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 Beitrag Verfasst: Dienstag 8. Februar 2005, 12:02 
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Bieler Tagblatt, 8.2.2005

Paolo Collaviti spricht über den Servette-Konkurs

«Ich wollte das sinkende Schiff nicht verlassen»


Der Lysser Torhüter Paolo Collaviti erlebte den Servette-Konkurs hautnah. Noch hofft er auf einen erfolgreichen Rekurs. «Dieser Genfer Traditionsverein darf nicht von der Bildfläche verschwinden.»

Patric Schindler


Im vergangenen Frühling wurde Torhüter Paolo Collavitis Vertrag mit den Berner Young Boys nicht mehr verlängert. Der Super-League-Verein setzte auf den Grenchner und mittlerweile Ex-U21-National-Goalie Marco Wölfli und verpflichtete mit Patrick Bettoni von Xamax dessen Konkurrenten um den Kampf zur Nummer eins. Collaviti suchte eine neue Herausforderung und fand diese bei Servette. Der inzwischen entlassene Trainer Marco Schällibaum holte Collaviti nach Genf. Auch Schällibaums Nachfolger Adrian Ursea setzte nicht auf Collaviti. Der Lysser schaffte es nicht, Nationaltorhüter Sébastien Roth als Nummer eins zu verdrängen, obschon der 27-Jährige in den vier Super-League-Spielen, die er für die Genfer bestritt, nie als Verlierer vom Platz gehen musste.

Erfolgreicher Rekurs wäre Collavitis grosse Chance

Trotz des Servette-Konkurses vom letzten Freitag und des seit September ausstehenden Gehalts zeigt sich Collaviti nach wie vor zuversichtlich und hat die Genfer noch nicht abgeschrieben. «Falls der Rekurs in den nächsten Tagen gutgeheissen wird und es für den Verein eine Zukunft gibt, wäre ich bereit, weiterzuspielen», meint der Lysser, der nach wie vor in Genf wohnt. Dies könnte die grosse Chance des Seeländers sein, denn schliesslich steht sein Konkurrent Roth in Verhandlungen mit dem englischen Premier-League-Verein Bolton Wanderers. Aber auch Collaviti hat zu mehreren Schweizer Vereinen Kontakte geknüpft. «Ich möchte schliesslich meinen Beruf als Profifussballer weiterhin ausüben, auch wenn die letzten Monate sicher hart waren. Aber dieses Geschäft hat nun mal viele Schattenseiten. Dank der Freude zum Fussball kann ich mich aber immer wieder motivieren.» Zudem sehe er sich immer noch als einen privilegierten Menschen, da er sein Hobby zum Beruf machen konnte.
Dass er immer bescheiden gelebt habe, komme ihm nun in der finanziell angespannten Lage zugute. «Ich wünsche niemandem, dass er vier Monate lang auf den Lohn verzichten muss. Andere Teamkollegen, die eine Familie zu ernähren haben, trifft es aber viel härter als mich», sagt Collaviti. Schon einmal habe er als Fussballer auf Lohn verzichten müssen. Bei YB bekam er früher während drei Monaten kein Geld ausbezahlt. Obschon das letzte Jahr schwierig für den Lysser war, spricht er nicht vom schwärzesten Kapitel seiner Fussballkarriere. Die schwierigste Zeit erlebte er am Anfang seiner Laufbahn im Spitzenfussball. «Als ich bei YB als Nummer zwei 15 Nationalligapartien spielte, dann das Kreuzband riss, ein halbes Jahr ausfiel und mich während drei Monaten in Luzern wieder für die Berner empfehlen musste, steckte ich viel mehr ein.» Persönliche Rückschläge im Fussball hätten ihn immer wieder stark gemacht.

«Karembeus Verhalten hat mich sehr beeindruckt»

Wer schliesslich am Niedergang des Genfer Traditionsvereins Schuld habe, sei für ihn schwierig zu eruieren. «Die finanziellen Probleme gab es schon länger. Im Herbst hat sich dann die Situation zugespitzt.» In den letzten paar Wochen habe man nur noch trainiert und Sitzungen abgehalten. «Uns wurden immer Hoffnungen gemacht, leider zerschlugen sich diese wieder.» Die Stimmung innerhalb des Teams war aber trotz der schwierigen Umstände gut. «Es hätten ja alle Spieler den Verein wechseln können, aber wir hielten bis zum Schluss zusammen. Dies hat mich stark beeindruckt», sagt Collaviti. Auch er hätte vor ein paar Wochen abspringen können. «Dies ist aber nicht meine Art. Ich wollte das sinkende Schiff nicht verlassen.» Allen voran der französische Ex-Europa- und Weltmeister Christian Karembeu habe trotz Angeboten anderer Klubs zu Servette gehalten. «Dies rechne ich ihm hoch an.»
Die Rettungsaktionen der Servette-Fans haben Collaviti beeindruckt. «Kaum Rückhalt gab es hingegen in der Genfer Wirtschaft. Vielleicht auch deshalb, weil bei Servette mit Marc Roger ein Franzose an der Macht war. Und dies sehen die Genfer offenbar nicht so gern.» Nun bleibt Paolo Collaviti nichts anderes übrig, als in den nächsten Tagen auf das Ergebnis des Rekurses zu warten. «Dann ist die Ungewissheit, was Servette betrifft, endlich vorbei», erklärt der Lysser Profifussballer.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 8. Februar 2005, 15:46 
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dr colla isch scho ä liebe cheib, viellech äbe z'lieb für di herti fuessballwäut.


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 8. Februar 2005, 23:22 
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Colavitti isch ä :geilesiech:


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