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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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Marc
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Verfasst: Dienstag 23. November 2004, 13:42 |
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Registriert: Samstag 24. April 2004, 02:01 Beiträge: 489
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hallo zäme
angesichts der aggressionentladungen einiger fans in sion, fragte ich mich was ist eigentlich der unterschied zwischen ultras und holligans.
die, welche in sion vermummt mit sonnenbrille und megaphon anzutreffen waren, bezeichnen sich als ultras. von holligans wollen sie nichts wissen, wollen auch nicht als solche dargestellt werden. es wird sogar aufs äusserste dementiert etwas mit dem hooliganismus zu tun zu haben.
ultra wird in wikipedia wie folgt umschrieben (der wichtigste Punkt und Unterschied zum Hooliganismus ist fett geschrieben) :
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Ultrá-Bewegung
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Singular: Ultrà)
Die Ultrà-Bewegung hat ihre Wurzeln im Italien der 60er Jahre, als sich erstmals "fußballverrückte" Jugendliche in Gruppen zusammenschlossen, um ihre jeweiligen Lieblingsmannschaften gemeinsam organisiert zu unterstützen. Zuerst waren es nur relativ wenige Jugendliche, die sich aber mit Hilfe von Balkenschals und Trommeln von den anderen Fans unterschieden. Die Ultras organisierten dann auch ihre ersten gemeinsamen Auswärtsfahrten.
Die Bewegung breitete sich rasch aus, und in weiten Teilen Europas bildeten sich entsprechende Gruppierungen. Großbritannien ist einer der wenigen Ländern, in dem die Ultrà-Bewegung bisher keinen Anklang finden konnte.
Bei Ultras handelt es sich um fanatische Anhänger, deren Ziel es ist, ihre Mannschaft "immer und überall bestmöglich zu unterstützen". Neben der akustischen Unterstützung, die sehr häufig von einem sogenannten Vorsänger koordiniert wird, legen Ultras auch viel Wert auf optische Hilfsmittel. Konfettiregen, bengalische Feuer und gigantische Fahnenmeere. Außerdem kreieren, finanzieren und organisieren die Ultras farbenprächtige, enfallsreiche und meist wunderschöne Choreographien. Unterstützung von Sponsoren oder Vereinen wird strikt abgelehnt. Ultras sprechen sich "gegen die Kommerzialisierung des Fußballs/Eishockeys" im speziellen und die Entwicklung des Fußballs/Eishockeys im allgemeinen aus.
Die goldenen Jahre der italienischen Ultrabewegung waren die 80er. Damals zählten einige Gruppen mehr als 10.000 Mitglieder. Aber auch heute noch gibt es einige Gruppen, die mehr als 10.000 Mitglieder haben. Einige Grupppen sind: Irriducibili Lazio, Fossa dei Leoni und AS Roma Ultras. Aufgrund der sehr hohen Mitgliederzahlen einiger Gruppen haben diese einen großen Einfluss auf die Vereinspolitik. So darf z.B. die Fossa dei Leoni entscheiden, was von wem in ihrer Kurve verkauft werden darf. Allein wegen dieser Vereinspolitischen Macht, verorten sich einzelne Gruppen auch einer bestimmten politischen Richtung, so gibt es rechtsextreme Fangruppen, wie Irriducibili Lazio, aber auch neutral oder Linke Gruppen.
Im Unterschied zu den englischen Hooligans steht bei Ultras der Fußball im Vordergrund und nicht die Gewalt. Schlägereien und Kämpfe sind aber auch ein Bestandteil der Ultra-Kultur, zumindest in Italien.
