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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 16. September 2010, 10:19 
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Berner Zeitung, 16.09.2010

Trainerduell in der Baustelle

Die ambitionierten Vereine Stuttgart und YB sind enttäuschend in die Liga gestartet und müssen im Kader Umbaumassnahmen vornehmen.

Während des YB-Abschlusstrainings am Mittwochabend in Stuttgart regnet es leicht, die Mercedes-Benz-Arena wird ja gerade bis Sommer 2011 um- und ausgebaut und ist eine riesige Baustelle. Und das passt prächtig zum Startspiel in der Europa League von heute. Die ambitionierten Vereine Stuttgart und YB sind enttäuschend in die Liga gestartet und müssen im Kader Umbaumassnahmen vornehmen. Das Interesse an der Partie hält sich im Schwabenland in überschaubaren Grenzen – in Stuttgart zählt vor allem die Bundesliga, wo es bereits am Samstag gegen Gladbach für VfB-Trainer Christian Gross, den Schweizer Trainer, um viel geht. Bloss rund 15'000 Zuschauer werden derweil heute erwartet, stolze knapp zehn Prozent davon aus Bern – die Vorfreude im Lager der Gäste ist spürbar. «Wir wollen im Europacup wie schon dreimal in dieser Saison eine starke Leistung zeigen», sagt YB-Trainer Vladimir Petkovic, den das Duell mit Gross reizt. «Er ist ein sehr erfolgreicher Trainer, der schon viel erreicht hat.»

Petkovics tolle Bilanz

Das ist nett formuliert von Vladimir Petkovic. Irgendwo im Hinterkopf hat er bestimmt seine tolle Bilanz als YB-Trainer gegen den langjährigen FCB-Coach Gross in Ernstkämpfen: In der Saison 2008/2009 setzten sich die Young Boys in allen drei Duellen sowie im Cup-Halbfinal durch – und stets hatte Petkovic mit seiner mutigen Dreierabwehrkette den Trainerkollegen vor Probleme gestellt. Vielleicht sagte Gross gestern deshalb, es könne ja gut sein, dass die Young Boys nach dem Ausfall Emiliano Dudars wieder mit bloss drei und nicht wie zuletzt immer mit vier Verteidigern antreten werden. Gross lobte Petkovic ebenfalls ausführlich («er ist ein sehr guter Coach»), schliesslich ist ihm bewusst, wie schwer sich sein FCB gegen YB getan hat. Immerhin hatte sich Basel mit Gross 2008 aber im Cupfinal gegen Petkovics Challenge-League-Verein Bellinzona 4:1 durchgesetzt. «Ich freue mich immer auf Spiele gegen Teams, die von Petkovic trainiert werden», sagte er noch. «Ich erwarte ein dynamisches YB.»

Kader voller Nationalspieler

Heute Abend wird es mit den Nettigkeiten vorbei sein, Stuttgart und Gross brauchen dringend ein Erfolgserlebnis. Dabei kann der Trainer wieder auf die Dienste des vier Monate verletzt gewesenen französischen Abwehrspielers Matthieu Delpierre zählen, während die zuletzt sehr enttäuschenden Cristian Molinaro und Zdravko Kuzmanovic vermutlich auf der Bank Platz nehmen müssen. Im teuren VfB-Kader stehen fast nur Nationalspieler, und natürlich hat sich der Bundesligist in der Europa League zum Ziel gesetzt, auch 2011 noch dabei zu sein. «Dafür benötigen wir in der Gruppenphase 10 Punkte», sagte Christian Gross. Und der neue Sportchef Fredi Bobic forderte vom Team nach dem Fehlstart in die Liga mit drei Niederlagen eine heftige Reaktion gegen YB: «Aber wir wissen auch, dass es arrogant wäre, zu glauben, diesen Gegner würden wir einfach locker weghauen.»

Weil der VfB Stuttgart aber stark auf die Bundesliga fixiert ist, könnte es sein, dass die Young Boys heute Abend unterschätzt werden. «Ja, das wäre bei einem deutschen Trainer möglich gewesen», sagt YB-Chef Ilja Kaenzig. «Doch für Christian Gross ist das Treffen mit einem Schweizer Klub speziell. Er wird keinen Schlendrian zulassen.» Schon gar nicht gegen Vladimir Petkovic.


