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 Beitrag Verfasst: Montag 29. November 2010, 15:10 
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08
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Berner Zeitung, 29.11.2010

Von Nef bis Doubai

Alain Nef und Christoph Spycher sind beim 2:1-Heimsieg gegen Sion die stärksten Berner Spieler.

Marco Wölfli, Note 4,5
Dürfte ziemlich gefroren haben, wurde er doch selten geprüft. Bei seinen Interventionen souverän und sicher, chancenlos beim Treffer Sions zum 1:1.

Scott Sutter, Note 4
Willig, aber auch teilweise fahrig und mit weniger Offensivaktionen als gewohnt. In der Defensive relativ solid.

Alain Nef, Note 5
Nach mühevollem Start der beste Berner Defensivspieler. Tolles Stellungsspiel und starke Tacklings. Vor dem Sion-Tor konnte er Dragan Mrdja nicht am Schuss hindern – Rodrigo erzielte am hinteren Pfosten den Ausgleich.

François Affolter, Note 3,5
Eigentlich eine starke Leistung. Aber: Der 19-Jährige leistete sich (nicht zum ersten Mal) einen unerklärlichen Aussetzer. Sein Ballverlust, als er an der Mittellinie den wirbligen Giovanni Sio anschoss, führte zum Treffer Sions.

Ammar Jemal, Note 4,5
Der begnadete Zweikämpfer fightete als Linksverteidiger auch gegen Sion beherzt. Und schlug vorne diesmal auch die eine oder andere brauchbare Flanke.

Thierry Doubai, Note 2,5 Das Talent blieb wieder einmal den Nachweis seiner Fähigkeiten schuldig. Viele Fehlpässe, zudem mit wirren Aktionen und ohne Gefühl für den Raum. Verstolperte in der 72.Minute eine ausgezeichnete Gelegenheit kläglich, als ihm der Ball bei der Annahme meterweit versprang.

Christoph Spycher, Note 5
Der Chef und Dirigent im Aufbau. Eroberte viele Bälle, zweikampfstark und fleissig, trieb YB immer wieder an. Auch vor dem 2:1-Siegestor beschleunigte er den Angriff mit einem klugen Pass.

Senad Lulic, Note 4,5
Enorm viel unterwegs, mit Licht und Schatten. Schoss das 1:0, verschleppte aber auch immer wieder den Spielfluss.

Moreno Costanzo, Note 4
Dem Regisseur gelang es selten, das Spiel an sich zu reissen. Blieb relativ unauffällig.

David Degen, Note 4
Der Flügel rochierte wie gewohnt mit Lulic, vermochte sich aber für einmal selten in Szene zu setzen und blieb mit erstaunlich wenig Einfluss. Vor dem 2:1 aber lancierte er Bienvenu mit einem schnellen Pass am linken Flügel.

Emmanuel Mayuka, Note 4,5 Durfte erneut – wie beim 2:1-Sieg in Kriens im Cupachtelfinal – beginnen – und rechtfertigte seine Nomination mit viel Laufaufwand. Der Angreifer hatte es gegen die starken Sion-Innenverteidiger Adailton und Michael Dingsdag aber trotz guten Bewegungen nicht immer leicht.

Henri Bienvenu, Note 4,5 Kam in der 75.Minute für Doubai und für die Schlussoffensive – und bereitete das Siegestor des noch später eingewechselten Marco Schneuwly vor.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Von-Nef--bis-Doubai/story/11527072

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 Beitrag Verfasst: Montag 29. November 2010, 15:11 
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Berner Zeitung, 29.11.2010

Kursänderung in den letzten Minuten

Spätes Glück für die Young Boys: Dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit kommen sie in der 83.Minute zum 2:1-Siegestreffer und drei wichtigen Punkten.

