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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Samstag 10. Juli 2021, 00:00 
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09.07.2021

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Halb Gelb, halb Schwarz

So sieht das neue Trikot der Young Boys aus

Ähnlich wie in der Saison 2002/03: Die Farbe Schwarz findet wieder mehr Verwendung beim Schweizer Meister.

Auf den sozialen Medien startete der Berner Sportclub Young Boys vor drei Tagen einen Countdown mit der Frage: «Bisch parat?» Dazu postete er ein Bild: die eine Hälfte schwarz, die andere gelb. In der Mitte prangert das Datum 09.07.2021.

Der Club blieb bis am Freitagmittag um Zwölf geheimnisvoll. Wie die meisten Fans richtig vermuteten, wurde pünktlich um Mittag das neue Trikot präsentiert. «Üsi Farbe si Gäub u Schwarz», lautet der Titel des Videos, das über die sozialen Medien gestreut wird. Das Motto wurde im Heimdress allerdings nur bedingt umgesetzt: Denn eigentlich ist das Oberteil eher schwarz-gelb denn gelb-schwarz.

Auswärts in weiss

Ein Blick in den YB-Fanshop zeigt, dass das Ausweichtrikot in weiss gehalten wird, die Ärmel in einem grau-blauen Fingerabdruck-Look. Einen solchen Fingerabdruck tragen kommende Saison auch die Torhüter auf der Brust, entweder in orange oder blau.

Die ersten Eindrücke aus den Reihen der YB-Fans sind tendenziell positiv: Die am meisten genannte Kritik betrifft die Reihenfolge der Farben – Schwarz-Gelb statt Gelb-Schwarz – oder dass das Oberteil nicht ganz symmetrisch gestaltet ist.


https://www.bernerzeitung.ch/so-sieht-d ... 4776218139

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 14. Juli 2021, 18:15 
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YB: So will YB den fünften Titel in Serie holen

Auch unter dem neuen Trainer David Wagner ist der Meistertitel das Saisonziel von YB. Der Deutsche zieht heute eine erste Bilanz der Vorbereitung.

Das Wichtigste in Kürze

- David Wagner sieht kein Problem in den fehlenden Kenntnissen über die Super League.
- Der neue Trainer verlässt sich auf seinen Staff – und konzentriert sich jetzt auf Slovan.

Viermal in Serie hat YB zuletzt den Meistertitel eingefahren. Das Ziel für die kommende Saison ist klar: Titel Nummer fünf soll her. Das bestätigt auch Sportchef Christoph Spycher (43) am Medientermin von heute Mittwoch.

Doch der YB-Macher sagt auch: «Wir sind uns bewusst, dass wir mehr leisten müssen. Die Konkurrenz schläft ja bekanntlich nicht.» Zudem will man auch im Schweizer Cup weiterkommen als in der Vorsaison. Dort scheiterte man im Achtelfinal mit 1:4 am FCSG.

Zufrieden ist Spycher mit den Zuzügen von Wilfried Kanga und Alexandre Jankewitz. Die beiden Spieler bezeichnet er als «ideale Kader-Ergänzungen». Beide sollen behutsam an die Mannschaft herangeführt werden.

Noch ist offen, ob es zu weiteren Abgängen kommt. «Das Transferfenster ist noch einige Wochen offen, mehrere Spieler haben auf sich aufmerksam gemacht.» Ob beispielsweise Christian Fassnacht oder Michel Aebischer nach vier Titeln bei YB bleiben?

Entsprechende Angebote werde man prüfen. Allerdings sei klar, dass man keine wichtige Spieler wenige Tage vor wichtigen Spielen abgeben werde.

Trainer Wagner ist froh, hat sich bei YB keiner verletzt

Trainer David Wagner (49) zieht nach den ersten Wochen Bilanz. «Richtig zufrieden bin ich eigentlich nie. Aber mit der Gesamtsituation bin ich ziemlich glücklich, auch weil sich keiner ernsthaft verletzt hat.»

A propos Verletzungen: Die beiden Teamleder Fabian Lustenberger und Jean-Pierre Nsame haben ihre Operationen gut überstanden. Allerdings ist nach den Rissen der Achillessehne erst im neuen Jahr wieder mit ihnen zu rechnen.

Ist es für den neuen Trainer ein Problem, dass er die Super League noch nicht kennt? David Wagner verlässt sich da auf seinen Staff. «Mein Trainer-Team ist ja gut verankert hier. Aber jetzt steht sowieso erst das Spiel gegen Slovan Bratislava im Fokus.»

Auf die Slowaken trifft YB am nächsten Mittwoch (20.30 Uhr) im Hinspiel zur Champions League auswärts in Bratislava. Am darauffolgenden Samstag um 18 Uhr startet der Meister in Luzern in die neue Saison.


