 |
 |
Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
|
| Autor |
Nachricht |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 31. Dezember 2010, 12:45 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
Berner Zeitung, 31.12.2011 Ilja Kaenzig und der nächste Schritt bei YBSeit Anfang August arbeitet Ilja Kaenzig als YB-CEO. Er blickt auf intensive Monate zurück – und plant fürs Jahr 2011 zahlreiche Veränderungen im Verein. Ilja Kaenzig geniesst endlich ein paar relativ freie und ruhige Tage mit seiner Familie in Arosa. Er blickt auf «interessante, anstrengende, intensive» Monate zurück, seit er am 9.August mit grossem Getöse als neuer YB-CEO vorgestellt wurde. Er habe viel gelernt, sagt Kaenzig, und natürlich sei es auch eine schwierige Zeit gewesen. «Ich musste viele Vorbehalte abbauen, das hat Energie absorbiert», sagt er. Und: «Ich hätte mir meinen Start anders vorgestellt, aber mittlerweile sind wir so weit, dass wir gemeinsam in die Zukunft blicken können.» Sein Vorgänger Stefan Niedermaier war (und ist) nicht nur bei YB hoch angesehen, es gab nach seinem Rausschmiss die eine oder andere Kündigung und Betriebsstörungen, doch Kaenzig glaubt, dass jetzt alle am selben Strick ziehen: «Die Leute sind sehr motiviert. Wir haben eine hohe Gangart angeschlagen und wollen vieles verbessern.» In einigen Bereichen wie dem Scouting ist ihm das schon gelungen, zudem bezeichnet Kaenzig die Ernennung Hansruedi Haslers zum Technischen Direktor bei YB ab 1.Januar als «wichtige Personalentscheidung». Er wolle in allen Bereichen die «besten Leute» engagieren: «Nur so kommen wir nachhaltig weiter.» Das Vertrauen in den TrainerAnzunehmen ist deshalb, dass es auch in den kommenden Wochen und Monaten zu zahlreichen Veränderungen bei YB kommt. Die Gerüchteküche brodelt, so sei Kaenzig in dieser Woche beispielsweise angeblich mit den aktuell arbeitslosen Startrainern Marcel Koller und Christian Gross in Bern zusammengesessen. Kaenzig lacht herzhaft, als er darauf angesprochen wird, und sagt: «Ich war hier in Arosa, es gibt in der Skischule viele Zeugen dafür.» Er hoffe, fügt der 37-Jährige ernsthaft an, dass die ständigen Debatten um den YB-Trainer endlich aufhören. «Vladimir Petkovic geniesst unser vollstes Vertrauen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.» Natürlich weiss Ilja Kaenzig, dass die Bewertung seiner Arbeit und auch derjenigen des Coaches und letztlich aller Angestellten im Stade de Suisse eng mit dem sportlichen Erfolg verknüpft ist. «Und deshalb habe ich ein gutes Gefühl und bin entspannt. Wir arbeiten sehr zielbewusst, engagiert und professionell auf einem hohen Niveau, das in der Schweiz kaum ein anderer Fussballklub erreicht.» Geduld bei SpielertransfersDie Ergebnisbaisse in der Super League und der enttäuschende fünfte Zwischenrang würden ihn nerven, sagt Ilja Kaenzig, aber das hohe Potenzial des Teams sei mehrmals, insbesondere im Europacup, angedeutet worden. «Deshalb verpflichten wir jetzt in der Winterpause auch nur einen Fussballer, wenn er uns wirklich weiterbringt.» Das sei finanziell nicht so einfach, es benötige bei Transfers in der Grössenordnung des Wunschspielers Alexander Farnerud enorm viel Geduld. «Ein schwedischer Nationalspieler wie Farnerud besitzt einen gewissen Marktwert. Man muss geschickt verhandeln.» Auch beim Südkoreaner Koo Ja-Cheol, einem anderen offensiven Mittelfeldspieler, bleibe man dran. «Aber im Winter ist es eben schwierig, echte Verstärkungen zu finden, die nicht den Kostenrahmen sprengen», sagt Kaenzig. Und gerade bei YB gebe es ja sehr viele Fussballer wie Matar Coly, Hassan Lingani oder Issam Mardassi, um nur drei zu nennen, die hektisch geholt worden seien und jetzt nicht mehr benötigt, aber immer noch auf der Lohnliste stehen würden. «Es hat zu viele Restposten, die das Budget belasten», sagt Kaenzig. «Doch insgesamt ist das Kader gut genug, um sich zu verbessern und in der Rückrunde erfolgreich zu sein. Wir wollen nichts erzwingen.» Möglicherweise verlassen im Januar ja noch unzufriedene Akteure den Verein, doch Leistungsträger wie Thierry Doubai, David Degen oder François Affolter, die laut Internetmeldungen kurz vor einem Wechsel ins Ausland stehen sollen, bleiben laut Kaenzig bei YB: «Es wird derzeit viel Schwachsinn verbreitet.» Projekt «Nationalstadion»Zudem stossen die Young Boys derzeit in Bereichen wie «Hospitality, Sponsoring, Events und Nachwuchsförderung» einige Projekte an. «Noch ist das nicht spruchreif, aber wir werden im Frühling informieren, was wir alles planen», sagt Kaenzig. Sehr wichtig sei ihm dabei das Vorhaben, das Stade de Suisse viel stärker als Nationalstadion zu verankern. «Das wäre für YB, die Stadt Bern, den Kanton, ja für die ganze Schweiz eine grossartige Sache», schwärmt er. Gespräche mit