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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 28. Februar 2018, 13:14 
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YB rüttelt heftig an der Hierarchie

Die Anzeichen mehren sich, dass die Dominanz des FC Basel im Schweizer Klubfussball bröckelt. Das sagt zumindest die Momentaufnahme nach dem einseitigen Cup-Halbfinal zwischen YB und dem Serienmeister.

Allmählich verflüchtigen sich die Geister der letzten Jahrzehnte, die leidvollen Gedanken an die Berner Young Boys, die sich selber im Weg stehen und stets hinterherrennen. Aus Selbstverschulden, weil in der Führung unter dem Dach des Stade de Suisse selbstzerstörerische Kräfte wirkten. Oder weil sie ohne Spielglück waren, als wieder einmal eine Finalissima verloren ging. Oder wegen des Gegners, weil der reiche FC Basel wieder einmal viel besser, robuster, ruhiger geführt und über die ganze Saison vor allem viel stabiler war.

Und jetzt also das, eine Art neue Geschichtsschreibung, Ende Februar 2018, über dreissig Jahre nach dem letzten YB-Cup-Sieg, an einem kalten Abend in Bern mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, an dem sich über 23 500 Zuschauer unter Kapuzen, Mützen und Wolldecken verstecken. YB vermag dem FC Basel eine Lektion zu erteilen, gewinnt kein Tor zu hoch 2:0 und gibt dem Konkurrenten dazu ein paar klare Botschaften mit auf den Heimweg. YB führt die Tabelle der Super League mit elf Punkten Vorsprung an, ist im Cup-Final und im Moment auch sonst ein paar Längen voraus. Wer hätte das noch vor ein paar Wochen gedacht? Wer wäre zu Beginn der Rückrunde auf die Idee gekommen, dass die Möglichkeit der frühzeitigen Entscheidung durch die Liga schwirren würde? Nicht Basel allen anderen entrückt ganz vorne, nein, die Berner.

Nimmt man den in der zweiten Halbzeit erstaunlich einseitigen Cup-Halbfinal zum Nennwert, sind die Kräfteverhältnisse im Schweizer Klubfussball nicht mehr so, wie man sie in den letzten Jahren kannte. Das sagt jedenfalls die Momentaufnahme, das war auch der Mimik und den Worten der beiden Trainer Adi Hütter und Raphael Wicky nach dem Matchende zu entnehmen. Und zwar deutlich.

Sie hatten von allem mehr. Mehr Tempo, mehr Cornerbälle, mehr Torchancen, mehr Tore, mehr Bälle an der gegnerischen Torumrandung.

Die Young Boys haben mehr Offensivkraft und physisch das Volumen, dem FCB dauerhaft Paroli zu bieten. Sie konnten sich sogar den Stürmer Guillaume Hoarau leisten, der zwar mit traumhafter Sicherheit ein Penaltytor erzielte, aber sonst den Eindruck hinterliess, den Fuss eher zurückzuziehen. Sie hatten von allem mehr. Mehr Tempo, mehr Cornerbälle, mehr Torchancen, mehr Tore, mehr Bälle an der gegnerischen Torumrandung.

Der Widersacher hatte dagegen mehr Mühe, rang viel mehr um Contenance und erhielt zu Recht mehr Verwarnungen. Als der Basler Geoffroy Serey Die in der Schlussphase an der Seitenlinie frustriert zulangte, hätte er des Feldes verwiesen werden müssen. Allein die Szene legte die Basler Not offen, sie wurde in der zweiten Halbzeit immer drängender. Niemand hätte vorauszusagen gewagt, wie weit der FCB nicht wie erwartet von Manchester City, sondern plötzlich von einem Schweizer Gegner entfernt sein kann.

Der Dominator der letzten Jahre ist trotz allen nachhaltigen Eindrücken zwar schwer angeschlagen, aber noch nicht geschlagen. Er spielt am Samstag gegen den FC Zürich, versucht nächste Woche in den Champions-League-Achtelfinals nach dem krassen Hinspiel gegen Manchester City (0:4) in England das Gesicht zu wahren, bevor er am übernächsten Wochenende nach Luzern reist.

Gut möglich, dass nun YB ausgerechnet die Bühne St.-Jakob-Park geboten wird.

Die Berner freuen sich ihrerseits auf ihren ersten Final seit 2009, dürfen aber wahrscheinlich nicht mit einem Heimspiel auf ihrem Plastic-Rasen im Stade de Suisse rechnen. Wegen langwieriger Debatten um Sicherheitskosten hat der Schweizerische Fussballverband den Austragungsort des Cup-Finals noch nicht bekanntgegeben. Es ist nicht vorstellbar, dass das Stade de Suisse im Rennen bleibt. Das würde in Zürich nicht goutiert. Gut möglich, dass nun YB ausgerechnet die Bühne St.-Jakob-Park geboten wird.

Verständlich ist, dass sich die frankofon und afrikanisch geprägten Young Boys und vor allem ihr leidgeprüfter Anhang nach jahrzehntelanger Titel-Abstinenz in freudigen Zuständen wiederfinden. Auch am Tag danach, wenn sie merken, dass alles kein Traum ist. Da öffnen sich Ventile, schlagen Emotionen Kapriolen. Zum Beispiel, als spätabends nach dem Match die Medienkonferenz drinnen im Stadion von lauten Fangesängen draussen begleitet und sogar etwas gestört wird.