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-so ... n-65963422

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 14. Juli 2021, 22:28 
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«Es kann sein, dass uns noch Spieler verlassen»

Die Young Boys wollen zum fünften Mal Schweizer Meister werden. Der Kader steht, doch Sportchef Spycher schliesst Abgänge nicht aus.

Darum gehts

- YB hat am Mittwoch ihre Ziele für die Saison bekanntgegeben.

- International möchte man in eine Gruppenphase, am liebsten in der Champions League.

- National geht es um den Schweizer Meistertitel.

- Sportchef Spycher schliesst Abgänge vor der Saison nicht aus.

Slovan Bratislava – so heisst die erste Hürde auf dem Weg in die Champions League für den Schweizer Meister YB. Am nächsten Mittwoch trifft das Team von Neu-Trainer David Wagner auf den slowakischen Meister. Keine einfache Aufgabe, wie der Trainer am Mittwoch gegenüber 20 Minuten sagt: «Es ist wahrscheinlich einer der schwersten Gegner, die wir in dieser Phase bekommen konnten.» Für den Deutschen ist wichtig, dass sein Team den eigenen Fussball umsetzen kann und sich nicht auf den Gegner einstellen muss.

Ob Christian Fassnacht beim Spiel gegen Bratislava mitwirkt, ist noch unklar. Möglicherweise wird der 27-Jährige noch in die Bundesliga zu Mainz wechseln. Sportchef Christoph Spycher mochte nicht auf einzelne Personalien eingehen: «Es ist klar, dass der eine oder andere Spieler in den letzten Jahren sich ins Notizbuch von anderen Clubs gespielt hat. Aber klar ist auch, man muss unsere Ablöseforderung erfüllen, damit es zu einem Transfer kommt.» Spycher ergänzt: «Wir wissen, dass wir Spieler ausbilden für Topligen. Es ist auch bei uns möglich, dass der eine oder andere Spieler den Club noch verlässt.»

«Titelverteidigung das grosse Ziel»

Trainer Wagner freut sich zumindest auf die Rückkehr von Fassnacht: «Er ist ab Freitag wieder im Training. Wir haben auch schon miteinander geschrieben und telefoniert.» Auf die letzten vier Wochen mit der Mannschaft angesprochen meint Wagner: «Wir sind die ersten Schritte gegangen, die waren gut und wir freuen uns auf das erste Spiel.» Er hält aber auch fest: «Der Prozess ist angestossen, aber es hört ja nicht mit der Vorbereitung auf, sondern wird noch einige Monate andauern.

Das Ziel von YB in dieser Saison ist klar definiert. «Wir wollen in eine europäische Gruppenphase, am liebsten in die beste. Wir sind uns aber bewusst, dass es ein hartes Stück Arbeit wird», so Spycher. In der Meisterschaft ist für Spycher die Zielsetzung als vierfacher Meister in Folge ebenfalls klar. «Titelverteidigung ist das grosse Ziel, aber auch das gehen wir mit einer gewissen Demut an. Wir wissen, durch Ankündigung ist noch niemand Meister geworden.»

Gefärbte Haare für Goalie von Ballmoos?

Auch Goalie David von Ballmoos, der erst im Mai seinen Vertrag verlängert hat, gibt dasselbe Ziel aus. «Ich will wieder Meister werden. Die Rekorde, die wir letzte Saison gebrochen haben, gilt es auch wieder zu verfolgen, aber es wird sicherlich nicht einfacher.» Für den Goalie ist es ein Traum in der Champions League aufzulaufen. Färbt er sich bei einer erfolgreichen Quali gar die Haare blond? Mit einem Lächeln antwortet er: «Mal schauen, zuerst mal spielen und die Leistung bringen. Was dann am Schluss rausschaut, werden wir sehen.»

Aussenverteidiger Silvan Hefti will die Qualität der Mannschaft wieder auf den Platz bringen. «Wir wollen uns so gut wie möglich verkaufen, national wie international.» Er würde auch sehr gerne mal in der Königsklasse auftreten. Er sagt: «Logisch würde ich gerne in der Champions League spielen, aber der Weg ist lang. Wir müssen uns jetzt auf Bratislava fokussieren.»

Auch der junge Felix Mambimbi gibt am Mittwoch Auskunft. Im Gespräch mit 20 Minuten vergleicht er auch die Arbeit zwischen Gerry Seoane und Neu-Trainer David Wagner: «Es sind zwei unterschiedliche Trainer. Sie haben nicht die gleiche Idee in einigen Dingen. Es ist schön, mit zwei verschiedenen Trainern zu arbeiten.» Einen grossen Konkurrenten im Kampf um den Meistertitel kann, respektive will er nicht nennen. «Ich fokussiere mich auf uns. Das ist das Wichtigste.» Übrigens: Viel hätte nicht gefehlt und die Fussballschweiz hätte einen blonden Felix Mambimbi gesehen. Der Stürmer der U-21 hätte sich bei einem Sieg der Nati an der Europameisterschaft die Haare wohl blond gefärbt.


https://www.20min.ch/story/es-kann-sein ... 5948296922

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 14. Juli 2021, 22:34 
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14.07.2021

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Der neue YB-Trainer verspricht jede Menge Power

Das ist der Wagner-Plan für Titel Nummer fünf

David Wagner (49) soll bei YB die Meister-Serie fortsetzen. Der Ex-Schalke-Coach erachtet den grossen Erwartungsdruck als Ansporn – und er freut sich auch persönlich auf das Leben in Bern.

