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 Beitrag Verfasst: Sonntag 6. Mai 2012, 10:03 
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05.05.2012

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Zibung: ''Ich kann das nicht gutheissen''

Viel Hektik, drei Platzverweise, sieben Verwarnungen in der Schlussviertelstunde und viele vergebene Torchancen auf Berner Seite bekamen die Zuschauer in Bern zu sehen.

YB ging nach zwei schweren Abwehrfehlern von Michel Renggli und Tomislav Puljic bis zur 61. Minute nicht unverdient 2:0 in Führung. Die Luzerner waren bis dahin vor allem über die rechte Seite durch den wirbligen Adrian Winter gefährlich, doch ein Torerfolg wollte sich nicht einstellen. Ohne Luzerns Goalie David Zibung hätte die Partie aber nach einer Stunde längstens entschieden sein müssen. Viermal klärte er in höchster Not gegen allein anstürmende Berner, so auch vor dem 2:0 von Matias Vitkieviez, als er Emmanuel Mayuka stoppte, Puljic den Ball jedoch nicht wegbrachte, und Vitkieviez erben konnte.

Comeback aus dem Nichts

Nichts schien nach dem 2:0 auf ein Comeback der Luzerner Gäste hinzuweisen. Einzig Trainer Murat Yakin schien daran geglaubt zu haben. Er wechselte Minuten vor dem zweiten Gegentreffer Nelson Ferreira und Daniel Gygax ein, die in der Folge für den Umschwung besorgt waren.

Gygax bediente in der 72. Minute Ferreira mit einer scharfen Hereingabe zum 1:2, ehe er in der 91. Minute mittels Foulpenalty gleich selber das 2:2 bewerkstelligt. Winter hatte sich Alain Nef derart geschickt in den Weg gestellt, dass dieser ihn nur noch foulen konnte.

Kukeli nach Tätlichkeit des Feldes verwiesen

Zu diesem Zeitpunkt standen die Gäste bereits zehn Minuten in Unterzahl auf dem Feld, nachdem Burim Kukeli nach einer Rangelei mit Pascal Doubai die Rote Karte gesehen hatte. Nach dem späten Ausgleich gingen dann bei den Bernern die Nerven durch. Raul Bobadilla hatte so lange bei Schiedsrichter Adrien Jaccottet reklamiert, dass er nach einem höhnischen Applaudieren für den Penaltypfiff die Gelb-Rote Karte gezeigt erhielt. Abseits der Kamera ereignet sich Sekunden später ein weiterer Vorfall, der Doubai auch noch die Rote Karte eintrug.

Mit dem späten Ausgleich wahrte Luzern seinen Vierpunkte-Vorsprung auf das drittplatzierte YB, das nun am Sonntag von Servette punktemässig eingeholt werden könnte, wenn die Genfer gegen Lausanne-Sport gewinnen.

Piserchia: "Emotionen im richtigen Mass"

Auf die hektische Schlussphase angesprochen, meinte Luzern-Torhüter David Zibung nach der Partie im "Teleclub": "Emotionen gehören zum Fussball. Ich kann die Tätlichkeiten zwar nicht gutheissen, doch man hat gesehen, dass wir auch nur Menschen sind. Da können solche Sachen vorkommen."

In die gleiche Kerbe schlug YB-Interimstrainer Erminio Piserchia: "Emotionen dürfen, ja müssen sogar da sein. Natürlich muss man sie aber im richtigen Mass einsetzen können."

Young Boys - Luzern 2:2 (1:0)

Stade de Suisse. - 20'388 Zuschauer. - SR Jaccottet. - Tore: 9. Gonzalez (Vitkieviez) 1:0. 61. Vitkieviez (Mayuka) 2:0. 72. Ferreira (Gygax) 2:1. 91. Gygax (Foulpenalty/Foul von Nef an Winter) 2:2.

Young Boys: Wölfli; Gonzalez, Nef, Veskovac, Spycher; Vitkieviez (75. Nuzzolo), Doubai, Farnerud, Costanzo (91. Lecjaks); Mayuka (83. Ben Khalifa), Bobadilla.

