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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 6. April 2011, 11:31 
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Bieler Tagblatt, 06.04.2011

YB diktiert FC Biel Konditionen

Die Young Boys wollen ihre Partnerschaft mit dem FC Biel überdenken. Zwar will man noch gemeinsam arbeiten, aber zu anderen Konditionen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem FC Biel und den Young Boys sei bis jetzt zufriedenstellend verlaufen, sagt Hansruedi Hasler, Technischer Direktor der Berner. « Aber Biel kann wohl noch etwas zufriedener sein als YB», fügt er an. Bis im Sommer 2012 läuft der Partnerschaftsvertrag zwischen den beiden Vereinen, aber nun wollen die Berner diese Zusammenarbeit überdenken. YB-Chef Ilja Kaenzig und FC-Biel-Verwaltungsratspräsident Jean-Pierre Senn sassen jüngst zusammen, um über das weitere Vorgehen zu diskutieren.

Die Berner wollen die gemeinsame Arbeit der beiden Vereine nicht beenden. «Wir hoffen, dass wir einen Weg finden, die Zusammenarbeit weiter zu führen, einfach mit anderen Voraussetzungen», sagt Hasler. Konkret meint er damit, dass YB keine Spieler mehr verpflichtet und dann Biel ausleihen wird, die kein Potenzial für das Fanionteam haben. «YB zahlt momentan zwölf Spieler, die irgendwo in der Schweiz spielen, das ist Unfug», so Hasler. Von den Spielern, auch von denen die seit Beginn der Partnerschaft 2008 in Biel spielten, sei bis jetzt «wenig Produktives für die erste Mannschaft herausgekommen». Künftig dürften deshalb wohl weniger Berner Spieler zu günstigen Bedingungen in Biel auflaufen.

«Für uns ist das hart, aber wir können den Strategiewechsel nachvollziehen», sagt Jean-Pierre Senn. Er setzt nun die Hoffnung auf das Scouting, dass die beiden Vereine gemeinsam aufziehen wollen. So möchte YB 19 bis 20-jährige Talente zu sich holen, die das Potenzial für das Fanionteam haben, aber noch in der eigenen U21-Mannschaft oder in Biel Erfahrungen sammeln können. «Wir schauen jetzt, wie ernst es YB damit ist», sagt Senn dazu.

http://www.bielertagblatt.ch/News/Sport/202893

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 6. April 2011, 11:34 
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Berner Zeitung, 06.04.2011

Konkurrenz in der Offensive steigert das Spielniveau

YB ist in der Offensive ausgezeichnet besetzt. Zahlreiche starke, prominente Fussballer kämpfen um einen Platz in der Startaufstellung. Wer spielt am Sonntag gegen den FC Basel?

Die Young Boys agierten am Sonntag beim 2:0-Sieg in Sion beeindruckend stark, sie dominierten Geschehen und Gegner, beherrschten Ball und Spiel, es war ein Beleg der Fortschritte, die sie erzielt haben. «Wir sind auf einem guten Weg», sagt Captain Marco Wölfli. «Ich bin überzeugt, dass wir bald schon einen Titel gewinnen können.» Das YB-Kader ist für Super-League-Verhältnisse ausgezeichnet bestückt, vor allem in der Offensive herrscht ein Konkurrenzkampf mit prominenter Besetzung. U-21-Nationalspieler Xavier Hochstrasser (22 Jahre alt) zum Beispiel verliess YB in der Winterpause, weil er mehr Spielpraxis benötigt, um die Teilnahme an der U-21-EM im Sommer in Dänemark nicht zu gefährden. Das leihweise Engagement des zentralen Aufbauers bei Padova (Serie B) verläuft aber harzig, Hochstrasser sitzt vornehmlich auf der Ersatzbank.

Dort mussten bei YB auch Stürmer Marco Schneuwly (26) und Mittelfeldspieler Christian Schneuwly (23) in den letzten Monaten oft Platz nehmen, derzeit sind die Brüder verletzt. Die Schneuwlys bewiesen ihre Fähigkeiten in den letzten Jahren, doch in dieser Saison sind die Mitbewerber um einen Stammplatz besser als früher.

