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 Beitrag Verfasst: Sonntag 19. März 2017, 19:32 
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YB gewinnt irgendwie

Miralem Sulejmani und Guillaume Hoarau stellen innerhalb von zwei Minuten den 2:0-Sieg für YB her. Souverän fällt der Erfolg in Lugano damit längst nicht aus.

72 Minuten lang erspielten sich die Young Boys in Lugano keine richtige Torchance. Dennoch verliessen sie das Tessin als Sieger. Miralem Sulejmani und Guillaume Hoarau trafen innerhalb von zwei Minuten zum 2:0.

Wenn die Young Boys anrücken, stellen die Gegner das System um. Das war zuletzt beim 0:0 in Lausanne so, als Trainer Fabio Celestini mit einer Viererabwehr spielen liess und die üblicherweise offensivstarken Berner vor Probleme stellte. Etwas anders ging Paolo Tramezzani mit seinem FC Lugano vor. Der Italiener wählte ein defensiv ausgerichtetes 3-5-2. Es war in diesem Fall eine verkappte Fünferabwehr.

Bis die Berner die Tessiner Mauer zum Einstürzen brachten, hatten die Luganesi selber die einzige wirklich gute Chance des Spiels.

Lange hatte Lugano damit guten Erfolg. Die Berner kamen bis 20 Minuten vor Schluss zu keiner zwingenden Chance. Die Mühe, mit defensiv eingestellten Gegnern fertig zu werden, ist vermutlich einer der wichtigsten Punkte, in denen sich die Mannschaft von Trainer Adi Hütter vom Leader und angehenden Meister FC Basel unterscheidet.

Bis die Berner die Tessiner Mauer zum Einstürzen brachten, hatten die Luganesi selber die einzige wirklich gute Chance des Spiels. Sie hätte das 1:0 bedeuten müssen. Aber Armando Sadiku scheiterte mit seiner Direktabnahme aus kurzer Distanz an YB-Goalie Yvon Mvogo, der bis dorthin nie beschäftigt worden war.

Die interessanten Szenen im ganzen Spiel waren an der Hand eines pensionierten Schreiners abzuzählen.

Das Spiel wäre wahrscheinlich und konsequenterweise torlos ausgegangen, hätten sich die Tessiner nicht in der Innenverteidigung einen groben Schnitzer geleistet. Nach einem Ballverlust verwertete der von Trainer Hütter lange Zeit geschmähte Miralem Sulejmani in der Mitte eine Flanke von Verteidiger Sven Joss. Bei Sulejmani stand kein Gegenspieler. Kurz darauf nutzte Guillaume Hoarau einen ähnlich grosszügigen Platz für sein 17. Saisontor in der Meisterschaft. Ein Tor und einen Sieger verdiente das Spiel nicht. Die interessanten Szenen im ganzen Spiel waren an der Hand eines pensionierten Schreiners abzuzählen.

Hütter kann sich an den Leistungen dieser Wochen nicht ergötzen. Seine Offensivkräfte sind in den Spielen in Lausanne und Lugano kaum je in die Abschlusszone gekommen. Im Herbst hatten die Berner in vier Super-League-Spielen dreimal torlos remisiert. Für jene Flaute gab es aber Erklärungen. Die Young Boys hatten damals arges Pech im Abschluss. Zudem war Hoarau verletzt. Derzeit können sie keinen dieser Gründe anführen.


https://www.nzz.ch/sport/super-league-y ... -ld.152273

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 19. März 2017, 23:28 
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YB-Noten: Starker Mbabu

Defensiv stabil, offensiv lange ungenügend – so agieren die Akteure der Young Boys in Lugano (2:0).

Yvon Mvogo, Note 4,5
Sicher, kaum in Aktion, durfte das herrliche Wetter in der Sonnenstube der Schweiz geniessen. Als er in der 55. Minute gefordert war, parierte er den Volleyschuss Armando Sadikus stark.

Kevin Mbabu, Note 5
Der auffälligste YB-Spieler. Wie fast immer druckvoll, energisch, zweikampfstark, zuweilen sehr robust und dribbelfreudig. Bereitete das zweite Tor klug vor.