Luzern: Zibung; Renggli, Wiss, Puljic (70. Thiesson); Sarr, Kukeli, Hochstrasser (59. Ferreira), Lustenberger; Winter, Hyka (59. Gygax); Lezcano.

Bemerkungen: YB ohne Degen, Ojala, Raimondi, Simpson und Weng (alle überzählig). Luzern ohne Bühler und Shalaj (beide verletzt). Platzverweise: 81. Kukeli (Unsportlichkeit gegen Doubai). 92. Bobadilla (Gelb-Rot für Applaudieren). 94. Doubai (Unsportlichkeit). Verwarnungen: 41. Bobadilla (Reklamieren), 75. Vitkieviez (Foul), 76. Sarr (Reklamieren), 78. Kukeli (Foul), 81. Doubai (Unsportlichkeit), 84. Wiss (Hands), 90. Nef (Foul), 93. Veskovac (Foul).


http://sport.ch.sportalsports.com/sport ... 00000.html

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 6. Mai 2012, 10:17 
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Aus meiner Sicht hat gestern das Coaching versagt. Das Trainerduo hätte die gelb-rote Karte von Bobadilla mit einer Auswechslung verhindern können, wenn nicht sogar müssen mit ein bisschen Weitsicht auf das wichtige Auswärtsspiel in Thun.

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 6. Mai 2012, 13:30 
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Rino hat geschrieben:
ich kann bobadilla voll und ganz verstehen. ich hätte wahrscheinlich genauso reagiert.

dito.

das hätte mich auch extremest genervt, wenn du am schluss durch solche leichte ballverluste noch den sieg aus der hand gibst.

ist doch ein beweis das die mannschaft noch lebt wenn sie so reagiert. stellt euch vor die hätten den ausgleich so mir nichts dir nichts akzeptiert.


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 Beitrag Verfasst: Montag 7. Mai 2012, 08:09 
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06.05.2012

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Skandal: YB-Bobadilla beschimpft Linienrichter aufs Übelste

«Du verdammter Hurensohn!»

Stade de Zoff. Platzverweis für Raul Bobadilla. Schimpftirade der schlimmsten Art. Jetzt droht dem Gaucho eine längere Sperre.

Tempo, Tore, Tumulte: Das 2:2 zwischen YB und Luzern vom Samstagabend ist ein Feuerwerk an Emotionen. Mittendrin YB-Gaucho Raul Bobadilla (24). Nach dem späten Ausgleich durch Gygax (91.) provoziert der bereits verwarnte YB-Stürmer die Unparteiischen mit hämischem Applaus. Gelb-Rot.

Im Spielerausgang will Bobadilla auf Linienrichter Manuel Navarro los. YB-Mitarbeiter halten ihn zurück. Es folgt ein Gewitter von spanischen Kraftausdrücken: «Du bist ein Desaster, du bist ein Desaster», schreit Bobadilla. «Du verdammter Hurensohn. Geh doch zur F.... deiner Mutter.»

Linienrichter Navarro weiss nicht, wie ihm geschieht.
Der Skandal-Kicker: Alkohol, Tattoos und Boliden

So hoch Bobadillas Glamourfaktor (Joy Lasic, Miss Argentinien 2009, ist seine Freundin), so lang sein Vorstrafenregister: Vor zwei Jahren fährt der damalige Gladbacher nach dem Derby gegen Köln mit 1,1 Promille Auto. Strafbefehl wegen Trunkenheit am Steuer.

Ein halbes Jahr später tritt er gegen Hannovers Sergio Pinto nach, beleidigt den Schiedsrichter: fünf Spielsperren, Verbannung in die 2. Mannschaft.

Letztes Wochenende Wildwest-Szenen in Genf. Massen-Krawall. Mittendrin Raul Bobadilla. Servettes François Moubandje klagt an: Bobadilla habe ihm auf den Kopf geschlagen.