Talent Tosetti in Lauerstellung

Das hat auch Mario Raimondi erfahren müssen. Der verdienstvolle, polyvalente Linksfuss, seit 2005 bei YB, wird meistens nur noch in der Schlussphase eingewechselt, so wie in Sion, als Raimondi in der 88.Minute das Spielfeld betrat. Auf Raimondis Positionen verrichten Christoph Spycher im Mittelfeld und Senad Lulic im Angriff vorzügliche Arbeit. Und die Grossbegabung Matteo Tosetti, U-17-Weltmeister 2009, drängt zwar ins Team, doch das seit kurzem 19-jährige Talent muss sich gedulden. Es soll in Ruhe aufgebaut werden. Diesen Plan verfolgen die Young Boys auch mit Emmanuel Mayuka, dem 20 Jahre alten Stürmer, der am Sonntag nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Ballkontakt das 2:0 erzielte. Der Sambier Mayuka kommt im Angriff (noch) nicht am Kameruner Henri Bienvenu (22) vorbei.

«Es sind Luxusprobleme»

Vladimir Petkovic ist der Trainer, der die Personalpolitik moderiert, er tut das entspannt und sagt gerne, bei YB habe es nicht 11, sondern 22 Stammspieler. Weil die Young Boys bis in diesen Frühling in drei Bewerben involviert waren und es immer wieder Verletzte und Gesperrte gab, erhielten die meisten Akteure bis jetzt genügend Spielpraxis – doch für das Heimspiel gegen den Leader Basel am Sonntag steht Petkovic vor kniffligen Entscheidungen. Zwar ist Defensivakteur und YB-Ersatzspieler Ammar Jemal, immerhin tunesischer Nationalspieler, gesperrt, aber David Degen, am rechten Flügel bisher gesetzt, kehrt nach verbüsster Sperre zurück. Der begabte Spielmacher Moreno Costanzo, mit rund 1,2 Millionen Franken Ablösesumme im letzten Sommer der teuerste YB-Einkauf aller Zeiten, könnte seinen Platz wieder verlieren, falls der bisher überragende Winterpausenerwerb Alexander Farnerud (26) neben den ebenfalls sehr überzeugenden Thierry Doubai (22) ins zentrale Mittelfeld rückt. «Der Konkurrenzkampf ist wichtig», sagt der Schwede Farnerud. «So erreichen wir ein höheres Niveau.» Und Moreno Costanzo (23) findet: «Wir haben wirklich viele starke Spieler. Aber ich glaube, das sind für einen Trainer schöne Sorgen, es sind Luxusprobleme.»

Christoph Spycher, seit einigen Tagen 33 Jahre alt, ist der YB-Fussballer mit der grössten Erfahrung, und er nennt die hohe Dichte an starken, aber jungen, entwicklungsfähigen Einzelspielern «erfreulich». Der langjährige Frankfurt-Spieler sagt: «Einige YB-Spieler können einmal ins Ausland wechseln. Aber es ist wichtig, dass sie in Bern reifen und sich bewähren. Viele Spieler verlassen die Schweiz zu früh.»

Mayuka wie Doumbia

Der scharfe Kampf um Einsatzzeiten hat der Stimmung im Team nicht geschadet, der Charakter der Rivalität unter den YB-Spielern wird als hart, aber freundschaftlich beschrieben. Klar ist aber auch, dass einer wie Mayuka, der seine Klasse schon im Nationalteam Sambias oder als 16-Jähriger (!) an der U-20-WM 2007 in Kanada unter Beweis stellte, eher früher als später zur Stammkraft aufsteigen wird. «Mayuka steht vor einer glänzenden Karriere», sagt YB-Chef Ilja Kaenzig. «Aber er muss ruhig bleiben und Schritt für Schritt nehmen.» Es ist beim schnellen, spektakulären Edeljoker Mayuka ein wenig wie vor zwei Jahren mit dem schnellen, spektakulären Edeljoker Seydou Doumbia, der damals auch oft von der Ersatzbank kommend wichtige Tore erzielte. «Aber wir tun Mayuka keinen Gefallen, wenn wir ihn mit Doumbia vergleichen», sagt Kaenzig. Mayuka soll – wie einst der zweifache Torschützenkönig Doumbia – seine Lockerheit behalten. Und vielleicht bringt seine Ablösesumme dem Verein auch einmal einen zweistelligen Millionenbetrag ein. Mayukas Aussichten sind wie jene der Young Boys auf jeden Fall vielversprechend.

Sturm im Wasserglas

Eine prominent präsentierte Geschichte des «Blicks» sorgte am Dienstag für Aufregung bei YB. Das Boulevardblatt fragte: «Spielt Bienvenu mit gefälschtem Pass?»

Der Kameruner Henri Bienvenu habe sich demnach 2006 einen neuen Pass besorgt, damit er zwei Jahre älter sei – und mit Jahrgang 1988 alt genug für einen Profivertrag in Tunesien. Eigentlich sei Bienvenu erst 1990 geboren.