Rätseln über Aufstellung

Im Presseraum der Mercedes-Benz-Arena darf sich am Mittwochabend eine bescheidene Anzahl Journalisten auf die zu vielen Stühle verteilen. Das Interesse der deutschen Medien am ersten Gegner des VfB Stuttgart in der Europa League deckt sich in etwa mit jenem der englischen Presse beim YB-Auftritt in Tottenham – ergo sind bei der YB-Pressekonferenz am Vorabend des Spiels fast ausschliesslich Berichterstatter aus der Schweiz dabei.

Die Young Boys bezogen am Mittwoch bereits gegen Mittag in der Stuttgarter Innenstadt ihr Quartier. Zum Medientermin erscheint Trainer Vladimir Petkovic zusammen mit Christoph Spycher und Marco Wölfli, das erste Traktandum ist natürlich die Verletzung von Emiliano Dudar. Spycher ist froh, konnte man mit der positiven Nachricht, dass der am Sonntag verunfallte Abwehrchef aus dem Koma erwacht und auf dem Weg zur Besserung sei, nach Deutschland fahren: «Das erleichtert uns die Vorbereitung auf das Spiel.» Und Captain Marco Wölfli sagt: «Natürlich denken wir immer auch an Dudar. Auch für ihn wollen wir in der Europa League einen guten Start hinlegen.» Wie immer vor einem YB-Auftritt wollen die rätselnden Journalisten vom Trainer wissen, wie er seine Spieler aufstellt, vor allem in der Abwehr. Und wie immer lässt sich Pokerspieler Petkovic nicht in die Karten blicken. «Bei mir ist alles möglich», sagt er cool, «Alternativen habe ich genug.»

Wölfli findets interessant

Diese braucht er auch, schliesslich fehlen ihm mit dem verletzten Dudar und den gesperrten David Degen und Senad Lulic gleich drei Stammspieler. Petkovic sieht die Stuttgarter vorne besser besetzt als hinten, deswegen ist es möglich, dass der offensive Emmanuel Mayuka für Degen spielen wird. Für Lulic böte sich mit Mario Raimondi ein erfahrener Spieler an. In der Abwehr stellt sich die gewohnte Frage, ob YB mit drei oder vier Mann verteidigt. Aber ob die Defensive nicht doch zu dritt organisiert wird und ob Scott Sutter nach vorne ins Mittelfeld rückt, darüber darf munter spekuliert werden. Wahrscheinlich ist aber bei YB ein 4-2-3-1-System. Marco Wölfli meint dazu verschmitzt: «Es ist doch interessant, wenn man immer so stark über unsere Aufstellung rätseln kann.»

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Trainerduell-in-der-Baustelle/story/21633976

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 16. September 2010, 10:22 
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NZZ, 16.09.2010

Stuttgarter Herbstdepression

Am Donnerstag ab 21 Uhr 05 spielt der VfB Stuttgart in der Europa League gegen YB

fcl. Wenn der Präsident und der Manager einander die Kabinentür aufhalten, um sich beim Personal zu beschweren, muss die Lage ernst sein. Der VfB Stuttgart verzeichnet mit drei Niederlagen in der Bundesliga den schlechtesten Saisonstart der Klubgeschichte. Und heute Donnerstagabend (21.05 Uhr), gerade wo die Stuttgarter von einer Herbstdepression gestreift werden, kommen die Young Boys in der Europa League zu Besuch für das erste Gruppenspiel.

Der VfB-Präsident Erwin Staudt appellierte am Sonntag offenbar an die Arbeitsmoral der Angestellten; das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass etwas ziemlich Grundlegendes in dieser Mannschaft nicht stimmt. Auch Fredi Bobic, der Jungmanager, der mitten in einer Schnellbleiche zum Krisenmanager steckt, macht sich Sorgen und deponierte sie bei der Mannschaft. Er sagte in einem Interview mit der «Stuttgarter Zeitung»: «Viele sehen jetzt die Chance, uns ein Bein zu stellen.» Und man wundert sich, dass es Fussballer sind, die vom Disziplin-Enthusiasten Christian Gross trainiert werden, denen man nun nahelegt, sie müssten sich Gedanken zu ihrer Berufsauffassung machen. Gross sagte, das Spiel gegen YB müsse «Signalwirkung» haben. Die Situation im VfB bezeichnete Gross als angespannt, «es gibt aber keinerlei Panik». Der Cheftrainer verordnete seiner Mannschaft im Training als Behandlungsmethode eine «Spasseinheit». Das sei gut, sagte der Sportdirektor Bobic, weil sich der Trainer auf diese Weise «antizyklisch» verhalte. Was genau mit der «Spasseinheit» gemeint ist, ist zwar nicht ganz klar, aber Gross spielte selber bei einigen Übungen mit, um den Spass höchstpersönlich zu überwachen.

