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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Raphael Wicky
 Beitrag Verfasst: Montag 4. Dezember 2023, 01:52 
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03.12.2023

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Zitat:
Vertrag läuft im Sommer aus

YB-Coach Raphael Wicky spricht bei blue Sport über seine Zukunft

Vor dem Spitzenkampf gegen Servette spricht YB-Coach Raphael Wicky mit blue Sport über seinen im Sommer 2024 auslaufenden Vertrag. Noch bereitet dem 46-Jährigen seine ungeklärte Zukunft keine Sorgen.

Die Young Boys überwintern europäisch. Das Team von Trainer Raphael Wicky hat am Dienstag den «Final» gegen Roter Stern Belgrad im Wankdorf 2:0 gewonnen und beendet die Gruppe G in der Champions League auf dem 3. Platz. Damit geht die Reise im kommenden Jahr in der Europa League weiter.

«Es ist einfach eine grosse Leistung der Mannschaft. Da darf man stolz sein, wenn man eine Gruppenphase der Champions League übersteht. Das ist nicht etwas Selbstverständliches, das ist klar», so Wicky. Und weiter: «Das müssen wir geniessen. Das ist wichtig für jeden Spieler individuell, für den Verein, für den Schweizer Fussball.»

Wie geht es mit Raphael Wicky weiter?

Es sind natürlich auch starke Argumente für eine Vertragsverlängerung, zumal Wicky letzte Saison YB zum Meistertitel und zum Triumph im Cup geführt hat und auch in dieser Saison noch in allen Wettbewerben mitmischt. Der Walliser hat mit den Bernern bislang alle Ziele erreicht.

Da stellt sich natürlich die Frage, welche Gedanken er bezüglich seiner ungeklärten Zukunft hat? «Ich habe einen Vertrag bis Sommer 2024», so Wicky zu blue Sport. Er tausche sich täglich mit YB-Sportchef Steve von Bergen aus. Der Fokus liege aktuell aber ganz klar auf den letzten Spielen bis zur Winterpause, das seien alles wichtige Aufgaben.

Zu seinem auslaufenden Vertrag sagt er: «Wir wissen auch, dass wir dann irgendwann im Frühling zusammensitzen und die Zukunft miteinander besprechen müssen. Aber es ist so, dass ich diesbezüglich relativ entspannt bin und der Verein ist es auch. Also ich glaube, das muss man jetzt einfach mal betonen.» Die Frage nach seiner Zukunft sei ihm ja zuletzt häufig gestellt worden, aber «jetzt kann man mal die Seite umdrehen und sich auf die Arbeit konzentrieren». Und dann sagt Wicky noch einmal: «Aber wir sind auf beiden Seiten recht entspannt.»

Ein Trainer, der sich Sorgen um seine Zukunft macht, klingt anders. Aber vielleicht ist es ja gerade andersrum und Wicky sieht seine Zukunft gar nicht in Bern. Denn Angebote aus dem Ausland wird es mit Sicherheit geben, so wie einst bei Adi Hütter oder Gerardo Seoane. Erfolgreiche YB-Trainer sind schliesslich auch im Ausland beliebt …


https://www.bluewin.ch/de/sport/super-l ... 92539.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Raphael Wicky
 Beitrag Verfasst: Montag 4. Dezember 2023, 17:39 
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04.12.2023

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YB: Trainer Wicky wegen auslaufendem Vertrag «recht entspannt»

Der Vertrag von Raphael Wicky (46) bei YB läuft im Sommer aus – noch wurde nicht verlängert. Er bleibt aber entspannt, der Fokus gilt den nächsten Spielen.

Das Wichtigste in Kürze

- YB holte letzte Saison das Double und schaffte im Sommer den Sprung in die Königsklasse.
- Trotzdem wurde der Vertrag mit Trainer Raphael Wicky bisher noch nicht verlängert.
- Der Coach der Young Boys lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen.

Seit anderthalb Jahren steht Raphael Wicky bei YB an der Seitenlinie – und das mit Erfolg! Der Walliser holt mit den Bernern das Double und qualifiziert sich mit den Young Boys für die Champions League.

Die Frage stellt sich: Warum hat man beim Meister nicht längstens verlängert? Schliesslich läuft der Vertrag des 46-Jährigen Ende Saison aus. Am Sonntag hat sich Raphael Wicky dazu geäussert – und lässt sich dabei nicht aus der Ruhe bringen.

Raphael Wicky: «Wir sind recht entspannt»
«Ich habe einen Vertrag bis Sommer 2024. Steve von Bergen und ich sind jeden Tag in einem sehr guten und sehr tiefen Austausch», so Wicky bei «blue». Ihm sei klar, dass der Fokus jetzt den letzten Spielen des Jahres gelte.

«Im Frühling werden wir uns zusammensetzen und gemeinsam die Zukunft besprechen. Ich bin recht entspannt und der Verein ist auch entspannt», so Wicky weiter.

Auch in dieser Saison hat der Walliser bisher alle Ziele erreicht. Nach dem Erreichen der CL-Gruppenphase sichert er sich mit seinem Team auch das europäische Überwintern. In der Liga ist man vorne dabei, auch wenn derzeit der FC Zürich den Leaderthron besetzt.

Mit dem 1:1 gegen Servette wahren die Berner zudem eine stolze Serie: Seit 29 Spielen ist YB in der Liga zu Hause unbesiegt. Mit Lausanne-Ouchy (Mittwoch) und dem FCSG (Samstag) warten in dieser Woche zwei weitere Auftritt im Wankdorf.