Der YB-Stürmer nahm deshalb am Dienstag seine privaten Unterlagen mit ins Training. «Und auch auf der offiziellen Geburtsurkunde Bienvenus ist der 5. Juli 1988 als Geburtsdatum angegeben», sagt YB-Medienchef Albert Staudenmann. Die Liga wird diese Sache kaum verfolgen.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/10372634

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 09:09 
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Berner Zeitung, 07.04.2011

«Es gibt an YB-Spielen nicht mehr Gewalt als früher»

Fürs Hochrisikospiel YB - Basel (Sonntag, 16 Uhr) stehen mehrere Hundert Polizisten im Einsatz. Das sei nötig, um die Fussballfans im Zaum zu halten, sagt der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP). YB-Fan Clemens Friedli wehrt sich im Streitgespräch: «Die Polizei sollte ihr Dispositiv überdenken.»

Clemens Friedli haben Sie sich als Fussballfan schon mal geschämt?
Clemens Friedli: Ich stehe dazu, dass ich Fussballfan bin, und schäme mich deswegen nicht. Doch das Verhalten gewisser Leute an Fussballspielen nervt mich natürlich.

Gibt es nach Ausschreitungen negative Reaktionen aus Ihrem Umfeld?
Clemens Friedli: Ja, die gibts. Die meisten Leute wissen von meinem Engagement in der YB-Fanszene. Ich höre oft den Spruch «was habt ihr wieder gemacht?» Diese Personen sind meist durch einseitige Medienberichte informiert. Die Öffentlichkeit zeichnet ein schlechtes Bild über alle Fussballfans. Niemand redet oder schreibt über die Mehrheit, welche für die gute Stimmung und die Choreografien im Stadion verantwortlich ist.

Reto Nause: Die organisierten Fanclubs distanzieren sich halt kaum von den Krawallmachern. Dabei kennen sie die Personen, die regelmässig für Probleme sorgen. Weshalb werden diese Leute nicht ausgegrenzt?

Clemens Friedli: Dieser Vorwurf ist haltlos.

Wie distanzieren Sie sich von Gewalt, Herr Friedli?
Clemens Friedli: Die YB-Fanszene distanziert sich ganz klar von Gewalt. Im Kampf gegen Rassismus sind wir dank der Organisation «Halbzeit – Gemeinsam gegen Rassismus» sogar ein Vorzeigeklub. Die Fanarbeit und Exponenten der Fanszene nehmen ihre Verantwortung wahr. Die Zeiten sind längst vorbei, als im Wankdorfstadion schwarze Spieler mit Affengeräuschen und Bananen eingedeckt wurden. Aber Sie können doch nicht von uns erwarten, dass wir 30'000 Menschen im Griff haben.

Reto Nause: Aber die Fanszene könnte sich beispielsweise gegen Pyro-Fackeln in der Fankurve wehren. Doch sie toleriert und schützt Leute, die verbotene Feuerwerke abfeuern. Zudem werden in der Kurve Transparente mit vermummten Gestalten gezeigt. Das beinhaltet doch ganz klar ein gewaltverherrlichendes Element.

Müssen alle Fussballfans Sonntagsschüler sein, Herr Nause?
Reto Nause: Die Frage ist immer, wie weit die Rebellion geht. Darf man nach einer Niederlage die Mayonnaisetube im Stade de Suisse aufschlitzen?

Sie sprechen vom Spielereingang im Stade de Suisse. Dieser wurde nach dem Cupspiel YB gegen Zürich im März demoliert.
Clemens Friedli: Das dramatische Cupspiel hatte uns alle stark aufgewühlt. Als wir begriffen haben, was beim Spielereingang abgeht, war die Szene bereits vorbei. Aber klar: Solche Szenen wollen wir nicht.

In diesem Frühjahr geriet auch die Polizei in die Kritik. Reto Nause, haben Sie sich schon mal wegen übermotivierter Polizisten genervt?
Reto Nause: Nein. Es wundert mich sowieso, weshalb es überhaupt Polizisten braucht, um ein Sportereignis durchzuführen.

Ein YB-Match ohne Polizei – eine Illusion?
Reto Nause: Ich wäre gerne bereit, einen Feldversuch durchzuführen. Doch ich befürchte, dass wir danach in der Öffentlichkeit zerrissen würden, weil wir die Sicherheit nicht gewährleistet haben.