Die ersten Wochen in Gelbschwarz scheinen schon abgefärbt zu haben: David Wagner eröffnet die Saisonvorschau-Medienkonferenz im Wankdorf lachend mit einem «Sali». Der Deutsch-Amerikaner tastet sich so langsam ans «Bärndütsch» heran. Überhaupt hat es ihm die Region rund um seinen neuen Arbeitsplatz sehr angetan. «Was ich bis jetzt zu sehen bekommen habe, war wunderschön», sagt der 49-Jährige.

Da wäre etwa das idyllische Gstaad, wo YB das Trainingslager absolviert – und die fussballerischen Grundlagen unter dem neuen Coach mitbekommen hat. Zufrieden sei er mit der bisherigen Vorbereitung nicht, betont Wagner. Das habe aber in erster Linie damit zu tun, dass dieses Adjektiv in seinem Wortschatz gar nicht vorkomme – «denn zufrieden bin ich eigentlich nie». Vielmehr sei er «einverstanden» damit, was die Mannschaft bislang gezeigt habe: «Ich habe ein Team vorgefunden, das sehr offen für Neuerungen ist, das lernwillig und motiviert ist. Es macht wahnsinnig Spass, hier zu arbeiten.»

Er kennt Druck – von seiner Schalke-Zeit

Dass von ihm direkt der nächste YB-Meistertitel – der fünfte in Folge für den Klub – erwartet wird, findet er «vollkommen in Ordnung». Wohl auch, weil er sich solche Drucksituationen aus der Vergangenheit schlicht gewohnt ist. Ob in Huddersfield, wo er drei erfolgreiche, aber auch intensive Jahre mit Auf- und Abstiegskampf erlebte. Oder auf Schalke, wo er nach bärenstarkem Start den riesigen Bundesliga-Druck hautnah zu spüren bekommen hat, als der Absturz der Königsblauen seine Anfänge nahm.

Zur YB-Ausgangslage meint Wagner: «Wir alle hier sind sehr ambitioniert, wir wissen auch aber auch, dass mit Reden alleine nix passiert. Es wartet harte Arbeit auf uns.» Auch Sportchef Christoph Spycher sagt hierzu: «Um erneut den Titel zu holen, müssen wir noch mehr leisten als in den letzten Jahren.» Mit Wagner sei YB aber «auf einem guten Weg», die Saison erfolgreich zu starten.

Doch was ändert sich konkret unter dem Mann, der ein enges Verhältnis zu Liverpool-Trainer Jürgen Klopp pflegt («Wir hören uns in der Regel wöchentlich») und gar dessen Trauzeuge war? Spycher erklärt, der YB-Auftritt unter Wagner sei «offensiv ausgerichtet» und werde geprägt sein «von Speed, schneller Ballzirkulation, Zweikampfhärte und hoher Intensität».

Wagner selbst ergänzt: «Wir wollen Aggressivität ausstrahlen. Und wir wollen an jenen Punkt kommen, an dem wir sagen können: Wir konzentrieren uns nur auf unser Spiel, egal wer uns gegenübersteht.»

Geht Nati-Star Fassnacht noch?

Dass sich in personeller Hinsicht noch einiges tun könnte – gerade EM-Fahrer Christian Fassnacht hat sich in den Fokus gespielt –, dessen sind sich in Bern alle bewusst. Spycher rechnet mit «noch mehr Bewegung auf dem Transfermarkt» in den nächsten Wochen.

Er deutet aber auch an, in solch einem Fall gerüstet zu sein, um selbst zuschlagen zu können. Mit dem jüngsten Neuzugang, Alexandere Jankewitz (von Southampton), habe man sich im zentralen Mittelfeld ebenfalls schon mehr Möglichkeiten verschafft.

Wie schnell es bei den verletzten Leistungsträgern Jean-Pierre Nsame und Fabian Lustenberger vorwärtsgeht, bleibt abzuwarten. Die YB-Bosse rechnen 2021 aber nicht mehr mit ihnen – «zumindest nicht fix», wie Spycher sagt.

Fix wird für Wagner dafür nächsten Monat seine neue Bleibe. «Dann kann ich meine Unterkunft beziehen – und zwar in Wabern», meint er. Und dass er sich geografisch auch schon ein wenig auskennt, beweist seine Antwort auf die Frage, ob sich der passionierte Skifahrer schon einen Ausflugsort für den Winter ausgeguckt habe. Schmunzelnd sagt er: «Ich habe schon gehört, dass man eine Stunde von Bern entfernt gute Skigebiete erreichen kann.»