Deutschland erreichte die Ultrà-Bewegung erst Mitte der Neunziger Jahre. Mittlerweile existieren bei fast allen Vereinen, der oberen drei Ligen, Gruppen die sich selbst als Ultras sehen. Auch wenn sie nicht überall die dominante Gruppe sind, haben sich bei vielen Vereinen Ultra-Gruppen gebildet, die die gesamte Fanszene dominieren, wie z.B. bei Eintracht Frankfurt oder dem VfB Stuttgart. Zu den führenden deutschen Ultra-Szenen darf man Nürnberg, Frankfurt und Karlsruhe zählen. Ein Großteil der deutschen Ultrà-Gruppierungen verhält sich unpolitisch. Ultras in Deutschland geht es hauptsächlich um die "Verbesserung der Stimmung" und das Wachsen der eigenen Gruppe. Ultras fungieren quasi als "Gegenpol zum unkritischen und konsumierenden Mainstream in den deutschen Fußballstadien".
hooliganismus wird in wikipedia wie folgt umschrieben :
Hooligan
Hooligan ist die Bezeichnung für Personen, die sich anlässlich bestimmter Sportereignisse mit anderen Personen schlagen.
Meistens sieht man Hooligans bei Fußballspielen, aber es gibt sie auch beim Eishockey oder im American Football. Die Hooligan-Bewegung stammt ursprünglich aus England und hat sich sehr schnell in alle Teile der Welt ausgebreitet. Der Begriff bezieht sich ursprünglich auf eine englische Familie die sich Prügeleien mit den Nachbarfamilien lieferte. Praktisch jeder englische Fußballverein hat einen Hooligan-Mob, wie man die Hooligan-Vereinigungen dort nennt, mit denen er in andere Städte und Länder reist.
Schlägereien haben trotz allem meist ihre Regeln. Wenn die Hooligans der Gästemannschaft, die zu Besuch ist, keine Schlägerei beginnen, dann kommt es auch zu keiner Schlägerei. Auch werden im Normalfall keine A- oder B-Fans angegriffen. Personen die auf dem Boden liegen dürfen nicht weiter geschlagen werden und der Gebrauch von Waffen und Gegenständen (Regenschirm, Stöckern, Flaschen, Steinen) ist tabu. Diese Regeln werden mittlerweile selten beachtet.
Hooligans wollen beweisen, dass eben nicht nur ihre Mannschaft, sondern auch sie selbst stärker sind als ihr Gegner. Das Fußballspiel spielt dabei teilweise nur noch eine untergeordnete Rolle. Wie zwischen den Fanclubs der Vereine gibt es auch zwischen den Hooligans Freund- und Feindschaften. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Spiel nur besucht wird, um die befreundeten Hooligans bei der Schlacht zu unterstützen - auch wenn das Spiel selbst die eigene Mannschaft gar nicht betrifft.
Ursprünglich waren Hooligans politisch neutral und interessierten sich nur fürs Sportliche und Gewaltätige. Mittlerweile stehen große Teile der Hooliganszene unter dem Einfluß aus dem rechtsradikalen Milieu.
Hooligans stammen aus vielen verschiedenen sozialen Schichten. Es gibt kein definiertes Bild vom typischen Hooligan. Vom Arzt bis zum Zellenwart sind alle Berugsgruppen vertreten. Der Kick für Hooligans ist es mit physischer Gewalt zu zeigen, dass man stärker ist als der Gegner. Auch der Zusammenhalt in der Gruppe unter den "harten" Männer ist für viele der Grund einer Hooliganbande beizutreten und sie auch nicht zu verlassen. Hooligans stehen oft unter Einwirkung von hemmungslösenden Drogen wie z.b. Alkohol und Kokain.
Eine recht neue Spielart des Hooliganismus ist das sogenannte "FWW", Feld Wald und Wiese oder im Amtsdeutsch der Polizei Drittortschlägereien. Hooliganbanden verabreden sich und treffen sich auf Äckern, Parkplätzen, Raststätten, Waldstücken, kleinen Fußballplätzen etc., um sich dort zu prügeln. Diese neue Form des Hooliganismus ist aus Polen nach Deutschland geschwappt und findet nun breite Anerkennung in ganz Europa. Ziel hierbei ist es sich gegenseitig auf die Fresse zu hauen und gleichzeitig der Polizei aus dem Weg zu gehen. Die Gegner müssen hierbei nicht einmal in der gleichen Liga spielen, geschweige denn, dass die Schlägereien in der Nähe eines Stadions oder an einem Spieltag stattfinden.