dem Fussballverband laufen, und selbstverständlich hängt vieles davon ab, ob und wann der ungeliebte Kunstrasen durch einen natürlichen Untergrund ersetzt wird. «Das grösste Problem in dieser Beziehung ist, dass es nicht so einfach ist, genügend Trainingsmöglichkeiten zu finden», sagt Kaenzig. Auf dem Kunstrasen können das ganze Jahr problemlos mehrere Mannschaften täglich trainieren. Er sei überrascht, erklärt Kaenzig, wie kompliziert es sei, in der Stadt Bern zusätzliche Fussballfelder zu bauen. «Aber wir bemühen uns stark darum, bald schon Fortschritte erzielen zu können.» Und so freut sich Ilja Kaenzig aufs Jahr 2011. Er weiss, dass er und YB unter Druck stehen und Titel gewinnen müssen, um die latente Unruhe zu vertreiben. Es heisst ja zum Beispiel auch, die Investoren würden ihre Anteile unbedingt verkaufen wollen und dem Verein gehe es finanziell nicht so gut – und Kaenzig plane seine Zukunft gar nicht bei YB, darum würde er immer noch im Hotel leben. «Wir haben schlicht noch kein Haus gefunden», sagt Kaenzig. Und sowieso: «Die ständigen Gerüchte beweisen doch, dass YB lebt und die Leute stark interessiert.» http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Ilja-Kaenzig-und-der-naechste-Schritt-bei-YB/story/13935969
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Mittwoch 5. Januar 2011, 09:58 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
Der Bund, 05.01.2010 YB: «Eine ideale Lösung» YB-CEO Ilja Kaenzig über den Abgang von Goalietalent Bürki zu GC – und den Zuzug von Benito. Im Herbst nahmen die Young Boys einen ersten Anlauf, sie hatten diesen Plan: Roman Bürki an GC auszuleihen und ihn, das grosse Talent, bei den Zürchern reifen zu lassen. Mit ein paar Monaten Verspätung wird diese Absicht nun umgesetzt. Gestern einigten sich die Vereine auf den Goalietausch: Der 20-jährige Bürki wechselt von Bern nach Zürich und erhält einen Vertrag bis 2012 mit Option auf eine weitere Saison. Im Gegenzug wird der 34-jährige Ivan Benito von den Grasshoppers zu den Young Boys transferiert. Seine Rolle ist so klar definiert wie die Dauer seines Vertrags: Bis 2014 soll der Aargauer die Nummer 2 sein. Für YB-CEO Ilja Kaenzig ist die Arbeit auf dem Markt damit aber nicht abgeschlossen. Er hat die Hoffnung, dass sich zwei Verstärkungen realisieren lassen – und dass für Spieler, die ausser Traktanden gefallen sind, Abnehmer gefunden werden. Ilja Kaenzig, der talentierte Bürki wird an GC abgetreten, dafür übernimmt YB Benito, der die Karriere bald hinter sich hat. Können Sie den Sinn dieses Wechsels erklären? Die Konstellation bei uns ist die, dass Roman Bürki hinter Marco Wölfli kaum Aussichten hat, regelmässig zum Einsatz zu kommen, obwohl er als eines der grössten Talente des Landes gilt. Deshalb suchten wir nach einer geeigneten Alternative. Als sich die Möglichkeit mit GC ergab, war das so etwas wie ein Traum. Warum? Weil es nicht viele Super-League-Klubs gibt, die bereit sind, einen jungen Goalie auszuleihen. Wenn es Bürki packt und Stammspieler bei GC wird, kehrt er nach Ablauf seines Vertrages mit breiter Brust zu uns zurück. Hat er bei den Grasshoppers eine Stammplatzgarantie? Nein, und das ist auch gut so. Er soll sich gegen seinen Konkurrenten sportlich durchsetzen. Die neue Nummer 2 bei YB ist also Benito. Was erwarten Sie von ihm? Er bringt enorm viel Erfahrung mit und soll sich als Führungsspieler einbringen, auf dem Trainingsplatz, neben dem Rasen, in der Kabine. Ich sehe für Ivan auch die Aufgabe des Helfers an der Seite des Trainers. Er ist einer, der seinen Mund schon aufmacht, wenn es die Situation erfordert. Akzeptieren muss er aber die Rolle des Ersatzmanns. Es ist abgemacht, dass er Wölflis Stellvertreter wird, das ist so. Ist YB damit nicht gleich weit wie damals mit Paolo Collaviti, der dann aber seinen Platz dem jungen Bürki überlassen musste? Dieser Wechsel fand statt, bevor ich bei YB anfing, ich möchte mich dazu nicht weiter äussern. Fakt ist, dass wir jetzt eine ideale Lösung auf dem Goalieposten haben, die uns zufriedenstellt. Und eben: Bürki kann auch nur profitieren. Ist Alexander Farnerud Ihr nächstes Personaldossier? Oder ist der Schwede bald kein Thema mehr? Er ist nach wie vor eins, aber wir warten auf ein Signal von Bröndby Kopenhagen (Farneruds aktuellem Klub – die Red.). Tendenziell sieht es gut aus. Die Dänen müssen uns den Verhandlungsball nur noch zurückspielen. Ausserdem hoffen wir immer noch, den Koreaner Ja-Cheol Koo verpflichten zu können. Dafür könnte YB aber Xavier Hochstrasser verlieren. Er möchte seine Karriere in einem Klub fortsetzen, in dem er unbestrittener Stammspieler ist. Bei uns ist er das nicht ganz. Aber es gibt auch Spieler, die bei uns keine Perspektive mehr haben, ein Lingani, ein Mardassi, ein Coly. Für sie möchten wir neue Klubs finden. http://www.derbund.ch/bern/YB-Eine-ideale-Loesung-/story/14763942
