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 Beitrag Verfasst: Sonntag 19. Oktober 2014, 17:23 
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Coole Basler, ineffiziente Berner

Dem FC Basel genügt ein Treffer von Shkelzen Gashi, um die Young Boys zum zweiten Mal zu bezwingen. Der Unterschied zwischen den Teams bleibt der Gleiche: die Qualität im Abschluss.

Das alte Lied von der Effizienz – es kann praktisch in jeder Begegnung zwischen den Young Boys und dem FC Basel gesungen werden. YB-Powerflügel Renato Steffen bricht es auf eine Zeile herunter: «Wer keine Tore schiesst, kann auch nicht gewinnen.» Da freut sich das Phrasenschwein – und der FCB. Denn in der zweiten Halbzeit wähnte sich manch ein Rotblauer im falschen Film. Angriff auf Angriff der wie verwandelt aus der Kabine gekommenen Berner rollte auf das Tor von Tomas Vaclik los. Doch im Gegensatz zu den letzten Meisterschaftsspielen gegen Thun und St. Gallen hielt das Basler Bollwerk dicht. «Wir haben gezeigt, dass uns so ein Fehler wie in St. Gallen nicht zweimal passiert», konstatierte Davide Calla zufrieden.

Die Geschichte mit der Effizienz schien aber bis weit in die erste Halbzeit neu geschrieben zu werden. Shkelzen Gashi (7.), Breel Embolo (14.) und Geoffroy Serey Die (24.) vergaben beste Chancen mit ungenügenden Abschlüssen. Es brauchte den Aussetzer von Alain Rochat, der Matias Delgado den Ball vor dem eigenen Strafraum schenkte. Dann ging es blitzschnell: Delgado auf Embolo, der zwei Berner auf sich zog und Gashi bediente. Dieser liess sich seine zweite grosse Gelegenheit nicht entgehen und bezwang Yvon Mvogo mit einem überlegten Diagonalschuss aus wenigen Metern. «Ich sage mal: Ich bin einfach gut gestanden», meinte Gashi grinsend nach dem Schlusspfiff. Der Topskorer setzte nach einer schwierigen Zeit mit Krankheit und Verletzung in Abwesenheit des verletzten Captains Marco Streller ein eindrückliches Zeichen: «Ich wollte der Mannschaft zeigen, dass ich wieder da bin. Schön, dass ich gleich so helfen konnte.»

Gelungene Hauptprobe

Dass Gashis fünftes Saisontor der einzige Treffer blieb, war in erster Linie ein Verdienst der Young Boys. Die Gelbschwarzen schienen sich geradezu zu weigern, ihre Dominanz zu Beginn der zweiten Halbzeit in etwas Zählbares umzumünzen. Ob Steffen, der eingewechselte Hoarau oder immer wieder Nuzzolo – der Ausgleich wollte nicht fallen. «Wir haben Qualität im Team, nicht nur technisch-taktisch, sondern auch charakterlich», lobte Calla die geschlossene Mannschaftsleistung des Meisters, der die Trendwende trotz vieler Absenzen in der Länderspielpause schaffte. «Unser Ziel waren die drei Punkte, und das haben wir geschafft», hielt auch Rückkehrer Philipp Degen fest, wies aber auch auf die ausgelassenen Möglichkeiten vor der Pause hin: «Mit einer besseren Chancenauswertung wäre es gar nie so spannend geworden.»

Der Konjunktiv konnte den Baslern schliesslich egal sein. Er ist aber ein treuer Begleiter der Young Boys. Einmal mehr zeigten sie eine gute Leistung, brachten sich mit ihrem Unvermögen aber selber um den Lohn. Allerdings muss man auch sagen, dass es gegen den FCB schwierig wird, wenn man erst nach der Pause wirklich anfängt zu spielen. Gästetrainer Paulo Sousa schliesslich kann sich nicht nur über drei höchst willkommene Punkte freuen, sondern auch über das dritte Meisterschaftsspiel ohne Gegentor. Das ist vor dem wichtigen Auswärtsspiel in der Champions League gegen Ludogorez Rasgrad sicher nicht das Schlechteste.

BSC Young Boys - FC Basel 0:1 (0:1)
22'002 Zuschauer. – SR Hänni. – Tor: 31. Gashi (Embolo) 0:1.
Young Boys: Mvogo; Sutter, Von Bergen, Rochat, Lecjaks; Bertone (46. Gajic), Sanogo; Steffen, Kubo (80. Costanzo), Nuzzolo; Afum (46. Hoarau)..
Basel: Vaclik; Xhaka, Suchy, Aliji; Degen (69. Hamoudi), Serey Die, Diaz, Calla; Gashi (82. Sio), Delgado (76. Frei); Embolo..
Bemerkungen: YB ohne Bürki, Gerndt, Hadergjonaj, Vitkieviez (alle verletzt), Zarate (rekonvaleszent/U21), Basel ohne Gonzalez (gesperrt), Streller, Schär, Safari, Ivanov, Samuel (alle verletzt), Elneny (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 45. Steffen (Unsportlichkeit), 52. Aliji (Foul), 68. Hoarau (Unsportlichkeit), 69. Degen (Zeitverzögerung), 74. Vaclik (Unsportlichkeit), 91. Costanzo, 94. Sio (beide Foul).