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-tr ... t-66663099

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Raphael Wicky
 Beitrag Verfasst: Dienstag 12. Dezember 2023, 17:31 
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12.12.2023

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YB-Trainer Raphael Wicky im Interview

«Ich habe Chat-GPT gefragt, wie man den nächsten Gegner bezwingt»

Er erklärt die Kommunikation im Fussball und erzählt, welchen «Tschugger» er kennt. Dazu verrät Raphael Wicky, worauf seine Frau bei Fussballspielen schaut.

Raphael Wicky, wir transkribieren Interviews mithilfe einer Software. Jemand hat uns gesagt, diese beherrsche einen Dialekt besonders gut. Können Sie sich vorstellen, welcher das ist?

Meiner? Der Walliser Dialekt?

Genau.

Haben die «Tschugger» diese Software entwickelt?

Kennen Sie diese TV-Serie also auch?

Klar. Ich gehöre zu jenen Wallisern, die darüber lachen können. Wenn ich Freunden und Familie zuhöre, dann kann ich Ihnen sagen: Nicht alle lachen darüber.

Manche der Laiendarsteller sind bekannte Walliser. Hat man Ihnen auch eine Rolle angeboten?

Nein. Aber ein Bekannter von mir ist der Vater von dem, der den Junior spielt. Den Manager von Valmira. Also der, der in der neuen Staffel in Bern 20’000 Stutz organisieren muss. Verstehen Sie eigentlich, was in der Serie geredet wird?

Die Untertitel helfen. Zugezogene aus dem Ausland haben es wohl schwer.

Es geht um das Wallis, den Walliser an sich, unseren Humor, um Dinge, die wir im Wallis halt machen. Meine amerikanische Frau kann das wegen ihrer Herkunft gar nicht verstehen.

Ihre Frau lebt in der Schweiz. Wie ist das, wenn man geografisch der massgebende Teil einer Beziehung ist?

Wir treffen Entscheidungen gemeinsam und machen nicht immer einfach das, was ich will. Ich habe zum Beispiel nicht im Sinn, einen Job an einem Ort anzunehmen, wo meine Frau nicht leben möchte.

Wie sehr interessiert Ihre Frau sich für Fussball?

Sie hatte kaum Ahnung von Fussball, als wir uns kennen gelernt haben. Durch mich hat sie sich in dieser Welt eingelebt. In ihrem Elternhaus lief, wie in vielen amerikanischen Haushalten, immer der Fernseher: Baseball, Football, Basketball. Heute läuft bei uns Fussball. Sie mag das Spiel.

Was sieht Ihre Frau, was Ihnen entgeht?

Sie achtet auf die Körpersprache, das Verhalten von Spielern. Meine Frau hat schon Partien von mir gesehen und sagte danach: «Heute sah es so aus, als hättet ihr noch nie zusammengespielt.» Manchmal bestätigt so etwas meinen Eindruck. Und manchmal denke ich: Wir lassen das mal so stehen.

Was notieren Sie sich, wenn Sie privat Fussball schauen?

Nichts. Aber natürlich sehe ich, was die Teams fussballerisch machen oder ob es neue Trends gibt.

Was sind die Trends? Leverkusen mit Granit Xhaka unter Xavi Alonso?

Ich habe Leverkusen zu wenig studiert. Aber sie spielen tatsächlich einen sehr attraktiven Fussball: keinen reinen Ballbesitz, kein reines Pressing, sondern einen schönen Mix aus allen Phasen des Spiels. Oder dann Ange Postecoglou: Von Tottenhams Trainer reden gerade alle. Da kommt mir eine Anekdote in den Sinn.

Erzählen Sie.

Wir waren für das Spiel gegen City in Manchester. Im Hotel hingen Fernseher an den Wänden. Handys gibt es beim Essen ja nicht, damit wir uns unterhalten. Aber dann schauten wir nach dem Essen auf diesen Bildschirmen Tottenham gegen Chelsea. Die Intensität war unglaublich. Früher, das war auch vor einem Hotelfernseher, fragte ich die Spieler einmal: «Schaut ihr eigentlich, wie sie defensiv pressen?» Sie verneinten. Sie schauten, was der Spieler auf ihrer jeweiligen Position tat. Als Fussballer ging mir das genau gleich. Als Trainer aber sind mir die doppelten Übersteiger egal. Mich interessiert das grosse Bild.

Wie sehen Sie das grosse Bild der spielerischen Entwicklung bei YB?

Wenn es flutscht, dann ist es sehr, sehr gut. Aber manchmal harzt es. Ich wünschte mir, dass wir über 90 Minuten konstant spielen. Nicht eine Halbzeit lang, nicht eine Stunde lang. Nach den Abgängen im Sommer mussten wir eine neue Hierarchie auf dem Platz entwickeln. Dieser Prozess dauert. Und aktuell trainieren wir wegen der vielen Spiele kaum.

Inwiefern hat YB die Abgänge des Sommers aufgefangen?

Wir haben mehrere Nationalspieler verloren. Aber wir haben Spielern den nächsten Karriereschritt ermöglicht. Das ist positiv und der Weg von YB. Und natürlich holen wir keinen Spieler für 12 Millionen, wenn wir Fabian Rieder für 15 verkauft haben. Wir schauen, dass jemand im Team diese Rolle ausfüllen kann. Ich erhoffe mir und bin überzeugt, dass manche in der Rückrunde einen Sprung machen werden.

