Die YB-StreichlisteYB gibt Vollgas! Aber nur neben dem Feld. Der dänische Nationalspieler Michael Silberbauer kommt. 13 Spieler will man loswerden.
Der Katzenjammer war gross nach dem 1:2 im Letzigrund. Jener Niederlage, die faktisch die Saison von YB beendete. Abrupt ist die Jagd auf Platz zwei beendet. Nur CEO Ilja Kaenzig blies nicht Trübsal – im Gegenteil.
Dieselbe Kombination wie 1986Zuerst sprach er davon, dass er ohnehin nie mehr als Rang drei erwartet hatte. Dann liess er die Transferbombe platzen: Silberbauer! Nomen soll nicht gleich Omen sein beim ewigen Zweiten aus der Hauptstadt. Silberbauer soll die Marke YB vergolden.
Ein Schwede, Alex Farnerud, und ein Däne. Dieselbe Kombination wie 1986, als YB letztmals Meister war. Damals hiessen die Nordländer Robert Prytz und Lars Lunde.
Silberbauer ist ein defensiver Mittelfeldspieler, womit er sehr gut Ersatz sein könnte für Thierry Doubai, falls dieser in die Bundesliga abwandert. Am Mittwoch beobachteten ihn Hoffenheim sowie Bremen. Werder-Manager Klaus Allofs höchstpersönlich war zugegen.
Was sagt er zum Ivorer? «Nichts. Ich bin wegen des Spiels hier», so Allofs zu BLICK. Werder-Insider messen der Präsenz des Managers in Zürich grosse Bedeutung bei.
Typ mit CharakterAn der Verpflichtung Silberbauers hat YB vier Monate gearbeitet. «Wir haben ihm und seiner Freundin eine professionelle Stadtführung organisiert, ich bin nach Amsterdam geflogen», sagt Kaenzig und zeige ihm auf, welchen Wert dieser Transfer für YB habe. «Er war überall Führungsspieler und Publikumsliebling. Und er ist ein Typ mit Charakter.»
Zuletzt spielte er für den FC Utrecht, mit dem er den FC Luzern aus der Europa League schoss, auch dank eines Silberbauer-Tores. Er war dort ebenso Captain wie zuvor beim FC Kopenhagen, mit dem er drei Mal Meister war.
Vertrag bis 2015Die WM in Südafrika verpasste er, weil ihn Morten Olsen im letzten Moment aus dem Kader strich. Mittlerweile setzt der Nati-Coach wieder voll auf den 19-fachen Internationalen. Silberbauer kommt ablösefrei und hat bis 2015 unterschrieben.
Um neben ihm und Elsad Zverotic vom FC Luzern weitere Transfers tätigen zu können, müsse YB aber zuerst einen Überhang an Spielern abbauen, die für das Kader des Super-League-Teams keine Rolle mehr spielten. Kaenzig: «Da haben wir deutlich über eine Million Franken totes Kapital.»