Das Publikum tut jedoch gut daran, sich mit Häme zurückzuhalten, zumal noch gar nichts gewonnen ist. Auf Teilen der Medientribüne kam man sich am Dienstag bisweilen wie in einem Fansektor vor – inmitten der YB-Administration, des Berner Fussball-Blogs, des YB-Radios, des Stadionfernsehens und sonstiger YB-Aficionados, gut sichtbar mit YB-Mützen und YB-Schals. Lang, sehr lang sind sie halt her, der letzte Meistertitel 1986, der letzte Cup-Sieg 1987. Zahlreiche Personen, die sich am Dienstag im Stadion die Hände rieben, waren damals noch nicht einmal geboren.


https://www.nzz.ch/sport/yb-ruettelt-he ... ld.1361343

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 28. Februar 2018, 13:16 
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«Und der neutrale ­Beobachter fragt sich, wieso Raphael Wicky erklärt hatte, sein neues Kader sei besser als ­jenes im alten Jahr?»

YB führt in der Meisterschaft und hat nun den FC Basel aus dem Cup-Wettbewerb geworfen. Ein Blick in die Medien nach dem 0:2 der Basler in Bern.

YB erreichte am Dienstagabend zum erstem Mal seit 2009 wieder den Cup-Final. Dies ausgerechnet gegen den FC Basel, der sich gegen die Berner auch in der Meisterschaft schwertut - elf Punkte bei einem Spiel weniger beträgt sein Rückstand auf YB.

Insofern sieht «derzeit alles danach aus, dass die Basler Dynastie mit acht Meister­titeln in Serie in eine Saison mündet, in der die Rotblauen gar keinen Titel ­gewinnen werden. Der Cup ist weg», wie es der Tages-Anzeiger nach dem ersten Cup-Halbfinal formuliert (der zweite Halbfinal FCZ - GC heute ab 20.15 Uhr im Live-Ticker bei nzz.ch). Für den Blick ist es sogar «gut möglich», dass der FCB «in der nächsten Saison (…) vom Gejagten zum Jäger wird».

Freilich fallen Begriffe wie «Wachablösung» in den Medien nicht, es wäre übertrieben, aber es wird wohlwollend angemerkt: «Diese Mannschaft der Young Boys, die ist drauf und dran, das Image der Zweifler und Zauderer abzulegen, das diesen Club so viele Jahre begleitet hat» (Tages-Anzeiger). Ähnlich empfindet es die Neue Zürcher Zeitung: «Neben dem Resultat dürfte vor allem die Art und Weise den Bernern noch mehr Auftrieb geben. Die Physiognomie des Spiels war so eindeutig, dass am Ende vor allem ein Gedanke hängenblieb: Es könnte 2018 so weit sein, dass die lange rotblaue Titelserie von einem gelbschwarzen Exploit durchbrochen wird.»

Bereits die Nachrichtenagentur SDA hatte gestern nach dem Match festgestellt: «Wer noch Zweifel hatte, ob sie (die Young Boys) in der Lage sind, Meister zu werden, Titel zu gewinnen, bekam ein deutliches Statement. Sie waren dem Serienmeister Basel in allen Belangen überlegen und scheinen auch individuell eher besser besetzt zu sein als der FC Basel.»

Da stehen Hausaufgaben an, namentlich für den Basler Coach Raphael Wicky: «Zwei Tore hat sein Team im neuen Jahr in fünf Auftritten erzielt. Und der neutrale ­Beobachter fragt sich, wieso er erklärt hatte, sein neues Kader sei besser als ­jenes im alten Jahr?» (Tages-Anzeiger)

Denn: «Am Ende nahm das Spiel für den grossen FC Basel, den Serienmeister und Abonnenten des Cup-Finals, gar demütigende Züge an», wie die NZZ feststellt. Für YB gelte wiederum: Es «konkretisiert sich die Chance auf einen ersehnten Titelgewinn, ganz abgesehen davon, was sich in den nächsten Wochen im Championat ereignen wird» (NZZ).

Die Basler Zeitung bleibt zumindest den Ausgang der Meisterschaft betreffend vorsichtig: Zwar lässt sich nach diesem Spiel «klar sagen: Der BSC Young Boys ist per Ende Februar die Nummer 1 der Schweiz». Aber «das bedeutet nicht, dass er dies auch per Mitte Mai sein muss». «Im Stil des Aussenseiters», titelt die BaZ. Gemeint ist der FC Basel.


https://www.nzz.ch/sport/und-der-neutra ... ld.1361340

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 28. Februar 2018, 13:21 
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Statist statt YB-Schreck!

Rückkehrer Stocker ist auf dem Boden der Realität

Valentin Stocker wurde geholt, um YB das Fürchten zu lehren. Nach dem 0:2 im Cup-Halbfinal ist das Gegenteil der Fall.

