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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. Mai 2011, 12:59 
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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. Mai 2011, 08:04 
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NZZ, 26.05.2011

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St. Gallen stürzt in Bern ab

Costanzo leitet St. Galler Abstieg ein

Nach nur zwei Saisons in der ASL steigt der FC St. Gallen wieder ab. Die 2:4-Niederlage gegen die Young Boys in Bern besiegelte den direkten Fall der Ostschweizer in die Challenge League.

Ausgerechnet der im vergangenen Sommer für über eine Million Franken zu YB transferierte St. Galler Moreno Costanzo leitete mit seinem Weitschusstor in der 67. Minute den St. Galler Abstieg ein. Nach ausgeglichener, torloser erster Halbzeit hatte Michael Lang (63.) den YB-Führungstreffer durch Henri Bienvenu (46.) noch ausgleichen können und kurzzeitig wieder Hoffnung für die Ostschweizer gebracht. David Degens 3:1 (70.) nach Zusammenspiel mit Mario Raimondi knickte St. Gallens Hoffnungen aber vollends. Kristian Nushi leitete mit dem 3:2 wohl noch eine turbulente Schlussphase ein, doch Henri Bienvenu entschied die Partie mit seinem 16. Saisontreffer endgültig, als St. Gallen alles nach vorne geworfen hatte. Mit einem Platzverweis für Christian Schneuwly nach einem unschönen Rencontre mit José Gonçalves endete ein Spiel, das den Young Boys endgültig den dritten Schlussrang bescherte.

Der Erfolg der klassenmässig stärkeren Berner entsprach dem Geschehen auf dem Kunstrasen. Ihre Spielzüge waren raffinierter, durchdachter und vor allem effizienter. St. Gallen bäumte sich wohl gegen die Relegation auf, verzeichnete Pech durch einen Lattenschuss von Brice Owona (5.) und haderte mit einem nicht gepfiffenen Händevergehen von David Degen im YB-Strafraum. Doch einmal mehr erwiesen sich die Ostschweizer als Meister im Auslassen von Torchancen.

Finanziell vermochte sich der älteste Verein der Schweiz im vergangenen Spätherbst dank einem Kraftakt von privaten Investoren zu retten und eine 15-Millionen-Schuldenlast abzutragen, sportlich konnte aber der Fall nicht abgewendet werden. Zu unkonstant präsentierte sich St. Gallen in der "verflixten" zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg. Die Mannschaft war keine Einheit und besass trotz einem Trainerwechsel von Uli Forte zu Jeff Saibene und sechs Zuzügen in der Winterpause keine klar erkennbare Hierarchie.

Das Telegramm:

Young Boys - St. Gallen 4:2 (0:0). - Stade de Suisse. - 18'194 Zuschauer. - SR Wermelinger. - Tore: 46. Bienvenu (Lulic) 1:0. 63. Michael Lang 1:1. 67. Costanzo 2:1. 70. David Degen (Raimondi) 3:1. 82. Nushi 3:2. 89. Bienvenu (Degen) 4:2.

Young Boys: Wölfli; Sutter (76. Christian Schneuwly), Nef, Affolter, Raimondi; Thierry Doubai; David Degen, Farnerud (58. Marco Schneuwly), Costanzo, Lulic (90. Tosetti); Bienvenu.

St. Gallen: Lopar; Michael Lang, Schenkel (85. Beichler), Gonçalves, Dunst; Muntwiler, Imhof (69. Lavric); Fabian Frei (78. Nushi), Scarione, Regazzoni; Owona.

Bemerkungen: YB ohne Mayuka, Jemal und Spycher (alle verletzt) sowie Dussin (rekonvaleszent). St. Gallen ohne Abegglen (gesperrt), Bakens, Hämmerli und Vailati (alle verletzt) und Winter (nicht im Aufgebot). 5. Lattenschuss von Owona. 91. Rote Karte gegen Christian Schneuwly. Verwarnungen: 42. Lang (Foul), 43. Nef (Foul), 91. Gonçalves (Foul), 92. Regazzoni (Foul).

http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/akt ... 03416.html

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. Mai 2011, 08:06 
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Berner Zeitung, 26.05.2011

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Ein versöhnlicher Schlusspunkt, ein bitterer Abstieg

Das nach unten korrigierte Saisonziel hat YB schliesslich souverän erreicht: Ein 4:2-Sieg gegen St. Gallen bedeutet Platz 3 – die Ostschweizer dagegen steigen ab.