YB wäre gerne der «Beinsteller», vor dem sich Bobic fürchtet. Aber auch die Berner sind in der Meisterschaft mit Rang 7 nicht auf Augenhöhe mit den eigenen Ansprüchen. YB ist so unzuverlässig wie eine Wetterprognose im April. Und nach dem Unfall des Argentiniers Emiliano Dudar im Spiel vom Sonntag gegen Basel sind die Young Boys auch mental mitgenommen.

Lausanne trifft als zweiter Schweizer Vertreter in der Europa League am Donnerstag (19 Uhr) auf ZSKA Moskau. In der russischen Liga belegt ZSKA als bestes Team aus der Hauptstadt den 3. Rang. Der ehemalige YB-Spieler Seydou Doumbia steht ZSKA gegen Lausanne nicht zur Verfügung. Der Ivoirer ist seit zweieinhalb Wochen am Oberschenkel verletzt. Zuvor hatte der Stürmer in drei aufeinanderfolgenden Spielen vier Tore erzielt.

http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/fussball/stuttgarter_herbstdepression_1.7572239.html

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 16. September 2010, 10:24 
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sf.tv, 16.09.2010

YB: Nach dem Schock das Highlight

Turbulente Tage für die Young Boys. Nur 4 Tage nach dem schlimmen Unfall um Emiliano Dudar treten die Berner beim VfB Stuttgart zum ersten Europa-League-Gruppenspiel an (ab 20.50 Uhr live auf «SF zwei» und hier im «livestream»).
koem

Es ist ein stetiges Auf und Ab für die Young Boys in dieser Saison. Begeisternden Auftritten wie gegen Fenerbahçe und im Heimspiel gegen Tottenham folgten sportliche Tiefschläge wie gegen Bellinzona, Xamax oder Sion.

Im Prestige-Duell gegen den FC Basel am vergangenen Sonntag attestierte CEO Ilja Kaenzig seiner Mannschaft eine «exzellente Leistung» bis zum Ausfall Emiliano Dudars. Mit dem fürchterlichen Zusammenprall des Argentiniers mit François Affolter mussten die Berner aber den nächsten Rückschlag hinnehmen.

Schock verdaut?

Das zur Nebensächlichkeit verkommene Spiel gab man danach trotz 2:0-Führung noch aus der Hand. Viel schwerer wiegt aber vor dem Auftritt in Stuttgart der lange Ausfall Dudars und der Schock, den die Spieler beim Anblick des schwer verletzten Teamkollegen erlitten haben. Die Bilder des blutenden und zuckenden Abwehrchefs fuhr jedem Beobachter ins Mark. Umso wichtiger ist jeweils die «Nachbearbeitung» eines solchen Falles. Dies geschah bei den Young Boys in den letzten Tagen mit vielen Gesprächen untereinander und regelmässigen Updates durch Trainer Vladimir Petkovic und Teamarzt Cuno Wetzel.

In Stuttgart müssen die Berner neben Dudar auch auf Senad Lulic und David Degen verzichten. Beide sind gesperrt. Zu den möglichen Alternativen liess sich Petkovic nicht in die Karten blicken: «Bei mir ist alles möglich», so der Bosnier, der Stuttgarter Schwächen im Mannschaftsteil «von der Mitte Richtung hinten» ausgemacht hat. Dies spräche dafür, Druck über die möglichen «Ersatzflügel» Scott Sutter und Mario Raimondi zu erzeugen.

Gross in Stuttgart unter Druck

Unter grossem Druck ist in Stuttgart Trainer Christian Gross. Der VfB ziert nach drei Niederlagen in der Bundesliga das Tabellenende. Noch nie ist der Verein dermassen schlecht in die Saison gestartet. In der Europa League konnte man den Schaden trotz zum Teil bedenklichen Leistungen in Grenzen halten. Die Norweger von Molde wurden mit dem Gesamtskore von 5:4 (3:2 a/2:2 h) eliminiert, die Slowaken von Slovan Bratislava mit 3:2 (1:0 a/2:2 h).

