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 Betreff des Beitrags: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Dienstag 26. September 2006, 08:12 
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Bund, 26.09.2006

«Dann sind wir alle zufrieden»

Benno E. Oertig, Verwaltungsrats-Präsident der Stade de Suisse Nationalstadion AG und YB-Investor, über die YB-Krise, Peter Jauch, die mangelhafte Kommunikation, den neuen Trainer, «Mister YB» und seine Vision.


Was läuft bei YB falsch?

Benno E. Oertig: Wir haben eine sehr schwierige Phase zu durchlaufen. Ich verstehe die ganze Aufregung um YB nicht, aber ich habe gemerkt, wie viele Emotionen im Fussball dabei sind. Es geht nicht nur um Sieg und Niederlage, es geht im Fussball um viel mehr. Und es bringt uns im Stade de Suisse nichts, wenn wir wunderbare Konzerte veranstalten können und wenn die Unternehmen begeistert von unseren Räumlichkeiten sind, nein, das bringt uns alles nichts, wenn YB keinen Erfolg hat.


Es dünkt einen, dass YB seit Jahren den Erwartungen nachläuft.

Es gibt eine Statistik aller Spiele der letzten vier Jahre, und da steht YB deutlich auf Rang zwei hinter dem FC Basel. Was YB aber fehlt, ist ein Erfolg, wie es der Cupfinalsieg im Frühling gegen Sion gewesen wäre. Der Funke zum Publikum springt nicht, und das hat auch damit zu tun, dass YB zu wenig attraktiv und erfolgreich gespielt hat.


Jetzt gab es wieder einen Trainerwechsel. Auch Gernot Rohr ist in Bern rasch gescheitert …

… ja, und das ist schade. Wir haben grosse Hoffnungen in Gernot Rohr gesetzt, aber die Mannschaft ist nicht weitergekommen, die Zuschauerzahlen sind nicht gestiegen, im Gegenteil, und die Heimspiele von YB sind oft langweilig gewesen. Die Heimniederlage gegen GC am Montag vor einer Woche war bestimmt bei allen Beteiligten der Anstoss zum Nachdenken.


Dann griff Ihr Verwaltungsratskollege Peter Jauch im «Blick» Trainer Rohr und Sportchef Marcel Hottiger scharf an. Diese Posse wirft wieder ein schlechtes Licht auf die YB-Kommunikationspolitik.

Das ist richtig. Wir wollen sauber und transparent kommunizieren. Peter Jauch hat einen unglücklichen Alleingang gemacht, das war eine Privatangelegenheit zwischen ihm und dem Trainer sowie dem Sportchef. Wir haben den Vorfall bedauert, doch nun müssen wir sofort in die Zukunft schauen. Eines ist klar: So etwas darf nie mehr passieren.


Privatangelegenheit? Die halbe Fussballschweiz war Zeuge davon. Gibt es bei YB keine Hierarchie in der Vereinsführung?

Wir benötigen einen Geschäftsführer, einen Mister YB, der im Fussballverein der starke Mann ist. Das geht aber nicht von heute auf morgen, denn es gibt nicht viele Leute, die qualifiziert sind, bei einem so grossen Verein wie YB diese Funktion auszuüben. Es geht dabei um das Koordinieren der Aufgaben mit den Fans und den Sponsoren. Darüber hinaus ist ein Geschäftsführer für die Zusammenarbeit der sportlichen Abteilungen zuständig und steht für den wirtschaftlichen Erfolg gerade. Sie können sicher sein, dass wir in den nächsten Wochen einen Geschäftsführer einstellen, der sich auch im Fussballgeschäft gut auskennt.


Was ist mit Ilja Kaenzig, dem jungen Schweizer Manager, der beim Bundesligisten Hannover nicht mehr glücklich ist?

Ich habe mit ihm gesprochen, aber das war vor einigen Monaten, und da war er noch zufrieden in Hannover. Es ist auch immer alles eine Frage der Kosten.


Viele Fans und Beobachter finden, dass Peter Jauch nach den jüngsten Vorfällen bei YB nicht mehr tragbar ist. Er hat die Erwartungen massiv geschürt, als er von 23 000 als anvisiertem Zuschauerschnitt und vom Meistertitel bis 2006 als Ziel sprach. Wie sehen Sie das?

Es war wie gesagt ein Fehler von Peter Jauch. Aber lassen Sie uns das intern besprechen.


Rohr wäre auch ohne Jauchs Vorstoss nicht mehr lange Trainer geblieben. Wie sieht denn der richtige YB-Trainer überhaupt aus?

Die Erwartungen und die Hoffnungen sind sehr hoch. Wir haben das schönste Stadion der Schweiz, wir haben eine gute Mannschaft mit starken Einzelspielern, wir haben Geldgeber, die sich für YB engagieren, wir haben ein riesiges Einzugsgebiet und einen Verein, der über eine grosse Anhängerschaft und über eine grossartige Tradition verfügt. Es braucht einen Trainer, der all diese Vorzüge nutzen und YB zum Erfolg führen kann.


Können Sie konkreter erklären, wie der neue Trainer sein soll?

Zu sportlichen Überlegungen bin ich grundsätzlich der falsche Ansprechpartner. Wir haben aber ein Stellenprofil erstellt. Der Trainer muss in erster Linie vom Typ her zu YB passen. Wir brauchen einen engagierten Trainer, der sich mit dem Verein und unseren Zielen identifiziert.


Das wollen alle Fussballvereine.

Natürlich. Und darum ist es auch so schwierig, den richtigen Trainer zu finden. Es gibt Hunderte von Möglichkeiten, und wir müssen die richtige Wahl treffen. Wir haben schon viel Zeit verloren. Ganz wichtig ist, dass wir einen Trainer holen, der die Spieler motivieren kann. YB hat sehr, sehr gute Fussballer. Sie müssen nur richtig motiviert werden.


Ist dieser Ansatz nicht ein bisschen kurz gegriffen? Jeder Fan, der einen Bruchteil dessen verdient, was ein YB-Spieler erhält, ist doch entsetzt, wenn er hört, dass die Fussballer noch besonders motiviert werden müssen.

Ich sage immer: Motivation versetzt Berge. Es sind die letzten fünf Prozent, die entscheidend sind. Die Spieler verdienen viel Geld, aber es ist für sie einfacher, wenn sie gut motiviert werden. Sehen Sie, ich bin bei zahlreichen Unternehmungen Verwaltungsratspräsident. Wir setzen im Verwaltungsrat die Leitlinien, wir entwickeln eine Strategie, einen Businessplan, aber dann lassen wir die operative Führung frei arbeiten. Es sind schliesslich alles Profis. Und wenn es nicht läuft, dann muss man handeln. Es geht bei YB auch um viel Geld, das ist keine romantische One-Man-Show mehr wie früher.


Wie kommen Sie eigentlich dazu, sich bei YB zu engagieren?

Seit meiner Kindheit bin ich glühender YB-Fan. Bei uns in Rapperswil und in Uznach mag man die Zürcher nicht besonders. Darum sage ich auch immer sofort, ich sei ein St. Galler (lacht). YB war das beste Team, ich war stolz auf diese Spieler. Zudem finde ich, dass die Hauptstadt allen Schweizern gehört. Ich vermisse einfach manchmal in Bern die Unterstützung für YB.


Wie meinen Sie das?

Wir erhalten immer wieder Kritik aus Zürich. Dort werden GC und der FCZ von den Medien und von den Politikern stark unterstützt. Wenn es bei YB einmal nicht läuft, greifen uns die Zürcher Medien genüsslich an.

Vielleicht sind die Berner misstrauisch, weil es bei YB in den letzten 15 Jahren oft turbulent war. Die Identifikation fehlt auch, weil es im Team und bei den Verantwortlichen kaum Berner hat.

Dennoch verstehe ich nicht, warum es gegen uns Investoren so viele Vorbehalte gibt. Wir sind bei YB vor vier Jahren eingestiegen. Es ist auch eine Herzensangelegenheit. Es geht nur um YB und nicht darum, was Benno E. Oertig findet oder will. Ich möchte lieber im Hintergrund wirken. Es ist nicht mein Ziel, jeden Tag drei Stunden mit Journalisten über die Lage bei YB zu diskutieren. Es ist ein Anliegen von uns, dass wir mit Berner Persönlichkeiten eine Art übergeordnetes Gremium bilden. Diese Leute aus der Politik, aus den Medien oder aus der Wirtschaft sowie ehemalige YB-Spieler sollen sich regelmässig treffen und uns mit ihrem Know-how Inputs geben.


Es gibt bei YB sechs Investoren, die viel Geld in dieses Stadion und YB gesteckt haben. Man spricht von 60 Millionen Franken…

… es geht um viel Geld, ja. Wichtig ist, dass alle in Bern merken: YB braucht Unterstützung, Ruhe und Geduld. Unsere Investitionen werden sich irgendwann sportlich auszahlen.