An wen denken Sie?

Zum Beispiel an Noah Persson oder Lukasz Lakomy. Noah hat gezeigt, was er kann. Aber er hat in Ulisses Garcia einen Schweizer Nationalspieler vor sich. Lukasz hat eine gute Vorbereitung gespielt und hatte danach leicht Mühe, dann hat er sich verletzt. Von ihnen erhoffen wir uns mehr Spielzeit. Aber Integration braucht Zeit.

Wie begleiten Sie den Integrationsprozess neuer Spieler auch menschlich?

Das gehört zum kommunikativen Teil meiner Arbeit. Wie geht es dir? Hast du eine Wohnung gefunden? Kommt deine Freundin nach? Solche Fragen sind wichtig. Ich rate den Jungen auch, dass sie in den Länderspielpausen auch mal zur Familie fliegen. Ich ging mit 20 Jahren nach Bremen, hatte Heimweh und vermisste Freunde und Familie. Ich war froh, wenn ab und an mal jemand zu Besuch kam oder ich nach Hause konnte.

Gehört diese frühe Entwurzelung zum Schwierigsten im Fussballerleben?

Sie ist extrem schwierig. Und wir unterschätzen das oft, wenn wir die Spieler dann fussballerisch beurteilen. Diese Menschen kommen in ein neues Land, in ein Klima, das ihr Körper nicht kennt, erleben eine neue Kultur. Ich ging damals in ein deutschsprachiges Land. Aber man stelle sich vor, man kommt an einen Ort und versteht kein Wort.

Was hilft?

Weil man sein soziales Umfeld verlassen hat, ist es so wichtig, dass man Halt bei den Teamkollegen findet. Und ich darf sagen: Das aktuelle YB-Kader ist dafür sehr offen.

Wie zeigt sich das?

Wenn du die Regeln einhältst und auf die Menschen zugehst, dann gibt dir dieses Team sehr viel. Die Spieler sprechen mehrere Sprachen, nehmen dich auf, gehen mit dir essen.

Haben Sie das nicht immer so erlebt?

Nein, das ist nicht selbstverständlich. Einen Teamgeist wie letzte Saison habe ich überhaupt noch nie erlebt. Er war ein grosser Faktor für unsere Erfolge. Harmoniert ein Team neben dem Platz, zahlt sich dies aus.

Apropos Harmonie: Wie nahm Goalie Anthony Racioppi den Entscheid auf, als Sie ihn wieder auf die Bank setzten?

In solchen Momenten ist es meistens ruhig, meistens gibt es auch keine Diskussionen. Der Spieler ist enttäuscht und muss den Entscheid verarbeiten.

Wie läuft ein solches Gespräch ab?

Ich setze mich mit dem Spieler an den Tisch, manchmal ist noch jemand aus dem Trainerstab oder der sportlichen Führung dabei. Eine positive Nachricht lässt sich leicht kommunizieren: «Hey Albi» (schaut zum Medienchef Albert Staudenmann), «du bist mein Captain.»

«Der Medienchef wird neuer YB-Captain» – wir haben den Titel für dieses Interview.

Und was die negativen Nachrichten betrifft: Ich mag diese Gespräche nicht, aber ich weiss, sie müssen sein. Ich führe knapp dreissig Spieler und kann nicht alle zufriedenstellen. Mir ist wichtig, so direkt und ehrlich wie möglich zu reden. Als Spieler war es mir am liebsten, wenn mir der Trainer sagte, was Sache ist. Vielleicht kränkte mich das. Aber ich schätzte die Ehrlichkeit.

Wie lernt man Gesprächsführung in der Trainerausbildung?

Vielleicht gab es mal einen Block. Aber eigentlich müsste dieser Teil mehr Zeit einnehmen. Die Kommunikation, dass du vermitteln kannst, was du dir fussballerisch überlegt hast. Oder wie man Menschen führt, denn bei den Profis ist das genauso wichtig wie die Taktik. Es ist wie in jeder Firma: Erst führst du vier Leute, dann zehn, zwanzig. Du wächst da hinein und sammelst Erfahrung. Ich bin heute ein besserer Trainer als vor sechs Jahren. Und ich werde wahrscheinlich in sechs Jahren ein besserer Trainer sein als heute.

Ihr Sportchef Steve von Bergen sagte mal, Daten gewännen keine Spiele. Wie sehen Sie das?

Beim Scouting und bei der Taktik sind menschliches Auge und Gespür entscheidend. Aber es werden sehr viele Daten gemessen. Da wollen wir mit der Zeit gehen.

Wie tun Sie das?

Wir wollen die wichtigen Daten herausfiltern. Aber der Fussball ist paradox: Du kannst in vielen Statistiken besser sein als der Gegner und das Spiel trotzdem verlieren.

Zum Beispiel?

Gelaufene Kilometer, Anzahl Läufe schneller als 25 Stundenkilometer, Walking, Jogging, aber auch alle anderen wichtigen Bereiche des Spiels. Wenn deine Spieler überall nur achtzig Prozent davon erreichen, ist die Chance gross, dass ihre Leistung schlecht war. Aber es bedeutet noch lange nicht, dass du die Partie auch verloren hast.

Hängen diese physischen Werte immer noch in der Garderobe?

Ja, sie sind für alle sichtbar. Wir zeigen den Spielern: «Auf dieser Position wollen wir nicht neun Sprints von dir, sondern fünfzehn.» Die Spieler interessieren sich sehr für diese Zahlen.