Kasim Nuhu, Note 4,5
Ersetzte den am Rücken angeschlagenen Steve von Bergen toll. Sehr sattelfest in den Zweikämpfen, ruhig am Ball, beinahe ohne Aussetzer. Und dann kam doch noch der Megabock des jungen Ghanaers mit einem viel zu kurzen Rückpass. Ezgjan Alioski vermochte nicht zu profitieren.

Alain Rochat, Note 5
Spielte seine ganze Routine aus, gutes Stellungsspiel, wurde von den harmlosen Lugano-Spielern aber nicht besonders unter Druck gesetzt. Nach vorne ab und zu mit einem unerwarteten Fehlpass.

Sven Joss, Note 4,5
Diesmal auf der linken Abwehrseite, deutlich besser als in Lausanne. Ab und zu mit Flüchtigkeitsfehlern. Gute Vorarbeit vor dem ersten Treffer der Gäste.

Sékou Sanogo, Note 4
Defensiv ordentlich, nach vorne ohne viel Einfluss.

Leonardo Bertone, Note 4
Mit mehr Einfluss als Sanogo, aber auch ohne Brillanz.

Thorsten Schick, Note 3
Dem Österreicher gelang wenig, blieb oft hängen. Es bleibt das Geheimnis von Trainer Adi Hütter, warum sein Landsmann den Vorzug vor Yoric Ravet erhielt.

Roger Assalé, Note 3
Wurde oft steil geschickt, ersprintete sich immerhin viele Bälle, entschied sich dann aber meistens falsch.

Miralem Sulejmani, Note 5
Mit viel Elan, traute sich etwas zu, selbst wenn er vorerst hängen blieb in der vielbeinigen Tessiner Abwehr. Wurde für seinen Effort spät belohnt, mit dem Kopftor zum 0:1 und der Beteiligung an der Vorarbeit zum 0:2.

Guillaume Hoarau, Note 4
Ohne gute Szene bis zur 74. Minute. Der Franzose rieb sich auf, ­erhielt wenig Bälle, vertändelte gute Situationen, blieb blass. Und dann schlug der erfolgreichste Stürmer der Liga eiskalt zu, als sich ihm die Chance zum 2:0 bot.

Yoric Ravet, Note 4
67. Minute für Schick. Besser als sein Vorgänger, was nicht schwierig war. Entscheidendes gelang dem Franzosen indes auch nicht.

Michael Frey, Note 4
67. Minute für Assalé. Gewohnt fleissig, nervte Luganos Verteidiger mit seinem Pressing. Mit ihm und Ravet wirkte YB insgesamt erheblich entschlossener.

Jan Lecjaks, ohne Note
82. Minute für Joss.

Noten: 6 = herausragend; 5 = gut; 4 = solid; 3 = ungenügend; 2 = schlecht; 1 = sehr schlecht


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/17422472

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 19. März 2017, 23:31 
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Zwei Chancen genügen für drei Punkte

Beim 2:0-Auswärtssieg von YB gegen Lugano sind Torchancen wiederum rar, aber diesmal gehört der defensive Part dem Gegner.

Dann stand Miralem Sulejmani genau richtig, um die Flanke von Sven Joss mit dem Kopf ins Netz zu befördern. Das dritte Kopfballtor seiner Karriere, wie er sich später erinnerte, war das Führungstor für YB gegen Lugano in einem chancenarmen Spiel. Dieses 1:0 in der 72. Minute war auch YBs erste Grosschance. Dass Guillaume Hoarau, der ansonsten blass blieb, nur zwei Minuten später zum 2:0 traf, ersparte den Gästen das Zittern um die drei Punkte.

Angefangen hatte YB im sonnigen Tessin druckvoll. Es war spürbar, dass die Mannschaft den Eindruck, den sie beim 0:0 gegen Lausanne in der Vorwoche hinterlassen hatte, korrigieren wollte. «Wir haben um einiges besser gespielt als gegen Lausanne, waren aktiv in der gegnerischen Platzhälfte, aber uns fehlte die Durchschlagskraft», resümierte Adi Hütter.

Mit einer Dreierkette, die in der Rückwärtsbewegung zur Fünferabwehr wurde, stellten sich die Luganesi den Young Boys in den Weg, denen es deshalb lange nicht gelang, für Gefahr im Strafraum zu sorgen. «Wir haben in der ersten Halbzeit nicht genug Chancen kreiert. In der zweiten Hälfte kamen wir dem Tor dann immer näher», sagte Sulejmani, der die Berner in dieser Partie auf Kurs gebracht hatte.