Clemens Friedli: Meine Erfahrung sieht anders aus: Wenn die Young Boys zum Beispiel in Neuenburg gegen Xamax spielen, sehe ich zehn bis zwanzig Polizisten. Diese tragen keine Kampfmontur, sondern eine normale Uniform. Obschon jeweils mehrere Tausend YB-Fans anreisen, gabs dort nie einen nennenswerten Zwischenfall.

Sie sagen, die Polizei sei das Problem?
Clemens Friedli: Ich will bloss anregen, dass auch die Polizei ihr Vorgehen und ihr Dispositiv überdenkt.

Reto Nause: Ich habe mehrmals die Ankunft der Gästefans im Extrazug miterlebt. Das Eindrücklichste war die Finalissima zwischen YB und Basel im Mai 2010. Als der Zug mit den FCB-Fans bei der S-Bahn-Station Wankdorf einfuhr, flogen Flaschen und Petarden aus den Fenstern. Die Stimmung war hochgradig aufgeheizt. Beim Stadion angekommen, versuchten die FCB-Fans sogleich, die Eingangstore aus der Verankerung zu reissen. Die Szenen waren brachial. Nur mit Gummigeschoss und Reizgas konnte verhindert werden, dass das Stade de Suisse gestürmt wird.

Wie hören sich Ihre Erlebnisberichte an, Clemens Friedli?
Clemens Friedli: Wenn ich im YB-Fanzug an ein Auswärtsspiel reise, dann spüre ich vor allem Vorfreude. Die Fans haben Spass. Manchmal freut man sich, dass wieder einmal so viele Leute an ein Auswärtsspiel reisen. Eine derart aggressive Stimmung, wie sie Reto Nause geschildert hat, erlebe ich im YB-Zug nicht...

Reto Nause:...Bis manche Fans aus dem Zug aussteigen und sich auf einmal durch die Polizei provoziert fühlen.

Clemens Friedli: Als friedlicher Fan, der sich noch nie was zu Schulden kommen lassen hat, fühle ich mich bei solchen Empfängen schon seltsam. Und ich frage mich, sind diese Hundertschaften nötig?

Was würden Sie anders machen?
Clemens Friedli: Ich wünschte mir Verhältnisse wie beispielsweise in der deutschen Bundesliga in Hannover. Wenn dort der Fanzug ankommt, steht der Polizeieinsatzleiter alleine und ohne Helm auf dem Perron. Mittels Megafon begrüsst er die Fans, stellt sich mit Namen vor und erklärt die Regeln und allfällige Sanktionen. Das gibt der Polizei ein Gesicht, und die Fans fühlen sich als Ansprechpartner ernst genommen.

Reto Nause: Den Einsatzleiter, der sich bei der Finalissima 2010 ohne Helm vor die Fans des FC Basel gestellt hätte, kenne ich nicht. Da gabs weit und breit kein Fan, mit dem der Einsatzleiter hätte reden können. Mir muss niemand erzählen, die Berner Polizei fahre zu aggressiv ein. Das Gegenteil ist der Fall: Auch bei Kundgebungen in der Innenstadt verschiebt sich die Polizei unauffällig in den Seitengassen. Sie greift erst ein, wenns wirklich nötig ist.

Was schlagen Sie vor, um die Ankunft der Gästefans in Bern zu beruhigen?
Reto Nause: Es ist die Fankultur, die sich radikal ändern muss. Der Staat hat das Gewaltmonopol und stellt die Regeln auf. Ohne die hohen Polizeiaufgebote käme es regelmässig zu einem Zusammenprall der Fangruppen. Und je nach Spielverlauf und Dramatik wären die Szenen krass.

Herr Friedli, Sie gehen seit vielen Jahren an die YB-Spiele. Wie wars früher?
Clemens Friedli: Bis vor zehn Jahren konnte ich ins alte Wankdorf gehen, ohne auf die Polizei zu treffen.

Reto Nause: Und was glauben Sie, weshalb das heute anders ist? Etwa, weil die kantonale Polizeidirektion Freude daran hat, dass Beamte aus dem ganzen Kanton den Samstagabend im Berner Nordquartier verbringen? Oder doch eher, weil die Krawalle tatsächlich zugenommen haben?

Clemens Friedli: Es gibt heute nicht mehr Gewalt als früher. Polizeistatistiken und Aussagen der Vereine und der Fussballliga belegen dies.

