölfli.

Foul an Farnerud?

Die meistdiskutierte Szene, die zu Kaenzigs Bemerkung wohl entscheidend beitrug, hatte sich schon vorher, in der 53.Minute, ereignet. Farnerud stürmte von rechts in die Sittener Gefahrenzone, zog an Arnaud Bühler vorbei, der liess sein Bein stehen, während Michael Dingsdag den Berner Angreifer noch an der Schulter berührte. Farnerud fiel, einen ziemlich zwingenden Anschein machend – und sah die Gelbe Karte wegen Reklamierens. Der Schwede mochte nach dem Spiel nicht sprechen, sein Trainer meinte: «Der Schiedsrichter war nicht auf dem hohen Niveau der Partie.» In der umkämpften Schlussphase, als YB wieder beherzter angriff, verloren sie auch noch Raphaël Nuzzolo.

Zweifelhafter Platzverweis

Auch bei dieser umstrittenen Entscheidung war das Schiedsrichtergespann nicht über alle Zweifel erhaben. Nuzzolo stiess nach einem Gerangel Michael Dingsdag von sich weg, Kever verwies ihn nach Rücksprache mit dem Assistenten des Feldes.

YB betrieb beträchtlichen Aufwand, trug zum guten Spiel bei, ein Tor aber gelang keines. Die Punkte blieben aus – bitter für die Berner, die den Anschluss an die Spitzengruppe um Sion, St.Gallen und Basel verloren haben. Sie liegen nach sechs Runden bereits acht Punkte hinter dem Leader aus Sitten zurück.

Telegramm

Sion - Young Boys 1:0 (1:0)

Tourbillon. - 12'500 Zuschauer. - SR Kever. - Tor: 24. Crettenand 1:0.

Sion: Vanins; Vanczak, Aislan, Dingsdag, Bühler; Serey Die, Gattuso (76. Marques); Margairaz, Darragi (82. Lafferty), Crettenand (87. Joaquim); Léo.

Young Boys: Wölfli; Sutter (84. Costanzo), Nef, Ojala, Raimondi; Spycher; Mayuka (66. Vitkieviez), Schneuwly (81. Frey), Farnerud, Nuzzolo; Bobadilla.

Bemerkungen: Sion ohne Mrdja (verletzt). YB ohne Simpson (verletzt), Gonzalez und Silberbauer (beide nicht im Aufgebot). 78. Rote Karte gegen Nuzzolo (Tätlichkeit). Verwarnungen: 7. Schneuwly. 43. Ojala. 48. Margairaz. 53. Spycher (alle Foul). 54. Farnerud. 89. Bobadilla (beide Reklamieren).


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/27579712

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 Beitrag Verfasst: Montag 20. August 2012, 10:28 
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Die Noten zum Spiel Sion gegen YB (19. August 2012)

Viel Kampf, aber kein Ertrag: Die Young Boys kämpften in der Walliser Hitze vorbildlich, aber glücklos.

Marco Wölfli: Note 4
Der präzise Freistoss von Crettenand war schwierig zu halten, bei Margairaz‘ Chance reagierte Wölfli dann stark (57.).

Scott Sutter: Note 4
Vermochte die betriebsarme rechte YB-Seite selten zu beleben. Defensiv solid, liess den wirbeligen Brasilianer Leo wenig gewähren.

Alain Nef: Note 4
Warf sich unerschrocken in die Zweikämpfe, beging einige Fouls ausserhalb des Strafraums und strahlte die gewohnte Sicherheit im «Luftkampf» aus.

Juhani Ojala: Note 4,5
Ordentlicher Auftritt des Finnen, nachdem er zuletzt Schwierigkeiten bekundet hatte. Unverzichtbar seine frühe Intervention gegen Darragi (15.). In der Spielauslösung unterlief Ojala der eine oder andere Fehlpass.

Mario Raimondi: Note 4
Hätte bei seiner ausgezeichneten Chance den Ausgleich erzielen müssen (52.). Intensive Zweikämpfe mit Darragi raubten ihm viel Energie, was dem nicht ausgewechselten Raimondi in der Schlussphase anzumerken war.

Christoph Spycher: Note 4,5
Zweikampfstarker Vorkämpfer, Sions Spielmacher Darragi prallte des Öfteren an ihm ab. Leitete den Ball schnell weiter.

Emmanuel Mayuka: Note 3,5
Nach seinem Länderspieltreffer vom Mittwoch blieb der Sambier gegen Sion blass. Ein, zwei Zuspiele auf Bobadilla; zwei, drei Dribblings – dann musste er Vitkieviez weichen.

Christian Schneuwly: Note 4,5
Einer der lauf- und einsatzfreudigsten Berner. Riskierte allerdings nach seiner frühen Gelben Karte (7.) mit einer Schwalbe und einem brüsken Foul des Feldes verwiesen zu werden.