«Bei uns führt zurzeit jeder kapitale Fehler gleich zu einem Gegentor», sagte Manager Fredi Bobic. «Wir sind dabei, eine Mannschaft aufzubauen, und müssen zurzeit ein bisschen improvisieren. Das ist eine schwierige Phase.» Klar ist aber, dass Gross bereits viel von seinem Kredit aufgebraucht hat, den er mit Stuttgarts Sturmlauf im Frühjahr angelegt hatte. Der Zürcher macht das Spiel gegen YB deshalb zur Standortbestimmung: «Es wird nicht einfach, die sind gut. Aber wir wollen auf die Erfolgsstrasse zurück. Das Spiel soll Signalwirkung haben. Es muss keiner glauben, dass wir die Partie nicht ernst nehmen und uns nach dem Fehlstart nur auf die Bundesliga konzentrieren», sagte Gross.

http://www.sport.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2010/09/16/Fussball/YB-Nach-dem-Schock-das-Highlight

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 16. September 2010, 10:25 
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Tagesanzeiger, 16.09.2010

«Ich bin ein ernster Mensch. Und die Lage ist ernst»

Stuttgarts Trainer Christian Gross braucht zum Start der Europa League heute gegen YB den Sieg, um für etwas Entspannung zu sorgen.

Es ist gar nicht so lange her, da durfte Christian Gross viel Schönes über sich lesen. Der «Spiegel» empfing den Verfechter der Disziplin als «Alpen-Magath» und beschrieb ihn als «Anti-Programm zum netten Herrn Babbel», seinem Vorgänger. Das Magazin «Focus» erkannte im charismatischen Trainer die «Schweizer Version von Louis van Gaal». Als Gross im Dezember 2009 zum VfB nach Stuttgart kam, brauchte er nicht lange, um die Mannschaft auf wundersame Weise aufzurichten, ihr umgehend seine Handschrift zu verabreichen und mit ihr eine Rückrunde in der Bundesliga hinzulegen, wie es sonst kein Klub schaffte. In Zahlen ausgedrückt: 17 Spiele, 39 Punkte. Oder anders: Vormarsch von Platz 15 auf Platz 6.

Das war gestern. Und heute? Die «Bild» titelt an diesem Mittwoch: «Die grosse Angst vor dem grossen Absturz». Und berichtet von «Alarmstimmung im Verein». In der «Stuttgarter Zeitung» klagt VfB-Sportchef Fredi Bobic: «Jeder hat zu viele Probleme mit sich selbst.» Die «Stuttgarter Nachrichten» fragen: «Hat es das Trainerteam in der Vorbereitung übertrieben?» Und als Symbol für den aktuellen Zustand dient das Stadion: Es wird gegenwärtig umgebaut.

Es sind wieder ungemütliche Tage angebrochen in Stuttgart, Tage, in denen die Stimmung zu kippen droht wie einst, als sich der VfB zielstrebig Richtung Tabellenende bewegte. Drei Niederlagen in Serie zum Saisonauftakt sind ein unerfreuliches Novum in der Geschichte des Vereins und das pure Gegenstück zum harmonischen Frühling. Sie schüren Nervosität und Unzufriedenheit, sie lösen Druck aus, den auch der Trainer zu spüren bekommt. Aber Christian Gross behauptet: «Der Druck ist nicht grösser als im Winter.»

YB als Abwechslung und Signal

Und doch ist der 56-jährige Zürcher an einem heiklen Punkt angelangt, er weiss mit Blick auf die Bundesliga: «Wir brauchen schnellstmöglich drei Punkte.» YB ist nun die Abwechslung unter der Woche zum Start in die Europa League, und wenn Gross daran denkt, hat er eine Hoffnung: dass der Abend verbunden ist mit einer Signalwirkung. «Viele denken, dass uns dieses Spiel nicht interessiert und wir den Fokus auf die Meisterschaft legen», fängt er an, verschärft seinen Ton und fährt mit finsterem Blick fort: «aber das ist falsch, da täuschen sich die Leute.» Neben ihm sitzt Bobic und sagt: «Wir gehen von einem positiven Ergebnis aus.»

