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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Montag 31. März 2014, 15:01 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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31.03.2014  Zitat: Zu viele Auszeiten bei YB
Die Berner Young Boys sind unter Trainer Uli Forte nicht viel stabiler geworden. Die Aufbruchstimmung ist verflogen.
Es waren sechs Wochen im letzten Sommer, in denen beim BSC Young Boys in Bern Aufbruchstimmung herrschte. Uli Forte, der achte Trainer in den letzten 10 Jahren, schien aus Zürich das richtige Rezept mitgebracht zu haben, um die im Club seit über 25 Jahren grassierende Erfolglosigkeit aus Bern zu vertreiben. Fünf Siege in Serie feierte die Mannschaft zu Saisonbeginn, selbst gestählte Pessimisten in der Anhängerschaft begannen zu träumen von besseren Zeiten.
Diese Glücksgefühle sind heute, gut sieben Monate später, längst nur noch schöne Erinnerung. Das 1:2 in Aarau bedeutete den neuen Tiefpunkt eines Abwärtstrends, der in den letzten Wochen beängstigend stetig geworden ist. Seit fünf Spielen ist das Team sieglos, gerade ein Punkt kam aufs Konto. Weil sich die Spieler schon in der Vorrunde eine längere Auszeit genommen hatten (7 Spiele mit 3 Punkten), ist die Ertragsquote inzwischen drastisch gesunken. War die Ausbeute in den ersten 5 Runden der Saison maximal, sind die durchschnittlich 1,2 Punkte aus den 22 Spielen seither für einen ambitionierten Club wie YB eine schlicht ungenügende Performance.
Absenzen sind nicht alles
Für YB-Sportchef Fredy Bickel hat die Misere viele Gründe. So viele, dass er gar nicht die Zeit hat, sie alle aufzuzählen, wie er selber sagt. Als wichtigsten Faktor nennt er an erster Stelle das grosse Verletzungspech. Captain Spycher fehlte in wichtigen Phasen, Gajic verpasste in der Vorrunde viele Spiele, Goalie Wölfli und der schwedische Stürmer Gerndt sind seit Dezember beziehungsweise Februar nicht mehr verfügbar, Doubai und Simpson fallen die ganze Saison aus.
Diese Absenzen mögen eine Rolle spielen. Mit Verletzungssorgen kämpft aber jeder andere Club auch. Und wirklich akut war die Personalnot bei den Bernern dank des breiten Kaders nur selten. In Aarau beispielsweise konnte Forte eine Viererabwehr mit Sutter, Vilotic, Von Bergen und Rochat nominieren, davor Gajic und Spycher im zentralen Mittelfeld. Mehr Erfahrung und Klasse in der Defensive kann kaum ein anderer Trainer der Super League aufbieten. Und dennoch beendeten die Young Boys das dritte Saisonviertel mit 21 Gegentoren. Dass mit Mvogo ein sehr junger Goalie im Tor steht, der sich noch den einen oder anderen Fehler leistet, ist kein Anspruch auf mildernde Umstände.
Grösse und Wucht fehlen
Diese Gegentore wiegen umso schwerer, weil plötzlich auch die zuvor produktive Offensive schwächelt. In den letzten fünf Spielen gelangen mickrige drei Treffer. Dabei müsste die Rückkehr von Martinez, dem Liga-Topskorer der Vorrunde, den Ausfall von Gerndt kompensieren. Doch in Aarau zeigte sich zum x-ten Mal, dass dem Team vor allem dann Grösse und Wucht fehlen, wenn es gilt, gegen Rückstände anzurennen.
Das grosse Glück der Berner ist, dass es auch den übrigen Teams hinter Basel und dem – trotz gewichtigen Abgängen und Absenzen – erstaunlich starken GC an Konstanz mangelt. Und so ist für YB das vom Sportchef vorgegebene Ziel mit Rang 3 weiterhin realisierbar.
Das ist nicht ungefährlich, weil es über vieles hinweg täuscht. Denn YB läuft den hohen Ansprüchen erneut hinterher. Nur eine markante Steigerung im letzten Saisonviertel könnte diesen Eindruck noch verwischen.
An Uli Forte liegt es nun, das Team zur finalen Kurskorrektur zu bewegen. http://bazonline.ch/sport/fussball/Zu-v ... y/23587518
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shalako
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Verfasst: Montag 31. März 2014, 15:02 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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31.03.2014  Zitat: Standpunkt: YB fehlt noch immer die Siegermentalität
Erstaunlicherweise stehen die Young Boys noch auf Rang 3, aber das ist eher den bestenfalls mediokren Leistungen der anderen Teams und nicht eigener Stärke geschuldet.
Drei Viertel der Saison sind gespielt, und YB hinkt – mal wieder – den Erwartungen hinterher. Erstaunlicherweise stehen die Young Boys noch auf Rang 3, aber das ist eher den bestenfalls mediokren Leistungen der anderen Teams und nicht eigener Stärke geschuldet. Der reizvolle Rang 2 – und damit die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation – ist mittlerweile acht Punkte entfernt. Und: Die Tendenz spricht gegen YB, die Bilanz nach dem Traumstart in die Saison mit 5 Erfolgen in Serie liest sich fast wie jene eines Abstiegskandidaten: 7 Siege, 5 Remis, 10 Niederlagen.
Für YB geht es in den letzten neun Runden darum, irgendwie den Europacup zu erreichen. Dazu genügt Rang 5, falls die Cupfinalisten Basel und Zürich Ende Saison unter den ersten 4 Teams sind. Aber wenn die Young Boys so weiterspielen, ist es realistischer, dass sie die Saison wie letztes Jahr auf dem blamablen 7.Platz beenden. Im Verein wie im Team hat sich eine Verlierermentalität eingeschlichen. YB scheitert, wenn es ernst gilt. An dieser im Schweizer Fussball beliebten Weisheit ändern auch Millioneninvestionen der Young Boys vorerst wenig. Die aktuellen Verantwortlichen haben zudem eine Wohlfühloase eingerichtet, aber noch nicht den Nachweis erbracht, eine Leistungskultur zu etablieren. Schuld an den vielen Niederlagen sind oft andere, der Ausredekatalog ist dick, Selbstkritik dagegen selten. Die Protagonisten flüchten sich in Durchhalteparolen.
Das Zwischenzeugnis für die Young Boys nach 27 von 36 Runden fällt jedenfalls ungenügend aus. Das zweitteuerste Team der Liga im zweitgrössten Klub des Landes vermag die Ansprüche erneut nicht zu erfüllen. Dabei hatte man nach akzeptabler Vorrunde im Winter das Gefühl, diese Young Boys seien bereit, den nicht restlos überzeugenden Branchenleader Basel herauszufordern. Das ohnehin prominent besetzte Team wurde mit einem der besten Verteidiger der Liga, Milan Vilotic von GC, sowie dem besten Torschützen der Super League, Josef Martinez von Thun, verstärkt. Die zwei Akteure jedoch stehen jetzt wie Sinnbilder für den Zustand der Equipe: Vilotic agiert enorm fehlerhaft und wirkt nach der Verletzungspause nicht fit, Martinez tut sich – wie vor ihm Dutzende andere Fussballer – noch schwer mit dem grossen Druck in Bern.