Sein letzter Ausraster vom Samstag dürfte den Argenti­nier, der eine Vorliebe für schnelle Autos, Tattoos und glänzenden Schmuck hat, teuer zu stehen kommen.

Carlos Varela wurde im August 2010 für drei Spiele gesperrt, nachdem er den Linesman als «Scheisskerl» bezeichnete.

Heute schaut sich der Diszi­plinarrichter den Schiedsrichterrapport an. Wenn darauf Bobadillas Ausraster festgehalten ist, kommts zur Untersuchung.

Und eine interne Strafe? YB-Boss Ilja Kaenzig: «Irgendeine Strafe wird es sicher geben. Allerdings ist es für die Spieler ohnehin die grösste Strafe, dass sie einige Spiele fehlen.» Entschuldigen will er das Verhalten seiner Spieler aber in keiner Art und Weise. Kaenzig: «Bei solchen Heissspornen wie Boba und Doubaï gehts auch darum, dass so etwas nicht nochmal passiert.»
Bobadilla: «Frag den Schiri!»

Als Bobadilla nach seinem Ausraster aus der Garderobe kommt, will BLICK mit ihm reden: «Raul, was war da los?»

Der Argentinier geht mit zusammengekniffenen Augen wortlos vorbei. Erst später lösen sich seine Gesichtszüge. Bobadilla hat Luzerns Assistenztrainer Walter Grüter erblickt, unter dem er früher bei Concordia Basel spielte. Bobadilla lacht übers ganze Gesicht, fällt Grüter um den Hals, umarmt und küsst ihn.

BLICK versuchts noch einmal: «Raul, eine Frage, bitte?»

Bobadilla dreht sich um und lacht: «Frag den Schiedsrichter!»


http://www.blick.ch/sport/fussball/du-v ... 73444.html

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 Beitrag Verfasst: Montag 7. Mai 2012, 08:10 
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07.05.2012

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YB verschenkt wieder zwei Punkte

Beim 2:2 gegen Luzern waren bei den Young Boys die gewohnten Mängel festzustellen. Der angestrebte zweite Platz ist wohl kaum mehr zu erreichen.

Es waren Reaktionen, die in dieser Saison bei den Young Boys schon zur Gewohnheit geworden sind. «Es ist sehr bitter und enttäuschend. Wir haben das Spiel im Griff gehabt, machen dann aber ­wieder zwei Fehler», ärgerte sich Christoph Spycher, der trotz einer Rippenprellung von Beginn weg mitgespielt hatte. Und Matias Vitkieviez, der für das vermeintlich entscheidende zweite Tor der Berner nach einer Stunde verantwortlich zeichnete, sagte: «Wir haben die Nerven verloren, statt nach dem 2:0 cool zu bleiben.»

So enttäuschend das 2:2 gegen den FC Luzern am Ende für die YB-Spieler war, so unerklärlich blieb der Einbruch nach dem ersten Gegentor für den externen Beobachter. 70 Minuten lang hatten die Young Boys Spiel und Gegner grösstenteils im Griff. Das schnelle 1:0 durch den aufgerückten González bedeutete in diesem Spitzenspiel der Super League um Platz 2 den erhofften Start nach Mass. Das 2:0 nach einer Stunde stellte die Vorteile auch resultatmässig ins richtige Verhältnis. Und sogar Luzerns Trainer Murat Yakin meinte nach dem Spiel, dass er in dieser Phase wohl nicht mehr auf sein Team gewettet hätte.

Der Trainer der Gäste hatte im Laufe der zweiten Halbzeit aber die richtige Massnahme getroffen, um die zuvor ­«wenig zwingende» Offensivleistung ­seines Teams zu verbessern. Der Doppelwechsel von Ferreira und Gygax für Hyka und Hochstrasser zahlte sich nicht nur mit einer Co-Produktion dieses Duos beim 1:2 aus. Dieser Doppelwechsel habe bei seiner Mannschaft plötzlich für ­Probleme gesorgt, musste YB-Interims­trainer Erminio Piserchia zugeben.

