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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Dienstag 27. Oktober 2009, 09:44 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Berner Zeitung, 27.10.2009 YB, Doumbia und die SperreYB-Stürmer Seydou Doumbia dürfte für seine unschöne Geste vom Samstag gegen GC-Verteidiger Kay Voser gesperrt werden. Bei den Young Boys reagiert man mit Unverständnis darauf. Sportchef Alain Baumann ärgert sich. Trotz klarer Leaderposition, (meistens) attraktiven Fussballs und statistischer Spitzenwerte in nahezu allen relevanten Kategorien (siehe Text in der rechten Spalte) herrschen bei YB derzeit eher Unruhe und Ärger als Gelassenheit und Zufriedenheit. Denn Seydou Doumbia dürfte nach seiner unfeinen Geste (Stinkefinger) am Samstag gegen GC-Verteidiger Kay Voser gesperrt werden – und das schmeckt den Young Boys überhaupt nicht. Doumbia hat sich für seine Aktion am Sonntag entschuldigt und erklärt, er sei verbal stark provoziert worden. Marc Juillerat, der stellvertretende Disziplinarrichter der Swiss Football League, schaut sich heute die TV-Aufnahmen an und wird Doumbia danach um eine Stellungnahme bitten. Juillerat befasst sich mit dem Fall, weil Urs Studer, der oberste Disziplinarrichter, Berner ist, YB nahesteht und in den Ausstand tritt. «Ich kann jetzt kein Urteil abgeben», sagt Juillerat. «Aber diese Geste ist eine Unsportlichkeit und wird in der Regel bestraft.» Baumann ist sauerWeil Doumbia von Voser vor seinem Ausraster übel beschimpft worden war, dürfte das Strafmass ein wenig gesenkt werden. Man darf aber von (mindestens) zwei Spielsperren ausgehen. Bei YB reagiert man sehr ungehalten über die drohende Strafe gegen den besten Akteur. «Wir werden uns wehren», sagt Alain Baumann. Der YB-Sportchef ärgert sich. Er sagt: «Basel-Goalie Franco Costanzo wurde im August für zwei Partien gesperrt, als er einen Mitspieler tätlich angriff. Wo bleibt da die Verhältnismässigkeit?» Auf dem Fussballplatz sei schon immer viel gesprochen und provoziert worden, aber nach einem Spiel sei das vergessen, sagt Baumann. Und: Eine Beleidigung wie Vosers «Hurensohn» gegen Doumbia sei ja kaum weniger schlimm als ein ausgestreckter Mittelfinger. «Irgendwann werden unzählige Kameras und Mikrofone aufgestellt, nur um mögliche Verfehlungen der Spieler aufzunehmen und einzuschicken. Das kann es nicht sein», sagt der Sportchef. Juillerat erklärt dazu, das sei halt wie beim Autofahren: «Jemand kann immer zu schnell fahren und hat Glück, nicht erwischt zu werden. Aber wenn er in eine Kontrolle gerät, dann erhält er eine Strafe.» Ärger über Meier-AussageMarc Juillerat ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden, der Druck auf ihn ist gross, weil es sich nicht um einen gewöhnlichen Spieler, sondern um den wohl besten Individualisten der Liga handelt. Die YB-Konkurrenz erwartet eine angemessene Sperre Doumbias. Alain Baumann ist zudem eine Aussage Urs Meiers sauer aufgestossen. Der Schiedsrichterchef erklärte am Wochenende, auch Referee Massimo Busacca sei nach seinem ausgestreckten Mittelfinger gegen YB-Fans vor wenigen Wochen für drei Spiele gesperrt worden. «Wir haben bei Busacca den Massstab angewandt, der für die Fussballer gilt», sagte Meier. Bei YB ist man der Meinung, die Schiedsrichter sollten den Hochgeschwindigkeitsdribbler Doumbia deutlich besser schützen. «Und wir haben uns damals nicht zu Busacca geäussert», sagt Alain Baumann. «Also sollte das Urs Meier jetzt besser auch sein lassen.» Die Tücken beim RekursWeil YB bereits am Donnerstag wieder in Bellinzona spielt und Doumbia von Disziplinarrichter Marc Juillerat vielleicht erst am Freitag befragt werden kann, dürfte eine Sperre erst auf das Heimspiel gegen Luzern am Sonntag in Kraft treten. Und auch wenn YB auf jeden Fall Rekurs gegen eine Bestrafung des Torschützenkönigs einlegen wird, so ist Doumbia beim ersten Spiel automatisch nicht dabei. Danach wäre der Stürmer bis zum neuen Urteil spielberechtigt. Wenn es für YB sehr unglücklich läuft, dann wäre der Ivorer also zwar in Sion am 8.November wieder dabei – aber vielleicht im Cup-Achtelfinal bei Xamax (Sonntag, 22.November, 14.30 Uhr) oder sogar in den Gipfeltreffen in Bern gegen Basel (29.November) und Xamax (6.Dezember) gesperrt. «Das mit den Regeln bei den Rekursen ist auch so ein Witz», sagt der verärgerte YB-Sportchef Alain Baumann. «Costanzo durfte Ende August, als wir 2:1 in Basel siegten, spielen und seine Sperre später im Cup gegen den Erstligisten Cham absitzen.» http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/YB-Doumbia-und-die-Sperre/story/17991840#
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erichhänzifussballgott
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Verfasst: Mittwoch 28. Oktober 2009, 11:18 |
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Registriert: Sonntag 6. August 2006, 15:25 Beiträge: 134
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Also ich finde, dass man für einmal unserem Baumann recht geben muss in seiner Argumentation!
_________________ Wankdorf war...als Verteidiger Hugo Streun bei minus neun Grad den Ball dreissig Meter über das Tor schoss und trotzdem alle «Hugo , Hugo» riefen.
