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 Beitrag Verfasst: Montag 1. September 2014, 12:14 
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Spektakel, Streitereien, strittige Szenen

YB-Trainer Uli Forte ärgert sich nach dem 1:3 in Basel über die Chancenauswertung seines Teams.

Die Anstrengungen der letzten Tage und Wochen machen sich bei YB bemerkbar. Soeben hat der eingewechselte Japaner Yoichiro Kakitani nach vorzüglicher Vorarbeit von Derlis Gonzalez, der von einem Fehler Steve von Bergens profitierte, für den FC Basel zum 3:1 getroffen.

Zehn Minuten vor Spielende ist die Luft bei den YB-Spielern nun draussen, der Willen vermag die Müdigkeit nicht mehr zu verdrängen. Sie wissen, sie werden trotz der über weite Strecken besten Leistung der Saison mit leeren Händen dastehen. «Wenn man sieht, wie viel Aufwand wir betrieben haben, ist das Resultat schon bitter», sagt Trainer Uli Forte später an der Pressekonferenz.

Chancen, den Verlauf des Nachmittags zu ihren Gunsten zu gestalten, hatten die Young Boys zuvor genügend gehabt. Mit ihrer aufsässigen Spielweise brachten sie den Tabellenführer im eigenen Stadion mehr als in Bedrängnis, in den 15 Minuten vor und nach der Pause dominierten sie ihn gar. Die Berner kombinierten sich dabei immer wieder gefährlich vors Basler Tor, Verteidiger Alain Rochat alleine vergab drei Möglichkeiten.

Dem Ausgleich am nächsten kam Milan Gajic, der nach einer Stunde mit einem Elfmeter an Tomas Vaclik scheiterte und das 2:2 verpasste. Am Ende weist die Statistik mehr Torschüsse (8:7) und deutlich mehr Ecken (13:6) für die Young Boys aus. «Wir erspielten uns zahlreiche Chancen, belohnten uns aber nicht», bilanziert Forte treffend.

Dass der tschechische Torhüter des FCB beim Elfmeter von Gajic noch auf dem Platz stand, ist nur eine von vielen Kontroversen dieser intensiven, hitzigen, ereignisreichen, ja grossartigen Partie. Denn Vaclik hatte in der 34.Minute Samuel Afum zu Fall gebracht, statt auf Penalty und Rot für FCB-Goalie zu entscheiden, liess Schiedsrichter Alain Bieri weiterlaufen. Allerdings, auch die Basler konnten sich beim Unparteiischen beschweren. In der 68. Minute wurde ihnen ein Treffer von Gonzalez wegen eines vermeintlichen Offsides aberkannt. Forte mochte sich zur Leistung Bieris nicht äussern, er lobte lieber die Darbietung seiner Akteure.

Starke Antwort

Dabei habe er vor der Partie seine Zweifel gehabt, ob seine Equipe nach den Anstrengungen des Augusts im St. Jakob-Park dagegenzuhalten vermag, räumt der Trainer ein. Die Anfangsphase schien seine Unsicherheit zu bestätigen. Bereits nach 20 Minuten führte der FCB nach Toren von Gonzalez und Marco Streller 2:0. Doch wie sich die Young Boys aufrappelten, war beeindruckend. Das herrlich herausgespielte Anschlusstor Raphael Nuzzolos nach einer halben Stunde blieb das einzige Berner Erfolgserlebnis.

Nun ruht die Super League für knapp zwei Wochen. Die Verschnaufpause kommt für YB gelegen.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/25508241

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 Beitrag Verfasst: Montag 1. September 2014, 12:15 
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YB-Noten: Zweikampfstarker Sanogo

Die Young Boys zeigen in Basel eine teilweise sehr gute Darbietung, leisten sich aber zu viele Eigenfehler.

Yvon Mvogo – Note 4
Bei den Gegentoren chancenlos. Für ihn war es besonders frustrierend, weil Basel nicht viele Topchancen hatte, aber vor dem Tor sehr effizient agierte.

Grégory Wüthrich – Note 5
Am Anfang mit zwei kleinen Unsicherheiten, danach sehr stark, besonders in den Zweikämpfen mit Marco Streller. Und: Wüthrich schlug mehrere hervorragende weite Pässe, teilweise über 50 Meter. So auch vor dem YB-Tor.

Steve von Bergen– Note 3
Lange Zeit eine ordentliche Vorstellung, wobei der Nationalspieler gegen Streller mehr Mühe als die Abwehrkollegen hatte. Zudem leistete er sich einen bösen Fehler, als ihm vor dem 3:1 Basels der Ball unter dem Fuss durchrutschte.