Ohne Denker und Lenker

Wie YB in der Schlussphase völlig den Faden verlor, war aber nicht nur auf die Luzerner Steigerung zurückzuführen. Die Berner wirkten in den spielentscheidenden Momenten nicht zum ersten Mal führungslos. Keiner der Leistungsträger war in der Lage, das Team nach dem 1:2 schnell wieder zu stabilisieren, keiner übernahm die Chefrolle, keiner sorgte für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Disziplin. Weder Captain Wölfli noch Spycher oder Farnerud, der in ­solchen Phasen besser ­einige Meter ­weniger abspulen und stattdessen das ­Mittelfeld kontrollieren würde, waren dieser Aufgabe gewachsen. Und Silberbauer, eigentlich geholt, um mit seiner Routine gerade in kritischen Momenten Präsenz als Organisator zu markieren, sass bei den Young Boys 90 Minuten lang auf der Bank.

Schwierig zu verstehen ist auch, wie Nef im Finish abermals ein Gegentor ­verursachte, das YB wichtige Punkte kostete. Dass der Penalty nach der Intervention gegen Winter sehr, sehr hart ­diktiert war, soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Doch nicht zum ersten Mal fehlte dem robusten Verteidiger im Strafraum das Feingefühl, die ­nötige Dosierung des Risikos in einer Eins-gegen-eins-­Situation. Dass Nef zusammen mit dem überzeugenden Veskovac sonst einen guten Eindruck im Abwehrzentrum hinterlassen hatte, zählte nach ­diesem ungeschickten Einsteigen schliesslich nicht mehr viel.

Nach all diesen Ereignissen blieb auch Erminio Piserchia nach dem Spiel nur viel Frust. «Die Enttäuschung ist gross», sagte er. Was bei ihm für die grösste Kritik am Team sorgte, war der fahrlässige Umgang mit den vielen Torchancen. «Wir hätten aus den Kontern, in denen wir mehrmals eine Überzahl ­hatten, mehr machen müssen.» Dabei zeigte sich insbesondere, dass Mayuka weiterhin auf Formsuche ist. Wie der Stürmer Sekunden vor dem Pausenpfiff eine Drei-gegen-eins-Situation mit einem miserablen Pass verspielte, war nicht zu verstehen. Aber auch Bobadilla liess bei seinen zwei ausgezeichneten Chancen (12./48.) die Effizienz vermissen. Dass der Argentinier wie Doubai in der Nachspielzeit gar noch die Nerven verlor und des Feldes verwiesen wurde, passte zum aus Berner Sicht unerfreulichen Ende dieses Fussballabends. Platz 2 wohl verspielt

Auch das letzte verbliebene Ziel der Young Boys, die Saison in der Super League auf Platz 2 abzuschliessen, ist nach diesem 2:2 stark gefährdet. Falls Luzern zwei der drei ausstehenden Spiele gewinnt, kann YB selbst mit einer makellosen Bilanz in den letzten drei Runden gegen Thun (a), Sion (h) und ­Basel (a) nichts mehr ausrichten.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB ... y/16340414

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 Beitrag Verfasst: Montag 7. Mai 2012, 08:12 
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07.05.2012

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Die Suche nach dem Gleichgewicht

Die YB-Spieler waren nach dem 2:2 gegen Luzern verärgert. Zuvor hatten einige Berner Fussballer die Nerven verloren – und sich äusserst undiszipliniert verhalten.

Raúl Bobadilla war nicht zu beruhigen. Wie ein wütender Stier bahnte er sich den Weg in die Kabine, er musste von mehreren Leuten zurückgehalten und regelrecht abgeführt werden. Der Argentinier schrie und fluchte auf Spanisch nicht druckreife Wörter Richtung Spielleiter. Die Nerven lagen bei YB nach dem 2:2 gegen Luzern frei. Die spannende, teilweise verrückte Schlussphase hatte für erhitzte Gemüter bei den Bernern gesorgt – und viele Emotionen freigelegt.

