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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 01:32 
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YB pflegt die Kunst des grandiosen Scheiterns

Zum zweiten Mal innert weniger Jahre stellt Winterthur YB ein Bein. Der Aussenseiter siegt im Penaltyschiessen, Ravet scheitert als einziger Elfmeterschütze.

Man musste es gesehen haben: wie die YB-Spieler am Schluss dieses langen Abends auf dem Feld herumstanden, verloren und ratlos, keiner schien dem anderen Trost zu spenden, aber vielleicht wusste auch niemand so richtig, ob es wirklich fertig war – ob sie tatsächlich eingetroffen war, die nächste Unerklärlichkeit des Berner Fussballs. Und am anderen Ende des Stadions wirkten auch die Winterthurer in ihrer Party etwas unsicher und ungeübt.

Der Cup bot YB die Chance, die Saison zu retten oder: «etwas zu bewegen».

YB findet stets irgendeinen Weg, das Glück zu umgehen – vielleicht liegt darin die Erkenntnis dieses Mittwochabends. Wie sooft in den letzten Jahren waren die Berner im Cup an einem Aussenseiter gescheitert, diesmal gegen den Neunten aus der Challenge League, erneut im Penaltyschiessen – wie schon 2011 gegen denselben Gegner, als Christian Gross der YB-Trainer gewesen war und ebenso vehement wie erfolglos versucht hatte, diesen melancholischen Fussballklub irgendwie umzupolen.

Vladimir Petkovic, Gross, Martin Rueda, Uli Forte – alle erlitten sie mit YB mehr oder weniger peinvolle Cup-Niederlagen. Doch unter dem Trainer Adi Hütter bekam das Scheitern eine neue Dimension. Diesmal unterlag YB dem Aussenseiter nicht in der Höhle des kleinen Löwen, in Le Mont oder Buochs oder Wil oder Winterthur, sondern daheim, im Stade de Suisse. Der Cup bot YB die Chance, die Saison zu retten oder: «etwas zu bewegen», wie Hütter gesagt hatte, «in der Meisterschaft sind wir zu weit weg» – eine nachvollziehbare Optik bei 17 Punkten Rückstand auf Basel.

In Bern gibt es die legendäre Sehnsucht nach einem Titel, aber vielleicht wird sie immer stiller, erst recht nach diesem Abend. Alles sprach für die Young Boys, nach acht Minuten führten sie dank Guillaume Hoarau 1:0, es folgte das 2:0 durch Leonardo Bertone, Pause, alles klar. Doch es kam der Moment, als Hütter am Spielfeldrand entlang schlenderte, er rümpfte die Nase, schaute zu Boden. Und man hätte zu gerne gewusst, was ihm durch den Kopf ging – welch stilles Donnerwetter sich in ihm zusammenbraute, nachdem er zuvor schon einige Male unzufrieden gewirkt hatte, beim Stand von 2:0, wohlgemerkt.

Sie hätten sich «bis auf die Knochen blamiert», sagte Hütter später.

Aber nun hiess es plötzlich 2:2, Winterthur hatte ausgeglichen, vom Trainer Umberto Romano unablässig angetrieben, mit Gesten, denen man plötzlich positive Energien anzudichten wagte – und allmählich drängte sich die Frage auf, ob YB doch wieder stolpern würde. Nach gut einer Stunde hatte Silvio zum 1:2 getroffen, kurz darauf Manuel Sutter zum 2:2; und wer sich vor Augen hielt, welch bunten Strauss von Streichen der Cup YB schon gespielt hatte – der hielt nichts für unmöglich. Schon wie es überhaupt soweit hatte kommen können, zu so viel Hektik und zu so viel frühem Frust bei YB-Fans – eigentlich undenkbar. Niemand schien zu wissen, wie die Winterthurer zwei Tore hatten schiessen können. Aber es war geschehen.

Danach machten sie nichts mehr, ausser sich zu wehren. In der Verlängerung traf Hoarau Latte und Pfosten, am Schluss verbuchte YB fast 30 Torschüsse – aber kein Goal mehr als der Gegner. Es folgte das Penaltyschiessen, und als gelte es die Bedeutung des Moments zu unterstreichen, gesellte sich auch der Sportchef Christoph Spycher aufs Feld. Aber es war zu spät, um den YB-Spielern diese gewisse Ernsthaftigkeit zu vermitteln. Sie hätten sich «bis auf die Knochen blamiert», sagte Hütter später.


https://www.nzz.ch/sport/schweizer-cup- ... -ld.148667

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 01:34 
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YB scheitert im Elfmeterschiessen an Winterthur

Die Young Boys scheitern auch in diesem Jahr im Viertelfinal des Schweizer Cups. Die Entscheidung fiel am Mittwochabend im Penaltyschiessen, das Winterthur gewann und damit für den 5:7-Endstand sorgte.