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shalako
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Verfasst: Sonntag 8. November 2009, 23:50 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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a-z.ch, 07.11.2009 YB vor FCB: Darf das sein? Ob Meister oder nicht: Stets kamen in den vergangenen Saisons mehr als 20 000 Fans im Jahresdurchschnitt an die FCB-Heimspiele. Doch die Young Boys haben mächtig aufgeholt. Von Bojan Stula Ob 13.-Mai-Krawall, verpasste Meistertitel oder Gross-Abgang: Irgendwie liessen sich all diese Rückschläge verkraften. Selbst wenn die sportlichen Dämme brachen, blieb dem FCB zumindest eine Gewissheit: Er hat nicht nur die besten Fans, sondern auch die treusten - und vor allem die zahlreichsten. Seit dem Ende des Schützenmatte-Exils und dem Bezug des neuen «Joggeli»-Stadions im Jahr 2001 ist der FCB zumindest in einer Kategorie unschlagbar geblieben: bei den Zuschauerzahlen. In der Regel wollten in den vergangenen zehn Saisons im Jahresdurchschnitt sogar doppelt so viele Fussballfans die Basler Heimspiele besuchen wie jene des amtierenden Champions - sofern der FCB den Titel nicht selbst holte. 21 043 waren es in der verkorksten letzten Saison unter Trainer Christian Gross; gerade mal 9829 beim Meister FC Zürich. Das ist der Stoff, aus dem die echten Basler Fussball-Legenden sind. Doch die Vormachtstellung des FCB wankt. «Young Boys auf dem Weg zum Zuschauerkrösus» titelte die Berner Tageszeitung «Der Bund» zu Beginn dieser Woche und rechnete vor: Sollte am 29. November beim Schlagerspiel gegen den FCB das Berner Wankdorf erstmals seit seiner Umwandlung ins «Stade de Suisse» in einem Meisterschaftsspiel mit 32 000 Zuschauern ausverkauft sein, und sollten ferner zum YB-«Santichlaus»-Heimspiel vom 6. Dezember gegen Xamax mehr als 25 000 Fans erscheinen, dürften die Berner den FCB zur Liga-Halbzeit bei den Zuschauerzahlen überholt haben. Mit einem Schnitt von 21 934 in den bisherigen sieben Heimspielen stehen die Berner nur noch 1097 Eintritte hinter dem FCB (23 021) auf Rang zwei. Und die Basler haben bei ihren letzten beiden Heimspielen in diesem Jahr erst noch mit dem Handicap eines Wochentagsspiels (morgen Montag gegen Neuenburg Xamax) und dem unattraktiven Gegner Bellinzona zur diesjährigen Joggeli-Dernière zu kämpfen. YB vor dem FCB, nicht nur in der sportlichen Tabelle, sondern auch bei den Zuschauerzahlen - ein veritabler Albtraum. Beim FCB gibt man sich indes gelassen. Zumindest gegen aussen hin. «YB hat sich diesen Erfolg dank seriöser Arbeit verdient», sagt FCB-Pressechef Josef Zindel. Nicht zuletzt sei der Berner Zuschauerboom ein Ausdruck dessen, wie attraktiv der Schweizer Fussball momentan sei. Die Erfolge der Nationalmannschaft und der nationalen Vereine im Europacup lassen grüssen. FCB-Vizepräsident Bernhard Heusler weist zudem darauf hin, dass bei den offiziellen Zuschauerzahlen der Super League meistens Äpfel mit Birnen verglichen werden: Während alle übrigen Vereine die Anzahl verkaufter Tickets als offizielle Zuschauerzahl angeben, werden beim FCB nur die effektiv im Stadion anwesenden Personen gezählt und in die Zuschauerstatistik übernommen. «Wir haben es geschafft, seit fast zehn Jahren die Nummer eins zu sein und unsere Besucherinnen und Besucher zufrieden zu stellen», ergänzt Zindel, «von kurzfristigen Schwankungen lassen wir uns nicht ins Bockshorn jagen». Aktionen mit halbierten Ticketpreisen wie zuletzt in der Europa-League-Qualifikation seien deshalb nicht geplant, um im Fernduell mit YB zum Jahresabschluss zusätzliche FCB-Fans ins Joggeli zu locken. Und noch etwas stellt Zindel klar: Worauf es bei den Besucherzahlen wirklich ankomme, der Anzahl verkaufter Jahreskarten, sei der FCB unerreichte Spitze. 23 000 FCB-Fans mit Jahres-Abos stehen bloss 13 100 YB-Dauerkartenbesitzer gegenüber. Kenner der Berner Szene bestätigen, dass die Berner Fussballkonsumenten in der Regel extrem resultatorientiert sind. Nach zwei, drei Niederlagen sacken die Zuschauerzahlen im Wankdorf für gewöhnlich in den Keller. Mehr als ein allfälliger sportlicher Meistertitel würde es die Schweizer Fussballszene überraschen, wenn die Berner Young Boys nach der Saison 2009/2010 auch in der Zuschauerstatistik vor dem FCB stünden. http://www.a-z.ch/news/sport/yb-vor-fcb-darf-das-sein-4388431
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shalako
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Verfasst: Montag 16. November 2009, 11:17 |
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Der Bund, 16.11.2009 Young Boys: Nachholbedarf beim NachwuchsYB will bei den Junioren bald aus dem Schatten von Basel, Zürich und GC treten: Durch den Ausbau des Scoutings, gezielte Auslese von Ausbildnern und verbesserte Infrastruktur im Neufeld. Die Fussballschweiz blickte in den letzten Tagen gebannt nach Nigeria, wo die U17-Nationalmannschaft mit Gegnern wie Mexiko, Brasilien, Deutschland, Italien und Kolumbien kurzen Prozess gemacht hat. Als Belohnung winkte den jungen Schweizern gestern Abend der Final gegen Nigeria (siehe Seiten 11 und 12). Mit einem 1:0-Sieg stieg die multikulturell zusammengesetzte Gruppe (13 von 21 Kaderspielern haben ausländische Wurzeln) definitiv in den Sportolymp auf. Ein grosser Empfang ist ihnen bei der Ankunft in der Schweiz gewiss. Beim FC Basel, dem Grasshoppers Club, dem FC Zürich und bei der AC Bellinzona werden möglicherweise die Korken knallen – oder zumindest ein paar Häppchen aufgefahren werden –, wenn Oliver Buff, Ricardo Rodriguez, Charyl Chappuis, André Goncalves (alle FCZ), Granit Xhaka, Kofi Nimeley, Janick Kamber (alle FCB), Bruno Martignoni, Matteo Tosetti (beide Bellinzona), Nassim Ben Khalifa und Haris Seferovic (beide GC) den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen. Keine WM-Helden gefeiert werden bei den BSC Young Boys. Von den erfolgreichen jungen Schweizern ist nämlich kein Einziger bei der aktuellen Nummer eins der Super League lizenziert. Für Stefan Freiburghaus, bei YB technischer Leiter der Nachwuchsabteilung, ist das keine Überraschung. «Unser Jahrgang 92 hat immer schon etwas geschwächelt.» Freiburghaus macht keinen Hehl daraus, dass er gerne einen 17-Jährigen von YB in Nigeria am Werk gesehen hätte. «Doch wir brachten leider keinen so weit.» Die Behauptung, bei YB werde im Nachwuchs weniger gute Arbeit geleistet als anderswo, lässt er nicht gelten. «Wir haben beträchtliche Fortschritte gemacht in den letzten Jahren. Punktuell bewegen wir uns schon auf dem gleichen Niveau wie die ,Top three Basel, GC und Zürich.» Noch einiges wettzumachen hat YB beim Scouting, wie die systematische Beobachtung von jungen und ganz jungen Fussballern genannt wird. Lange Zeit sei dieses vorwiegend vom Bürotisch aus betrieben worden, lässt Freiburghaus durchblicken. Seit