Einiges sagt die Mimik der St. Galler Spieler kurz nach dem Schlusspfiff im Stade de Suisse aus: Wut und Trauer, aber vor allem Fassungslosigkeit. Nach der 2:4-Niederlage bei YB und dem Abstieg aus der Super League sitzen die meisten ratlos am Boden, starren ins Leere. Konkurrent Bellinzona (2:0-Sieg gegen GC) hat St. Gallen noch überholt. Captain Philipp Muntwiler hat wenige Sekunden, nachdem das harte Verdikt endgültig fest steht, bereits ein Mikrofon vor der Nase, viel sagt er nicht. Die Szene ist insofern kurios, als auf der anderen Seite die Young Boys zu feiern anfangen: Rang 3 ist erreicht, und die Spieler bedanken sich bei den Fans. Der glücklichere der beiden Captains, YBs Marco Wölfli, war erleichtert: «Man hat gesehen, wie wir den Sieg wollten. Wir liessen es etwas spannend werden, aber haben verdient gewonnen. Den Abstieg jedoch mag man niemandem gönnen.» Während die Berner Kurve alte Idole feiert (Thomas Häberli), sind die St. Galler Fans eine Zeit lang ausser Rand und Band, pfeifen das Team gnadenlos aus, bevor auch sie sich setzen und wortlos der grossen Leere hingeben.

Idealer Start nach der Pause

Hinter den beiden Teams lag ein ereignisreiches Fussballspiel. Im grossen Fernduell schielten beide auch ins Wallis, wo sich Sion und Xamax gegenüberstanden. Zunächst schien es, als wären beide Teams bestens mit dem Totomat vertraut. In Bellinzona und Sion stand es 0:0, und so sah sich weder St. Gallen noch YB zu einem grossen Aufwand genötigt. Einzig Brice Owona durchbrach die Lethargie, als er den Ball in der 5. Minute aus wenigen Metern an die Latte setzte. Nachdem für die Ostschweizer aber die denkbar schlechteste Neuigkeit kam, nämlich Bellinzonas Führungstreffer in der 20. Minute, agierten sie mutiger. Dabei profitierten sie von Unsicherheiten in der YB-Abwehr. François Affolter hatte im Duell mit Brice Owona Mühe, etwa als er ihn in der 44. Minute als letzter Mann noch an den Ball kommen liess, Owona aber knapp daneben schoss.

Doppelskorer Bienvenu

Die zweite Halbzeit startete mit dem aus Berner Sicht idealen Vorfall: Henri Bienvenu schoss YB in Führung, wieder hatte der zunächst unauffällige Kameruner getroffen. Die Kontrolle über das Spiel besassen nun die Young Boys, das nächste Tor aber gelang den St. Gallern. Scott Sutter wehrte sich im eigenen Strafraum zu wenig dezidiert gegen Michael Lang, dieser erzielte den viel umjubelten Ausgleich. Nun überschlugen sich die Ereignisse: Fast zeitgleich fiel im Tessin der zweite Treffer für Bellinzona, und kurze Zeit später, in der 67. Minute traf YBs Moreno Costanzo per Distanzschuss wunderschön in die Torecke – er liess den Jubel aus Respekt zu seinen früheren Teamkameraden aber sein.

Wortkarger Saibene

Nun wollte sich scheinbar jeder YB-Akteur noch persönlich beim Publikum verabschieden. Viele versuchten sich, David Degen nach einem Konter (70.) und Bienvenu zum zweiten Mal waren erfolgreich. St. Gallen hatte sich irgendwann aufgegeben und im Gästeblock war spätestens um 21.42 Uhr nach dem 3:1 Lichterlöschen angesagt; trotz Nushis Anschlusstreffer. «Das ist ein ganz bitterer Moment. Es tut mir vor allem leid für die Fans. Mehr möchte ich jetzt nicht sagen», sagte Saibene nur. Auch er fand im Moment der grossen Leere wenig Worte.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/19516435

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. Mai 2011, 08:07 
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Berner Zeitung, 26.05.2011

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Der FC St. Gallen im Elend

Nach nur zwei Saisons in der Axpo Super League steigt der FC St. Gallen wieder ab. Die 2:4-Niederlage gegen die Young Boys in Bern besiegelte den direkten Fall der Ostschweizer in die Challenge League.

