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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Sonntag 2. Dezember 2012, 01:36 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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01.12.2012  Zitat: Bickels Wechsel von Zürich nach Bern
«Die letzten Wochen haben mich völlig zermürbt»
Mit dem FC Zürich gewann Fredy Bickel seit Ende 2003 drei Meistertitel und einmal den Cup. Der 47-Jährige ist der dienstälteste Sportchef der Schweiz. Auf den 1. Januar 2013 kehrt Bickel nach Bern zurück und tritt die Stelle als Sportchef bei den Young Boys an.
NZZ am Sonntag: Sie waren neun Jahre Sportchef beim FCZ. Aber als Sie am Mittwoch in Bern vorgestellt wurden, sprachen Sie vom «Nachhausekommen». Wie muss man das verstehen?
Fredy Bickel: Neben dem FC Zürich waren es immer die Young Boys, die in meinem Leben wichtig waren. Man hat mich zwar immer wieder auch in die Nähe zu GC gebracht, aber YB und der FCZ haben mich geprägt. In Bern gab man mir die erste Chance, etwas aufzubauen.
Sie sagten, Sie hätten in den letzten Jahren jeden Tag an YB gedacht. Viele FCZ-Anhänger haben Ihre Aussagen als stillos empfunden.
Wenn meine Worte wirklich so angekommen sind, dann habe ich mich falsch ausgedrückt. Das tut mir leid. Ich wollte ausdrücken, dass mich meine Geschichte mit YB in den letzten Jahren nie ganz losgelassen hat. Ich konnte meinen Abschied 2002 aus Bern nie richtig verarbeiten, er hat mich immer geplagt, das war damals ein extremer Einschnitt in mein Privat- und Berufsleben. Aber eigentlich hoffe ich schon, dass der FCZ-Fan in diesen Jahren gespürt hat, dass ich immer mit Herz beim FCZ war. Wenn man mich nicht so wahrgenommen hätte, würde mich das enttäuschen.
Am Schluss hatte man den Eindruck: Fredy Bickel flieht aus Zürich.
Nein, das ist nicht so. Mein Abschied fällt mir sogar schwer, obwohl es in den letzten Monaten nicht einfach für mich war, für den FCZ zu arbeiten. Wir haben ein gutes Klima im Büro, ich habe diese Mannschaft gern, arbeite gern mit dem Staff und habe ein gutes Verhältnis mit dem Präsidenten Ancillo Canepa. Das alles hinter sich zu lassen, ist nicht einfach.
Warum gehen Sie dann weg vom FCZ?
Es gab Ende September die Zeitungsschlagzeile «Bickel vor dem Rauswurf». Daraufhin meldeten sich mehrere Vereine, und bei mir ist der Gedanke gereift, dass der Zeitpunkt kommt, sich mit dem Abschied zu befassen. Als man mich im FCZ-Verwaltungsrat anschliessend mehrfach dazu aufforderte, zurückzutreten, war mir klar: Jetzt gibt es keine Zukunft mehr. In einem solchen Umfeld kann ich nicht arbeiten.
Canepa stand hinter Ihnen.
Ja, schon. Aber er wusste, dass man mich aus dem FCZ weghaben will.
Weshalb wollten die Verwaltungsräte Gregor Greber, Hans Ziegler und George Tzionas, dass Sie zurücktreten?
Das hatte mit den sportlichen Leistungen der vergangenen Monate zu tun. Sie sahen in mir den Ursprung der Krise. Greber und Tzionas sagten, ich solle meinen Vertrag zurückgeben. So haben sie es ausgedrückt. Aber richtig begründet haben sie es nicht.
Es ist ungewöhnlich, den Sportchef für die kurzfristigen Resultate verantwortlich zu machen. Hat man Ihnen nicht eher schlechte Transfers vorgeworfen?
Bezüglich der Transfers habe ich selten direkte Vorwürfe gehört, vieles ist mir hintenherum zugetragen worden. Meine Kritiker waren Leute, die auf allen Ebenen einen Neuanfang beim FCZ wollten. Ich kann nachvollziehen, dass es diese Meinung gibt. Aber ich teile sie nicht.
Interessant ist, dass die Kritiker Greber und Ziegler aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden sind. Eigentlich haben Sie sich doch durchgesetzt.
Durchgesetzt? Es war zu spät. Ich hatte bereits verloren. Diese Rücktritte spielten keine Rolle mehr, das ist ja das Verrückte an dieser Geschichte. Ich habe wochenlang Abschiedsgedanken mit mir herumgetragen, wehrte mich jedoch immer dagegen. Es ging auch nicht nur um YB. Aber dann kam der Moment, als sich der Gedanke nicht mehr vertreiben und der Prozess sich nicht mehr stoppen liess. Als ich mich entschied, den FCZ zu verlassen, gab es kein Zurück mehr.
Ist es naiv zu glauben, man hätte sich viel früher an einen Tisch setzen und alles ausdiskutieren müssen?
Klar hätte man das so machen können. Ich habe mich ja oft mit Canepa ausgetauscht. Er wusste, wie ich mich fühlte, und es gelang ihm immer wieder, mich emotional zurückzuholen. Er sagte immer: «Bleib ruhig, ich habe es im Griff, es kommt alles gut.»
Er hatte recht: Die Mehrheit Ihrer Kritiker ist nicht mehr im Verwaltungsrat.
Ja, das stimmt. Aber nochmals: Ich konnte nicht mehr zurück.
Hätten Sie nicht schon im Dezember 2011 beim FCZ aufhören müssen? Damals haben Sie nach langem Zögern Ihren Vertrag bis 2014 verlängert.
Es stimmt, dass ich damals Anzeichen spürte. Es war zwar ein schwieriges Jahr, doch ich bereue es nicht.
Wie ist Ihre Beziehung zu Canepa?
Er ist sicher enttäuscht von mir. Und es tut mir leid, wie er jetzt kritisiert wird. Canepa verkörpert mit Leib und Seele den FCZ. Er will nur das Beste für den Verein. Ich hatte auch schon schwierige Zeiten, und da hat er mir geholfen. Eigentlich wäre es jetzt an mir, Canepa zu helfen und alles durchzustehen. Aber ich hatte nicht mehr die Kraft. Die letzten Wochen haben mich völlig zermürbt.
Man kann Ihnen vorwerfen, dass Sie dem FCZ in einer sehr schwierigen Zeit den Rücken kehren.