der Ankunft von Werner Gerber habe sich dies gründlich geändert. Der frühere Sportchef des FC Thun und von Vaduz amtet seit Anfang Jahr als Chefscout. «Wir bewegen uns viel mehr auf den Plätzen als vorher», sagt Gerber. In der Westschweiz und in Frankreich hält Stéphane Chapuisat Ausschau nach talentierten Spielern. Im Tessin und in Italien beobachtet Arno Rossini die Szene aufmerksam. Im Kanton Bern sind die Partnervereine Biel und Thun sowie Bern West die Ansprechpartner. Seit Kurzem ist auch der im Sommer zurückgetretene Thomas Häberli mit einem Teilzeitmandat im Scoutingstab tätig. Ziel ist es, ein grösseres und engmaschigeres Netz aufzubauen, um noch mehr Talente «an Land zu ziehen». Gerber: «Wir wollen den Konkurrenzdruck erhöhen bei den U17- bis U21-Teams.» Bei der U21 sind diesbezüglich bereits erste Nägel eingeschlagen worden. «Wir haben im Verlaufe dieses Jahres einige junge Franzosen geholt», so Gerber. Kunstrasenplätze im Campus Zu einer Leistungssteigerung im Nachwuchsbereich beitragen sollen auch die neuen Fussballplätze im Stadion Neufeld. Zwei grosse Kunstrasenfelder und ein kleiner Platz sind in diesen Tagen fertiggestellt worden. Freiburghaus spricht von einem Quantensprung. «Endlich haben wir ein richtiges Zuhause für alle Junioren von der U12 bis zur U16.» Vorbei seien die Zeiten, als die Trainer Übungsmaterial mit dem eigenen Auto ins Neufeld karren mussten. Oder sich den Sandplatz hinter der Haupttribüne teilen mussten, weil auf dem zweiten Platz ein Match stattfand. Rund drei Millionen hat sich YB den Ausbau des «Campus» kosten lassen; der kantonale Sportfonds übernimmt davon einen Betrag von 757 000 Franken. Zum Vergleich: GC hat vor einigen Jahren 20 Millionen in den «Campus Niederhasli» gesteckt, der fünf Fussballfelder (davon zwei Kunstrasenplätze) und ein Garderobengebäude umfasst. Auch wenn YB nach wie vor über eine bedeutend bescheidenere Infrastruktur verfügt als die Stadtzürcher: Der Verein hat einen Sprung nach vorne gemacht. «Zumindest was die Strukturen und das Budget betrifft, sind wir unter den Top drei der Schweiz», ist Freiburghaus überzeugt. http://www.derbund.ch/bern/dossier/alles-zu-den-berner-young-boys/Young-Boys-Nachholbedarf-beim-Nachwuchs/story/19483358
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shalako
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Verfasst: Dienstag 17. November 2009, 15:00 |
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Berner Zeitung, 17.11.2009 Kein U17-Weltmeister: YB will mehr investierenYB stellt keinen U17-Weltmeister, aber viele Junioren-Nationalspieler. Sportchef Alain Baumann sieht Steigerungspotenzial. Den Hauptanteil am WM-Titel der Schweizer U17-Auswahl tragen Junioren des FC Basel und des FC Zürich sowie von GC und ausländischen Vereinen. YB darf in dieser Woche keinen Weltmeister im Trainingsbetrieb begrüssen. «Das ist nicht gut», sagt Alain Baumann. Doch der YB-Sportchef erklärt sofort: «Dieser Jahrgang ist bei uns nicht stark, aber von der U18 bis zur U21 und unterhalb der U17 haben wir viele Nationalspieler.» Unter Experten wird die YB-Nachwuchsförderung nicht zu den besten des Landes gezählt, doch das soll sich ändern. «Wir haben in den letzten Jahren Fortschritte erzielt und vor allem das Scouting ausgebaut», sagt Baumann. Alleine im letzten Sommer verpflichteten die Young Boys zehn Nachwuchs-Nationalspieler. Mittlerweile ist man beim Berner Verein zudem zur Einsicht gelangt, dass es vielleicht ein wenig naiv war, früher darauf verzichtet zu haben, talentierte Teenager auch mal mit Geld zu locken. «Wir müssen jetzt mehr investieren», sagt Alain Baumann, «anders geht es nicht.» Valentin Stocker und Xherdan Shaqiri zum Beispiel, die eher früher als später feste Grössen im Schweizer Nationalteam werden dürften, entschieden sich einst auch für Basel, weil das FCB-Angebot lukrativer war. Über Sperren nicht traurigDie meisten der U17-Weltmeister stehen bei grossen Vereinen unter Vertrag, und bei YB ist es derzeit keine Überlegung, die starken Stürmer Haris Seferovic und Nassim Ben Khalifa von GC wegzulocken, weil es dem Zürcher Klub finanziell sehr schlecht geht. «Diese Spieler wären vermutlich ziemlich teuer», sagt Baumann. Und die Konkurrenz dürfte aus internationalen Topvereinen bestehen. «Wir haben auch starke junge Fussballer, die wie Xavier Hochstrasser und François Affolter teilweise bereits Stammkräfte in der Super League sind», sagt der Sportchef. Zudem stünden mit Marco Wölfli und David Degen zwei Nationalspieler und mit Alberto Regazzoni, Mario Raimondi, Scott Sutter und Marco Schneuwly weitere gute Schweizer im Kader. Hochstrasser und Affolter übrigens wurden beim beachtlichen 3:1-Erfolg der Schweizer U21-Mannschaft in der EM-Qualifikation am Samstag in der Türkei (drei Tore durch Stocker) verwarnt – und sind am Mittwoch in Lugano gegen Georgien gesperrt. Die beiden Spieler sind nicht ins Tessin gereist und trainieren bereits wieder bei YB. «Für die Schweizer U21-Auswahl sind die Absenzen bedauerlich», sagt Baumann, «aber mit der Klubbrille betrachtet, sind wir natürlich nicht traurig, können sich die beiden jetzt erholen und sich gut auf den Cupachtelfinal am Sonntag in Neuenburg gegen Xamax vorbereiten.» Erstmals seit Monaten beklagen die Young Boys keinen verletzten Spieler. Auch Mario Raimondi steht wieder voll im Training, er schoss am Freitag bei seinem Comeback nach fast viermonatiger Verletzungspause mit einem Elfmeter das 4:0 beim 5:o-Testsieg gegen den bulgarischen Erstligisten Lokomotiv Mezdra. Schutz vor SchweinegrippeEin wenig angeschlagen sind nach diesem Testspiel Aron Liechti und Khaled Gourmi, zudem ist Saif Ghezal nicht voll belastbar. Er verspielte mit Tunesien am Wochenende beim bitteren 0:1 in Moçambique die WM-Qualifikation. Die Konkurrenz bei YB also ist riesig;Trainer Vladimir Petkovic besitzt nach den eher durchzogenen Resultaten zuletzt zahlreiche Alternativen. Damit die YB-Spieler gesund bleiben, sorgen die Verantwortlichen übrigens mit interessanten Massnahmen vor. Aus Schutz vor der Schweinegrippe werden keine Anlässe mit mehr als dreissig Personen organisiert. Deshalb werden auch Autogrammstunden abgesagt – und gestern fehlte das Team am traditionellen Member-Event im Stade de Suisse mit den Kunden der Champions Lounge. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Kein-U17Weltmeister-YB-will-mehr-investieren/story/31897117
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shalako
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Verfasst: Freitag 20. November 2009, 14:57 |