Nachdem er zuletzt immer wieder auf der Ersatzbank hatte Platz nehmen müssen, stand Sulejmani am Sonntag wie bereits im Spiel gegen Lausanne in der Startaufstellung. Auch er hatte in jener Partie bei dem allgemeinen Fokus auf die defensiven Pflichten nicht im Angriff glänzen können. Gegen Lugano war die Mannschaft offensiver eingestellt, rieb sich aber am bissigen Gegner auf.

«Gerade auswärts ist es schwierig, gegen eine solche Mannschaft einen Weg zu finden und ein Tor zu schiessen», erklärte Sulejmani und betonte, dass trotz der angriffigeren Ausrichtung Vorsicht geboten war: «Eine Mannschaft wie Lugano kann aus dem Nichts attackieren. Spieler wie Alioski oder Sadiku können jederzeit den Unterschied machen.»

Jung und solid

Armando Sadiku war es, der einem Tor für den Gastgeber am nächsten kam. «Er hatte die einzige Chance für Lugano. Unsere Verteidigung war stabil», sagte Adi Hütter. Yvon Mvogo, der sonst wenig zu tun hatte, parierte gegen die FCZ-Leihgabe. Gefährlich wurde es nochmals in der 81. Minute, als Nuhus Rückpass zu kurz geriet und Alioski fast profitieren konnte.

Nuhu konnte ihn beim Abschluss stören, der Ball flog über das Tor. «Das war ein individueller Fehler. So etwas sollte er nicht tun», urteilte der YB-Trainer. Neben dem Patzer vermochte Nuhu in der Innenverteidigung aber zu überzeugen. Er war Teil einer stabilen und sehr jungen Abwehrkette.

Kasim Adams Nuhu selbst ist erst 21 Jahre alt, ebenso wie Kevin Mbabu, der auf der rechten Aussenverteidigerposition spielte. Joss, der am Sonntag auf links wechselte und den Vorzug vor Lecjaks erhielt, ist 22 Jahre alt. Zwölf Jahre älter ist Alain Rochat, der mit Nuhu zusammen die Innenverteidigung bildete. Steve von Bergen stand wegen seiner Rückenbeschwerden, die vom Spiel gegen Lausanne herrühren, nicht im Aufgebot.

«Wie die Stürmer nach hinten, müssen die Defensivspieler auch nach vorne arbeiten», hielt Hütter fest. Ersterem wurde gegen Lausanne Rechnung getragen, Joss und Mbabu als Vorbereiter der beiden Tore verkörperten am Sonntag den zweiten Teil des Credos. Luft nach oben hat YB allemal, doch bekanntlich zählt im Fussball am Ende das Resultat. So lautete auch das Fazit von Hütter ganz trocken: «Guter Auftritt mit verdientem Sieg.»


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Zw ... y/26202740

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 Beitrag Verfasst: Montag 20. März 2017, 16:27 
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Maurermeister und Mittelstürmer

YB spielt in Lugano zwar deutlich besser als eine Woche zuvor in Lausanne (0:0). Doch offensiv gelingt den Young Boys erneut sehr wenig. Dann verwerten sie ihre zwei guten Chancen innerhalb von zwei Minuten zum 2:0-Sieg.

Im Stadion Cornaredo hinter dem Fanblock Luganos hat es eine viel befahrene Kreuzung. Wer am Sonntagnachmittag auf der Haupttribüne der Arena sass, weiss Bescheid, weil der Besucher viel Zeit besass, nicht nur die pittoreske Umgebung zu bewundern. Man hatte das Gefühl, jedes im Kanton Tessin zugelassene Fahrzeug fuhr zwischen 13.45 Uhr und 15.30 Uhr über diese Kreuzung.

Unten auf dem Rasen überstürzten sich die Ereignisse eher nicht, die Stadionanzeige verriet, dass es 25 Grad warm war, und mit gemütlichem Sommerfussball hatte das Geschehen zwischen Lugano und YB sehr viel zu tun. Das lag vor allem an den Gastgebern, die so destruktiv antraten wie die Young Boys eine Woche zuvor in Lausanne. Mit einem Fünferblock vor dem eigenen Strafraum sowie drei Akteuren gleich davor, die ebenfalls wenig Anstalten unternahmen, den Ball freundlich zu behandeln.