Können Sie das bestätigen?
Reto Nause: Bern hat heute tatsächlich wenig Zwischenfälle. Aber das ist so, weil wir die YB-Spiele mit grossen Polizeiaufgeboten und einem ausgeklügelten Sicherheitsdispositiv begleiten. Das hat im Jahr 2010 drei Millionen Franken gekostet. Auch ich will das Polizeiaufgebot markant reduzieren. Mein Ziel sind Verhältnisse, wie sie laut Clemens Friedli im alten Wankdorfstadion waren. Der neue Sicherheitszaun zwischen S-Bahnstation und Stade de Suisse wird helfen, dass die Polizei in Zukunft zurückhaltender agieren kann...

...Sie sprechen von dem Zaun, den Sie in dieser Zeitung vor kurzem einen Raubtierkäfig nannten.
Reto Nause: Nach diesem Ausdruck war die Kritik seitens der YB-Fans heftig. Ich wünschte mir, sie würden sich ebenso deutlich gegen Gewalt in ihren Reihen äussern.

Wie beurteilen Sie ihre Wortwahl mit Distanz?
Reto Nause: Für 99 Prozent der Fussballfans war diese Aussage falsch. Ich habe mich auf dem Forum der YB-Fans dafür entschuldigt.

Können diese 99 Prozent das Gewaltproblem lösen?
Clemens Friedli: Es lässt sich nie zu 100 Prozent verhindern. Deshalb brauchts auch die Polizei. Doch die Behörden sollte die Fanarbeiter ernster nehmen. Denn diese setzen bei den Ursachen an. Prävention ist ebenso wichtig wie Repression.

An die Adresse der Fanarbeiter kam schon die Forderung auf, diese müssten den Behörden die Namen von Übeltätern und Pyro-Zündern angeben?
Reto Nause: Sie müssen die Leute nicht verraten. Es würde mir reichen, wenn die Fanarbeiter die Gewaltvorfälle thematisieren und die Leute aus der Fankurve weisen. Die Chaoten müssen sich von den anderen ausgegrenzt fühlen.

Clemens Friedli: Das passiert. Es gibt Leute, die fahren nicht mehr im Extrazug mit, weil sie Mist machen und wir das nicht tolerieren. Nach Gewaltvorfällen gehen die Fanarbeiter die betreffenden Leute direkt an.

Glauben Sie das, Reto Nause?
Reto Nause: Ja, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Betreffend Pyro-Fackeln muss ich sagen: Da passiert gar nichts.

Clemens Friedli: Zum Klarstellen: Fackeln sind nicht mit Gewalt gleichzusetzen. Wir diskutieren aber intern über die Fackeln. Diese gehören seit Jahrzehnten zur Fankultur. Zudem sind die Fackeln teilweise ein Protest der Fans gegen die Polizeirepression. Das zeigt einmal mehr, dass ein Verbot das falsche Mittel ist. Nicht nur die Fans müssen sich ändern, auch die breite Öffentlichkeit. Nur so finden wir in Zukunft pragmatische Lösungen.

In welche Richtung ändern sich die Fans?
Clemens Friedli: Ich kann nicht für die Fankurve reden, sondern nur für mich alleine: Die Selbstregulierung muss stärker werden. Es braucht mehr Leute, die hinstehen und sagen: Das darf nicht passieren. Das schadet unseren Anliegen.

Haben Sie diesen Mut?
Clemens Friedli: Natürlich stehe ich hin. Das ist meine Verantwortung als Fussballfan. Doch es gibt schon ein paar wenige, bei denen auch mir der Mut zur Intervention fehlt. Diese Minderheit ist nur durch die die Polizei mit den bestehenden Gesetzen zu stoppen.


Clemens Friedli (27) aus Burgdorf ist seit über 15 Jahren YB-Fan. Er gehört zum harten Kern der YB-Fanszene und ist sowohl an Heim- wie auch Auswärtsspielen stets dabei. Der ausgebildete Kaufmann arbeitet als stellvertretender Geschäftsführer in einem kleinen Beratungsbüro, welches vor allem für Gemeinden und öffentliche Organisationen tätig ist. Während zweieinhalb Jahren war Clemens Friedli Co-Präsident der Fanarbeit Bern sowie während mehrerer Jahre im Vorstand von «gäubschwarzsüchtig», dem Dachverband der YB-Fans.

Reto Nause (40) ist Gemeinderat der Stadt Bern. Seit 2009 leitet er die Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie (SUE). In dieser Funktion beobachtet er die YB-Fanszene.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/11242885

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Dienstag 12. April 2011, 09:32 
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Berner Zeitung, 12.04.2011

Und das Warten der YB-Fans geht weiter

YB begeistert mit Offensivfussball, absolviert in der Liga aber die schlechteste Spielzeit seit Jahren. CEO Ilja Kaenzig trimmt den Verein auf Erfolg – die titellose Zeit soll bald endlich vorbei sein.