Ausgerechnet der im vergangenen Sommer für über eine Million Franken zu YB transferierte St. Galler Moreno Costanzo leitete mit seinem Weitschusstor in der 67. Minute den St. Galler Abstieg ein. Nach ausgeglichener, torloser erster Halbzeit hatte Michael Lang (63.) den YB-Führungstreffer durch Henri Bienvenu (46.) noch ausgleichen können und kurzzeitig wieder Hoffnung für die Ostschweizer gebracht.

David Degens 3:1 (70.) nach Zusammenspiel mit Mario Raimondi knickte St. Gallens Hoffnungen aber vollends. Kristian Nushi leitete mit dem 3:2 wohl noch eine turbulente Schlussphase ein, doch Henri Bienvenu entschied die Partie mit seinem 16. Saisontreffer endgültig, als St. Gallen alles nach vorne geworfen hatte. Mit einem Platzverweis für Christian Schneuwly nach einem unschönen Rencontre mit José Gonçalves endete ein Spiel, das den Young Boys endgültig den dritten Schlussrang bescherte.

Pech und Unvermögen

Der Erfolg der klassenmässig stärkeren Berner entsprach dem Geschehen auf dem Kunstrasen. Ihre Spielzüge waren raffinierter, durchdachter und vor allem effizienter. St. Gallen bäumte sich wohl gegen die Relegation auf, verzeichnete Pech durch einen Lattenschuss von Brice Owona (5.) und haderte mit einem nicht gepfiffenen Händevergehen von David Degen im YB-Strafraum. Doch einmal mehr erwiesen sich die Ostschweizer als Meister im Auslassen von Torchancen.

Finanziell vermochte sich der älteste Verein der Schweiz im vergangenen Spätherbst dank einem Kraftakt von privaten Investoren zu retten und eine 15-Millionen-Schuldenlast abzutragen, sportlich konnte aber der Fall nicht abgewendet werden. Zu unkonstant präsentierte sich St. Gallen in der «verflixten» zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg. Die Mannschaft war keine Einheit und besass trotz einem Trainerwechsel von Uli Forte zu Jeff Saibene und sechs Zuzügen in der Winterpause keine klar erkennbare Hierarchie.

«Totale Leere»

Der Trainer der St. Galler sprach nach dem Spiel zwar von einem «bitteren Moment», will aber St. Gallen «gezielt wieder aufbauen und ausmisten». Deutliche Wort fand auch St. Gallens Verteidiger Lukas Schenkel, der seine Mannschaft für ihre Anstrengungen in diesem Spiel schlecht belohnt glaubte. «Vieles ist in dieser Saison beim FC St. Gallen falsch gelaufen. Ich bin sprachlos und fühle eine totale Leere.»

YB-Interimstrainer Erminio Piserchia, der auch schon bei St. Gallen verpflichtet war, sah zwar seine persönliche Mission mit dem dritten als erfüllt an, bedauerte aber den Abstieg. Besonders hart traf der Abstieg den YB-Spieler Moreno Costanzo, der in der 67. Minute das 2:1 für die Berner erzielt hat. «In unserer Kabine ist Moreno Costanzo aufgelöst. Er hat seine Freunde endgültig ins Verderben gestürzt. Aber das ist Fussball, das ist Sport. Er spielt jetzt für YB.»


Young Boys - St. Gallen 4:2 (0:0)

Stade de Suisse. - 18'194 Zuschauer. - SR Wermelinger. - Tore: 46. Bienvenu (Lulic) 1:0. 63. Michael Lang 1:1. 67. Costanzo 2:1. 70. David Degen (Raimondi) 3:1. 82. Nushi 3:2. 89. Bienvenu (Degen) 4:2.

Young Boys: Wölfli; Sutter (76. Christian Schneuwly), Nef, Affolter, Raimondi; Thierry Doubai; David Degen, Farnerud (58. Marco Schneuwly), Costanzo, Lulic (90. Tosetti); Bienvenu.

