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BZ, 4.12.2004
«Wir sind mit Zaugg zufrieden»
Morgen empfängt YB den FC Zürich (14.30 Uhr) und in einer Woche Xamax. In der Winterpause beginnt die Arbeit für Reto Gertschen erst richtig. Der Sportchef über die Saison, das neue Stadion, den Trainer und Hakan Yakin.
Reto Gertschen, wie sind Sie mit der bisherigen Saison zufrieden?
Reto Gertschen: Es war klar, dass es nach dem Superjahr schwierig werden wird, den souveränen zweiten Platz und die guten Leistungen zu bestätigen. Wir haben uns in der Champions-League-Qualifikation sicher mehr erhofft. Aber insgesamt bin ich nicht unzufrieden.
Sie sind zufrieden, wenn YB als Vizemeister sieben Punkte hinter dem Zweiten Xamax steht?
Na ja, Xamax ist keine Übermannschaft, das ist schon richtig. Ich finde, dass alle Teams in der Super League enger zusammengerückt sind. Und wenn wir die Heimspiele gegen Zürich und Xamax gewinnen, dann überwintern wir als Dritter. Man darf nicht vergessen, dass wir im Cup im Viertelfinal stehen –und dort ein Heimspiel haben.
Viel kritisiert wurde in den letzten Wochen die Transferpolitik.
Ich denke, dass es zu früh ist, über die neuen Spieler zu urteilen. Wir haben viele Verletzte gehabt. Also mussten Spieler wie Gabriel Urdaneta auf Positionen spielen, die ihnen nicht behagen. Ausserdem denke ich, dass wir mit Francisco Neri einen hervorragenden Zuzug getätigt haben. Er war leider lange verletzt.
YB muss und wird aber das Team im Hinblick aufs neue Stadion massiv verstärken müssen …
… das ist so nicht richtig. Wir werden in der Winterpause intensiv darüber sprechen, wie es weitergeht. Man kann nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Uns werden jeden Tag viele Spieler angeboten, zuletzt zum Beispiel der ehemalige deutsche Nationalspieler Jörg Böhme. Alles ist aber immer eine Frage der Finanzierung.
YB kann es sich kaum leisten, mit einer mittelmässigen Equipe im neuen Wankdorf zu spielen. Spieler wie Horst Heldt, Remo Meyer oder Richard Nuñez werden gerüchteweise hartnäckig mit YB in Verbindung gebracht.
Es ist richtig, dass wir im Wankdorf an der Spitze mitspielen wollen. Aber wie gesagt, derzeit ist YB im Umbruch, es geht alles schnell, da müssen wir schauen, mit dem Tempo mithalten zu können. Auch bezüglich Umfeld, Administration und Betreuerstab wird es diverse personelle Anpassungen geben. Einige bereits im Winter, andere erst vor der nächsten Saison. Wir sind am Planen, uns wird die Arbeit schon nicht ausgehen.
Hakan Yakin hat erklärt, dass er es sich vorstellen könnte, in der Rückrunde für YB zu spielen.
Das ist sehr schön. Wir haben über ihn natürlich auch bereits diskutiert, aber er verdient ein Gehalt, welches unseren Rahmen sprengen würde. Auch diese Personalie werden wir beleuchten. Wenn sich mit Stuttgart leihweise etwas machen lässt, dann wären wir nicht gegen einen so guten Fussballer. Praktisch gesichert ist derzeit, dass der Isländer Steinsson in der Rückrunde zu uns stossen wird. Er ist ein junger und hoffnungsvoller Innenverteidiger.
Neun Verträge laufen bei YB aus, die Fussballer spielen also derzeit quasi um ihre Zukunft in der neuen Arena. Wie sieht die Prioritätenliste diesbezüglich aus?
Alain Rochat möchten wir natürlich unbedingt behalten. Auch da werden wir in der Winterpause Gespräche führen.
Was ist mit Patrick De Napoli, Elvir Melunovic, Yao Aziawonou, Johan Berisha, Stéphane Chapuisat, Ivan Knez, Sadik Coubadja und Fernando Carreño?
Chapuisat wird aufhören, bei Berisha und Coubadja müssen wir abwarten, wie sie von ihren schweren Verletzungen genesen. Mit allen anderen werden wir uns in den nächsten Wochen unterhalten. Und der junge Stürmer Boban Maksimovic erhält bald einen Profivertrag.
Was ist mit Hans-Peter Zaugg?
Wir haben immer gesagt, dass wir mit ihm als Trainer ins Wankdorf wollen. Auch hier lassen wir uns nicht stressen. Wir haben jetzt noch zwei wichtige Heimspiele, dann schauen wir in dieser Sache weiter.
Aber von diesen beiden Spielen kann man eine Zukunft mit Zaugg nicht abhängig machen.
Das ist korrekt. Wir sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit.
Erich Vogel hat in einem Fussballtalk gesagt, dass Peter Jauch, der Wankdorf-CEO, nicht mit Zaugg ins neue Stadion wolle. Namen wie Marcel Koller oder Christian Gross werden gehandelt.
Ich denke, dass diese provokative Aussage vor allem dazu diente, die neue Sendung bekannt zu machen. Erich Vogel kann die Situation bei YB doch gar nicht richtig beurteilen.
Wie sieht es denn bezüglich Budget im neuen Stadion und anvisiertem Zuschauerschnitt aus?
Viele Bereiche wie der Nachwuchs werden neu gegliedert, bezüglich Budget kann man deshalb derzeit kaum konkrete Zahlen nennen. Wir möchten 15 000 Abos verkaufen, dann ist ein Schnitt von 20 000 Zuschauern realistisch. In erster Linie sind aber wir mit guten Leistungen selber dafür verantwortlich, das Wankdorf zu füllen.
Interview: Fabian Ruch
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