Das kann man so auslegen. Aber ich kann es auch umdrehen. Auch der Verein hat mich in den letzten zwölf Monaten hängenlassen – zumindest ein Teil des Vereins. Canepa wollte das zwar nicht. Aber ein grosser Teil der Führungscrew hat mich mehr und mehr ins Abseits gestellt.
Wie gross ist Ihr Anteil an der Krise, die der FC Zürich jetzt erlebt?
Ich habe mich von dieser Situation zerfleischen lassen. Alle diese Nebenschauplätze haben mich in den letzten Monaten zu weit von der Mannschaft entfernen lassen. Ich habe dadurch auch das Gespür für sie verloren. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit dem Trainer Rolf Fringer. Von allen Trainern, mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe, konnte ich ihn am wenigsten unterstützen.
In Ihrer Karriere als Sportchef haben Sie drei Trainer verpflichtet: Bernard Challandes, Urs Fischer und Rolf Fringer. Mit zwei von ihnen ist es schiefgegangen. Was sagt Ihnen das?
Mit Urs Fischer lief es bis zum Bruch ja sehr gut. Er war 2010 die richtige, logische Wahl. Fischer verdiente die Chance. Er ist und bleibt für mich ein guter Trainer. Ebenso Rolf Fringer. Er war einfach zum falschen Zeitpunkt beim FC Zürich. http://www.nzz.ch/nachrichten/nzzas/eig ... 1.17863535
_________________ For Ever
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Hauptstadt
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Verfasst: Freitag 4. Januar 2013, 00:33 |
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Registriert: Donnerstag 6. Mai 2004, 14:28 Beiträge: 6742
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shalako
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Verfasst: Samstag 5. Januar 2013, 13:23 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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05.01.2013  Zitat: «Diesmal hat die Geschichte ein Happy End»
Der neue YB-Sportchef Fredy Bickel spricht im Interview über seine Vergangenheit, Ziele und Ideen in Bern. Er verspricht keinen Titel, aber will seine Geschichte mit den Young Boys weiterschreiben.
Fredy Bickel, wann werden Sie mit YB Meister? Fredy Bickel: (lacht) Ich werde mich sicher nicht hinstellen und im ersten grossen Interview in Bern einen Titel versprechen.
Aber von den Fans sind Sie wie ein Messias empfangen worden. Ist das schön oder belastend? Die Fans haben mich positiv empfangen. Aber Ihre Zeitung schrieb ja, es sei eine mutlose Entscheidung von YB, mich als Sportchef zu holen.
Weil Sie die naheliegendste Lösung waren. Wir schrieben nicht, Sie seien keine gute Wahl. Und zwischen Messias und mutlos hat es ganz viel Platz. (lacht) Richtig. Es ist wunderbar und motivierend, von den Fans so begrüsst zu werden. Nur weiss ich, was passiert, wenn wir die ersten Spiele verlieren. Es gibt wenig Vergänglicheres als Vorfreude.
Bis vor wenigen Tagen arbeiteten Sie noch für den FC Zürich als Sportchef, jetzt geht es bei YB bereits sehr intensiv um die Kaderzusammenstellung. Das muss ein heftiger Kaltstart sein. Ich wusste ja, was mich erwartet, zumal ich mich auch im Dezember bereits mit YB beschäftigte. Es war eher ein Steigerungslauf. Ich war zwar bereits in Bern und kenne viele Leute, aber vieles ist trotzdem neu und anders.
Was hat sich denn am meisten verändert bei YB? Es ist natürlich alles viel grösser geworden, aber deswegen nicht einfacher. Und es ist schön, hat es nach zehn Jahren Abwesenheit noch viele Leute in und um den Verein, die damals hier waren.
Als Sie 1999 bei YB in der NLB als Manager anfingen, waren Sie beinahe der einzige Angestellte auf der Geschäftsstelle... ...ja, genau, die Büros im alten Wankdorfstadion standen leer, weil YB gerade im Nachlass war. Ich hatte immerhin einen Computer, es gab eine Sekretärin, mit mir waren es 250 Stellenprozent in der Administration. Heute sind die Verhältnisse im Stade de Suisse viel professioneller.
Und YB ist jetzt der zweitgrösste Klub des Landes hinter Basel. Die Entwicklung des Vereins seither ist bemerkenswert. Leider fehlt ein Titelgewinn.
Bei Ihrer Präsentation hier erklärten Sie vor ein paar Wochen, Sie hätten seit Ihrem Abgang in Bern vor zehn Jahren jeden Tag an YB gedacht... ...diese Aussage muss man im Kontext sehen. Ich war immer mit Leib und Seele FCZ-Sportchef, ich hatte in Zürich sehr schöne und erfolgreiche Zeiten.
Aber? Dennoch hat mich mein Abgang bei YB immer stark beschäftigt. Das war schwierig und hart und hat unglaublich tiefe Spuren hinterlassen. Fast zwei Jahre lang kamen ständig Anklagen und Vorwürfe, ich erhielt lange keine Stelle, mein Name wurde bewusst beschmutzt, die Ehe ging kaputt, was letztlich mit meinem unschönen Ende in Bern zusammenhing. Die letzten, turbulenten Wochen als YB-Sportchef 2002 haben mein Leben geprägt.
Sie sind immer noch gekränkt... ...nein, das ist vorbei. Doch ich konnte lange nicht loslassen, das war ein ständiger Begleiter. Die Anschuldigungen gegen mich erwiesen sich zwar auch vor dem Untersuchungsrichter immer wieder als haltlos, aber da bleibt immer etwas hängen. Auch finanziell war das nicht einfach.
Und warum blieb YB immer in Ihrem Herzen, wie Sie sagten? Weil ich mit vielen damaligen Mitarbeitern oder Leuten aus dem YB-Umfeld auf privater Ebene Kontakt hielt. Mein Bezug nach Bern blieb immer intensiv. Und: Ich wurde in den letzten Jahren insgesamt dreimal angefragt, ob ich wieder YB-Sportchef werden möchte.
Wann genau? Vor ein paar Jahren erstmals, dann im Sommer 2010 und eben nun vor wenigen Wochen.