Ruhe gibt es am schnellsten, wenn YB wieder gewinnt.

Genau. Ich habe eine Vision: So wie GC in Bern aufgetreten ist, so stelle ich mir das YB der Zukunft vor. Ein dynamischer Trainer wie Krassimir Balakow an der Seitenlinie, dazu eine erfrischende, offensive Mannschaft mit motivierten, sympathischen Spielern. Dann sind wir alle zufrieden: Die Zuschauer, die Medien, die Spieler, die Investoren.


EXTRA

Zur Person

Benno E. Oertig (55) aus Uznach SG wohnt in Freienbach SZ, ist verheiratet und Vater einer 16-jährigen Tochter. Der Verwaltungsratspräsident der Stade de Suisse Nationalstadion AG ist einer der sechs YB-Investoren. Oertig ist Gründer und Verwaltungsratspräsident der Intrum-Justitia-Gruppe (Kreditschutz) und auch operativer Leiter in der Schweiz, Deutschland und Österreich. (fdr)

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 26. September 2006, 09:42 
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Ich finde er hat ein gutes Interview gegeben!!
was mich sehr freut ist die antwort auf "WIE soll der neue trainer sein"?

er hat auf diese frage genau das richtige gesagt, nämlich das, was yb jetzt braucht. EINEN MOTIVATOR, EIN TRAINER DER DYNAMISCH IST, DER OFFENSIV UND ATTRAKTIV SPIELEN LÄSST!!

BENO DU HAST RECHT!!!


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Februar 2007, 14:03 
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Bund, 06.02.2007

«Endlich wieder einen Titel für YB»

Benno Oertig ist VR-Präsident des Stade de Suisse. Er erklärt, weshalb sich Peter Jauch bei YB zurückzieht, und nimmt Stellung zu Gerüchten, wonach die Stadioninvestoren mit dem Gedanken spielten, ihre Anteile zu verkaufen.

Gemäss Organigramm sind Sie der höchste Chef des Stade de Suisse und damit auch von YB. Wohin führt der Weg?


Benno Oertig: Wir blicken auf ein wirtschaftlich und sportlich erfolgreiches Jahr zurück, in dem die meisten Ziele erreicht wurden. Wir verfügen über eine solide Aktionärsstruktur, über sehr gute Sponsoren und können uns auf eine treue, stets steigende Anhängerschaft verlassen. Gesamthaft lässt sich festhalten: Wir sind ein gesundes Unternehmen auf gut strukturierter Basis. Die Erfolgskurve soll aber weiter nach oben verlaufen.


Wie lauten die Ziele?

Kurzfristig wollen wir unsere wirtschaftliche Situation weiter stabilisieren und sportlich an die Erfolge der letzten Phase der Meisterschaft anknüpfen. Mittelfristig möchten wir mit YB in den nächsten 18 Monaten endlich wieder einen Titel holen – und daneben nachhaltig Gewinn erwirtschaften. Langfristig muss es unser Ziel sein, dass sich YB auf internationalem Parkett regelmässig für die Champions League oder den Uefa-Cup qualifiziert.


Ihrem Optimismus zum Trotz hat es offenbar Übernahmegespräche mit ausländischen Investoren gegeben. Was ist von diesen Gerüchten zu halten?

Ein Objekt von der Attraktivität des Stade de Suisse mit guten wirtschaftlichen Aussichten muss ja Interesse wecken. Es ist normal, dass von interessierter Seite immer wieder Sondierungsgespräche geführt werden. Aber ich kann versichern, dass es für uns Investoren zurzeit keinen Handlungsbedarf gibt. Wir haben Freude am Stadion und an YB. Es bleibt aber ein Wunsch von mir, dass das Stade de Suisse eines fernen Tages in Berner Hand gegeben werden kann.


Am Sonntag wurde mitgeteilt, dass Peter Jauch als Verwaltungsrat der Sport und Event Holding AG, der Dachgesellschaft von Stade de Suisse und YB, zurückgetreten ist. Jauch stand schon lange im Gegenwind der YB-Fans. Was waren die Gründe, dass es nun zur Trennung gekommen ist?

Es spricht für Peter Jauch, dass er im richtigen Zeitpunkt seine Ämter niedergelegt hat. Er hat in Bern beim Stadionbau und beim Aufbau von all dem, was heute erfolgreich funktioniert, massgebend mitgewirkt – seine grossen Verdienste sind nicht wegzudiskutieren. Nun ist diese Aufbauphase abgeschlossen. Für Jauch ist damit der Zeitpunkt gekommen, einen Schlussstrich zu ziehen. Er tat dies sicherlich auch in Kenntnis der Tatsache, dass seine Person in Bern für viele noch immer ein Feindbild darstellt. Es ist Jauch hoch anzurechnen, dass er sich im Interesse des Klubs nun aus der Schusslinie nimmt.


Wie steht es mit der angekündigten Neubesetzung des Verwaltungsrats der YB Betriebs AG?

Wir stehen nicht unter Zeitdruck. Die Verhandlungen mit namhaften Persönlichkeiten laufen. Ich selber werde diesem Verwaltungsrat auch beitreten. Änderungen wird es auch im sportlich-administrativen Bereich geben: Künftig wird der ehemalige Spieler und Trainer Bert Theunissen nicht nur als Chefscout, sondern auch als technischer Berater von Trainer Martin Andermatt wirken.


Wie beurteilen Sie die sportliche Situation bei YB?

Wir haben mit den vorzeitigen Vertragsverlängerungen mit den verdienten Spielern Yakin, Häberli, Varela und Yapi ein Zeichen gesetzt, dass wir in der Mannschaft Kontinuität haben wollen. Die genannten Akteure bilden das Gerippe des Teams – deshalb erhielten sie langfristige Verträge. Dazu haben wir junge Talente an uns gebunden, etwa Kavak und Zayatte, die nun das Schaufenster nutzen müssen, das ihnen YB bietet.


Im Fall Davide Chiumientos muss sich YB demnächst entscheiden, ob die Option auf Vertragsverlängerung eingelöst wird.

Sein Vertrag läuft im Prinzip im Sommer aus. Er hat nun die Gelegenheit, sich auch als Mannschaftsspieler zu profilieren. Ich hoffe für ihn, dass er die Chance mit YB im Stade de Suisse packt. Es ist für einen jungen Spieler eine einmalige Sache, in diesem Stadion zu spielen.


Im Januar waren im Stade de Suisse die Eishockeyprofis der SCL Tigers und des SC Bern zu Gast. Wird es in diesem Jahr an der YB-Heimstätte neben Fussball noch andere Sportarten zu sehen geben?

Beim Eishockeymatch haben wir gezeigt, was alles möglich ist. Es liegt in der Tat noch einiges drin – mit Bestimmtheit werden in Bern noch ganz besondere Events präsentiert. Die Palette der Sportarten ist fast beliebig gross; Rad, Boxen, Schwingen und, und, und. Es gibt fast aus jeder Sparte Anfragen. Das Stade de Suisse ist eine echte Marke geworden.


Rücktritt als Verwaltungsrat

Der am Sonntag kommunizierte Rücktritt von Peter Jauch als Verwaltungsrat der Sport und Event Holding AG, Dachgesellschaft des Stade de Suisse und damit auch der YB Betriebs AG, soll mithelfen, das Berner Fussballunternehmen in ruhigere Gewässer zu führen. Jauch war als ehemaliger starker Mann bei YB für zahlreiche Nega- tivschlagzeilen verantwortlich. Spätestens seit der Auseinandersetzung mit dem damaligen Sportchef Fredy Bickel, als Jauch am Ursprung eines Polizeieinsatzes auf der YB-Geschäftsstelle in Schönbühl stand, befand sich der 60-Jährige gegen- über den meisten YB-Fans im Abseits.

Via Medienmitteilung liess Jauch verlauten, er wolle sich künftig neuen Stadionprojekten und Bauideen im kulturellen Bereich im In- und Ausland widmen. «Ich betrachte meine Arbeit in Bern als erledigt und habe beim VR-Präsidenten Benno Oertig meinen Rücktritt aus sämtlichen Gremien der Sport und Event Holding AG eingereicht.» (st)

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 Beitrag Verfasst: Freitag 13. Juli 2007, 11:19 
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Der Bund; 13.07.2007

Stade de Suisse und YB teilweise oder ganz verkaufen? Die Stadionbetreiber um Benno Oertig suchen Investoren

«Es muss eine Berner Lösung sein»

Im Stade de Suisse ist man stolz auf das Erreichte. Die Investoren um Verwaltungsratspräsident Benno Oertig wünschen sich aber eine Berner Beteiligung. «Wir sind noch auf keine Anfrage eingegangen, die nicht aus Bern stammt», sagt der starke Mann bei YB und der Stade de Suisse AG.