YB scheitert im Penalty-Krimi an Winterthur. Zum Unglücksraben auf Berner Seite avancierte Yoric Ravet. Der Franzose, der bereits gegen Ende der regulären Spielzeit sowie in der Verlängerung jeweils eine Chance zum 3:2 kläglich vergeben hatte, scheiterte im Penaltyschiessen mit seinem schwach getretenen Versuch an Winterthurs Keeper Matthias Minder. Das Unvermögen Ravets war Minders Glück. Der 24-Jährige ist in der Meisterschaft hinter der YB-Leihgabe David von Ballmoos nur die Nummer 2 bei den Zürchern.

Während die Zürcher, die sich in der Challenge League in aktuter Abstiegsgefahr befinden, erstmals seit 2012 wieder in die Runde der letzten vier einzogen, scheiterte YB im K.o.-Wettbewerb einmal mehr gegen einen unterklassigen Vertreter. Seit der Saison 2003/04 zogen die Berner neunmal gegen einen Gegner aus einer unteren Liga den Kürzeren. In Anbetracht des Rückstands von 17 Punkten in der Meisterschaft auf den FC Basel dürfte auch in diesem Sommer das Berner Warten auf den ersten Titel seit 1987 weitergehen. Damals holte YB den Cup und damit seinen bislang letzten Pokal in die Klub-Vitrine.

Die Berner hatten sich das bittere Ende selbst zuzuschreiben. Nach 45 Minuten hatte nichts auf eine weitere Cup-Blamage hingedeutet. Der Tabellenzweite der Super League dominierte die erste Halbzeit fast nach Belieben, führte durch die Treffer von Guillaume Hoarau und Leonardo Bertone, der einen Freistoss aus 20 Metern herrlich verwandelte, 2:0 und liess ein halbes Dutzend weiterer erstklassiger Chancen ungenutzt.

Entscheidende fünf Minuten

Die Winterthurer spielten schwach, wirkten in der Defensive überfordert und kamen in der Offensive nur zu einem guten Abschluss durch Schättin, dessen Schuss kurz vor der Pause Mvogo glänzend parierte. Nach einer Stunde Spielzeit fanden die Gäste aber innerhalb von fünf Minuten aus dem Nichts zurück ins Spiel. Silvio (61.) und der kurz zuvor eingewechselte Manuel Sutter (66.) nutzten eklatante Berner Abwehrschwächen zum Ausgleich.

Der Doppelschlag zeigte Wirkung. Die Berner wirkten geschockt und danach spielerisch phasenwiese blockiert. Erst in der Verlängerung, als die Kräfte bei den Gästen schwanden, trat das Heimteam wieder dominant auf. Hoarau hatte den Lucky Punch für YB zweimal auf dem Fuss. In der 92. Minute traf der Berner Toptorschütze die Latte, in der 113. Minute den Innenpfosten.

Young Boys - Winterthur 2:2 (2:2, 2:0) n.V. - Winterthur 5:3-Sieger im Penaltyschiessen.

9462 Zuschauer. - SR Pache. - Tore: 8. Hoarau (Schick) 1:0. 39. Bertone (Freistoss) 2:0. 61. Silvio (Roth) 2:1. 66. Sutter (Schättin) 2:2. - Penaltyschiessen: Di Gregorio 0:1. Hoarau 1:1. Cani 1:2. Ravet 1:2 (Minder hält). Schuler 1:3. Frey 2:3. Sutter 2:4. Sanogo 3:4. Silvio 3:5.

Young Boys: Mvogo; Sutter (83. Joss), Nuhu, Von Bergen, Lecjaks; Schick (69. Frey), Bertone (91. Sanogo), Zakaria, Ravet; Hoarau, Assalé.

Winterthur: Minder; Roth, Katz, Schuler; Mangold; Di Gregorio, Gazzetta, Radice (59. Cani), Schättin (81. Lanza); Silvio, Sliskovic (59. Sutter).