Das Thema Hooligans wird in den Medien oft verschwiegen oder nur oberflächlich behandelt. Die Darstellung beschränkt sich meist nur auf Schlägereien, die Anzahl der Festgenommenen und Verletzten. Das Gesellschaftsproblem tritt hierbei in den Hintergrund.
Die Polizei agiert in Deutschland mit Szenekundigen Beamten (Zivis), die besonders gewaltbereite Personen an Spieltagen verstärkt beobachten oder gleich mit einem Stadionverbot belegen.
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was will ich mit diesem vergleich? wie bereits erwähnt ist der unterschied für den normalo nicht auf den ersten blick ersichtlich.
irgendwie habe ich einfach das gefühl das zwischen dem ultra und hooligan sein, eine gefählriche gratwanderung besteht. der fanatismus für den eigenen klub kann sich schnell mal in gewalt umwandeln und da dies ja meistens in der gruppe geschieht ist die hemmung dazu sehr klein.
dies finde ich eine gefährliche tendenz. wichtig wäre es, dass der capo (der chef) der ultras eine fähige person darstellt, welche in jeder situation das sagen hat und die ultra gruppe in hektischen situationen leiten kann.
ein thema zum dem sich jeder fan seine gedanken machen sollte, wie ich finde.
Zuletzt geändert von Marc am Dienstag 23. November 2004, 19:31, insgesamt 1-mal geändert.
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disizlapeste
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Verfasst: Dienstag 23. November 2004, 14:35 |
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Registriert: Sonntag 13. Juni 2004, 12:18 Beiträge: 209 Wohnort: 3006
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mein gedanke:
das problem im moment ist, dass "hooligan" sein mode ist, oder zumindest mir kommt es so vor. und in der gruppe ist man ja bekanntlich auch seehhhr stark. dem kommt hinzu, dass das gewaltpotential in den vergangenen jahren extrem gestiegen, sowie die hemmschwelle gesunken ist.
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rollschuh
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Verfasst: Dienstag 23. November 2004, 20:12 |
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Registriert: Dienstag 23. November 2004, 19:53 Beiträge: 5
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Also eigentlich haben wir die betroffenen klar gesagt auf keine Diskussion im offiziellen Forum einzugehen (was auch nicht geschehen ist) hier finde ich die Diskussion akzeptabel und werde mich nun mal daran beteiligen.
Seit Jahren gibt es die Schwarzen Schafen eigentlich schon( kurzer Beschrieb)
Die Schwarzen Schafe ist ein Überbegriff der inoffiziellen Fanszene Bern. Die seit den achtziger Jahren bei YB vertreten ist. Der Name Schwarze Schafe kommt von der Saison 1992/1993 her als in der Berner Zeitung ein Artikel erschien über die noch heute bestehende East Side (Titel East Side die schwarzen Schafe von YB) beim daraufolgenden Spiel in Lausanne als neben der East Side kaum YB Fans anwesend waren wurde lautstark skandiediert "Wir sind die Schafe, die schwarzen Schafe Mäh). Gut 10 Jahre später taucht nun dieser Name wieder auf als Übergriff für die inoffizielle Fanszene welche 7 Fangemeinschaften vereinigt (rund 150 Personen)).
Wir verfügen über keine Statuten und sind nirgends verankert eigentlich gibt es uns gar nicht und trotzdem sind wir immmer und überall wo der BSC aufläuft.
Wir sind politisch neutral und KEINE Kategorie C Gruppierung! Für diese Angelegenheiten sind nach wie vor die gleichen 20-25 Personen zuständig welche den anderen Firms bekannt sind.
Während man einige von uns eindeutig als B-Fans bezeichnen kann sind aber auch etliche A-Fans vertreten.