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Berner Zeitung, 20.11.2009 Reto Nause will «Problem an der Wurzel packen»Reto Nause will die Polizeikosten für YB und SCB-Spiele senken. Wenns schief geht, sollen die Klubs später mehr bezahlen. Reto Nause, Sie wollen weniger Polizisten für SCB- und YB-Spiele einsetzen. Ist das mit der neuen Vereinbarung erreichbar? Einer der beschlossenen Punkte ist die Videoüberwachung sämtlicher Zuschauer im Stadion. Dadurch lassen sich Gewalttäter aus der Anonymität der Masse reissen. Es sind meist nur wenige Leute, die viele Probleme machen. Wenn es gelingt, diese zu separieren, sind wir einen grossen Schritt weiter. Im Stade de Suisse werden die Zuschauer längst gefilmt. Auch viele andere der jetzt kommunizierten Massnahmen sind nicht neu. Trotzdem braucht es oft ein riesiges Polizeiaufgebot, damit die Auswärtsfans ohne Zwischenfälle zur Station Wankdorf gelangen. Durch den mobilen Zaun zwischen dem Stade de Suisse und der Bahnstation hat sich die Situation seit Beginn dieser Saison entschärft. Aber sowohl bei YB wie auch beim SCB weist die Fantrennung Lücken auf. Erst wenn dies von A bis Z klappt, lässt sich das Polizeiaufgebot herunterfahren. Die Klubs beteiligen sich mit je 60'000 Franken pro Saison an den Polizeikosten. Das entspricht einem Bruchteil der Kosten von rund 5 Millionen Franken. Kommen die Klubs zu günstig weg? Mit der neuen Vereinbarung verpflichten sich YB und SCB zu erheblichen Investitionen. Falls sich das Polizeiaufgebot dadurch senken lässt, wäre es unfair, weitere Kosten auf die Klubs abzuwälzen. Ich will nicht Gelder hin- und herschieben und Rechnungen versenden. Ich will das Problem an der Wurzel packen und mit den Klubs dafür sorgen, dass die Sicherheitskosten zurückgehen. Was passiert, wenn dies trotz der Vereinbarung nicht geschieht? Wenn es in einem Jahr immer noch so viele Polizisten für ein Spiel braucht, müssen wir die Kostenbeteiligung der Klubs neu verhandeln. Dasselbe gilt, wenn die beschlossenen Massnahmen ungenügend umgesetzt werden. Was unternimmt die Stadt Bern, um die Gewalt bei Sportveranstaltungen einzudämmen? Unser Spielraum ist beschränkt. Massnahmen wie die Einführung einer Fancard müssen auf nationaler Ebene angegangen werden. Ebenso wenig können wir den Fans des FC Basel vorschreiben, wie sie an die Fussballspiele nach Bern anzureisen haben. Ich bin froh, dass die kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren Empfehlungen verfasst haben, wie sie das Gewaltproblem an Sportveranstaltungen angehen wollen. SCB-CEO Marc Lüthi hat diese Empfehlungen massiv kritisiert. Anstatt die Täter zu bestrafen, würden dadurch die Sportklubs in den Ruin getrieben. Für mich geben die Empfehlungen die Stossrichtung vor. Die Klubs müssen sie nun auf ihre lokalen Verhältnisse anpassen. Genau das haben wir in Bern mit unserer Vereinbarung nun getan. Für den SCB wäre es existenziell, wenn die Stehplatztribüne verschwinden würde. Sobald im Bereich der Stehplätze jedoch Sicherheitsprobleme sichtbar werden, muss der SCB handeln. Das ist so schriftlich festgehalten. http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Reto-Nause-will-Problem-an-der-Wurzel-packen/story/11090260
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shalako
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Verfasst: Freitag 20. November 2009, 14:59 |
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Berner Zeitung, 20.11.2009 Kommentar: YB und SCB lassen die Muskeln spielenDie Protagonisten von SCB und YB wissen, dass sie sich der Gewaltfrage nicht verschliessen können. Deshalb sind die Klubs bereit, jene Empfehlungen umzusetzen, die ihnen nicht zu stark weh tun. YB und SCB gehen in der Bekämpfung von Auswüchsen rund um Sportveranstaltungen voran: Im Stade de Suisse und in der Postfinance-Arena sollen ein Alkoholverbot für noch nicht 18-Jährige eingeführt, die Videoüberwachung ausgebaut und die Sicherheitskontrollen verschärft werden. Ausserdem ist vorgesehen, dass speziell geschulte Sicherheitsleute die organisierten Fans an die Auswärtsspiele begleiten. Auch wenn es die Beteiligten in Abrede stellen: Das gestern öffentlichkeitswirksam präsentierte und kommentierte Massnahmenpapier ist eine Reaktion auf das Vorpreschen der Kantone. Was die Konferenz der Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) letzte Woche an Vorschlägen zur Bekämpfung der Zuschauergewalt präsentierte, war zum Teil gar nicht nach dem Geschmack der SCB- und YB-Führungsetage. Die Aufhebung der Stehplätze, die Ausweispflicht beim Stadioneintritt für alle (Fancard) und die Kombitickets seien realitätsfremd und existenzbedrohend für seinen Klub, liess SCB-Geschäftsführer Marc Lüthi empört verlauten. Im Falle des Grossvereins SCB, der dank seinen Gastronomiebetrieben wirtschaftlich rentiert, mag das ein bisschen überzeichnet sein. Doch für kleinere Klubs wie beispielsweise die SCL Tigers, den EHC Biel, den FC Thun, den FC Aarau oder die AC Bellinzona, die allesamt in alten Stadien mit wenigen Sitzplätzen spielen, wäre ein Stehplatzverbot tatsächlich existenzbedrohend. Die Protagonisten von SCB und YB wissen, dass sie sich der Gewaltfrage nicht verschliessen können. Zu oft ist es letzthin zu Ausschreitungen gekommen, die teure Polizeieinsätze erforderten. Deshalb sind die Klubs bereit, jene Empfehlungen umzusetzen, die ihnen nicht zu stark weh tun. Ob das reichen wird, um renitente Matchbesucher in die Schranken zu weisen, ist fraglich. Ruhiger werden dürfte es erst, wenn Radaubrüder und «Gewalttouristen», wie bereits in St. Gallen, sofort dem Schnellrichter vorgeführt werden können. http://www.derbund.ch/bern/dossier/alles-zu-den-berner-young-boys/Kommentar-YB-und-SCB-lassen-die-Muskeln-spielen/story/20649960
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shalako
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Verfasst: Samstag 21. November 2009, 23:33 |
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20min.ch, 20.11.2009 «Teenager sind das grösste Problem»Gegen keine andere «Fan»-Gruppe spricht YB mehr Stadionverbote aus, als gegen 15- bis 17-Jährige, sagt YB-Patron Stefan Niedermaier im Interview. Warum ihm der Fan-Nachwuchs die grössten Sorgen bereitet, und weshalb er auf die von Chelsea gebotenen 31 Millionen Franken für Seydou Doumbia verzichten will. Herr Niedermaier, kürzlich liessen Sie die YB-Fans die Sitzplätze im Fanblock eigenhändig herausreissen. Die Polizeidirektorenkonferenz fordert, in Zukunft alle Stehplätze aus den Stadien zu verbannen. Sind sie ein Revoluzzer? Stefan Niedermeier: Dieses Projekt verfolgen wir gemeinsam mit den YB-Fans seit langer Zeit. Denn Gewalt im Stadion hängt nicht grundsätzlich mit Stehplätzen zusammen. Wir haben der Fankurve nun Verantwortung übertragen und die Sitzplätze abgebaut. Die Anhänger werden uns dieses Vertrauen mit einer noch besseren Fankultur und kreativem Support der Mannschaft zurückgeben, davon bin ich überzeugt. Wenn sich die Fans nicht benehmen, kehren die Sitzplätze zurück. Hat man mit den Stehplätzen ein Druckmittel gegen Chaoten in der Kurve