Und der lange Schatten des vor wenigen Tagen freigestellten Trainers Christian Gross lag wie ein Mahnmal über der Veranstaltung am Samstagabend im Stade de Suisse. Nach dem frühen Ende des strengen Übungsleiters in Bern vor wenigen Tagen wirkten viele YB-Spieler gegen den FCL aufgedreht, mutig, spielfreudig (man könnte auch behaupten: befreit), aber sie offenbarten eben auch Undiszipliniertheiten, die man unter Gross kaum einmal gesehen hatte.

Bobadilla etwa hatte sich überhaupt nicht im Griff und wurde zweimal wegen Unsportlichkeiten verwarnt, ebenfalls in der Nachspielzeit war der junge Pascal Doubai vom Platz geflogen, weil er einem Gegenspieler den Stinkefinger gezeigt hatte. Und vor allem hatte YB am Ende einer unterhaltsamen Begegnung nicht nur den Kopf verloren, sondern erneut grob fahrlässig einen Sieg verspielt.

Ben Khalifas Ballverlust

Und so war der Ärger bei den YB-Fussballern nach dem Remis im Verfolgerduell gegen Luzern riesig. «Wir sind einfach zu dumm», meinte Mittelfeldspieler Moreno Costanzo. Und Routinier Christoph Spycher ergänzte: «Es darf uns niemals passieren, dass wir eine 2:0-Führung aus der Hand geben und sogar mit einem Akteur mehr auf dem Platz noch ein Tor erhalten.»

Die Interimstrainer Erminio Piserchia und Thomas Häberli hatten eine mutige Aufstellung gewählt, das war gut so, ihre Wechselphilosophie aber wurde kontrovers diskutiert. Nassim Ben Khalifas Eintritt wenige Minuten vor Spielende, als YB 2:1 führte, verstanden nicht alle, und es war unglücklicherweise der junge Stürmer, der mit einem folgenschweren Fehler am Ursprung des Last-Minute-Ausgleichs der Luzerner stand. Über die leichtsinnige Aktion Ben Khalifas und dessen Ballverlust ärgerten sich viele YB-Vertreter. Aber auch andere Berner agierten in jener Szene, die zum späten FCL-Elfmeter führte, nicht stilsicher. «Und die Schiedsrichter haben es halt auf mich abgesehen», meinte Alain Nef süffisant. Der Verteidiger verschuldete letztlich den – strengen, aber vertretbaren – Penalty, als er Adrian Winter zu Fall brachte.

Naiv bei den vielen Kontern

Rang 2 ist für YB nun schwierig zu erreichen, und selbst im Kampf um die Europa-League-Teilnahme könnte es für die Berner eng werden, zumal Thun noch sechs Punkte aus dem juristischen Theater rund um Sion zugesprochen erhalten könnte. Und wenn YB mit dem teuersten Team der Geschichte und in dieser schwachen, amputierten Liga nicht mal Vierter werden würde, wäre das ein Spiegelbild der miserablen Spielzeit. Der Druck ist gross, das erklärt das angespannte Nervenkostüm. Bobadilla und Doubai fehlen am nächsten Sonntag beim Derby in Thun, vielleicht werden beide sogar länger gesperrt, je nachdem was im Schiedsrichterrapport steht.

Das flegelhafte Benehmen einiger Fussballer schadet YB und überschattete die phasenweise schwungvolle Vorstellung gegen Luzern sowie die verbesserten Leistungen mehrerer Akteure wie der Torschützen Alexander Gonzalez und Matias Vitkieviez. «Wir waren zu naiv», sagte Christoph Spycher. «Wenn schon sieben Akteure bei einem Konter mitstürmen wollen, müssen wir dann auch ein Tor erzielen und nicht gleich selber in einen Konter laufen.»