Nun ist es so das etliche Jugendliche sich nicht als Trikotfans sehen wollen und in verschiedenen Internationalen Stadien gesehen haben was es heisst Stimmung zu machen (Auf sogenannten Groundhoppingtouren) dies versucht man auch bei YB umzusetzten während die älteren Generationen längst eingesehen haben das bei YB nie ein grosser fanatismus aufkommen kann und auch Choreos und Sprächgesänge wohl selten Konkurrenzfähig sein können in mit anderen Städten. Versuchen etliche Jungen noch was, leider mit sehr mässigem Erfolg während auswärts durchaus ein guter Support mal hinkommen kann (vorallem auf weiten Reisen) sind die Heimspiele längst aufgegeben worden .
Der Zusammenhang zu den Hooligans ist eigentlich in dem Falle klar früher war die EAST SIDE zwar als agressive Fanvereinigung bekannt hat jedoch auch immer klar Stimmung produziert (wie wenige noch heute) jedoch gibt es mittlerweile auch Leute die nur noch Gewalt suchen (wobei das kein Dutzend ist). Einige Junge wurden in vergangener Zeit frustierter und es stimmt das auch einige Gewaltätiger wurden. Aber was ist die Lösung? Ein Stadionverbot ? Alle Leute die dem Fussball verbunden waren und mit Verbot belegt wurden orientierten isich zu der reinen C-Szene. Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten man versucht gemeinsam was und probiert etwas oder man bekämpft sich wie das im Moment der Fall ist.
Das solche Aktionen wie Sion unnötig sind wissen glaube ich auch wir betroffen auch wenn uns viel mehr vorgeworfen wird als tatsächlich passiert ist. An der momentanen Situation kann man nicht verändern aber an der Zukunft könnte man arbeiten...
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Marc
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Verfasst: Mittwoch 24. November 2004, 00:32 |
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Registriert: Samstag 24. April 2004, 02:01 Beiträge: 489
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@ rollschuh.
ich glaube auch das es höchste zeit ist an der zukunft zu arbeiten!!!
ich selber bin in keinen fanclub, aber ich bemerke sehr gut das sich die fangemeinschaft von yb inzwei teilt. nach den vorfällen in sion ist dieser graben nicht kleiner geworden.....leider.
es muss dringenst was getan werden. vor kurzer zeit wurde der dachverband "gäubschwarzsüchtig" ins leben gerufen. nur leider sehe ich keine ergebnisse des dachverbandes, jedenfalls keine nachhaltigen. der dachverband sollte doch genau diese zwistigkeiten unter den fans vermeiden. sollte die führung für grosse projekte übernehmen(reisen/choreos etc.). sollte nach aussen die klare führung darstellen. sollte schlussendlich in der lage sein, die szene bewusst in eine richtung zu steuern, sowie den dialog unter den clubs führen.
es wird meiner meinung nach zuwenig getan, man weicht einander aus. berner stehen auswärts nicht mehr zusammen im eigenen sektor, sondern weichen auf sitzplätze oder neutrale stehplätze aus....das kanns doch nicht sein. das ist einfach nur schade. zusammen ob alt ob jung, ob politisch rechts ob links, alles egal! hauptsache wir alle sind für gelb-schwarz und unterstützen den bsc young boys. nur dies darf zählen.
wir werden nur gemeinsam das erreichen können was wir alle wollen (zb. möglichst wenig kommerz im stadion, genug stehplätze, pyromanie etc.), wenn wir am gleichen strick ziehen. auch hier wäre der dachverband gefordert!
Es werden in kurzer zeit viele neue fans ins neue wankdorf kommen. Die szene wird sich gewaltig verändern in den nächsten jahren. Der dachverband müsste da eine tragende rolle einnehmen.
ach ja, ich habe absolut nichts gegen die schwarzen schafe oder die east side. im gegenteil sie waren es, die yb in den 90er zu tiefschwarzen nationalliga b zeiten im meist leeren wankdorf vor ein paar tausend zuschauer lautstark unterstützen. aber ihr müsst einfach die leute welche gewalt ausüben wollen in den griff bekommen.
stimmung JA und noch mehr, aber bitte ohne gewalt!
Wir wollen alle nur das eine, nähmlich das YB erfolg hat!