Es gibt viele Gründe für die YB-Krise mit zuletzt nur einem Punkt aus 5 Partien. Das Verletzungspech gehört dazu, immer wieder fallen Leistungsträger aus. Die offensive Harmlosigkeit sowie die Fehler in der Abwehr aber lassen sich nicht nur dadurch erklären. Zudem ergeben sich die braven Young Boys zu oft ihrem Schicksal, es hat zu viele Mitläufer im Team. Die Körpersprache wirkt selten kämpferisch, und wenn sich die Fussballer wehren, lassen sie die Cleverness vermissen und leisten sich Platzverweise. Hinzu kommen erhebliche Schwächen bei Standardsituationen, offensiv wie defensiv, sowie kaum Impulse von Einwechselspielern.
Und es stimmt halt doch, dass YB immer noch ein paar Führungskräfte auf dem Rasen fehlen. Kaum ein Fussballer hat bereits Titel gewonnen. Im zentralen Aufbau benötigen die Young Boys zudem dringend einen Vorarbeiter mit gestalterischen Fähigkeiten. Für YB wird es im Sommer allerdings schwierig, umfangreiche Renovationsarbeiten am Kader vorzunehmen, da kaum ein Spielervertrag ausläuft. Weil die Zuschauer zuletzt in Scharen davonliefen, werden die Young Boys dennoch erneut gezwungen sein, ins Team zu investieren. Obwohl sie nach Millionenverlusten in den letzten Jahren eigentlich sparen müssen. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/14865092
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shalako
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Verfasst: Freitag 4. April 2014, 20:16 |
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04.04.2014  Zitat: Die YB-Reise des Andy Rihs
«Das ist nicht einfach zu lösen»
Der Geldgeber Andy Rihs sagt, dass YB im Moment koste. Wie viel, lässt er sich nicht entlocken.
bir. Das Thema ist in Zeiten, in denen die Uefa wirtschaftlich hasardierende Fussballklubs mit Regeln des Financial Fairplay zur Räson bringen will, brisant. Am Swiss Sport Forum wurden am Freitag in der Fifa-Zentrale Fragen zur Finanzierung der Klubs diskutiert. Der Fussball generiert zwar vor allem dank Fernsehverträgen immer mehr Mittel, aber auch immer mehr Schulden, weil gleichzeitig die Spielersaläre in die Höhe schnellen.
Neben dem Fernsehen als Triebfeder bleibt der Fussball auf Geldgeber angewiesen. Am Forum nannte der Unternehmer Andy Rihs Beweggründe, weshalb er sich im Sport einbringt. Seit Jahren lässt er Millionen in den Radsport und via Stade de Suisse in den Fussball fliessen. Er sprach über Geschäftsmodelle («Der Radsport ist für das Unternehmen BMC eine Weltbühne»), über Emotionen und über das Vorhaben, «Leute mit auf die Reise zu nehmen».
Inwiefern ihm das mit YB gelingt, bleibe dahingestellt. Die Berner investieren dank ihm und dürsten nach mehr, aber seit Jahren kommt der Motor nicht oder nur halbwegs auf Touren. Rihs stieg über das Stade de Suisse ein, wo ohne Klub «nichts» möglich sei, wie er absolut auf Abhängigkeiten hinweist: «Im Gegensatz zu GC mit 5000 Zuschauern können wir in Bern eher ein Geschäft machen.» Was das heisst, weiss man nicht, weil YB keine Zahlen publiziert. Rihs will das so. Immerhin sagte er am Freitag, dass man 2009, 2010 und 2011 im Stadion Geld verdient habe, der konsolidierte Umsatz soll zeitweise über 50 Millionen Franken betragen haben, und er könne «weit über 60 Millionen» hinausgehen – dank Transfers und Europacup. 2012 und 2013 sind allerdings Verlustjahre gewesen. «Wenn der Umsatz unter 40 Millionen fällt, wird's schwierig», so Rihs, «das ist nicht einfach zu lösen.»
Bisweilen wähnt sich Rihs in einem Teufelskreis. Wo Geld ist, sind Begehrlichkeiten. An Erpressung grenze, wenn ein Trainer wieder neue Spieler fordere und behaupte, dass man nur mit ihnen weiterkomme, sagt der Mäzen. Aber das koste – «was entgegnet man da?» Bei Transfers könne man auf «absurde Dinge» im Funktionieren zwischen Spieler und Agenten stossen, gibt Rihs Einblick in die Geldgeber-Welt. Bleibt er im Berner Boot? Im Moment brauche es zwar Aktionärsdarlehen, «aber wir bringen das zum Funktionieren». Eines Tages wolle man das «Ding» in Bern «sauber deponieren». Ewig soll sie also nicht dauern, die YB-Reise des Andy Rihs. http://www.nzz.ch/aktuell/sport/fussbal ... 1.18277946
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shalako
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Verfasst: Montag 7. April 2014, 08:13 |
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06.04.2014  Zitat: YB seit 2005 – Teil 1: Zauberjahre ohne Titel
Mit dem Einzug ins Stade de Suisse 2005 begann eine erfolgreiche Zeit für die Young Boys. Zu einem weiteren Titel reichte es zwar nicht, das Team bot jedoch attraktiven Fussball, erzielte viele Tore und lockte die Zuschauer in Scharen ins Stadion.
Rote Köpfe während der dreitägigen Eröffnungsfeier, grosse Probleme mit dem Ticketing, als der FC Thun sich anschickte, sich für die Champions League zu qualifizieren, eine 0:3-Schlappe gegen GC bei der Wettkampfpremiere von Gelb-Schwarz: So hatten sich die Verantwortlichen von YB den Start im Stade de Suisse nicht vorgestellt im August 2005.
Doch die Geprügelten standen rasch wieder auf und belehrten die Pessimisten und Miesmacher, die einen Super-GAU befürchteten, eines Besseren. Als die Schweiz (WM-Qualifikationsspiele gegen Frankreich und die Türkei) und der FC Thun (Champions-League-Spiele gegen Arsenal, Ajax und Sparta Prag) das Stadion jeweils bis auf den letzten Platz füllten, funktionierte die Organisation weitgehend reibungslos.
Der grosse Makel in der ersten Saison war, dass der kleine Nachbar aus dem Berner Oberland mehrmals als Spektakelmacher auftrat und noch zu selten der BSC YB. Immerhin kämpfte er sich im Schweizer Cup bis in den Final vor und erhielt am 17. April 2006 die grosse Chance, sich endlich wieder in ein Titelbuch eintragen zu lassen. Nur: Statt einer rauschenden Feier gab es nur heulendes Elend und Frust – YB hatte es geschafft, gegen das unterklassige Sion nach Penaltyschiessen zu verlieren.
Spott und Hohn waren den Bernern gewiss, dito drei Jahre später, als sie sich gleichenorts vom gleichen Gegner die Cuptrophäe nach einer 2:0-Führung noch aus der Hand reissen liessen.