Interview: Simon Wälti
«Bund»: Herr Oertig, über eine Berner Lösung für das Stade de Suisse und für YB ist verhandelt worden. Warum hat es nicht geklappt?

benno oertig: Wir haben tatsächlich mit Berner Parteien über mögliche Beteiligungen gesprochen, aber nicht über einen Gesamtverkauf. Wir sind bereit, Berner Mitbeteiligte ins Stadion und in YB einzubinden. Von einem Gesamtverkauf ist nicht die Rede.

Auch damals nicht, als es um eine Lösung mit BKW, Gebäudeversicherung, Mobiliar, Burgergemeinde und Weiteren ging?

Einzelne Namen möchte ich nicht diskutieren. Es stimmt aber, dass man zusammengesessen ist, um mögliche Beteiligungen vertieft zu erörtern. Ein abschliessendes Urteil ist aber noch nicht gefällt.

Sie haben das Gefühl, dass eine Lösung trotzdem noch möglich ist?

Es macht Sinn, dass die heutigen Partner im Stade de Suisse auch eine strategische Partnerschaft anvisieren. Diese Partner sind bekannt. Wir sind nach wie vor interessiert an einer strategischen Einheit mit dem ganz klaren Fokus einer Berner Beteiligung.

Dann werden Sie und die anderen Investoren also in Bern engagiert bleiben?

Unsere Anfangsperspektive war die folgende: Wir haben gesagt, wir wollen etwas aufbauen, das uns mit Stolz und Freude erfüllt. Im Namen aller Aktionäre kann ich sagen, dass wir stolz auf das Erreichte sind und Freude haben an der Entwicklung. Auch YB hat sich in diesen fünf Jahren entwickelt und ist jetzt die Nummer 3 in der Schweiz. Man darf nicht vergessen, wir haben YB in einem Finanzdilemma übernommen, das ohne ein neues Stadion kaum lösbar gewesen wäre.

Für einen möglichen Investor gibt es ein Problem: Was ist, wenn er lieber nichts mit dem Spitzenfussball zu tun haben will?

Das Konzept war von Anfang an, dass das Stadion und YB eine Einheit bilden. YB muss im sportlichen Bereich Erfolg haben, damit wir auch das Stadion und die Infrastruktur finanzieren können. Diese beiden Bereiche auseinander zu dividieren, ist meiner Meinung nach praktisch unmöglich. Die letzten Jahre haben ausserdem gezeigt, dass diese Einheit eine Erfolgsstory ist.

In Firmen, an denen die öffentliche Hand beteiligt ist, gibt es aber Vorbehalte, sich im Fussballgeschäft zu engagieren, oder nicht?

In Beton lässt sich einfacher investieren. Bei Immobilien kennt man die Netto- und Brutto-Ertragssituation. Mit YB wollen wir diese Positionen abdecken. Das Risiko, dass sich YB nicht selber finanzieren kann, ist bei uns nicht vorhanden. Zwei Drittel des jährlichen Gesamtumsatzes von 35 Millionen Franken kommt schliesslich über YB ins Stadion.

Wenn YB noch besser spielen würde, dann kämen noch mehr Zuschauer. Dann würde es aus Sicht eines Investors erst richtig interessant.

Man muss auch sehen, dass wir mit YB einen Zuschauerrekord erreicht haben. 17000 Zuschauer im Schnitt hat es bei YB in der Geschichte gar noch nie gegeben. Dieser Schnitt ist auch über dem Budget und entspricht unseren Vorstellungen. Es steckt viel Leistung dahinter, dass wir das erreicht haben.

Ist es nicht das Ziel, das Stadion regelmässig zu füllen?

Jedes andere Stadion, das jetzt gebaut werden soll in der Schweiz, in Luzern , in St. Gallen oder auch in Zürich, wird nicht mehr eine so grosse Kapazität haben wie das Stade de Suisse. Die Frage ist: Wie viel verträgt es überhaupt in der Schweiz? In Bern sind wegen der Grösse des Stadions jetzt Wünsche und Begehrlichkeiten da, den Schnitt noch weiter nach oben zu schrauben. Das ist eine Herausforderung auch für die Geschäftsführung. Natürlich ist es unser Ziel, eine Euphorie auszulösen. Ganz Bern in Gelb-Schwarz ist eine Vision.

Das Stade de Suisse und YB sind interessant. Offenbar haben Sie laufend Anfragen?

Wir sind noch auf keine Anfrage eingegangen, die nicht aus Bern stammte. Die verfolgen wir von vornherein nicht. Die Zielsetzung lautete von Anfang an: Wenn es eine Veränderung bei den Investoren gibt, dann muss es eine Berner Lösung sein. Wir sind überzeugt, dass es klappen wird. Die Geschäftsführung ist bernisch, wir haben einen Berner Beirat, und wir formieren einen Präsidentenklub aus Berner Persönlichkeiten, die Fans sind aus der Region. Es ist ein «Berner Case». Das muss man langsam aufbauen. Schlussendlich muss es aber eine Berner Situation geben in Bern, das ist klar.

Es dürfte schwierig sein, hier eine Garantie abzugeben. Wenn es nicht klappen sollte, muss man dann nicht den Blickwinkel öffnen?

Ich werde noch ein paar Jahre in diesem Stadion mitwirken, da können Sie sicher sein. Es macht wirklich Freude. Wir mussten aber am Anfang durch viele Tiefen hindurch, die zum Teil auch selbst verschuldet waren. Wir mussten kämpfen.

Das Stade de Suisse wird nicht nur von YB benutzt. Sie wollen jährlich drei bis vier Grossveranstaltungen mit viel Lärm, also Konzerte, durchführen.

Zuerst kommt der Fussball, und der Fussballkalender erlaubt nicht mehr. Wir respektieren, dass das Stadion mitten in der Stadt steht. Wir fühlen uns nicht eingeengt. Im Budget sind auch nicht mehr als drei Grossveranstaltungen vorgesehen. Daneben werden aber Anlässe wie ein Eishockeyspiel oder die Tour de Suisse Ankunft oder der Obi-Cup weiterhin möglich sein.

YB bleibt also das Aushängeschild?

YB hat absolute Priorität. Wir hätten noch zwei, drei grosse Konzerte im September durchführen können. Wir haben das abgelehnt. Wir sind mit YB im Uefa-Cup und in der Meisterschaft engagiert. Ich wünsche mir persönlich aber mehr Sportanlässe wie zum Beispiel Schwingen oder auch Folklore-Anlässe. Die gehören meiner Meinung nach in das Nationalstadion. Darum haben wir ja auch einen Kunstrasen. Das war eine Pionierleistung, die auch mit Wirtschaftlichkeit zu tun hat. Kunstrasen ist die Zukunft. Ich bin nicht überrascht, wenn die WM 2010 auf Kunstrasen gespielt würde.

Für die Euro braucht es aber dann einen Naturrasen. Wann wird der Naturrasen eingebaut?

Ende März im nächsten Jahr. Dann gibt es eine Heimspielpause für YB mit mehreren Auswärtsspielen. Die letzten Meisterschaftspartien wird YB dann auf Naturrasen spielen.

Wie läuft das Stadion im Event- und Seminarbereich?

Wir haben jeden Tag Betrieb im Stadion. Kongresse, private Meetings, Seminare, Events. Das sieht man nicht so, weil es ein ruhiges Geschäft ist. Wir haben dafür auch ein eigenes Catering. Das Stade ist zu einem sehr begehrten Treffpunkt geworden. Da sind wir sehr zufrieden, wie es läuft. Wir haben jährlich an die 50000 Besucher in diesem Bereich.


kaufverhandlungen auf eis gelegt

Berner wollten Beton, aber nicht Leder

Ein Anlauf für eine Berner Lösung im Stade de Suisse ist gescheitert. BKW, Burgergemeinde, Gebäudeversicherung und Mobiliar setzten sich mit den Verantwortlichen an einen Tisch. Die Angst vor dem risikobehafteten Fussballgeschäft führte zum Rückzug.

Die BKW übernahmen auf Seiten der Interessenten die Führung bei der Erarbeitung einer Berner Lösung für den Kauf des Stade de Suisse. Die BKW sind Hauptpartner im Stadion und pflegen eine enge Zusammenarbeit mit der Trägerschaft. Für das Sonnenkraftwerk auf dem Dach besteht ein Dienstbarkeitsvertrag. «Wir haben eine Berner Lösung auf Wunsch des Stade de Suisse geprüft», bestätigt BKW-Direktionsmitglied Martin Pfisterer. «Wir versuchten, aus dem Grossraum Bern weitere Partner zu finden.»