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 76946.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 14. Juli 2021, 23:11 
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Pressekonferenz und Interviews

Sportchef Christoph Spycher und Trainer David Wagner stellten sich eine Woche vor dem Start zur neuen Saison den Fragen der Journalisten und Journalistinnen.

Zudem standen Vincent Sierro, Felix Mambimbi und Silvan Hefti bei YB-TV für Interviews zur Verfügung.




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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 15. Juli 2021, 08:39 
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15.07.2021

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Trotz schäumender Euro-Party: In der Super League ist der Weg zurück ins Fussballstadion steinig

Bereits am übernächsten Wochenende startet der Schweizer Klubfussball in die Saison 2021/22. Die Corona-Lockerungen lassen wieder Publikum in den Stadien zu. Doch die zu überwindenden Hindernisse sind hoch. Westschweizer Klubs nutzen die Gunst der Corona-Stunde dazu, vorderhand die Sektoren der Gästefans zu schliessen.

Noch frisch sind die EM-Bilder aus dem gut gefüllten Wembley-Stadion. Jubelnde oder im Tränenmeer versinkende Personen, die meisten ohne Maske, halbnackt, feiernd, bemalt, leidend, singend, schreiend, sich umarmend. Als wäre alles wie früher. Nähe, Enthemmung, Freizügigkeit, noch und noch. So war es an der EM, so soll es in den nationalen Ligen weitergehen.

Am übernächsten Wochenende startet die Schweizer Super League in die Saison 2021/22. Alles scheint aufgegleist. Geimpft, getestet oder genesen – und alle dürfen wieder physisch an den Fussballmatch. Wie in früheren Zeiten. Vergessen sind die abgeriegelten Stadien und die 1000 Geisterspiele. Was während der schäumenden EM-Wochen mit gut bevölkerten Arenen und erheblichem Organisationsaufwand war, kann auch in der Schweiz sein. Und schon ist das Dekor der Super League wieder dasjenige von früher. Zumindest in vielen Köpfen, in der Phantasie.

Wenn alles nur so einfach wäre. Ist es aber nicht. Bei weitem nicht.

Als nicht verhandelbar gilt das Covid-Zertifikat, ohne das es keinen Zutritt in die Schweizer Fussballstadien geben wird. Da zunächst einmal davon auszugehen ist, dass ein beträchtlicher Teil des Fussballpublikums nicht geimpft ist, stellt sich die Frage nach dem Umfang von Testmöglichkeiten. Vor Zürcher Vergnügungslokalitäten wiesen jüngst 70 Prozent einen Test vor. Im Fussball mit älterer Klientel dürfte der Anteil geringer sein, aber er bleibt hoch.

Vor dem Spiel testen – aber wo?

Während der Servette FC vor dem Stadion Corona-Tests anbieten wird, winken zum Beispiel der FC Lausanne-Sport und der FC Sion ab. In beiden Vereinen wird auf Testzentren in der Nähe der Arenen verwiesen. Vor dem Stade de Genève kann man sich am Matchtag testen lassen, aber nur im Zeitfenster zwischen vier und sechs Stunden vor Spielbeginn. Wer mit mehr Publikum rechnet als Lausanne, Sitten oder auch GC, wer sich in Bern, Basel und St. Gallen Gedanken über Testmöglichkeiten macht, stösst an (Kapazitäts-)Grenzen. Der logistische Aufwand ist enorm, zumal nur schwer abzuschätzen ist, wie viele Personen vor den Spielen getestet werden wollen. YB hat 17 000 Saisonkarten abgesetzt und kann vor dem Stade de Suisse nicht Tausende testen lassen.

Der Rahmen der Spiele nähert sich wieder der Normalität an, weil in den Stadien keine Maske mehr getragen werden muss und auf das ganze Gastronomieangebot zurückgegriffen werden kann. Aber einige Personen werden den Stadien weiterhin fernbleiben. Die Schätzungen differieren, sind aber nicht euphorisch. Ferienzeit, Corona-Vorsicht, Impfskepsis und Testunlust werden auf den Publikumszuspruch durchschlagen, zumal sich die Kontrollen beim Stadioneingang verdreifachen. Geprüft werden das Covid-Zertifikat, ein Identitätsausweis und das Billett. Das soll in zwei Stufen vonstattengehen, wird mehr Zeit und Geduld beanspruchen und die Kosten hochtreiben.

Ein Feldversuch am Montreux Jazz Festival offenbarte Problemzonen. Derweil der Corona-Schnelltest vor dem Konzert ohne Hindernis über die Bühne gegangen war, stieg im Eingangsbereich schnell die Temperatur. Dreistufige Kontrollen sind fehleranfällig und bedingen Geduld. Hier hat ein Kommunikationsgerät keinen Strom mehr, dort kann das Zertifikat nicht elektronisch verifiziert werden. Und in 15 Minuten beginnt das Konzert. Doch während das Konzert wegen des Staus beim Eingang kurzerhand um 20 Minuten nach hinten verschoben werden kann, wird Luzern - YB am 24. Juli pünktlich um 18 Uhr angepfiffen.