Bemerkungen: Young Boys ohne Benito, Gerndt, Wüthrich (alle verletzt), Gajic, Mbabu, Sulejmani (alle nicht im Aufgebot), Winterthur ohne Avanzini, Ljubicic, D'Angelo, Russo (alle veletzt). 92. Lattenschuss Hoarau. 113. Pfostenschuss Hoarau. Verwarnungen: 38. Gazzetta (Foul). 50. Katz (Foul). 83. Schuler (Reklamieren). 108. Lanza (Foul). 119. Minder (Unsportlichkeit).

Alle Jahre wieder: YB scheitert auch in diesem Jahr an einem Kontrahenten der unteren Ligen. Von den 120 Minuten der regulären Spielzeit dominierten die Young Boys 115. Winterthur reichten in der zweiten Hälfte fünf Minuten, um den Rückstand auszugleichen. Im Penaltyschiessen behielt Winterthur den kühleren Kopf und setzte sich am Ende mit 7:5 durch.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB ... y/24802328

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 01:35 
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«Das ist fast wie das Wunder von Bern»

Winterthur hat im Cup-Viertelfinal die Sensation geschafft. Die Zürcher eliminieren YB im Penaltyschiessen.

0:2 lagen die Winterthurer zur Pause zurück. Dann blamierten sie die Young Boys bis auf die Knochen. Innert fünf Minuten glichen sie aus. Danach behielten sieim Penaltyschiessen die Nerven. Während bei den Bernern Yoric Ravet scheiterte, verwandelten alle Unterklassigensouverän. Der Vorletzte der Challenge League steht sensationell im Halbfinal.

Entsprechend gross ist die Freude bei den Winterthurern. Goalie Matthias Minder sieht den Erfolg «fast wie das Wunder von Bern.» Leandro Di Gregorio will jetzt noch «kurz feiern». Einen Wunschgegner im Halbfinal hat Marco Mangold nicht: «Wenn man YB schlägt, kann man jeden schlagen.» Weil nur wenig Zeit zum Feiern bleibt vor dem nächsten Ligaspiel, will Mangold die grosse Feier für den 25. Mai aufsparen – nach dem Cupfinal in Genf.


http://www.20min.ch/sport/fussball/story/23680571

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 12:48 
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YB-Noten: Gegen Winterthur fehlte die Effizienz

Im verlorenen Cupviertelfinal gegen Winterthur agieren einige Akteure der Young Boys schwach.

Yvon Mvogo: Note 4
Zwei gute Paraden, bei den Gegentoren mit wenig Chancen, ansonsten kaum geprüft. Im Elfmeterschiessen war er an den Schüssen nie nahe dran.

Scott Sutter: Note 3
Wie viele Teamkollegen tauchte der Rechtsverteidiger nach einer Stunde Spielzeit komplett ab. Nun schlichen sich Stellungsfehler und Passmängel ein, vor dem 2:2 mit einer ungenügenden Kopfballabwehr.

Kasim Nuhu: Note 2
Vor dem ersten Gegentor lief ihm Torschütze Carlos Silvio davon, vor dem zweiten rückte er überhastet aus seiner Position nach vorne. Auch sonst mit einigen ­üblen Patzern und Wacklern.

Steve von Bergen: Note 3,5
Lange Zeit wenig geprüft. Doch als YB ins Taumeln geriet, hielt auch der Captain die Defensive nicht zusammen. Immerhin rettete er einmal in extremis und verhinderte das 2:3.

Jan Lecjaks: Note 2,5
Mit zwei sehr guten Schussge­legenheiten, aber mit weniger ­guten Flanken. Der Tscheche baute danach gleichfalls enorm ab. Manchmal mit unerklärlichen Pässen ins Niemandsland.

Denis Zakaria: Note 3
Wenig Einfluss aufs Spiel, kaum Ideen nach vorne.

Leonardo Bertone: Note 3,5
Vorerst aggressiv und laufstark, dann mit herrlichem Freistosstor, später auch fahrig.

Thorsten Schick: Note 2,5
Setzte sich wieder selten durch, blieb blass, an der Entstehung des 1:0 eher zufällig beteiligt.

Yoric Ravet: Note 3,5
Ein ständiger Unruheherd, mit starken Aktionen, aber im Abschluss ebenfalls mit vielen, teilweise kläglichen Fehlversuchen. Verschoss als einziger Schütze im Penaltyschiessen.