Nun sind Sie wieder in Bern. Möchten Sie sich rehabilitieren, haben Sie Revanchegelüste? ...überhaupt nicht. Ich betone nochmals: Es ging ja nicht um YB, sondern es handelte sich um eine Art Privatkrieg zwischen dem damaligen Stadionchef Peter Jauch und Ihnen wobei ich gar keinen Streit wollte, aber darum geht es jetzt nicht. Ich spürte ja immer, dass meine Arbeit bei YB von sehr vielen geschätzt wurde. Sogar ein Verwaltungsrat, der mit dem früheren Exponenten der Young Boys gut befreundet ist, setzte sich mehrmals dafür ein, dass ich wieder in Bern arbeite. Das war ein schönes Zeichen für mich.
Unter welchen Voraussetzungen betrachten Sie Ihre Rückkehr? Es gibt ein schönes Bild, welches ich gerne verwende. Wir begannen 1999 bei YB eine Geschichte zu schreiben, das hat grossen Spass gemacht. Viele Leute und die Fans sind heute noch hier. Dann kam es damals zum abrupten Ende, bevor die Geschichte fertig geschrieben wurde. Nun darf ich sie weiter schreiben.
Fertig oder weiter? Weiter.
Und wann ist sie fertig geschrieben? Wenn die Young Boys auf dem Bundesplatz den Meisterpokal präsentierten können? Ich lasse mich immer noch nicht aus der Reserve locken wir brauchen doch einen guten Titel für dieses Interview aber ich verspreche keine Titelgewinne. Lassen Sie uns jetzt doch einfach in Ruhe an der Geschichte schreiben.
Ein guter Autor weiss während des Schreibens ganz genau, wie seine Geschichte endet. Also gut. Diesmal hat die Geschichte ein Happy End. Das wäre doch ein schöner Titel für Sie.
Und warum hat YB in den letzten, durchaus guten Jahren mit mehreren 2.Plätzen und Cupfinalteilnahmen keine Titel gewonnen? Das hängt mit der Geschichte zusammen. Das erklärte ich am Freitag auch den YB-Spielern in der Kabine. Man kann sich keinen Titel kaufen. Es braucht eine Geschichte, man muss Schritt für Schritt aufbauen. In den letzten Jahren konnte in Bern gar nie eine Geschichte entstehen, weil es immer wieder rumorte und ständig zu personellen Veränderungen an der Spitze kam.
Also war es für Sie kein Zufall, verlor YB zwei Finalissimas und zwei Cupfinals? Nein.
Beim FCZ, wo Sie ab 2003 arbeiteten, wurden Sie dreimal Meister. Also muss das mit YB, das über deutlich mehr Potenzial verfügt, auch möglich sein. Das stimmt. Die Infrastruktur und die Möglichkeiten hier sind ausgezeichnet. Sie sind um einiges besser als beim FCZ. Ich lehne mich so weit aus dem Fenster und sage: Eine Teilnahme am Europacup ist Pflicht für uns. Und wenn man regelmässig vorne mitspielt, ist ein Titel die Konsequenz. Irgendwann. Und wenn es nur ums Potenzial ginge, müsste Basel ja jedes Jahr Erster sein. YB hat die Möglichkeit, Meister zu werden. Aber noch nicht die Geschichte dazu.
Haben Sie denn einen Masterplan für Ihre Geschichte? Wir beginnen bei null. Jeder Spieler und Mitarbeiter hat ein weisses Blatt vor sich und kann sein eigenes Kapitel schreiben.
Trainer Martin Rueda steht nach mässiger Vorrunde auf Rang 5 in der Liga und unter Druck, er besitzt nur einen Einjahresvertrag bis im Sommer... ...wir stehen alle in der Verantwortung. Aber noch einmal: Das ist ein Neuanfang. Mir ist es egal, was in der Vorrunde war, ich habe absolut keine Vorurteile.
Die Position des Trainers ist sehr entscheidend für einen Klub. Jede Position ist wichtig. Martin Rueda passt gut zu YB, ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm. Aber ich wehre mich dagegen, Erfolge einzelnen Personen zuzuschreiben. Man kann nur etwas gewinnen, wenn es in allen Bereichen stimmt. Deshalb halte ich die Bezeichnung Sportchef auch für falsch. Ich betrachte mich als Bindeglied im Verein.
Einspruch. Die sportliche Leitung und insbesondere die Arbeit des Trainers ist absolut entscheidend. Jürgen Klopp zum Beispiel hat Dortmund in den letzten Jahren nach oben geführt... ...ja, aber es darf sich keiner zu wichtig nehmen. Der Trainer muss zum Verein, zur Philosophie und zur Geschichte passen.
Und mangelt es YB nicht an Führungsspielern, die Hauptfiguren in Ihrer Geschichte sein können? Auf den ersten Blick hat es beim FC Basel sicher mehr Akteure mit Leaderqualitäten. Aber solche Spieler können sich auf einem weissen Blatt Papier ja auch entwickeln. Ich bin sicher, dass wir Fussballer haben, die solche Fähigkeiten besitzen. Das müssen sie jetzt beweisen.
Was besitzen Sie denn für Gestaltungsmöglichkeiten? Dürfen Sie beispielsweise die gesamte Ablösesumme für Raul Bobadilla wieder investieren? In den letzten Jahren mussten die YB-Besitzer relativ viel Geld einschiessen. Ein Verein sollte aber auf eigenen Beinen stehen. Das muss in diesem traumhaften Umfeld mit den vielen Zuschauern einfach unser Ziel sein.
Aber Sie benötigen auch Geld, um das Team zu verstärken. Natürlich. Doch ich war nie ein Sportchef, der möglichst viel Geld ausgab. Wir müssen klug vorgehen. Mir ist es jetzt wichtig, dass ich mit allen hier ausführlich reden kann. Jeder erhält eine Chance. Wir müssen nicht in diesem Januar ein perfektes Team zusammenhaben. Das kann ein langer Prozess sein. Erfolg kauft man nicht in erster Linie auf dem Transfermarkt ein.
Sondern? Am wichtigsten ist, dass wir ein gutes Team sind. Auf dem Platz. Aber auch in der Administration, im Staff, in der Führung. Die Fussballer können nur so gut sein wie die Leute neben dem Platz. Zuletzt war das beim FCZ neben dem Rasen nicht mehr ideal, deshalb lief es uns sportlich nicht mehr. Und: Ich habe lieber ein bisschen weniger Qualität im Kader, aber dafür ein gutes Team.
Deshalb hat YB Bobadilla ausgerechnet an den grössten Rivalen Basel verkauft? Man hätte ihn ja zwingen können, in Bern zu bleiben. Oder wäre mit ihm das Klima zu vergiftet gewesen? Es wäre zumindest belastet gewesen, der Spieler wollte unbedingt wechseln. Da konnten wir absolut nichts mehr bewegen. Also ging es am Ende darum, was für uns am besten ist.