Es ist, wie es immer ist, wenn Valentin Stocker das Stade de Suisse besucht: Hass pur! Schon in der Anfangsphase pfeifen in die YB-Fans aus, weil er nach einem Zweikampf mit ausgestreckten Armen liegen bleibt. Als er sich Mitte der ersten Halbzeit nach einem Recontre mit Nuhu an der Seitenlinie fallen lässt, läuft das Fass über. Bei jedem Ballkontakt wird Stocker ausgepfiffen, jeder Ballverlust wird höhnisch beklatscht, jede Aktion kommentiert. Kein Wunder, schliesslich ist der Krienser für die bittersten Pleiten in der YB-Geschichte verantwortlich, die beiden Finalissimas 2008 und 2010 entscheidet der Linksfuss praktisch im Alleingang.

Nun, 8 Jahre später, hat Stocker keinen Stich, setzt nicht einen nennenswerten offensiven Akzent, hat im Duell mit dem überragenden Kevin Mbabu das Nachsehen. «Sie hatten mehr Chancen als wir und haben den Sieg deswegen verdient, wir haben einfach zu wenig kreiert», sagt Stocker nach dem Spiel. Auf die Penaltyszene angesprochen, antwortet der Krienser: «Den kann man geben!» Von einer Vorentscheidung im Meisterrennen will der Ex-Herthaner aber nicht sprechen. «Zum jetzigen Zeitpunkt wollen wir weder nach hinten noch nach vorne schauen!»

Kein Wunder, schliesslich hat YB mit diesem Sieg ein dickes Ausrufezeichen ans Rheinknie geschickt, nach gestern haben die Berner mehr als acht Verlustpunkte Vorsprung auf den FCB, der psychologische Vorteil ist enorm. Schliesslich wurde mit Stocker auch ein Geist aus der Vergangenheit vertrieben.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cup ... 47669.html

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 28. Februar 2018, 13:24 
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es war wunderbarer fussballabend in bern, trotz des eisigen temperaturen! einziger wermutstropfen am gestringen abend, mbabu wird im cupfinal gesperrt sein.


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 28. Februar 2018, 18:29 
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Nati-Legende kritisiert FCB-Trainer

«Wicky hatte Angst vor YB!»

Nach dem Cup-Halbfinal schwärmt Georges Bregy von YB und kritisiert den FCB – allen voran Trainer Raphael Wicky.

Georges Bregy (60) ist eine YB-Legende. Er war einer der Leader der letzten Berner Meistermannschaft von 1986. Ein Jahr später (mittlerweile ohne Bregy) wurde YB Cupsieger – der letzte YB-Titel bis heute.

Bregys Nachfolger scheinen nun gefunden. Beeindruckend, wie konstant YB sich durch die Meisterschaft kombiniert – und den FCB aus dem Cup bugsiert.

Bregy: «YB war in allen Belangen überlegen. Spielerisch und taktisch.» Vom Serienmeister ist Bregy enttäuscht. «Die Basler konnten nur in der eigenen Hälfte spielen, mehr liess YB einfach nicht zu.» Allen voran die Taktik, mit welcher FCB-Trainer Raphael Wicky den Finaleinzug erreichen wollte, kann er nicht verstehen.

Bregy, Walliser wie Wicky, sagt: «Das war alles viel zu defensiv, von Anfang an. Man hat richtig gemerkt, dass Raphi Angst hatte vor YB.» Einzig Dimitri Oberlin hat ihm gefallen.

Zudem rotiere man beim FCB zu oft, kritisiert Bregy weiter. «Es wird immer wieder alles auf den Kopf gestellt! Es wird Zeit, dass Raphi sein Team findet. Das hat er noch nicht.

Dass ein Taulant Xhaka rechts hinten spielt, verstehe ich nicht. «Und weshalb man Fabian Frei im Winter zurückgeholt hat, verstehe ich immer noch nicht. Mit Luca Zuffi hatte man bereits einen ähnlichen Spielertypen in den eigenen Reihen.»

Die Frage, wem Bregy den Meistertitel zutraut und wem nicht, braucht man inzwischen ohnehin nicht mehr zu stellen.


https://www.blick.ch/sport/fussball/cup ... 49342.html

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 1. März 2018, 01:01 
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die eigenartigen hintergrundgeräusche während des interviews von zuffi kamen von moumi ngamaleu, wie im telebärn beitrag zu erkennen ist. :lol:

https://www.telebaern.tv/118-show-news# ... ch-yb-sieg


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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 1. März 2018, 10:12 
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01.03.2018

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Vertauschte Rollen: Die Bernern Young Boys schlagen den FCB mit dessen eigenen Mitteln

Die Berner Young Boys haben im Halbfinal den FC Basel mit einem souveränen 2:0-Heimsieg geschlagen. Was auffällt: Die Berner haben die Waffen benutzt, die den FCB einst an die Spitze brachte: Konstanz, Einheit und der Fähigkeit, auch dreckige Spiele zu gewinnen

Da sitzen sie also. Links Adi Hütter, den wartenden Journalisten frech zuzwinkernd. Rechts Raphael Wicky, hilfesuchend in die Leere des Raumes blickend. Links der Sieger im Cup-Halbfinal, rechts der Verlierer. Links der Trainer von YB, rechts jener des FC Basel. Und sowohl links als auch rechts das Sinnbild ihrer jeweiligen Mannschaft: Absolutes Selbstvertrauen gegen pure Sorgen.