Sollen die Daten in der Garderobe einen Wettbewerb entfachen und so stimulierend wirken?

Das kann ein Gedanke dahinter sein. Aber wir wollen keinen Spieler blossstellen. Zudem stelle ich ja nicht nur nach Laufdaten auf. Wir haben auch einen Ball, der wichtig ist, sowie taktische Aspekte.

Können Sie sich vorstellen, dass künstliche Intelligenz irgendwann Teile Ihrer Arbeit übernimmt?

Man kann bei Chat-GPT ja schon jetzt eingeben: «Wie schlägt man YB?»

Haben Sie das gemacht?

Ich habe diese Frage nicht zu YB gestellt. Ich habe Chat-GPT mal gefragt, wie man den nächsten Gegner bezwingt. Einfach zum Spass. Die Schwächen und Problemzonen, die Chat-GPT nannte, waren teilweise jene, die auch mir auffielen. Was kein Computer kann: solche Erkenntnisse mit einem Team umsetzen.

Haben Sie Chat-GPT auch gefragt: «Wann soll ich meinen Vertrag verlängern?»

Das weiss ich ja selbst nicht. Ich habe einen Vertrag bis Sommer. Wir haben einen guten Austausch, ich weiss, was von mir verlangt wird und woran ich bin. In naher Zukunft setzen wir uns zusammen.

Als Sie kürzlich gefragt wurden, ob Sie verlängern wollen, wichen Sie aus. Geben Sie uns nun eine deutliche Antwort?

Ich habe ja auch nicht gesagt, dass ich nicht verlängern will. Ich fühle mich bei YB wohl und gehe jeden Tag sehr gern zur Arbeit. So werde ich in die Gespräche gehen.


https://www.bernerzeitung.ch/yb-trainer ... 0001127552

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Raphael Wicky
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 13. Dezember 2023, 00:41 
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YB – Wicky vor CL-Dernière gegen Leipzig: «Es geht immer um etwas»

Am Mittwochabend gibt YB seine Dernière in der diesjährigen Champions League. Sportlich steht nichts mehr auf dem Spiel – Raphael Wicky will trotzdem gewinnen.

Das Wichtigste in Kürze

- YB trifft am Mittwoch (18.45 Uhr) in der Champions League auswärts auf RB Leipzig.
- Die Positionen in Gruppe G sind bereits bezogen, sportlich geht es um nichts mehr.
- Raphael Wicky will sich darauf nicht versteifen – und lässt die Torhüter-Frage offen.

Am Mittwochabend gibt YB seine vorläufige Abschiedsvorstellung aus der Champions League. Sportlich geht es im Auswärtsspiel bei RB Leipzig um nichts mehr: Die Berner stehen als Gruppen-Dritter fest und steigen im Frühjahr in die Europa League um. Leipzig ist als Zweiter fix in der nächsten CL-Runde, der Gruppensieg ist aber ausser Reichweite.

Trainer Raphael Wicky will sich aber nicht darauf versteifen, dass sportlich nichts auf dem Spiel steht. «Es geht immer um etwas, wir sind im professionellen Fussball. Jeder Spieler, jeder Trainer geht in jedes Spiel, um zu gewinnen», sagt der YB-Trainer an der Pressekonferenz vor dem Spiel.

«Es ist ein Champions-League-Spiel, in der Club-Geschichte von YB das 18. Champions-League-Spiel – das ist nichts Selbstverständliches. Für die Spieler und für mich als Trainer ist es ein Traum, in der Champions League zu spielen», so Wicky. «Wir sind hier nach Leipzig gekommen und wollen als Team einen mutigen Auftritt zeigen.»

Wer steht bei YB gegen Leipzig im Tor?

Bei der grossen Frage, wer das Tor von YB hüten wird, lässt sich Wicky nicht in die Karten blicken. «Ich habe zwei absolute Top-Torhüter, Anthony hat das oft genug bewiesen und hat super gespielt. Dävu hat das zuvor schon über Jahre bewiesen und ist jetzt auch stark zurückgekommen. Ich habe völliges Vertrauen in beide Torhüter», so Wicky.

Die beiden hätten ihre jeweiligen Qualitäten, erklärt der Trainer. «Dävu hat mehr Erfahrung und ist auf dem Feld etwas extrovertierter. Anthony ist sicher mit den Füssen ein bisschen filigraner – aber es sind beides absolute Top-Torhüter. Wer spielen wird, wird mit voller Motivation ins Spiel gehen und ein Top-Spiel machen.»


https://www.nau.ch/ort/bern/yb-wicky-vo ... s-66668665

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Raphael Wicky
 Beitrag Verfasst: Sonntag 17. Dezember 2023, 23:13 
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Wicky: «Wir hatten eine sehr intensive Zeit»

YB-Trainer Raphael Wicky zieht vor der Winterpause eine erste Bilanz.


https://www.srf.ch/play/tv/sport-clip/v ... Ratio=16_9

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Raphael Wicky
 Beitrag Verfasst: Montag 15. Januar 2024, 00:16 
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Vertrag noch nicht verlängert

Was hat YB mit Double-Coach Wicky vor?

Nach wie vor ist der Vertrag mit YB-Erfolgscoach Raphael Wicky nicht verlängert worden. Eile scheint unverändert nicht geboten. Was steckt dahinter?

