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 Betreff des Beitrags: Mit südamerikanischem Temperament
 Beitrag Verfasst: Freitag 16. Juli 2004, 07:03 
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Der Bund, 16.7.2004

Mit südamerikanischem Temperament

Die Young Boys setzen in der neuen Saison auf drei Spieler aus Uruguay, Venezuela und Brasilien: Carreño, Urdaneta und Neri

Carreño, Urdaneta, Neri: Die Kaderliste der Young Boys hat Zuwachs um drei wohlklin-gende Namen bekommen. Das Trio kommt aus Südamerika – Uruguay, Venezuela und Brasilien – und hofft, in Bern einzuschlagen.

charles Beuret

In Venezuela habe man bisher nur zwei Schweizer Vereine gekannt: Die Grasshoppers und den FC Basel. Was nun anders sei. Inzwischen kenne man in Caracas und in der Andenstadt Merida, wo er aufgewachsen sei und in der obersten Liga gespielt habe, auch die Young Boys. Es ist Gabriel Urdaneta, der das sagt, und er muss es wissen – denn in Venezuela ist Urdaneta ein Star. Er ist Captain der Nationalmannschaft, für die er bereits 69-mal gespielt hat; und dies meist mit der Rückennummer 10 im zentralen Mittelfeld.

Nun ist dieser Gabriel Urdaneta ein «Young Boy» geworden. Bei den Gelb-Schwarzen (oder auswärts: den Schwarz-Gelben) trägt er zwar die Nummer 11, und sein Platz auf dem Spielfeld ist links im Mittelfeld – auf der Descloux-Position –, aber dennoch wird er bei den Bernern, wie Trainer Zaugg bestätigt, ein Schlüsselspieler sein. Dies ist einer der drei Hauptgründe, weshalb er überhaupt zu YB gekommen ist und das offenbar fast doppelt so hohe Angebot der Grasshoppers ausgeschlagen hat. Die anderen sind die Aussicht, als erster Venezuelaner in der Champions League («das ist ein Ausweis in Venezuela») und im nächsten Jahr im neuen Stadion spielen zu können.
Seine Erwartungen von der neuen Saison: «Ich bin in Bern zu einem Verein gestossen, der dank beispielhaftem Teamwork – jeder hilft jedem – und überraschend starken Spielern viel erreichen kann.» Urdanetas Einschätzung fusst auf reichen Erfahrungen als Fussballprofi: Er holte sie beim FC Caracas, beim FC Luzern, bei Waldhof Mannheim, beim FC Lugano und zuletzt beim SC Kriens, wo er nach dem Lugano-Konkurs kurzfristig untergekommen war. Dass Gabriel Urdaneta ein aussergewöhnlicher Fussballer ist, zeigt sich übrigens in seinem Hobby: Es ist eine Leidenschaft von ihm, Kirchen respektive Kathedralen zu besuchen.


Zweikampfstärke aus Uruguay

Im Gegensatz zu Urdaneta verfügt der exakt drei Jahre jüngere Fernando Carreño noch über keinerlei Schweizer Erfahrung. Dafür hat der einstige Junioren-Nationalspieler beim grössten und wichtigsten Klub Uruguays gespielt, bei Penarol Montevideo. Den Weg zu den Young Boys fand er danach via China (Hainiu) und Sudamerica (Uruguay). Er sei in die Schweiz gekommen, weil hier schon sein Landsmann Ricardo Nuñez (GC) aktiv sei und man die Liga deshalb in Uruguay bereits gut kenne. Und: In den zahlreichen Vorbereitungspartien habe er erfreut feststellen können, dass bei YB sehr wohl «guter Fussball» gepielt werde. Das Niveau sei hoch, und das Spiel schneller als in seiner Heimat.
Fernando Carreño ist Verteidiger – man sieht es ihm an: Bei 187 Zentimeter Körpergrösse bringt er 87 Kilo auf die Waage. Er ist ein stämmiger Brocken, aber doch wendig, schnell und – wie sich in den Vorbereitungsspielen gezeigt hat – durch seine Kopfballstärke torgefährlich.
Klar, dass Carreño (mit der Nummer 13) das im Entstehen begriffene neue YB-Stadion, das Stade de Suisse, schon besichtigt hat: Er freut sich, vielleicht in einem Jahr dort zu spielen. Später darf «sein» Stadion allenfalls durchaus noch etwas grösser werden: Als Doppelbürger von Uruguay und Italien (beide Länder waren schon Fussballweltmeister) träumt er davon, eines Tages bei seinem Lieblingsverein, Inter Mailand, unterzukommen. Noch aber ist für ihn klar: «Vorerst gibt es nur YB.»