Das Berner Fussballpublikum hat längst einen Ehrenpreis für besonders ausgeprägte Leidensqualitäten verdient. In einigen Wochen erlebt YB vermutlich die «Silberne Wartezeit», denn bald ist es 25 Jahre her, seit der Verein im Mai 1986 den letzten Meistertitel gefeiert hat. Beim 3:3 gegen einen soliden, aber nicht überragenden Leader Basel boten die Young Boys am Sonntag im ausverkauften Stade de Suisse mal wieder ein Spektakel, gefühlsmässig aber glich das Remis nach 2:0-Führung einer Niederlage.

Und der grosse, treue Anhang darf weiter rätseln, wann der Spitzenklub YB endlich wieder einen Meistertitel gewinnt.

Starkes Kader, wenig Punkte

Die Young Boys sind äusserst beliebt, der stolze Zuschauerschnitt hat in dieser wechselhaften Saison erneut die 22000er-Marke überschritten. Das ist bemerkenswert. Und: YB hat vermutlich die beste, ganz sicher aber die talentierteste Mannschaft (mindestens) der letzten 25 Jahre, sie ist auf allen Positionen gespickt mit Nationalspielern und Begabten. Wenn man sie mit den Rivalen Basel und Zürich vergleicht, ist sie an der Spitze wie in der Breite stärker als der FCZ einzustufen – und kaum erheblich schwächer als der FCB. Allein: Nach drei Vierteln der Spielzeit ist der Meisterzug wohl abgefahren – in den letzten drei Jahren mischte YB nach 27 Runden stets kräftig um den Titel mit und verbuchte 55 (2008), 54 (2009) sowie 62 (2010) Punkte. In dieser Spielzeit sind es vergleichsweise bescheidene 45 Zähler.

Weitere Transfers zu erwarten

Sein grosses Potenzial hat das YB-Team in dieser Saison immer wieder unter Beweis gestellt, beispielsweise in mehreren Europacuppartien und sporadisch in der Super League. «Aber wir sind zu wenig konstant», sagt YB-CEO Ilja Kaenzig. Er will nichts davon wissen, dass die Equipe unter Vladimir Petkovic möglicherweise stagniere und zwar beste Unterhaltung garantiere, aber nicht reif für Titelgewinne sei: «Der Trainer ist und bleibt unbestritten.» Kaenzig ist seit bald acht Monaten der starke Mann bei YB, er kümmert sich vor allem um den Sport, ist bestens vernetzt und kennt den Markt. Kaenzig hat bei YB in der Führungsetage einige personelle Retuschen angebracht und prominente Fachleute verpflichtet, beispielsweise den Technischen Direktor Hansruedi Hasler oder den Stadionchef Thomas Gurtner. «Wir sind auf einem guten Weg, die Strukturen zu verbessern», sagt Kaenzig. Und sein erster grosser Spielertransfer, der Schwede Alexander Farnerud, war in der Winterpause ein absoluter Volltreffer.

Kaenzig dürfte im Sommer nochmals kräftig in Spieler investieren. Offen bleibt, ob es YB gelingen wird, alle von ausländischen Vereinen beobachteten Akteure zu halten. «Es kann immer Abgänge geben, aber nächste Saison werden wir ein noch stärkeres Team haben», sagt Kaenzig.

Kühleres Klima im Betrieb

Die hohen Ambitionen Kaenzigs und seiner Mitstreiter lassen sich auch daran bemessen, dass der CEO nicht nur gegenüber Sponsoren von einer «Übergangssaison» oder sogar einer «verlorenen Saison» spricht, in der man bestenfalls Zweiter werden könne. Rang 3 ist in der von den Verantwortlichen anvisierten «Phase 3» nach drei Vizemeisterschaften in Serie sowieso nicht vorgesehen. Diese Haltung kann arrogant wirken, ist aber ein Beleg der hohen Ziele. Das Stade de Suisse ist keine Wohlfühloase mehr, wie sie es unter dem beliebten CEO Stefan Niedermaier war, das freundschaftliche Klima ist einer eher kühlen Atmosphäre gewichen. Was zählt, ist der sportliche Erfolg, rational geplant, effizient umgesetzt. YB muss erst in zweiter Linie sympathisch sein, Erfolge und Pokale sind wichtiger. Dieses Denken lebt das grosse Vorbild vor, der FC Bayern München. Es erhöht aber den Druck und sorgt im Misserfolgsfall für Unruhe. Titelgewinne würden die ehrgeizigen Besitzer wohl selbst bei finanziellen Verlusten zufrieden stellen – und das Berner Fussballpublikum mit der ausgeprägten Leidensfähigkeit nach zahlreichen Ehrenplätzen allemal.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/23498570