Alain Rochat – Note 5
Hinten meistens solid und zweikampfstark, nach vorne mit einigen forschen Aktionen. Hätte ein Kopftor erzielen müssen, zudem mit zwei guten Weitschüssen.

Florent Hadergjonaj – Note 4,5
Der 20-Jährige gefiel auch in Basel. Frecher Auftritt, ballsicher, umsichtig, konzentriert.

Milan Gajic – Note 4
YB-Trainer Uli Forte rotierte nach dem anstrengenden 0:0 in Debrecen am Donnerstag. Gajic rückte für den jungen Leonardo Bertone ins zentrale Mittelfeld – und war viel am Ball, technisch stark, mit guten Ideen. Ausgezeichneter Pass auf Nuzzolo, bevor dieser den Elfmeter herausholte. Den Penalty jedoch verschoss Gajic dann kläglich.

Sékou Sanogo – Note 5
An ihm wird YB noch viel Freude haben. Sanogo war im Mittelfeld die dominante Figur, er war aggressiv und äusserst stark im Zweikampf. Legte sich auch verbal mit den Baslern an, was Marco Streller nicht gefiel. Der FCB-Captain beschimpfte Sanogo heftig. Unaufmerksam war der Ivorer beim ersten Gegentor, als er Derlis Gonzalez aus den Augen verlor.

Scott Sutter – Note 4
Spielte im linken Mittelfeld und agierte unspektakulär. Erfüllte seine Aufgabe im 3-4-3-System.

Renato Steffen – Note 4
Dem besten YB-Akteur der letzten Wochen gelang diesmal nicht besonders viel, aber er gab nie auf und wirbelte bis zuletzt. Bei Kontern zweimal zu nonchalant.

Samuel Afum – Note 5
Durfte für Michael Frey im Sturm beginnen. Es war eine der besseren Leistungen Afums für die Young Boys. Ging weite Wege, wich keinem Duell aus und bereitete Nuzzolos Tor mit präziser Flanke vor.

Raphael Nuzzolo – Note 5,5 Spielfreudig, spritzig, schoss das einzige YB-Tor mit dem Kopf, holte den Elfmeter heraus.

Jan Lecjaks – Note 4,5
Kam in der 68.Minute für Sutter – und war gleich enorm aktiv auf der linken Seite, deutete seine passable Form auch in Basel an.

Michael Frey (74. für Afum) und Yuya Kubo (86. für Nuzzolo) waren nur kurz im Einsatz.

6=herausragend; 5=gut; 4=solid; 3=ungenügend; 2=schlecht; 1=sehr schlecht.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/24814027

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 Beitrag Verfasst: Montag 1. September 2014, 12:17 
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Eine vierfache Premiere in Rotblau

Die FCB-Profis Walter Samuel, Derlis Gonzalez, Davide Calla und Tomas Vaclik prägten gegen YB den Match. Das Spiel war geprägt von Emotionen – und vier Premieren.

Es war schwer was los gestern im St.-Jakob-Park. Vier Tore, ein gehaltener Elfmeter, ein zu Unrecht abgepfiffenes Offsidetor, viele Fouls, Emotionen und am Ende der sechste Sieg im siebten Liga-Spiel für den FC Basel. «Die Zuschauer werden heute zufrieden nach Hause gehen», meinte ein ausgepumpter, aber zufriedener Fabian Frei. Über 30'000 waren auf die Brüglinger Ebene gekommen – sie erlebten eine vierfache Premiere in Rotblau.

1. Erste Liga-Minuten für Samuel

Dem Debüt im Cup in Genf folgte der erste Auftritt in der Meisterschaft. An der Seite von Fabian Schär verteidigte Walter Samuel gegen die Berner nun auch erstmals in der Liga und feierte im St.-Jakob-Park gleich seinen ersten Sieg. «Ich bin glücklich, dass wir gewinnen konnten und ich 90 Minuten durchgehalten habe», meinte der Argentinier nach dem 3:1-Erfolg. Teamkollege Fabian Frei bringt es auf den Punkt, wenn er über Samuel sagt: «Ein Hundert-Meter-Sprinter wird er nicht mehr. Aber seine Routine und seine Klasse sind beeindruckend.» Noch wirkt die einstige Teamstütze von Inter Mailand nicht austrainiert, zeichnet sich ein kleines Bäuchlein unter dem Trikot ab.