Und warum hat man nicht versucht, Bobadilla nach Russland oder Italien zu verkaufen? Weil das nicht geklappt hätte. Bobadilla wollte nur zu Basel, das war für ihn seit Wochen klar. Dieser Transfer stärkt jetzt vielleicht unseren härtesten Konkurrenten. Aber er gibt auch uns die Chance, stärker zu werden. Wir holen jetzt übrigens nicht Spieler, die in der Rückrunde noch Torschützenkönig werden oder doppelt so viel kosten wie Bobadilla. Wir nehmen uns Zeit. Und wir suchen und wollen Fussballer, und damit bleibe ich im Bild dieses Gesprächs, die an unserer Geschichte mitschreiben können. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/18303708
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shalako
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Verfasst: Freitag 11. Januar 2013, 13:00 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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11.01.2013  Zitat: YB-Sportchef Bickel
«Wir machen Basel zum Meister»
YB-Sportchef Fredy Bickel spricht über die Folgen des Boba-Transfers und darüber, warum er den Abgang des Stürmers nicht verhindern konnte.
Bitter! Mit Ihrem Amtsantritt als YB-Sportchef mussten Sie gleich Super-Knipser Bobadilla zum FC Basel ziehen lassen. Fredy Bickel Das schmerzt. Ich hätte gerne mit Raul zusammengearbeitet. Aber der Spieler und sein Berater haben mir unmissverständlich mitgeteilt, dass kein Weg an Basel vorbeiführt. Weder YB noch ein ausländischer Verein spielten in Rauls Überlegungen eine Rolle.
Immerhin hatte Bobadilla noch einen Vertrag bei YB. Sie hätten ihn zum Bleiben zwingen können. Er liess uns über seinen Berater ausrichten, dass er einfach seinen Vertrag absitzen würde, wenn er in Bern bleiben müsste. Ihn zu zwingen, hätte deshalb wenig Sinn gemacht.
Sie versuchten vergeblich, Bobadilla ins Ausland zu transferieren. Auch aus sportlicher Sicht wäre mir ein Transfer ins Ausland viel lieber gewesen. Aus genannten Gründen kam es aber nicht dazu. Raul kann sich nun bei uns bedanken, wir machen ihn zum Meister.
Sie glauben, der FC Basel holt den Titel? Daran führt kein Weg vorbei.
Und YB? Wir wollen nächste Saison wieder europäisch spielen. Wenn eine der ersten vier Mannschaften schwächelt, wollen und werden wir bereit sein.
Und wer steigt ab? Bestimmt nicht der FCZ!
Neuverpflichtung Samuel Afum trainierte am Donnerstag erstmals mit. Wird er der neue Boba? Afum ist kein Bobadilla. Aber wir alle sind von seinen Fähigkeiten überzeugt. Ein cleverer Stürmer, der gerne mit Tempo aus der zweiten Reihe kommt.
Suchen Sie noch einen weiteren neuen Stürmer? Wir sondieren den Markt, setzen uns aber nicht unter Druck. Wir wollen die Weichen für die Zukunft stellen, daher spielt es keine grosse Rolle, ob wir den Transfer jetzt oder erst im Sommer machen. Viel wichtiger ist, dass die Neuverpflichtung passt.
Bickel will GC-Bürki nicht verkaufen
Leader GC würde Goalie Roman Bürki gerne definitiv an sich binden. Das haben die Verantwortlichen der Hoppers YB gemäss «Berner Zeitung» auch wissen lassen. Doch Sportchef Bickel will den 22-Jährigen lieber noch etwas länger bei den Zürchern parkieren.
Bürki ist noch noch bis im Sommer an GC ausgeliehen, hat bei den Bernern noch Vertrag bis 2015. Captain Marco Wölfli sitzt fest im Sattel, Bürki könnte bei Gelb-Schwarz der Mann für die Zukunft sein. http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 65348.html
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shalako
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Verfasst: Montag 14. Januar 2013, 19:18 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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14.01.2013  Zitat: «Auch Gross strapaziert immer noch unsere Gehaltsliste»
Seit vierzehn Tagen ist Fredy Bickel Sportchef bei YB. Der Zürcher spricht über Bobadilla, Baustellen, Verträge, Saisonziele, Chancengleichheit und über seinen ehemaligen Arbeitgeber, den FC Zürich.
Fredy Bickel, wie haben Sie die beiden ersten Wochen in Bern erlebt? Es ging gleich von null auf hundert los. Die Arbeit ist sehr intensiv. Ich muss mir so schnell wie möglich ein Bild von allem machen.
Da dürfte es auch um die Vertragssituation der einzelnen Spieler gehen? Ja, das ist so.
YB soll neben dem FC Basel und Sion die höchsten Löhne zahlen. Sind Sie beim Studium der Verträge nicht erschrocken? Nein, erschrocken bin ich nicht gerade. Aber ich strebe in Zukunft Verträge mit höheren Leistungskomponenten an.
Figuriert eigentlich der in der vergangenen Saison entlassene Trainer Christian Gross und sein damaliger Assistent Pascal Zuberbühler immer noch auf der Gehaltsliste von YB? Ja, das ist so.
Und sie dürften diese gewaltig strapazieren? Jeder, der von uns noch Geld bezieht, aber für den Verein nicht mehr tätig ist, strapaziert die Lohnliste. Das liegt in der Natur der Sache.
Könnten Sie sich vorstellen, dass Gross und Zuberbühler für den Verein in irgendeiner Form wieder tätig sein könnten? Bei einem entlassenen Trainer ist das nicht üblich. Aber bei Pascal Zuberbühler könnte ich mir das schon vorstellen. Ich werde mal mit Zubi darüber reden. Der Job eines Torhütertrainers kommt für ihn bei uns aber nicht mehr in Frage.
Torjäger Raul Bobadilla hat trotz eines laufenden Vertrages den Verein verlassen. Weshalb? Er wollte unbedingt weg. Da war nichts mehr zu machen. Es wäre auch ein ganz schlechtes Signal an unsere Mannschaft gewesen, wenn wir stur auf den Vertrag gepocht hätten. Wir schlagen in Bern ein neues Kapitel auf. Einen Spieler, der partout gehen will, darf man wie Reisende nicht aufhalten. Für mich ist es nur noch darum gegangen, für YB die Verhandlungen möglichst gut abzuschliessen.