Roger Assalé: Note 4
Nach flottem Beginn lange Zeit abgemeldet. Ab und zu meldete sich der Sprinter zurück. Bei zwei Aktionen gegen ihn hätte man, bei strenger Regeauslegung, Elfmeter pfeifen können.

Guillaume Hoarau: Note 4
Mit Abstaubertor zum frühen 1:0. Auch der Torjäger war am Mittwochabend ein Anti-Torjäger, vergab mehrere Topchancen. In der 92. Minute bei einem Lattenschuss mit Pech. Und in der 113. Minute bei einem Innenpfostenschuss mit grossem Pech.

Michael Frey: Note 3
69. Minute für Schick. Glücklos, kompliziert, überhastet.

Sven Joss: Note 4
83. Minute für Sutter. Ordentlicher Auftritt, stabil, solid.

Sékou Sanogo: Note 4
91. Minute für Bertone. Sofort mit viel Punch und einigen Weitschüssen. In der 108. Minute verpasste aber auch er aus wenigen Metern und völlig unbedrängt das Siegtor.

Noten: 6 = herausragend; 5 = gut; 4 = solid; 3 = ungenügend; 2 = schlecht; 1 = sehr schlecht.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/12949970

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 12:50 
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Adi Hütter: «Wir haben uns bis auf die Knochen blamiert»

Die Young Boys sind nach dem Cupaus gegen den FC Winterthur bedient. «Wir haben uns aus dem Konzept bringen lassen. Das darf einer Klassemannschaft nicht passieren», sagt YB-Trainer Adi Hütter.

Spätestens als Yoric Ravet den zweiten YB-Elfmeter verschiesst, beginnt sich auch der optimistische Berner mit dem eine Stunde zuvor noch Undenkbaren zu befassen. Die Young Boys können im Cupviertelfinal gegen den FC Winterthur tatsächlich ausscheiden. Obwohl sie nach einer Stunde komfortabel 2:0 geführt, vermeintlich alles im Griff gehabt hatten.

Und weil die Gäste keine Nerven zeigen, jeden Penalty souverän verwandeln, wird die Liste der peinlichen YB-Niederlagen im Cup am Mittwochabend um einen Eintrag länger. «Wieder sind wir in einem Spiel ausgeschieden, in dem wir eigentlich hätten weiterkommen sollen», sagt Leonardo Bertone.

Aber warum eigentlich?

Mit der Antwort tun sich die Young Boys schwer. Rechtsverteidiger Scott Sutter, der mit YB schon manch bitteres Cupaus erlebt hat, muss passen, findet, das Geschehene sei unerklärlich. Bertone meint: «Nach dem Anschlusstreffer kam Nervosität auf.»

«Das ist eine Katastrophe.»
Steve von Bergen


Und Captain Steve von Bergen sagt: «Mit jedem Tor ist Winterthur selbstbewusster geworden. Und wir wurden unsicherer.» Einig sind sich die Spieler darüber, dass es keine Ausrede gebe. «Das ist eine Katastrophe», sagt Von Bergen. «Nach 2:0-Führung muss man einfach weiterkommen, egal wie.»

Lob für die Fans

Klartext spricht auch Trainer Adi Hütter, als er eine Stunde nach dem Spiel endlich an der Medienkonferenz sitzt. «Wir haben uns bis auf die Knochen blamiert. Das schmerzt unglaublich», sagt der Österreicher. Nach dem Anschlusstreffer sei das Team nervös geworden. «Wir haben uns aus dem Konzept bringen lassen. Das darf einer Klassemannschaft nicht passieren.» Einzig für die Fans findet er lobende Worte. Weil sie mit ihrer Unterstützung nie aufgehört hätten. «Für sie tut es mir unglaublich leid.»

Über die Folgen dieser Niederlage scheint sich Hütter bewusst zu sein. «Wir haben eine Menge angerichtet», sagt er. Er werde sich nicht von der Verantwortung drücke, meint der 47-Jährige weiter. «Wir haben alle versagt.» Das will er heute Vormittag im Training ansprechen. «Mit reden», ist seine Antwort, als er gefragt wird, wie eine solche Niederlage verdaut wird.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/12860475

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 12:53 
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«Wir haben uns bis auf die Knochen blamiert»

von Peter Berger - YB leckt einmal mehr die Wunden nach einem Cup-Aus. Nach der Blamage gegen Winterthur ist Klartext angesagt.