«Veryoungboysen»
Spätestens jetzt wurde der Begriff «Veryoungboysen» zum Populärgut. Er ist synonym mit dem Scheitern von YB in ganz wichtigen Spielen. In dieser wenig schmeichelhaften Disziplin punkteten die Berner zwischen 2005 und 2010 regelmässig. Neben den oben erwähnten beiden Cupfinals verloren sie auch zweimal eine «Finalissima» gegen den FC Basel. Die erste am 8. Mai 2008 im St.-Jakob-Park, als sich ihnen die Chance bot, die Gastgeber in der letzten Runde mit einem Sieg zu überflügeln.
Zwei Jahre später wiederholte sich das traurige Ritual, diesmal im Stade de Suisse. Ein komplett verunsichertes und physisch angeschlagenes YB hatte vor ausverkaufter Kulisse nicht den Hauch einer Chance, den lang ersehnten Meistertitel zu erringen. Die Niederlage schmeckte umso bitterer, als der Klub fast die ganze Saison an der Tabellenspitze gelegen war und den FC Basel im Herbst 2009 zwischenzeitlich um 13 Punkte distanziert hatte.
Steigerungslauf auf dem Feld
Eines muss man den Young Boys zugutehalten, auch wenn sie vergeblich einem Titel hinterherhechelten in der goldenen Epoche: Sie entfachten mit ihrem teilweise spektakulären Offensivspiel eine Aufbruchstimmung. Die Berner kamen immer zahlreicher ins Stadion – YB war en vogue. Anfangs waren Hakan Yakin, Thomas Häberli, Gürkan Sermeter und Carlos Varela für die meisten Glanzlichter zuständig.
Ab Sommer 2008 übernahm Gilles Yapi im zentralen Mittelfeld den Taktstock, vorne sorgten weiterhin Häberli und neu ein junger Ivorer namens Seydou Doumbia für häufigen Torjubel. Doumbias Traumquote nach zwei Meisterschaften: 50 Tore.
Das beträchtliche Offensivpotenzial war ein wichtiger Grund für den Aufschwung. Ein zweiter war die Besetzung des zentralen Mittelfelds: YB besass mit Yakin und Yapi weit überdurchschnittlich begabte Strategen, die sekundiert wurden von zähen Kämpfernaturen mit ausgeprägtem Positionsgefühl (Everson, Xavier Hochstrasser, Thierry Doubai, Christian Schwegler). Ein dritter war das Teamgefüge. Es kam zwar immer wieder zu personellen Wechseln, doch wie immer sich die Gruppe zusammensetzte: Sie hatte ein paar klare Leader – auf und neben dem Platz.
Fleissig rochiert wurde auch auf der Trainerbank. Hans-Peter Zaugg wurde im Oktober 2005 durch Gernot Rohr ersetzt. Knapp ein Jahr später war der französisch-deutsche Bonvivant seinen Job bereits wieder los und Martin Andermatt neuer Chefcoach. Ihn ereilte das gleiche Schicksal im Sommer 2008; sein Nachfolger wurde Vladimir Petkovic.
Niedermaier als «Mister YB»
Auf der Stufe Betriebsführung war Kontinuität angesagt. Der starke Mann war Betriebsleiter Stefan Niedermaier, ein charismatischer Machertyp und exzellenter Netzwerker. Je länger der frühere IT-Manager im Stade de Suisse am Schalthebel sass, desto mehr Gefallen fand er am Profifussballgeschäft. Sportlichen Rat holte sich der Quereinsteiger vorwiegend bei Teammanager Alain Baumann und Stéphane Chapuisat, dem Stürmertrainer und Scout.
Wenn es um Transfers ging, arbeitete «Mister YB» immer häufiger mit dem Genfer Spielerberater Jean-Bernard Beytrison zusammen. Das führte dazu, dass in der Saison 2009/10 fast ein Dutzend YB-Spieler vertraglich an Beytrison gebunden war, was zweifellos einen gewissen Einfluss aufs Team-Innenleben hatte.
Ob Beytrison gegen Ende der Ära Niedermaier so etwas wie YBs «Schatten-Sportchef» war, wie es zuweilen kolportiert wurde, liess sich nie erhärten. http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB ... y/12836426
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shalako
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Verfasst: Montag 7. April 2014, 08:15 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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06.04.2014  Zitat: YB seit 2005 – Teil 2: Zauderjahre ohne Genuss
Seit der zweiten «Finalissima» 2010 kommt YB nicht mehr auf Touren, auch diese Saison nicht. Das zweite Kapitel der Aufarbeitung der YB-Geschichte seit dem Einzug ins neue Stade de Suisse 2005.
Der 16. Mai 2010, an dem die Young Boys zum zweiten Mal in zwei Jahren eine «Finalissima» gegen den FCB verloren, hatte Folgen, die an diesem Sonntag noch nicht absehbar waren. Die Bilder der frustriert auf dem Kunstrasen herumliegenden Spieler und der enttäuschten Anhängerschaft auf der Tribüne hinterliessen auch bei den Klub- und Stadionbesitzern Spuren. Und weil zuvor schon im Hintergrund ein Machtkampf zwischen Stefan Niedermaier und Benno Oertig, dem Verwaltungsratspräsidenten, im Gang war, kam es Anfang August zum grossen Knall mit der überraschenden Absetzung von Niedermaier und der Einstellung von Ilja Kaenzig als neuem Delegierten des Verwaltungsrates.
Mit dem Fussballmanager mit Bundesliga- Erfahrung (Leverkusen und Hannover) wollte YB endlich den letzten Schritt machen – jenen zu den ersehnten Titeln, zur neuen Macht im Schweizer Fussball. Was folgte, war das Gegenteil: der Rückfall ins Mittelmass.
Transferflut unter Kaenzig
Zur Vorwärtsstrategie – die als «Phase 3» propagiert worden war bei Kaenzigs Vorstellung – gehörten das Engagement von Hansruedi Hasler als TK-Chef, ein neues Scouting und das Ende der Zusammenarbeit mit dem Talentstützpunkt in Abidjan. Gut zwei Jahre dauerte das neue Regime. Spieler kamen und gingen in einer Frequenz, dass einem schier schwindlig wurde. Trotzdem gelang es nicht, die Abgänge von Doumbia und Yapi zu kompensieren. Zu viele Zuzüge konnten die Erwartungen nicht erfüllen oder waren gar teure Missverständnisse wie Silberbauer. Stattdessen verfügte YB bald über ein quantitativ aufgeblähtes und teures Kader, das leistungsmässig aber nur durchschnittlich war.
Das Resultat: Die Performance der Young Boys blieb bescheiden, der angekündigte Sturm an die Spitze verkam zum lauen Lüftchen. 20 Punkte und 13 erzielte Tore weniger als im Vorjahr lautete die Bilanz in der ersten Kaenzig- Saison. Büssen musste Vladimir Petkovic, der im Mai 2011 freigestellt wurde. «Die drei Jahre mit Petkovic waren erfolgreich, aber jetzt brauchen wir neuen Schwung», verkündete Kaenzig, bevor er Christian Gross als neuen Trainer präsentierte. Einen Erfolgsgaranten, der mit GC und Basel sechs Meistertitel und fünf Cupsiege gefeiert und beide Klubs in die Champions League geführt hatte.
