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 Beitrag Verfasst: Freitag 20. Oktober 2017, 15:26 
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 Beitrag Verfasst: Freitag 20. Oktober 2017, 23:05 
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Die Young Boys sind um eine Erfahrung reicher

Nach dem spek­takulären 2:2 bei Dynamo Kiew kehren die Young Boys gestärkt nach Bern zurück. Der Gegner ist derweil angeschlagen.

Das Lächeln will nicht aus Christian Fassnachts Gesicht weichen: Der YB-Flügel gibt Donnerstagnacht in der Mixed Zone des Kiewer Olympiastadions Auskunft. Er spricht nach dem 2:2 bei Dynamo von einer sehr intensiven Partie, mit vielen Unterbrüchen und Zweikämpfen.

Er muss nach neunzig Minuten harter Arbeit ausgelaugt sein, eigentlich. Offenbar ist er vor allem: glücklich.Vielleicht weil jeder junge Fussballer von solchen Partien auf europäischem Parkett in riesigem Stadion und hitziger Atmosphäre träumt?

Vor drei Jahren spielte Fassnacht beim FC Tuggen in der Promotion League, vor zwei Jahren bei Winterthur in der Challenge League, letzte Saison beim FC Thun. Mit den Europacupreisen betritt der 23-Jährige Neuland.

Und er ist bei weitem nicht der Einzige im YB-Kader, dem es so ergeht: Roger Assalé kannte die Europa League höchstens vom Fernseher her, jetzt performt er auf ihrer Bühne, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt.

Und Djibril Sow kam bei Mönchengladbach vorab in der Regionalliga West zum Einsatz, vor ein paar Hundert Zuschauern gegen Rödinghausen und Sprockhövel, in der Provinz. Am Donnerstagabend trat der 20-jährige Schweizer mit senegalesischen Wurzeln die Eckbälle direkt vor dem Block mit den berüchtigten Dynamo-Ultras, die einmal mehr mit rassistischen Bekundungen negativ auffielen.

Und das in einer Woche, in der die Uefa mit dem Slogan #EqualGame in sämtlichen Stadien zum Kampf gegen Rassismus aufgerufen hatte. Die Ignoranz einiger ukrainischer Ewiggestriger blieb eine unerfreuliche Randnotiz an einem für die Young Boys gelungenen Abend in Kiew.

Wertvolle Erlebnisse

Als die Gruppe B Ende August ausgelost worden war, hielt sich die Freude bei YB sehr in Grenzen. Kiew, Belgrad und Korça sind nicht die Destinationen, die einem vorschweben, wenn man, die Augen geschlossen, auf den drehenden Globus tippt. Aber für die Entwicklung der Akteure sind auch solche unattraktiven Reisen förderlich.

Wer in der südamerikanischen Pampa während der Nacht mal stundenlang auf den Bus gewartet hat, den bringt so rasch nichts mehr aus der Ruhe. Und wer bei Dynamo Kiew besteht, der verliert in Luzern und St. Gallen eher nicht den Kopf. So füllen die Young Boys mit ihren Europacupreisen Spiel für Spiel ihren Rucksack.

Nach dem 2:2 in Kiew wähnen sie sich auf dem richtigen Weg, die ärgerliche 1:2-Niederlage vor Wochenfrist in Lausanne ist bereits wieder ein gutes Stück in die Ferne gerückt. «Wir sind positiv gestimmt», fasst Christian Fassnacht die Gemütslage zusammen, seine Worte passen nun auch zum Lächeln in seinem Gesicht.

Der Offensivakteur findet, als Team sei man diesmal besser aufgetreten als Ende Juli beim 1:3 in der Champions-League-Qualifikation an gleicher Stelle. Und YB-Trainer Adi Hütter meint, ein Unentschieden in Kiew sei ein starkes Ergebnis.

Gute Bilanz nach Europacup

Das Resultat wird aber an Bedeutung verlieren, sollte Hütters Team morgen beim kriselnden FC Luzern nicht nachdoppeln können. In dieser Saison gelangen YB nach drei Europacup­reisen zwei Siege, darunter das überzeugende 4:0 bei GC sowie das mitreissende 6:1 gegen St. Gallen.

«Die Meisterschaft hat für uns höchste Priorität. Wir werden alles daran setzen, drei Punkte mit nach Bern zu bringen», sagt Christian Fassnacht. Es wäre im dritten Auswärtsspiel in Folge der erste Sieg.

Gröbere Blessuren hat die kampfbetonte Partie in Kiew keine hinterlassen. Einzig Nicolas Ngamaleu, der mit einer Kopfverletzung in Kiew minutenlang liegen blieb, ist für die morgige Partie fraglich. Der FC Luzern ­dagegen ist angeschlagen, eine Niederlage könnte das Aus von Trainer Markus Babbel bedeuten.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/19653241

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