Zölch knüpfte Kontakte

Zur Vermittlung von Kontakten wurde die frühere Regierungsrätin Elisabeth Zölch ins Boot geholt. Laut Pfisterer haben Ende 2006, Anfang 2007 Abklärungen stattgefunden. «Namhafte Berner Partner haben ihre Bereitschaft signalisiert.» Nebst den BKW waren die Gebäudeversicherung, die Burgergemeinde, die Mobiliar und noch weitere Firmen mit von der Partie. Die BKW äusserten den Wunsch für eine Trennung von Stadion und Spitzensport. Der Stromkonzern wollte den eckigen Beton, aber nicht das runde Leder. Der Grund liegt für Pfisterer auf der Hand: «Schuster bleib bei deinem Leisten. Profifussball ist ein schwieriges Metier mit speziellen Gesetzen. Wir haben dafür nicht die nötigen Kompetenzen.» Die heutige Trägerschaft des Stadions wollte aber keine Trennung. Ein weiterführendes Engagement der BKW werde darum «im Moment nicht weiterverfolgt». Pfisterer schliesst aber nicht aus, dass die BKW später wieder darauf zurückkommen könnten.

Die BKW hätten sich sehr engagiert, um eine Lösung in die Wege zu leiten, sagt Elisabeth Zölch. Ein Berner Investment in die Infrastruktur des Stadions ist laut Zölch «erstrebenswert». Die Firmen, mit denen verhandelt wurde, wünschten aber wie die BKW eine klare Trennung zwischen Stadion und Profifussball. «Ich habe dieses Mandat mit Engagement und Freude ausgeführt. Ich bin YB-Fan», so Zölch. «Als frühere Regierungsrätin wünschte ich mir eine Berner Lösung. Uns motivierte, dass es in Bern wichtige Investoren gab, die Interesse am Stadion hatten.» Es sei aber auch eine Frage des Preises gewesen.

Burger: «Kein Profifussball»

Der Wert des Stadions – ohne die Mantelnutzung mit den Einkaufsgeschäften und Restaurants – wird auf rund 100 Millionen Franken beziffert. Benno Oertig, VR-Präsident der Stade de Suisse AG , bezeichnet diese Zahl als «vage Schätzung».

Immer wenn es in Bern solvente Investoren braucht, dann kommt die Burgergemeinde ins Spiel. Klartext spricht Burgergemeindepräsident Franz von Graffenried. «Es ist undenkbar für die Burgergemeinde, Profifussball zu finanzieren.» Gebäude und YB müssten schon völlig getrennt werden können, das sei sachlich aber vielleicht gar nicht möglich. Die Burgergemeinde sass bei den Verhandlungen mit am Tisch, weil ihr der Boden gehört, auf dem das Stade de Suisse gebaut ist. Die Burgergemeinde sei aber heute nicht mehr in allfällige Gespräche involviert. «Die Sache ist für uns zum Erliegen gekommen.»

Begrüsst würde ein Berner Engagement auch von Stadtpräsident Alexander Tschäppät. «Das wäre wunderbar.» Jede Lösung, die YB eine gesunde finanzielle Basis biete, sei jedoch eine gute Lösung.

Simon Wälti

YB UND STADE DE SUISSE

Benno Oertig, Chef der Intrum Justitia AG, ist Verwaltungsratspräsident der Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG (SDS AG), die das Stadion betreibt. Oertig ist zusammen mit Phonak-Gründer Andy Rihs, Michael Bona, Urs Meile und Fritz Bösch einer der Investoren in der Sport und Event Holding AG mit Sitz in Luzern, der Besitzerin der SDS AG. Oertig ist auch Mitglied des YB-Verwaltungsrats, der seit Frühling vom Berner Thomas Grimm präsidiert wird. Der Jurist ersetzte Fritz Bösch, der aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste. Grimm wurde am Mittwoch an der Vereinsversammlung auch zum YB-Präsidenten gewählt. Die SDS AG ist aber nicht für den Mantel mit dem Einkaufszentrum und dem Annexbau zuständig. Diese gehören der deutschen Dr. Karl Bartel GmbH & Co., die sich ebenfalls auf Investorensuche befindet. Erst im letzten Jahr hatte die Bartel GmbH den Mantel von Coop, Suva und Winterthur gekauft. Hier wird von einem Fonds in der Höhe von 350 Millionen Franken gesprochen. Das Stade Suisse wurde Ende Juli 2005 eröffnet. (wal)

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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Freitag 29. Januar 2010, 08:55 
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Berner Zeitung, 29.01.2010

«Ziel ist die Champions League»

Benno Oertig, VR-Präsident des Stade de Suisse, investiert seit zehn Jahren in YB. Im Interview spricht Oertig über die dicke Haut, die er sich zulegte, über Stéphane Chapuisats Zögern und die Perspektiven des Klubs.


Sie waren zu Besuch im YB-Trainingslager in Andalusien. Haben Sie den Eindruck, das Team ist reif für den Titel?
Benno Oertig: Auch in den letzten Jahren habe ich jeweils im Trainingslager vorbeigeschaut. Aber noch nie habe ich eine so gute Atmosphäre erlebt. Die Spieler sind konzentriert, ich spürte: Sie wollen den Erfolg. Gleichzeitig ist die Stimmung locker. Die Klubleitung lud die mitgereisten Fans zu einem Drink in die Bar des Mannschaftshotels ein. Jeder Spieler ist erschienen, keiner hat den Termin verpasst. Auch das ist für mich ein Zeichen, dass die Professionalität noch einmal gestiegen ist.

Vor zehn Jahren stiessen Sie als Stadioninvestor zu YB. Hat der Klub seither die gesteckten Ziele erreicht?
Mit wenigen Abstrichen ist unsere Strategie aufgegangen. Grösster Wermutstropfen ist der verlorene Cupfinal 2009. Doch bei YB hat sich in den letzten zehn Jahren viel bewegt. Wir begannen damals bei null und haben dann stets im Fünfjahresrhythmus geplant. Die ersten fünf Jahre stand der Bau des Stadions im Zentrum. Dabei gab es Rückschläge und schwierige Momente. Wir mussten Strukturen ändern, wie immer in solchen Fällen tat das einigen weh. Ich musste mir in dieser Zeit eine dicke Haut zulegen...

...etwa bei den Querelen um den damaligen Stadionmanager Peter Jauch.
Jauch tat viel für uns und YB. Doch er polarisierte stark. Mit Stefan Niedermaier als Stadion-CEO wurde die Situation einfacher. Wir prüften damals die Dossiers von rund 150 Kandidaten. Niedermaier fanden wir schliesslich über einen Headhunter. Dass er Berner ist, war zwar nicht Bedingung für den Job, aber es war ein weiterer Punkt, der für ihn sprach. Mit der Eröffnung des Stadions im Juli 2005 wurde vieles einfacher. Es begann die zweite Phase, in der wir die Strukturen festigten – alles mit Blick darauf, zur Nummer eins aufzusteigen. Dafür brauchen wir auf jeder Position im Klub die beste Person.

Ist das unterdessen bei den Young Boys der Fall?
Das Engagement von Stéphane Chapuisat ist das beste Beispiel. Es war immer mein Ziel, ihn bei YB einzubinden. Zunächst sträubte er sich und erteilte mir eine Absage. Schliesslich sagte er doch noch zu und ist nun Teil der Geschäftsleitung. Chapuisat erkennt bei YB mittlerweile die Professionalität, die er als Spieler im Ausland gewohnt war.

Wie sieht der Plan für die kommenden fünf Jahre aus?
YB soll im Schweizer Fussball die Spitze übernehmen und auch international eine Rolle spielen. Ein Ziel ist die Champions-League-Teilnahme. Doch diese dritte Phase wird die schwierigste. Um den Klub ist eine Euphorie entstanden. Das bedeutet aber auch, dass die Begehrlichkeiten wachsen. Wir spüren den Druck, endlich wieder einen Titel zu gewinnen. Daher ist es schade, verspielte die Mannschaft letztes Jahr trotz 2:0-Führung den Cupfinal. Der Cupsieg hätte viel von diesem Druck genommen.

Nach dem Abgang von Seydou Doumbia und Gilles Yapi im Sommer muss das Team neu formiert werden. Danach sind die Aussichten auf einen Titel weniger günstig.
Einzelne Abgänge können wir verkraften. Das Gefüge der Mannschaft steht. Als Yapi-Ersatz steht Thierry Doubai schon bereit. Die Kunst ist es, ihn nach den beiden Kreuzbandrissen zur alten Stärke zurückzuführen. Und auch Doumbia ist zu ersetzen – wenn auch natürlich nicht eins zu eins.

Wie sehr mischen Sie sich in die sportlichen Entscheidungen ein?
Nach der Entlassung von Martin Andermatt war ich an der Suche nach dem neuen Trainer beteiligt. Mit Vladimir Petkovic haben wir eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Aber in die Details mische ich mich als Verwaltungsratspräsident nicht ein. Ich habe die mittel- und langfristige Planung im Auge.