geschaffen? Nein, im Gegenteil. Wir hätten nicht Stehplätze einbauen lassen, wenn wir nicht einen guten Dialog mit den Fans führen könnten. Für die internationalen Spiele müssen wir die Sitzplätze sowieso wieder einbauen, das wird hoffentlich jedes Jahr der Fall sein (lacht). Die Selbstregulierung in der Kurve funktioniert zwar, sie könnte nach unserem Geschmack ausgeprägter sein. Welche Fans bereiten Ihnen denn die grössten Sorgen? Am meisten Stadionverbote sprechen wir derzeit gegen oftmals alkoholisierte, 15- bis 17-jährige Jugendliche aus, welche Pyros abbrennen. Diese Gruppe ist scheinbar bereit, als «Mutprobe» Fackeln anzuzünden. Dies tolerieren wir nicht. In diesem Punkt hat eindeutig eine Verschiebung stattgefunden: Teenager sind das Problem, nicht mehr die Erwachsenen. YB zieht momentan viele junge Fans an, denen wir die Hausordnung wieder beibringen müssen. Dies ist mit ein Grund, warum wir nun ein Alkoholverbot für Minderjährige einführen. Die Polizeidirektorenkonferenz (KKJPD) hat letzte Woche beschlossen, Fussballfans ab 2011 nur noch mit einer Fancard ins Stadion zu lassen. Nach dem gescheiterten Fanpass ein weiterer Rohrkrepierer? Wie die Fancard von der KKJPD angedacht ist, ist sie nicht umsetzbar. Das Konzept funktioniert so nicht, denn es gibt etliche Matchbesucher, die vielleicht nur einmal jährlich an ein Spiel kommen und sich nicht Anfang Jahr mit einer Fancard eindecken. Auch das Kombi-Ticket (mit welchem Gästefans nur gemeinsam anreisen dürften, die Red.) ist in der heutigen, mobilen Gesellschaft schlichtweg nicht realisierbar. Man darf die Fans nicht entmündigen. Es ist jedoch gut, dass mit den Empfehlungen der KKJPD nun alle Vereine einen Fahrplan erhalten haben, wie sie das Gewaltproblem angehen sollen. Papierkram bringt keinen Hooligan zur Räson. Welche Massnahme gegen Fangewalt sollte oberste Priorität haben? Ganz klar die Fantrennung. Innerhalb wie ausserhalb des Stadions. Der mobile Zaun etwa, mit dem wir die Gästefans zum Bahnhof Wankdorf leiten, hat sich bis jetzt bewährt. Weder gegen GC noch gegen den FC Zürich ist es zu Ausschreitungen gekommen – ich hoffe, dass es auch beim kommenden Spiel gegen Basel so bleibt. Sie haben erwähnt, dass das Gewaltproblem nur gemeinsam mit den Fans lösbar ist. YB wird in der Vorrunde einen Zuschauerschnitt von gegen 24 000 Personen erreichen und sich damit eine goldene Nase verdienen. Wieviel des Gewinns fliesst an die Fanarbeit? Die Fanarbeit erhält von uns nur zusätzliche Mittel, wenn sie ein konkretes Projekt umsetzen will, wie dies etwa bei den Stehplätzen geschehen ist. Aber: Mit der Versteigerung der «Gemeinsam gegen Rassismus»-Trikots etwa konnten wir der Fanarbeit Bern über 10 000 Franken überweisen. Wegen der vielen Zuschauer allein stocken wir aber das Budget der Fanarbeit nicht auf. Ziel ist, die Fanarbeit Bern mit 120 Stellenprozenten zu besetzen – aber auch unsere eigene Fanbetreuung zu verbessern. Themawechsel: Seydou Dombia hat am Mittwoch mit der Elfenbeinküste sein erstes Natitor erzielt. Der FC Chelsea will nun für «Doumbi» angeblich 31 Millionen Franken auf den Tisch legen... Seydou Doumbia bleibt bei YB - wir brauchen ihn, wenn wir einen Titel holen wollen. http://www.20min.ch/news/bern/story/-Teenager-sind-das-groesste-Problem--29769573
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shalako
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Verfasst: Mittwoch 25. November 2009, 19:53 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Berner Zeitung, 25.11.2009 Vom Aschenputtel zum Liebkind der Stadt1999 stand YB sportlich und finanziell am Abgrund. 2009 liegt der Klub an der Tabellenspitze und kann dank potenten Geldgebern eines der grössten Budgets der Liga stemmen. Gelb-Schwarz ist «en vogue» in der Hauptstadt. Wenn der heimische BSC Young Boys ein Heimspiel austrägt, strömen die Bernerinnen und Berner zu Tausenden ins schicke Wankdorfstadion. Mädchen, Buben und hartgesottene Fans präsentieren sich stolz im quer gestreiften Trikot ihrer Lieblinge. Die auf mehr Zurückhaltung bedachten Anhänger haben einen Schal um den Hals gebunden oder tragen ein gelbes T-Shirt. Im Stadion staunen sie über die Kunststücke von Seydou Doumbia, die genauen Pässe von Gilles Yapi und die Flankenläufe des Ex-Baslers David Degen. Sie rühmen die Härte des Abwehrchefs Emiliano Dudar und des defensiven Mittelfeldspielers Xavier Hochstrasser. Und sie lassen Goalie und Captain Marco Wölfli hochleben, wenn der wieder mal reflexschnell einen Ball abgewehrt hat. Wenn die Spiele dem Ende entgegengehen und YB deutlich führt, erheben sich selbst reservierte Zeitgenossen auf der Haupttribüne und applaudieren ihrer Mannschaft. Fast scheint es, als habe das Glück, das Züri-West-Frontmannund YB-Langzeitfan Kuno Lauener in einem seiner Lieder besingt, im Wankdorf seinen Adressaten gefunden. In Bern wird so offen mit dem ersten Meistertitel seit 1986 kokettiert wie schon lang nicht mehr. Das eher unbernische Selbstbewusstsein hat mit den Auftritten des BSC Young Boys unter Trainer Vladimir Petkovic zu tun. Der gestrenge Kroate lässt seine Mannschaft einen offensiven, mutigen Fussball spielen, der den meisten Gegnern Mühe bereitet. Doumbia, Regazzoni, Sutter, Yapi, Degen und Konsorten spielen schnell und treffen das Tor - in dieser Saison so oft (40 Tore) wie keine andere Equipe in der Super League. Und da die Berner in der Zwischenzeit auch mit einer Dreier-Abwehrkette solid verteidigen können, sind sie nebst dem FC Basel der seriöseste Meisterschaftsanwärter. Dem FCB vor die Sonne stehenYB befindet sich jetzt fast dort, wo es hin will, seit es 2005 ins neue Stadion eingezogen ist: auf Augenhöhe des FC Basel. Der Leader hat in dieser Saison erstmals im Durchschnitt über 20 000 Zuschauer angelockt (153 540 Eintritte in den ersten sieben Spielen); die Drehkreuze im St.