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
yb fan
|
Verfasst: Sonntag 16. Januar 2011, 09:09 |
|
Registriert: Sonntag 24. Februar 2008, 19:15 Beiträge: 96 Wohnort: figö
|
Känzig bringt nur unruhe sollte endlich mal positives bringen? Was hat Känzig bis jetzt erreicht nichts, Sponsor abgesprungen wichtige Mitarbeiter abgesprungen Mannschaft ein Scherbenhaufen (kein System) es tut nur noch weh was von YB zu hören, nichts positives aber gar nichts zu hören. Trotzdem Hopp YB
_________________ wir siegen yb
|
|
 |
|
 |
|
springtime87
|
Verfasst: Sonntag 23. Januar 2011, 12:21 |
|
Registriert: Donnerstag 14. Mai 2009, 14:48 Beiträge: 317
|
yb fan hat geschrieben: Känzig bringt nur unruhe sollte endlich mal positives bringen? Was hat Känzig bis jetzt erreicht nichts, Sponsor abgesprungen wichtige Mitarbeiter abgesprungen Mannschaft ein Scherbenhaufen (kein System) es tut nur noch weh was von YB zu hören, nichts positives aber gar nichts zu hören. Trotzdem Hopp YB Naja... sind ein bisschen voreilige Schlüsse. Klar die letzten Meldungen waren teils nicht gerade positiv. Niedermaier weg, Baumann weg, Gstürm mit den Obersten bei YB, Grosssponsor weg (Wobei hier wohl andere Motive als das Geschehen bei YB den Ausschlag gegeben haben... In Thun soll ja ein neues Stadion gebaut werden und die Migros wird sich dort wohl auch einnisten) Aber dennoch bin ich gespannt auf die Rückrunde. Man hörte munkeln, dass Petkovic in den Testspielen nun auch wieder einmal 3-4-3 hat spielen lassen und wenn Dudar wieder fit ist und Farnerud sich gut ins Team einbringen kann, dann sehe ich gar nicht mal so schwarz für die Rückrunde.
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Sonntag 10. April 2011, 06:35 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
NZZ, 09.04.2011 Der Chef, der als Wunderkind galtIlja Kaenzig soll YB als CEO nach ganz oben führen. In Bern fehlt ihm noch die breite Akzeptanz. Doch in Deutschland stellen ihm die früheren Arbeitgeber kein schlechtes Zeugnis aus. Ilja Kaenzig war ein Teenager, als er in den achtziger Jahren eines Tages zum Telefonhörer griff und Beat Mutter anrief. Mutter war der Torhüter des Servette FC, Kaenzig gab sich als Vertreter der Sportmarke Reusch aus und legte Mutter nahe, er müsse im bevorstehenden Match neue Handschuhe tragen. Es waren jugendliche Flausen, die Kaenzig zu diesem Anruf trieben, doch Mutter verstand die Welt kaum mehr. Am Abend verlor Servette, Kaenzig wusste nicht so recht, ob er Mutter derart verunsichert und die Niederlage mitverschuldet hatte; er haderte. Denn obwohl er in Sursee wohnte, war er ein grosser Servette-Fan, er besuchte alle Spiele, in Genf und auswärts. Die Fan-Liebe ist erkaltet über die Jahre, Kaenzig begann, im Fussball die Brötchen zu verdienen. Seit August 2010 arbeitet er als CEO von YB. Bei Kaenzigs Präsentation posaunte der Investor Andreas Rihs, YB solle «vom Herausforderer zum Titelkandidaten werden, nicht nur in der Schweiz». Einige Berner sagen, der 37-jährige Kaenzig sei «ein armer Siech». Als Nachfolger des beliebten Lokalfürsten Stefan Niedermaier wollte ihn niemand richtig, bloss die Aktionäre, deren Launen nun er statt Niedermaier ausgesetzt ist. Doch so nett, zuvorkommend Kaenzig oft wirken mag: Er traut sich etwas zu, kennt keine falsche Scheu – was nicht nur die Episode mit Mutter zeigt. Etwas später, inzwischen Wirtschaftsstudent, legte er dem GC-Manager Erich Vogel ein Dossier mit Spielern vor, die er ihm vermitteln könne. Im Portfolio führte er etwa Oleg Protassow, einen russischen Spitzenstürmer. Vogel zeigte Interesse – aber nicht an Spielern, sondern an Kaenzig. Denn er staunte, dass ein erst gut 20-Jähriger über derart gute Kontakte verfügte. Kaenzig erklärte, er habe eine russische Mutter. Wie seriös sein Kontakt zu Protassow war, verrät Kaenzig bis heute nicht, er sagt bloss: «Wenn ich damals schon gewusst hätte, wie das Geschäft funktioniert, wäre ich kaum auf Erich Vogel zugegangen.» «Ich musste Zeichen setzen»Der forsche Jüngling erhielt bei GC 1994 einen Job, brach das Studium ab. Mit Angelo Semeraro, dem späteren Berater von Johann Vogel und Johan Vonlanthen, koordinierte er Transfers; und als GC 1995 die Champions-League-Qualifikation gegen Maccabi Tel Aviv mit Akribie plante, folgte Kaenzig dem Gegner als Spion fast drei Wochen lang auf Schritt und Tritt. Solche Geschichten zeigen, dass er den Aufstieg abverdiente, ebenso den guten Ruf, der ihn in Deutschland lange begleitete. Von 1998 bis 2004 arbeitete Kaenzig bei Bayer Leverkusen; er galt als Zögling des Manager-Schwergewichts Reiner Calmund, mit wachsenden Kompetenzen. Deutsche Medien nannten ihn «ehrgeizigen Zauberlehrling», sogar «Wunderkind». Doch für Wolfgang Holzhäuser, als Geschäftsführer der direkte Vorgesetzte, klingt «Wunderkind» zu utopisch. «Er ist ein sehr fähiger Arbeiter von hoher Sozialkompetenz und Intelligenz.» Holzhäuser sagt, Kaenzig sei dank kaufmännischem Wissen breiter qualifiziert als Calmund. Kaenzig arbeite strukturiert, alles wurde «fein säuberlich in akkurater Handschrift notiert». Der Leverkusener Geschäftsführer wollte ihn 2004 zum Verbleib überreden, doch Kaenzig sei in Hannover im Wort gestanden. Bei Hannover 96 wurde Kaenzig 2006 entlassen, weshalb es leicht erscheint, über ihn den Stab zu brechen. So wurde bei seiner Ankunft in Bern kolportiert, er habe damals die Kostenseite «nicht restlos im Griff gehabt». Martin Kind, der langjährige Hannover-Präsident, sagt dazu: «Wenn dem so wäre, trüge er nur eine Teilverantwortung. Ich segnete ja alles ab.» Kind sagt, als er sich 2005 temporär aus dem operativen Geschäft zurückzog, habe er den Abgang wohl ungenügend vorbereitet. 2006 kehrte er zurück, «und ich musste Zeichen setzen» – was zur Entlassung zweier Geschäftsführer, darunter Kaenzig, führte. Kind sagt, Hannover sei ein unruhiger Klub mit schwieriger Historie. «Kaenzig musste Basisarbeit leisten, den Sportbereich neu aufbauen.» Für Kind ist Kaenzig in Hannover nicht gescheitert, «der deutsche Markt ist eigenwillig in seinen Entscheidungsprozessen». Kaenzigs grösstes Problem sei gewesen, dass er sich mit den Trainern rieb, «vielleicht weil er zu jung war, zu wenig erfahren im Umgang mit anderen Verantwortlichen, in der Kommunikation zu defensiv». In Bern heisst es heute, der YB-Betrieb werde weniger familiär geleitet als früher, Kaenzig verkörpere den Typ Jungmanager. Kaenzig sagt dazu: «Jeder führt so, wie er es für richtig hält. Entscheidend ist der Erfolg.» Der Berner Freundeskreis ist noch nicht viel grösser geworden, doch die Zuzüge von Hansruedi Hasler (Technischer Direktor), Thomas Gurtner (Stadionchef), Ingo Winter (Scout) und Alexander Farnerud (Spieler) rechnen Kaenzig gar Kritiker hoch an. Neue Wege, nötige HärteBöse Zungen sagen, wer von 2007 bis August 2010 keinen neuen Klub gefunden habe, könne kein «Wunderkind» sein. Doch anscheinend sollen Angebote aus Deutschland vorgelegen sein, Kaenzig aber ging neue Wege. Er gründete das Unternehmen «Boutique Football», das Klubs mit Investoren zusammenführen wollte; erfolgreichen Abschlüssen kam die Finanzkrise in die Quere. Bei «Boutique Football» arbeitete er mit René Strittmatter, dem ehemaligen Vizepräsidenten des FC Zürich, der als Spieleragent wirkt. Als Kaenzig im Februar 2010 kurz «Blick»-Sportchef wurde, zog er sich offiziell aus «Boutique Football» zurück. Dieser Schritt wirkt professionell. Offenbar weiss Kaenzig, wo Fallen lauern, die einen angreifbar machen – was nicht erstaunt für einen Lehrling der streitbaren Manager Vogel und Calmund. Der Hannover-Chef Kind sagt: «Kaenzig kennt die Spielregeln des Marktes. Und er hat die nötige Härte, um Verhandlungen zu führen.» Auf die Frage, ob er ein Schlitzohr sei, sagt Kaenzig: «Nein. Schlitzohren mogeln sich durch. Im Fussball braucht es gute Netzwerke und einen steten Wissensvorsprung.» Mit Verlaub: Zumindest Beat Mutter erlebte ihn als Schlitzohr. http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/akt ... 90446.html
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 22. April 2011, 08:08 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
 Blick, 21.04.2011 Zitat: Ilja Kaenzig
YB-Boss: «Verlierer-Gen ist Quatsch»
BERN - Für YB ist die Saison nach dem 1:2 gegen den FCZ Saison gelaufen. Für CEO Ilja Kaenzig beginnt nun das «Kürlaufen».
BLICK: Das YB-Verlierer-Gen hat offenbar nichts mit der Klubführung zu tun? Ilja Kaenzig: Das mit dem Verlierer-Gen ist Quatsch! Das bezieht sich auf entscheidende Momente. Das 1:2 in Zürich war kein solcher.
Wie bitte? Immerhin hat YB damit das Rennen um Platz zwei verloren? Man kann nicht immer Spiele zu entscheidenden machen und sagen, dass sei nun die letzte Chance, nur weil man eine unzufriedenstellende Vorrunde gespielt hat. Wir haben da in den Heimspielen gegen St. Gallen, Thun, Bellinzona und Xamax von zwölf möglichen Punkten drei geholt. Das geht nicht. In Zürich kann man verlieren.
In diesem Jahr gabs in den vier Spielen gegen FCB und FCZ elf Gegentore. Damit gewinnt man keinen Blumentopf. Das war nicht nur gegen die beiden Grossen das Grundübel. 40 Gegentore in 29 Spielen – damit wird man nie Meister. Nie! Mit der Verpflichtung von Michael Silberbauer haben wir einen ersten wichtigen Schritt in Richtung höhere defensive Stabilität gemacht.
Liegts an der Dreierkette? Überhaupt nicht! Uruguay war das Überraschungsteam der WM, kam mit einer Dreierkette bis in den Halbfinal. Es wäre auch bei einem 4-4-2 genau gleich gewesen.