St. Gallen: Lopar; Michael Lang, Schenkel (85. Beichler), Gonçalves, Dunst; Muntwiler, Imhof (69. Lavric); Fabian Frei (78. Nushi), Scarione, Regazzoni; Owona.

Bemerkungen: YB ohne Mayuka, Jemal und Spycher (alle verletzt) sowie Dussin (rekonvaleszent). St. Gallen ohne Abegglen (gesperrt), Bakens, Hämmerli und Vailati (alle verletzt) und Winter (nicht im Aufgebot). 5. Lattenschuss von Owona. 91. Rote Karte gegen Christian Schneuwly.

Verwarnungen: 42. Lang (Foul), 43. Nef (Foul), 91. Gonçalves (Foul), 92. Regazzoni (Foul).


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... ier_id=841

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. Mai 2011, 08:54 
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Berner Zeitung, 26.05.2011

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Die Noten zum Spiel YB gegen St.Gallen (25. Mai 2011)

Die Berner Spieler verabschieden sich mit guten Leistungen in die Sommerpause.

Marco Wölfli: Note 4,5
Der YB-Captain war selten im Fokus, löste seine Aufgaben aber gut. Regazzonis platzierte Schüsse wehrte er in der 32. und 82. Minute sehenswert ab, bei den Gegentoren ohne Möglichkeit zum Eingreifen.

Scott Sutter: Note 4,5
Patzerte einzig bei Langs Ausgleichstreffer, als er den Ball im Strafraum nicht wegspedierte. Ansonsten eine solide Vorstelllung mit einigen Dribblings und Vorstössen. Sutter hat gute Chancen für viel Spielzeit unter Christian Gross.

Alain Nef: Note 5
Gab einmal mehr den stabilen Abwehrchef. Im Kopfballduell selten bezwungen, mit gutem Stellungsspiel und mutigen Interventionen gegen die St. Galler Schüsse in der Schlussphase.

François Affolter: Note 4
Affolter fiel ab und an durch etwas fahrlässige Aktionen auf, er hatte Mühe, Brice Owona unter Kontrolle zu behalten. Sonst hatte er mit dem insgesamt harmlosen St. Galler Sturm wenig Probleme.

Thierry Doubai: Note 5,5
Eine starke (Abschieds?)Vorstellung von Thierry Doubai. Viel Ballbesitz, geschickte Pässe. Und mit seinem Zug zum Tor und einigen Abschlüssen hätte der Ivorer ein Tor verdient gehabt.

David Degen: Note 4,5
Zwar mit harzigem Beginn, wenig Angriffe liefen anfangs über seine Seite. Doch Degen steigerte sich, und sein schön herausgespieltes Kontertor war der gerechte Lohn für den in letzter Zeit unzufriedenen Flügelspieler.

Alexander Farnerud: Note 4,5
Für seine Verhältnisse tat sich der Schwede anfangs etwas schwer. Bereitete Bienvenus Führungstreffer per, für ihn etwas ungewohnt, Kopf vor.

Moreno Costanzo: Note 4,5
Der Ostschweizer machte im schwierigen Spiel gegen seinen Stammverein einen guten Eindruck. Einige Fehlpässe zu Beginn, später besser und schliesslich mit dem sehenswerten Führungstor für YB.

Senad Lulic: Note 5,5
Lulics Abgang nach Italien ist wahrscheinlich. Seine mögliche Abschiedsvorstellung gestaltete er aber sehr überzeugend – und mit einer Zugabe. Nebst seiner aktiven, auch torgefährlichen Darbietung auf dem Feld genoss er nach Spielschluss die Lobgesänge der Fans noch kurz ganz für sich.

Henri Bienvenu: Note 5,5
Der torgefährlichste YB-Stürmer beendet die Saison mit 16 Saisontoren. Zwei davon gelangen ihm noch im letzten Spiel. Als zuverlässiger Torschütze ist er für die nächste Spielzeit zweifelsohne eine gute Option.

Marco Schneuwly: Note 4,5
Kam in der 59. Minute für Farnerud und ging in der Nachspielzeit wegen einer, freilich unberechtigten, Roten Karte.