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Dienstag 12. April 2011, 11:20 
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Rang 3 ist in der von den Verantwortlichen anvisierten «Phase 3» nach drei Vizemeisterschaften in Serie sowieso nicht vorgesehen.


im prinzip doch schon!
hätte nicht gedacht das mit phase drei eigentlich rang drei gemeint war. :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Dienstag 12. April 2011, 15:17 
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bevor wieder kräftig investiert wird, sollte sich kaenzig ein wenig gedanken über einen neuen hauptsponsor machen. ich denke hier ist man bis jetzt noch nicht fündig geworden.

zudem sollte man immer daran denken, dass die herren geldgeber rhis und oertig plötzlich so schnell weg sein können wie sie gekommen sind. ob rhis nach den turbulenzen rund um seine firma weiter so kräftig investiert wie bis anhin ist fragwürdig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Dienstag 12. April 2011, 16:20 
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Das Stade de Suisse ist keine Wohlfühloase mehr

Für mich bleibt das Wankdorf immer eine Wohlfühloase. :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 14. April 2011, 08:10 
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14.04.2011

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Die Young Boys arbeiten an vielen Baustellen

Bei YB gibts in diesen Wochen einiges zu erledigen. CEO Ilja Kaenzig könnte sich vorstellen, dass zumindest einer der Schneuwly-Brüder zum FC Thun wechselt.

Auch wenn YB in diesem Frühling kaum ins Titelrennen eingreift, steht der Verein nicht vor einem langweiligen Wochen. Es gilt, in zahlreichen Bereichen Fortschritte zu erzielen, um nächste Saison einen Schritt weiter zu sein. Arbeit steht beispielsweise im Sponsoringressort an, wo ein neuer, potenter Hauptsponsor gesucht wird. «Wir sind dran», sagt Ilja Kaenzig, «aber selbstverständlich geben wir keine Auskunft, mit wem wir reden.» Gesprächiger gibt sich der CEO bei einer anderen Baustelle, die er und seine Crew zu schliessen haben: bei der leidigen Suche nach Trainingsfeldern. «Wir sind mit einigen Gemeinden wie Bolligen, Köniz oder Ostermundigen in guten Gesprächen, um dort Plätze zu benutzen oder zu bauen», sagt Kaenzig. Die Verlegung des Naturrasens im Stade de Suisse jedoch werde erst in der Winterpause oder sogar erst im Sommer 2012 möglich sein.

Koo-Handel geht weiter

Auch der geplatzte Transfer Koo Ja-Cheols zu YB beschäftigt Kaenzig weiter. Anfang Februar erklärte er ja, der neue Verein des Südkoreaners (Wolfsburg) werde eine erhebliche Entschädigung an die Young Boys zahlen müssen. YB hatte mit dem talentierten Asiaten bekanntlich eine Vereinbarung getroffen, aber nach starken Leistungen von Koo am Asien-Cup gabs viele neue Interessenten – und die Young Boys zogen letztlich den Kürzeren. Heute sagt Kaenzig zum juristischen Geplänkel: «Wir sind am Prüfen, was sich machen lässt. Wir haben zwei Jahre Zeit, um Einsprache zu erheben.» Aber die Angelegenheit sei enorm kompliziert, die Verfahrenskosten seien riesig. «Möglicherweise ist das Risiko, am Ende überhaupt nichts oder nur wenig zu erhalten, zu gross», sagt Kaenzig.

Der ganze Koo-Handel könnte aber bald eine neue Dimension erhalten, denn bei Wolfsburg ist ja seit wenigen Wochen Felix Magath an der Macht. Und der Trainersportchef dürfte wie immer ein Transferspektakel veranstalten, sodass Koo vielleicht im Sommer ausgeliehen wird. «Ja, das wäre natürlich witzig, wenn Koo plötzlich doch noch bei uns spielen würde», sagt Ilja Kaenzig.

Marco ja, Christian vielleicht

Die Kaderplanung für die Zukunft läuft bei YB längst. Kaenzig rechnet mit «maximal zwei Stammspielern», die YB im Sommer verlassen könnten, und denkt an Thierry Doubai sowie Senad Lulic, die mit starken Leistungen das Interesse ausländischer Klubs geweckt haben. Und falls Abwehrtalent François Affolter im Sommer eine starke U21-EM spielen sollte, dürfte auch sein Marktwert weiter steigen. «Aber diesen Spielern, zu denen auch Torhüter Marco Wölfli gehört, bringt es ja nichts, zu Mittelfeldklubs wie Köln, Stuttgart oder Palermo zu wechseln. Dann bleiben sie besser noch ein Jahr bei YB und reifen weiter.»