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Co ... y/14569810

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 19. Oktober 2014, 17:24 
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Gashi schiesst Basel an die Spitze zurück

Der FC Basel hat das Verfolgerduell bei den Berner Young Boys mit 1:0 gewonnen und zumindest temporär die Tabellenspitze zurückerobert. Den einzigen Treffer der Partie erzielte Shkelzen Gashi in der 31. Minute.

Die Zuschauer im Stade de Suisse kamen zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten zu sehen. Besass Basel in der 1. Halbzeit mehr Spielanteile, waren die Gastgeber in Durchgang 2 klar tonangebend.

Doch Guillaume Hoarau, Yuya Kubo oder Raphaël Nuzzolo sündigten im Abschluss. Und weil auch der agile Renato Steffen in der 84. Minute seinen Schuss aus kurzer Distanz von FCB-Keeper Tomas Vaclik abgewehrt sah, schafften es die Gäste, den Vorsprung über die Zeit zu zittern.

Gashi trifft nach Rochat-Aussetzer

Vor der Pause hingegen war praktisch nur Basel offensiv gefährlich in Erscheinung getreten. Folgerichtig gingen die Gäste nach einer guten halben Stunde durch Shkelzen Gashi in Führung.

Nach einem Fehlpass von Alain Rochat schalteten Matias Delgado und Breel Embolo blitzschnell und spielten Gashi mustergültig frei. Der FCB-Angreifer bekundete in der Folge keine Mühe, aus kurzer Distanz seinen 5. Saisontreffer zu erzielen. Damit beendet der albanische Nationalspieler eine Durststrecke von über 2 Monaten ohne Torerfolg in der Super League.

Zuvor hatten Gashi (7.), Embolo (14.) und Geoffroy Serey Die (29.) mit ihren Abschlüssen den Führungstreffer verpasst.


http://www.srf.ch/sport/fussball/super- ... ze-zurueck

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 19. Oktober 2014, 17:26 
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YB-Nuzzolo nach 0:1 gegen FCB

«Das ist wieder eine bittere Niederlage»

Meister Basel gewinnt auswärts bei den Young Boys mit 1:0. Die Berner rennen vergeblich dem Führungstreffer von Gashi (31.) hinterher.

Das Spiel: Nach der Länderspiel-Pause fehlt den Teams zu Beginn etwas der Rhythmus. Kaum Strafraumszenen in den ersten 25 Minuten. Ein taktisches Match. Das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg von Basel fällt in der 31. Minute etwas aus heiterem Himmel. In der zweiten Hälfte kommt mehr Pfeffer ins Spiel, doch YB kann den Lucky Punch nicht mehr landen. Die Basler bringen den Sieg solide nach Hause.

Das Tor:
0:1, 31. Minute – YB offeriert Basel das Goal leichtfertig. Rochat schlägt bei einem Entlastungsfreistoss weit in der YB-Hälfte einen Fehlpass Marke katastrophal. Delgado geht dazwischen, passt auf Embolo. Der junge Bebbi gibt quer weiter auf Gashi, der kaltblütig an YB-Keeper Mvogo vorbei einschiesst.

Das gab zu reden:
In der 68. Minute kommt es zu einer Rudelbildung! Auslöser: YB-Stürmer Hoarau macht Philipp Degen Beine und schubst ihn, weil dieser zuvor von Oberschenkel-Krämpfen geplagt am Boden gelegen hat und den Platz nicht sofort verlassen wollte. Eine Minute später wird Degen unter einem gellenden Pfeifkonzert ausgewechselt, Hoarau erzielt nur wenige Sekunden später den vermeintlichen Ausgleich. Dieser wird aber wegen einer Abseitsposition nicht gegeben.

Statistik: FCB-Stürmer Shkelzen Gashi schiesst sein 5. Saisontor, das erste allerdings seit dem 17. August. Basel überholt den FCZ wieder und bleibt mindestens bis Sonntag Leader. Der FCB bleibt YB-Trainer Fortes Angstgegner. Gegen kein anderes Team hat er weniger Punkte geholt (nur 15 in 20 Matches).

Der Beste:
Guillaume Hoarau. Bringt Schwung und überzeugt mit seiner Physis. Es bleibt das Geheimnis von Uli Forte, warum er seinen französischen Stürmer erst in der 46. Minute einwechselt.

Der Schlechteste:
Alain Rochat. Verschuldet mit einem katastrophalen Fehlpass den Gegentreffer und ist hauptverantwortlich für die Pleite.

So gehts weiter:
Für beide Teams gibts nächste Woche europäische Duelle. Am Mittwoch spielt der FCB in der Champions League bei Rasgrad. Die Berner spielen in der Europa-League zuhause gegen Napoli (Donnerstag).

Aktion der Woche: Die Fussballspiele an diesem Wochenende stehen in der Super League, als auch in der Challenge League unter dem Motto «Gegen Gewalt und Diskriminierung». Zum dritten Mal in Folge sind alle 20 Klubs bei der Aktion von FARE dabei und unterstützen sie. Klubs bis hinunter zur 2.Liga interregional machen mit. An der europäischen Aktionswoche sind noch viele andere Länder beteiligt.


YB-Basel 0:1 (0:1)

Stade de Suisse, 22002 Fans

Tore: 31. Gashi (Embolo) 0:1.