Wie zum Beispiel Fankurven auf den Kontrollreigen reagieren, bleibt offen. Bis jetzt haben sie sich noch nicht vernehmen lassen. Im FC Luzern werden etwa «verhalten positive Zeichen aus der Kurve wahrgenommen», wie der Sprecher des Klubs verlauten lässt. Doch viele halten sich bedeckt. Noch liegt viel Nebel. Fest steht einzig, dass die Mitglieder der Kurven nicht im Vollbestand in den Stadien zugegen sein werden.

In Sitten und in Lausanne wird zumindest eine Kurve gänzlich fehlen. Beide Klubs haben beschlossen, den Gästesektor vorderhand gleich zu schliessen, weil der sonstige «Zusatzaufwand» zu gross sei, wie es etwa in Lausanne heisst. Beide Klubs setzen zudem künftig auf personalisierte Tickets. Da werden Massnahmen durchgesetzt, die die Verantwortlichen schon lange im Kopf wälzten. Jetzt, mit Corona, wird ohne Verzug implementiert. Corona macht vieles möglich. Corona beschleunigt, einem Deckmantel gleich, umstrittene Massnahmen.

Wer sich mit Frédéric Favre, mit dem für die Sicherheit und den Sport zuständigen Walliser Staatsrat (fdp.), unterhält, merkt schnell, wie deutlich Linien gezogen werden. Im Hinterkopf präsent sind immer noch die Ausschreitungen beim abgebrochenen Super-League-Spiel zwischen dem FC Sion und GC im März 2019. «Wir haben unglaubliche Dinge gesehen, auch in anderen Stadien», sagt Favre, «mit den personalisierten Tickets weiss der Veranstalter, wer wo sitzt. Da nimmt für einige Leute die Lust ab, sich im Stadion ungebührlich aufzuführen.»

Rigide Westschweizer Klubs

Der FC Sion betont, Gästefans seien immer noch willkommen. Aber sie müssen ein Tribünenticket erwerben. Doch wie viele sind bereit, das zu tun? Und vor allem: Was passiert, wenn sich die aus ihrem Sektor verbannte Fangruppe auf der Haupttribüne versammelt, Fackeln und Petarden inklusive? Fragen über Fragen. Corona-Zeit. Kontrollzeit. Doch in diesem Bereich ist die Romandie rigider als die Deutschschweiz, wo die Gästesektoren offen bleiben sollen. Der Servette FC hat noch nicht entschieden, ob der Gästeblock geschlossen wird, verzichtet aber zumindest auf personalisierte Tickets.


Der Weg zurück zum gefüllten Stadion ist lang, dornig, teuer, riskant und möglicherweise verlustreich. Der Schweizer Fussball ist vielerorts nicht gesegnet mit überquellendem Publikumszuspruch. Da ist Vorsicht geboten. In jeder Hinsicht, weil neu Abwesende nicht einfach durch neu Anwesende ersetzt werden können. In einem gemeinsamen Communiqué schreiben der FC Sion, die Stadt Sitten und der Kanton Wallis, dass die Massnahmen die Sicherheit im Stadion erhöhen würden und Voraussetzung dafür seien, dass «das Publikum zahlreicher ins Stadion zurückkehren wird».

Letztgenanntes bleibt bis auf weiteres Wunschdenken.


https://www.nzz.ch/sport/super-league-w ... 8#register

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 15. Juli 2021, 12:47 
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Vor dem Saisonauftakt

Wie formuliert YB das Meisterziel immer wieder neu?

Die Young Boys müssen wieder Meister werden. Auf dem Weg zum fünften Titel in Serie gilt es für sie auch, der eigenen Genügsamkeit Herr zu werden.

Es gab eine Zeit, in der man auf das Saisonziel der Young Boys noch so richtig gespannt sein konnte. Es war im Sommer 2017, als YB zuletzt nicht als Meister in eine Spielzeit stieg: Der Branchenprimus hiess damals noch FC Basel, in den Sommermonaten klangen aus Bern traditionell bescheidene Voten an. Christoph Spycher etwa sagte: «Wir beobachten die Konkurrenz und sehen, was sie zulässt.»

Heute ist eine andere Zeit. Vier Meistertitel später ist Spycher noch immer YB-Sportchef, aber der Club agiert aus der Warte des Seriensiegers und kennt vor der Saison vor allem auch Gefahr durch die eigene Genügsamkeit. Es gilt, den Titel jedes Jahr aufs Neue wieder als Ziel zu formulieren – in möglichst wettbewerbsverträglicher und motivierender Art. «Eine Saison wie die letzte wird es ganz bestimmt nicht wieder geben», sagt Spycher. Es ist keine allzu kühne These, 31 Punkte Vorsprung sind ein Meilenstein, wie ihn die Young Boys kaum noch einmal setzen dürften. Auch wenn sie bereits 2019 auf eine Spielzeit der Superlative reagierten, nach 20 Punkten immerhin 8 Zähler zwischen sich und die Konkurrenz brachten.