Weil YB die begabten Stürmer Emmanuel Mayuka und Henri Bienvenu halten will, könnte sich Kaenzig vorstellen, dass Marco Schneuwly eine neue Herausforderung, zum Beispiel beim FC Thun, sucht. Schneuwly wäre im Sturmzentrum im 3-4-3-System wohl weiter dritte Wahl. Thun drängt sich als Arbeitgeber auf, da Nick Proschwitz zu Luzern wechselt. Kaenzig trifft sich bald mit Thun-Sportchef Andres Gerber. Auch Marco Schneuwlys Bruder Christian steht bis 2012 unter Vertrag und benötigt mehr Spielpraxis. Der vielseitige Offensivspieler geniesst hohe Wertschätzung. «Er ist begehrt. Aber wir planen langfristig mit ihm», sagt Kaenzig. Vielleicht wird Christian Schneuwly ja nach einer Vertragsverlängerung ausgeliehen. An Thun?


http://www.bernerzeitung.ch/region/Die- ... y/18757556

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 14. April 2011, 10:00 
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Zitat:
Der ganze Koo-Handel könnte aber bald eine neue Dimension erhalten, denn bei Wolfsburg ist ja seit wenigen Wochen Felix Magath an der Macht. Und der Trainersportchef dürfte wie immer ein Transferspektakel veranstalten, sodass Koo vielleicht im Sommer ausgeliehen wird. «Ja, das wäre natürlich witzig, wenn Koo plötzlich doch noch bei uns spielen würde», sagt Ilja Kaenzig.

fände es äusserst unklug wenn man diesen spieler nun noch ausleihen würde.


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2010/2011
 Beitrag Verfasst: Montag 9. Mai 2011, 15:41 
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NZZ, 08.05.2011

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Koste es, was es wolle
Die Berner Young Boys zerbrechen systematisch alles Alte
Vladimir Petkovic war der dienstälteste Trainer der Super League. Seine Verpflichtung 2008 durch die YB-Verantwortlichen verblüffte ebenso wie sein Mut fürs 3:4:3-System. Doch häufig mutierte der Mut zu Sturheit.
Benjamin Steffen

Als Exempel diente, wie Petkovic letzten Samstag auf Radio DRS sagte, er glaube nicht, dass hierzulande ein Team in den letzten drei Jahren schöner und erfolgreicher gespielt habe als YB. Letzteres stimmte zweifellos nicht, wobei es stets ein Leichtes war, Petkovic vorzuhalten, dass YB trotz viel Vorsprung 2010 den Meistertitel verpasst hatte.

Der vor Jahresfrist entgangene Titel besitzt eine nicht zu unterschätzende Tiefenwirkung. Der Verwaltungsrat zerschlägt systematisch alles, was unter dem CEO Stefan Niedermaier seit 2005 aufgebaut worden war, aber zu keinem Titel führte. War die überraschende Entlassung Niedermaiers nicht nur stillos, sondern auch schwer verständlich gewesen, ergab die Personalpolitik seither durchaus Sinn. Ob sie auch von Erfolg gekrönt ist, wird sich weisen.

Anzeige:Es ist nicht frei von Ironie, dass Christian Gross der Nachfolger eines Trainers wird, dem er in seiner letzten Basel-Saison 2008/09 in vier Partien viermal unterlegen ist. Doch die YB-Chefs sehen vor allem, dass Gross mit hohen Budgets elf Titel gewann. Nun testen auch die Berner, ob Siege käuflich sind. Deshalb wagen sie einen Kraftakt, den wohl weniger der Verwaltungsratspräsident Oertig als vielmehr die vermögenden Brüder Rihs ermöglichen.

Die Entlassung Petkovics kostet rund 1,5 Millionen Franken. Gross kassierte in Basel zuletzt fast 2 Millionen jährlich, in Bern dürfte er weniger, aber auch siebenstellig verdienen; dazu gesellen sich vermutlich bald teure Transferwünsche.

YB investiert viel und setzt sich unter Druck, aber auch Gross geht ein Risiko ein. Nach der Entlassung in Basel will er sich als Erfolgstrainer beweisen. Doch wer auch immer in Bern zuletzt Coach war – irgendetwas ging immer schief.


http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/fus ... 14122.html

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