Bemerkungen: YB ohne Hadergjonaj, Bürki, Gerndt, Vitkieviez (alle verletzt). Basel ohne Streller, Ivanov, Schär, Safari (alle verletzt). Gonzalez (gesperrt). Elneny (abwesend).

YB: Mvogo; Sutter, Von Bergen, Rochat, Lecjaks; Sanogo, Bertone; Steffen, Kubo, Nuzzolo; Afum.

Basel: Vaclik; Degen, Xhaka, Suchy, Aliji; Serey Die, Diaz; Gashi, Delgado, Callà; Embolo.

Gelb: 45. Steffen (Schwalbe). 51. Aliji (Foul). 76. Vaclik (Foul). 68. Hoarau (Unsportlichkeit). 69. Degen (Unsportlichkeit). 90. Costanzo (Foul). 90. Sio (Foul).

Einwechslungen:

YB: Hoarau 5; (46. für Afum). Gajic (46. für Bertone). Costanzo (80. für Kubo).

Basel: Hamoudi (70. für Degen). Frei (77. für Delgado). Sio (82. für Gashi).



http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 07351.html

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 Beitrag Verfasst: Montag 20. Oktober 2014, 14:32 
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Niederlage nach bekanntem Drehbuch

YB hat mal wieder gegen Basel unglücklich verloren – und muss dabei erneut einen sonderbaren Entscheid des Referees verdauen.

Es ist kurz vor Mitternacht am Samstagabend, bald zwei Stunden nach Spielende, und doch sind auf dem Vorplatz des Stade de Suisse noch Hunderte Berner Fussball- und Bierfreunde versammelt. YB hat gegen den FCB 0:1 verloren, aber schmerzhafte Berner Niederlagen im Duell mit den Baslern ist man gewohnt.

Mal wieder haben die Young Boys ein wichtiges Spiel verloren, sie liegen nach der 12.Runde 7 Punkte hinter Basel und 8 hinter Leader Zürich, der am Sonntag das Derby bei GC 3:1 gewann – und stehen bloss auf Rang 5. Manch ein YB-Fan findet sich schon mit einer weiteren Saison in der Bedeutungslosigkeit ab. «Dieses Spiel hätten wir niemals verlieren dürfen», sagt YB-Mittelfeldspieler Raphael Nuzzolo. «Wir hatten so viele Chancen.»

Wann, wenn nicht diesmal?

Der Auftritt der Young Boys war nach der Pause zuweilen berauschend, letztlich aber stecken sie auf ihrer Himmel-und-Höllen-Fahrt gerade wieder in einer Talsohle. Und es passt zu diesem ausserordentlich merkwürdigen Wundertütenverein, dass YB bei den vier Liganiederlagen in Basel, Zürich und Aarau sowie am Samstag gegen den FCB keineswegs enttäuschte – und deutlich mehr Möglichkeiten herausspielte als bei manchem glückhaften Sieg. Unter dem Strich aber ist die Bilanz mit 18 Punkten aus 12 Partien ungenügend für die ambitionierten Berner.

Dabei müssen sich die Young Boys nach diesem Treffen mit dem Serienmeister fragen: Wann – wenn nicht diesmal – will man den FCB schlagen? Die Gäste hinterliessen keinen unwiderstehlichen Eindruck. Im wilden Personalmix ihres Trainers Paulo Sousa und ohne zahlreiche Stammkräfte waren sie vor der Pause ordentlich, danach schwach, sie liessen jede Menge Chancen zu und wussten am Ende wohl selber nicht, wie sie ohne Gegentor hatten bleiben können. Sie haken das Gebotene routiniert als Arbeitssieg ab. «Wichtig sind die 3 Punkte gegen einen Konkurrenten», meint Philipp Degen.

Für YB sind Rang 1 und 2 dagegen wieder weit weg. Und wenn man möchte, darf man ketzerisch festhalten, die Qualität im Team reiche halt nicht dazu aus, vorne mitzuspielen. «Wir leisten uns zu viele Fehler», sagt Flügelspieler Renato Steffen, und auch Nuzzolo findet, YB habe sich selber geschlagen: «Basel spielte nach der Pause ja gar nicht mehr mit, aber wir profitierten nicht davon.» Alain Rochat, der das Gegentor mit einem kläglichen Fehlpass verschuldete, nennt seinen Aussetzer einen «brutalen Fehler». Davon hatten Rochat und seine Mitstreiter in der Defensive zuletzt einige im Angebot.

Erneut Ärger mit Spielleiter

Und so reichte Basel ein kühler Abschluss von Shkelzen Gashi zum 1:0-Erfolg im mit 22'000 Zuschauern ansprechend gefüllten Stade de Suisse. Überraschend kaum thematisiert wurde am Wochenende der aktuellste Beitrag, ungefähr Volume 15, in der mühseligen Debatte, wonach der FCB in Partien gegen YB vom Schiedsrichter begünstigt werde. Allein in den letzten zehn Monaten gab es nun vier Direktduelle, in denen die Spielleiter mit krassen Fehlern Einfluss nahmen – und den Young Boys schadeten.