Was hat Bobadilla finanziell noch gebracht? Darüber haben wir Stillschweigen vereinbart.
Hätten Sie noch gerne mit Bobadilla zusammengearbeitet? Jeder Sportchef kann sich glücklich schätzen, wenn er einen solchen Spieler mit diesen herausragenden Qualitäten in seinen Reihen hat. Es wäre für mich schon interessant und spannend gewesen, Raul Bobadilla richtig kennenzulernen.
Hatten Sie für Bobadilla noch andere Angebote auf dem Tisch? Wir hatten Interessenten aus Italien, der Türkei, Russland und der Ukraine. Aber Bobadilla wollte nur zum FC Basel.
Was bedeutet der Wechsel von Bobadilla zum FC Basel für die Meisterschaft? Dass der Titel nur über den FC Basel führt. Bobadilla kann sich bei uns bedanken, dass er jetzt Meister wird.
Was sind Ihre grössten Baustellen in Bern? Es gibt Spieler, die sind nicht zufrieden, weil sie nicht regelmässig spielen. Für diese suchen wir eine Lösung. Man kann ja noch bis Ende Februar Transfers tätigen.
Zu den Unzufriedenen gehört offenbar auch Nationalspieler Moreno Costanzo. St. Gallen, GC und Luzern sollen bei Ihnen das Interesse an Costanzo deponiert haben? Das kann ich weder bestätigen noch dementieren. Sollte Costanzo tatsächlich mit seiner Situation nicht zufrieden sein, kann ich das nachvollziehen.
Was erwarten Sie von Rückkehrer François Affolter, der aus Bremen zurückkommt? Ich erhoffe mir von ihm sehr viel. Er kann uns mit seiner Bundesligaerfahrung unheimlich viel bringen und die Stabilität in unsere Abwehr zurückbringen.
Sie sagen, bei YB schlage man ein neues Kapitel auf. Sie beginnen also bei null? Ja, das ist so. Jeder hat die gleiche Chance.
Gilt das auch für Trainer Martin Rueda, der, zumindest was die Meisterschaft anbetrifft, schon ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist? Ja, natürlich. Wir sind im Übrigen alle gefordert. Der Sportchef, die Spieler und der ganze Trainerstaff.
Wie definieren Sie das Saisonziel? Wir müssen auch in der nächsten Saison wieder europäisch dabei sein. Das ist Pflicht und unser Minimalziel.
Wer sind Ihre wichtigsten Ansprechpartner in Bern? Natürlich der Präsident und der ganze Trainerstaff. Das Know-how von Chefscout Stéphane Chapuisat ist für mich enorm wichtig. Es bringt mir viel, wenn ich mit diesem ausgewiesenen Fachmann über den Fussball reden kann. Zum Trainerstaff gehören auch Martin Fryand, Thomas Häberli und Paulo Collaviti. Ich habe mit ihnen einst wie auch mit Chapuisat schon einmal bei YB zusammengearbeitet. Wir kennen uns alle sehr gut. Und das ist schon mal ein gewaltiger Vorteil für meine Arbeit hier in Bern.
Haben Sie noch Kontakt zu Ihrem ehemaligen Arbeitgeber FC Zürich? Selbstverständlich. Mit Präsident Ancillo Canepa tausche ich mich immer wieder aus. Freundschaftliche Beziehungen, ob in der Mannschaft, im Staff oder auf der Geschäftsstelle des FCZ, werde ich weiterhin pflegen. Das war doch eine fantastische und erfolgreiche Zeit in Zürich. Ich bin ja auch nicht im Streit gegangen.
Sie haben also Ihren letzten Lohn im Dezember erhalten? Und das pünktlich wie immer.
Sie sagen, der Titel gehe nur über den FC Basel. Wer steigt denn ab? Machen Sie sich Sorgen um den FC Zürich? Nein, um Gottes willen, überhaupt nicht. Der Abstieg geht über einen Westschweizer Verein.
Wie beurteilen Sie die Beförderung von Urs Meier zum Cheftrainer beim FC Zürich? Das begrüsse ich sehr. Ich finde es richtig, dass man wieder einen Trainer aus den eigenen Reihen bevorzugt hat. Das hatten wir einst auch mit Urs Fischer so gemacht und sind damit sehr gut gefahren. Im ersten Jahr wurde Urs gleich Vizemeister. http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/26448116
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Hauptstadt
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Verfasst: Sonntag 27. Januar 2013, 13:01 |
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Registriert: Donnerstag 6. Mai 2004, 14:28 Beiträge: 6742
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shalako
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Verfasst: Samstag 2. Februar 2013, 10:34 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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02.02.2013  Zitat: «Ich will mit Rueda in die Zukunft»
Der neue Sportchef Fredy Bickel zieht nach den ersten fünf Wochen bei YB eine Zwischenbilanz.
Fredy Bickel, Sie arbeiten nun seit gut einem Monat wieder bei YB. Was sind ihre bisherigen Eindrücke? Die Eindrücke sind sehr positiv. Die Leistungsbereitschaft der Spieler und des technischen Staffs ist gross. Ich habe deshalb gute Gründe, positiv in die Zukunft zu sehen. Wir haben viel Qualität in der Mannschaft. Strukturell können wir jedoch sicher noch gewisse Dinge optimieren.
Strukturell optimieren. Sie klingen wie ein Banker. Ist die Mannschaft falsch zusammengesetzt? Nein, es geht darum, dass junge Spieler nicht nur mit der ersten Mannschaft trainieren können, sondern auch eine Chance sehen, zu Einsätzen zu kommen. Andererseits müssen gestandene Spieler spüren, dass sie um ihre Stammplätze kämpfen müssen. Will heissen: Wir wollen den Konkurrenzkampf vergrössern. Im Trainingslager in Spanien ist mir aufgefallen, welch guten Umgang die Spieler untereinander pflegen und welchen Respekt sie sich gegenseitig entgegenbringen.
Basiert diese Feststellung auf den Erfahrungen, die Sie zuletzt als Sportchef beim FC Zürich gemacht haben? Sie basieren auf den 22 Jahren Erfahrung, die ich in diesem Job gemacht habe. Es gab als Beispiel eine Szene während des Trainingslagers, als Zárate Zverotic scharf kritisierte. Zverotic aber lamentierte nicht, er hörte zu. Beide sind nicht unbedingt temperamentlose Spieler, sie diskutierten ihre Meinungsverschiedenheiten aus, hart, aber mit Respekt. Solche Dinge erlebt man nicht sehr oft auf dem Fussballplatz.