Was hat Sie vor zehn Jahren bewogen, sich für die Young Boys zu engagieren?
Das ist eine gute Frage. Ein Grund war aber sicher, in welch schlechtem Zustand sich die populärste Sportart in Bern befand. YB war finanziell bedroht und verfügte in Bern über keinen Rückhalt. Das Stadionprojekt sorgte zwar für Auftrieb, doch es brauchte Leute, die bereit waren, sofort zu investieren. In Bern fanden sich diese damals nicht, doch meine Mitstreiter und ich glaubten an YB und den Fussball in der Bundesstadt.

Sie sind im Kanton St.Gallen aufgewachsen. Woher kommt Ihre Verbundenheit mit YB?
Auf der St.Galler Seite des Zürichsees sind die Zürcher Klubs nicht sehr beliebt. Der FC St.Gallen wiederum war für uns weit weg. YB ist der Klub aus der Bundesstadt und damit ein Klub für alle Schweizer.

Haben Sie je gezweifelt, dass aus YB wieder ein Schweizer Spitzenverein wird?
Zweifel ist ein schlechter Berater. Aber es gab Überlegungen. Etwa, ob wir die budgetierte Zuschauerzahl erreichen. Als wir davon sprachen, im Schnitt 20'000 Zuschauer an ein YB-Heimspiel zu locken, wurden wir ausgelacht. Aber wir haben die Widerstände aus dem Weg geräumt und die Skepsis besiegt.

Wird YB heute noch finanziell von Ihnen unterstützt?
Das ist nicht nötig. Die Young Boys sorgen mit den Heimspielen für Umsatz, im Stadion wird mit Konzerten und anderen Veranstaltungen Geld verdient. Somit ist YB nicht auf Mäzene angewiesen.

Nach wie vor befindet sich im Kreis der Investoren kein Berner. Wird sich daran etwas ändern?
Die Frage stellt sich derzeit nicht. Von uns vier Aktionären (Oertig, Fritz Bösch, Andy und Hans-Ueli Rihs, d. Red.) hat keiner die Absicht, sich zurückzuziehen. Schon länger existiert aber die Vision, das Stadion den Bernern «zurückzugeben». Eine Option ist der Gang an die Börse, damit könnte mit einer strukturierten Volksaktie der ganze Betrieb breiter abgestützt werden. Aber im Moment ist das nicht mehr als eine Spekulation.


Ein St. Galler bei YB

Eigentlich ist der Golfsport seine grosse Passion. Trotzdem ist Benno Oertig mittlerweile seit zehn Jahren als Investor beim Stade de Suisse und damit bei YB engagiert. Er ist Verwaltungsratspräsident der Stade de Suisse Nationalstadion AG und Verwaltungsrat der BSC YB Betriebs AG. Nach eigenen Angaben ist er im Besitz von rund 20 Prozent der Aktien am Stadion. Gut 70 Prozent teilen sich die Brüder Andy und Hans-Ueli Rihs, den Rest hält Fritz Bösch (Feintool). Benno Oertig (59) ist in Uznach SG aufgewachsen und lebt heute mit seiner Familie in Freienbach SZ. Nach einer KV-Lehre baute Oertig die Inkassofirma Intrum Justitia auf. Heute ist er Verwaltungsratspräsident der Gruppe, die in der Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich und Deutschland tätig ist. Zusätzlich nimmt er verschiedene Verwaltungsratsmandate wahr.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Ziel-ist-die-Champions-League/story/10584761

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 Beitrag Verfasst: Montag 9. August 2010, 13:27 
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wenn er von fussball eine ahnung hätte. so hätte er diese rochade anfang saison duchziehen sollen, aber sicher nicht in diesem moment.

nervt mich extrem dieser typ.

:angryfire: :angryfire: :angryfire:


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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Samstag 14. August 2010, 15:28 
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Der Bund, 14.08.2010

«Wir wollen nicht immer nur Zweiter werden»

Verwaltungsratspräsident Benno Oertig nach der umstrittenen Entlassung von YB-CEO Stefan Niedermaier.

Die Entscheidung, Stefan Niedermaier als CEO zu entlassen und durch Ilja Kaenzig zu ersetzen, hat in Bern viel Staub aufgewirbelt. Welche Ziele verfolgen Sie denn nun eigentlich mit YB?

Es sind hohe Erwartungen da von den Fans, den Medien und auch den Spielern selber. Darum ist es wichtig, dass wir als Verwaltungsrat die Ohren weit geöffnet haben, damit wir unsere Strategie dieser enormen Erwartungshaltung in Bern anpassen können.

Die hohen Ambitionen kommen aus der Geschichte des Klubs und nicht vom Verwaltungsrat?

Ich war immer YB-Fan, und mit der Tradition des Vereins ist auch der Druck da, dass wir eines Tages einen Titel holen können. Nicht die Aktionäre bestimmen die Zielsetzungen des Klubs. Die Ambitionen und die Erwartungen sind bereits da. Der Verwaltungsrat muss sich diesen Ambitionen anpassen. Wir stellen aber nicht die Forderung nach einem Titel.

Was hat Stephan Niedermaier falsch gemacht, warum musste er gehen?

Wir wollen nach einem Businessplan vorgehen, und darin ist eine Strategie enthalten, die in verschiedene Phasen aufgeteilt ist. Die ersten fünf Jahre haben wir YB zum Überleben gebracht, die zweiten fünf Jahre mussten wir das Stadion entwickeln. In dieser Phase hat Stefan Niedermaier hervorragende Arbeit geleistet. Ich kann das nur loben. Er war kaufmännischer CEO mit dem Fokus auf dem Betrieb. Jetzt kommen wir in die dritte Phase, in der wir den Fussball nachhaltig fördern müssen. Wohin es geht, hängt weitestgehend davon ab, wie viel Erfolg wir fussballerisch haben. Unser strategisches Ziel ist es immer, den Fussball stärken zu können und auch Titel zu holen. So werden wir auch an internationalen Wettbewerben teilnehmen können. Wir wollen aber eine nachhaltige Entwicklung. Erfolg kann planbar sein, wir wollen nicht immer nur Zweiter werden.

Hat sich Niedermaier zu stark in den Vordergrund gedrängt und sich zu sehr ins Sportliche eingemischt?

Diese Gerüchte kann ich gar nicht beurteilen. In der Strategie brauchen wir profunden Fussballsachverstand im Managementbereich. Also mussten wir in diese Richtung gehen und einen entsprechenden Entscheid fällen, damit dieser Sachverstand in Zukunft im Haus ist.

Die Entlassung von Stefan Niedermaier wurde skeptisch aufgenommen. Die Entscheidung wurde zum Teil scharf kritisiert, namentlich von den Fans. Wie haben Sie die Reaktionen erlebt?

Es geht uns um die Sache, um YB, und nicht um einzelne Menschen. Allerdings geht es natürlich nicht spurlos an einem vorbei, wenn unter die Gürtellinie gezielt wird. Das ist in den letzten zehn Jahren nun doch ein paar Mal vorgekommen. Ich bin es aber mittlerweile gewohnt, Änderungen vorzunehmen. Der Wechsel auf der Trainerposition von Martin Andermatt zu Vladimir Petkovic hat ebenso eine grosse Skepsis ausgelöst. Heute glaube ich aber sagen zu können, dass diese Entscheidung eine erfolgreiche und richtige Entscheidung gewesen ist. Am Schluss wird man auch jetzt sagen, dass die Entscheidung richtig gewesen ist.

Wer fällte eigentlich den Entscheid?

Der Verwaltungsrat entscheidet über Veränderungen auf dieser Ebene. Alle Aktionäre, also Andy und Hans-Ueli Rihs, Fritz Bösch und ich, sind auch im Verwaltungsrat. Personalentscheide auf dieser Ebene werden von uns getroffen. Wir haben eine Strategie festgelegt zusammen mit Stefan Niedermaier.

Nach dieser Strategie muss YB also endlich Titel holen. Besteht dann auch die Absicht, das Budget zu erhöhen?

Das Modell muss sich wirtschaftlich selber tragen. Wir haben immer gesagt, das ist kein Mäzenatentum. Die Aktionäre haben in das Stadion, in die Infrastruktur, in die Sicherheit, in die Mannschaft, ins Neufeld und auch in die Nachwuchsabteilung investiert. Daraus muss so viel Geld generiert werden, dass das Budget für das Team jährlich erhöht werden kann.

Es fliessen also nicht einfach neue Millionen?

Ein Aktionär investiert, aber er ist kein Mäzen. Der erste Schritt war, dass YB im Neufeld überleben konnte, finanziell und sportlich, das wäre ja sonst ohne unsere Investitionen gar nicht abgesichert gewesen. Das hat auch mehrere Millionen gekostet. Der zweite Schritt war das neue Stadion. Wir haben laufend in die Mannschaft investiert und auch in den Nachwuchs.