Das Auftreten der beiden Trainer hätte nicht besser inszeniert werden können als wenige Minuten nach dem Ende dieses Cup-Duells zwischen YB und dem FCB, das an diesem Abend nur einen Sieger verdient hatte: die Berner Young Boys. Diese konnten auf eindrückliche Art und Weise untermauern, dass sie in diesem Kalenderjahr, oder viel mehr in dieser Saison, die Nummer 1 im Schweizer Fussball sind. Während man sich in Basel fragen muss: Was ist passiert? Und wer zum Teufel soll diese Berner stoppen, wenn schon wir es nicht können?

Verlorenes Vertrauen

Die gut 90 Minuten im Stade de Suisse sind kein Zufallsprodukt eines schwarzen Abends der Basler, der ausgerechnet mit einer herausragenden Leistung der Berner zusammenfällt. YB war nicht die Verkörperung unbestrittener Dominanz. Sie waren besser, von der ersten Sekunde an. Das schon. Aber: «Ich fand uns schwach. Nicht YB überragend», brachte es FCB-Sportchef Marco Streller am Tag nach dem Spiel auf den Punkt.

Denn der FC Basel, er war tatsächlich in allen Belangen schwach. Schwächer noch als gegen Lugano und St. Gallen zuletzt. Denn da kreierte man zumindest einige Chancen. Gegen YB aber konnte keine Gefahr ausgestrahlt werden, der tödliche Pass wurde vermisst, der Ideenreichtum ebenfalls. So resultierte das vierte Spiel in diesem Jahr, in dem kein Tor zu gelingen vermochte. Während YB die Chancen eiskalt nutzt, die es hat. In der Manier eines Meisters. Und mit bestechender Konstanz, die einst ein unbestrittenes Basler Attribut war.

Aber es ist nicht nur die krankende Offensive, die den blutleeren Auftritten des (Noch-)Meisters zugrunde liegt. Vielmehr scheint es, als hätten YB und der FCB in diesem Sommer die Rollen getauscht. Der «alte» FCB konnte dreckige Spiele gewinnen. Solche wie am Dienstag, die von Intensität geprägt und frei von Schönheit sind. Er entschied sie grösstenteils für sich, während YB in solchen Affichen meist schwächelte. Ebenso wie gegen die Kleinen. Doch wer ist es, der die Kleinen aktuell schlägt? Eben.

Die Einheit fehlt

Der FCB hat sein Selbstvertrauen verloren. Das gab Luca Zuffi nach Spielschluss zu. Dieser Zuffi, der sonst noch immer die Fäden im Zentrum zu ziehen und das dortige Spieltempo zu bestimmen weiss, dieses Mal jedoch aufgrund der überragend agierenden Berner Doppelsechs aus Sanogo/Sow nie Zugriff auf das Geschehen bekam. Wenn dann eine Linie weiter hinten eine neuformierte Dreierkette agiert, der die Unsicherheit aus meterweiter Distanz anzumerken ist, ist es schlicht eine Verkettung zu vieler kleiner Teilchen, die im Gesamten eine tödliche Mischung ergeben.

Dass dieser FC Basel Fussball spielen kann, daran darf man keinen Zweifel hegen. Denn er hat ein Kader, das über herausragende – wenn auch sich aktuell in Formkrisen befindende – Einzelspieler verfügt. An diesem Punkt liegt jedoch eines der Kernprobleme. Denn die Basler sind exakt das: Einzelspieler. Zusammenhangslos agierende, Automatismen vermissen lassende Individuen, die zu sehr mit sich und ihrer jeweiligen Krise beschäftigt sind. Die Berner Young Boys aber sind eine verschworene Truppe. Eine Einheit. Bei der jeder sich für jeden verreisst, und das in jedem Einzelnen lodernde Feuer den Nebenmann noch die entscheidenden zehn Prozent stärker zu machen scheint.

Zu dieser Verschworenheit muss auch der FCB wieder zurückfinden. Dass er das kann, hat er im Herbst bewiesen. Aber damals hatte man noch mehr Zeit. Jetzt aber läuft dem FCB genau diese davon. Rafft der FCB sich nicht sofort zusammen und findet das Selbstverständnis, das ihn über die letzten Jahre hinweg ausgezeichnet hatte, dann tritt ein, was immer wahrscheinlicher wird: dass Lehrling YB Meister FCB düpiert. Nicht nur im Cup.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/ve ... -132264613

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 1. März 2018, 10:18 
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Marco Streller: «Die Young Boys haben die Leichtigkeit und wir die schweren Beine»

Sportdirektor Marco Streller versucht mal wieder, eine Krise beim FC Basel zu erklären, nimmt Stellung zum Umbau der Mannschaft in der Winterpause, verteidigt die Transfers und beschwört sein Gefühl, dass das Meisterschaftsrennen mit den Young Boys noch nicht entschieden ist.

14 Anfragen für ein Interview mit Marco Streller gab es am Tag nach dem beklagenswerten Auftritt des FC Basel in Bern und dem Scheitern im Cup-Halbfinal. Deshalb wurden die Journalisten an einen Tisch gebeten im Mediencenter des St.-Jakob-Parks. Im Gegensatz zur durchgeschüttelten Mannschaft, im Kontrast zu den betretenen Spielern am Vorabend arbeitete der Sportdirektor des FCB die zweite sportliche Krise der Saison mit grösstmöglicher Gelassen- und Nüchternheit auf.