Alexander Farnerud: Note 4,5
Brachte besonders in Halbzeit zwei den nötigen Zug zum Tor ins YB-Spiel. Seine Standards gelangen indes nicht nach Wunsch,.

Raphael Nuzzolo: Note 4
Kämpferisch eine einwandfreie Vorstellung. Sorgte mit seinem Fallrückzieherversuch für grosse Augen (42.). Bitter dann sein Abgang nach der strengen Roten Karte durch Schiedsrichter Kever.

Raúl Bobadilla: Note 4
War ein steter Unruheherd im Sittener Strafraum, doch seine Aktionen waren oft zu umständlich. Schnappte Farnerud aus guter Schussposition den Ball weg (9.), später blieb sein Abschluss zu schwach (43.).

Matthias Vitkieviez: Note 4
Ersetzte ihn der 66.Minute Mayuka, vermochte die rechte Seite ebenso wenig zu beleben.

Moreno Costanzo (84.Minute für Sutter), und Michael Frey (81.Minute für Schneuwly) waren für eine Benotung zu kurz im Einsatz.

Wir würden Sie die Spieler bewerten? Verteilen Sie hier noch bis um 14 Uhr Noten.

6 = herausragend; 5 = gut; 4 = solid; 3 = ungenügend; 2 = schlecht; 1 = sehr schlecht.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/31395708

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 Beitrag Verfasst: Montag 20. August 2012, 10:30 
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Marco Wölfli: «Es fehlt mir eine gewisse Linie»

Marco Wölfli wurde in Sitten wenig geprüft und dennoch per Freistoss bezwungen. Der YB-Captain kommentiert die umstrittenen Entscheide und sinniert über die Ausgangslage in der Meisterschaft.

Mindestens ein Punkt wäre für YB gegen Sion drin gewesen. Warum hat es nicht ganz gereicht?
Marco Wölfli: Zuallererst, weil wir kein Tor geschossen haben. Es ist aber doppelt ärgerlich: Wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt und stehen jetzt mit leeren Händen da.

Ihr Unmut scheint aber nicht nur ob der eigenen Leistung aufzukommen.
Nein, gerade beim Schiedsrichter fehlte mir eine gewisse Linie bei der Einordnung der Fouls. Es war ein hartes, umkämpftes Spiel mit vielen taktischen Foulspielen, doch es wurde nicht mit den gleichen Ellen gemessen. Wenn wir in einer aussichtsreichen Vorwärtsbewegung gestoppt werden, muss auch der Gegner einmal die Gelbe Karte sehen.

Wie sahen Sie die umstrittenen Szenen im Strafraum?
Sogar aus meiner Distanz fand ich es klar regelwidrig, wie Alex (Farnerud) vorne im Strafraum gestoppt wurde. Wie und warum Bobadilla fiel, habe ich schlecht gesehen und kann ich somit nicht beurteilen. Aber eben, es sind mehr die erwähnten Kleinigkeiten, welche ich dem Schiedsrichtergespann ankreide.

Nach dem Freistosstor durch Crettenand regten Sie sich kurze Zeit fürchterlich auf. Was war genau geschehen?
Das tue ich immer, wenn ich ein Tor kassiere (schmunzelt). Viel abzuwehren gab es in dieser Situation nicht. Die Mauer stand gut, war mit vier Mann ausreichend und sprang ja auch hoch. Der Schuss war dann sehr platziert, ich kam zu spät.

Und was besprachen Sie in einer der Trinkpausen mit Schiedsrichter Sascha Kever?
Das Erwähnte. Ich regte mich in diesem Moment gerade auf, dass der Schiedsrichter und seine Assistenten auf die Sittener Stürmer reagierten, die ziemlich schnell fielen.

Es war, trotz enorm hohen Temperaturen, ein ziemlich schnelles Spiel. Gehörte es zum Plan, so zielstrebig loszulegen?
Das ergab sich so, denke ich. Beide Mannschaften spielten ziemlich unbeschwert nach vorne, die Zuschauer haben ein gutes Spiel gesehen. Ich finde, ein Unentschieden wäre durchaus gerecht gewesen.

Den Anschluss ans Spitzentrio Sion, Basel und St.Gallen hat man mit der Niederlage im Wallis nun ziemlich verloren.
Das ist so, wir hätten im Direktduell punkten müssen. Bald spielen wir ja auch gegen Basel, aber es warten jetzt zuerst einmal ebenso wichtige Spiele in der Europa League. Ich sehe in diesem Team sehr gute Ansätze. Und die Saison geht noch lang. Heute erlitten wir eine empfindliche Niederlage, aber ich bin noch immer zuversichtlich, dass wir eine gute Saison spielen werden.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/27751227

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 Beitrag Verfasst: Montag 20. August 2012, 10:32 
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Ohne Glück im Walliser Backofen

Die Young Boys verlieren in Sion 0:1 und liegen nach sechs Runden bereits acht Punkte hinter ihrem gestrigen Bezwinger. Der Ärger der Berner galt hinterher dem Schiedsrichter.