Christian Schneuwly und Matteo Tosetti waren zu kurz im Einsatz, um benotet zu werden.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/31926011

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. Mai 2011, 11:32 
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Tagblatt.ch, 26.05.2011

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Es hat nicht sollen sein

Gegentribüne

FUSSBALL. Ein Punkt fehlte zur Barrage, zwei zum direkten Ligaerhalt. Der FC St.Gallen dreht sich im Kreis und ist wieder dort angelangt, wo er vor drei Jahren im neuen Stadion hoffnungsfroh angefangen hat.
Fredi Kurth

Das Happy-End im schwierigsten Jahr der Klubgeschichte ist ausgeblieben. Während die AG-Leitung den Verein vor der Auflösung bewahrte, hat die sportliche Führung das Ziel knapp verpasst. Es ist müssig darüber zu befinden, in welchen Spielen die Punkte leichtfertig vergeben wurden. Selbst gegen YB wäre mit etwas Glück in der Anfangsphase alles möglich gewesen.

Die Statistiker haben immer recht

Doch dieses fehlende Glück, das oft beklagt wurde, fusste eben häufig auf Unvermögen: Über die ganze Saison hinweg war die Mannschaft tatsächlich die schwächste der Liga. Das wird durch Fakten belegt: Wann immer Reporter ihre Statistiken hervorholten, hiess es meistens: «In dieser Beziehung ist der FC St.Gallen mit Abstand die schlechteste Mannschaft.» Es fing an bei den frühen Gegentoren und endete auf der andern Seite des Spielfeldes bei der Eckballstatistik. St.Gallen spielte fast die ganze Saison hindurch ohne Stürmer - oder ohne solche, die zumindest diesen Namen verdienten. Von den 34 Toren in 36 Spielen gingen die meisten auf das Konto von Verteidigern und Mittelfeldspielern, zu denen ich auch den besten Schützen Fabian Frei zähle. Die Abwehrreihe mit Schenkel, Lang, Bakens, Gonçalves und Hämmerli brachte es auf gleich viel Tore (8) wie Calabro, Owona, Abegglen, Lavric und Frick.

Masse statt Klasse

Doch nur die Stürmer anzuprangern, die immer auch davon abhängig sind, was von hinten kommt, wäre falsch. Es fehlte überall. Die Mannschaft spielte phasenweise zwar gefällig, und wenn man sich die einzelnen Akteure anschaut, ist jeder fähig, in der Super League zu spielen – aber nur in einer gewachsenen Mannschaft mit Ausnahmespielern. Diese fehlten dem FC fast auf der ganzen Linie. Konkret: Es fehlten Spezialisten. Freistossspezialisten, Kopfballspezialisten hinten und vorne, Abschlussspezialisten, Flankenspezialisten, Weitschussspezialisten, Zuspielspezialisten. Hat der FC St.Gallen in dieser Saison mal ein Weitschuss-Tor erzielt oder einen Freistoss direkt verwertet? Viele Tore dieser Art waren es bestimmt nicht.

Weniger Punkte als im Herbst . . .

Auch die Transferoffensive zur Winterpause hat sich nicht bezahlt gemacht. Im Herbst gewann St.Gallen 17 Punkte, im Frühjahr gerade noch 14. Die sechs aufeinanderfolgenden Niederlagen nach der Winterpause, fünf noch unter dem alten Trainer gleich nach Wiederbeginn, wogen schwer. Uli Fortes Nachfolger Jeff Saibene tat das Menschenmögliche. Schliesslich musste auch er sich den Gravitationskräften beugen. Die Defensive konnte zwar mit zwei Sechsern im Mittelfeld in gewissen Spielen stabilisiert werden. Doch wenn sich die Mannschaft nur ein paar Schritte zu weit nach vorne wagte, brach die Abwehr wie ein Kartenhaus zusammen.

Nur die Torhüter

Ein paar wenige Spezialisten hatten wir dennoch: die beiden Torhüter Vailati und Lopar erfüllten ihre Aufgabe hervorragend und verhinderten oft noch Schlimmeres. Und im Frühjahr hatte St.Gallen in Alberto Regazzoni zumindest wieder einen Dribbelkünstler. Während diese Fähigkeit noch zu wenig Ertrag abwarf, vom Spiel in Bellinzona abgesehen, war der Neuzugang von YB in der Balleroberung sehr wertvoll. Ein Kämpferherz. Doch am Einsatzwillen, das sei auch erwähnt, hat es keinem gefehlt.