Gross, der neue Hoffnungsträger, konnte sich nicht einmal ein Jahr im Amt halten. Sein Führungsstil passte nicht zu YB. Seine Methoden zeigten beim Team keine Wirkung. Statt um Titel zu spielen, herrschte fussballerischer Stillstand bei YB. Das sehr teure Abenteuer Gross blieb nicht ohne Nachspiel. Benno Oertig legte im Juli 2012 sein Amt nieder, nur drei Monate ging das Engagement von Kaenzig als CEO zu Ende. Er hatte auch mit der Verpflichtung von Martin Rueda erneut kein goldenes Händchen bewiesen. YB stürzte noch tiefer ab, so tief, dass im April 2013 Bernard Challandes übernehmen musste. Der 7. Platz mit 43 Punkten und das Verpassen des Europacups bedeuteten das schwächste Abschneiden von YB im neuen Stadion (siehe Grafik).
Das Fehlen eines Skorers Für den Absturz innert dreier Jahre gibt es mehrere Gründe. Hinter dem Strategiewechsel war kein ausgereiftes Konzept erkennbar. Kontinuität im Trainerstaff oder im Teamkader fehlten gänzlich. Auch die Transferbilanz fiel ungenügend aus. Frühere Glücksgriffe wie Yakin, Doumbia oder Yapi blieben aus, vor allem in der Offensive. Auffallend ist, dass YB seit 2010 nie mehr einen richtigen Skorer in seinen Reihen hatte. Bienvenu brachte es 2010/11 noch auf 16 Treffer, in den letzten beiden Saisons dagegen erreichte kein einziger YB-Spieler mehr die 10-Tore-Marke.
Um diese Abwärtsspirale zu stoppen, hatte die Klubleitung schon Ende 2012 reagiert. Mit Fredy Bickel wurde ein alter Bekannter in Bern als Sportchef eingesetzt. Sein Auftrag: zuerst das Kader entschlacken, dann ein neues Team formen mit einem Mix aus erfahrenen Leitfi guren und Talenten, die wenn möglich aus dem eigenen Nachwuchs rekrutiert werden. Mit Uli Forte holte er im letzten Sommer einen Trainer, der diese Vorgaben zuvor bei GC beispielhaft umgesetzt hatte.
Das Warten auf den Aufschwung
Heute präsentiert sich YB tatsächlich mit einem neuen Gesicht. Talente wie Frey und Mvogo, beide Stammspieler, Bertone, Hadergjonaj, Bürki oder Wüthrich sind bereits mehr oder weniger häufig zum Zug gekommen. Doch so ein Aufbau brauche Zeit und Geduld, betont Bickel immer wieder. Die Durststrecke nach dem sehr guten Saisonstart mit nur 26 Punkten aus den letzten 22 Spielen ist ein Indiz dafür. Noch stimmt die Mischung nicht, erreichen vor allem die etablierten Kräfte zu selten ihr oberes Limit. Ein weiteres Manko: Mit Ausnahme von Spycher und von Bergen fehlt es an Spielern mit Führungsqualitäten.
Für einen Aufschwung wie in der ersten Dekade des neuen Jahrhunderts ist das Team noch nicht reif. Wann die Young Boys wieder jede Saison um Titel spielen, wie das Bickel will, weiss im Moment niemand. http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB ... y/17391290
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shalako
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Verfasst: Samstag 12. April 2014, 12:39 |
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12.04.2014  Zitat: Wenig Spielraum für YB bei der Planung
Die YB-Transferphilosophie lautet: Stark auf eigene Junge setzen – und Topkräfte verpflichten. Im Sommer wird es aber kaum Veränderungen im Kader geben.
Nach einer katastrophalen letzten Spielzeit absolvieren die Young Boys bis jetzt eine bestenfalls ordentliche Saison. Viel Spielraum indes besitzen die Klubverantwortlichen nicht dazu, Korrekturen bei der Kaderzusammenstellung vorzunehmen. 28 Akteure, die zur 1.Mannschaft zu zählen sind, verfügen über einen Vertrag, der mindestens bis 2015 dauert – einzig der Kontrakt von Christoph Spycher endet in diesem Sommer (siehe Kasten). Und der Captain ist ein Sonderfall. YB möchte unbedingt, dass der 36-Jährige noch eine Saison anhängt. «Spycher darf sich auch erst einen Tag vor Beginn der Vorbereitung entscheiden», sagt Sportchef Fredy Bickel erneut.
Weil bei YB im Phase-3-Übermut Fussballer wild verpflichtet wurden, geht es laut Bickel auch in der nächsten Transferperiode darum, «das Kader zu verkleinern». YB muss nach wie vor Akteure wie den teuren Michael Silberbauer loswerden, zudem ist das Team ja breit, prominent und – zumindest auf dem Papier – gut besetzt. Es fehlt jedoch an Führungskräften, und es mangelt an einem Antreiber im zentralen Mittelfeld. Leaderfiguren sollen sich aus dem Team heraus entwickeln, sagt Bickel, der zugibt, den Fokus auf das Engagement eines prägenden Aufbauers zu legen.
Falls Spycher seine Karriere beendet, akzentuiert sich das Problem in diesem Bereich, zumal sich die Rückkehr Pascal Doubais nach dessen Kreuzbandriss im letzten Mai weiter verzögert. Möglicherweise lässt das malade Knie des Ivorers gar keinen Profifussball mehr zu, aber zumindest besteht bei Doubai die Hoffnung auf ein Comeback. Der Kanadier Josh Simpson dagegen, seit bald zwei Jahren nach einem komplizierten Beinbruch ausser Gefecht gesetzt, braucht beinahe ein medizinisches Wunder – nur dann kann er nochmal als Profi auflaufen. Immerhin: Auf den Flügelpositionen, wo Simpson zu Hause ist, herrscht bei YB ein Überangebot an Fachkräften, wobei Samuel Afum, Gonzalo Zarate und Renato Steffen grosses Steigerungspotenzial besitzen.
Einige Nicht-EU-Ausländer
Und so darf man von einer (vermutlich kostspieligen) Verpflichtung fürs zentrale Mittelfeld ausgehen. Und: Der neue Mann dürfte ein Schweizer sein. «Wir haben schon sehr viele Nicht-EU-Ausländer», sagt Bickel, «und es können ja nur fünf gleichzeitig auf dem Rasen stehen.» Thuns Sekou Sanogo ist zwar ein interessanter, starker Akteur, aber der Ivorer würde dieses Kontingent belasten. Bei YB gehören bereits Milan Vilotic, Milan Gajic, Yuya Kubo, Josef Martinez, Zarate, Afum und Doubai dieser Kategorie an.
Eine weitere Frage ist, was mit den ausgeliehenen YB-Akteuren passiert. St.Gallen hat Interesse signalisiert, Matias Vitkieviez eine weitere Saison zu behalten. Der talentierte Rechtsverteidiger Alexander Gonzalez wird bei Aarau eher nicht als Rechtsverteidiger eingesetzt. «Er braucht Spielpraxis auf dieser Position», sagt Forte, der Gonzalez wie Bickel nächste Saison (noch) nicht wieder bei YB sieht. Das ist erstaunlich, denn der Venezolaner besitzt grosses Potenzial. «Wir haben genügend Verteidiger», sagt Forte.