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El Buitre
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Verfasst: Mittwoch 24. November 2004, 10:48 |
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Registriert: Samstag 24. April 2004, 13:53 Beiträge: 184
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Passend zum Thema.
Professionnelle Fanarbeit tut Not
Sammelbegriff Hooliganismus
Ob sie Schneebälle werfen, Fackeln zünden oder sich prügeln: Unartige Fans werden pauschal als Hooligans verschrien. Differenziert wird kaum, bei Verband und Vereinen mangelt es an Fachkompetenz.
Dem Schweizer Fussball wird seit einigen Wochen eine beachtliche Aufmerksamkeit zuteil: Schafft er es mit seinem Spielbetrieb selten über die Sportseiten der Tageszeitungen hinaus, ist er nun regelmässig auch in den Nachrichtenspalten vertreten. Die Ausschreitungen, Prügeleien, Provokationen und pyrotechnischen Einlagen, medial vereinfacht unter dem irreführenden Begriff «Hooliganismus» zusammengefasst, die sich rund um Schweizer Cup- und Meisterschaftsspiele zugetragen haben, versetzen das Land in Schrecken.
Morgen Freitag entscheidet die Präsidentenkonferenz der Swiss Football League (SFL), in der die beiden höchsten Schweizer Spielklassen vertreten sind, über die Wiedereinführung der Kausalhaftung im Schweizer Fussball. Der FC Zürich hatte vor zwei Jahren per Gerichtsentscheid erwirkt, dass Fussballvereine nicht pauschal für das Verhalten ihrer Fans bei Auswärtsspielen verantwortlich gemacht werden können. «Die Wiedereinführung der Kausalhaftung hat als primäres Ziel, die Gewaltspirale zu brechen», sagt Thomas Helbling, Präsident der Sicherheits- und Fankommission der SFL. Helblings Sorge ist verständlich, ist der Besuch gewisser Spiele der Super League heute doch mit einigen Unabwägbarkeiten und für Kinder oder ältere Menschen gar mit Risiken verbunden (auch im Jahr 2004 unterscheidet Tränengas nicht zwischen Freund und Feind). Ob die Kausalhaftung die bestehenden Probleme löst, ist hingegen genau so zu bezweifeln wie die in diesem Zusammenhang geäusserte Behauptung, die Aufhebung der Kausalhaftung habe das Verhalten von Gästefans wesentlich beeinflusst.
Ultras sind keine Hooligans
In der Debatte um Gewalt bei Sportanlässen ist es unerlässlich, zu differenzieren und die als «Hooliganismus» betitelten Vorkommnisse genauer zu untersuchen. Worauf die Kausalhaftung abzielt, sind störende Ereignisse im Stadion. Hooligans spielen dort jedoch kaum mehr eine Rolle. Sie sind in erster Linie auf Prügeleien mit gegnerischen Hooligans aus, wozu es selbst in Schweizer Stadien nicht mehr kommen kann, weil die Fansektoren klar getrennt sind. Hooligan-Boxereien finden, oft nach gemeinsamer Absprache, ausserhalb der Stadien statt. Dort jedoch greift die Kausalhaftung nicht. Was in den Stadien, in den Fankurven an Auffälligem geschieht, geht von den Ultra-orientierten Fans aus. Sie gleichzusetzen mit Hooligans, die sich von einer optischen und akustischen Unterstützung der Mannschaft längst verabschiedet haben, ist ein überaus ärgerlicher Fehler vieler Medienschaffender hierzulande. Ultras lehnen sich in ihrem Verhalten und ihren Mitteln stark an italienische und französische Vorbilder an. Sie verstehen die Fankurve als ihr Hoheitsgebiet, in dem sie sich entfalten und ihrer Auffassung von Fan-Sein freien Lauf lassen können. Es sind die Ultra-Orientierten und ihnen Nahestehende, welche die teils irrwitzigen Choreographien erarbeiten, durchführen und bezahlen, neue Lieder kreieren und anstimmen und einen grossen Teil ihrer Freizeit für den Fussball opfern. Und es sind die Ultra-Orientierten, die zur Ausschmückung ihrer Aktionen (und angespornt von Fernsehbildern aller Sportkanäle) mit Leuchtfackeln und Rauch oft auch verbotene Materialien einsetzen. Zum falschen Hooligan-Stigma kommt deshalb ein weiterer medialer Irrtum hinzu: Es lässt sich eben gerade nicht trennen zwischen den «richtigen» Fans mit ihren farbigen Choreographien und den ergreifenden Gesängen und den «Chaoten», die Feuerwerk zünden, am Zaun rütteln und immer öfter auch an die Polizei geraten. Es sind zu weiten Teilen dieselben.