YB ist nach hektischen Tagen weiter auf der schwierigen Suche nach dem Gleichgewicht – und muss in nervöser Ambiance in den letzten drei Partien versuchen, diese missratene Saison zumindest einigermassen zu retten.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/11689720

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 Beitrag Verfasst: Montag 7. Mai 2012, 08:39 
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07.05.2012

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Anschauungsunterricht

YB führt mit zwei Toren – und verliert sich in sich selber

brb. Bern · Das interimistische Trainerduo Erminio Piserchia und Thomas Häberli wird nicht zur definitiven Lösung der Young Boys werden, weil beiden die Uefa-Pro-Lizenz fehlt. Das 2:2-Remis gegen den FC Luzern, aber vor allem die Art und Weise, wie das Team in der letzten halben Stunde den Vorsprung preisgab, hält den YB-Chefs vor Augen, mit welch schwierigen Herausforderungen auch der fixe Nachfolger von Christian Gross konfrontiert sein könnte. Auflösung der Ordnung und undisziplinierte Handlungen aller Art standen am Samstag Spalier auf dem Weg zum Niedergang.

Die zur selben Zeit eingewechselten Nelson Ferreira und Daniel Gygax glichen die Berner Führung durch Alexander Gonzalez und Matias Vitkieviez zwischen der 72. und 91. Minute noch aus. Der YB-Mittelfeldspieler Moreno Costanzo hielt den Frust nicht unter Verschluss und sprach davon, dass sie in dieser Saison «einfach zu dumm» seien. Man kann das Verfehlen zwar individuell begründen, es wird aber immer offensichtlicher, dass in der Dynamik des Klubs einiges in Schieflage geraten ist. YB war mutig und offensiv eingestellt und hätte die Partie nach dem 2:0 längst für sich entscheiden müssen. Sowohl Piserchia wie auch Häberli stimmten ins Klagelied ein, «unzählige Chancen zum 3:0» ausgelassen zu haben.

Die Stimmung im Stadion war lange freundlich, bis sie kippte und YB Erscheinungen der Auflösung verriet. Es passte ins Bild, dass der Stürmer Raúl Bobadilla und der Mittelfeldspieler Pascal Doubai die Nerven nicht mehr im Griff hatten und für Unsportlichkeiten rote Karten erhielten (92./94.). Im ineffizient vorgetragenen Konterspiel waren mangelnde Automatismen zu beobachten. Hält man sich erfolgreiche Mannschaften vor Augen, wird der Ball dem besser Postierten zugespielt – weil das Team verinnerlicht hat, dass à la longue alle davon profitieren. Solche Dinge sind bei den Young Boys nicht in Perfektion zu begutachten, was einen nicht wundert. Das Team kann nach den Wirren im Klub gar nicht gefestigt sein, auch wenn man dies nach einer Stunde fast hätte glauben können. Aber es reichte ein Gegentor, um Zerrüttung auszulösen. YB ist im Moment nicht mehr als eine Ansammlung guter Individualisten. Dem neuen Trainer fällt die Aufgabe zu, sie zu einer Einheit zu formen.

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 Beitrag Verfasst: Montag 7. Mai 2012, 08:41 
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07.05.2012

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Frust pur bei den Berner Young Boys

BERN. Gelb-Rot für Raul Bobadilla und Rot für Pascal Doubai: Bei YB lagen die Nerven gegen Luzern (2:2) blank.

Raul Bobadilla applaudierte dem Linienrichter, danach beschimpfte er diesen in den Katakomben übel. Der argentinische Hitzkopf sah im zwölften Einsatz für YB bereits fünfmal Gelb und einmal Gelb-Rot. Den anderen Ausraster leistete sich Pascal Doubai. Der Ivorer schlug Luzerns Michel Renggli in den Nacken und zeigte zudem in der Schlussphase den «Stinkefinger».

«Das geht nicht», hält Co-Trainer Thomas Häberli zu den Frustaktionen in der Nachspielzeit unmissverständlich fest. «Natürlich gehören Emotionen zum Spiel, aber diese muss man im Griff haben.» Der frühere Stürmer betont: «Was vorgefallen ist, ist unbestritten nicht gut. Wir werden das intern ansprechen.» Die beiden YB-Akteure müssen aber auch von der Liga mit einer Sperre rechnen.