Und diesmal?

Diesmal hat ebendiese Konkurrenz deutlicher aufgerüstet als auch schon, gerade der FCB könnte nach der Verpflichtung von internationalen Jungtalenten wie Stürmer Sebastiano Esposito offensiv wieder mehr Schlagkraft haben. Und diesmal steigt YB erstmals seit drei Jahren mit einem neuen Trainer in die Saison. David Wagner hat nach seinen ersten vier Wochen in Bern nichts Negatives zu berichten. Er zeigt sich konsequent «einverstanden mit dem, was ich gesehen habe» – zufrieden, so wiederholt er am Tag der YB-Saisoneröffnungspressekonferenz in diversen Interviews, zufrieden sei ein schwieriges Wort, «so richtig zufrieden bin ich nie».

Es ist ein Ton, den die Young Boys bewusst anschlagen. Ihnen ist klar, dass die Serie, die sie am Laufen haben, immer schwieriger fortzusetzen ist. «Das, was hier zuletzt geleistet wurde», sagte Wagner schon im Trainingslager, «wird in der kommenden Saison vielleicht nicht mehr reichen.» Der 49-jährige Deutsche betonte es auch am Mittwoch noch einmal.

Die Gruppenphase als Ziel – aber welche?

Er weiss, dass der Start in der im europäischen Vergleich früh eröffneten Super League traditionell ein heikler ist. Am Mittwoch bereits wartet auf YB das erste Wettbewerbsspiel der Saison, die Weichen für eine ganze Europacup-Saison werden gestellt, während die Spieler sich noch an den Wettkampfrhythmus gewöhnen. In Bratislava geht es gegen den slowakischen Meister Slovan, das Rückspiel findet eine Woche später in Bern statt. Der Sieger aus den gemäss revidierten Uefa-Bestimmungen ohne Auswärtstore-Regel geführten Vergleich darf die dritte Qualifikationsrunde zur Champions League bestreiten, der Verlierer fährt auf gleicher Ebene in der Europa League fort. «Eine Gruppenphase ist auf jeden Fall das Ziel von uns», äussert sich Spycher vorsichtig.

Für ihn fängt die heikle Phase der Transferzeit jetzt erst an. Nach der EM und mit Trainingsbeginn in den grossen Ligen kommt das Geschehen auf dem Markt langsam in Gang. Das YB-Kader steht – der Schweizer Mittelfeldspieler Alexandre Jankewitz war Anfang Woche nach dem französischen Stürmer Wilfried Kanga der zweite Zugang – es könnte aber mit Abgängen noch unfreiwillige Lücken erhalten.

Fassnacht wird Ende Woche zurückerwartet

Jüngste Gerüchte betreffen Flügelspieler Christian Fassnacht, der nach dem erfolgreichen Turnier mit der Schweiz noch bis Ende Woche Ferien geniesst und gegen Bratislava schon zum Kader zählen könnte. Für ihn soll sich der Bundesligist aus der Fasnachts-Stadt Mainz interessieren, bei dem der Walliser Sportchef Martin Schmidt jüngst auch Silvan Widmer vom FC Basel verpflichtete. «Wir freuen uns, Christian nach seinen Ferien willkommen zu heissen», sagt Spycher dazu.

In der Meisterschaft geht es für YB am Samstag in einer Woche mit dem Spiel beim FC Luzern los, das erste Heimspiel in der Liga findet am 31. Juli gegen GC statt. 97 Prozent aller Dauerkarten wurden auf die neue Saison hin erneuert, 17’500 sind es jetzt. Diese Inhaberinnen und etwa 5000 weitere Zuschauer wollen die Young Boys zu den ersten Heimspielen ins Wankdorfstadion lassen – geimpft, getestet oder von Corona genesen. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren entfällt diese Nachweispflicht. Der Eintritt zur Heimspielpremiere im Europacup am übernächsten Mittwoch gegen Slovan wird den Fans mit Dauerkarte von YB geschenkt.


https://www.bernerzeitung.ch/wie-formul ... 5774268182

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Freitag 16. Juli 2021, 00:58 
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Die KPT wird neue Partnerin des BSC YB

Die Berner Krankenkasse KPT unterstützt den BSC YB ab der kommenden Saison als neue Premium Partnerin.

Der BSC YB freut sich sehr, ab der Saison 2021/2022 die Berner Krankenkasse KPT als neue Premium Partnerin an seiner Seite zu haben. Die KPT bietet insbesondere der Nachwuchsabteilung Youth Base ein wertvolles Plus an Unterstützung und fördert zudem weitere Aktivitäten des BSC YB. Mit einem 4-Jahresvertrag untermauern die beiden Partner ihre langfristig ausgelegte Zusammenarbeit in diesen Bereichen.