-Jakob-Park passierten diesen Herbst 161 153 Zuschauer. Hierbei gilt es anzumerken, dass in Bern die Anzahl verkaufter Karten als Zuschauerzahl gilt, in Basel hingegen werden die effektiv Anwesenden ausgewiesen. Schwer abzuschätzen ist auch, wie weit die Budgets von YB und Basel noch auseinanderliegen. Der FCB wies für die vergangene Spielzeit einen Umsatz von 40 Millionen aus (Champions-League-Spiele inbegriffen). YB nannte einen solchen von 14 Millionen. In Wirklichkeit dürfte dieser Wert um einiges höher liegen. Damit YB auf dem nationalen Transfermarkt mithalten kann, dafür sorgen die Geldgeber um Benno Oertig und die Gebrüder Rihs. Sie griffen in der Vergangenheit mehrmals in die Schatulle, wenn grössere Investitionen anstanden. Wenn man betrachtet, wo YB vor nicht allzu langer Zeit stand, so hat der Verein in verschiedener Hinsicht einen Quantensprung gemacht. YB und die Stadionbetreiberin Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG beschäftigen heute 105 Angestellte. Wichtige Einnahmequellen neben dem Fussballgeschäft sind das Seminar- und Konferenzzentrum, wo jährlich gegen 1000 Veranstaltungen stattfinden, und das Restaurant Eleven. Umsatzträchtig sind auch die zwei bis drei Grosskonzerte, die jeweils in den Sommermonaten organisiert werden. Auch hierzu gibt es keine offiziellen Zahlen. Als die Lichter fast ausgingenWie auch immer die Betriebsrechnung aussieht: Sie unterscheidet sich wie Tag und Nacht von jener im Jahre 1999, als bei YB die Lichter auszugehen drohten. Im April hatte mit Peter Siegerist ein weiterer Präsident nach wenigen Monaten entnervt das Handtuch geworfen; das Ruder des lecken Schiffes übernahm Martin Maraggia (siehe unten). Kurz danach stieg der Verein nach nur einem Jahr in der obersten Spielklasse wieder in die NLB ab. Der Grossteil des Kaders suchte hernach das Weite; der finanziell klamme Verein musste wohl oder übel mit einer Rumpfmannschaft in die nächste Saison steigen. Es folgte ein Herbst, den der Chronist auf der YB-Homepage als «verherrend» bezeichnet. Heimniederlagen gegen bescheidene Gegner wie Winterthur, Solothurn, Baden, Kriens, Schaffhausen und Carouge liessen das Schlimmste befürchten. Es drohte der Fall in die erste Liga. Neben dem Platz mehrten sich die Anzeichen, dass YB wie ein paar Jahre zuvor der FC Wettingen ganz von der Fussballkarte verschwinden könnte. Es drückten Schulden von 2 Millionen Franken, es drohte der Konkurs, da Gläubiger nicht mehr länger auf ausstehende Beträge warten mochten. Und die Investorengruppen, mit denen Maraggia in Kontakt stand, waren alle nicht seriös. Dann kurz vor Weihnachten ein Hoffnungsschimmer: Die Sport Invest des Luzerner Vermögensverwalters Walter Theiler übernahm fällige Lohnzahlungen in der Höhe von 355 000 Franken. Zudem schoss sie 500 000 in die neue YB Betriebs AG ein. Ein Nachlass konnte eingeleitet werden. Das Schlimmste war abgewendet. «YB forever» war keine leere Worthülse mehr. http://www.derbund.ch/bern/Vom-Aschenputtel-zum-Liebkind-der-Stadt/story/30469144YB-Geldgeber 1999«1999 ging es YB ganz schlecht. Die erste Mannschaft dümpelte in den Niederungen der NLB, die Klubkasse war leer, es kamen kaum noch Leute ins Stadion. Und von denen, die noch kamen, besassen die meisten eine Freikarte, die von einer Bank gesponsert war. Es stimmt, dass wir von der Firma Marazzi die ärgsten Löcher stopfen halfen. Wir stellten auch den Kontakt zum Sportvermarkter Walter Theiler her, der den damaligen FC-Luzern-Präsidenten Albert Koller mitbrachte. Koller wiederum war es, der Trainer Marco Schällibaum holte. Unter Schällibaum lief es anfangs auch gar nicht rund. Erst allmählich fand er die richtige Mischung. In diesem Jahr hatte man als YB-Fan noch weniger zu lachen als vorher. Der Klub befand sich so ganz nahe an der Amateurliga. Es gab nicht wenige, die mitleidig lächelten, wenn ich erzählte, ich ginge ins Wankdorf. Auf der Haupttribüne herrschte eine familiäre Atmosphäre. Die meisten waren Unverwüstliche, die schon jahrelang an die Spiele kamen. Darunter hatte es einige, die nach einer Niederlage fluchten wie die Rohrspatzen und verkündeten, das sei das letzte Mal gewesen, dass sie sich ein derartiges Gekicke angeschaut hätten. Beim nächsten Heimspiel sassen sie alle wieder an ihren Plätzen und litten mit YB mit.» http://www.derbund.ch/bern/YBGeldgeber-1999/story/12992838YB-Fan 1999«Was mich damals, 1999, besonders fasziniert hat: In jedem YB-Heimspiel gab es eine Trauerminute. Stets war gerade ein altgedienter Funktionär verstorben, mitunter hatte auch ein Mitglied eines legendären Meisterteams das Zeitliche gesegnet - immer gab es einen Grund, das Spiel nach zwei Minuten zu unterbrechen und kurz einer in den Fussballhimmel entwichenen YB-Seele zu gedenken. Ich erhob mich kurz und wünschte mir, dass auch mein Name eines Tages im Wankdorf verlesen würde und dass meine Asche auf dem Rasen verstreut werden würde, so es den BSC Young Boys dannzumal noch geben sollte. Das war höchst fraglich, der Klub stand vor der Pleite und dem Zwangsabstieg in die fünfte Liga. Die erste Mannschaft dümpelte durch die Niederungen der Nationalliga B, Solothurn, Kriens und Baden waren zu stark für uns. Der Gang in die NLB-Abstiegsrunde war bereits beschlossene Sache - und dann kam das Heimspiel gegen Etoile Carouge. Eine eisige Bise drückte die Temperatur an diesem Sonntagnachmittag auf drei Minusgrade, ich fror allein auf der Tribüne und wusste: Ich bin wirklich schwer krank. Ich bin ein unheilbar kranker YB-Fan. Alle anderen Zuschauer, angeblich 1760, in Wirklichkeit höchstens 600, sassen ebenfalls auf der Haupttribüne, denn der Rest des Stadions blieb geschlossen - der Klub hatte kein Geld mehr für die Schneeräumung auf den Stehrampen. Fleissige Helfer hatten mit grossem Einsatz wenigstens den Platz notdürftig von der weissen Last befreit, doch die Unterlage war pickelhart und das Spiel miserabel. Nach zwei Minuten unterbrach der Unparteiische für eine Gedenkminute. Was mich besonders traurig machte: Auch Etoile Carouge war zu stark für uns. Thierry Ebe erlegte YB in diesem Spiel im Alleingang. Und die «Berner Zeitung» stellte nach der 0:2-Niederlage die Trainerfrage: «Marco Schällibaum hat bisher auch nicht mehr als seine Vorgänger aus der Mannschaft herausgeholt. YB machte in diesem Winter sehr unglücklich. Halb erfroren trottete ich nach dem Schlusspfiff Richtung Guisanplatz. Die YB-Wurst lag zentnerschwer in meinem Magen, und plötzlich wurde mir klar, dass man bei eisigem Wind und pickelhartem Platz nicht einmal meine Asche auf dem Rasen verstreuen könnte. Dieser Gedanke deprimierte mich, und ich legte spontan eine Trauerminute ein.» YB - Etoile Carouge 0:2 (0:1) – Wankdorf. - Tore: 4. Ebe 0:1. 64. Ebe 0:2. Young Boys: Salzgeber; Feuz, Lengen, Pintul (68. Seweryn), Reimann (75. Merenda); Theubet (46. Pileggi), Smajic, Mitreski, Kurtulus; Grubesic, Sawu. Bemerkungen: YB ohne Fryand, Küffer, Moser (alle verletzt) und Reto Burri (suspendiert). Christian Zingg http://www.derbund.ch/bern/YBFan-1999/story/13780852YB-Präsident 1999 «Es war eine dramatische Zeit, als ich bei YB Präsident wurde. Gesucht habe ich dieses Amt nicht. Ich war vielmehr der Einzige des alten Vorstandes um Peter Siegerist, der dem kriselnden Verein die Treue hielt. Wie meine Vorgänger habe ich einige offene Rechnungen aus dem eigenen Sack bezahlt. Der Klub hat damals von der Hand in den Mund gelebt. An die Heimspiele habe ich jeweils 5000 Franken in kleineren Noten und Münzrollen mitgebracht, weil wir keine flüssigen Mittel mehr in der Kasse hatten. Ich habe einige unglaubliche Dinge erlebt an der Vereinsspitze - die Treffen mit mehreren dubiosen Geschäftsleuten beispielsweise, die bei YB als Investoren einsteigen wollten. Darunter hatte es solche, die einen Treuhänder mitschleppten und bei den ersten Kontakten einen