In der Offensive muss und soll ebenfalls auf vorhandenes Personal gesetzt werden. «Die vielen jungen Spieler werden sich weiterentwickeln», sagt Forte. Noch unklar ist, ob Haris Tabakovic im Sommer zurückgeholt wird. Der 19-jährige Stürmer überzeugt als Leihspieler beim Challenge-League-Verein Wil (7 Tore in 9 Einsätzen). YB möchte laut Bickel zudem zwei Akteure aus dem Nachwuchs integrieren, Kandidaten sind Gregory Wüthrich und Miguel Castroman.
Das passt zur YB-Philosophie, auf eigene Junge zu setzen – und, wenn möglich, Topkräfte zu engagieren.
Die YB-Verträge
28 von 29 Spielerverträgen bei YB laufen weiter. Bis 2014: Spycher. Bis 2015: Wölfli, Rochat, Lecjaks, Nuzzolo, Simpson, Silberbauer, Vitkieviez (ausgeliehen an St.Gallen). Bis 2016: Von Ballmoos, Bürki, Wüthrich, Gajic, Bertone, Sessolo, Afum, Frey, Gerndt, Gonzalez (ausgeliehen an Aarau), Taba- kovic (ausgeliehen an Wil). Bis 2017: Sutter, Hadergjonaj, Doubai, Costanzo, Martinez, Kubo. Bis 2018: Mvogo, Vilotic, Von Bergen, Fekete. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/15187027
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shalako
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Verfasst: Freitag 25. April 2014, 18:31 |
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25.04.2014  Zitat: Stade de Suisse: Die Fans sollen noch strikter getrennt werden
Bei Heimspielen der Berner Young Boys soll der Sicherheitszaun zwischen Stadion und S-Bahnstation Wankdorf häufiger zum Einsatz kommen. Und zwar nicht nur bei Hochrisikospielen, sondern auch bei Risikospielen.
Der Berner Gemeinderat und die Berner Kantonspolizei haben mit der strikten Trennung der Fans gute Erfahrungen gemacht: Dank dem Sicherheitszaun zwischen dem Stade de Suisse und der S-Bahnstation Wankdorf konnten im Jahr 2012 über 10'000 Arbeitsstunden eingespart werden. Für den Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause ist das Potential noch nicht ausgeschöpft.
Im Berner Stadtrat hat er angekündigt, dass der Zaun auch bei sogenannten orangen Spielen, also bei Risikospielen, zum Einsatz kommen soll. Welche Spiele dieser Kategorie zugeordnet werden, legt die Kantonspolizei von Fall zu Fall fest. Diese Absicht werde von den Berner Young Boys begrüsst, sagte Nause weiter. Der Gemeinderat geht davon aus, dass sich die Einsatzstunden der Polizei im Rahmen des letzten Jahres bewegen werde, falls die Gewalt im Rahmen der Sportveranstaltungen nicht zunimmt. http://www.srf.ch/news/regional/bern-fr ... nnt-werden
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shalako
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Verfasst: Dienstag 6. Mai 2014, 22:29 |
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05.06.2014  Zitat: «Wir hinterfragen uns jeden Tag»
YB steckt mal wieder in der Krise. YB-Sportchef Fredy Bickel spricht über schwache Leistungen und Rote Karten, Trainer Uli Forte und Transfers, Verletzte und Leaderfiguren.
Fredy Bickel, ist YB besser als letzte Saison? Fredy Bickel: Wir sind Dritter, letztes Jahr waren wir Siebter...
...aber die Leistungen zuletzt waren sehr schwach... ...ja, und wir wissen, dass wir keine überzeugende Saison spielen. Es gelingt uns einfach nicht, konstant zu sein. Wir haben schon lange nicht mehr eine ganze Partie gut gespielt.
Woran liegt das? Man darf nicht vergessen, dass dieses Team schwierige Zeiten hinter sich hat. Da braucht es nicht viel, und das Vertrauen ist weg. Zudem fehlen uns immer wieder wichtige Spieler. Das soll keine Ausrede sein, es ist ein Fakt.
Aber YB hat ein teures, breites Kader, auch am Sonntag in Zürich bei der 0:5-Niederlage gegen GC war die Bank trotz acht Absenzen prominent besetzt. Wir haben viele Spieler. Aber wir stecken in einer Negativspirale...
...und es hat kaum Führungsspieler im Team... ...diese Debatte um Führungsspieler ist nicht korrekt. Wir haben eine Achse mit fünf erfahrenen Akteuren. Marco Wölfli und Alexander Gerndt sind seit Monaten verletzt, Captain Christoph Spycher fiel lange aus, dazu spielte Milan Vilotic, den wir im Winter holten, oft angeschlagen, jetzt muss er nach einer Operation monatelang pausieren. Dann bleibt noch Steve von Bergen.
Der meistens solid bis gut spielt, aber zuletzt ebenfalls patzte. Auf von Bergen lasse ich keine Kritik kommen, er ist ein Leader, seine Verpflichtung hat sich gelohnt. Er darf auch mal ein schwächeres Spiel zeigen.
YB hat viele Verletzte, aber auch immer wieder Gesperrte nach Unsportlichkeiten. Hat das Team ein Disziplinproblem? Das ist zu weit hergeholt. Natürlich haben wir dumme Platzverweise geholt, aber diese Aktionen zeigen auch die Unzufriedenheit.
YB startete mit fünf Siegen in die Saison und wäre noch im Februar Leader gewesen, wenn die Mannschaft bei der 2:3-Niederlage in Basel nicht von den Spielleitern verpfiffen worden wäre. Also ist Potenzial im Team. Richtig, aber das bringt nichts, wenn es uns nicht gelingt, 90 Minuten ordentlich zu spielen. Wir verloren damals in Basel nicht nur das Spiel, sondern auch Alexander Gerndt mit einer Verletzung. Das zeigt exemplarisch, dass das Team mit Rückschlägen noch nicht umgehen kann.
Ist YB nicht zu lieb und zeigt im falschen Moment Emotionen? Wir waren im Frühling auch der Meinung, dass wir uns mehr wehren sollten, aber dann übertrieben wir es nach der 0:4-Niederlage gegen GC. Und natürlich sind die Platzverweise nach Unsportlichkeiten nicht zu entschuldigen. Aber wir dürfen jetzt auch nicht die Nerven verlieren und alles schlechtreden. In den letzten vier Partien in den nächsten 12 Tagen geht es mit aller Macht darum, Rang 3 zu verteidigen und den Europacup zu erreichen.
Was würden Sie als Sportchef im Rückblick gerne anders machen? Glauben Sie mir, wir hinterfragen uns jeden Tag. Das ist keine One-Man-Show, wir sind ein Team.
Die Zugänge in dieser Saison blieben grösstenteils blass. Das muss man von Spieler zu Spieler beurteilen.
Gerne. Alain Rochat und Milan Gajic vermochten nicht restlos zu überzeugen. Wir holten Rochat ganz klar als Ergänzungsspieler für die Defensive. Er kann sicher besser spielen, aber das gilt ja für die meisten Akteure. Von Gajic bin ich sehr überzeugt, er ist ein starker zentraler Mittelfeldspieler. Aber er ist keiner, der von seinem Naturell her vorangeht. In einem funktionierenden Team kann er eine wichtige Rolle einnehmen.