«Wir haben uns bis auf die Knochen blamiert», nimmt Adi Hütter kein Blatt vor den Mund. «Wenn man zuhause 2:0 führt, muss man einfach fähig sein, gegen Winterthur zu gewinnen.» Weil das gründlich misslang, hat nun auch der Österreicher erstmals richtig erfahren, was das Wort veryoungboysen bedeutet. Der YB-Trainer mag darauf nicht eingehen, sagt aber: «Wir haben es verbockt.» Seit 2009 wartet YB nun schon darauf, endlich wieder einmal in einen Cup-Halbfinal einzuziehen.

Heute wird Hütter mit den Spielern Klartext reden. «Ich werde ihnen ganz klar sagen, was sie angerichtet haben, und das ist eine Menge.» Aber bereits bis am Samstag im Derby gegen Thun muss die Mannschaft wieder aufgerichtet sein. «Das wird schwierig und geht nur mit Gesprächen», so Hütter.

Captain Steve von Bergen weiss, dass nach der «Katastrophe, mental schwierige Tage folgen. Wir brauchen einen Moment, um wieder aufzustehen.»


http://www.20min.ch/sport/fussball/story/12076219

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 12:54 
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Das nächste Cup-Fiasko

YB führt 2:0, scheidet im Cup-Viertelfinal gegen den FC Winterthur dann aber auf unglaubliche Art aus.

Es waren nicht die Berner, sondern die vielen mitgereisten Winterthurer Fans, die sangen, als die YB-Viertelstunde im Stade de Suisse anbrach. «YB esch nervös», hallte es quer durch das Stadion. Und was niemand im Vorfeld für möglich gehalten hatte: YB war in dieser 76. Minute nervös – und wie!

«YB esch nervös», sangen die Anhänger des Gastes auch in der Verlängerung und später vor dem Penaltyschiessen. Dazu hätten es die Berner an diesem Abend niemals kommen lassen dürfen. Doch um 22.00 Uhr war es so weit. Und in diesem Shootout liess ein Berner die Nervenstärke vermissen: Yoric Ravet brachte den Ball nicht am überragenden Matthias Minder vorbei, der im Cup stets den Vorzug gegenüber der YB-Leihgabe David von Ballmoos erhält. Und weil sich keiner der fünf FCW-Schützen eine Blösse gab, stand plötzlich fest, was niemand für möglich gehalten hatte: Der FC Winterthur ist im Halbfinal, YB ausgeschieden. Der Traum, nach 30 Jahren wieder einmal eine Trophäe zu gewinnen, war beendet, ohne dass es jemand auf Berner Seite begreifen konnte.

«Wir haben uns blamiert bis auf die Knochen»: Adi Hütter nahm kein Blatt vor den Mund. Für den YB-Trainer war es nicht akzeptabel, «wie wir dieses 2:0 aus der Hand gegeben haben».

Zuzuschreiben hatten sich die Young Boys dies selber. Eine Stunde lang war alles nach Plan gelaufen. Hoarau, wer sonst, stand schon nach acht Minuten wieder einmal goldrichtig und musste Schicks gekonnten Ableger nur noch einschieben. Die stark pressenden Berner hatten den ersten Patzer der unterklassigen Gäste clever zur frühen Führung. Und spätestens als Bertone nach 39 Minuten einen Freistossball gefühlvoll über die Mauer zum 2:0 in die hohe Torecke hob, hätte niemand auf die unterklassigen Gäste gewettet.

Nachlassen teuer bezahlt

Doch YB nahm von diesem Moment an den Fuss vom Gaspedal – und das sollte es sehr teuer zu stehen kommen. Kurz vor der Pause hatten sie zwar noch Glück, dass Schättin bei der ersten Chance der Gäste freistehend vor Mvogo am YB-Goalie scheierte. Nach einer Stunde war der erste Winterthurer Treffer aber Tatsache: Carlos Silvio entwischte der YB-Abwehr nach einem weiten Zuspiel und hob den Ball über Mvogo ins Tor. Nur fünf Minuten später drückte der eingewechselte Manuel Sutter eine Hereingabe zum 2:2 über die Linie.