Michael Gabriel von der Koordinationsstelle deutscher Fanprojekte (KOS) in Frankfurt ist mit der Diskussion vertraut, die gegenwärtig in der Schweiz geführt wird. Deutschland, so sind sich Fachleute einig, ist der Schweiz in Sachen Fan-Arbeit rund zehn Jahre voraus. Am Beispiel der Ultras Frankfurt, einer der ältesten und einflussreichsten Ultra-Gruppierungen Deutschlands, erlebt Gabriel regelmässig, wie im Umgang mit Fussballfans Probleme entstehen. «Polizei und Vereine haben über Jahre falsch auf die Ultras reagiert. Die wollten ja die Mannschaft unterstützen und Stimmung machen», erklärt er. Stattdessen, und hier decken sich seine Erfahrungen mit den Beispielen aus der Schweiz, wurden sie als Gefahr wahrgenommen: «Kennen wir nicht, verstehen wir nicht, wollen wir nicht», kann verkürzt als Haltung wiedergegeben werden, mit der Vereine und Sicherheitsdienste auf die Veränderungen in den Kurven reagiert haben.
«Schande für die Schweiz»
Die aus Unverständnis resultierende Ablehnung verschärfte sich in der Schweiz ab dem neuen Jahrtausend, als Verband und Vereine im Zuge der EM-Bewerbung die Schraube anzogen, um der UEFA das Bild einer möglichst sicheren Fussballschweiz zu vermitteln. Es hagelte plötzlich willkürliche Stadionverbote, der FC. St. Gallen erfand den Filz-Container für Gästefans, und die Rauchbombe, die zu Beginn der Champions-League-Partie FC Basel-Spartak Moskau gezündet wurde, wurde zur «Schande für die Schweiz». Dass die Juristen des FCZ genau zu jener Zeit per Gericht die Kausalhaftung bodigten, ist vor diesem Hintergrund nicht mehr als nebensächlich. Die Atmosphäre war bereits nachhaltig vergiftet, eine Schlichtungsstelle nicht in Sicht.
Mehr denn je wurde in dieser Situation deutlich, wie sehr professionnelle Fanarbeit im Schweizer Fussball ein Fremdwort ist. In Deutschland seit 20 Jahren gang und gäbe, beteiligen sich hier lediglich der Grasshopper Club (seit 2001) und der FC Basel (seit 2003) an einem Fanprojekt. Es fehlt in der Schweiz in hohem Masse an fachlicher Kompetenz in Verband und Vereinen, wenn es darum geht, Fan-Anliegen aufzunehmen, Ereignisse einzuordnen und Dinge beim korrekten Namen zu nennen. «Fanprojekte sorgen für eine stabile Kommunikationsstruktur: Zum Verein, zur Polizei, in den Szenen», weiss Michael Gabriel. Wo nicht mehr geredet wird oder gar nie geredet wurde, siehts düster aus.
Die Vorkommnisse am Rande der Spiele Bellinzona-GC, Baden-St. Gallen, Sion-Servette oder FCZ-FCB einzig auf die unterentwickelte Fan-Arbeit zurückzuführen, wäre naiv. Die Ausschreitungen haben sehr viel mit adoleszentem Chauvinismus, unseligem Mitläufertum und zuletzt auch medialer Aufstachelung zu tun, und die Meinungsmacher in den Fanblöcken sind deshalb gefordert. Ebenso naiv wäre es indessen, einen Zusammenhang zwischen latenter Kriminalisierung von Fankurven und deren Verhalten im Grenzbereich des Erlaubten in Abrede zu stellen. Wer vom Verein als «Abschaum» betitelt wird, hat wenig zu verlieren.