Alioski, der Alleinunterhalter

Luganos Angriffskonzept bestand vor allem in langen und hohen Befreiungsschlägen, immerhin versehen mit den allerbesten Glückwünschen an den bedauernswerten Adressaten Ezgjan Aljoski. Der schnelle, trickreiche Offensivspieler erfüllte die Sonderrolle im Kick-and-Rush-Stil seines Teams mit Leidenschaft. Der frühere YB-Junior rannte und rannte und rannte, er erinnerte an eine aufgeregte Hummel, derart wirr schickten ihn die Mitspieler auf die Reise.

In Lugano war es 25 Grad warm. Und mit gemütlichem Sommerfussball hatte das Geschehen sehr viel zu tun.
Nadelstiche vermochte der arme Kerl selten zu setzen, weil sich meistens zwei oder drei Gegenspieler um ihn kümmerten. Einmal aber wäre der fantasielose Plan Luganos beinahe aufgegangen. Das war in der 55. Minute, als Alioski nach einem weiten Schlag den Ball an der Eckfahne behaupten und Davide Mariani eine scharfe Flanke anbringen konnte. In der Mitte tauchte Stürmer Armando Sadiku wie ein Geist auf. Doch der Torjäger sah seinen flotten Volleyschuss von YB-Goalie Yvon Mvogo pariert.

Der YB-Doppelschlag

Ein Treffer wäre ein reicher Ertrag gewesen für den FC Lugano, der sich weigerte, Risiken einzugehen. Die Young Boys dagegen zeigten bereits in den ersten zwei, drei Minuten mehr Offensivgeist als bei der Nullnummer in Lausanne. Doch nach nicht einmal einer Viertelstunde bauten sie an diesem prächtigen Tessiner Frühlingstag krass ab, es schlichen sich Abspielfehler und Unaufmerksamkeiten ein, durchsetzen jedenfalls vermochten sich die YB-Offensivspieler lange Zeit nicht. Ihr Trainer Adi Hütter meinte, sein Team habe zwar deutlich besser als in Lausanne gespielt, «aber uns fehlte oft die nötige Entschlossenheit».

Und so erspielten sich die Young Boys wie eine Woche zuvor keine gute Torgelegenheit. Diesmal aber nur 72 Minuten. Dann tankte sich Sven Joss auf der linken Seite energisch (weil nicht aufgebend) und glückhaft (weil mit Prellball) durch. Und in der Mitte stand Miralem Sulejmani, wo er als Flügelspieler selten steht. In vorbildlicher Mittelstürmerposition.

Der feinfüssige Serbe erzielte eines seiner raren Kopfballtore – und stand zwei Minuten später auch am Ursprung des zweiten Treffers. Sulejmani, diesmal wieder am Flügel, kombinierte sich mit dem auffälligen Kevin Mbabu über rechts durch, dessen Hereingabe landete bei Guillaume Hoarau, der dort stand, wo er fast immer steht. In vorbildlicher Mittelstürmerposition. Der Goalgetter, zuvor fast nur mit Ballverlusten aufgefallen, erzielte präzis via Innenpfosten das 2:0. YB nutzte die zwei Aussetzer der Lugano-Maurermeister effizient.

In Gefahr gerieten die Gäste nur einmal, als der sonst souveräne Kasim Nuhu an der Mittellinie einen viel zu kurzen Rückpass spielte. Es war – endlich, endlich – eine anständige Vorlage für Alioski, doch den müden Alleinunterhalter verliess nach einem weiteren 40-Meter-Sprint die Kraft, er setzte seinen Heber übers Tor. Und so durfte Adi Hütter vor der Länderspielpause zufrieden festhalten, man habe defensiv erneut überzeugt und verdient gewonnen. In 19 Super-League-Partien seit Ende August hat YB nur einmalverloren.

