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BZ, 04.06.05
Das YB-Kader 2005/06 nimmt Formen an
Am 10. Juni ist YB-Trainingsstart. Bei den Bernern wird im neuen Wankdorf das halbe Team ausgewechselt worden sein.
Am nächsten Freitag startet YB um 9 Uhr in Schönbühl mit der Vorbereitung auf die Saison 2005/06. Nach zwei Wochen werden die Berner ins Turnerstadion neben dem Wankdorf dislozieren, die Garderoben werden sich im Stade de Suisse befinden.
Ferienzeit ist nicht gleich faulenzen – hinter den Kulissen wird fleissig am Kader gebastelt. Von «22 Spielern plus Joker Joël Magnin» spricht Trainer Hans-Peter Zaugg als Kader-Wunschvorstellung. Für jede Position zwei Akteure, dazu den polyvalenten Magnin. Ingesamt werden mindestens zehn Spieler den Klub verlassen (müssen). So sieht es im Detail aus.
Tor. Marco Wölfli wird die Saison als Nummer 1 beginnen, der routinierte Patrick Bettoni aber will nach eigenen Angaben «um einen Stammplatz kämpfen.»
Abwehr. Für die linke Seite wurde Ronny Hodel (Luzern) verpflichtet. Sein Ersatz wird der talentierte Aron Liechti (YB-U21) sein. Rechts werden sich Adrian Eugster und Gretar Steinsson duellieren, wobei der zuletzt überzeugende Isländer auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden kann. Dort sind drei von vier Planstellen besetzt (Mark Disler, Neuzugang Miguel Portillo sowie Ferhat Cökmüs aus der U21). Für den vierten Platz ist der Thuner Ljubo Milicevic vorgesehen – die Gerüchte verstummen aber nicht, dass Zauggs Wunschkandidat Armand Deumi (ebenfalls Thun) doch zu YB wechseln könnte.
Mittelfeld. Auf den Seiten ist alles klar. Links wird Mario Raimondi (Thun) wohl Gabriel Urdaneta den Platz wegnehmen. Rechts muss Gürkan Sermeter gegen Carlos Varela (Aarau) kämpfen. «Varela ist ein toller Spieler», sagt Sportchef Marcel Hottiger, «weil er vielseitig einsetzbar ist sowie eine neue Dynamik und Aggressivität ins Team bringt.» Auch Zaugg betont, dass die Mentalität im Kader verändert werden soll.
Im defensiven Mittelfeld sind weiterhin Roman Friedli und Yao Aziawonou die Konkurrenten, wobei Portillo bei Xamax einst sehr gute Partien auf dieser Position absolviert hat. Fürs offensive Zentrum ist derzeit nur Thomas Häberli unter Vertrag. Er will YB verlassen, die Berner würden ihn für 60 000 Franken zu Zürich ziehen lassen. FCZ-Sportchef Fredy Bickel indes betont, dass Häberli zwar ein sehr guter Fussballer sei, die Zürcher für einen 31-Jährigen aber keine Ablöse bezahlen. «Dann bleibt er bei uns», sagt Hottiger kategorisch. Der Sportchef ist enttäuscht von Häberlis Einstellung: «Er ist hier Stammspieler, er bekommt regelmässig seinen Lohn. Und sein Vertrag bei uns läuft noch ein Jahr. Er soll sich der neuen Konkurrenz stellen.» Die heisst wohl Hakan Yakin. Der Deal zieht sich in die Länge, doch die Fremdfinanzierung ist gesichert, der Nationalspieler dürfte bald bei YB sein. Seit gestern ist zwar Matthias Sammer nicht mehr Stuttgart-Trainer, doch die Perspektiven Yakins im Schwabenland sind dennoch nicht sehr gut.
Bis zum 30.6. darf der junge Sandro Burki (zuletzt an Wil ausgeliehen) seinen Vertrag mit YB auflösen. Das ehemalige Supertalent will sich an der U20-WM für einen neuen Klub aufdrängen. Ebenfalls an der U20-WM dabei ist Pirmin Schwegler. Der zentrale Aufbauer könnte bei YB neben oder hinter Yakin agieren. Er will seine KV-Lehre beenden, ehe er ins Ausland (Leverkusen) wechseln wird. Deshalb wird er mindestens nächste Saison an YB ausgeliehen, ehe er den Sprung in die Bundesliga wagen wird. «Er ist das grösste Schweizer Talent», sagt Hottiger.
Sturm. Hier sind drei Akteure fix unter Vertrag: Francisco Neri, Patrick De Napoli, die beide auch im Mittelfeld aussen spielen können, sowie Marco Schneuwly, der von der U21 ins Fanionteam rückt. «Für den letzten Platz im Angriff lassen wir uns Zeit», sagt Hottiger, «denn das wird ein sehr guter Spieler sein. Er muss schliesslich Stéphane Chapuisat ersetzen.» Der Brasilianer Joao Paulo will die Saison mit Murcia beenden (bis 19. Juni), ehe er sich zu seiner Zukunft äussert. Nicht ganz aufgegeben haben die Berner zudem den einstigen YB-Junior Johan Vonlanthen. Der PSV Eindhoven hat den 19-jährigen Schweizer Nationalspieler aus Brescia zurück beordert. Er dürfte sich beim Halbfinalisten der Champions League gegen die starke Konkurrenz kaum durchsetzen können. Vielleicht also sieht diese Personalie in zwei Monaten ganz anders aus.
So oder so: Das YB-Kader wird massiv verstärkt. Die Berner wollen in Zukunft variabler spielen, auch ein 4-5-1 oder ein 3-5-2 neben dem 4-4-2-System beherrschen können. An diesem Wochenende ist zudem mit dem Zuzug eines prominenten internationalen Spielers zu rechnen, der noch nicht an der Transferbörse gehandelt wurde.Fabian Ruch
YB: Transferübersicht
Bisherige Zugänge: Carlos Varela (Aarau), Mario Raimondi (Thun), Miguel Portillo (Angers), Ronny Hodel (Luzern), Aron Liechti, Ferhat Cökmüs, Marco Schneuwly (alle U21-Team).
Mögliche Zugänge: Armand Deumi oder Ljubo Milicevic (beide Thun); Pirmin Schwegler (Luzern, wird von Bayer Leverkusen ausgeliehen); Hakan Yakin (Stuttgart); Johan Vonlanthen, Joao Paulo oder ein anderer Stürmer; dazu ein bislang noch nicht gehandelter Ausländer, der an diesem Wochenende vorgestellt werden soll.
Abgänge: Alain Rochat (Rennes), Johan Berisha (Aarau), Boban Maksimovic (leihweise zu Luzern), Fabian Geiser, Nicolas Kehrli (beide leihweise zu Xamax), Sadik Coubadja, Elvir Melunovic, Fernando Carreño, Ivan Knez (alle offen), Stéphane Chapuisat (Karriereende). Dazu wohl auch Sandro Burki (offen).
_________________ Die Hummel wiegt 4,8 Gramm.
Sie hat eine Flügelfläche von 1,45 cm² bei einem Flächenwinkel von 6 Grad.
Nach den Gesetzen der Aerodynamik kann die Hummel nicht fliegen.
Aber die Hummel weiss das nicht.
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