Der BSC YB ist stolz, die Krankenkasse KPT als starke Premium Partnerin begrüssen zu dürfen: «Viele Bernerinnen und Berner haben ihren Stammplatz sowohl bei YB im Stadion Wankdorf als auch als Versicherte bei der KPT. Die Partnerschaft öffnet beiden Unternehmen zusätzliche Türen und garantiert eine spannende Kooperation», freut sich YB-CEO Wanja Greuel. Für KPT-CEO Reto Egloff stehen die Förderung des Nachwuchses und das Engagement für den (Sport-)Standort Bern im Zentrum der Zusammenarbeit: «Der BSC YB blickt wie die KPT auf eine langjährige Erfolgsgeschichte zurück. Wir teilen Werte wie Pioniergeist, Herzblut und viel Leidenschaft für den Sport».

Die KPT und der BSC YB freuen sich auf den baldigen Start der Fussball-Saison 2021/2022 und die bevorstehende Zusammenarbeit.

Die KPT in Kürze

Die genossenschaftlich organisierte KPT gehört zu den zehn grössten Krankenversicherern der Schweiz. Sie blickt auf eine über 130-jährige erfolgreiche Unternehmensgeschichte zurück, geprägt von höchster Kundenzufriedenheit und starkem Innovationsgeist. Über 600 Mitarbeitende bieten den rund 400’000 Kundinnen und Kunden ein Plus an persönlicher Beratung und ein Plus an fortschrittlichen Versicherungslösungen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2021/2022
 Beitrag Verfasst: Sonntag 18. Juli 2021, 13:37 
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YB hat bereits 17’000 Saison-Abos verkauft – Spieler freuen sich auf Fans

YB kann sich auf seine treue Anhängerschaft verlassen. Ein Gäste-Sektor-Verbot sieht der Schweizer Meister nicht vor.

Darum gehts

- Die Unterstützung für Meister YB vonseiten der Fans ist gross.

- Bereits 17’000 Saisonabos wurden verkauft.

- Die Spieler sind voller Vorfreude.

Nächste Woche treffen die Berner Young Boys auf Slovan Bratislava. Das erste Pflichtspiel der Saison. Das Hinspiel in der Champions-League-Quali wird in der Slowakei ausgetragen, doch im Rückspiel werden die Spieler des Schweizer Meisters von zahlreichen eigenen Fans angefeuert.

Am Mittwoch veröffentlichte YB eine erfreuliche Statistik. 97 Prozent der letztjährigen Saisonkarteninhaber haben ihr Abo verlängert. Rund 17’000 Plätze sind im Stadion im Meisterschaftsbetrieb also bereits vergeben. Die Spieler sind besonders darüber erfreut. Goalie von Ballmoos sagt: «Wir haben lang genug gewartet auf unsere Fans. Wir freuen uns unheimlich, dass sie wieder zurück sind.» Auch Aussenverteidiger Hefti ist gespannt. «Auf dem Platz war es letzte Saison schön, aber neben dem Feld eher trist. Ich freue mich sehr, dass sich das wieder ändert.»

Alle Spieler geimpft

Der neue Trainer David Wagner ist auch gespannt. «Für jeden, der beim ersten Spiel dabei sein kann, wird es ein sehr spezielles Erlebnis sein. Da freuen wir uns alle drauf.» Sportchef Christoph Spycher: «Es ist etwas, was uns in den letzten Jahren sehr gefehlt hat. Bald wird es wieder so weit sein. Es wird unvergesslich und wir freuen uns sehr darauf.»

Der FC Sion kündigte in dieser Woche an, den Gästeblock vorerst zu sperren und die Tickets personalisiert zu vergeben. Etwas später zog Lausanne-Sport nach. Bei YB ist das bislang noch nicht der Fall, wie der Mediensprecher auf Anfrage sagt. Von der Schweizer Fussballiga heisst es auf Anfrage: «Angesichts dessen, dass es keine Beschränkung der Zuschauerzahl mehr gibt, ist auch kein übergeordnetes Verbot von Gastsektoren mehr vorgesehen. Über die Zulassung von Gästefans entscheidet daher bis auf Weiteres der Heimklub in Absprache mit den Bewilligungsbehörden.»

Egal wie die erste Runde von YB in der Champions-League-Quali verläuft. Auswärtsreisen werden weiterhin ein Thema sein. Reiseschwierigkeiten sollten aber der Vergangenheit angehören, da alle Spieler bereits vor der Saison doppelt geimpft wurden. Einer erfolgsversprechenden europäischen Kampagne steht also nichts mehr im Weg.


https://www.20min.ch/story/yb-hat-berei ... 3967604414

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 20. Juli 2021, 10:29 
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Und wieder ist das Nest gemacht

Nach vier Meistertiteln in Serie geht die Saison für YB am Mittwoch mit einem Dauereinsatz los. Spiele in Europacup und Super League lösen sich alle drei Tage ab. Neu ist der Trainer: David Wagner.