Viel Pech in der Verlängerung

Plötzlich war es ein neues Spiel: hier der immer kecker aufspielende Aussenseiter, dort der immer gehemmter auftretende Favorit. Erst in der Verlängerung, als die Kräfte der Winterthurer allmählich nachliessen, waren die Rollen wieder anders verteilt. YB versuchte nun alles, doch Hoarau traf zuerst nur die Latte, dann den Pfosten, Assalé verzog und Sanogo drosch den Ball freistehend knapp am Tor vorbei. Und was sonst aufs Tor kam, war eine sichere Beute des grossartig haltenden Minder. Der 24-jährige Goalie war bei Winterthur am Ende die gefeierte Figur. Für die vom Rasen schleichenden Berner gab es stattdessen laute Piffe. «Ich finde keine Worte, das Ausscheiden ist unglaublich», sagte Steve von Bergen im Kabinengang. «Unglaublich» sei es gewesen, sagte auch ein anderer. Er war mit dem Abend jedoch sehr zufrieden. Es war Winterthurs Trainer Umberto Romano.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Da ... y/31088825

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 12:55 
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Unentschuldbares Scheitern

Mildernde Umstände gibt es für das Scheitern von YB in diesem Viertelfinal keine. Ein Kommentar des «Bund»-Sportredaktors Alex Trunz.

In einer Beziehung sind die Young Boys konstant: Immer, wenn sie den Eindruck erwecken, gefestigter zu sein als in der Vergangenheit, leisten sie sich die nächste Peinlichkeit. Das Aus im Penaltyschiessen gegen den FC Winterthur ist ein weiteres unrühmliches Kapitel in der jüngeren YB-Cupgeschichte, in der ein blamabler Auftritt den nächsten ablöst. Wie sich die favorisierten Berner aber gestern die Halbfinalqualifikation noch stehlen liessen, ist kaum mehr zu überbieten. 2:0 hatten sie nach 39 Minuten geführt, die Arbeit schien verrichtet, doch dann schlich sich ein Schlendrian ein, den man auch mit einem vehementen Aufbäumen in der Verlängerung nicht mehr korrigieren konnte.

Mildernde Umstände gibt es für das Scheitern in diesem Viertelfinal keine. Der Gegner, der eine Stufe tiefer um den Verbleib in der Liga spielt, galt als krasser Aussenseiter. Die Berner besassen den Heimvorteil mit dem Kunstrasen, konnten praktisch das bestmögliche Aufgebot nominieren und verfügten individuell über die klar bessere Substanz. Und dann lief anfänglich auch das Spiel ganz nach ihren Wünschen. Alles sprach für YB, nichts, aber auch gar nichts mehr für den Gegner. Und doch hiess der Sieger am Ende FC Winterthur. So bleibt nach den gestrigen Ereignissen nur die ketzerische Frage: Was braucht es noch alles, damit YB in der Lage ist, eine machbare Aufgabe zu lösen?

Statt heute gespannt auf die Auslosung der Halbfinals zu blicken, werden die Berner damit beschäftigt sein, ihre Wunden zu lecken. Zum fünften Mal in den letzten sechs Jahren sind die Young Boys nun im Cup an einem unterklassigen Gegner gescheitert. In dieser Statistik wird sie so schnell kein anderer Club überbieten. Das blamable Aus ist auch für Adi Hütter die erste kapitale Niederlage, für die er einen Teil der Verantwortung übernehmen muss. Wieder gutmachen lässt sich dieses Aus im Cup in dieser Saison nicht mehr. Vielleicht in der nächsten Spielzeit. Die Hoffnung auf bessere Zeiten immer wieder zu vertagen – in dieser Beziehung ist YB schon lange besser als die Konkurrenz.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Un ... y/22748500

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 12:56 
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YB ist nach Cup-Blamage in Schockstarre

«Das ist meine bitterste Stunde»

YB-Trainer Adi Hütter (47) verleiht dem Sensations-Out gegen Zweitligist Winterthur eine historische Dimension.

Acht, neun Jahre sei er nun Trainer. Dies hier sei zusammen mit dem Out in der Champions-League-Qualifikation mit Red Bull Salzburg gegen Malmö seine bitterste Stunde, sagt der YB-Coach.
Äusserlich wirkt er gefasst. Innerlich siehts anders aus. Das merkt man, wenn er ehrlich sagt: «Bitte verzeihen Sie, wenn ich nicht immer die entsprechende Antwort finde. Das ist schwer in Worte zu fassen.» Im Schockzustand leidet die Eloquenz.

Klar Worte fand auch Scott Sutter, der wie immer auch dann hinsteht, wenns wehtut. Das tun längst nicht alle. Der Routinier beschreibt die Stimmung in der Kabine nach dem entscheidenden Penalty von Winterthurs Silvio: «Niemand sagte etwas. Jeder war mit sich selber beschäftigt. Das war keine schöne Atmosphäre!»