Wer macht Fortschritte?

Der Blick geht nach vorne. Fraglich ist, ob die jetzige Mannschaft das Format hat, wieder wie vor drei Jahren den Turnaround zu schaffen. Die Gegenwehr wird in manchen Spielen der Challenge League geringer sein, aber für einen Aufstieg ist auch Klasse erforderlich. Die hatte die Mannschaft vor drei Jahren. Vielleicht hat sie auch die jetzige Formation, die ja noch nicht so lange beisammen ist, in Form von Fortschrittspotenzial. Scarione kann sich steigern. Vielleicht schlagen sich vorne Owona und Abegglen durch. Auch Lang, erst 20-jährig, gehört zur Reihe der hoffnungsvollen jungen Spieler: seit 2000 im Verein, Egnacher und doch ein echter St.Galler, der sich seiner Tränen vom Mittwochabend nie wird schämen müssen.

Im Wankdorf hat ein neuer Weg begonnen, an dessen unbestimmtem Ende irgendwann wieder Freudentränen auf den Rasen fliessen werden.


http://www.tagblatt.ch/nachrichten/spor ... 16,2573731

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. Mai 2011, 11:34 
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Berner Zeitung, 26.05.2011

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YB: 1 Meistertitel in 51 Jahren

Young BoysSeit 1960 ist YB nur 1986 Meister geworden. Aber jetzt kommt Hoffnungsträger Christian Gross.

Am Dienstag feierten die Young Boys ein eher tristes Jubiläum, vielleicht darf man in dieser Hinsicht von der «Silbernen Wartezeit» schreiben. Jedenfalls war es vorgestern exakt 25 Jahre her, als YB am 24. Mai 1986 in der ausverkauften Maladière nach einem spektakulären 4:1-Sieg beim damaligen Titelrivalen Xamax den 11. und vorerst letzten Meistertitel der Vereinsgeschichte feierte. Das schier unendlich lange Warten der YB-Fangemeinde auf die nächste Schweizer Meisterschaft dauert ja mindestens noch 1 Jahr, und es gibt eine für die Berner noch weitaus schmerzhaftere Bilanz zu diesem Thema. In den letzten 51 Jahren seit 1960 holten die Young Boys genau… jenen einen Titel 1986. Immerhin gelang es YB am Sonntag mit dem 2:1-Erfolg in der (modernen) Maladière, Rang 3 zurückzuerobern – diese Platzierung verteidigte das Team gestern mit dem 4:2-Heimsieg gegen St. Gallen. «Wir sind alle froh, ist diese Saison endlich zu Ende», sagt YB-CEO Ilja Kaenzig. «Und wir sind überzeugt, nächstes Jahr viel mehr Erfolg zu haben.»

Hagist und Zuberbühler?

Die grossen Hoffnungen im Stade de Suisse werden vor allem mit dem neuen YB-Trainer Christian Gross verknüpft. Er trifft ein talentiertes Ensemble an, dem es zuletzt aber manchmal an Selbstvertrauen und Entschlossenheit fehlte. Zwei, drei Verstärkungen auf dem Spielfeld wird Gross noch erhalten. In den nächsten Tagen dürfte jedoch der Abgang des wohl stärksten YB-Spielers in dieser Saison, Senad Lulic, zu Lazio Rom offizialisiert werden. Kandidaten, um den wirbligen Bosnier im linken offensiven Couloir zu ersetzen, gibt es auch in der Super League einige, beispielsweise Raphael Nuzzolo von Xamax oder Steven Zuber von GC. Rund fünf Millionen Franken Ablösesumme dürften die Young Boys für Lulic erhalten. «Am liebsten würden wir Lulic behalten», sagt Ilja Kaenzig, «und so lange nicht alle Verträge unterschrieben sind, ist ein Transfer im Fussball nicht definitiv.» Das Geld durch den Lulic-Wechsel jedoch könnte YB gut gebrauchen. Und spätestens bis zum Trainingsauftakt am 15. Juni wird der Verein auch die Frage beantwortet haben, wer Gross im Trainerteam assistiert. Favorit auf die Position des Goalietrainers ist bekanntlich der frühere Nationaltorhüter Pascal Zuberbühler. Und als Assistent könnte YB den Elsässer Laurent Hagist verpflichten. Mit dem 36-Jährigen arbeitete Gross bereits in Basel und Stuttgart zusammen.