Die Situation sei «recht geklärt zwischen uns», sagt YB-Trainer Raphael Wicky (46) auf die Frage, ob er im neuen Jahr endlich einen neuen Vertrag habe. «Recht geklärt.» Das tönt nach totaler Einigkeit. Danach, dass nur noch Details fehlen. Doch weit gefehlt!

«Wir werden in den nächsten vier, sechs oder acht Wochen zusammensitzen und schauen, wie sich die beiden Parteien fühlen. Und wie es in Zukunft weitergeht», führt der 46-Jährige aus. «Ich habe noch sechs Monate Vertrag und bin da recht entspannt. Und sehr konzentriert auf die kurze Vorbereitung und den Rückrundenstart.»

Wicky ist ein Erfolgsgarant

Also immer noch alles möglich? Auch Sportchef Steve von Bergen (40) hatte im Dezember gesagt, man komme Anfang des Jahres zusammen.

Will YB wirklich nicht schnellstmöglich mit dem Mann verlängern, der das dritte Double in der Klubgeschichte holte? Der YB die dritte Champions-League-Teilnahme und damit rund 30 Millionen Franken bescherte? Der in den Europa-League-Sechzehntelfinals gegen Sporting Lissabon steht? Und der alle Chancen hat, als klarer Super-League-Leader den Meistertitel zu verteidigen und den Cupsieg zu wiederholen? Klemmt da einer in der Berner Führungsriege?

Die Frage, ob eine Partei unzufrieden ist

Der Oberwalliser bestätigt, dass noch keine Gespräche geführt worden seien. Und auf die Nachfrage, ob es sein Wunsch sei, in Bern weiterzumachen, weicht er erneut aus und sagt bloss, dass er hier sehr gerne arbeite, sehr glücklich sei und sehr stolz sei, YB-Trainer zu sein. Wicky: «Es geht darum, ob sich beide Parteien vorstellen könnten, dass es weitergeht. Gibt es Dinge, die man ändern muss oder will? Oder ist eine Partei plötzlich nicht mehr oder überhaupt nicht zufrieden? Dann muss man miteinander sprechen. Und das werden wir in den nächsten Wochen tun.»

Oder spielt gar Wicky auf Zeit? Hat er ein (noch) unverbindliches Angebot aus einer grossen Liga, wie der Bundesliga vorliegen? Irgendetwas scheint in dieser Sache merkwürdig. Bis Ende Februar kennt man die Antwort. Wahrscheinlich.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 29770.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Raphael Wicky
 Beitrag Verfasst: Dienstag 23. Januar 2024, 22:21 
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23.01.2024

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YB: Sportchef von Bergen spricht über Zukunft von Trainer Wicky

YB führt die Tabelle in der Super League an. Der Vertrag mit Trainer Raphael Wicky wurde bisher nicht verlängert. Sportchef Steve von Bergen nimmt Stellung.

Das Wichtigste in Kürze

- Die Zukunft von YB-Trainer Raphael Wicky ist weiterhin ungewiss.
- Sein Vertrag läuft im Sommer aus und wurde bisher nicht verlängert.
- Man befinde sich in Gesprächen mit dem Coach, sagt Sportchef Steve von Bergen.

Nach dem Double in der letzten Saison führt YB auch im neuen Jahr die Super-League-Tabelle an. Kurz nach der Winterpause beträgt der Vorsprung der Berner auf Verfolger St. Gallen fünf Punkte.

Eine Personalie gibt bei Gelbschwarz aber je länger, je mehr zu reden. Der Vertrag von Trainer Raphael Wicky läuft im Sommer aus. Verlängert wurde das Arbeitspapier bisher nicht.

«Es gibt kein Feuer im Dach»

Steht der Walliser vor einem Abgang bei YB? Sportchef Steve von Bergen sprach im Rahmen des GC-Spiels im Interview mit «blue Sport» über die aktuelle Situation.

Sowohl von der Seite des Trainers als auch von jener des Klubs gebe es «keinen Stress», sagt der Ex-Spieler. «Es ist schon klar, dass die Zeit kommen wird, wo wir mit Raphi über die Zukunft reden werden.»

Er verstehe, dass die ausbleibende Entscheidung für Spekulationen sorgt, so von Bergen. «Jeder kann seine Meinung haben, aber der Trainer ist derzeit sehr ruhig. Es ist okay für ihn, das hat er auch mehrmals erwähnt. Es gibt kein Feuer im Dach.»

Ein genauer Zeitpunkt für weitere Gespräche könne nicht definiert werden. «Es ist klar, dass wir nicht bis im April warten können», bekräftigt der Sportchef. Von Bergen spricht von «den nächsten Wochen». «Wir werden Klarheit schaffen.»


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-sp ... y-66693340

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Raphael Wicky
 Beitrag Verfasst: Samstag 27. Januar 2024, 12:04 
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Das Wicky-Vertragsrätsel könnte viel banaler sein, als man denkt

Wartet YB auf Urs Fischer?

Das grosse Wicky-Rätsel! Seit Wochen wird erwartet, dass der Vertrag des Oberwallisers verlängert wird. Seit Wochen tut sich nichts. Weil YB auf einen Kulttrainer wartet? Es darf spekuliert werden.

Wer nicht spricht, über den wird gesprochen. Das ist kein altes Sprichwort. Auch keine konfuzianische Wahrheit. Es ist schlicht ein Vorgang im Fussballbusiness, der gang und gäbe ist. Man könnte auch sagen: Wer nicht kommuniziert, der öffnet Tür und Tor für Spekulationen. Fussball ist auf dem Feld unberechenbar. Aber auch daneben.