Sutter bringt Verständnis dafür auf, wenn die Leute mittlerweile sagen, sowas bringe nur YB fertig: «Da kann ich nicht dagegen argumentieren. Es gibt keine Ausreden. Es gibt kein Wenn und Aber. Ich bin nun auch schon acht Jahre bei YB. Und in diesen acht Jahren habe ich nichts gewonnen. Nein, unsere Fans haben mehr verdient als das.»

In eine ähnliche Richtung zielt YB-VR- Präsident Hanspeter Kienberger: «Mir tun vor allem unsere Fans leid. Und all die Leute, die teils seit Jahren im Stade de Suisse arbeiten. Die hätten es verdient, endlich einmal richtig jubeln zu können.»

Das kann nun Winti. Auch der Mann, der vor 30 und 31 Jahren mit seinen Toren dafür gesorgt hatte, dass die YB-Fans damals so richtig jubeln konnten: Der Meisterschütze von 1986, Dario Zuffi, heute Co-Trainer bei Winti. Mitleid hat er mit YB nicht: «In so einem Fall denkt man nicht an den Gegner, an YB. Egal, ob die hundert Jahre keinen Titel gewonnen haben. Irgendwann wird YB sicher wieder einen Titel holen. Vielleicht nächste Saison, oder in zwei, drei Jahre. Zum Glück für uns nicht mehr diese Saison.»


http://www.blick.ch/sport/fussball/cup/ ... 04640.html

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. März 2017, 12:58 
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«Das ist das Berner Drama»

Es war kaum möglich noch zu verlieren, aber YB schaffte es beim gestrigen Cup-Viertelfinale gegen Winterthur. YB-Fans am Morgen danach: irgendwo zwischen Sprachlosigkeit und Schockstarre.

Am Morgen nach dem YB-Drama gegen Winterthur herrscht bei Fans und Sympathisanten der Berner Young Boys durch die Bank Enttäuschung und Fassungslosigkeit. «Ich habe schlecht geschlafen», sagt YB-Fan und «Bund»-Fussball-Blogger Christian Zingg auf Anfrage. Er sei immer noch «fassungslos». «YB schafft es immer wieder neue Tiefpunkte zu erreichen», sagt Zingg. Er habe Mitleid mit den jungen YB-Fans in seinem Bekanntenkreis: «Die durften bisher leider keinen einzigen Titel miterleben», sagt er. Lediglich etwas Gutes kann er dem gestrigen Drama abgewinnen: «Wenn man YB-Fan ist, dann ist das eine gute Lebensschule. Man lernt Bescheidenheit auf die harte Tour.»

«Steht das Forever im YB-Logo für den Fluch?»

Die BDP-Grossrätin Vania Kohli, die nach eigenen Angaben lebenslanger YB-Fan ist und zudem einen Sitz im YB-Beirat innehat, findet zunächst gar keine Worte zu dem Spiel gestern. Nach einem längeren Schweigen sagt Kohli dann: «Ich frage mich, ob das Forever im YB-Logo für den Fluch steht, der auf den Young Boys lastet», sagt sie. Und weiter: «Wenn eine Mannschaft so viele Chancen hat und in solch einer Besetzung auf dem Feld steht, dann dürfen die Spieler einfach nicht die Nerven verlieren.»

GLP-Stadtrat Manuel C. Widmer ist bekennender YB-Fan. Seiner Enttäuschung über die Leistung der Young Boys machte Widmer schon während des Spiels gestern Abend auf dem Kurznachrichtendienst Twitter Luft. Scheinbar war es für den Stadtrat schwer zu glauben, dass auf dem Kunstrasenfeld im Stade de Suisse Profifussballer am Werk waren.

Ex-Stadtrat und YB-Urgestein Urs Frieden war im Wankdorf selber vor Ort. «Ich befinde mich noch in der Schockstarre», sagt er am Donnerstagmorgen auf Anfrage. Laut Frieden gibt es im Schweizer Cup zwei ungeschriebene Regeln: Die eine beruhe auf dem «Walliser Mythos» – «Der FC Sion gewinnt im Finale immer, egal wie weit er im Rückstand ist», sagt Frieden. Die andere Regel nennt Frieden das «Berner Drama». «Da wieder herauszukommen ist schwierig.»


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Da ... y/26047059

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