Kein anderer Klub des Schweizer Spitzenfussballs kommt so ruhig und geräuscharm, aber auch erfolgreich voran wie die Young Boys. Vor der am Samstag beginnenden Saison in der Super League spricht man höchstens vom Trainerwechsel.

Im Frühsommer 2018 war eine Zeitlang nicht auszumachen, wer den nach Frankfurt gezogenen Meistermacher Adi Hütter ersetzen könnte. Viele Namen wurden herumgeboten, aber nicht jener des Novizen Gerardo Seoane, den YB schliesslich wählte.

Gewiss, der Luzerner konnte sich damals in ein gemachtes Nest setzen. Das Kader blieb grösstenteils beisammen, er konnte auf dem Guten aufbauen. Mit Seoane lieferten die Berner eine Meisterschaft ab, in der sie die allermeisten Rekorde der Ära der Super League brachen. Rekorde, die vorher Basel innegehabt hatte. Seoane bestand auch in der Saison 2019/20, vor der die Mannschaft einen starken Umbruch erlebt hatte. Und wieder ein Jahr später übergibt er das Nest, wie er es am Anfang vorgefunden hat: gemacht.

Dem neuen Trainer David Wagner wird von vielen, die mit ihm zu tun hatten, eine Stärke attestiert, durch die sich Seoane bekanntermassen auszeichnete: Es verstehe es, mit den Spielern umzugehen, sie als Menschen zu behandeln und nicht nur als Spieler. Obwohl YBs Kader 2020/21 sehr breit und ausgeglichen war, gab es darin keine unzufriedenen Spieler. Es kamen nicht alle gleich oft zum Zug, aber alle wurden gebraucht, kamen zu wichtigen Einsätzen und blieben dank der Spielpraxis in Form.

Wohl höchstens noch Abgänge

Sportchef Christoph Spycher sagte letzte Woche an einer Medienkonferenz, dass er in der internationalen Transferperiode mit Abgängen rechne: «Verschiedene unserer Spieler haben Begehrlichkeiten geweckt.» Aber bei YB geht man in den nunmehr fast fünf Jahren unter Spychers sportlicher Leitung proaktiv vor. Das heisst, man versucht vorwegzunehmen, was wahrscheinlich passieren wird.

Tatsächlich ist derzeit jeder Mannschaftsteil so breit und auch in der Beschaffenheit gut besetzt, dass Wegzüge (die Geld brächten) vermutlich ohne grossen Substanzverlust verkraftet werden könnten. Allein das Mittelfeldzentrum könnte David Wagner derzeit dreifach besetzten: zum Beispiel mit den Kombinationen Sandro Lauper/Michel Aebischer, Vincent Sierro/Christopher Martins und Alexandre Jankewitz/Fabian Rieder. Auch der Allrounder Marvin Spielmann könnte auf diesen Positionen eingesetzt werden.

Rotationen unabdingbar

Aber David Wagner wird vielleicht um den Hintersten und Letzten froh sein. Zum einen braucht es nicht viel, bis eine Reihe von Spielern verletzt ausfallen. Gerade in der Saison 2019/20, nach dem markanten Umbruch, kamen die Spieler an die Grenze der Belastungsfähigkeit, als zeitweise neun oder zehn Spieler verletzt waren. Wagner wird auch auf viele Kräfte zurückgreifen und in der Aufstellung rotieren, wenn die vielen englischen Wochen keinen Schaden hinterlassen sollen. Wenn sie eine der Gruppenphasen im Europacup erreichen, werden die Young Boys diesen Herbst 14 englische Wochen spielen – 12 im Europacup und je eine in Meisterschaft und Cup. Mit den Kräften gut zu haushalten ist ein Gebot.

Wieder keine Angriffsfläche?

Ganz anders als Basel, die Grasshoppers, Sion und andere haben die Young Boys (Trainer, Sportchef, Spieler, Klub) den offensiven Journalisten in den letzten Jahren nicht den Zipfel einer Gelegenheit gegeben, auf irgendetwas herumzuhacken und Polemiken zu entfachen. Der Motor lief immer. Und immer geräuschlos. Seoane sagte schon in seiner ersten Saison in Bern in einem Interview: Was er in Bern am meisten schätze, sei die Möglichkeit, in aller Ruhe zu arbeiten. Alle Kompetenzen seien definiert, und man arbeite dort miteinander, wo es nötig sei.

Es ist aus jetziger Sicht schwer zu beurteilen, welche Mannschaft den Bernern den fünften Schweizer Meistertitel in Serie verwehren könnte. Klar ist einzig, dass die Konkurrenz die Messer wetzt.


https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 03935.html

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