Zum dritten Mal hiess der Referee dabei am Samstag Nikolaj Hänni. Er hatte YB im letzten Dezember in Bern beim 2:2 in der Nachspielzeit einen klaren Elfmeter verweigert. Und er hatte im Februar, als Basel einen 0:2-Rückstand zu Hause in einen 3:2-Sieg drehte, die Young Boys in mehreren Szenen erbost – unter anderem, als er bei einer brutalen Attacke von Taulant Xhaka an Alexander Gerndt keine Rote Karte zückte.

Am Samstag annullierte Hänni Mitte der zweiten Hälfte einen Treffer Guillaume Hoaraus aus unerfindlichen Gründen. Nuzzolo und Jan Lecjaks hatten sich auf der linken Seite durchgespielt, ehe Hoarau den Pass von Lecjaks verwandelte. Just bei der Hereingabe pfiff Hänni ab – keiner wusste warum. Gegenüber YB-Vertretern erklärte Hänni offenbar, er habe ein Foul Nuzzolos gesehen. Aber in den TV-Aufnahmen ist zu erkennen, dass Nuzzolo gar nicht in einen Zweikampf verwickelt gewesen war – und der Pfiff ohnehin später erfolgte. Für YB ist Hännis sonderbarer Entscheid erneut sehr bitter.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/17072608

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 Beitrag Verfasst: Montag 20. Oktober 2014, 14:33 
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Kein Fanmarsch, aber Ausschreitungen zwischen Basler und Berner Fussballfans

Vor dem Super-League-Spiel YB gegen den FC Basel kam es im Breitenrainquartier am Samstag zu Scharmützeln zwischen den Fanlagern. Sicherheitsdirektor Reto Nause ist mit dem Polizeieinsatz zufrieden.

Es war ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel, das sich Basler Fans und die Kantonspolizei Bern am späten Samstagnachmittag im Berner Nordquartier lieferten. Mehrere Hundert Basler reisten wie angekündigt nicht mit dem Extrazug via S-Bahnhof Wankdorf nach Bern, sondern bereits im Verlauf des Nachmittags in Regelzügen über den Hauptbahnhof. Gegen 17.30 Uhr machten sich die Fans in Richtung Wankdorfstadion auf – nicht in einem organisierten Marsch, sondern in kleineren und grösseren Gruppen auf verschiedenen Routen.

Eine grössere Gruppe Basler marschierte durch die Beundenfeldstrasse, wo sich das YB-Fanlokal Halbzeit befindet. Zu diesem Zeitpunkt fand dort ein Anlass des Fare-Netzwerks Schweiz statt. Am Fare-Aktionstag vom Samstag setzten sich nebst YB auch andere Fussballclubs gegen Gewalt, Rassismus und andere Diskriminierungsformen ein. Am Anlass im Halbzeit waren nebst rund 200 zum Match eingeladenen Flüchtlingen auch YB-Präsident Werner Müller und YB-Chefscout Stéphane Chapuisat anwesend. Es blieb friedlich, trotzdem übt YB-Fanarbeiter Lukas Meier Kritik: «Es war nicht sehr geschickt, dass die Polizei die Basler am YB-Fanlokal vorbeilotste.»

Vier verletzte Personen

Eskaliert ist die Situation kurze Zeit später im Raum Breitenrainplatz, wo sich der harte Kern der YB-Fans traditionellerweise vor den Spielen trifft. Laut Kantonspolizei Bern kam es dort zu Provokationen und Konfrontationen zwischen den gegnerischen Fangruppierungen, wobei bei gewalttätigen Ausschreitungen vier Männer zwischen 19 und 26 Jahren verletzt wurden. Die Verletzten mussten mit mehreren Ambulanzen ins Spital gebracht werden.

Gemäss Augenzeugen trieb die Polizei die YB-Fans in Richtung der Basler. «Es ist bedauerlich, dass es nicht gelungen ist, die Konfrontation zu verhindern», sagt Lukas Meier. Die Polizei entgegnet auf Anfrage, dass eine vollständige Fantrennung in einem verwinkelten Wohnquartier fast unmöglich sei. Sie schreibt in ihrer Mitteilung, dass dank gezieltem Mitteleinsatz und Interventionen der Polizei die Fans schliesslich getrennt werden konnten.

Die Polizei hielt 13 YB-Anhänger und 4 Basler Fans an. Insgesamt wurden 13 Personen auf die Wache gebracht und genauer kontrolliert. Alle 17 Angehaltenen – der Jüngste ist 17, der Älteste 30 Jahre alt – stehen in dringendem Verdacht, Straftaten begangen zu haben. Den Beschuldigten werden unter anderem Raufhandel, Landfriedensbruch, Hinderung einer Amtshandlung sowie Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz und gegen das Vermummungsverbot zur Last gelegt.

Die Beschuldigten werden nach Abschluss der Ermittlungen an die zuständige Staatsanwaltschaft rapportiert respektive der Jugendanwaltschaft zugewiesen. Nach dem Spiel kam es aus polizeilicher Sicht zu keinen Zwischenfällen.

Nause lobt den Polizeieinsatz

Bereits im Vorfeld betonte Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP), dass ein Fanmarsch nicht bewilligt werde. Allenfalls sind die Basler deshalb einzeln und nicht in einer grossen Masse ins Stadion marschiert.