Hier geht es um einen Trainer, bei dem man erwartet, dass dessen im Juni auslaufender Vertrag verlängert wird. Sehr zeitnah sogar, denn Raphael Wicky hat mit YB praktisch alles erreicht, was man erreichen kann. Double 2023. Champions League 2023. Europäisch Überwintern. Und im Cup noch dabei.

Von Bergen: «Kein Stress»

Da darf man doch davon ausgehen, dass der Kontrakt, der bedrohlich schnell dem Ablaufdatum zurast, auch mit gebotener Eile verlängert wird. So wie das mit Adi Hütter der Fall war. Das war am 9. November 2017. Damals hatte der Österreicher bei YB noch gar nichts gewonnen. Oder mit Gerry Seoane. Verlängerungsdatum: 7. Dezember 2020. Der Luzerner war zweimal Meister geworden und hatte das Double geholt. Zudem hatte er die Königsklassen-Qualifikation geschafft.

Nun schreiben wir Ende Januar 2024, und alles, was Sportchef Steve von Bergen zum Fall Wicky sagt, ist Folgendes: «Ich habe schon fünf-, sechsmal gesagt, dass weder von Raphis Seite noch von unserer grosser Stress besteht. Wir sind jeden Tag im Austausch, wir sind im Büro, wir sprechen über alles und teilen unsere Meinungen. Aber klar: Die Zeit wird kommen, zu welcher wir mit Raphi über die Zukunft reden.»

Von Bergen versteht, dass das Spekulationen nährt. «Das ist auch der Job der Journalisten. Und es ist die Schönheit des Fussballs. Jeder kann seine Meinung haben. Aber der Trainer ist ruhig, das spüre ich. Und nicht nervös.» Das habe Wicky mehrmals selber betont. «Es gibt kein Feuer im Haus!»

Vorbehalte gegenüber Wicky

In den nächsten Wochen oder so werde es Klarheit geben über die Zukunft, sagt Von Bergen bei «Blue». «Es ist ja klar, dass wir nicht bis April warten.»

Irgendwie spürt man: Irgendwo klemmts. Bei Wicky? Der gibt sich ähnlich bedeckt und ist in seinen Aussagen auch kein bisschen konkreter.

Also doch bei YB? Nun, es gibt in der YB-Führung Vorbehalte gegenüber dem Walliser.

- Der Spielstil des Teams unter Wicky wird als zu wenig attraktiv und dominant wahrgenommen. Das wurde zwar zuletzt etwas besser, aber meistens nur in Phasen.
- Wicky bringe die Spieler zu wenig weiter. Fabian Rieder zum Beispiel hatte seinen Höhenpunkt in der Saison 2021/22. In der Spielzeit unter Wicky stagnierte das Supertalent.
- Wicky hält in der überwiegenden Zahl der Fälle an seinem Rhombus-System fest. Der Vorwurf: Zu wenig taktische Flexibilität, was YB berechenbar macht.
- Die Politik! Man hätte es bei YB gerne gesehen, hätte Aurèle Amenda etwas mehr gespielt, um den Preis hochzutreiben. Doch in den wirklich wichtigen Spielen bekamen andere den Vortritt. Und auch der Fall des nun zu Como abgewanderten Jean-Pierre Nsame hätte anders gehandhabt werden können. Am Ende beklagten sich beide Spieler öffentlich über die Spielzeit.

Alles kleine Dinge, die aufaddiert reichen, um Bedenken zu schüren. Aber gibt es eine Alternative? Ja. Und das scheint das grosse «Problem» zu sein. Sie heisst Urs Fischer (57)! Der Zürcher ist seit November arbeitslos, nachdem er bei Union Berlin nach fünf Jahren entlassen wurde.

Bei Wolfsburg soll er auf dem Zettel stehen. Doch ob Fischer sich nach fünf unglaublich intensiven Jahren das Haifischbecken Bundesliga gleich wieder antun will? Unwahrscheinlich. Energie tanken – und im Sommer mit YB den Trainer-Olymp in der Schweiz erklimmen. Das macht für den geerdeten Ex-FCB-Coach so total viel Sinn, dass das ganze Wicky-Zögern plötzlich fürchterlich logisch erscheint.

Aber vielleicht ist auch das eine der Spekulationen, die Von Bergen als «Schönheit des Fussballs» bezeichnet. Sinn und Logik sind im Fussball nicht immer die Ratgeber.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 73051.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Raphael Wicky
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 7. Februar 2024, 01:49 
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04.02.2024

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YB darf «keine Wohlfühloase» sein: Die Geschichte hinter der offenen Frage zum Trainer Raphael Wicky

YB führt die Schweizer Fussballmeisterschaft deutlich an, aber der Vertrag mit dem erfolgreichen Coach ist noch immer nicht verlängert. Es ist eine unübliche Zurückhaltung – worin gründet sie?

Am 25. Oktober 2017 gewann YB das Cup-Spiel gegen den unterklassigen FC Münsingen 3:0. In der Meisterschaft lagen die Berner in Führung, mit den meisten Toren und den wenigsten Gegentoren. «Wie gross ist die Genugtuung?», wollte die «NZZ am Sonntag» vom Sportchef Christoph Spycher wissen. Er sagte: «Wir gewannen in Münsingen 3:0, könnten den Mund abwischen und sagen: Ziel erreicht. Andererseits frage ich mich, warum wir 70 Minuten lang Mühe bekundeten.»