recht seriösen Eindruck machten. Als es allerdings darum ging, Nägel mit Köpfen zu machen, waren sie jeweils so schnell wieder verschwunden wie sie aufgetaucht waren. Geld floss erst, als Walter Theiler und Albert Koller die Bühne betraten. Wir konnten die YB Betriebs AG gründen, die den Nachlass des überschuldeten Klubs durchführte. Und sportlich aufwärts ging es dann mit der Ankunft von Sportchef Fredy Bickel.» Martin Maraggia http://www.derbund.ch/bern/YBPraesident-1999/story/31709165YB-Spieler 1999«1999 erlebte ich eine schlimme Zeit bei YB. Der Klub war ganz unten, wir spielten in der NLB, die Löhne blieben monatelang aus und wir hatten kaum Zuschauer mehr, vielleicht noch 2000 bis 3000. Zudem gab es im Team mit den Jungen, den Alten und den Ausländern eine Gruppenbildung, wie ich sie vorher und nachher nie mehr erlebt habe. Wir hatten kein schlechtes Kader, doch wir waren damals keine Mannschaft. Ich machte damals persönlich eine sehr schwierige Zeit durch, denn nach Niederlagen war ich bei der Presse und bei den Fans immer der Sündenbock. Das ging sogar so weit, dass ich nach den Spielen mit Bierbüchsen beworfen wurde. Auch wenn ich in den 90 Minuten zuvor beispielsweise zwei Assists verbuchte, wir aber nach drei Abwehrfehlern am Schluss mit 2:3 verloren hatten. YB war in dieser Zeit wirklich tief gefallen und musste ganz unten die Trendwende einleiten. Mit Marco Schällibaum ging es dann im Frühling aufwärts, wir schafften in der Abstiegsrunde den Ligaerhalt souverän, zu dem ich 12 Tore beisteuern konnte. Und es war toll, wie uns der harte Kern der YB-Fans in dieser schwierigen Zeit unterstützte. Selbst auswärts reisten oft 1000 oder 1500 an unsere Spiele.» Reto Burri http://www.derbund.ch/bern/YBSpieler-1999/story/13619509
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Montag 30. November 2009, 01:29 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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NZZ am Sonntag, 29.11.2009 «Wir sind etwa vier Jahre hinter Basel»Derzeit geben im Schweizer Fussball YB und der FC Basel den Takt an. Vor dem Direktduell am Sonntag reden der YB-CEO Stefan Niedermaier und der FCB-Chef Bernhard Heusler über den schmalen Grat, auf dem Spitzenklubs wandeln Interview: Peter B. Birrer, Benjamin Steffen NZZ am Sonntag: YB spielt gegen Basel, der Erste gegen den Zweiten. Ist das eine Momentaufnahme oder die Wahrheit der nächsten fünf Jahre? Stefan Niedermaier: Die Sinuskurve wird abflachen. Der Anspruch muss ein Platz unter den ersten drei sein – für YB, für Basel, für den FCZ. Bernhard Heusler: Ich bin zurückhaltend. Man hat die Tendenz, etwas zementieren zu wollen. Wir sind im Wochengeschäft. Unlängst wollte man mir das Zugeständnis abringen, dass YB bereits Meister sei und wir gegen den Barrage-Platz kämpfen müssten. Noch zwei Runden – und wir können Leader sein oder zehn Punkte Rückstand haben. 2002 sprach man vom dualen System FC Basel und GC. Von dem ist derzeit keine Rede mehr. Ist GC ein Mahnmal? Heusler: Alle Spitzenklubs bewegen sich auf schmalem Grat. Wir haben sportlich Stabilität hingekriegt – auch dank dem Einstieg von Gigi Oeri vor acht Jahren. Sie war bereit, längerfristig in den Nachwuchs zu investieren. Das ist ein Grund für unsere Stabilität. Niedermaier: GC war oft von einzelnen Personen abhängig. Das ist gefährlich. Wir sind mit dem Stadion auf über 100 Kunden angewiesen, nicht nur auf einen. Der Grat ist schmal, aber kein Grat ist flach, er ist auch hügelig. Du machst auch Fehltritte. Kann man auf fünf Jahre hinaus planen? Niedermaier: Eine Prognose für die Unsterblichkeit ist fahrlässig. Da sind viele Risiken. Wir haben die Voraussetzungen, um oben zu bleiben. Auch wir machen im Nachwuchs vorwärts und investieren im Neufeld Millionen in Trainingsplätze. Wir sind etwa vier Jahre hinter Basel. Wir hatten auch das Stadion vier Jahre später. Ein Spitzenklub braucht finanzielle Sicherheiten im Hintergrund und ein modernes Stadion. Sind das die Hebel? Niedermaier: Wir haben einen Hebel: das Stadion. Unsere Aktionäre stiegen ins Geschäftsmodell Stadion ein. Ihr Wert ist primär der Beton. Im Stadion finden Fussball, Konferenzen, und Konzerte statt. In Basel war der Hebel vermutlich Frau Oeri. Heusler: Das ist der Unterschied. Unser Stadion gehört der Genossenschaft. Wir sind Mieter. Der FCB war 2000 eine relativ kleine Nummer. Er war vorsichtiger und ist deshalb heute nicht in der Betreibergesellschaft. In Basel entwickelten sich zwei Gesellschaften unter dem Stadiondach, die den Vermarktungs-Kuchen unter sich aufteilen. Wenn man den FCB-Hype vorausgesehen hätte, hätte der Klub im St.-Jakob-Park mehr Risiken übernommen. YB profitierte von unseren Erfahrungen. Die Gleichung, dass ein neues Stadion zum Aufschwung führt, muss indessen nicht zwingend aufgehen. Genf ist das Gegenbeispiel. Ist das moderne Stadion Voraussetzung? Niedermaier: Ja, aber den ersten Schritt muss der Sport tun. Niemand wurde 2005 YB-Sponsor, weil das neue Stadion stand. Das brauchte Zeit. Da hat GC ein Problem: Wer hält jetzt den Anker, bevor der auf Grund geht? Die Frage ist doch, wann in Zürich das Fussballstadion steht. Heusler: Das ist ein Trauerspiel. Ein Stadion-Prozess lebt von einer Dynamik. Fällt die weg, fallen die Investoren weg, die Ideen, die Freude. Die Stadion-Geschichte ist für mich der Kern der GC-Probleme. Der Liga-Direktor Edmond Isoz sagt, der FCB habe das Niveau der Liga angehoben, weil ihm viele nacheiferten. Sind dadurch nicht auch die Klubbudgets zu gross geworden? Heusler: Die internationalen FCB-Erfolge führen dazu, dass der Schweizer Meister neu hoffen kann, direkt in die Champions League zu gelangen. Aber der Profibetrieb in der Schweiz ist potenziell defizitär, wenn man ausserordentliche Erträge wie Transfererlöse und den Europacup ausklammert. Aber man kann nicht die Löhne herunterschrauben und gleichzeitig das Gefühl haben, die Anzahl Jahreskarten bleibe gleich gross. Fussballer, die 50 Prozent weniger verdienen, bieten nicht den gleich guten Fussball. Niedermaier: Die Schweiz hat eine Ausbildungs-Liga. Ein Transfererlös muss im groben Rahmen planbar sein, sonst sind wir keine Ausbildner. Also sagen Sie nicht: Im Schweizer Fussball müssen Defizite kleiner werden. Niedermaier: Ohne neue Stadien hast du wenig Vermarktungsmöglichkeiten. Ich weiss nicht, wie Kleinklubs Löhne bezahlen. Diese Einnahmen sind bei uns so bedeutend. Man hat den Eindruck, dass die FCB-Führung ein Korrektiv hat und breiter abgestützt ist als diejenige von YB. Heusler: Das ist die Konsequenz des Geschäftsmodells. In Bern wird in der Vermarktung ausgeprägter an einem Strick gezogen. Ein mir bekannter YB-Sponsor schwärmt von der Professionalität, die bei YB herrsche. Da ist eine Einheit. Wir im FCB haben da noch Potenzial nach oben. Ist YB zu viel Stefan