«Die Kantonspolizei hat einen ausserordentlich schwierigen Einsatz sehr gut gemeistert», sagte Nause gestern. Die Polizei habe Schlimmeres verhindern können, ausserdem sei es zu keinem Fanwalk gekommen. «Dass die beiden Fanlager die Konfrontation gesucht haben, bestärkt mich in meiner Ansicht, dass die Anreise via S-Bahnhof Wankdorf erfolgen muss», sagte Nause. Dank dieses Bahnhofs könne die Fantrennung nämlich lückenlos gewährleistet werden. Er sei froh, dass keine Drittpersonen zu Schaden gekommen seien und es nach gestrigem Kenntnisstand auch keine Sachschäden gegeben habe.


«Spielbetrieb wird für Gewalt missbraucht»

Der Schweizerische Fussballverband liess sich nach den Krawallen beim Cupfinal im letzten April lange Zeit, bis er Stellung bezog. Anders die Swiss Football League (SFL), die für den Meisterschaftsbetrieb verantwortlich ist. In einer gestern veröffentlichten Mitteilung findet die SFL deutliche Worte, zumal es nicht nur in Bern (siehe Haupttext), sondern auch in Aarau nach dem Spiel des FC Aarau gegen den FC St.Gallen zu Ausschreitungen kam. «Die Swiss Football League verurteilt die Aktionen aufs Schärfste», heisst es im Communiqué. Claudius Schäfer, CEO der SFL, wird wie folgt zitiert: «Wir sind perplex, dass eine Minderheit der Fussballanhänger unseren Spielbetrieb wieder für Gewalt und Zerstörung missbraucht hat. Wir erwarten, dass die fehlbaren Personen identifiziert, der Justiz zugeführt und mit einem mehrjährigen Stadionverbot belegt werden.» Und weiter sagt Schäfer: «Wir appellieren an die Fankurven, die zum Teil ideologische Züge aufweisende Missachtung der Anweisungen der Behörden in Zukunft dringend zu unterlassen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die von allen Zuschauern sehr geschätzte stimmungsvolle Unterstützung der Mannschaft.»


http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... y/10853089

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 Beitrag Verfasst: Montag 20. Oktober 2014, 14:35 
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YB-Noten: Steffen-Gala in 2. Hälfte

Bei der 0:1-Niederlage gegen Basel präsentieren sich die Akteure der Young Boys sehr unterschiedlich.

Yvon Mvogo: Note 4,5
Eine mehr als ordentliche Leistung, hatte aber wenig zu tun. Wirkte sicher bei Flanken, beim Gegentor war Mvogo chancenlos.

Scott Sutter: Note 4
Defensiv ohne Aussetzer, nach vorne aber zu wenig zwingend, zudem mit ungenügenden Flanken.

Steve von Bergen: Note 4,5
Deutlich besser als in den letzten Wochen, hielt die Abwehr meistens zusammen, organisierte klug, war präsent. Dennoch ab und zu mit kleinen Fehlern.

Alain Rochat: Note 2,5
Eigentlich mit guter Leistung, gewann viele Zweikämpfe. Sein unfassbarer Fehlpass vor dem Basler Tor aber zerstörte die Vorstellung.

Jan Lecjaks: Note 4
Es war nicht der beste Abend des Tschechen, der zwar auf der linken Seite mehrmals nach vorne preschte, bei seinen Pässen aber zu wenig präzis war. Einmal aber, beim aus unerklärlichen Gründen aberkannten Tor Hoaraus, war die Hereingabe stark. Hinten vor der Pause zweimal mit sehr ungenügenden Defensivaktionen.

Leonardo Bertone: Note 3
Zu viele Sicherheitspässe, war zweimal unaufmerksam – und wurde zur Pause ausgewechselt.

Sékou Sanogo: Note 4
Rieb sich in vielen Zweikämpfen auf, schaltete teilweise zu langsam um, war aber als Aggressivleader ein wichtiger Faktor im YB-Spiel. Renato Steffen: Note 5
Vor der Pause bei den Baslern abgemeldet, aber nach dem Seitenwechsel drehte Steffen auf – und spielte rund 20 Minuten auf sensationell hohem Niveau. Er war von den überforderten Baslern nicht zu stoppen, dribbelte rasant und flink – und leitete mehrere gute Chancen von YB mit grossartigen Aktionen ein.

Yuya Kubo: Note 4
Erhielt im 4-2-3-1-System erneut – wie zuletzt in Aarau (2:3) – eine Chance als Spielmacher. Der junge Japaner enttäuschte keineswegs, war aber weniger gefährlich als noch in Aarau und setzte sich zu selten durch.

Raphael Nuzzolo: Note 4,5
Weniger auffällig als Steffen, aber dennoch mit einigen guten Szenen. Im Abschluss jedoch schwach – einmal mit einem überhasteten Kopfball, einmal mit einem Schuss weit übers Tor.

Samuel Afum: Note 3
War vorne auf sich alleine gestellt in der ersten Halbzeit, kämpfte eifrig, aber blieb blass.

Guillaume Hoarau: Note 5
Kam zur Pause für Afum – und war sofort ein Gewinn, weil er den Ball halten konnte, klug weiterleitete – und nahezu jedes Kopfballduell gewann. Pech, zählte sein Tor überraschend nicht.

Milan Gajic: Note 4,5
Kam zur Pause für Bertone. War aktiver, besser, brachte Ruhe in den YB-Aufbau, war ballsicher und mit einigen guten Pässen.

Moreno Costanzo: ohne Note
80.Minute für Kubo. Zu kurz im Einsatz für eine Note.