Liegts an Trainer Vladimir Petkovic, der einfach keine grossen Spiele gewinnen will? Es ist irritierend, wenn ich das höre. Der Coach hatte lange Zeit weder das nötige Material, noch die Unterstützung und die Strukturen.
Unterstützung und Strukturen hat er nun. Also liegts am Spielermaterial? Teilweise, ja. Jetzt haben wir genügend Zeit, um ein Spitzenteam auf die Beine zu stellen. Die fehlte bisher weitgehend. Dennoch haben wir mit Nef und Farnerud zwei Volltreffer gelandet.
Worum gehts bis Ende Saison? Wir wollen den dritten Platz vorzeitig sichern, den ich übrigens immer als realistisches Ziel bezeichnet habe. Erinnern Sie sich? Danach soll sich jeder Spieler in einer Art Kürlauf für einen Stammplatz in der neuen Saison aufdrängen.
Wer kommt neben Elsad Zverotic und Michael Silberbauer? Für weitere Namen ist es zu früh. Zuerst müssen wir den Überhang an Spielern abbauen, der für das Kader der ersten Mannschaft keine Rolle mehr spielt. Da haben wir weit über eine Million Franken totes Kapital. http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... sch-171019
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 15. Juli 2011, 07:58 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
15.07.2011  Zitat: «Maschinerie ist auf Erfolg ausgerichtet»
fussball · YB-CEO Ilja Kaenzig hat vor dem Saisonstart morgen gegen Basel ein gutes Gefühl. Der 38-Jährige spricht über die Ziele und Transfers der Berner und über seine Arbeit.
Sind Sie zufrieden mit der Saisonvorbereitung bei YB?
Ilja Kaenzig: Ja, ich habe ein gutes Gefühl. Wir haben alles dafür getan, um Erfolg zu haben. Die Voraussetzungen stimmen, es herrscht eine Aufbruchstimmung, die Motivation ist gross. Der Staff arbeitet konzentriert, das Kader ist verstärkt worden, im Umfeld spüren wir eine gewisse Euphorie. Aber klar ist auch: Abgerechnet wird auf dem Rasen.
Warum formuliert dann niemand bei YB offen das Ziel, Meister werden zu wollen …
… es ist doch klar, dass wir Titel gewinnen wollen. Das lässt sich ja auch an unserer Vorwärtsstrategie ablesen. Aber es bringt uns nichts, wenn wir die ohnehin schon gewaltigen Erwartungen noch künstlich erhöhen. Die Fallhöhe kann irgendwann unangenehm sein. Ausserdem wollen wir «lifere» und nicht «lafere».
Sie mussten im Sommer auf dem Transfermarkt einen Überschuss an Einnahmen erwirtschaften, andererseits aber auch das Team verstärken. War die Arbeit angesichts dieser Vorgaben besonders anforderungsreich?
Sagen wir es so: Wir haben nicht geschlafen und unsere Hausaufgaben frühzeitig gemacht. Man muss schnell sein, und wir haben schon im Winter einiges unternommen, um dann im Sommer bereit zu sein. Dank der Verkäufe von Senad Lulic zu Lazio Rom und Thierry Doubai zu Udinese ist es uns gelungen, einen Gewinn zu erzielen (Anmerkung der Redaktion: die beiden Spieler brachten rund sechs Millionen Franken Ablösesumme ein). Und gleichzeitig verstärkten wir unser Team mit mehreren guten Spielern, die uns weiterhelfen. Wir sind in der Offensive und in der Defensive gut aufgestellt und haben eine gute Mischung.
Was fehlt Ihrer Meinung nach noch, damit man von einem Meisterteam sprechen könnte?
Ich denke, von den Einzelspielern her sind wir bereit, um oben anzugreifen. Was uns zwangsläufig fehlt, ist die Routine. Damit meine ich nicht das Alter der Akteure, sondern die Erfahrung im Umgang mit Erfolgen. Wenn Basel schlecht startet, kann FCB-Trainer Thorsten Fink nach 10 Runden problemlos sagen, die Saison dauere noch lange. In Basel wissen sie ja, wie man Rückstände aufholt. Dieses Selbstverständnis fehlt bei YB noch.
Und was passiert mit den unzufriedenen Verteidigern Emiliano Dudar und Ammar Jemal?
Für Dudar ist die aktuelle Situation in der Tat unbefriedigend. Er hat viel für YB geleistet, und ich bin sicher, dass wir eine Lösung im Sinne aller Beteiligten finden werden. Routinierte Abwehrspieler sind gefragt. Und Jemal wird uns früher oder später verlassen, der Transfermarkt ist noch bis Ende August offen.
Könnte es sein, dass YB noch einmal einen Transfer tätigt?
Derzeit sieht es nicht so aus, die Kasse ist leer. Aber man soll im Fussball nie etwas ausschliessen. Wenn sich eine herausragende Gelegenheit bietet, werden wir uns das bestimmt überlegen. Zudem müssen wir eben abwarten, was mit Dudar passiert. Wir haben zum Glück verständnisvolle Aktionäre, die bereit zu Vorfinanzierungen sind. So war es auch bei Verteidiger Jan Lecjaks. Das war für uns eine unerwartete Möglichkeit, einen talentierten Spieler zu verpflichten.
Sie sind bald ein Jahr bei YB im Amt. Wie lautet Ihr Fazit?
Es war eine enorm intensive Zeit. Wenn ich nur schon überlege, was sich in den letzten Wochen alles verändert hat. Jetzt ist vieles im Fluss, wir haben Gas gegeben und stehen ja auch in einer gewissen Bringschuld.
Wie ist das zu verstehen?