In Leserbriefen wurde nach den Randalen verschiedentlich gefordert, die bestehenden Fanprojekte zu begraben, man hätte ja nun gesehen, dass sie nichts bringen – als wären Ampeln überflüssig, bloss weil regelmässig bei rot über die Kreuzung gefahren wird. Gleichzeitig wird der Ruf nach mehr Repression immer lauter: Der Hooligandatei (s. Kasten) soll eine Lex Euro mit Notrecht gegen Unliebsame folgen (Sonntags Zeitung vom 7. 11.). An einer Pressekonferenz der Grünen in Bern wurde vergangene Woche endlich auch das Thema Fanarbeit in die öffentliche Diskussion eingebracht. Die Grünen fordern im Hinblick auf die Euro 2008 eine Professionalisierung der Fanarbeit sowie die Einrichtung von Fachstellen und werden die Forderung mit Vorstössen auf kommunaler, kantonaler und Bundesebene unterstreichen.
Ignoranz und Horrorszenarien
Die Bewegung, die in den letzten Wochen in die Fan-Debatte gekommen ist, lässt sich eindeutig an der bevorstehenden EM 2008 festmachen. Umso erstaunlicher, dass die zuständige Stelle dabei unbeirrt bleibt. Für Christian Mutschler, Turnierdirektor des Schweizer Teils der Euro 2008, haben die jüngsten Ausschreitungen gesellschaftliche Ursachen. «Fussball an sich hat kein Gewaltpotenzial», glaubt Mutschler. Er will es sich nicht anmassen, zu politischen Fragen wie etwa der Einrichtung einer Hooligandatei Stellung zu beziehen. Eben so wenig möchte er sich zu Fanprojekten äussern. «Die Euro ist ein Turnier von drei Wochen, was hat das mit Fanarbeit bei Schweizer Klubs zu tun?», fragt Mutschler gereizt. Dass bestehende und entstehende Fan-Fachstellen an den Austragungsorten eine Fanbetreuung während der EM vereinfachen könnten, stellt der Turnierdirektor in Abrede: «Wir müssen den Gästen einen angenehmen Aufenthalt ermöglichen, dazu braucht es keine Fanarbeiter.»
An der EM 2008 werde die Schweiz mit «wirklich gewalttätigen Fans konfrontiert», sagt SVP-Nationalrat Simon Schenk in der Sonntags Zeitung. Wer im Sommer an der EM 2004 in Portugal war, hat Mühe, dem Mann zu folgen. Fanprojekte sind eine Chance für Vereine, Polizei und Behörden, in der verworrenen Situation rund um Schweizer Fussballstadien Hand zu bieten für neue Lösungen und mehr Klarheit. Wo Horrorszenarien und Ignoranz die öffentliche Meinung prägen, wäre es sinnvoll, diese Chance zu packen.
Hooligandatei
Die Idee eines Bundesgesetzes über «Massnahmen gegen Rassismus, Hooliganismus und Gewaltpropaganda» stammt von Ruth Metzler. Ihr Nachfolger, SVP-Bundesrat Blocher, will daran festhalten, obwohl seine Partei den Entwurf als einzige Bundesratspartei bekämpft («Unsinn, teures Rassismus-Gefasel»). Um Hooliganismus erweitert wurde das Gesetz mit dem Zuschlag für die Euro 2008, geschielt wurde dabei auf die seit 1994 eingerichtete Datei «Gewalttäter Sport» in Deutschland. Dort werden alle registriert, die im Zusammenhang mit Sportereignissen aufgefallen sind, egal ob Schläger oder Fackelzünder. Angaben zu Personen, die an Fussballspielen aufgeriffen werden, werden in der Schweiz heute schon an die Polizei weitergegeben. Wird die Hooligandatei Tatsache, droht ein Fussballfan, der mit einem Rauchtopf erwischt wird, in der selben Kartei zu landen wie ein Rechtsextremer, der eine Asylunterkunft angreift.