Basel wurde Meister und Cupsieger und machte 9,7 Millionen Franken Verlust. Ist so eine Situation bei YB möglich? Darf YB Schulden machen?

Dass es ein Defizit geben kann, wenn es sportlich nicht läuft, ist möglich. Wir wollen jährlich mehr Einnahmen generieren, aber das hängt natürlich stark davon ab, was auf dem Fussballplatz passiert. Je attraktiver und besser das Team spielt, desto mehr Zuschauer kommen. Mit den zusätzlichen Einnahmen kann man auch das Budget erhöhen. Basel ist aber ein ganz anderer Fall: Das Stadion gehört nicht dem Fussballklub. Darum muss auch Stadionmiete bezahlt werden, was bei uns nicht der Fall ist. Bei uns ist es ein Gesamtkonzept, in dem das Stadion eingeschlossen ist.

Wenn wir die Situation in Europa anschauen: Mit Ausnahme von Bayern München sind ja eigentlich alle Spitzenklubs im europäischen Fussball hoch verschuldet. Zum Teil haben sie sogar Hunderte von Millionen Franken Schulden.

Am Schluss müssen die Aktionäre das Risiko übernehmen und für allfällige Verluste geradestehen. Etwas ist klar, ab 2012 wird es mit dem Financial Fairplay durch die Uefa bindende Bestimmungen geben, damit die Verschuldung der Klubs zurückgeht. In der Schweiz kennen wir ja eigentlich keine Verschuldung, weil man sonst keine Lizenz erhält. Ich verspreche mir einen positiven Effekt für die Schweizer Vereine: Wir sind also die Nutzniesser.

Heisst das, ausländische Klubs müssen ihre Budgets zurückfahren, sodass die Schweizer Vereine konkurrenzfähiger werden?

Absolut. Wir können dann auch ausländische Spieler bei uns finanzieren, an die wir heute gar nicht denken können. Wir schauen sehr optimistisch in die Zukunft für den Schweizer Fussball. Wir leben auf einem gesunden Niveau. Zudem wird der Schweizer Fussball immer attraktiver.

Welche Bilanz ziehen Sie aus den letzten fünf Jahren?

Mit der Entwicklung des Stade de Suisse, der Infrastruktur, der Zuschauer und der Sicherheit sind wir höchst zufrieden. Dass wir aber vier Mal vor einem möglichen Titel gestanden sind und keinen geholt haben, ist für mich persönlich enttäuschend.

Fehlt YB das Winner-Gen, um entscheidende Spiele zu gewinnen?

Wir haben alle die vier entscheidenden Spiele gesehen, ich möchte die nicht nachkommentieren. Aber ich war sehr enttäuscht, dass wir es nicht geschafft haben, einen Titel zu holen.

Wie kam es genau zur Verpflichtung von Ilja Kaenzig? War man schon länger mit ihm in Kontakt?

Ich kenne ihn schon seit Jahren und habe seine Arbeit beobachtet. Ich bin auch in Deutschland tätig und interessiere mich für die Bundesliga. Was ein Schweizer in Leverkusen und in Hannover geleistet hat, war sehr beeindruckend. Ich wünsche, dass Kaenzig diese Leistungen auch für Bern abrufen kann.

Was schätzen Sie an Ilja Kaenzig?

Er ist ein Fussballexperte, er verfügt über viel Sachverstand und hat klare Vorstellungen über seine Ziele. Zudem besitzt er auch kaufmännische Erfahrungen: Er führte auch das Stadion in Hannover im geschäftlichen Bereich.

Meistens bringen diese Leute auch ihr eigenes Team mit. Wird es also bei YB weitere Änderungen geben?

Wir müssen Kaenzig ein wenig Zeit lassen. Er wird jetzt zuerst alle Bereiche im Klub und im Betrieb kennen lernen. Ganz klare Absicht ist es, die heutige Organisation samt und sonders zu übernehmen, aber auch den einzelnen Leuten mehr Verantwortung zu übertragen. So ergibt sich auch die Aufwertung des heutigen Staff.

Wie beurteilen sie die Trainersituation bei YB?

Wir stehen hinter Vladimir Petkovic. Er hat 150 Punkte in zwei Saisons gemacht, das ist eine Riesenleistung. Ich hoffe, dass er diese Leistung auch weiterhin abrufen kann. Der Sieg gegen Fenerbahçe letzte Woche war einer der grössten Erfolge der Klubgeschichte.

Diskutieren Sie eigentlich mit dem Trainer sportliche Belange?

Nein. Ich bin zwar zehn Jahre im Fussballgeschäft dabei. Ich bilde mir aber nicht ein, diese Fussballkompetenz zu haben. Da muss man auch die Ausbildung haben und die entsprechenden Erfahrungen wie eben Herr Ilja Kaenzig. Das kann man nicht einfach so von heute auf morgen erlernen.

Sie sagten, man wolle die dritte Stufe zünden und noch mehr auf den Fussball setzen. Bedeutet das, dass aus dem Stade de Suisse ein reines Fussballstadion mit Naturrasen wird, sodass auch wieder Länderspiele in Bern durchgeführt werden?

Stade de Suisse heisst Nationalstadion. Wir wollen Events von nationaler Bedeutung und Ausstrahlung in die Hauptstadt bringen. Wenn das bauliche Anpassungen bedingt, prüfen wir das.

Würde man dann auf Konzerte verzichten?

Das geht aneinander vorbei. Mehr als drei Konzerte pro Jahr können wir nicht machen, das ist auch mit der Nachbarschaft so abgemacht. Ein Naturrasen ist teurer. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass wir auch einmal ein Schwingfest durchführen könnten, aber auch andere Sportarten oder Events von nationaler Bedeutung. Die Meinung aller Schweizer ist, dass der Cupfinal in Bern, der Hauptstadt, ausgetragen werden sollte.

Sagen Sie, Fussball auf Naturrasen ist besser als auf Kunstrasen?

Nein, ob Naturrasen oder nicht, muss jetzt geprüft werden.

Bauliche Veränderungen sind also möglich. Heisst das, man würde eventuell auch die Zuschauerkapa-zitäten erhöhen, so wie in Basel?

Wenn wir die Attraktion erhöhen können, ist auch dies zu prüfen.

Eventuell auch ein Dach?

Wir haben das schon einmal projektiert. Es war aber statisch nicht machbar. Nun werden die Materialien dank neuen Entwicklungen immer leichter, sodass wir eventuell ein Dach bauen könnten.

Woher kam eigentlich das Engagement der Investoren vor zehn Jahren? Damals war YB ja total am Boden.

Vor über zehn Jahren haben mich Alt-Bundesrat Adolf Ogi und Bruno Marazzi angefragt, ob ich im Sport und beim Stadionbau eine aktive Rolle übernehmen könnte. Das hat mich sehr angesprochen. Ich bin YB-Fan, ich habe mitgelitten in jener Zeit. Ich habe einen Jahrgang, als wir noch vom Erfolg verwöhnt wurden. Darum ist es auch eine Herzensangelegenheit. Solch ein Engagement kann nur mit Verstand und Herz gemacht werden. Als Erstes habe ich einen Businessplan über zehn Jahre aufgestellt und sah, dass wir in Bern Erfolg haben können. So entschloss ich mich, alle Rechte von YB zu übernehmen.

Sie haben die Firma Intrum Justitia aufgebaut. Ein Inkassobüro.

Nicht nur. Das Inkassobüro ist eigentlich nur der kleinste Teil der Firma. Es ist aber vielmehr eine Finanzdienstleistung. Ich habe natürlich Erfahrung mit Geschäftsführung, Businessplänen und Unternehmertum. Ich arbeite in diesem Bereich seit 35 Jahren. Ich bin jetzt aber eigentlich in der Vorpension, könnte man sagen.

Intrum Justitia hat einst ein Boot und ein Team für die Weltumsegelungsregatta «Whitbread Round the World Race» gesponsert.

Bei der Organisation war ich stark involviert. Das kommt von meinem früheren sportlichen Engagement her.

Sie sind früher gesegelt?

Ja. Ich würde auch noch heute gerne segeln. Ich habe selber jedoch kein Boot. Ich schaue ab und zu, dass ich auf einer Charterreise als Crewmitglied dabei sein kann. Oder auf dem Zürichsee bei der Pfingstregatta. Meistens hat es auf dem Zürichsee aber entweder gar keinen Wind oder dann zu viel.

Nächsten Dienstag spielt YB das erste Spiel im Playoff der Champions League zu Hause gegen Tottenham Hotspur. Was erwarten Sie von diesem Spiel?

Ich bin leider kein Prophet. Aber ich erwarte ein kampfbetontes Spiel nach englischer Art. Wenn wir vom Resultat reden: Das von Fenerbahçe würde ich sofort unterschreiben.