Erstaunlicherweise entliessen die Tessiner Besucher ihr Team am Sonntag ebenfalls mit Applaus, die Ansprüche an den FC sind offenbar bescheiden, es herrschte eine überaus freundschaftliche Ambiance. Wenn am Donnerstag der SCB beim HC Lugano zum zweiten Playoff-Halbfinalspiel antritt, wird das ganz anders sein. Drüben auf der anderen Strassenseite, gleich hinter der viel befahrenen Kreuzung.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/15546834

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 Beitrag Verfasst: Montag 20. März 2017, 16:30 
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Gedränge auf den Flügeln

Bei YB ist der Konkurrenzkampf heftig. Gerade auf den Seiten. Sven Joss, Miralem Sulejmani und vor allem Kevin Mbabu gefallen in Lugano.

Tabellarisch gesehen geht es für die Young Boys in den nächsten Wochen nicht mehr um viel. Rang 2 ist kaum mehr zu verlieren, zehn Punkte beträgt der Vorsprung mittlerweile auf Sion, das am Wochenende 0:0 in Luzern spielte. Dennoch dürfte es Trainer Adi Hütter gelingen, seine Akteure ein wenig unter Spannung zu halten.

Einerseits möchten einige Akteure in eine grössere Liga wechseln. Andererseits ist der Konkurrenzkampf heftig. Gestern in Lugano sassen die Stammkräfte Jan Lecjaks und überraschend Yoric Ravet auf der Bank.

Mbabus Dynamik als Pluspunkt

Scott Sutter hat die Young Boys zwar Richtung Orlando, Florida, verlassen, dennoch gibt es auf den Aussenverteidigerpositionen einige Möglichkeiten. Newcastle-Leihgabe Kevin Mbabu überzeugte in Lugano, mit Dynamik, Zweikampfhärte und Offensivstärke ist er ein moderner Rechtsverteidiger. Noch haben die Young Boys nicht entschieden, ob sie sich um eine Weiterverpflichtung des 21-Jährigen bemühen werden. Alles andere würde aber erstaunen.

Weil Mbabu eine Spielgelegenheit erhielt, rückte Sven Joss in Lugano von rechts auf links. In Lausanne hatte er noch sehr fehlerhaft gegen den flinken Benjamin Kololli agiert, gestern gefiel der Youngster besser. Auch wegen seiner Offensiv­aktionen. «Mir gefällt es, wenn ein Aussenverteidiger auf beiden Seiten einsetzbar ist», sagt Adi Hütter, «früher war ja Gianluca Zambrotta ein gutes Beispiel dafür.» Auch Bayerns Philipp Lahm, der Ende Saison seine glanzvolle Karriere beendet, brilliert rechts wie links (und sogar im zentralen Mittelfeld) auf Weltklasseniveau.

Davon ist Joss natürlich weit entfernt. Immerhin hat er auch wegen seiner Vorarbeit vor dem ersten YB-Treffer in Lugano einen Schritt nach vorne gemacht in der Aussenverteidigerhierarchie. «Wir haben zwei schön herausgespielte Tore erzielt», sagt Joss nach dem 2:0-Sieg, «und defensiv wenig zugelassen.» Ihm sei es nicht so wichtig, auf welcher Seite er spiele. Und als Stammspieler fühle er sich sicher nicht, das sei nicht angebracht.

Bald wird der Konkurrenzkampf noch grösser, in Lugano fehlten die verletzten Innenverteidiger Steve von Bergen und Grégory Wüthrich, dafür sass Loris Benito, der YB-Defensivspieler mit dem grössten Potenzial, nach Verletzungspause auf der Bank.

Seltenes Erfolgserlebnis

Den Status einer Fixkraft bei YB hat Miralem Sulejmani. Eigentlich. In den letzten Wochen aber sass der körperlich oft nicht überzeugende Flügelspieler mehrmals auf der Bank. Das warme Wetter im Tessin behagte dem Spassfussballer sehr, er war an beiden Toren beteiligt. «Das war eine solide, gute Leistung von uns», sagt Sulejmani.

Und er erzählt, es sei erst das dritte Kopftor in seiner Profikarriere gewesen, die ersten zwei habe er noch für Ajax Amsterdam erzielt. Nach der butterweichen Flanke von Joss hatte der Techniker gestern keine Mühe, das 1:0 für YB zu erzielen. Und ein wenig Eigenwerbung zu betreiben.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/25488707

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