Marco Streller, hat Ihnen am Dienstag in Bern irgendetwas Mut gemacht?

Unsere erste Halbzeit, weil wir da gegen ein physisch sehr starkes YB dagegengehalten haben. Nicht im Offensivdrittel, aber in den anderen beiden. Aber man muss zugeben, dass wir die schwächere Mannschaft waren, und die Young Boys haben sich den Cupfinal verdient. Nichtsdestotrotz weiss ich, was in unserer Mannschaft steckt.

Es war vom vorentscheidenden Charakter dieser Begegnung für die Meisterschaft die Rede. Sehen Sie das auch so?

Das hiess es in den Medien. Es ging nicht um Punkte, sondern um eine Finalteilnahme. Das Momentum lag vor der Partie bei den Young Boys und es liegt auch hinterher bei ihnen. Es tut uns weh, dass wir im Halbfinal ausgeschieden sind, aber in meinen Augen hat dieses Spiel keine Relevanz für den weiteren Verlauf der Saison.

Ist der FC Basel in einer Krise?

Wir sind in einer ähnlichen Situation wie in der Vorrunde. Das ist eine neue Situation im jetzigen Stadium der Saison. Wir haben aber schon einmal relativ schnell aus einer Krise herausgefunden, und das macht mir Mut. Im Herbst musste ich auch eine Krise erklären – und eine Woche später, wie man Benfica in der Champions League 5:0 schlagen kann. Es ist unglaublich, wie schnell es im Fussball geht. Aber es ist eine schwierige Situation, die viele von uns in dieser Phase noch nicht erlebt haben.

Im Cup ausgeschieden, in der Meisterschaft klar im Hintertreffen – wie findet der FC Basel den Weg aus der Negativspirale?

Primär denke ich im Moment nicht an die Meisterschaft, sondern daran, dass wir wieder in die Spur kommen, dass wir wieder anfangen zu gewinnen. Das Wissen, dass es die Mannschaft kann, und der Glaube daran beruhigen mich immer noch. Das habe ich ihr am Mittwochnachmittag vor dem Training so gesagt: Die Mannschaft hat das Fussballspielen nicht verlernt, und sie soll mutig sein. Das Wichtigste ist, nun die Ruhe zu bewahren, hinter der Mannschaft und dem Trainer zu stehen. Und das tun wir. Ausserdem gibt es ein Gefühl in mir, dass die Meisterschaft noch nicht entschieden ist. Und auf dieses Gefühl verlasse ich mich jetzt einfach.

«Ich habe viel Lächeln gesehen in ihren Gesichtern und Freude. Einfach Leichtigkeit.»

Gegen Ihr Gefühl spricht die beeindruckende Konstanz von YB.

Es bringt jetzt gar nichts, auf YB zu schauen. Wir müssen anfangen, wieder Punkte zu sammeln – und wir dürfen sicherlich keine mehr abgeben, wenn wir noch Meister werden wollen.

Was ist bei Ihnen am Dienstag hängengeblieben von diesem YB?

Ich habe viel Lächeln gesehen in ihren Gesichtern und Freude. Einfach Leichtigkeit. Sie haben viel zu gewinnen, und wir haben viel zu verlieren.

In Bern war neben dem verloren gegangenen Selbstverständnis das zusammenhanglose Offensivspiel des FCB augenfällig.

Das habe ich auch so gesehen, aber das Schöne an meiner Aufgabe ist, dass ich objektiv sein kann und muss in einem emotionalen Business. Nach bestem Wissen und Gewissen kann ich nach unserer Analyse sagen: Es gibt gewisse Sachen, die auch am Dienstag anders laufen können, die von uns anders zu Ende gespielt werden können. Und dann entwickelt sich der Match anders. Ich weiss aber auch, dass das niemand hören will nach einer Halbfinalniederlage, und ich verstehe, dass wir in der Kritik stehen. Klar ist: Wir müssen es erarbeiten, dass dieses Momentum wieder auf unsere Seite fällt. Wir müssen wieder Spiele gewinnen. Fertig, Schluss.

Sie hatten am Dienstag tatsächlich das Gefühl, die Partie könnte kippen?

Ich hatte den Eindruck, dass YB nicht so hoch gepresst hat wie auch schon. Da war sicherlich auch eine Spur Respekt vor uns, es ging auch für sie um sehr viel. Ich fand uns schwach und nicht YB überragend. Sie haben uns ja nicht in Grund und Boden gespielt. Aber in Führung liegend konnten sie ihre Stärken, ihr Umschaltsspiel ausspielen. Das funktioniert vertikal sehr, sehr gut. Man muss es anerkennen. Und sie haben Spieler wie Kevin Mbabu, der mit seiner spektakulären Spielweise das Publikum mit einer Szene abholen kann. Und dann ergibt das eine eigene Dynamik.

Wo sind im Moment die Spieler beim FCB, die das können?

Gegen Manchester United gab es auch so eine Szene, als Serey Dié mit einer Körpertäuschung drei Gegner stehen liess, was im Stadion eine unheimliche Dynamik ausgelöst hat. Wir haben Taulant Xhaka, der das von der Aggressivität her kann, wir haben Dimitri Oberlin, der diesen Faktor hat, Michael Lang hat es oft bewiesen, Samuele Campo kann mit seiner Ballbehandlung und einem tödlichen Pass die Zuschauer von den Sitzen reissen, und Valentin Stocker kann das auch.