YB schien die Luzerner lange im Griff zu haben. Doch die Innerschweizer reagierten und kamen durch die Joker Nelson Ferreira und Daniel Gygax noch vom 0:2 zum 2:2. Burim Kukeli war beim Ausgleich schon nicht mehr dabei. Der Luzerner Verteidiger hatte sich bereits vor den YB-Frustausbrüchen eine Tätlichkeit geleistet. Für Renggli war am Ende klar: «Drei Rote Karten waren in dieser Partie noch fast zu wenig.» Derweil ärgerte sich YB-Regisseur Moreno Costanzo darüber, dass es YB einmal mehr nicht gelang, einen Vorsprung über die Distanz zu retten: «Wir sind einfach zu dumm.»

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 Beitrag Verfasst: Montag 7. Mai 2012, 08:42 
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07.05.2012

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Offensiv, naiv, dumm

YB-Noten · Die Young Boys spielten gegen Luzern (2:2) mutig, aber undiszipliniert.

Marco Wölfli Note 4,5

Zwei sichere Paraden, bei den Gegentoren machtlos, obwohl er den Elfmeter beinahe hielt.

Alexander Gonzalez Note 5

Der 19-Jährige ist ein spektakulärer, moderner Offensiv-Rechtsverteidiger, der seine Stärken gegen Luzern demonstrierte. Schoss das frühe 1:0, agierte mutig, zuweilen riskant. Später auch mit vereinzelten Fehlern.

Alain Nef Note 4

Agierte lange Zeit diszipliniert. Später aber nicht immer souverän, verschuldete erneut einen Elfmeter, wobei die Entscheidung diesmal streng war.

Dusan Veskovac Note 4,5

Veskovac war robust, gewann die Mehrzahl seiner Zweikämpfe.

Christoph Spycher Note 4

Startete nicht gut, leistete sich in den ersten zwanzig Minuten ungewohnt viele Fehler. Aber Spycher steigerte sich, leitete das 2:0 mit einem herrlichen Pass auf Mayuka ein – agierte aber später vor den Gegentoren nicht sicher.

Pascal Doubai Note 3,5

Durfte für Michael Silberbauer im 4-1-2-1-2-System (Mittelfeld zur Raute geformt) im zentralen, defensiven Aufbau spielen. Tat das dynamisch, relativ ballsicher, insgesamt aber eine Spur zu wenig solid. Und agierte in der Schlussphase gleichfalls unbeherrscht, als er einen Platzverweis erhielt, weil er einem Gegenspieler den Stinkefinger zeigte.

Matias Vitkieviez Note 5

Stärkste Leistung seit vielen Wochen. Aggressiv, bissig und mit viel Esprit. Schoss das 2:0.

Moreno Costanzo Note 4,5

Spielte im halblinken Mittelfeld auffällig, gab kluge Pässe, war präsent, leistete sich aber auch ein paar Auszeiten.

Alexander Farnerud Note 4,5

Durfte als Spielmacher ran. War bemüht, ordnete oft den Aufbau, vergab aber wie Costanzo bei der Doppelchance kurz vor der Pause aus wenigen Metern das 2:0.

Emmanuel Mayuka Note 4

Er kam vom Afrika-Cup in schlechter physischer Verfassung zurück – und war einer der vielen YB-Spieler, die unter Trainer Christian Gross kaum Selbstvertrauen besassen. Das sah man auch gegen Luzern. Der Stürmer durfte (endlich mal wieder) als Stürmer auflaufen, war viel unterwegs, aber entschied sich oft falsch. Vor dem 2:0 vergab er kläglich – Vitkieviez traf dann.

Raúl Bobadilla Note 3

Für seinen Einsatz hätte der Torjäger eine 5 verdient. Für seinen (übertriebenen) Eigensinn eine 3 – und für seinen selten dämlichen Platzverweis (zwei Verwarnungen wegen Reklamierens plus hämischen Applaudierens) eine 1! Bekommt er seine Undiszipliniertheiten in den Griff und spielt er ein bisschen mannschaftsdienlicher, kann er der beste Stürmer der Liga werden.