Diese Worte aus der Vergangenheit helfen, um die Young Boys der Gegenwart zu verstehen; um zu erahnen, warum nicht geklärt ist, ob Raphael Wicky länger YB-Trainer bleibt. Wickys Vertrag läuft im Sommer aus, es ist unüblich, dass die Zukunft nicht geregelt ist. Beide Seiten signalisierten wiederholt, es gebe keinen Grund zur Eile, aber klar ist: Die Zurückhaltung betreffend Vertragsverlängerung suggeriert Unsicherheit.

Die Unsicherheit scheint auf den ersten Blick unverständlich. Verständlicher wird sie, wenn man genauer hinschaut – oder in den letzten Monaten und Jahren genauer hingehört hat.

Mund abwischen? Nicht bei YB.

Wicky arbeitet seit 2022 in Bern, er hat Meisterschaft und Cup gewonnen, die Champions-League-Gruppenphase erreicht und als Gruppendritter den Sprung in die Europa League geschafft. In der Meisterschaft liegt YB wieder in Führung, am meisten Tore, am wenigsten Gegentore, sechs Punkte Vorsprung vor Servette. Viel mehr geht nicht.

Ziel erreicht? Nicht bei YB.

In Bern sind einheimische Spieler zu kleinen Lokalhelden aufgestiegen

2016 übernahm Spycher das Amt des Sportchefs, 2022 stieg er zum Verwaltungsrat auf und blieb die zentrale Figur. Unter ihm entwickelte sich YB zum dominierenden Team, fünf Meistertitel in sechs Jahren.

Vor allem löste sich die Blockade des Versagens, als YB 2018 erstmals seit 32 Jahren obenaus schwang. YB war der sympathische Verlierer, der es endlich schaffte, nicht auf der Ziellinie einzubrechen. Als YB 2019 dem nächsten Meistertitel entgegenschritt, sagte Spycher: «Der Titelgewinn hatte etwas Entlastendes.»

Doch es ist nicht so, dass seither reine Leichtigkeit herrscht. Heute sagt Spycher: «Es drang vielleicht nie so richtig nach aussen: Aber wir sind extrem ehrgeizig und hatten auch in der Vergangenheit oft sehr schwierige Entscheide zu fällen.»

Dieser Ehrgeiz war immer wieder herauszulesen gewesen. 2017, nach dem 3:0 in Münsingen. Oder im April 2023 zum Beispiel, nach YB - GC, 2:0. Spycher war trotz Sieg unzufrieden. Cedric Itten hatte einen Penalty verschossen, Spycher sagte, es sei nicht Ittens Fehler gewesen, «wir hätten gar kein drittes Tor verdient gehabt».

Oder wie sagte der neue Sportchef Steve von Bergen im Juli 2023: «In jedem Verein geht es um Respekt und Disziplin. Aber: Wie lebst du das jeden Tag? Die Erwartungen der Führung sind sehr hoch. Doch wie wollen wir die Spieler pushen, wenn wir ständig nur am Kaffeetrinken sind? Du musst den Weg zeigen.»

Darum geht es: ums Pushen, um sehr hohe Erwartungen, um extremen Ehrgeiz.

In Bern sind einheimische Spieler zu kleinen Lokalhelden aufgestiegen, David von Ballmoos, der bei allen fünf Meistertiteln dabei war, oder Sandro Lauper, vierfacher Meister. Aber wenn dieses Heldentum kultiviert werde, «dann wird es schwierig. Der Hunger auf Erfolg darf nie nachlassen», sagt Spycher. YB dürfe «keine Wohlfühloase» werden, «dagegen kämpfen wir an».

Es ist oft zu hören im YB-Umfeld: «keine Wohlfühloase»; und es klingt so freud- und kompromisslos, nach Druck, viel Druck. Spycher sagt: «Das ist die Realität, wir sind im Profifussball. Es ist Teil unseres Geschäftsmodells, dass wir Fussballer entwickeln und mit Transfergewinn in eine grössere Liga verkaufen. Und es ist unsere Aufgabe, sie darauf vorzubereiten. Was denken Sie, was Fabian Rieder erwartet, wenn er nach Rennes wechselt, wenn Ulisses Garcia nach Marseille geht? Heisst es bei der Begrüssung, dass keine Titel erwartet werden?»

Wicky ist kein Coach, bei dem es immer schneller, immer höher gehen muss

An den Ur-Ansprüchen der Ära Spycher hat sich nichts geändert: «Dass wir ein Team haben, das begeistert, dass wir europäisch vertreten und eine gute Adresse für junge Spieler sind» – so formulierte er es 2019. Deshalb ist die offene Situation mit Wicky ein Indiz dafür, dass die YB-Führung mindestens einen ewigen Anspruch nicht erfüllt sieht. Oder dass die Meinungen zwischen Chefs und Trainer auseinandergehen: wie sehr die Ansprüche erfüllt sind; oder ganz generell.

Wie sagte Wicky 2019 in der «NZZ am Sonntag»: «Schauen Sie einmal in die Gesichter von Trainern, die Augenringe und wie bleich die Leute teilweise sind.» Und: «Das Business ist schön, aber auf einem gewissen Niveau ist der Druck brutal. Wenn du in einer Phase bist, in der du realisierst, dass du eigentlich von Spiel zu Spiel lebst und vielleicht entlassen wirst – wenn dich das nicht trifft, bist du sehr abgezockt.»