Im Fussball kommt es vor, dass wenige Minuten den Verlauf von ganzen Monaten bestimmen können. Ähnlich war es auch Sonntagnachmittag im Stade de Suisse: Zwischen YB und Sion liefen die letzten Minuten, die Gastgeber entwickelten immer mehr Druck und hatten wiederholt die Führung auf dem Fuss und so die künftige Ausgangslage in der Tabelle selbst in der Hand. 21 Punkte wiesen die Tabellennachbarn vor der Partie auf, mit einem Sieg bot sich YB die Chance, die Tabellenmitte zu verlassen und sich Richtung Spitzentrio zu orientieren. Am Ende gelang den Bernern ein 2:1-Sieg, Marco Schneuwly hatte nach seiner Einwechslung die letzten Minuten entscheidend genutzt und seine Farben in der 83.Minute zum Sieg geschossen. Nach Spielschluss hatten die beiden Trainer nicht die gleiche Auffassung vom Spielverlauf. YB-Coach Vladimir Petkovic bezeichnete den Sieg als «sehr verdient», was seinem Opponenten Bernard Challandes ein Kopfschütteln entlockte. «Bald schon ist Weihnachten, und wir haben YB zwei Geschenke gemacht», kommentierte der Romand.

«Zu wenig vertikal»

Begonnen hatte die Partie im unterkühlten Stadion wenig erwärmend. Auf dem trotz winterlichen Verhältnissen einwandfrei bespielbaren Kunstrasen schoben sich die Akteure lange Zeit uninspiriert und von Fehlern geprägt den Ball zu. Sion spielte verhalten, YB zu kompliziert oder «zu wenig vertikal, zu viel horizontal», wie es Petkovic ausdrückte. Und so blieben ein gefährlicher langer Ball (irgendwo zwischen vertikal und horizontal) von Scott Sutter und ein Schuss Senad Lulics (deutlich vertikal) knapp am Tor vorbei die Höhepunkte der ersten 40 Minuten. Kurz vor dem Pausenpfiff aber gelang Lulic doch noch ein Tor: Nach einer schönen Kombination zwischen David Degen und Mayuka kam der Bosnier aus spitzem Winkel zum Schuss, Sion-Goalie Andris Vanins lenkte den Ball schliesslich ins eigene Tor.

Wesentlich ereignisreicher präsentierte sich das Geschehen dann in der zweiten Halbzeit. Es ging hitziger zu und her, fast alle schienen nun aufgetaut, ausser die Gelbe Karte von Schiedsrichter Studer, die trotz einigen groben Fouls auf beiden Seiten hartnäckig in dessen Brusttasche stecken blieb. In der 56.Minute musste YB schliesslich nach einem Fehler von François Affolter den Ausgleich Sions zum 1:1 durch Rodrigo hinnehmen.

Wieder auf Rang 4

Dem feinfühligen Wechselhändchen von Vladimir Petkovic und dem Tor des viel gescholtenen Marco Schneuwly war es schliesslich zu verdanken, dass die Young Boys doch noch gewannen und sich so in der Tabelle erstmals seit 15 Runden wieder auf Rang 4 befinden. Die berühmten letzten Minuten sorgten also dafür, dass der verhaltene Start in die Vorrunde vorderhand einer Kursänderung Richtung Tabellenspitze Platz macht.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Kursaenderung-in--den-letzten-Minuten/story/30364142

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 30. November 2010, 10:31 
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Blick, 29.11.2010

CC kocht nach 1:2

YB feiert dank Zufallstreffern. Für Challandes hingegen werden die Feiertage ungemütlich.

Erst der überglückliche Ausgleich in den letzten 12 Minuten beim FCZ. Dann das Last-Second-Tor im Cup bei Kriens. Und nun dieses 2:1 gegen Sion durch zwei Zufallstreffer.

Sollte sich YB in dieser durchzogenen Saison über mangelndes Schlachtenglück beklagt haben, so dürfte dieses Lamento nun verstummt sein. «Aber dieses Glück haben wir uns erkämpft», wendet Goalie Marco Wölfli ein. Zu Recht.

YB ist die aktivere Mannschaft. «Wir haben sehr verdient gewonnen, hatten den grösseren Siegeswillen», bilanziert Trainer Vladimir Petkovic. Stimmt. Sion hat in 93 Minuten bloss eine klare Chance – und nutzt sie. YB hat acht. Zwei werden zu Toren. Doch der Zufall hilft mit.