Die letzte Saison verlief sportlich insgesamt enttäuschend. Und wenn wir um den Titel gespielt hätten, wären im Frühling im Schnitt 8000 bis 10 000 Zuschauer mehr an unsere Heimspiele gekommen. Da summiert sich über die Monate eine schöne Stange Geld, die uns entgangen ist. Und wir haben hier hohe Kosten, unsere gesamte Maschinerie ist auf Erfolg ausgerichtet.
Wie lautet Ihre Prognose, wann im Stade de Suisse wieder auf Naturrasen gespielt wird?
Mit dieser Thematik beschäftigen wir uns jeden Tag. Es hängt natürlich davon ab, wie sich die Gespräche mit den umliegenden Gemeinden bezüglich dem Bau von Trainingsfeldern entwickeln. Wir sind abhängig, zum Beispiel von der Politik. Aber es kann plötzlich schnell gehen.
Und wie läuft die Zusammenarbeit der dominanten Figuren Ilja Kaenzig und Christian Gross?
(lacht) Angenehm, professionell, gut. Christian Gross besitzt Humor und ist sehr engagiert. Man kann sich mit ihm bestens unterhalten, nicht nur über Fussball. Wir arbeiteten vor langer Zeit ja schon vier Jahre bei GC zusammen. Gross ist ein Vollprofi, seine Energie tut uns allen gut. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/24186925
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Freitag 12. August 2011, 09:29 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
12.08.2011  Zitat: «Mit Gross haben wir den Nachbrenner gezündet»
Seit einem Jahr ist Ilja Kaenzig Chef von YB und dem Stade de Suisse. Mit der sportlichen Entwicklung des Klubs ist Kaenzig sehr zufrieden. Nachholbedarf ortet er im Bereich der Vermarktung.
Herr Kaenzig, als Sie vor einem Jahr Stefan Niedermaiers Job übernommen haben, wurden Sie alles andere als freundlich empfangen. Haben Sie sich eine dickere Haut zugelegt in den ersten Monaten?
Auf jeden Fall. Alles, was ich gemacht habe, wurde kritisch hinterfragt, und ich musste anfangs enorm viel Überzeugungsarbeit leisten. Unterdessen hat sich die Situation entspannt.
Woraus schliessen Sie das?
Auf die vielen positiven Reaktionen, die ich und mein Team beim Saisoneröffnungsfest am 7. Juli erlebt haben. Ich spürte erstmals eine positive Einstellung, die ich zuvor nie in diesem Masse gespürt habe von den Fans. Es war, als wollten sie nicht mehr länger in der Vergangenheit wühlen, sondern nur noch gemeinsam mit uns nach vorne schauen. Das war für mich eine sehr angenehme Erfahrung und hatte etwas Befreiendes.
Waren die Schatten der Vergangenheit eine Belastung?
Manchmal schon. Ich habe nicht erwartet, dass die Reaktionen wegen der Entlassung meines Vorgängers Stefan Niedermaier derart heftig ausfallen würden. Wir mussten etliches in die Wege leiten, bis das Eis gebrochen war.
Sie haben in Ihrem ersten Amtsjahr etliche Pflöcke eingeschlagen mit den Verpflichtungen von Alexander Farnerud, Hansruedi Hasler, Christian Gross und Stadionchef Thomas Gurtner. Welches war der wichtigste Transfer?
Jeder dieser Pflöcke ist wichtig. Farnerud ist ein absoluter Topspieler. Hasler ist eine ganz wichtige Bezugsperson für Gross. Dieser wiederum ist der erfolgreichste Schweizer Trainer der Neuzeit. Mit Gurtner haben wir jemanden, der weiss, wie ein Stadion von der Grösse des Stade de Suisse zu führen ist.
Farneruds Verpflichtung war ein Glücksfall?
Dass er so einschlägt, konnte man nicht erwarten. Wir wollten ihn unbedingt. Ich bemühte mich während meiner Weihnachtsferien in Arosa sehr intensiv um ihn. Doch hätten die Investoren nicht das Portemonnaie geöffnet und hätte Farnerud nicht auf Geld verzichtet, wäre er nicht in Bern gelandet. Er hat seinen Entscheid noch keine Sekunde bereut. Er sagt, die Betreuung der Spieler und ihrer Familien sei noch nirgends so gut gewesen wie bei YB.
Das Engagement von Christian Gross hat etliches ausgelöst bei YB.
Das ist so. Es brauchte etwas Mut, Gross zu holen. Seine Verpflichtung ist auch eine Verpflichtung für den Klub. Wir können uns nicht mehr länger mit Ehrenplätzen zufriedengeben, sondern müssen Titel holen – und das eher früher als später.
Gross ist ein Mensch, der von seinem Umfeld sehr viel fordert. Wie erleben Sie ihn?
Er tut alles für den Erfolg. Er nennt die Dinge beim Namen. Er sucht nicht nach Alibis, wenn etwas nicht klappt, sondern betreibt sofort Ursachenforschung. Das bringt den ganzen Klub weiter. Mit Gross haben wir den Nachbrenner gezündet.
Besteht nicht die Gefahr, dass sich YB mit der forschen Vorwärtsstrategie die Finger verbrennt?
Es ist für den ganzen Betrieb eine grosse Herausforderung. Jeder Mitarbeiter ist gefordert, bis ans Limit zu gehen, damit wir Erfolg haben. Die ganze Schweiz erwartet von uns, dass wir Erfolg haben. Das erzeugt Druck, mit dem wir umzugehen lernen müssen.
Kann YB mit diesem Druck umgehen?
Das werden wir erst in ein paar Wochen sehen. Aber seien wir ehrlich: Es interessiert die wenigsten Aussenstehenden, ob wir damit umgehen können.