Zum zweiten Mal in Bern

Francisco Neri ist der dritte im Bunde der YB-Südamerikaner. Seine Heimat ist Brasilien, genauer Rio de Janeiro. Gespielt hat der feingliedrige und schnelle Stürmer seinerzeit beim FC Santa Catarina. Neri ist bereits 28-jährig und verfügt über eine reiche Schweizer Vergangenheit – ohne dass man seine Leistungen bisher so richtig zur Kenntnis genommen hat. Das Problem: Der dunkelhäutige Brasilianer, ein aufgestellter, offener Mensch, hat seine grössten Erfolge bisher in der zweithöchsten Liga gefeiert, als Challenge-League-Topskorer beim SC Kriens und beim Aufsteiger FC Schaffhausen. Klar, dass die Schaffhauser ihren Goalgetter gerne behalten hätten – «aber», sagt Neri, «jetzt will ich endlich meine Chance in der höchsten Liga packen». Deshalb sei er sehr gerne, ja mit grosser Begeisterung, zu YB gekommen.
Francisco Neri spielte schon einmal in Bern, und zwar beim FC Köniz. Damals wurde er von Thun-Trainer André Egli geholt, wobei er als überzähliger Ausländer für ein paar Monate an den FC Köniz abgegeben wurde. Die weiteren Stationen Neris hiessen St. Gallen (2 Jahre, nur 3 Einsätze) und Wil, bevor er bei Kriens und Schaffhausen den Durchbruch schaffte. Bei YB wird er die Rückennummer 7 tragen – und auf bedeutende interne Konkurrenz stossen. Mit Chapuisat, Berisha, Magnin, und Boban Maksimovic sowie neuerdings Patrick de Napoli verfügen die Berner jetzt über mehrere Kandidaten für zwei Plätze. Neri stört dies nicht: «Ich muss mich eben auf dem Platz durchsetzen – und das werde ich tun.»

Kaderliste des BSC Young Boys Saison 2004/05

NummerNameVornameGeburtsdatumNationPosition

1BettoniPatrick29.12.75Schweiz/ItalienTor
18WarpelinDamien26.02.86SchweizTor
22 WölfliMarco22.08.82Schweiz/ItalienTor
2KehrliNicolas17.01.83SchweizAbwehr
3EugsterAdrian27.03.78SchweizAbwehr
4KnezIvan21.07.74Schweiz/ArgentinienAbwehr
5DislerMark26.03.74SchweizAbwehr
13CarreñoFernando15.01.79Uruguay/ItalienAbwehr
20Geiser Fabian04.04.83SchweizAbwehr
21 RochatAlain01.02.83Schweiz/KanadaAbwehr
6 FriedliRoman13.03.79SchweizMittelfeld
8SermeterGürkan14.02.74Schweiz/TürkeiMittelfeld
10CoubageatSadik17.11.82TogoMittelfeld
11UrdanetaGabriel07.01.76VenezuelaMittelfeld
15 HäberliThomas11.04.74SchweizMittelfeld
16MelunovicElvir17.07.79SchweizMittelfeld
17 BurkiSandro16.09.85SchweizMittelfeld
24AziawonouYao30.11.79TogoMittelfeld
7NeriFrancisco15.02.76BrasilienAngriff
9 ChapuisatStéphane28.06.69SchweizAngriff
12de Napoli Patrick17.11.75SchweizAngriff
14MagninJoël31.05.71SchweizAngriff
19BerishaJohan06.10.79Schweiz/KosovoAngriff
*CökmüsFerhat14.02.85SchweizAbwehr
*FunaroPatrick03.03.84SchweizAbwehr
*MaksimovicBoban10.10.85SchweizAngriff
*MaksimovicSrdjan13.12.86Schweiz/SerbienMittelfeld
*SchneuwlyMarco28.03.85SchweizAngriff
* erweitertes Kader

Zauggs Sicht

Er sei mit seinen drei Südamerikanern sehr zufrieden, sagt Hans Peter Zaugg. Der YB-Trainer charakterisiert die drei Spieler wie folgt.