Sie haben auf etlichen Baustellen zu wirken. So müssen Sie über die Zukunft von Trainer Martin Rueda befinden, der lediglich einen Vertrag bis Ende Saison besitzt. Wann wird entschieden, ob mit Rueda verlängert wird oder nicht? Ich kann nicht sagen, wann dieser Entscheid fällt. Aber ich will mit Rueda in die Zukunft gehen. Ich sehe keinen Grund, weshalb das nicht so sein sollte.
Wer entscheidet bei YB über die Trainerfrage? Sie oder der Verwaltungsrat? Wir machen das gemeinsam. Ich habe ein Vorschlagsrecht. Es liegt an mir, den Verwaltungsrat von meinem Kandidaten zu überzeugen.
Beim Umbau der Mannschaft sind Ihnen die Hände gebunden, da lediglich die Verträge von Mario Raimondi und Christoph Spycher auslaufen. Dafür riskieren Sie, Spieler zu verlieren, auf die Sie bauen, wie Bobadilla oder vielleicht im Sommer Zárate und Zverotic. Das mag auf dem Papier so aussehen. Grundsätzlich kämpfe ich um jeden YB-Spieler, ob er Farnerud, Zverotic oder Costanzo heisst. Aber es ist klar: Wir werden nicht von heute auf morgen das Kader verringern und ändern können.
Was passiert mit Raimondi und Spycher, die beide über 30 sind? Für beide ist die Zukunft noch offen – aber wenn zum Beispiel Christoph bereit ist, noch eine Saison anzuhängen, wäre es fahrlässig, nicht darauf einzugehen.
Hören die beiden Ende Saison auf, haben sie noch weniger Leader im Team. Was wollen Sie tun, um zu mehr Leadership zu kommen? Man kann die Spieler ein bisschen zu ihrem Glück stossen. Wenn wir mit GC eine Lösung für Roman Bürki finden und ihn verkaufen, ist das ein klares Zeichen an Marco Wölfli, dass er eine wichtige Rolle ausfüllen muss. Er ist der Captain. Er muss die Dinge noch resoluter in die Hand nehmen. Ich weiss, dass er das kann. Auch Alexander Farnerud, der auf dem Spielfeld eine zentrale Rolle einnimmt, muss mehr Verantwortung übernehmen. Dann gibt es eine Reihe von Spielern, die das Potenzial haben, als Leader aufzutreten. Ich denke an Nuzzolo, Nef, Sutter, und Zverotic. Und auch an Affolter, obwohl er ein ruhiger Typ ist.
Zverotic dürfte im Sommer ins Ausland gehen, wenn er so stark spielt wie in der zweiten Hälfte der Vorrunde? Das ist möglich, aber jetzt ist er hier und hat eine wichtige Rolle. Er kann bei YB den nächsten Schritt machen.
Sie haben gestern den schwedischen Stürmer Alexander Gerndt verpflichtet. Wann präsentieren Sie den neuen Abwehrspieler? Wir freuen uns sehr auf Alexander Gerndt, er wird unser Offensivspiel beleben. Ursprünglich war es unsere Absicht, eine Leaderfigur für die Defensive zu verpflichten. Nach den Eindrücken, die ich während der Vorbereitungszeit gewonnen habe, muss ich sagen: Wir haben in der Abwehr genügend Alternativen. Akteure auch, die eine Führungsrolle übernehmen können. Einen Spieler für die Offensive zu verpflichten, war mir deshalb wichtiger.
Zählen Sie François Affolter auch zu diesem Kreis? François hat gezeigt, dass er eine wichtige Rolle spielen kann innerhalb des Teams. Auch der junge Bürki hat einen starken Eindruck hinterlassen – im Zentrum und auf der Aussenposition.
Wo stehen Ojala, Veskovac und Lecjaks, die in der Vorrunde zumeist auf der Ersatzbank sassen? Alle drei haben eine vorbildliche Einstellung und geben sich mit ihrem Reservistendasein nicht zufrieden. Ich denke, es wird einen harten Konkurrenzkampf geben. Oder anders gesagt: Wir haben Qualität in der Defensive.
Was ist eigentlich mit den beiden jungen Venezolanern Josef Martínez und Alexander González, die bei ihrer Ankunft so hochgelobt wurden? Man erhält den Eindruck, die beiden seien bei YB etwas verloren. Martínez war jetzt einen Monat mit der Auswahl von Venezuela unterwegs. Es wird nicht ganz einfach für ihn, sich wieder ins Team zu spielen. González ist ein spektakulärer Spieler mit grossem Offensivpotenzial. Aber er muss sein Defensivverhalten verbessern, in taktischer Hinsicht disziplinierter spielen. Fakt ist: Beide müssen einen Schritt nach vorne machen. Was bei ihnen erschwerend dazukommt: Am Samstag reisen sie wieder zu ihrem Nationalteam und verpassen somit eine sehr wichtige Phase vor dem Rückrundenstart.
Diese Feststellung hat der im letzten Frühling entlassene Trainer Christian Gross schon vor 10 Monaten gemacht. Ich mag seine Beobachtungen nicht kommentieren. Doch wir kommen offensichtlich zum selben Schluss.
Denken Sie daran, González und Martínez auszuleihen, damit sie mehr Spielpraxis erhalten? Das ist eine Möglichkeit, aber konkret sind wir mit keinen Klubs im Gespräch.
Ist die Zeit ausländischer Talente aus Afrika und Südamerika bei YB vorbei, nachdem schon ihr Vorgänger Ilja Kaenzig die Zusammenarbeit mit der Fussballschule in der Elfenbeinküste aufgelöst hat? Für mich ist klar, dass wir das Hauptaugenmerk auf Spieler aus der Region richten müssen. Die Geschäftsleitung und Chefscout Stéphane Chapuisat sehen das auch so. Wir müssen den Talenten im Raum Freiburg-Bern-Solothurn zeigen, dass wir gewillt sind, eigene Spieler nicht nur auszubilden, sondern ihnen auch Möglichkeiten geben, sich auf höchster Stufe zu bewähren. Es macht keinen Sinn, einen Riesenaufwand zu betreiben im Nachwuchsbereich, dann aber den einheimischen Talenten junge ausländische Spieler auf ähnlichem Niveau vor die Nase zu setzen.