Auch die vielen Offensivspieler enttäuschten zuletzt. Wir haben vorne einige Alternativen, und es ist so, dass wir uns von mehreren Spielern mehr erhofft haben. Man darf nicht unterschätzen, dass die Akteure, die 20 Jahre alt oder jünger sind, Zeit benötigen, um sich zu entwickeln. Sie unterliegen Schwankungen.
Die Verunsicherung ist spürbar. Ja, und einer wie Samuel Afum steht als Beispiel für unsere Probleme. Er kann gar noch nicht stärker sein, weil er aus einer langen Verletzung zurückkommt. Afum benötigt eine echte Vorbereitung.
Milan Vilotic holten Sie im Winter für viel Geld von GC. Dabei war er bereits damals verletzt. Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass Vilotic für YB noch sehr wichtig werden wird. Tatsächlich konnte man bei der medizinischen Untersuchung im Januar nicht feststellen, wie schlecht es um seinen Knöchel wirklich steht. Das ist kein Vorwurf an unsere Ärzte, bei GC spielte Vilotic ebenfalls mit dieser Verletzung. Möglicherweise war es ein Fehler, setzten wir ihn angeschlagen ein, wodurch sich sein Zustand verschlechterte.
Auf dem Papier stellen von Bergen und Vilotic die beste Innenverteidigung der Liga... ...und mir ist dennoch bewusst, dass unsere Transferbilanz nicht ideal aussieht. Aber das ist eine Momentaufnahme. Ich sagte bei meinem Antritt im Januar 2013, dass wir eine Geschichte schreiben wollen. Und dass das nicht von heute auf morgen gehe. Von Bergen und Vilotic sollen in unserer Defensive die Basis bilden, um Erfolge zu haben. Vilotic wurde im Januar, als wir ihn holten, von der Swiss Football League als bester Verteidiger ausgezeichnet.
Seit der 5.Runde ist YB eines der schwächsten Teams. Das fällt auf Trainer Uli Forte zurück. Die Trainerfrage stellt sich nicht.
Uli Forte wird auch Ende Saison noch YB-Coach sein? Ich bin genug lange im Geschäft, um zu wissen, dass Versprechen mit Vorsicht zu geniessen sind. Im Fussball ist alles möglich. Tatsache ist: Wir sind von Uli Forte überzeugt, und es bringt nichts, wenn man bei YB immer im Frühsommer den Trainer wechselt.
Uli Forte werden in der neuen Saison kaum frische Kräfte zur Verfügung stehen. Einzig der Vertrag von Christoph Spycher, der zurücktritt, läuft aus. Ja, uns sind ein wenig die Hände gebunden. Zudem muss das Kader immer noch verkleinert werden. Aber vielleicht gelingt es uns ja, Spieler mit weiterlaufenden Verträgen abzugeben. Dann hätten wir etwas mehr Spielraum.
Und wie läuft die Suche nach dem dringend benötigten erfahrenen, zentralen Mittelfeldspieler mit Führungsqualitäten? Es gibt drei, vier interessante Optionen, aber es ist zu früh, um zu Namen Stellung zu nehmen. Wir werden einen bestandenen Fussballer holen, denn der Verlust von Spycher ist enorm schmerzhaft. Wenn es uns gelingt, einen Leader fürs Mittelfeld zu holen, sehe ich optimistisch in die Zukunft. Im Sommer beginnen alle wieder bei null. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/18643201
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 15. Mai 2014, 07:29 |
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15.05.2014  Zitat: «Uns fehlt noch die Siegermentalität Basels»
Alain Kappeler, CEO im Stade de Suisse, spricht über seine Arbeit und die YB-Saison, über die Stadion- und Klubbesitzer und den Kostendruck – sowie über Sportchef Fredy Bickel und den Cupfinal.
Welche Note würden Sie der aktuellen YB-Saison geben? Alain Kappeler: Eine knappe 5.
Und mit welcher Begründung? Wir können das Fazit bereits zwei Runden vor Schluss ziehen, weil wir unser Ziel erreicht haben und nächste Saison in der Europa-League-Qualifikation spielen werden. Das ist wichtig, und ich denke, die Art und Weise, wie wir am Sonntag gegen Basel spielten und siegten, entschädigte für die schwierigen Wochen zuvor.
Aber restlos zufrieden können Sie mit YB nicht sein... ...natürlich nicht. Wir starteten sehr stark in die Saison, nach den fünf Siegen am Anfang war die Euphorie gross. Da sah man auch, wie YB die Leute bewegt, wir hatten Ende August 25'000 Zuschauer im Stadion. Leider fehlte es danach an der Konstanz.
Ist es manchmal frustrierend für Sie, wie stark das Stade de Suisse im Schatten von YB steht? Wie meinen Sie das?
Egal, wie gut Sie und die anderen Angestellten arbeiten, letztlich hängt es vom YB-Erfolg ab, wie die Arbeit bewertet wird. Es ist nicht übertrieben, wenn man das so sieht. Wir haben diese Holdingstruktur mit Sport und Kommerz im gleichen Haus, die wir nach aussen und innen abbilden wollen. Dabei steht die erste Mannschaft eindeutig im Fokus. Und der Grund ist klar: Sie ist der grosse Hebel, den wir besitzen. Wenn wir sportlich erfolgreich sind, profitieren alle davon.
Wie gehen Sie damit um? Das macht den Reiz dieses Geschäfts aus. Damit muss man umgehen können. Frustrierend war für mich unsere Inkonstanz, denn wir haben ja gesehen, wie gut das Team unter der Woche arbeitete.
Wie weit sind Sie denn im Stade de Suisse und bei YB bezüglich Ihrer Idealvorstellung? Dank den Besitzverhältnissen haben wir ausgezeichnete Möglichkeiten. Stadion und Verein gehören den gleichen Eigentümern. Es gibt nur einen Verwaltungsrat, der bernischer aufgestellt ist als früher, die Wege im Betrieb sind kurz, die vier Abteilungen Sport, Marketing/Verkauf, Sicherheit und Finanzen arbeiten im Stade de Suisse eng zusammen.
Die Vorwärtsstrategie vor ein paar Jahren erlitt sportlich und wirtschaftlich einen Totalabsturz. Inwiefern spüren Sie diesbezüglich noch Nachwehen, beispielsweise bei der Akzeptanz bei Sponsoren und im Umfeld, die ja damals gelitten hatte. Ich möchte nicht nachtreten gegen die frühere Führung. Was ich sagen kann: Es ist uns gelungen, durch personelle Veränderungen und durch den Aussenauftritt wieder mehr Nähe zum Publikum und zu den Partnern zu schaffen.
Es gab aber ein paar Baustellen, die Sie übernehmen mussten. Für mich war entscheidend, dass unser Image wieder besser wird. Und, klar, das Kader ist zu gross und teuer, da bauen wir noch ab.