Im Europacup lange gesetzt

Vorerst trifft sich die YB-Delegation vor den kurzen Sommerferien heute zum Saisonabschlussessen in Bern. Der Kickoffevent, an dem das Team und das neue Trikot präsentiert werden, geht am 7. Juli im Stade de Suisse über die Bühne, neun Tage später ist Saisonstart. Und in der Europa League greifen die Berner in der 3. Qualifikationsrunde (28. Juli und 4. August) ein – dort sind sie garantiert gesetzt. Und möglicherweise sind sie das auch in der nächsten Runde, dem Playoff zur Gruppenphase im August. In dieser Saison sammelte YB gleich 9,18 Punkte im Uefa-Koeffizienzranking und hat damit im Bewertungszeitraum (5 Jahre) 14,98 Zähler geholt. Letztes Jahr reichten 13,3 Punkte, um auch im Playoff gesetzt zu sein.

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. Mai 2011, 11:35 
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Blick, 26.05.2011

Zitat:
Costanzo beerdigt seine Liebe – St. Gallen steigt ab

Der traurigste Torschütze aller Zeiten!

Was für ein (Alb-)Traumtor! Moreno Costanzo trifft – und schiesst «seinen» FCSG ins Elend.

Es ist das wichtige 2:1 für YB in der 67. Minute – doch Moreno Costanzo (23) jubelt nicht. Es scheint, als schäme er sich. Er weiss: Er hat damit «seinen» FC St. Gallen in die Challenge League geschossen. 12 Jahre lang spielte er für die Espen, hier lernte er das Fussballspielen. «Der Klub meines Herzens», nennt er den FC St. Gallen. Um 21.39 Uhr schiesst ausgerechnet Costanzo ihn ins Elend.

Das 3:1 von David Degen nach herrlichem Doppelpass mit Scott Sutter ist drei Minuten später der endgültige Todesstoss.

Oder etwa doch nicht? In der 82. Minute trifft Kristian Nushi zum 2:3. Gibts das späte grünweisse Wunder? Nein! Eine Minute vor Schluss erstickt Bienvenu die letzten St. Galler Hoffnungen mit dem 4:2.

Abpfiff. Die Ostschweiz weint. Während alle YB-Spieler den dritten Platz feiern, verzieht sich Costanzo in der Kabine. «Das ist ganz schlimm, es tut mir sehr leid», sagt er nur.

St. Gallen weint. Michael Lang, Torschütze zum 1:1, kullern die Tränen über die Wangen. Captain Muntwiler sagt: «Das ist der Tiefpunkt meiner Karriere. Ich glaube, ich gehe nicht in die Ferien.»

José Gonçalves kann seine Gefühle gar nicht in Worte fassen. «Aber ich wünsche sie niemandem. Der Abstieg ist furchtbar für den Verein und die ganze Region.»

Besonders bitter ist der Abstieg für Fabian Frei, der den Klub in seinem Elend (zu Basel?) verlässt: «Eine Welt bricht zusammen. Ich werde sicher nicht schlafen.» Er weiss, dass St. Gallen nicht wegen dem 2:4 gegen YB in die Challenge League muss. «Zwar haben wir heute wieder Chancen vergeben und hätten einen klaren Hands-Penalty erhalten müssen. Doch wir haben eine miserable Saison hinter uns. Wer die ersten sieben Spiele nach der Winterpause verliert, kann einfach nicht oben bleiben.»

Ähnlich wird’s wohl Trainer Jeff Saibene sehen. «Ein ganz bitterer Moment», findet er und kündigt an: «Jetzt müssen wir ausmisten und gut überlegen, wie wir weitermachen.»

Heute um 10 Uhr versammelt er seine Mannschaft ein letztes Mal vor den Sommerferien. Seine Mannschaft, den Absteiger.