Ist das ein Strategiewechsel? Wir haben klare Vorstellungen, wie wir unsere jungen Spieler an die erste Mannschaft heranführen wollen. Wir werden deswegen aber nicht alles auf den Kopf stellen.
Der Technische Direktor Hansruedi Hasler hat im letzten Sommer sein Pensum stark reduziert. Welche Rolle spielt er noch innerhalb der Organisation? Er besetzt seit dem 1. Januar mit einem 50-Prozent-Pensum die Stabstelle Projekte, die wir neu geschaffen haben. In dieser Funktion kümmert er sich um strategische Fragen. Das Dossier Trainingsplätze liegt beispielsweise in seinen Händen. Zudem ist es wichtig für mich, dass er in dieser jetzigen Übergangsphase noch an meiner Seite geht. Ist er auch für den Nachwuchs verantwortlich? Erminio Piserchia ist unser Nachwuchschef, und ich will die Nachwuchsabteilung auch ganz in meiner Nähe angesiedelt haben.
Den Job eines Technischen Direktors gibt es also nicht mehr? Nein.
Sie werden nicht müde, positive Dinge hervorzustreichen. Unerwähnt lassen Sie die «Blick»-Kampagne, die kürzlich die Geschichte zu Ihrem unschönen Abgang von 2002 nochmals beleuchtet hat. Was sagen Sie zu der Polemik? Eigentlich mag ich mich dazu nicht äussern, weil es das dritte Mal ist, dass die gleiche Geschichte breitgewalzt wird. Die Vorwürfe treffen mich insofern, als sie diesmal nicht nur auf mich, sondern auch auf YB zielen. Der «Blick» versucht mit der Kampagne, Unruhe in den Verein zu bringen.
Für Aussenstehende sieht es nach einer persönlichen Abrechnung von Ex-Verwaltungsrat Peter Jauch aus, mit dem Sie seit Jahren Streit haben. Nochmals. Ich mag nicht nochmals Wasser auf die Mühle giessen. Ich bin froh, lässt der Verein nun rechtlich abklären, ob Ringier mit der nochmaligen Publikation der längst bekannten und allesamt haltlosen Vorwürfe gegen mich nicht zu weit gegangen ist. Als Reaktion auf die «Blick»-Berichterstattung hat YB einen Boykott gegen die Boulevard-Zeitung verhängt. Ist das nicht kontraproduktiv? Diese Frage haben wir uns auch gestellt. Der Entscheid, Ringier nur noch mit den nötigsten Informationen zu versorgen, ist von höchster Stelle abgesegnet worden. Wir haben zu dieser Massnahme gegriffen, weil der «Blick» unserer Meinung nach Unwahrheiten verbreitet und die Grenzen der journalistischen Ethik überschritten hat.
YB rennt seit über 25 Jahren einem Titel nach. Sie sind der nächste Hoffnungsträger, der den Erfolg nach Bern zurückbringen soll. Ihre Vorgänger Ilja Kaenzig und Christian Gross sind schnell vom Messias zum Buhmann geworden. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen das gleiche Schicksal blüht? Ich betrachte es als Verpflichtung, für YB arbeiten zu dürfen, und ich weiss auch um die Erwartungshaltungen in Bern. Bei allen Vorschusslorbeeren, mir ist klar: Wenn wir dreimal verlieren, werde auch ich in die Kritik geraten.
Die Zielsetzung bleibt der 4. Rang? Ziel ist es, uns für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. http://www.derbund.ch/sport/fussball/Ic ... y/24983074
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Hauptstadt
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Verfasst: Mittwoch 6. Februar 2013, 16:01 |
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Registriert: Donnerstag 6. Mai 2004, 14:28 Beiträge: 6742
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 7. Februar 2013, 10:38 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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07.02.2013  Zitat: «Berner sind unheimlich herzlich»
BERN. Vor dem Rückrundenstart: YB-Sportchef Fredy Bickel über seine ersten Wochen in Bern. Und warum er diesmal nicht so schnell wieder ein Haus baut.
Nach zehn Jahren sind Sie nach Bern zurückgekehrt. Wie haben Sie sich eingelebt?
Ich fühle mich, als wäre ich nie weg gewesen. Ich bin glücklich mit meiner neuen Wohnung in der unteren Altstadt. Dort habe ich aber nicht viel mehr Platz als damals in der WG mit Marco Schällibaum. Trotzdem werde ich kein Haus mehr bauen. Das hat mir beim letzten Mal kein Glück gebracht ich konnte es nach meinem Abgang 2003 gar nie beziehen und musste es verkaufen.
Früher traten Sie als Schlagersänger auf. Wo trifft man Fredy Bickel in Bern abends an?
Ob im Büner, in der Weberen oder im Lorenzini: Ich kann nicht kochen und esse darum fast jeden Abend auswärts – im «Luce» etwa kennen mich die Angestellten noch immer von früher.
Was gefällt Ihnen an Bern besser als an Zürich?
Hier lebt die Bevölkerung den Fussball mehr als in Zürich. Ich werde die ganze Zeit von Leuten angesprochen, die Menschen sind unheimlich herzlich und stehen zu ihrem Verein.
Der Spruch «YB macht glücklich» ist passé, heute heisst es eher «veryoungboysen». Wie bringen Sie den Erfolg zurück?
Die Mannschaft und der Verein haben enormes Potenzial. Die Spieler sollen mit Überzeugung und Freude für YB einstehen und den Klub mit der Bevölkerung tragen.
YB-Fans vergöttern Sie wie einen Messias. Wie gehen Sie damit um?
Die hohen Erwartungen sind für mich eine Verpflichtung, persönlich alles zu geben. Klar ist aber: Wenn sich der Erfolg nicht einstellt, interessiert meine Vergangenheit rasch niemanden mehr.
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shalako
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Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 13:28 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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17.02.2013  Zitat: Young Boys
Fredy Bickels Rückkehr in die Zukunft
Vielleicht passt der Treffpunkt zu seinem neuen Pendler-Leben, ein Hotel auf halbem Weg zwischen Bern und Zürich; ein geschichtsloser Provinzort, und wahrscheinlich gibt es keine bessere Umgebung für Fredy Bickel, um sich zu fragen, wo er hingehört. 47-jährig ist er, fast vierzig Jahre lebte er im Zürcher Säuliamt. Es war so etwas wie sein zeitloses Zuhause. Jetzt aber denkt er: «Wo bin ich daheim?» Er kann die Frage noch nicht richtig beantworten. So als sei er immer noch etwas hin und her gerissen zwischen seinem Abschied aus Zürich und dem Neuanfang in Bern.