Urdaneta: «Viele Fussballfreunde in Bern haben noch nicht realisiert, dass wir mit ihm einen Topspieler geholt haben. Clever, routiniert, mit viel Übersicht – Urdaneta wird uns viel bringen.»
Carreño: «Eine Trouvaille. Er ist als offener Typ sehr beliebt; man spürt: Er spielt mit Herz und ist mit viel Engagement bei der Sache. Dazu ist er ein ausgezeichneter Verteidiger, solid, kopfballstark. Klar eine Verstärkung für uns.»
Neri: «Er wird seine Tore für uns schiessen. Er ist nicht der typische Brasilianer, sondern der schnelle und torgefährliche Konterstürmer. Er ist doppelt so schnell wie Leandro.» (cb)

De Napoli und Aziawonou verstärken den Konkurrenzkampf

Nun ist das Kader der Young Boys für die neue Saison komplett: Gestern wurden mit Patrick de Napoli (zuletzt Aarau) und Yao Aziawonou (Servette) je ein Stürmer und ein Mittelfeldspieler unter Vertrag genommen. Damit ist ein grosses Ziel der YB-Techniker erreicht worden: Jede Position in der Mannschaft ist doppelt – zum Teil dreifach – mit mehr oder weniger gleichwertigen Spielern besetzt. Das heisst: Der interne Konkurrenzkampf kann beginnen . . .

Es ist nicht bloss Quantität, die Sportchef Reto Gertschen (im Rahmen des Budgets notabene) zu den Young Boys geholt hat, sondern durchaus auch Qualität: Wie der Blick auf die Kaderliste bestätigt, verfügen die Gelb-Schwarzen neuerdings über ein Spielerreservoir, dem sehr viele junge und noch entwicklungsfähige Akteure angehören – und die auf dem Markt entsprechend umworben sind). Dazu kann sich Trainer Zaugg nebst auf seine Routiniers Chapuisat und Magnin zahlreiche Spieler verlassen, die sich auf nationaler Ebene in den letzten Jahren einen Namen geschaffen haben. Zu ihnen gehören auch de Napoli und Aziawonou.


De Napoli: Eine Art Neubeginn

Mit dem Zuzug von Patrick de Napoli verfügt Trainer Zaugg im Angriff nun über mehrere valable Alternativen. De Napoli gilt nicht als besonders «pflegeleichter» Spieler, aber er ist schnell, unberechenbar und torgefährlich – kurz, er gehört jener Sorte Stürmer an, die den Young Boys in den letzten Jahren immer wieder das Leben schwer machten. Ob bei GC oder bei Aarau (letzte vier Jahre), de Napoli war stets für mindestens zehn Saisontore gut. Bei YB unterzeichnete der 28-jährige Stürmer, der keine Ablösesumme kostete, gestern einen Einjahresvertrag. Sportchef Reto Gertschen: «Er will mit neuem Elan versuchen, wieder den Sprung ins Nationalteam zu schaffen, um später vielleicht nochmals zu einem Ausland-Engagement zu kommen. Wir helfen ihm dabei gerne.» De Napoli hat beim Karlsruher SC in der zweiten Bundesliga bereits einmal Auslanderfahrungen gemacht.


Aziawonou: Leihgabe aus Basel

Ebenfalls für vorerst ein Jahr stösst der Togolese Yao Aziawonou (24) zu den Stadtbernern. Aziawonou wird leihweise vom FC Basel übernommen. Der Mittelfeldakteur spielte zuletzt ebenfalls leihweise bei Servette und Thun in der höchsten Schweizer Spielklasse. Für Gertschen bedeutet der Zuzug des Afrikaners «eine klare Aufwertung des YB-Kaders». Aziawonou kann im Mittelfeld auf der linken Seite (Urdaneta, Melunovic) oder auch im Zentrum eingesetzt werden, und zwar defensiv oder offensiv.
Sowohl de Napoli als auch Aziawonou sind morgen Samstag noch nicht spielberechtigt. (cb)

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 Beitrag Verfasst: Freitag 16. Juli 2004, 21:36 
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Was passiert eigentlich mit Eseosa Patrick?


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 Beitrag Verfasst: Samstag 17. Juli 2004, 11:29 
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Beiträge: 209
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der geht,so viel ist klar, hat meiner meinung anch auch nicht viel gezeigt...ausser in ein zwei spielen. wohin kann ich dir nicht sagen.


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