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. Mai 2011, 11:39 
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Der Bund, 26.05.2011

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Costanzo schoss St. Gallen Richtung Abgrund

Die Young Boys beendeten mit dem 4:2 die Saison auf Platz 3 – St. Gallen muss zurück in die Challenge League.

Moreno Costanzo traf in der 67. Minute mit einem perfekten Schuss von der Strafraumgrenze genau die Torecke – und schlug die Hände vors Gesicht. Vor zwei Jahren hatte er mit seinen Toren den FC St. Gallen in die Super League geschossen, nun brach er mit seinem Treffer die Hoffnungen seiner ehemaligen Teamkollegen, doch noch irgendwie dem Abstieg entrinnen zu können.

Die Gratulationen seiner YB-Kollegen liess er apathisch über sich ergehen, und nach dem Spiel wollte er nicht über diesen Moment reden. Mit dem Torschuss sei ihm bewusst geworden, was das bedeute – meinte Costanzo. Und YB-Interimstrainer Erminio Piserchia berichtete nach dem Spiel, Costanzo sitze aufgelöst in der Kabine. «Wir haben mit diesem Sieg unsere Pflicht erfüllt, doch auch ich verspüre kein Jubelgefühl. Das ist ein bitterer Moment für St. Gallen.»

Drei Minuten nach Costanzos Führungstor kombinierten sich Raimondi und Degen zum 3:1. Die St. Galler vermochten durch den eingewechselten Nushi mit dem zweiten Tor wohl nochmals ein Lebenszeichen von sich zu geben – doch die Kraft und die Moral für ein resolutes Aufbäumen brachten die Ostschweizer nicht mehr auf.

Bienvenu zweifacher Torschütze

Mit einem Unentschieden hätten sich die St. Galler in die Barrage retten können, doch das letzte Tor der Partie zum 4:2 erzielte Henri Bienvenu, der 57 Sekunden nach der Pause bereits die 1:0-Führung der Berner realisiert hatte. Mit 16 Toren beendete Bienvenu die Saison als zweitbester Torschütze hinter Alex Frei. Und die Young Boys zementierten mit ihrem 13. Saisonsieg Platz 3 mit 3 Punkten Vorsprung auf Sion, das gegen Xamax 0:0 spielte. So haben die Berner zumindest das Minimalziel erreicht und müssen in der Europa League nicht schon vor dem Saisonstart der Super League (16. Juli) antreten. Unschöner Abschluss war der Platzverweis von Marco Schneuwly, der in der 59. Minute für Farnerud ins Spiel gekommen war. In der Nachspielzeit, als der Frustpegel der St. Galler verständlicherweise hoch stand, trat Schneuwly nach einer Rempelei von Gonçalves nach.

Für die St. Galler war es ein bitterer Abend, bei dem sie ohne Glück blieben. Nach fünf Minuten traf der Kameruner Owona nach Vorarbeit von Regazzoni aus wenigen Metern mit voller Wucht die Torlatte. Und als Minuten später nach einer Flanke von Regazzoni der Ball an die Hand von Degen prallte, liess Schiedsrichter Wermelinger weiter spielen.

Vor der Pause hielten beide Torhüter mit guten Paraden das 0:0, doch die St. Galler verpassten es in dieser Phase, gegen ein verhalten spielendes YB in Führung zu gehen. Es war nicht so, dass die Berner mit aller Konsequenz in die Zweikämpfe stiegen und mit etlichen Unkonzentriertheiten boten sie den St. Gallern immer wieder Freiräume. So kam Owona nach Fehlern von Dubai und Affolter innert dreier Sekunden zu einer weiteren klaren Möglichkeit Wölfli rettete im letzten Moment. St. Gallens Trainer Jeff Saibene wollte nach dem Spiel auf keine Fragen eingehen, sprach davon, den Optimismus zu behalten und vom «Ausmisten» und verwies auf die Pressekonferenz, die heute Donnerstag um 10 Uhr in St. Gallen stattfindet.

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. Mai 2011, 11:48 
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Beiträge: 738
für die ostschweizer war es gestern abend ein ganz bitterer abend. eigentlich schade muss st. gallen runter, hätte lieber bellinzona definitiv unten gehabt.

Schön aber das lausanne aufsteigt und evtl. noch servette.


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