Ist der FCB in Bern in die taktische Falle getappt? Basel auch einmal kommen zu lassen, um selbst Räume zu finden, war der Plan von YB-Trainer Adi Hütter…

Mag sein, ich glaube aber eher nicht. Sie waren in jedem Mannschaftsteil stärker, obwohl wir Guillaume Hoarau und Roger Assalé relativ gut im Griff hatten. Die Wertung dieser Partie fällt mir zu eindeutig für YB aus. Aber so ist das Geschäft. Wir müssen still sein und weitermachen.

«Ich lese nicht alles, was über mich geschrieben wird, das tue ich mir nicht an.»

Wie haben Sie die zum Teil heftigen Reaktionen auf die Niederlage aufgenommen?

Menschen, die mich direkt ansprechen, sind sehr positiv und solidarisch. Und ermutigend. Ich lese nicht alles, was über mich geschrieben wird, das tue ich mir nicht an. Fussball ist nun mal emotional, man darf nicht alles auf die Goldwaage legen, was ein Fan sagt oder schreibt und was die Medien meinen. Ich selbst muss wissen, was ich für falsch oder richtig halte. Und Entscheidungen werden bei uns nicht von mir allein, sondern zum Glück in der Technischen Kommission getroffen. Ich bin nach aussen verantwortlich dafür, und im Fussball scheint halt nicht immer nur die Sonne. Ich bin ruhig und versuche, das der Mannschaft auch vorzuleben. Aber dass rund um den FCB ein bisschen Nervosität herrscht, dass bekomme ich schon mit.

Wie erklären Sie sich die Torflaute?

Wenn man in fünf Spielen vier Mal kein Tor erzielt, dann haben wir ein offensives Problem. Das liegt sicher nicht an den Spielern selbst, denn sie haben bewiesen, dass sie Tore schiessen können. Es hapert im letzten Drittel, dort müssen wir wieder Lösungen finden. Und dafür ist die gesamte Mannschaft verantwortlich. Wir waren in Bern zu weit auseinander, die Linien müssen enger stehen. Aber so ist es manchmal, und das hat nichts mit Fitness oder Einstellung zu tun: Wenn man Schwierigkeiten hat oder sich in einer Spirale befindet wie wir, dann fehlt die Leichtigkeit. Diese Leichtigkeit hat YB momentan, und bei uns werden die Beine schwerer.

Woran liegt es, dass Mohamed Elyounoussi und Michael Lang noch nicht wieder an ihre Form vor der Winterpause anknüpfen konnten?

Sie hatten eine unglaublich gute Phase im Herbst, aber wir sollten beim FCB fähig sein, es zu kompensieren, wenn zwei Leistungsträger nicht auf absolutem Topniveau spielen. Ein Auswärtsspiel bei YB kann man verlieren, das hat es früher auch in Hochphasen des FCB schon gegeben. Aber es darf keine Ausrede für Heimniederlagen gegen Lugano oder St. Gallen sein. Da müssen andere in die Bresche springen.

Ist in der Winterpause und während der Transferperiode zu viel verändert worden an der Mannschaft?

Bilanz werde ich erst nach der Saison ziehen. Wenn man von fünf Spielen vier verliert, dann hat man nicht alles richtig gemacht. Manche Sachen konnten wir nicht beeinflussen und manche Spieler nicht aufhalten. Aber wir haben alle Sachen aus Überzeugung gemacht. Ich glaube, es ist der richtige Weg, aber vielleicht rede ich im Sommer anders.

«Ich habe Léo Lacroix in Bern als einen der Stärksten bei uns gesehen.»

Léo Lacroix sollte nach Ihrer Einschätzung eine sofortige Hilfe für die Abwehr sein. Nun sind ihm allerdings zwei entscheidende Fehler unterlaufen. Überzeugend sah das nicht aus.

Ich habe Léo Lacroix in Bern als einen der Stärksten bei uns gesehen. Das Bittere ist, dass jeder Fehler von ihm bestraft wird. Aber das hänge ich ihm nicht allein an. Er hat unser Vertrauen.

Valentin Stocker konnte bisher nicht wie erhofft den Unterschied machen und hatte in Bern keinen Stich.

Ich habe ihn, wie viele andere auch, in Bern nicht gut gesehen. Aber in den ersten Spielen hatte er Ansätze, die sehr gut waren. Wir im Klub treffen nicht eine Entscheidung und lassen einen Spieler nach drei, vier Spielen fallen. Wir sind alle nicht dort, wo wir sein wollen.

Und Fabian Frei kommt gar nicht zum Einsatz.

Solche Spieler mit einem FCB-Hintergrund wurden doch immer wieder gefordert. Und sie sind in der Hierarchie gleich ganz oben eingeordnet worden. Das ist einerseits der Vergangenheit geschuldet, aber man tut Fabian Frei oder Valentin Stocker keinen Gefallen, wenn man alles auf sie reduziert. Wir konnten Wechsel machen, die für uns wirtschaftlich sehr interessant waren. Und manchmal muss man vorgreifen, denn im Sommer könnte uns der eine oder andere Leistungsträger verlassen. Dann müssen wir ein Gerüst haben. Wer schlussendlich spielt, ist die Entscheidung des Trainers, da hat er meine Rückendeckung. Und wir sind überzeugt, dass Frei, Stocker und auch Samuele Campo kurz- und mittelfristig eine sehr wichtige Rolle bei uns spielen werden.