Aus : Wochenzeitung WoZ, 11. November 2004
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Hauptstadt
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Verfasst: Mittwoch 24. November 2004, 18:01 |
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Registriert: Donnerstag 6. Mai 2004, 14:28 Beiträge: 6742
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Ich persönlich habe mir vom Dachverband Gäaubscharzsüchtig mehr erhofft.  Bis jetzt habe ich keine Aktionen gesehen wo ich sagen muss, dass wäre ohne den Dachverband niemals zustande gekommen. Es läuft zuviel hinter den Kulissen. Der Fan, welcher in keinem Fanklub ist wird schlichtweg übergangen seine Meinung abzugeben. Man hat auch nicht die Möglichkeit über eine Platform Ideen und Anregungen zu platzieren.
Als nicht-Fanklub Mitglied weiss man ja nicht einmal wer bei Gäubschwarz dahintersteckt? 
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Rino
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Verfasst: Samstag 27. November 2004, 02:16 |
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Registriert: Samstag 8. Mai 2004, 12:12 Beiträge: 3258 Wohnort: Bern
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Marc
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Verfasst: Dienstag 23. August 2005, 17:14 |
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Registriert: Samstag 24. April 2004, 02:01 Beiträge: 489
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will diesen thread nochmals aufgreifen angesichts der letzten ereignisse gegen gc und den fc zürich.
ich fragte mich nach den vorkommnissen wie schmal ist der grat zwischen ultra und hooligan wirklich? wann wird ein ultra zum hooligan?
es ist klar, dass ultras keine hooligans sind. die kurve hat dies einmalmehr mit einem transparent am fc zürich match kundgetan. nur wo beginnt das hooligan sein? die fc zürich fans waren auch ultras in ihrem sektor, sobald sie jedoch aus dem stadion waren, gaben sich einige davon als hooligan0s preis.
selbstverständlich werden fans sauer, wenn gegenerische militante fans, die eigenen fans angreifen oder sachbeschädigungen in unserer stadt bern gemacht werden. ehrlich gesagt musste mich auch schon zuammennehmen um nicht sinnlos in eine prügelei zu geraten. dafür wäre ja aber die polizei da um sachbeschädigungen vorzubeugen und matchbesucher zu schützen, nur sind sie meistens mit der situation komplett überfordert.
gewalt schürt gewalt...leider. ich hoffe wir kriegen das noch in den griff.
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black_panther
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Verfasst: Dienstag 23. August 2005, 21:31 |
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Registriert: Sonntag 14. August 2005, 12:25 Beiträge: 1122 Wohnort: Zollikofen
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Ig wot nume gschwing no öppis zu de Hooliganis säge, wasi mau ire Reportage über si gseh ha:
Ir Schwitz wird dr Grundgedanke vo de Hooliganis totau missverstande (wi übrigensou bi de Richtige Skinheads, wo äbe eigentläch nid Usländerfindlech si. Siehe Dok-Film "Skinhead atribout")
Dr Grundgedanke vo de Hooliganis isch ja eigentläch scho di 3. Haubzit, aber offiziell söt da eigentläch gar nimer mitübercho, d.H. si verabrede sich vor oder nachem Spieu irgendwo abgläge vo de normale lüt und hei dert ihri "Schlacht". Di usschritige nach de Spiu womer jez bi GC und bim FCZ erläbt hei, hei nüme fiu mit däm z'tüe. Das isch meh hirnlosi Randale.
Ig wot d'Hooliganis nid schütze, i cha dä grundgedanke ou nid begriffe wo si hei, und ig finge das ganze zimmlech chindisch, aber dr grächtigkeithauber hani das no wöue erwähne.
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disizlapeste
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Verfasst: Dienstag 23. August 2005, 23:33 |
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Registriert: Sonntag 13. Juni 2004, 12:18 Beiträge: 209 Wohnort: 3006
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