Beim 1:0 lenkte Keeper Vanins einen Lulic-Schuss ins eigene Tor. Möglicherweise wäre der Ball danebengegangen. Beim Siegestor trifft Joker Marco Schneuwly denn Ball nicht richtig – dennoch kullert er in die Ecke. «Da haben wir uns wie Schulbuben verhalten», moniert Arnaud Bühler. Derweil YB das Europa-League-Spiel in Stuttgart in Minne angehen kann.

Ganz anders ist die Stimmungslage bei Sion-Boss Christian Constantin nach einem offensiv wieder mal völlig wirkungslosen Auftritt. Zumal Regisseur Obradovic angeschlagen ein- und drei Minuten später verletzt ausgewechselt werden muss. «Unser Punkteschnitt in der zweiten Runde ist so schlecht wie zu Zeiten von Gabet Chapuisat. Es wird immer schlimmer.» Ein weiteres Ärgernis für CC: Es war die 9. Meisterschaftspleite der Walliser im Stade de Suisse seit dem Wiederaufstieg 2006 – im 9. Aufeinandertreffen mit YB.

Was bedeutet das für Challandes? «Vor Weihnachten mache ich nichts», so CC. Was im Umkehrschluss heisst: Über die Feiertage geht der Präsident in sich. Die besinnlichen Tage waren in der Vergangenheit schon oft die letzten im Wallis für Trainer des FC Sion.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 30. November 2010, 10:34 
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Der Bund, 29.11.2010

Die Erlösung nach 364 Tagen

Für Marco Schneuwly schloss sich gestern nach fast genau einem Jahr ein Kreis. Wenige Minuten vor seinem verletzungsbedingten Ausfall am 29. November 2009 war ihm gegen Basel letztmals ein Meisterschaftstor gelungen. 364 Tage später lief beim Match YB - Sion die 83. Minute, als der Freiburger eine scharfe Hereingabe von Bienvenu mit einer nicht ganz stilreinen Direktabnahme im Netz unterbrachte. Der Ball sei nicht einfach abzunehmen gewesen, weil direkt vor ihm noch ein Verteidiger gestanden sei, schilderte Schneuwly hinterher die matchentscheidende Situation. Als er kurz zuvor in die Mixed Zone gekommen war, hatte er schmunzeln müssen, weil ein halbes Dutzend Journalisten auf ihn warteten. «So schnell geht es manchmal», feixte er. In dieser Saison hatte sich bisher kaum jemand für ihn interessiert. Dazu hatte er zu wenig auffällig gespielt in seinen paar Einsätzen. Und Schlagzeilen produzieren neben dem Platz ist auch nicht das Ding des 25-Jährigen, dem jegliche Starallüren fremd sind. Schneuwly wäre auch nicht in den Sinn gekommen, sich öffentlich über sein Reservistendasein zu beklagen. Denn er wusste, dass er nach seinem Kreuzbandriss noch nicht wieder «der alte Schneuwly» war. «Der alte Schneuwly» war bis zu seiner schweren Verletzung eine der Stützen jenes Teams gewesen, welches vor einem Jahr das Publikum entzückt hatte. Der wuchtige und kampfstarke Stürmer wurde in der Rückrunde, als es YB nicht mehr optimal lief, schmerzlich vermisst. Er selber bestritt während dieser Zeit ein intensives Aufbautraining und litt an der Seitenlinie mit seinen Kollegen mit.

Die Vorbereitung für die laufende Saison absolvierte Schneuwly wieder mit dem Team. Schmerzen im operierten Knie verspürte er kaum, doch die lange Absenz vom Fussballplatz konnte er nicht verbergen. Schneuwly musste akzeptieren, dass er in der Hierarchie hinter Bienvenu und Mayuka gerutscht war.

Das Leben als Ergänzungsspieler macht Schneuwly nicht glücklich. Das weiss auch die Klubführung, die nicht abgeneigt ist, den Stürmer in der Winterpause auszuleihen.

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