Die sehr hohen Erwartungen der YB-Führung oder von Bergens Frage: «Wie lebst du das jeden Tag?» – diese Anspruchshaltung spürt bestimmt auch Wicky. Und dass es überall gern etwas mehr sein darf. Ein Tor mehr, ein junger Spieler mehr, einen Funken Mut mehr.

Wicky weiss anscheinend damit umzugehen. Mit einer Ausnahme zu Beginn seiner Amtszeit (Out in den Conference-League-Play-offs) bestand sein Team in jeder wegweisenden Partie. Aber womöglich findet Wicky, die Realität käme auch mit etwas weniger Pushen und etwas mehr Wohlfühloase zurecht. 2019 sagte er: «Ich denke nicht, dass ich mehr hätte schreien sollen, von lauten Pausenansprachen halte ich erst recht wenig.»

Im Gegensatz zu Spielern und anderen Trainern ist Wicky kein Coach, der partout auf eine grössere Aufgabe vorbereitet sein muss. Bei ihm braucht es nicht immer schneller zu gehen, immer höher, immer in eine stärkere europäische Liga. Er spielte und trainierte schon im Ausland, und es ist anzunehmen, dass er dereinst auch gern wieder in den USA arbeiten würde; er ist mit einer Amerikanerin verheiratet und in Übersee gut vernetzt. John Thorrington, der Sportdirektor des neuen GC-Besitzers Los Angeles FC, hat Wicky in der NZZ als «guten Freund» bezeichnet.

Spycher sagt: «Die Beziehung des Trainers mit der heutigen Spielergeneration erfordert sehr viel Energie»

Auch der YB-Chef Spycher hat kein pures Karrierestreben. Er hatte schon die Gelegenheit, als Funktionär in die Bundesliga zu wechseln, blieb aber in Bern, in seiner Oase, die keine Wohlfühloase sein soll. Es gibt Punkte, in denen YB und Wicky gut zusammenpassen würden, doch Spycher sagt auch: «Ich glaube, die Zeit ist vorbei, in der ein Trainer 25 Jahre am selben Ort ist. Die Beziehung des Trainers mit der heutigen Spielergeneration ist extrem intensiv und erfordert sehr viel Energie. Deshalb finde ich es legitim, wenn man in einer offenen Kommunikation sagt: Beide Seiten überlegen es sich gut und lassen sich nicht stressen, ob man den Weg gemeinsam weitergeht oder nicht.»

Damit sagt er nichts über den Verhandlungsstatus mit Wicky, aber: Wenn YB überzeugt wäre von irgendetwas, vom Anfang oder vom Ende der Zusammenarbeit mit Wicky, wäre es längst kommuniziert. Spycher sagt: «Das ist so. Es ist noch keine Entscheidung gefallen.»

Sie überlegen es sich gut, beide Seiten.


https://www.nzz.ch/sport/fussball/der-y ... ld.1777104

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) Raphael Wicky
 Beitrag Verfasst: Montag 12. Februar 2024, 22:18 
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Deutscher Traditionsclub will Wicky – jetzt spricht YB Klartext

Der Hamburger SV hat am Montag Trainer Tim Walter entlassen. Nun soll YB-Coach Raphael Wicky im Gespräch sein.

Darum gehts

- Der Hamburger SV sucht einen neuen Trainer.
- Denn Tim Walter ist seinen Job los.
- Raphael Wicky soll im Gespräch sein, doch die Young Boys dementieren.

Der Hamburger SV hat sich nach gut zweieinhalb Jahren von Trainer Tim Walter getrennt. Das gab der Tabellendritte der 2. Fussball-Bundesliga am Montag bekannt. Vorerst übernimmt Co-Trainer Merlin Polzin.

Der sechsmalige deutsche Meister scheiterte bereits fünfmal beim Versuch, endlich wieder in die erste Liga aufzusteigen. Nach der sportlichen Fehlentwicklung der vergangenen Monate sieht die HSV-Führung die Gefahr, das grosse Ziel auch in dieser Saison zu verfehlen. Das wurde dem 48-jährigen Walter zum Verhängnis.

Das sagen die Young Boys

So läuft derzeit die Suche nach einem Nachfolger. Als Topfavorit auf den Posten gilt Ex-Köln-Trainer Steffen Baumgart, aber auch Urs Fischer und Raphael Wicky sollen laut NDR, Eurosport und auch RP Online im Gespräch sein. Fischer ist seit seinem Abschied bei Union Berlin ohne Verein. Der Vertrag von Wicky läuft bei Schweizer Meister YB im Sommer aus.

Auf Anfrage von 20 Minuten dementieren die Berner jedoch den baldigen Verlust ihres Trainers. Mediensprecher Albert Staudenmann sagt: «Wir stehen vor wichtigen Spielen. Für uns ist klar, dass wir diese mit Raphael Wicky bestreiten. Zu Gerüchten nehmen wir keine Stellung.»

Wicky hat eine lange Hamburger Vergangenheit. Der Schweizer kickte zwischen 2002 und 2007 für den HSV. Er bestritt 164 Spiele, schoss sechs Tore und bereitete fünf Treffer vor. Die Young Boys stehen derzeit mit Wicky als Trainer auf Platz eins in der Super League, am Donnerstag trifft YB in den Europa-League-Playoffs auf Sporting (ab 18.45 Uhr live bei uns im Ticker).


https://www.20min.ch/story/hamburger-sv ... -103041339

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