Raphael Nuzzolo (75. Minute für Vitkieviez), Nassim Ben Khalifa (83. Minute für Mayuka) und Jan Lecjaks (90. Minute für Costanzo) waren zu kurz im Einsatz, um benotet zu werden. fdr

6 = herausragend; 5 = gut; 4 = solid; 3 = ungenügend; 2 = schlecht; 1 = sehr schlecht.

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 Beitrag Verfasst: Montag 7. Mai 2012, 08:44 
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YB unreif und undiszipliniert

Die Berner spielen gegen Luzern 2:2 und handeln sich zwei rote Karten ein
Nach einer Stunde scheint es, als befreie sich YB aus der Baisse, doch Luzern nützt die Schwächen zum Ausgleich.

Der Sieg lag für YB nach dem 2:0 durch den Mittelfeldspieler Vitkieviez nach 61 Minuten auf dem Silbertablett. Was dann aber folgte, waren Berner Krisenzeichen erster Güte, auch unter dem interimistischen Trainer-Duo Erminio Piserchia und Thomas Häberli. Glich die Spielkonzeption des früheren Trainers Christian Gross bisweilen einem Korsett für die Individualisten, verloren sie sich jetzt am Ende ungeordnet auf dem Feld.

Erstens wussten die Berner den Vorsprung nicht zu verwalten, geschweige denn, ihn noch auszubauen. Zweitens verloren sie sich in Disziplinlosigkeiten und handelten sich in der Nachspielzeit zwei Platzverweise ein (Bobadilla und Doubai). Das waren Zeugnisse, dass die Frustration, die sich in den letzten Monaten im Soge mangelnden Erfolgs aufgebaut hatte, tiefer sitzt als vermutet und gestern Samstagabend in der Lage war, einen greifbaren Sieg aus den Händen zu geben. Der YB-Trainer Piserchia sprach an der Pressekonferenz von einer «Enttäuschung» und «der Unfähigkeit, Konter in Überzahl für uns zum Sieg zu nutzen».

Der Anschlusstreffer des eingewechselten Luzerners Ferreira nach 72 Minuten zum 1:2 wäre noch zu verkraften gewesen, aber nach dem Platzverweis gegen den Luzerner Kukeli (81.) in Überzahl noch im Remis unterzugehen, zeugte von grosser Berner Unreife. Der FCL liess es sich nicht nehmen, auch zu zehnt geordnet anzugreifen – und in der 91. Minute geschah das Unheil aus Sicht der Berner. Nef drückte den Stürmer Winter im Strafraum zu Boden, und Gygax verwandelte den Strafstoss zum 2:2. Der Luzerner Trainer Murat Yakin sprach vom «wichtigen doppelten taktischen Wechsel» (Ferreira und Gygax), kritisierte aber die «mangelnde Cleverness».

Yakin hatte ja die interne Meisterschaft ausgerufen und den FC Basel als «hors catégorie» eingestuft. Jetzt wolle er das beste Team hinter dem Krösus sein. Das Duell gegen YB war daher der Spitzenkampf hinter der einsamen Spitze. Wie stets unter der Leitung Yakins präsentierte sich Luzern in einem variablen taktischen System – wie eine Handorgel stossen seine Spieler in den offensiven oder defensiven Part. Die Berner hatten anfänglich Mühe, sich und ihre Positionen zu finden. Sie lebten mehr von ihrer individuellen Klasse als von der kollektiven Stärke.

Anfangs half den Young Boys das Wettkampfglück. Der Verteidiger Gonzales wusste nach neun Minuten von einer Unachtsamkeit zu profitieren und schoss wuchtig zum 1:0 ein. YB hätte in der Folge das Skore erhöhen können, doch einmal rettete nach einem Schuss Costanzos Renggli auf der Linie, und kurze Zeit später vertändelten Mayuka und sein Sturmpartner Bobadilla den Ball nach einem Konterangriff (41. und 45.). Die ausgelassenen Möglichkeiten sollten noch ungemein schmerzen.

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