03.03.2017

Zitat:
Er hexte YB aus dem Cup
So tickt Winti-Held Minder
Er ist Koch, verehrt Roman Bürki, liebt Winterthur – und er hexte YB aus dem Cup: Matthias Minder (23).
Alle schiessen, alle scheitern: Schick, Hoarau, Assalé, Ravet, wieder Schick, noch mal Ravet – Matthias Minder krallt sich ihre Bälle. Eine Verlängerung ohne den Winti-Goalie? Undenkbar. Ein Hohn, dass es nach 120 Minuten 2:2 steht.
Gegen Ravet schlägt Minders Stunde, die «grösste, schönste, beste» seiner Karriere, wie er selber sagt. Er taucht, macht, wie er sagt «noch etwas mit der rechten Hand».
Und hält den Penalty. Winti kegelt YB raus. Das Erfolgsrezept? «Instinkt, Überzeugung. Und: Stade de Suisse, YB – ich hatte mega Lust.» Minder sagts einen Tag danach, als er an einem Shorley nippt. Keine besondere Vorbereitung auf die Schützen? «Nein, ich habe nur Hoaraus Penaltys aus dem TV gekannt.»
Minder, 23-jährig, 1,85 Meter gross, hält für den FC Winterthur, seit er elf Jahre alt ist. Winti ist seine Stadt, sein Zuhause. Beim FCW zu spielen, sei «Weltklasse». Hier kennt und mag man ihn. Andreas Mösli, der Geschäftsführer, sagt: «Er ist präsent, im Klub und in der Stadt.»
Seine Verbundenheit mit dem Klub ist offenkundig. Etwa wenn er sich in der Fankurve das Megafon schnappt und Stimmung macht. Und wer würde die Zurückstufung zur Nummer 2 hinnehmen, ohne zu schnöden, wie es Minder tat? Die wenigsten. Im Herbst 2015 löste die YB-Leihgabe David von
Ballmoos Minder ab – nach über einem Jahr als unbestrittene Nummer 1. Jürgen Seeberger war der Trainer – und fand Von Ballmoos schlicht ein bisschen besser.
Minder lernte damit klarzukommen. «Ich sagte mir: Bleib geduldig, trainiere gut. Dann wirst du auch wieder spielen.» Geschäftsführer Mösli sagt: «Vorbildlich, wie kollegial er und Von Ballmoos miteinander umgehen.»
Und schlecht sind Minders Aussichten nicht: Geht Von Ballmoos im Sommer zurück nach Bern, führt an Minder kein Weg vorbei zur Nummer 1.
Bei einem anderen Klub wäre er dies am liebsten: bei den Bayern. «Seit ich atmen kann, bin ich Fan.» Von Manuel Neuer schwärmt er. Und von Roman Bürki. «Unglaublich, wie der spielt.» Bürkis Mut bei Flanken, sein offensives Spiel – das imponiert Minder, dessen Stil jenem des Dortmunders ähnelt. Im Stade de Suisse zeigt sich dies. Eine Flanke, die er an diesem Abend nicht selbstsicher vom Himmel pflückt? Gibts nicht.
Wo sich der gelernte Koch, der ab und an für Kollegen den Kochlöffel schwingt, in ein paar Jahren sieht? «In der Super League – am liebsten mit Winti.»
http://www.blick.ch/sport/fussball/cup/ ... 11094.html