Die Zukunft von YB hängt aber nicht nur von den Spielen gegen Tottenham ab, also davon, ob es YB in die Champions League schafft.

Ein Tor hat uns bis hierher gebracht. Ein einziges Tor kann nun darüber entscheiden, ob wir weiterkommen. Doch ein Tor ist nicht so planbar, wie man es gerne möchte.

Werden Sie auch beim Rückspiel in London im Stadion sein?

Ja, selbstverständlich.

Sind Sie bei allen YB-Partien dabei?

Ja, natürlich.

Auch bei den Auswärtsspielen?

Ja.

Und bei der 1:2 Niederlage in Bellinzona?

In Bellinzona war ich nicht, dieses Spiel habe ich mir im Teleclub angeschaut.

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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Samstag 14. August 2010, 15:29 
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Aargauer Zeitung, 14.08.2010

«Gut für den Schweizer Fussball»

YB-Verwaltungsratspräsident Benno Oertig äussert sich zum heftigen «Erdbeben» in Bern

Es war der Fussballer-Knaller der Woche: Boss Stefan Niedermaier wurde entlassen, Ilja Kaenzig ist der neue starke Mann bei YB. Die Fans des Vereins sind empört. Nun nimmt der Verwaltungsratspräsident Stellung.

Benno Oertig, der Rauswurf von Stefan Niedermaier hat viele emotionale Reaktionen ausgelöst. Sind Sie davon überrascht worden?

Benno Oertig: Grundsätzlich nicht. Jede einschneidende Veränderung erzeugt im Fussballgeschäft Reaktionen der Fans. Das war beim Trainerwechsel von Martin Andermatt zu Vladimir Petkovic nicht anders. Auch damals gab es einen Aufschrei und die Skepsis gegenüber dem neuen Mann war gross. Aber auch diese Änderung hat sich am Ende bewährt.

Niedermaier musste gehen, weil er den Machtkampf mit Ihnen verloren hat. Er sei Ihnen zu mächtig geworden und vor dem Licht gestanden. Stimmt das?

Oertig: Das ist eine Sicht der Dinge, die ich nicht nachvollziehen kann. Grundsätzlich kann es zwischen einem Chef und einem Angestellten ja gar keinen Machtkampf geben. Wir sind vor zehn Jahren bei YB mit einem klaren Business-Plan angetreten. Zuerst mussten wir die fünf Jahre bis zum neuen Stadion überstehen und da viel Geld investieren. Damals war Peter Jauch der richtige Mann. Dann kam die Aufbauarbeit im Stade de Suisse. Auch für diese Funktion war das Anforderungsprofil klar. Stefan Niedermaier hat einen hervorragenden Job gemacht, er hat diesen Schritt getan und unsere Erwartungen erfüllt. Aber jetzt sind wir gut aufgestellt, punkto Infrastruktur und in Sachen Sicherheit und Publikumszuspruch sind wir da, wo wir hinwollten. Aber jetzt wollen wir den nächsten Schritt machen und uns weiterentwickeln. Die letzte und entscheidende Phase hat begonnen.

Und was ist der nächste Schritt?

Oertig: Jetzt steht der Fussball im Vordergrund. Wir wollen die Nummer eins im Schweizer Fussball werden. Wir sind bis jetzt ein Spitzenklub ohne Spitzenergebnis. Bern wartet seit Jahrzehnten auf einen Titel. Für diesen nächsten Schritt ist Ilja Kaenzig der beste Mann, den es in der Schweiz gibt. Jetzt musste einfach ein absoluter Fussballfachmann her. Darum verstehe ich die ganze Aufregung auch nicht. Als Unternehmer bin ich es gewohnt, solch unpopuläre Massnahmen zu treffen. Für mich als Geschäftsmann war das ein ganz normaler und logischer Personalentscheid. Wir sind keine Mäzene, sondern Investoren und Aktionäre. Und im Rahmen eines genauen Business-Planes muss man uns als Unternehmern doch zugestehen, den nächsten Schritt zu tun.

Also muss Ilja Kaenzig den FC Basel überholen.

Oertig: Es ist doch gut und spannend für den Schweizer Fussball, wenn wir die Nummer eins werden wollen. Aber das ist noch ein weiter Weg. Basel lebt uns vor, wie man das machen muss. Beispielsweise war der ganze Transfer von Giles Yapi in der letzten Saison kein Ruhmesblatt für uns. Da beziehe ich mich persönlich auch mit ein in die Kritik. Da hätten wir uns anders verhalten sollen.

Aber YB mit Niedermaier an der Spitze hat gute und lukrative Transfers getätigt, ist Vizemeister und klopft nun sogar an die Tür zur Champions League.

Oertig: Ich bin in den letzten fünf Jahren viermal enttäuscht worden. Nochmals: Wir müssen den nächsten Entwicklungsschritt machen. Und dafür ist Kaenzig der richtige Mann.

Der Trainer ist da, das Spielerkader ist da. Da kann Kaenzig doch keine Wunder vollbringen?

Oertig: Kaenzig hat sich in Deutschland durchgesetzt, ich verfolge seinen Weg seit langem. Er hat ein hervorragendes Beziehungsnetz. Es geht ja nun auch darum, noch den einen oder anderen Transfer einzufädeln. Vielleicht müssen wir den verletzten Dudar ersetzen. Und mittelfristig verspreche ich mir von Kaenzig sehr viel. Erfolg ist auch im Fussball planbar. Wir haben in ein Stadion investiert, wir haben in den Nachwuchs und in die gesamte Infrastruktur investiert. Jetzt geht es darum, an der Spitze die Entwicklung voranzutreiben.

Also muss YB jetzt Schweizer Meister werden?

Oertig: Dieser Druck kommt ja nicht von den Investoren. Dieser Druck kommt vom Umfeld und von den Fans. Ja, diese Erwartung haben alle. In Bern will man endlich wieder einen Titel gewinnen. Darum bin ich etwas irritiert, wenn es heisst, das alles sei nur ein Machtkampf gewesen. Ich habe mit Stefan Niedermaier menschlich keine Probleme.

Jetzt kommt es gegen Tottenham in der Qualifikation zur Champions League zu einem weiteren Höhepunkt. Was erwarten Sie?

Oertig: Es ist wieder ein Duell David gegen Goliath. Wenn es so läuft wie gegen Fenerbahçe Istanbul, dann bin ich sehr zufrieden.

«Für mich als Geschäftsmann war das ein ganz normaler und logischer Personalentscheid.»

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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Dienstag 17. August 2010, 09:22 
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Berner Zeitung, 17.08.2010

Standpunkt: Die Ware YB ist käuflich – wahre YB nicht

«YB hat zwar Geld, aber statt Herzblut eine Sport & Event AG mit Inkassobüro-Methoden.»

Michael Hug ist Chefredaktor der Berner Zeitung.

«Ich YB dich» steht in grossen Lettern am Stade de Suisse. YB ist eine Herzensangelegenheit, lautet die Botschaft. Die Fans sollen zu YB stehen. In guten wie in schlechten Zeiten. Wahre Liebe eben. Keine Frage: Wer so hohe Ansprüche hat, muss mehr bieten als blosse Resultate. Da braucht es auch ein paar menschliche Qualitäten wie Vertrauen und gegenseitigen Respekt. Beides schien in den letzten Jahren wieder gewachsen zu sein.

Vertrauen und Respekt liess die oberste Führungsetage der Sport & Event AG dann aber abrupt vermissen, als sie vergangene Woche die Integrationsfigur Stefan Niedermaier stil- und respektlos hinauswarf. Auch sieben Tage nach dem Ereignis hat sich nichts am Bild geändert. Beruhigend war allenfalls, dass Verwaltungsratspräsident Benno Oertig Emotionen zeigte, indem er allen möglichen Medien Interviews gewährte, nur dieser Zeitung nicht.

Aber in der Sache gab er den kühl rechnenden Geschäftsmann. Die Besitzer von YB seien Investoren und keine Mäzene, stellte er klar. Niedermaiers Ablösung sei für ihn «ein ganz normaler Personalentscheid». Teil des Businessplans, Meilenstein einer langfristigen und weitsichtigen Strategie.

Wirklich? Wenn das so ist, dann zeugt der Start in die sogenannte dritte Phase von beträchtlichem Unvermögen. Weitsichtige Geschäftsleute, so möchte man meinen, vollziehen einen lange vorgesehenen Wechsel als organischen Übergang und nicht mit der Handgranate. Umsichtige Chefs haben auch ein gewisses Sensorium für die Stimmungslage in und um ihre Firma.