Seit kurzem lebt Bickel ohne seine Familie in einer Wohnung in Bern. Er sagt: «Es ist mir enorm wichtig, gut mit den Young Boys zu starten. Vielleicht ist es deshalb gut, wenn ich alleine bin und ich mich nur auf meine Arbeit konzentrieren kann.» Gleich neben seiner Wohnung ist ein Café, wo er jeden Morgen Zeitung liest. Und nur wenige Meter entfernt ist das Restaurant, wo er vor mehr als zehn Jahren ein und aus ging, als er erstmals für die Young Boys arbeitete. Es ist fast alles wieder so wie früher.
Die persönliche Verletztheit
Seit Januar ist Bickel Sportchef der Young Boys. Dass er nach zehn Jahren im FCZ zurück nach Bern gewechselt ist, hat viel mit YB zu tun, dem Klub, der über viel Geld und ein modernes Stadion verfügt; YB ist aber auch der Klub, dem es an Charisma fehlt, der in den letzten Jahren immer ungeduldiger nach Erfolg suchte und der sich nach jemandem wie Fredy Bickel sehnte.
Dass Bickel nun wieder bei YB ist, hat aber fast noch mehr mit ihm selber zu tun, mit seiner unverarbeiteten Geschichte, für die er ein besseres Ende finden möchte als 2002. Damals musste Bickel als YB-Geschäftsführer zurücktreten, weil eine später eingestellte Strafuntersuchung gegen ihn wegen ungetreuerer Geschäftsführung und Unterschriftenfälschung eröffnet wurde.
Das ist das Gefährliche an seiner Rückkehr: dass sie auch mit persönlicher Verletztheit verbunden ist, mit dem Wunsch nach Vergangenheitsbewältigung, obwohl es dafür im Fussballgeschäft vermutlich keinen Platz gibt. Der YB-Präsident Werner Müller sagt: «Wir wollen mit Bickel in die Zukunft gehen, weil er kompetent ist. Er hat zwar eine Geschichte mit YB. Doch das war nicht die Motivation, ihn zurückzuholen.» Aber es war ein Grund für Bickel, zu kommen. Er kam als «verlorener Sohn» zurück «nach Hause», obwohl es die Young Boys von damals gar nicht mehr gibt. «Ich kann nicht wieder dort beginnen, wo ich aufgehört habe. Aber der Berner ist immer noch der Berner», sagt Bickel, «er ist einfach und bodenständig, seine Art entspricht mir.»
Als Bickel Ende November vorgestellt wurde, schien es, als werde seine über zehnjährige Abwesenheit einfach ausgelöscht, als sei er bloss im Exil gewesen. Und er selber sagte Dinge, die ihm später leidtaten, weil sie so ausgelegt werden konnten, als habe er sich nicht genug mit dem FCZ identifiziert.
Bickel schien früher mit seinem Amt als FCZ-Sportchef zu verschmelzen, und viele Fans glaubten ihm, wenn er sagte, der FCZ sei sein Verein. Sie dachten, das werde immer so bleiben. Ihn nun in einer anderen Klubjacke zu sehen, ist für viele in Zürich irritierend. Einen Fall gibt es sogar in Bickels Familie: Eine Tochter steht oft in der FCZ-Südkurve. Als Bickel sie zu einem YB-Spiel einladen wollte, lehnte sie ab; sie hätte es nicht ertragen, den Vater im YB-Veston zu sehen.
In Bern aber ist er so beliebt, als wäre er nie fort gewesen. Als Bickel kürzlich mit dem YB-Spieler Christoph Spycher essen war, sagte ein Gast, für ihn gebe es abgesehen vom Böögg nur einen Zürcher, von dem er etwas halte: Bickel. Es hat etwas Verklärtes, wie über ihn in Bern gesprochen wird. Thomas Häberli ist heute Assistenztrainer bei YB. Bickel hatte ihn im Jahr 2000 als Spieler nach Bern geholt. Häberli sagt: «Damals ging es für YB um Sein oder Nichtsein. Bickel hat seinerzeit die Weichen gestellt, dass es den Klub heute überhaupt noch gibt.»
Aber es gibt eben auch Bickels Ende bei YB. Und obwohl man wohl nie genau wissen wird, wo damals die Grenze zwischen Recht und Unrecht verlaufen ist, bleibt etwas zurück: der Verdacht. «Man sollte nach so vielen Jahren auch einmal Gras über etwas wachsen lassen», sagt YB-Präsident Müller. Er war damals Direktor der Firma Marazzi, die das Stade de Suisse baute; die Polizeiaktion gegen Bickel hatte er gutgeheissen.
Vor allem der «Blick» und Peter Jauch sorgten in den letzten Wochen dafür, dass Bickels Vergangenheit wieder zum Thema wurde. Jauch war damals der starke Mann bei YB, der die Strafuntersuchung gegen Bickel angestrengt hatte. Er sagt: «Bickels Verhalten hat uns Millionen gekostet. Ihn zurückzuholen, ist unverständlich. Es tut mir weh, aber ich muss es nicht ausbaden.» Jauch hatte im Januar versucht, beim YB-Investor Andy Rihs Einfluss auszuüben. Zudem spielte er dem «Blick» eine private E-Mail von Rihs zu. Darin schrieb dieser an Jauch, Bickel werde «sicher nicht» Sportchef. Wenige Tage später wurde er es doch. Rihs möchte dazu keinen Kommentar abgeben. Es heisst, er habe den Kontakt zu Jauch abgebrochen.
«Das genügt mir»
Bickel sagt: «Die Gebrüder Rihs haben schon bei unserem Gespräch zum Ausdruck gebracht, dass sie mit mir in die Zukunft gehen wollen. Das genügt mir. Die E-Mail hat mich nicht nervös gemacht.» Zur Vergangenheit nimmt er keine Stellung mehr. Er nimmt sich Zeit für anderes: für die Zukunftsarbeit mit den Young Boys und für seine private Leidenschaft. Gestern Freitagabend besuchte Bickel ein Konzert von Patricia Kaas. Er sass in der ersten Reihe. http://www.nzz.ch/aktuell/sport/fussbal ... 1.18004767
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