6=herausragend; 5=gut; 4=solid; 3=ungenügend; 2=schlecht; 1=sehr schlecht.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/25969636

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 Beitrag Verfasst: Montag 20. Oktober 2014, 14:37 
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Nause sieht sich bestätigt, Fanarbeit ist skeptisch

Trotz Ausschreitungen vor dem Spiel YB - FC Basel sieht der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) das Hooligan-Konkordat nicht als gescheitert. Im Gegenteil, es sei «die richtige Strategie». Dennoch: Scharmützel lassen sich wohl auch künftig nicht verhindern.

Rund acht Monate ist es her, seit die Stimmberechtigten des Kantons Bern deutlich Ja zum verschärften Hooligan-Konkordat gesagt haben. Zu einem Gesetz also, das den Behörden die Möglichkeit gibt, die Durchführung von Fussball- und Eishockeyspielen an Auflagen zu binden. So können sie bei Risikospielen etwa ein Alkoholverbot verfügen oder aber eine bestimmte Anreise der Gästefans verlangen.

Letzteres hatte der Berner Gemeinderat im Vorfeld des Spiels vom Samstag zwischen dem BSC Young Boys und dem FC Basel von den auswärtigen Matchbesuchern gefordert. Einen Fanmarsch, zu dem Basler Fans im Internet aufgerufen hatten, bewilligte der Gemeinderat nicht. Trotz dieser Massnahmen kam es vor dem Spiel aber zu Ausschreitungen zwischen Fans beider Lager.

«Hochachtung vor Entscheidung»

Von einem Scheitern des Hooligan-Konkordats wollte der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) gestern aber nichts wissen. Im Gegenteil, er sehe sich darin bestätigt, dass die Anreise der auswärtigen Fussballfans über den Bahnhof Wankdorf «die richtige Strategie sei». Das Gros der FC-Basel-Fans habe sich daran gehalten und habe den Extrazug ins Wankdorf genommen. Zudem sei es nicht zu einem Fanwalk vom Hauptbahnhof zum Stade de Suisse gekommen, wie ihn einige Basel Fans angekündigt hatten. Schlimmeres sei auch dank der Polizei verhindert worden.

Dass der Gemeinderat den Fanmarsch nicht bewilligt hatte, hat der kantonale Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen: «Ich habe Hochachtung vor dieser Entscheidung», sagte er gestern auf Anfrage. Es sei «ein Schritt in die richtige Richtung». Auch die Aufforderung, über den Bahnhof Wankdorf anzureisen, sei richtig gewesen. «Der Grossteil der Fans hat Verständnis dafür.» Nur jene, die eben nicht des Spiels wegen kämen, sondern den Konflikt suchten, könnten mit solchen Auflagen nichts anfangen, sagte Käser.

Und solche «gewaltbereiten Matchbesucher» – er spreche bewusst nicht von Fans, denn das seien sie nicht – werde es immer geben, da nütze auch das beste Gesetz nichts. Daher sei es wichtig, dass die zuständigen Behörden vor jedem Spiel die Situation neu beurteilten und je nach Ausgangslage Massnahmen treffen würden. Dabei dürfen gemäss Käser auch der Ausschluss gegnerischer Fans oder gar ein Geisterspiel, also ein Spiel ohne Publikum, kein Tabu sein.

Polizeipräsenz als Provokation

Einer, der nach wie vor nicht viel mit dem verschärften Hooligan-Konkordat anfangen kann, ist GFL-Stadtrat Manuel C. Widmer. Der Vorfall vom Samstag sei für ihn eine Bestätigung dafür, dass ein solches Konkordat nichts bringe, sagte er gestern auf Anfrage. «Jene, die sich prügeln wollen, tun dies sowieso, ob nun mit oder ohne entsprechendes Gesetz.» Ausschreitungen wie am Samstag werden gemäss Widmer auch künftig nicht zu verhindern sein. Ganz im Gegenteil, er glaube sogar, dass sich das Problem möglicherweise sogar noch verschärfen werde. «Wenn pubertierende, testosterongesteuerte Jugendliche ein derartiges Polizeiaufgebot sehen, fühlen sie sich gleich doppelt provoziert.» Dies könne sogar den Effekt haben, dass sich die gegnerischen Fangruppen gemeinsam gegen die Polizei verbündeten, «eine ziemlich absurde Situation». Obwohl auch er kein Patentrezept habe, wie Szenen wie jene vom Samstag vermieden werden könnten, glaubt Widmer, dass eine weniger sichtbare Polizeipräsenz sinnvoll wäre. So wäre der Reiz, Scharmützel anzuzetteln, für viele ­geringer.

Reto Nause will hingegen auf Kombi-Tickets setzen, die Gästefans nur Zutritt zum Stadion zulassen, wenn sie mit dem offiziellen Extrazug anreisen. Lukas Meier von der Fanarbeit Bern hält davon herzlich wenig: «Nicht vorstellbar, wie man das kontrollieren wollte – es kann ja doch jeder individuell anreisen und sich vor Ort an der Kasse ein Ticket holen.» Sowieso ist Meier skeptisch, was das Hooligan-Konkordat angeht: «Es bewahrheitet sich, was wir vor der Abstimmung stets betont haben: Viele Instrumente lassen sich nicht umsetzen.»


http://www.derbund.ch/bern/nachrichten/ ... y/16693688

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 Beitrag Verfasst: Montag 20. Oktober 2014, 14:38 
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Gastgeber in Schenkerlaune

YB ist besser als der FCB, kassiert aber die erste Heimniederlage in dieser Saison. Besonders bitter: Das Basler Siegestor ermöglicht Alain Rochat mit einem monumentalen Fehlpass. YB fällt auf Platz fünf zurück.