Mit Hasler, Gurtner und Gross sind drei Alphatiere zu YB gekommen. Haben Sie nicht zu viele Häuptlinge an Bord?
Meiner Meinung nach haben wir ein sehr gut funktionierendes Team. Es gibt keinen, der meint, er stehe über allen anderen. Das ist ein Glücksfall. Zudem ist uns allen bewusst, dass wir nur zusammen das grosse Ziel, einen Titelgewinn, erreichen können. Gross und Hasler beispielsweise haben eine sehr konstruktive Zusammenarbeit gefunden. Sie tauschen sich rege aus und finden immer wieder Kompromisse.
Dabei wird Gross nachgesagt, er lasse sich von niemandem dreinreden.
Ich erlebe ihn nicht so. Er respektiert Hasler sehr. Hasler seinerseits hat einen guten Draht zu ihm gefunden.
Wo steht YB im August 2011 auf sportlicher Ebene?
Rein von der Qualität her haben wir einen riesigen Schritt gemacht. In dieser Saison haben wir ein Kader, in dem jede Position mit zwei nahezu gleichwertigen Spielern besetzt ist. Positiv ist, dass gute Typen zu uns gestossen sind, die unbedingt dabei sein wollen, wenn wir den nächsten Titel holen und Klubgeschichte schreiben.
Wie steht der Klub im internationalen Vergleich?
Wir sind einiges weiter als vor zwölf Monaten. Wir haben uns Respekt verschafft und im Uefa-Teamranking etliche Ränge gutgemacht. Nun geht es darum, uns zu etablieren. Deshalb ist es für uns auch eminent wichtig, dass wir die Gruppenphase der Europa League erreichen. Mit dem letztjährigen Finalisten Braga haben wir jedoch einen sehr schwierigen Gegner zugelost bekommen. Wir hätten es etliches leichter haben können, wenn wir zu den gesetzten Teams gehört hätten in der Playoff-Runde.
Was den sportlichen Bereich betrifft, ist YB sehr gut aufgestellt. Wie sieht es im kommerziellen Bereich aus?
Da besteht Nachholbedarf. YB und das Stadion können und müssen noch besser vermarktet werden. Wir können mehr Werbeflächen verkaufen, wir haben Steigerungspotenzial im Hospitality-, Kongress- und Gastronomiebereich, wir machen uns Überlegungen über andere Grossevents als Konzerte.
Wieweit lassen sich die Einnahmen steigern?
Das ist schwierig zu sagen. Wir möchten der erste Schweizer Klub sein, der jährlich 100 Millionen Franken umsetzt.
Ist das nicht unrealistisch? Stadion und Klub setzen derzeit rund 50 Millionen Franken um.
Nicht, wenn wir in der Champions League mitspielen – was nach wie vor unser Ziel ist. Grundsätzlich gilt: Wir wollen irgendwann so viel erwirtschaften, dass wir Reserven äufnen können. Gelingt uns das, können wir auch einmal eine schlechte Saison überstehen, ohne Spieler verkaufen zu müssen. In diesem Fall wären wir nicht nur in der Schweiz eine Macht, sondern könnten uns auch international sehen lassen.
Von der Zukunft zurück in die Gegenwart: YB sucht ein Terrain für zwei bis drei Naturrasenplätze. Wo steht das Projekt?
Wir haben uns einen umfassenden Überblick verschafft in den letzten Monaten. Das Resultat ist sehr ernüchternd. In Bern und Umgebung gibt es nicht ein einziges Grundstück, wo wir in vernünftiger Zeit und zu einem guten Preis Trainingsfelder erstellen können. Wir überlegen uns nun, nach Kerzers auszuweichen.
Meinen Sie das ernst?
Ja. Es scheint nun mal keine einzige schnelle und für uns auch zahlbare Lösung zu geben in Bern und Umgebung. Wir können aber nicht ewig zuwarten, sondern müssen eine Entscheidung treffen, damit wir im nächsten Sommer den Kunstrasen ersetzen können im Stade de Suisse.
Hätten Sie mehr Unterstützung seitens der lokalen Politik erwartet?
Sagen wir es so: Sie hat uns nicht die Unterstützung zukommen lassen, wie sie in Basel oder Luzern spürbar ist. Für uns ist es schwer nachvollziehbar, wieso die für uns naheliegendste Lösung mit zwei Plätzen auf der Grossen oder der Kleinen Allmend politisch nicht durchsetzbar ist.
Im Zusammenhang mit der kürzlichen Gründung der Stiftung Foundation For Talents war die Rede von einem neuen YB-Campus. Wie seriös sind solche Gedankenspiele?
Wir können uns keinen Campus leisten wie GC oder Basel – es sei denn, wir finden jemanden, der uns 15 bis 20 Millionen à fonds perdu zur Verfügung stellt. http://www.derbund.ch/sport/axpo_super_ ... y/24762490
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Grizzly
|
Verfasst: Freitag 12. August 2011, 10:36 |
|
Registriert: Samstag 26. Juni 2004, 00:48 Beiträge: 566 Wohnort: Bern
|
Zitat: Woraus schliessen Sie das?
Auf die vielen positiven Reaktionen, die ich und mein Team beim Saisoneröffnungsfest am 7. Juli erlebt haben. Ich spürte erstmals eine positive Einstellung, die ich zuvor nie in diesem Masse gespürt habe von den Fans. Es war, als wollten sie nicht mehr länger in der Vergangenheit wühlen, sondern nur noch gemeinsam mit uns nach vorne schauen. Das war für mich eine sehr angenehme Erfahrung und hatte etwas Befreiendes. man wird ihm bestimmt bald ein bild schenken! 
|
|
 |
|
 |
|
shalako
|
Verfasst: Samstag 27. August 2011, 11:24 |
|
Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
|
27.08.2011  Zitat: «Es schnürt uns etwas die Luft ab»
Am Tag nach dem Europacup-Ausscheiden gegen Braga sprach der enttäuschte YB-CEO Ilja Kaenzig über die sportlichen und finanziellen Konsequenzen für den Verein.