Am bisher heissesten Tag des Jahres 2012 sorgten neben der Hitze auch Entscheide des Unparteiischen für heisse Köpfe. Diese gehörten den Verlierern aus Bern, die sich wegen mehrerer umstrittener Szenen ins Feuer redeten. Sie reklamierten ein erstes Mal einen Elfmeterpfiff, als Bobadilla in der Startviertelstunde zu Fall kam, nachdem er an Aislan vorbeigezogen war.

Und lagen damit falsch, wie die Fernsehbilder zeigten. Nachvollziehbar war der Berner Frust wegen Bühlers ungeahndeter Intervention zu Beginn der zweiten Halbzeit. Der Sion-Verteidiger liess gegen Farnerud kurz das Bein stehen. Der Schwede reklamierte daraufhin derart heftig bei Schiedsrichter Kever, dass er die Gelbe Karte gezeigt bekam.

Die Wut über den Schiedsrichter

Noch ärger traf es in der Schlussphase Raphael Nuzzolo. Der Bieler sah direkt die Rote Karte, nachdem er Dingsdag die Hand ins Gesicht gedrückt hatte. Es war ein hartes Verdikt, weil Nuzzolos Überreaktion ein Rempeln und Halten des Sion-Verteidigers vorausgegangen war. Der vorzeitig Ausgeschlossene hatte hinterher keine Lust, seinem Ärger Luft zu machen. Das übernahmen seine Teamkollegen. «Wir fühlen uns benachteiligt», sagte Mario Raimondi, der beileibe nicht im Ruf steht, ein Heisssporn zu sein.

Alain Nef fluchte wie ein Rohrspatz, als er zum Bus lief. Kever habe der Mut gefehlt, einen Penalty zu pfeifen in der aufgeheizten Atmosphäre, klagte der Zürcher. Scott Sutter hatte drei penaltyreife Vergehen gezählt. Neben den bereits angesprochenen Situationen mit den Protagonisten Bobadilla/Aislan und Farnerud/Bühler taxierte er auch Vanczaks energisches Einsteigen gegen Nuzzolo als unkorrekt (70.). Auch in diesem Fall gilt: Es hat schon Schiedsrichter gegeben, die bei vergleichbaren Interventionen auf dem Penaltypunkt gezeigt haben.

Bobadilla als Einziger gefährlich

Kever hatte gestern unbestritten nicht seinen besten Tag. Doch am Schluss musste der Schiedsrichter für etwas gar viel hinhalten, was schiefgelaufen war in dieser Partie. Er konnte nichts dafür, dass Sions Didier Crettenand einen Freistoss herrlich in die hohe Ecke zirkelte (24.). Auch war es nicht seine Schuld, dass in der YB-Offensive fast ausschliesslich von Bobadilla Gefahr ausging.

Mayuka, der erst am Donnerstagabend von einem Länderspiel in Südkorea zurückgekehrt war, konnte sich kein einziges Mal freie Schussbahn verschaffen. Die spät eingewechselten Frey und Costanzo blieben ebenfalls wirkungslos. Nuzzolo und Schneuwly waren engagiert, doch entscheidende Impulse kamen von ihnen keine. Die besten Tormöglichkeiten bei YB vergaben sinnigerweise die beiden Verteidiger Ojala (5.) und Raimondi (52.).

Die Tabelle lügt nicht

Insgesamt hinterliess YB im Backofen Tourbillon einen guten Eindruck. Die Berner verteidigten gut und liessen sich von den zweikampfstarken Wallisern nicht den Schneid abkaufen. Einer der Höhepunkte der packenden Begegnung: die Duelle zwischen Farnerud und Gattuso im zentralen Mittelfeld, die keinen klaren Sieger hervorbrachten.

Am Schluss eines aufwühlenden Nachmittags war nur einer zufrieden: der italienische Altstar, der mit seinen Mannschaftskollegen im sechsten Meisterschaftsmatch bereits den fünften Sieg feiern konnte und in der Tabelle vier Punkte vor dem Zweitklassierten Basel liegt. Seine Antipode Farnerud war derart enttäuscht, dass er das Geschehene gar nicht erst kommentieren mochte.

Ein starkes YB

Sion-Trainer Sébastien Fournier hatte ein starkes YB gesehen, «welches auch hätte gewinnen können». Für die Verlierer schmeckte das Lob der Sieger bitter. Denn die Tabelle präsentiert ein Bild, welches ihnen nicht gefallen kann: YB liegt nach der gestrigen Niederlage bereits acht Punkte hinter Leader Sion.

Das ist noch kein dramatischer Rückstand, doch es erleichtert die kommenden Aufgaben bestimmt nicht. Am Donnerstag haben die Berner in Dänemark anzutreten (Midtjyland), drei Tage später gastiert Lausanne im Stade de Suisse.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Oh ... y/21828186

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