Das Erste, was YB-Trainer Uli Forte tat, als der Match vorbei war: Er lief laut ­fluchend zur Spielerbank und schlug mit der Hand an die Dachverschalung. Sein Gefühlsausbruch war nachvollziehbar. Die Young Boys standen gegen den FC Basel einmal mehr mit leeren Händen da, obwohl sie zumindest eine Halbzeit lang eindeutig besser gewesen waren. Was das Ganze noch schlimmer machte: Den Baslern hatte eine höchst durchzogene Leistung gereicht, um sich in Bern die drei Punkte zu sichern. «Diese Niederlage fuchst mich extrem», sagte Forte später. Der FCB hätte in der zweiten Halbzeit das Spiel verweigert, klagte ­Raphael Nuzzolo. Womit er nicht einmal unrecht hatte. Renato Steffen regte sich auf, weil er und seine Teamkollegen erst mit Verspätung die Handbremse hatten lösen können. «Wenn wir von Anfang derart viel Druck machen, so gewinnen wir diesen Match.»

Doch um ein Spiel zu gewinnen, muss man nun mal Tore erzielen. In dieser Disziplin schnitten die Young Boys am Samstagabend vor über 22'000 Zuschauern ganz schwach ab. Ein halbes Dutzend guter bis sehr guter Chancen hatten sie, nicht eine einzige konnten sie verwerten. Stattdessen zeigten sie sich als ­ausgesprochen spendable Gastgeber. Alain Rochat tat den Baslern den Gefallen, ihnen beim Siegestor tatkräftige ­Unterstützung zu leisten, indem er ohne Not einen katastrophalen Fehlpass ins Zentrum schlug. «Ein brutaler Fehler» sei ihm da passiert, wusste der Romand. Er und Bertone, den er habe anspielen wollen, hätten sich missverstanden. ­Basels Captain Delgado war es, der die Situation blitzschnell erfasste: Via Embolo gelangte der Ball zu Gashi, der Mvogo keine Chance liess. Selten war die Bezeichnung Geschenk treffender als in diesem Fall.

YB mit zwei Gesichtern

Zur Pause fragte man sich: Wo hatten die Young Boys all den Mut gelassen, der ­ihnen helfen sollte, dem FCB einen ungemütlichen Abend zu bereiten? Die Versuche, die Basler Verteidigung mit hohen Bällen zu überlisten, hatten etwas Hilfloses. Die Flügelspieler Nuzzolo und Steffen wurden viel zu wenig in die Angriffe einbezogen. Im Zentrum fehlten Kubo, der wie in Aarau den Vorzug gegenüber Costanzo erhielt, Auge und Timing für den perfekten Pass.

Ein Totalausfall war Samuel Afum, der die wenigen Bälle, die er erhielt, meistens postwendend wieder aus den Füssen gab. Die Gäste, die kurzfristig auf den ­angeschlagenen Streller verzichten mussten, kontrollierten das Geschehen mit jeder Minute besser. Oder anders gesagt: Der YB-Motor lief höchstens noch mit zwei Zylindern.

Hoarau bringt Feuer ins Spiel

Zur Pause setzte Forte deutliche Zeichen. Er nahm Bertone und Afum vom Feld und ersetzte sie durch Milan Gajic und Guillaume Hoarau. Und siehe da: Kaum waren die beiden auf dem Feld, begann YBs Sturm-und-Drang-Phase. Im Minutentakt bedrängten die Gastgeber den FCB. Steffen wirbelte am rechten Flügel und stellte seinem Gegenspieler Aliji mal für mal vor Probleme. Auf der anderen Seite nahm Nuzzolo Fahrt auf, er ging direktere Wege und gewann mehr Zweikämpfe. Sein einziges Manko blieb die Genauigkeit bei den Schüssen.

Und schliesslich war da Hoarau, der in vielem, was er tut, an den einstigen tschechischen Internationalen Jan Koller erinnert. Fast immer, wenn der Turm von ­einem Mann den Ball erhielt, wusste er etwas Gescheites damit anzufangen. Seine Präsenz machte YB stärker und brachte die Basler zumindest zwischenzeitlich aus der Balance. Es war gleichzeitig ein klares Zeichen, wer eigentlich die Nummer 1 ist im Angriff. Laut Forte dürfte Hoarau schon im Heimspiel gegen Napoli in der Startelf stehen.

Kein ernsthafter Titelkandidat

Für die Young Boys war es ein ganz schlechtes Wochenende. Nach der zweiten Meisterschaftsniederlage in Folge liegen sie bereits acht Punkte hinter ­Leader FC Zürich und deren sieben ­hinter Basel. Das sind keine Rückstände, die sich nicht wettmachen lassen. Doch YB hat sich im ersten Drittel der Saison 2014/15 nicht so präsentiert, als könnte er bei der Vergabe des Meistertitels ein ernsthaftes Wort mitreden.