Wer Herzblut will, muss erst mal Herz haben. Investor Benno Oertig fühlt sich schlecht behandelt, weil er seit zehn Jahren für YB bezahlt und in Bern doch so wenig geliebt wird. Vielleicht wird er verkannt. Vielleicht wird ihm aber auch einfach nicht abgenommen, was er bei jeder Gelegenheit herausstreicht: dass es ihm um YB geht. Oder wie er treffend sagt: «Um die Sache.» Die Sache YB ist käuflich. Resultate lassen sich planen. Mit der Liebe, selbst mit der flüchtigen Zuneigung von Fans, verhält es sich komplizierter.

Aber das gilt auch umgekehrt. Bern will ein YB, das wieder Meister wird, obwohl in Bern keiner das Geld dafür hatte. Nun hat YB zwar Geld, aber statt Herzblut eine Sport & Event AG mit Inkassobüro-Methoden. Diese emotionale Lücke zwischen den Fans und den Besitzern des Klubs hat Stefan Niedermaier in den letzten Jahren gefüllt. Gleichzeitig hat er sie kaschiert. Jetzt klafft sie wieder.

Selbst wenn YB heute Tottenham abserviert, bleibt das Problem bestehen. Die Werbeslogans aus dem Nationalstadion bringen es auf den Punkt: YB geht durch den Magen und schlägt auf den Geldbeutel. Oder umgekehrt.

http://www.bernerzeitung.ch/meinungen/standard/Standpunkt-Die-Ware-YB-ist-kaeuflich---wahre-YB-nicht/story/30271291

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 Betreff des Beitrags: Re: Benno E. Oertig
 Beitrag Verfasst: Montag 29. November 2010, 15:03 
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Sonntagblick, 28.11.2010

YB-Präsident Benno Oertig

«Gross ist ein wunderbarer Trainer»

Im Gegensatz zu anderen Super-League-Präsidenten sucht YBs Benno Oertig die Öffentlichkeit nicht. Bis zum Donnerschlag im August. Der Stade-de-Suisse-Verwaltungsrats-Präsident über Niedermaier und Kaenzig, Petkovic, Naturrasen – und Christian Gross.

Die Beweggründe für die plötzliche Entlassung von CEO Stefan Niedermaier und die Einsetzung von Ilja Kaenzig sind vielen immer noch unklar. Mit 100 Tagen Abstand: Warum der Donnerknall?
Benno Oertig: Wir haben nicht viel geändert. Wir haben eine neue Position geschaffen, jene des VR-Delegierten, um den sportlichen Bereich zu stärken und diese mit einem Mann besetzt, der seit 16 Jahren im Business tätig ist.

Sportlich ist es nicht viel besser geworden …
Wenn man so viele Wechsel gehabt hat wie wir, kann man nicht erwarten, dass man vorne mitspielt. Doumbia und Yapi kann man kaum ersetzen. Und es lief auch zu Saisonbeginn nicht rund, als Kaenzig noch nicht da war.

Stimmt es, dass Kaenzig von Hannovers Präsident Martin Kind an Mehrheitsaktionär Andy Rihs empfohlen wurde, weil sich die beiden gut kennen?Sie sind beide Hörgeräte-Hersteller.
Nein. Frankfurts Vorstands-Vorsitzender Heribert Bruchhagen hat uns einst bekannt gemacht. Dass man dann Referenzen einholt, ist normal.

Nochmals: Warum die Trennung vom erfolgreichen und in Bern beliebten Stade-de-Suisse-CEO Niedermaier? Auf Teleclub wurde die Frage gestellt, ob sie deshalb erfolgt sei, weil Spielervermittler Jean-Bernard Beytrison Niedermaier beim Hauskauf finanziell unterstützt habe?
Reine Spekulation! Wenn etwas in diese Richtung passiert wäre, hätten wir es sicher aufgedeckt.

Niedermaier hat vorwiegend mit Beytrison gearbeitet: War ihnen das ein Dorn im Auge?
Das hatte nichts damit zu tun.

Sondern?
Wir haben immer kommuniziert, dass wir bei YB mit Fünf-Jahres-Business-Plänen operieren, wie in jedem KMU. Die ersten fünf Jahre standen im Zeichen des Aufbaus. Die zweiten fünf im Zeichen des Betriebs. Die dritte Stufe soll im Zeichen des sportlichen Erfolgs stehen. Wir haben nach zehn Jahren festgestellt, dass das YB-Modell ‹verhebt›. Das war nicht immer so. Ich wurde belächelt, als ich die Vision eines Zuschauerschnitts von 20 000 hatte.

Die Antwort, bitte …
Wenn du eine Steigerung willst, musst du mit Leuten zusammenarbeiten, welche die nötige Kernkompetenz haben. Die haben wir nun mit Ilja, ökonomisch wie sportlich.

Und Niedermaier hatte sie nicht?
Es war seine Aufgabe, einen Geschäftsführer für den Sportbereich, oder den früher vielzitierten ‹Mister YB› einzustellen. Das ist nicht passiert.

Weil dieser neben Niedermaier keinen Platz gehabt hätte?
Das haben Sie gesagt.

Ziehen Sie eine 100-Tage-Bilanz.
Von Iljas weltumspannendem Netzwerk habe ich schon profitieren können. Da hat man ganz andere Möglichkeiten. Es geht nur mit jemandem, der diese Erfahrung von Grund auf mitbringt. Nur so haben wir die nötige Akzeptanz bei den Technikern.

Sie stehen in Ihrem elften YB-Jahr. Dennoch nimmt man sie kaum wahr. Geschieht das bewusst?
Ein VR-Präsident gehört in den Hintergrund. Er hat klare Funktionen: Strategien festlegen, die richtigen Leute zusammenbringen. Vom Fussball verstehe ich zu wenig. Ich flicke ja meine Schuhe auch nicht selber.

Themenwechsel. Christian Gross hat im BLICK Ilja Kaenzig überschwänglich gelobt …
Das ist mir auch aufgefallen.

Wie deuten Sie dieses Lob? Gross macht selten etwas ohne Absicht dahinter?
Gross habe ich schon unter die Lupe genommen, als wir Vladimir Petkovic geholt haben. Ich bewundere ihn. Er ist einer wie Ilja, der sich über längere Zeit behauptet hat.

Ist einer wie Gross als YB-Trainer auch eine Vision von Ihnen?
In einem Bereich, in welchem jemand nur eine bestimmte Zeitdauer arbeitet, muss man alternativ denken. Gross ist ein wunderbarer Trainer. Du kannst nur die Nummer eins werden, wenn du mit Nummer-eins-Leuten zusammenarbeitest.

Wie viel Geld wird in der Winterpause zur Verfügung gestellt, um die Mannschaft zu verstärken?
Wir wollen sicher noch etwas machen, das stimmt. Wenn wir genug Geld erwirtschaftet haben, können wir es auch investieren. Aber für uns ist klar, dass wir kein Modell mit externer Finanzierung von Spielern haben. Unser Konzept sieht kein Mäzenatentum vor. Wir Verwaltungsräte haben in das Stade de Suisse investiert und ermöglichen damit YB, selbsttragend zu sein.

Aber Sie segnen alle Transfers ab.
Klar. Der Geschäftsführer hat die Kompetenz, einen Betrag von bis 50 000 Franken alleine zu verantworten. Darüber braucht es unser Okay.

Das Ziel ist nach wie vor der Cupfinal am 29. Mai 2011?
Ja, aber ob dieses sehr ehrgeizige Ziel erreicht werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Kaenzig, Rihs, Petkovic, Sie selbst. Die leitenden YB-Figuren sind alles Nicht-Berner. Spüren Sie eigentlich immer noch Ressentiments der traditions-
bewussten Berner?
Halt: Andy Rihs hat einen Berner Bürgerort. Auch Ilja ist ein Papierli-Berner, Bürgerort Wiedlisbach BE. Und im Verwaltungsrat der YB-Betriebs-AG sind mit Präsident Werner Müller und Heinz Schneiter zwei waschechte Berner mit grosser YB-Geschichte.

Jeder Mensch mag es aber, geliebt zu werden?
Ich bin es nicht gewohnt, dass man mir Danke sagt. Ich habe eine Aufgabe. Diese lässt sich am Erfolg messen. Ich habe da eine ziemliche Elefantenhaut.

Der starke Mann bei YB
Der St. Galler Benno E. Oertig (59) ist seit zehn Jahren YB-Investor. Er ist Verwaltungsratspräsident der Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG sowie deren Mutterfirma Sport und Event Holding AG. Oertig hält rund 20 Prozent der Aktien. Reich wurde er als Regionaldirektor von Europas Inkassofirma Nummer eins, der Intrum Justitia. Heute ist Oertig Senior Advisor der Region Deutschland/Österreich/ Schweiz der Intrum-Gruppe und VR-Präsident der Intrum Justitia Finance Services AG mit Sitz in Schwerzenbach ZH. Weinliebhaber Oertig lebt mit seiner Familie in Freienbach SZ. A. KU.

http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/gross-ist-ein-wunderbarer-trainer-161564

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