Leistungsträger auf dem Platz stecken im Formtief – wie ist die Form von Trainer Raphael Wicky?

Er ist sehr selbstkritisch, aber während den 90 Minuten machtlos. Er hat schon einmal bewiesen, dass er Ruhe bewahrt, und hat uns aus einer Krise geführt. Raphael Wicky steht überhaupt nicht zur Debatte. Wir sind alle jung und frisch dabei und müssen uns gegenseitig unterstützen – und das machen wir auch.

Wie unterstützt man den Trainer nun?

Wir bleiben ruhig und stellen uns total hinter Trainer und Mannschaft. Der Weg aus der Krise führt nur über Siege. Wir müssen anfangen zu punkten, und dann schauen wir, was uns YB noch anbietet. Denn ohne ihre Hilfe können wir es nicht mehr schaffen.

FCB-Präsident Bernhard Burgener hat vor wenigen Wochen einen Freund und engen Geschäftspartner durch ein Gewaltverbrechen verloren. Haben diese Umstände irgendwelche Auswirkungen auf den Klub?

Über dieses Thema müssen wir nicht gross reden. Aber es ist nachvollziehbar, dass das an Bernhard Burgener nagt. Der Austausch zwischen uns ist dadurch aber nicht weniger geworden. Er vertraut uns, und es ist schön, dass der Präsident in einer schwierigen Situation hinter uns steht. Intern haben wir einen unglaublich grossen Zusammenhalt, und nur so können wir uns aus der Lage befreien.

Was erwarten Sie sich am Samstag vom Klassiker gegen den FCZ?

Die Situation macht die Partie noch spezieller. Dazu kommen zwei junge Trainer, die eine gemeinsame Geschichte in der Nationalmannschaft haben. Und in der Vorrunde war dieses Derby die Begegnung, die für uns die Wende bedeutet hat. Wenn es wieder so wäre, wäre es eine schöne Story. Wir müssen das Publikum hinter uns bringen, das kann ganz entscheidend sein. Ein Sieg ist Pflicht.


https://tageswoche.ch/sport/yb-hat-die- ... ren-beine/

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 1. März 2018, 10:21 
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FCB-Sportchef nach Cup-Aus: «Ich fand uns schwach. YB nicht überragend» ++ Streller stellt sich in Frage

Der FC Basel hat mit dem Ausscheiden aus dem Cup das erste Saisonziel verfehlt. Mit einer Leistung, die erschreckend schwach war. Nach diesem schwer zu verkraftenden Abend stellt sich FCB-Sportchef Marco Streller den Medien.

Marco Streller, gab es irgendetwas, das Ihnen im gestrigen Spiel Mut gemacht hat?
Marco Streller: Ja, die erste Halbzeit. Wir haben gewusst, dass YB physisch und athletisch sehr stark ist. Das haben sie auch wieder eindrücklich unter Beweis gestellt. Nicht nur im offensiven Drittel, sondern auch im zentralen Mittelfeld. Dass wir da zumindest in der ersten Halbzeit dagegen halten konnten, das macht mir Mut. Nicht unsere Spieler waren die ersten die am Boden waren, sondern Berner.

Sie haben selber gesagt, dieses Spiel könnte vorentscheidenden Charakter für die Meisterschaft haben.
Darauf bin ich vor allem von den Medien angesprochen worden. Gestern ging es nicht um Punkte, sondern um einen Finalteilnahme. Klar, das Momentum war vor dem Spiel bei YB und das ist es auch jetzt noch. Es tut weh, aus dem Cup ausgeschieden zu sein, aber das Spiel hat, denke ich, im Nachhinein keine Relevanz mehr.

Kann man jetzt von einer Krise reden?
Die Situation ist selbstverständlich schwierig. Wir sind in einer ähnlichen Situation wie in der Vorrunde. Die Mannschaft hatte sich damals noch nicht ganz gefunden und das ist jetzt auch so. Das das zu diesem Zeitpunkt der Saison so ist, ist aber eine neue Situation für viele. Die Runden werden weniger. Aber, und das macht mir ebenfalls Mut: Wir haben schon einmal aus einer Krise raus gefunden. Und das relativ schnell. Da musste ich innert Wochenfrist erklären, wie man in die Krise rutschte und dann wie man gegen Benfica 5:0 gewinnen kann.

Damals zog man eben genau aus diesen Spielen in der Champions League die Power für die Liga. Woher soll dieser Effekt jetzt kommen?
Wir haben ja noch ein Champions-League-Spiel (lacht). Nein, Spass bei Seite. Man muss auch sehen dass da die Erwartungen tief waren und wir nur gewinnen konnten. Aber wir wissen auch jetzt, dass die Mannschaft die Situation kehren kann. Ich glaube an unsere Mannschaft. Wir wissen was in dieser Mannschaft steckt, welche gute Spieler wir haben und dass wir das Spielen nicht verlernt haben. Ich habe ein Gefühl, das mich beruhigt. Sowie eines, das mir sagt, dass diese Meisterschaft noch nicht entschieden ist. Und auf mein Gefühl kann ich mich meistens verlassen.