Die Probleme, mit denen Gross sich herumplagt, kamen nicht ohne Ansage. Jens Lehmann, der Torhüter mit der Berufserfahrung von zwei Jahrzehnten, hörte auf; sein Nachfolger heisst Sven Ulreich, ist 22 und noch nicht mehr als ein Talent. Sami Khedira konnte dem Lockruf von Real Madrid nicht widerstehen; eine Antwort auf seinen Abgang war die Verpflichtung des bald 34-jährigen Italieners Mauro Camoranesi, der sich aber immerhin Weltmeister nennen darf. «Persönlichkeiten wie Khedira fehlen», sagt Gross nun, was Bobic aber nicht mehr hören mag: «Mit ihm stand der VfB am Ende der vergangenen Vorrunde weit unten. Jetzt stehen er und Lehmann nicht mehr unter Vertrag. Punkt, aus.» Bobic will nicht klagen, sondern fordern, und er hält sich kurz: «Es braucht mehr Leidenschaft!»

Es ist nicht so, dass sich Gross darauf verlässt, dass automatisch die Lockerheit des Frühlings zurückkehrt. Er wünscht, dass seine Spieler «mehr kommunizieren» und sie «wieder mehr unternehmen, um sich das Glück zu verdienen». Was er meint, will Gross vorleben. Er sieht sich auch als selbstbewussten Repräsentanten seiner Heimat: «Die Schweizer dürfen sich unter Wert verkaufen.» Darum ist es ihm auch ein Bedürfnis, den Stuttgartern die Vorzüge der Young Boys zu erklären und zu warnen. «Die Grenzen haben sich verschoben. Selbst der FC Basel hat gute Chancen, die Bayern in der Champions League zu schlagen», sagt er.

Das hilft ihm freilich nicht, um an seinem Arbeitsort nach dem Fehlstart für Entspannung zu sorgen, aber er scheint die ideale Besetzung zu sein, um den VfB aus der kritischen Situation zu befreien: «Ich bin ein ernster Mensch. Und die Lage ist ernst.»

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 16. September 2010, 10:26 
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Blick, 16.09.2010

«Herr Gross, wie nervös sind Sie?»

Von Alain Kunz und Martin Arn aus Stuttgart

Drei Spiele, drei Pleiten. Trainer Christian Gross steht mit dem VfB Stuttgart am Schwanz der Bundesliga. Jetzt freut er sich auf YB.

Herr Gross, das Stadion wird bei weitem nicht ausverkauft sein, das Spiel ist im Free-TV nicht zu sehen. Interessiert sich überhaupt jemand hier für den Match gegen YB?

Christian Gross: Sie denken vielleicht, das Spiel interessiere wegen des schlechten Bundesligastarts weniger, aber da täuschen sie sich. Wir mussten viel tun, um in die Europa League zu kommen. Jetzt gehts erst richtig los.

Der Druck ist sicher immens?

Wir wollen immer gewinnen. Und wir brauchen Resultate, möglichst schnell. Deshalb soll dieses Spiel Signalwirkung haben. Der Druck ist da. Aber er ist nicht grösser als vor einem Jahr.

Wirklich? Damals durften Sie wie heute kaum mehr verlieren.

Ja, es ist so. Der Druck ist nicht grösser.

Sie wirken recht relaxed.

Ich bin ein ernster Mensch. Und die Lage ist ernst! (lacht)

Wie gross ist bei Ihnen die Nervosität, die hier im Umfeld spürbar ist?

Die Medien haben uns schon dasselbe Szenario prophezeit wie in den letzten Jahren. (Trainer-Entlassung nach schwachem Start, die Red.) Aber das sind die Gesetzmässigkeiten in diesem Business. Ohne Punkte kann kein Trainer bestehen.

Wie ist es für Sie als Schweizer, auf ein Team aus ihrer Heimat zu treffen?

Ich habe mir das vor der Auslosung gewünscht. Deshalb freue ich mich. Ich freue mich aber auf jeden internationalen Einsatz.

Und die kleinen Schweizer putzt der Vf-Bohnehin weg …

Das ist ihre Wahrnehmung. Und es ist nicht einfach, das hier aus den Köpfen der Leute zu bringen. Wir in der Schweiz dürfen uns aber nicht so klein verkaufen. Bei uns wird im Sport gesamthaft gut gearbeitet, nicht nur im Fussball. Man darf da keine Komplexe haben. Roger Federer machts vor. Basel hat zum Beispiel gute Chancen, Bayern München zu schlagen.