Niedermaier? Niedermaier: Wir sind ein kleines Unternehmen. Wir lassen ein Team auf einen Kunden los. Mit unserer Grösse brauchen wir diesen Zentralismus. Es braucht einen, der die Fäden in der Hand hält. In Basel hat der Heusler die Fäden genauso in der Hand wie ich in Bern. Der FC Basel hat YB die Erfahrung voraus. Mit der Champions League wachsen die Begehrlichkeiten. Niedermaier: Dann rufe ich in Basel und Zürich an und frage: Wo sind die grössten Fallen? Wenn es uns lupft, schadet das auch dem FCB. Steigt YB sportlich weiter, steigen die Kosten. Wir beurteilen permanent die Risiken. Wenn wir das tun und persönliche Begehrlichkeiten eindämmen, bleiben wir mit den Füssen am Boden. Die Begehrlichkeiten im Team oder in der Führungsriege? Quer durch das Haus – vom Aktionär bis zum Materialwart. Das Beispiel FCB zeigt: Spielt das Team in der Champions League, wird das System extrem belastet. Heusler: Man darf sich keine Illusionen machen. Wir sind in solchen Fällen zwischen zwei Gefahren: Entweder werden die Löhne zu hoch – oder ein Spieler geht ablösefrei. Man braucht eine Philosophie, die unabhängiger macht. Auch wenn ein Exponent geht, bleibt der FCB. Das muss durchgezogen werden. Man darf sich nicht durch die Kurzlebigkeit beeinflussen lassen. Das ist nicht so einfach. Bayern München ist für die Kompetenz und Kontinuität in der Führung zu bewundern. Angesichts der letzten Jahre drängt sich jedoch die Frage auf: Ziehen die ihre Philosophie durch? Oder was machen die? Wenn ich Barcelona Fussball spielen sehen, denke ich: Dort gilt eine Philosophie. Barcelona will 50 Prozent eigene Spieler im 1. Team. Das muss unser Ziel sein. Was Barcelona europaweit kann, müssen wir auf dem Schweizer Niveau schaffen. Wir sahen an der U-17-WM, wie gross unsere Ressourcen sind. Wie ruhig ist der YB-Stürmer Doumbia, wenn's um seine Zukunft geht? Niedermaier: Auf dem Rasen wird er mehr gejagt. Das ist wie früher mit Varela: Die Gegner wissen, dass etwas zurückkommt. Wie ist das am Verhandlungstisch? Seine Vertrauensperson ist Olivier Koutoua, der die Fussballschule in Abidjan führt. Auf den hört er. Wird der Fall Doumbia zur YB-Bewährungsprobe? Die erste Probe bestanden wir im August, indem wir sagten: Der bleibt hier. Die Begehrlichkeiten hätten für ihn, für seinen Berater und für uns sehr hoch sein können. Ich spüre Doumbia gegenüber eine Verantwortung. Er sagte mir einmal: «Olivier hat mich ihnen anvertraut, heute höre ich auf Sie.» Ich hatte Hühnerhaut. Das sagte er ganz still, man hörte kaum etwas. Das nehme ich ernst. Wie ist der Umgang mit den jungen Spielern, die schnell mit den Millionen in Kontakt kommen? Heusler: Früher erhielten 20-jährige Junioren mit zitternder Hand den Profivertrag und sagten «Danke». Heute haben sie ein unglaubliches Selbstverständnis, durch ihr Umfeld, durch Berater, durch ihre Internationalität. Für junge Spieler sind der FCB und YB Ausbildner, aber auch ihre Chance für materiell andere Dimensionen. Man muss sie ernst nehmen, ihre Befindlichkeiten abholen – sonst gehen sie früher, als wir möchten. Es muss das Ziel von Trainer und Klub sein, dass Spieler wie Rakitic, Kuzmanovic, Derdiyok, Stocker und Shaqiri zuerst ihre Hand am Kübel haben, bevor sie gehen. Das schafften wir in den ersten beiden Fällen nicht. Niedermaier: Kuzmanovic und Rakitic sind gute Beispiele. Da haben die Familien und Berater schwer Einfluss genommen. Als ich hierher kam, gaben wir den Jungen ein GA. Ich sagte dem Nachwuchschef: Mach mir eine Key-Player-Liste – jeder erhält 1000 Franken Lohn obendrauf. So wurde das auch teurer. Wir müssen die Besten finden. Da kann Chapuisat entscheidend sein. Er steht in der Stube der Familie und sagt: YB ist am besten für Ihren Sohn. Heusler: Das viele Geld führt dazu, dass man diese Spieler schon fast entmündigt. Dazu denken sie: Was ich sage, hat viel Gewicht, schliesslich stehen 30 000 auf, wenn ich das Stadion betrete. Damit müssen 18-Jährige umgehen. Sie haben teilweise grosse Verantwortung, auch für ihre Familie. Mir sagte ein 18-Jähriger: «Was ist bei einem Kreuzbandriss?» Ich spürte seine Verantwortung, weil er die Familie unterhält. Ich sagte: Du bist 18 Jahre alt! Der hatte Torschlusspanik. Er sagte: «Ich muss jetzt den Transfer machen – wegen des Geldes.» Im Fussball wird vieles schnell emotional. Wie ist das Verhaltensmuster? Heusler: Du musst authentisch bleiben. Es gibt Momente nach Spielen, in denen man am besten zuerst auf die Toilette geht und sich die Hände wäscht. Dann kommt ein Journalist und sagt: Das heute war der Beweis für eure gescheiterte Transferpolitik! Dann muss man sich zurücknehmen. Im Fussball bist du immer irgendwie am Gegenrudern. Gegen wen? Gegen die Stimmung. Ist sie euphorisiert, hältst du dagegen: Wir haben nicht alles richtig gemacht, es braucht noch viel! Wenn alles schlecht sein soll, sagst du: Entschuldigung, wir haben eine Basis, wir sind nicht alles Dummköpfe! Das kann abstumpfen. Man freut sich nicht mehr vorbehaltlos über ein Tor. Fussball ist Spitzenkampf am Sonntag, WM-Titel der U 17, gleichzeitig Finanzprobleme von GC, Wettskandal. Auf welchem Terrain bewegen Sie sich? Niedermaier: Das zeigt die Dynamik zwischen Licht und Schatten in dem Geschäft. Der Wettbetrug schadet. Dass Leute käuflich sind, ist der Albtraum für alle, die im Fussball eine Verantwortung tragen. Heusler: In Basel ist der grössere Albtraum die Sicherheitsdiskussion. Aber der Wettskandal ist schädlich. Das Publikum spart sich den Besuch vom Mund ab – und nachher soll der sportliche Wettkampf nicht mehr ehrlich sein. Das ist verheerend. Der Fan musste viele Ideale preisgeben – das Ideal der Klubtreue, die ihn früher zu einer Identifikation führte. Jetzt ist das Ideal der Ehrlichkeit betroffen. Und wohin kann das führen? Heusler: Wettbetrüger machen sich zunutze, dass im Fussball das viele Geld schlecht verteilt ist. Für einen Spieler aus Sofia, der 2000 Franken im Monat verdient, ist die Verlockung gross. Wenn man jetzt den Eindruck hätte, Schiedsrichter seien bestochen und ganze Meisterschaften gekauft worden – das wäre der Moment, in dem ich sagen müsste: Da kann ich nicht mehr dahinterstehen. Niedermaier: Wenn der Fussball in Verruf kommt und Novartis aussteigt, wird's schlimm. Stellen Sie sich den Frutiger in Thun vor, der auf der Brust des FC ist. Oder dann erzeugt das Fernsehen Bilder, die suggerieren, dass YB am Skandal beteiligt sei. YB ist nicht beteiligt, YB ist betroffen. Heusler: Ich erhielt ein Telefon: YB sei auch im Sumpf. Ich fragte: Woher hast du das? Er sagte: Es stehe in der Zeitung. Dann sehe ich, dass es unter der Schlagzeile anders drinsteht. Aber so werden teilweise Zeitungen gelesen. http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/wir_sind_etwa_vier_jahre_hinter_basel_1.4078216.html
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