Einverstanden: Das Team hat im zweiten Jahr unter Forte-Führung einige Fortschritte erzielt und sich für die Gruppenspiele der Europa League qualifiziert. Doch es ist nach wie vor grossen Leistungsschwankungen ausgesetzt. Die Spieler, die regelmässig höheren Ansprüchen genügen, lassen sich an einer Hand abzählen (von Bergen, Sanogo, Nuzzolo, Steffen, Hoarau). Alle anderen repräsentierten Durchschnitt.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Ga ... y/14136166

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Fortes Last, Sousas Druck

Uli Forte sitzt bei YB fest im Sattel, während sich FCB-Trainer Paulo Sousa weiter auf dünnem Eis bewegt.

So dümpelten sie beide in ihren eigenen Realitäten dahin, gedankenverloren, ernst. Die Partie zwischen YB und Basel kannte am Samstagabend zwar einen resultatmässigen Sieger, an den beiden Trainern war dies jedoch nicht abzulesen. Basel agierte nur zu Beginn mutig, dann höchstens noch clever, erzielte aber das einzige Tor des Abends, während den Young Boys vieles gelang, nur kein Treffer. «Am Ende steht das Resultat», sagte Forte ernüchtert, «da hilft es uns nichts, dass unsere Leistung gegen Basel abermals sehr gut war.»

Bereits Ende August spielte YB beim Meister sehr gut mit, phasenweise sogar besser, verlor aber dennoch mit 1:3. Am Samstag bot sich ein ähnliches Szenario: Nach Schwierigkeiten im ersten Umgang und einem fürchterlichen Fehlzuspiel Alain Rochats vor dem 0:1 steigerte sich YB markant, zog Mal um Mal aufs Basler Tor, ohne aber je zu treffen. FCB-Trainer Paulo Sousa veranlasste das zu einer für ihn typischen kryptischen Analyse, bei der er je länger, je mehr zu sich selbst, als zum Publikum zu sprechen schien.

«Wir haben die Partie lange kontrollieren können und könnten vielleicht sogar höher führen. Mit unseren Fans im Rücken und dem Selbstvertrauen der Spieler haben wir es dann geschafft.» Soweit die nüchterne Analyse des Portugiesen, von dem am Mittwoch mit seinem Team in der Champions League bei Ludogorez Rasgrad im Minimum ein Punkt erwartet wird.

Permanentes Misstrauen

Der Druck, mit dem Paulo Sousa in Basel umzugehen hat, ist mit jenem von Uli Forte in Bern nicht vergleichbar. Mit Siegen allein wird Sousa seinen Anforderungen nicht gerecht, das Basler Umfeld erwartet hohe Spielqualität. Und die intransparente Art, die der einstige Champions-League-Gewinner im Umgang mit Medien und Fans pflegt, führt dazu, dass ein gewisses Mass an Misstrauen immer vorhanden ist – auch, wenn die Resultate stimmen.

Am Samstag wurde Sousas FCB seinem Rendement als stets spielbestimmende Mannschaft zunächst gerecht. Nebst Rochats Patzer, der dann zum Tor durch Shkelzen Gashi führte (31.), hatte Serey Die eine grossartige Möglichkeit, während YB einzig mit zwei halbwertigen Kopfballchancen auffiel.

Die Art, wie sich YB aber nach der Pause gegen die Niederlage stemmte, dürfte dazu beitragen, dass die Trainerfrage in Bern so schnell nicht gestellt wird. Die ersten 20 Minuten nach dem Seitenwechsel sorgten für mächtig Stimmung im Stadion und veranlassten Uli Forte zum simplen Verdikt: «Das war furios.» Tatsächlich, YB war wie verwandelt, griff variantenreich an, lang, links, quer, rechts, steil, kurz. Die Wechsel zur Pause – Guillaume Hoarau für Samuel Afum, Milan Gajic für Leonardo Bertone – zeigten Wirkung.

«Von Gajic versprach ich mir mehr Offensivkraft, es war eine taktische Massnahme», erklärte Forte. Der 1,92 m lange Franzose Hoarau gewann so ziemlich jedes Kopfballduell und verpasste selbst ein erstes Mal das Tor (48.). Später versuchte es Raphael Nuzzolo, dazwischen immer wieder Renato Steffen, der zur Höchstform auflief und seinen besten Versuch von FCB-Goalie Tomas Vaclik pariert sah (84.). Und eigentlich wäre der Ball zwischenzeitlich auch mal im Basler Tor gelandet; Schiedsrichter Nikolaj Hänni pfiff aber die Aktion vor Hoaraus Treffer frühzeitig wegen eines vermeintlichen Fouls ab.

Andere mussten fürchten

Dass die beiden Auftritte gegen den FCB trotz null Punkten wohl die besten Saisonleistungen von YB sind, bezeichnet Forte als «besonders bitter». Rang 5, nur 5 Siege aus 12 Partien, mit diesem Leistungsausweis mussten in Bern Trainer schon gehörig um ihren Job fürchten. Forte tut dies nicht, im Wissen, dass die jüngste Leistung in manch anderer Partie zum Sieg reicht. Anders Sousa: Siegen allein legitimiert ihn als Trainer noch lange nicht. Fortes Last sind noch die Resultate, Sousas Druck ist permanent.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/20333247

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