Was sind jetzt die primären Ziele?
Wieder in die Spur zu finden und gewinnen können. Nicht die Meisterschaft an sich. Für uns ist es jetzt einfach wichtig, dass wir die Ruhe bewahren, hinter dem Team und dem Trainer stehen. Ausserdem muss man sich ein Momentum, und dass dieses wieder auf seine Seite kippt, erarbeiten. Dahin müssen wir wieder kommen, dass wir wieder Spiele gewinnen. Fertig Schluss. Im gestrigen Spiel hat sich der Eindruck noch einmal verstärkt, dass diese Mannschaft vieles verloren hat. Gerade das Spiel in der Offensive wirkte zusammenhangslos.
Das sehe ich auch so. Ich weiss aber auch als Ex-Spieler, dass vieles hätte anders laufen können in einigen Situationen. Dass Aktionen anders ausgespielt hätten werden können. Wir waren einfach schwächer, das muss man auch mal zugeben und anerkennen. YB hat diesen Final verdient.

Hatten Sie gestern irgendwann mal das Gefühl, dass das Momentum kippen kann?
Ich hatte zumindest das Gefühl, dass YB nicht so hoch gepresst hat wie sonst. Das ist meines Erachtens ein Zeichen von Respekt und auch der Vergangenheit geschuldet. Und: Ich fand uns gestern schwach. Nicht YB überragend. Sie haben uns nicht in Grund und Boden gespielt.

Die Probleme liegen vor allem in der Offensive.
Wenn man in vier von fünf Spielen nicht trifft, dann ist das so. Das liegt aber nicht an en Spielern, die haben bewiesen, dass sie Tore schiessen können. Wir müssen Lösungen finden, da sind aber alle verantwortlich. Wir waren zu weit auseinander, müssen zwischen den Linien näher zusammen sein. Aber wenn man mal in einer Spirale drin ist, dann fehlt die Leichtigkeit. Die hat YB im Moment.

Mit Michael Lang und Mohamed Elyounoussi befinden sich zudem zwei Schlüsselspieler in einer Formkrise.
Das mag sein. Sie hatten eine unglaubliche Form im Herbst. Aber wir sind der FC Basel und wir sollen fähig sein, auch wenn zwei Spieler nicht auf absoluten Topniveau spielen, das kompensieren zu können. Die Heimspiele musst du gewinnen, da lasse ich fehlende Topformen nicht als Ausrede gelten.

Wenn es nicht daran liegt, dann vielleicht eben doch daran, dass die Wechsel zu viele waren.
Bilanz ziehen wir im Sommer. Aber wir haben alles aus Überzeugung gemacht.

Aber man muss auch sagen: Léo Lacroix leistete sich gestern schon wieder einen groben Fehler. Valentin Stocker war schwach. Und Fabian Frei nur auf der Bank.
Ich glaube, dass das gegen Aussen nicht überzeugend wirkt. Ich fand Léo gestern einen der Stärksten, weil er Hoarau gut im Griff hatte. Bitter ist, dass von ihm im Moment jeder Fehler bestraft wird. Aber ich hänge es nicht ihm an, er macht das gut. Vali, das sehe ich wie viele andere auch, war gestern nicht gut. Aber in seinen ersten Spielen hatte er gute Ansätze. Aber wir lassen niemanden fallen.

Waren Sie ertaunt, dass Frei wieder nicht gespielt hat?
(Zögert). Nein, schauen Sie: Wir haben Fabi geholt, weil es wirtschaftlich interessant war und man ab und an etwas vorgreifen muss, wenn man weiss, dass im Sommer vielleicht der Eine oder Andere geht. Man muss aber auch sehen, dass Spieler wie er von euch Medien beispielsweise gefordert wurden und sogleich ganz oben in die Hierarchie-Pyramide gesetzt wurden. Ich finde es zu einfach, alles auf sie zu reduzieren. Ausserdem entscheidet der Trainer was die Aufstellung angeht und der hat meine Unterstützung.

Sie haben vor dem Spiel von einer Chance gesprochen, die Sie haben, um vor di Mannschaft zu stehen. Haben Sie die nun genutzt?
Ja, ich bin heute vor die Mannschaft getreten, weil Raphi Wicky und ich das als wichtig empfunden haben. Ich habe ihnen gesagt, dass sie ruhig bleiben sollen und dass wir da zusammen wieder raus kommen werden. Auch, dass sie unser vollstes Vertrauen haben. Das zu wissen macht es für einen Spieler auch einfacher. Ich weiss wie sie sich fühlen, dass die Beine in solchen Situationen nicht leichter werden. Das habe ich auch zum Ausdruck gebracht. Genauso, wie dass jetzt alles dem Fussball untergeordnet werden muss bis am Samstag.

Wie wichtig ist eine Reaktion am Samstag gegen den FCZ?
Die ist es nicht primär, weil wir gegen den FCZ spielen. Natürlich ist es ein Derby, das ist immer speziell. Und in der Hinrunde ist es das Spiel, das die Wende brachte. Das wäre eine schöne Geschichte. Aber egal, welcher Gegner es ist, wir müssen einfach gewinnen.


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