Nach dem 2:2 gegen Braga waren die YB-Spieler aufgebracht und frustriert. Wie war Ihre Gefühlslage? Ilja Kaenzig:Ich war sehr enttäuscht. Der Schiedsrichter hat die Partie zu unseren Ungunsten beeinflusst, er machte zwei spielentscheidende Fehler. Das sollte auf internationaler Bühne nicht geschehen. Wir hatten viel Pech. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn das Glück verdienen sich die Tüchtigen. Wir sind in der ersten Halbzeit zu wenig engagiert aufgetreten und haben gegen einen keineswegs übermächtigen Gegner eine grosse Chance verpasst. Das Unentschieden hat den Wert einer Niederlage. Es war eine der unnötigsten Niederlagen in meiner 17-jährigen Fussballzeit.
Warum gelingt es YB derzeit nicht, über eine längere Zeit hinweg zu überzeugen? Das ist schwierig zu sagen. Richtig gut waren wir nur im Auftaktspiel gegen Basel (1:1; die Red.). Vor allem die Heimbilanz mit einem Sieg aus fünf Spielen ist ernüchternd. Wir müssen endlich ins Rollen kommen. Die Aufgabe ist nach den Enttäuschungen gegen Thun und Braga verzwickt. Wir haben uns damit die Hürde selbst auf die maximale Höhe gesetzt. Nun müssen wir einen Weg finden, sie zu überspringen.
Christian Gross und Michael Silberbauer monierten, Ben Khalifa habe sich vor seinem Platzverweis ungeschickt verhalten. Ben Khalifas Reaktion war nicht clever, aber menschlich. Spieler und Fans waren in dieser Phase der Partie euphorisiert, Ben Khalifa wurde von seinen Emotionen getrieben. Die Rote Karte war aber ein Skandal. Schon zuvor hatten die Portugiesen Zeit geschunden und provoziert; dass der Schiedsrichter dann noch auf die Einlage des Torhüters hereinfiel, ist bedenklich. Aber wie gesagt: Wir sind selbst schuld. Wir haben es erneut verpasst, ein wichtiges Spiel zu gewinnen.
Nicht nur Ben Khalifa, auch andere Spieler wie Bienvenu, Nuzzolo und Raimondi blieben bis anhin unter den Erwartungen. Haben Sie sich mehr erhofft? Ich habe grundsätzlich viel mehr erwartet. Bei Nuzzolo sehe ich aufsteigende Tendenz, Bienvenu und Ben Khalifa brauchen dringend ein Erfolgserlebnis. Ben Khalifa plagt die Seuche. Er traf Pfosten und Latte, verletzte sich bei einem Schuss gegen Luzern und wurde zweimal vom Platz gestellt. Andere Spieler wiederum sind in ein Leistungsloch geraten. Doch Trainer Christian Gross nimmt kein Blatt vor den Mund. Er wird die Spieler wachrütteln.
Das YB-Kader ist qualitativ gut besetzt – auch in der Breite. Ist es nun, da die Doppelbelastung wegfällt, zu gross? Darüber müssen wir ernsthaft diskutieren. Die Planung war auf die Mehrfachbelastung ausgerichtet. Das Trainerteam hat eine schwierige Aufgabe: Es muss die vielen Spieler bei Laune halten, was nicht einfach wird, weil wir weniger Partien bestreiten werden. Die Gefahr, dass jemand unzufrieden ist, wird grösser.
Wie wirkt sich das frühe Europacup-Ausscheiden in finanzieller Hinsicht aus? Es schnürt uns etwas die Luft ab. Es fehlen nicht nur Zuschauereinnahmen. Die Spieler können sich nicht im europäischen Schaufenster präsentieren, die Marktwerte werden sich somit wohl weniger stark erhöhen. Wir können jetzt nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen. Irgendwann wird es Konsequenzen geben. In welcher Form, ist derzeit unklar.
Sie budgetierten mit Europacup-Einnahmen von rund fünf Millionen Franken... ...Diese Zahl stimmt nicht genau. Natürlich fehlt uns ein siebenstelliger Betrag, wir haben aber nicht unvernünftig kalkuliert. Kurzfristig stellen die fehlenden Einnahmen kein Problem dar, langfristig aber muss dieser Ausfall kompensiert werden. In dieser Hinsicht bin ich gefordert.
Haben Sie sich bereits mit den Investoren Benno Oertig und Andy Rihs ausgetauscht? Das passiert ständig. Sie verfallen nicht in blinden Aktionismus. Es bringt nichts, wenn wir in der Winterpause Spieler unter Wert abgeben, nur damit wir rasch Geld einnehmen. Es wird entscheidend sein, wie wir uns in der Meisterschaft und im Cup präsentieren. Man kann verpasste Einnahmen auch mit Leistung kompensieren.
YB hat die Gruppenphase der Europa League und damit ein erstes Saisonziel nicht erreicht. Wird der Druck in Liga und Cup nun noch grösser? Es folgt eine extrem wichtige Phase. Am Sonntag müssen wir gegen Zürich gewinnen. Die Spieler sollten sich fragen: Wollen wir zum Befreiungsschlag ausholen oder wollen wir, dass bald jeder von einer Krise spricht? Sie haben es in der Hand. http://www.bernerzeitung.ch/sport/axpo_ ... y/29539615
_________________ For Ever
|
|
 |
|
 |
|
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste |
| |
|
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|
 |