Und welches ist Ihre Hauptaufgabe im Betrieb? Mir ist wichtig, dass wir ein gutes Arbeitsklima haben. Und ich erachte es als elementar, dass Stadion und Klub gemeinsam auftreten und die daraus entstehenden Synergien auch genutzt werden. Diese Situation ist ein Wettbewerbsvorteil. Zudem müssen wir wirtschaftlicher sein, die Kosten optimieren und an die Zukunft denken. Da stehe ich als CEO in der Verantwortung.
Man hört immer wieder, dass YB sparen müsse. Also wurden in den letzten Monaten regelmässig Leute entlassen, gleichzeitig aber im Januar Verteidiger Milan Vilotic für 3,5 Millionen Franken Ablösesumme von GC verpflichtet. Wie passt das zusammen? Man darf diese Dinge nicht vermischen. YB ist unser Kerngeschäft, Spielerverpflichtungen wie Milan Vilotic sind Investitionen. Das gehört dazu. Das gilt zum Beispiel auch für die neuen LED-Screens, die wir noch dieses Jahr anschaffen werden. Wir arbeiten mit einem klaren Budget, und wenn es ausserordentliche Ausgaben gibt wie den Transfer von Vilotic, wird das mit den Besitzern angeschaut. Gleichzeitig mussten wir im Büro eine Reorganisation vornehmen, um den Fixkostenblock zu verringern.
So viel Geld für einen Verteidiger in die Hand zu nehmen, ist dennoch aussergewöhnlich. Wenn wir der Meinung sind, dass uns ein Fussballer sportlich weiterbringt oder wir ihn später gewinnbringend verkaufen können, ist das eben eine Investition.
Ist es überhaupt möglich für YB, selbsttragend zu sein? Jeder Schweizer Fussballklub hat ein strukturelles Defizit, das er nur durch besondere Erträge wie Europacupeinnahmen oder Spielerverkäufe ausgleichen kann. Es muss unser Ziel sein, selbsttragend zu sein. Für uns ist das möglich, wenn wir vorne mitspielen und europäisch eine Rolle spielen. Es gibt bei uns zum Glück noch andere Einnahmequellen im Stadion und mit Events.
Der Fussballbetrieb aber kann alleine nicht eine ausgeglichene Rechnung erreichen... ...vermutlich ist das unrealistisch, ja. Man müsste die Ausgaben im Team stark reduzieren. Oder wir müssten konstant die Champions League erreichen.
Die Gebrüder Rihs als Besitzer übernahmen 2012 und 2013 ja die massiven Verluste bei YB in Millionenhöhe mit weiteren Darlehen. Wann endet die Geduld der Investoren? Zahlen kommentieren wir nicht. Wir sind froh, solch sportbegeisterte und grosszügige Besitzer zu haben. Aber das heisst auf keinen Fall, dass wir keinen Kostendruck hätten. Wir sind auf dem Weg, eigenständig zu werden. Das ist eine grosse Herausforderung. Ich bin überzeugt, dass wir auch wieder mehr Zuschauer haben werden, wenn wir vorne mitspielen. Denn wir haben ja grosses Potenzial und nicht grundsätzlich ein negatives Image...
...aber mittlerweile doch ein wenig ein Verliererimage... ...das liegt auf der Hand, wenn man 28 Jahre auf einen Meistertitel wartet. Wir müssen weiter unseren Weg gehen. Und cleverer werden, uns fehlt noch die Siegermentalität Basels.
Wie soll sich das ändern? Das geht nur Schritt für Schritt.
Wer kontrolliert eigentlich Sportchef Fredy Bickel, der sehr viele Vertraute nach Bern holt? Wir haben einen Finanzausschuss und eine Sportkommission mit Vertretern des Verwaltungsrats. Da werden die Entscheidungen diskutiert und abgesegnet. Es ist doch logisch, holt Fredy Bickel Leute zu YB, die er kennt und denen er vertraut. Und wir vertrauen ihm, er besitzt eine riesige Erfahrung und baut jetzt sein Team auf. Dabei sind wir fast täglich in Kontakt, wobei ich mich im sportlichen Bereich nicht einbringe. Da haben wir genügend Fachkompetenz.
Die Abhängigkeit von Bickel ist ziemlich gross. Wir sind vom Sportchef überzeugt, er wird von allen unterstützt. Und letztlich entscheidet auch hier der Erfolg. Wir wollen Stabilität und Kontinuität und setzen auf unsere Crew. Das würde ich auch sagen, wenn wir Basel nicht geschlagen hätten.
Und wie wichtig sind Länderspiele und Cupfinals noch für Sie? Der Schweizerische Fussballverband meinte kürzlich, er fühle sich in Bern nicht mehr besonders willkommen. Ich bin der Meinung, dass Bern ein perfekter Standort ist für Länderspiele. Das wird immer so bleiben. Der Cupfinal aber ist für uns nicht mehr so wichtig wie früher, die Ereignisse in den letzten Jahren mit den Fanrandalen in Bern haben auch uns geschadet, obwohl wir als Stadionbetreiber einen guten Job machten. Für mich wäre es schöner, wenn YB endlich wieder den Cupfinal erreichen und gewinnen würde.
Zur Person
Seit vier Monaten CEO Alain Kappeler arbeitet seit bald 2 Jahren im Stade de Suisse und wurde im Januar vom operativen Leiter zum CEO befördert. Er ist 44 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder (9 und 4 Jahre alt). Der Eidg. dipl. Marketingleiter wohnt in Hindelbank und ab Sommer in Zimmerwald. Vorher war er CEO der Arena Thun AG/FC Thun AG, 6 Jahre Head of Marketing bei Swiss Ice Hockey, davor Leiter Marketing beim HC Davos und beim Spengler-Cup sowie Sponsoringleiter/Projektleiter Eishockey bei Postfinance. Der Seeländer leitet als CEO die Bereiche Sport, Betrieb, Verkauf/Marketing und Finanzen, wobei YB-Sportchef Fredy Bickel dem Sportausschuss rapportiert. Kappeler oder Bickel wird sich im November zur Wahl ins Ligakomittee stellen – der frühere YB-CEO Ilja Kaenzig tritt dann ab.
Für den 6.September kündigt Kappeler ein «grosses Konzert» im Stade de Suisse an, bald werden Details kommuniziert.
Heute Thun - YB
Nach dem überzeugenden 3:1-Erfolg vom Sonntag gegen Basel haben die Young Boys nicht nur die Qualifikation für die Europa League vorzeitig sichergestellt, sondern vor allem der Begegnung beim FC Thun (heute, 20.30) ein wenig die Brisanz nehmen können. «Wir können vielleicht mit weniger, aber ganz sicher nicht ohne Druck antreten», sagt YB-Trainer Uli Forte. Mit einem Remis sichern sich die Berner auch Rang 3, «unser erklärtes Saisonziel seit der Winterpause», wie Forte mit Nachdruck erwähnt. Den dritten Platz wollen sich die Young Boys insofern auch sichern, als sie damit in der Qualifikation zur Europa League erst in der 3.Runde antreten müssen – von wo sie dann nur noch die Playoffs vor der Gruppenphase trennen würden. Ob er wie gegen Basel mit einer Dreierabwehr spielen lassen wird, liess Forte gestern noch offen. «Auf dem Thuner Kunstrasen haben alle Teams Mühe, es gilt, vorsichtig zu agieren.» http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/22330174
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shalako
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Verfasst: Samstag 17. Mai 2014, 13:17 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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17.05.2014  Zitat: Stillstand und Bewegung
Der BSC Young Boys darf mit dieser Saison nicht zufrieden sein.