Doch in Sachen Stellungsspiel und Kopfball macht Samuel niemand etwas vor. Auch in brenzligen Situationen strahlt er Ruhe aus. «Er hat uns heute gezeigt, wie viel Erfahrung er hat. Ich bin froh, ihn in der Mannschaft zu haben», lobt auch sein Trainer, Paulo Sousa. Für Samuel musste Marek Suchy zähneknirschend auf die Ersatzbank, der Tscheche scheint in der Gunst des Coaches nicht allzu hoch zu stehen; im Gegensatz zu Samuel, der jedoch beim Kopfball-Gegentor von Raphael Nuzzolo eine Teilschuld auf sich nehmen muss. Geschenkt – nun ist der spät realisierte Zuzug in der Mannschaft, Sousa hat seinen Routinier eingebaut und obendrein noch das Spiel gewonnen. Dem sagt man dann: Alles richtig gemacht, Trainer.

2. Erstes Tor für Gonzalez

Ihn hatten vor Saisonbeginn die wenigsten als Stammspieler auf der Rechnung. Doch Derlis Gonzalez hat sich am rechten Flügel der Rotblauen festgebissen. Obwohl er die letzten Spiele verletzungsbedingt verpasst hatte, rotierte Paulo Sousa den 20-jährigen Paraguayer wieder in die Startformation. Und Gonzalez demonstrierte seine Stärken. Er sucht stets die Tiefe, ist dribbelstark und hartnäckig im Zweikampf.

Und gestern brauchte er nur vier Minuten, um über sein erstes Tor in der Super League zu jubeln – Shkelzen Gashi hatte per Kopf vorgelegt, Gonzalez schloss ab, der FCB führte 1:0. Zwischendurch schaltet der Südamerikaner etwas auf Pausenmodus und taucht ab. Doch plötzlich ist er wieder da. Sein Assist zum 3:1 durch Kakitani war grosse Klasse, und sein zweites Tor wurde fälschlicherweise wegen Offside ab­­erkannt. Kein Zweifel: Der junge Gonzalez hat viel Potenzial und ist eine neue, starke Variable im Offensivspiel der Rotblauen.

3. Eine neue Rolle für Calla

Eine Premiere erlebte auch Davide Calla. Weil sich Philipp Degen am Freitag im Training verletzt hatte, stellte Sousa den 29-jährigen Winterthurer als Rechtsverteidiger auf. Aus den Schuhen kippte der Flügelstürmer deshalb nicht, «ich habe ja schon etwas Erfahrung in der Super League». Schwach mag sich Calla sogar daran erinnern, bereits einmal als Aussenverteidiger in der höchsten Liga agiert zu haben, allerdings ohne Zeit- oder Ortsangabe.

Gegen YB nun hatte Calla das Pech, den stärksten Berner gegen sich zu haben: Raphael Nuzzolo köpfelte das zwischenzeitliche 2:1 und war ein steter Unruheherd. «Wir haben zu viel zugelassen», meinte Calla selbstkritisch. Über seine neue Rolle und Trainer Sousa sagt er: «Bei diesem Trainer lernt man immer etwas dazu.» Allerdings dürfte Calla nicht dauerhaft in der Abwehr bleiben, seine Stärken liegen in der Offensive. Dies bewies er mit seiner Vorarbeit vor Gonzalez’ 1:0, als er präzis zu Gashi ins Zentrum flankte.

4. Erste Heldentat für Vaclik

Ihren Matchwinner hatten die Basler schnell ausgemacht. «Tomas hat uns heute die drei Punkte gerettet», sagt Davide Calla. Gemeint war Tomas Vaclik, der Goalie. Der 25-jährige Tscheche brillierte gegen YB mit mehreren schönen Paraden, seinen grossen Moment hatte er in der 62. Minute, als er den – allerdings schwach geschossenen – Foulpenalty von Milan Gajic abwehrte. Statt 2:2 hiess es am Ende 3:1 für die Gastgeber, wieder einmal standen die Berner im Joggeli mit leeren Händen da.

Und Tomas Vaclik? Der erinnert mit seinem ruhigen Spiel an Vorgänger Yann Sommer. Und Penaltys halten kann er bereits auch so gut wie der heutige Schlussmann von Gladbach. Eine Schwalbe macht vielleicht noch keinen Sommer, ein Vaclik dagegen sehr schnell einen neuen Sommer.


http://bazonline.ch/sport/fussball/Eine ... y/17459939

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