Bei YB wurde in den letzten vier Jahren an fast jedem Schräubchen gedreht, welches sich irgendwie bewegen liess. Trainer kamen und gingen in schneller Reihenfolge. Der Stadionchef wurde mehrmals ausgewechselt. Ein Ex-Bundesliga-Manager (Ilja Kaenzig) und ein verdienter Fussballfunktionär (Hansruedi Hasler) prägten die kurze «Phase 3».
Als sich die wilde Vorwärtsstrategie als Rohrkrepierer erwiesen hatte, besann man sich auf die nostalgisch-verklärten Zeiten im Stadion Neufeld, die vom vielsagenden Slogan «YB macht glücklich» geprägt sind. Fredy Bickel, ein Mann mit ausgeprägtem Harmoniebedürfnis, sollte das Glück zurückbringen ins Stade de Suisse. Doch auch ihm ist es bisher nicht gelungen, den Klub von der Seuche zu befreien, an der er leidet, seit er sich im Mai 2010 auf dramatische Weise den Meisterpokal aus den Händen reissen liess.
Die heurige Meisterschaft beendet der BSC YB, der seit nunmehr 27 Jahren auf einen wichtigen Titel wartet, auf einem Europa-League-Platz. Ziel erreicht, erklärt die Führungsriege und wird gleichzeitig nicht müde zu betonen, wo YB am Ende der letzten Saison gestanden ist (7. Platz). Damit lügt sie sich gewaltig in die Tasche. Ein Verein wie YB, der mit dem zweithöchsten Budget der Liga operieren kann, der das zweitgrösste Stadion der Schweiz besitzt und der immer noch am zweitmeisten Zuschauer anzieht, kann und darf nach einer solchen Saison nicht zufrieden sein. Wie in der Katastrophen-Saison zuvor war das Team in der Defensive äusserst fehleranfällig und kassierte in 35 Spielen 50 Gegentore. Weitere Hypotheken waren die ausgeprägten Leistungsschwankungen, das zu statische und langsame Vorwärtsspiel gegen defensiv ausgerichtete Gegner, das mangelnde Durchsetzungsvermögen in der Angriffszone vor dem gegnerischen Tor und das Fehlen von dominanten Figuren im zentralen Mittelfeld.
Verpasster Angriff auf den FCB
YB weist nach 35 Runden 13 Punkte Rückstand auf den alten und neuen Schweizer Meister Basel auf. Das ist eindeutig zu viel angesichts der vielen Ausrutscher des FCB in der nationalen Meisterschaft (15 Unentschieden) und den internen Spannungen beim Ligakrösus. Mit dem Kader, welches Uli Forte zur Verfügung stand, hätten die Berner eigentlich bis zum letzten Spieltag ein ernsthaftes Wort um den Meistertitel mitreden müssen. Sie verpflichteten im letzten Sommer für viel Geld Nationalverteidiger Steve von Bergen; zudem kehrte im Winter der an Thun ausgeliehene Josef Martínez zurück und wurde mit Milan Vilotic ein weiterer teurer Mittelverteidiger unter Vertrag genommen. Doch was passierte? Statt dem in dieser Saison nur mediokren FCB auf den Fersen zu bleiben, gerieten die Berner zeitweise völlig aus der Spur. Hätten nicht die direkten Konkurrenten Luzern, Zürich und St. Gallen auch arg geschwächelt, YB hätte ernsthaft um einen Europa-League-Platz zittern müssen.
«Wir bewegen uns im Stillstand», meinte der geschwätzige Trainer Uli Forte nach einem weiteren ganz schwachen Auftritt in diesem Frühling. Was er damit sagen wollte? Eine gute Frage. Wie auch immer: Mit dem freudschen Versprecher beschrieb Forte ungewollt, was seine Mannschaft in der Rückrunde oft tat: Sie bewegte sich wohl fleissig, doch leider mehr quer- und rückwärts statt schnell vorwärts.
Integration funktioniert
Das Positive einer insgesamt ungenügenden Saison: Die Integration der eigenen Nachwuchsspieler in die erste Mannschaft wurde vorangetrieben. Und nicht minder wichtig: Sie erhielten auch tatsächlich Chancen, sich in der Super League zu bewähren. Namentlich handelt es sich um Leonardo Bertone, Florent Hadergjonaj, Yvon Mvogo und Grégory Wüthrich. Die vier rissen bei ihren ersten Einsätzen verständlicherweise noch keine Bäume aus, doch sie machten mit soliden (Bertone, Hadergjonaj) bis sehr guten Leistungen (Mvogo, Wüthrich) Werbung in eigener Sache.
Das konsequente Einbauen von Eigengewächsen ist in zweierlei Hinsicht ein wichtiges Zeichen. Den vielen Nachwuchsspielern zeigt es, dass die Türe nach ganz oben wirklich offen ist. Die Fans freut es, weil sie nach vielen Enttäuschungen mit teuren auswärtigen Söldnern endlich wieder lokale Helden zu Gesicht bekommen. Wer weiss: Vielleicht gelingt es dieser neuen, noch unverbrauchten YB-Generation, den Klub in den nächsten Jahren dorthin zu führen, wo er schon so lange hinmöchte: auf den Gipfel.
Gewinnen für «Wuschu»
Gegen Basel ging es für YB um die Europa-League-Qualifikation. Vier Tage später gegen Thun um den dritten Platz. Beide Spiele konnten die Berner für sich entscheiden und damit den dritten Platz sichern. «Das sind zwei Erfolgserlebnisse, die sich in den Köpfen der Spieler festsetzen und für die neue Saison noch wichtig sein könnten. Nach den Ferien wird jeder mit gestärktem Selbstvertrauen in die Vorbereitungsphase einrücken», meint Uli Forte. Denn immerhin habe man Basel im eigenen Stadion und Thun auswärts fast sechs Jahre nicht mehr bezwingen können.
Um was geht es also in der letzten Saisonpartie gegen St. Gallen? «Wir müssen dieses Spiel unbedingt für unseren abtretenden Captain Christoph Spycher gewinnen», lautet Fortes Forderung. Der YB-Trainer hofft, dass das Stade de Suisse erstmals in dieser Saison bis auf den letzten Platz besetzt sein wird. Durch sein beeindruckendes «Lebenswerk», wie es Forte nennt, mit 34 Länderspielen, 129 Partien in der Bundesliga und 126 Spielen für YB hätte Spycher gemäss Forte einen Abschied durch die grosse Tür verdient. «Es ist verständlich, hatten wir wegen unserer durchzogenen Leistungen zuletzt wenig Zuschauer. Am Sonntag sollen die Leute aber nicht wegen uns, sondern wegen «Wuschu» ans Spiel kommen. Wenn er seine letzte Partie in einem halb leeren Stadion bestreiten müsste, wäre ich sehr enttäuscht.» http://www.derbund.ch/sport/fussball/St ... y/21713273
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