Welchen Einfluss kann der Unfall von Emiliano Dudar auf die Psyche der YB-Spieler haben?

Ich war auch mitgenommen, als ich das gesehen habe. Aber Sportunfälle gehören dazu in einem Business, in dem es um sehr viel geht, in dem es immer noch höher, schneller und besser gehen soll. Da reicht eine kleine Unkonzentriertheit. Das hat man am Dienstag beim Beinbruch von Manchesters Valencia wieder gesehen. Ich wünsche Dudar, dass er keine Folgeschäden hat und bald wieder spielen kann. Jetzt, da die YB-Spieler wissen, dass es ihm besser geht, werden sie keinesfalls belastet sein.

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 16. September 2010, 10:27 
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Der Bund, 16.09.2010

Vladimir Petkovic mit forscher Ansage

Auch ohne Dudar, Degen und Lulic ist die Vorgabe des YB-Trainers unmissverständlich: Er will heute (21.05) in Stuttgart gewinnen.

Spricht Vladimir Petkovic über den VfB Stuttgart, tut er das mit Respekt. Er zählt Namen auf, die für ihn für gehobene Qualität stehen, von Camoranesi über Pogrebnjak zu Cacau, und vor allem hebt der YB-Trainer auch seinen Berufskollegen Christian Gross hervor: «Was er in der Rückrunde der letzten Saison erreicht hat, ist beste Werbung für die Arbeit der Schweizer Trainer.»

Und doch ist es Petkovic ein Anliegen, dass seine Young Boys heute nicht vor Ehrfurcht erstarren. Der Gegner ist angeschlagen, und der Glaube in die eigenen Fähigkeiten ist gross, obwohl auch die Berner in der heimischen Meisterschaft noch nicht das Niveau erreicht haben, das sie sich vorstellen. «Nur eine gute Figur abgeben, das reicht mir nicht», sagt Petkovic nun und fügt forsch an: «Mit einem Punkt gebe ich mich vor dem Spiel sicher nicht zufrieden.»

Daran hält er fest, obschon ihm verschiedene Teamstützen fehlen. Emiliano Dudar fällt mehrere Wochen aus wie sein Verteidigerkollege Hassan Lingani, David Degen ist ebenso gesperrt wie Senad Lulic – womit eine Neubesetzung der Flügel nötig wird. Stuttgart-Trainer Christian Gross glaubt aber: «Petkovic wird eine gute Lösung finden, davon bin ich überzeugt.» Unabhängig davon, wie das Gesicht der Young Boys aussehen wird, steht für Petkovic eines ausser Frage: «Wir haben ein konkurrenzfähiges Kader beisammen und müssen uns nicht verstecken. Aber wir brauchen wieder das perfekte Spiel, um in Stuttgart zu bestehen.» (pmb)

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 16. September 2010, 11:47 
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a-z.ch, 16.09.2010

YB und Christian Gross kreuzen heute Abend die Klingen

Für die Champions League hat es nicht gereicht. Nun spielt YB in der Europa League und trifft in der ersten Partie gegen Stuttgart auf einen Altbekannten: Christian Gross.

Das Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart ist eine Grossbaustelle. Endlich erhalten die Schwaben eine Fussballarena und die Leichtathletikbahn wird bald Geschichte sein. Die halbfertigen neuen Tribünen haben aber derzeit auch so etwas wie Symbolcharakter. Denn auch der Verein für Bewegungsspiele (VfB) Stuttgart präsentiert sich im bisherigen Saisonverlauf als Baustelle.

Nach drei Runden steht das Team von Trainer Christian Gross, der mit einer fulminanten Rückrunde die Erwartungen in Stuttgart ins Unermessliche gesteigert hat, punktelos am Tabellenende. Das ist für das Selbstverständnis der anspruchsvollen Schwaben eine kleinere Katastrophe und im und um den Verein rumort es schon tüchtig.

Nun sollen die Landsleute von Christian Gross für den angeschlagenen Trainer so etwas wie helvetische Aufbauhilfe leisten. «Wir müssen die Wende schaffen, dieses Spiel hat Signalwirkung», sagt Christian Gross dann auch vor der heutigen Partie gegen YB.

Christian Gross steht unter Erfolgsdruck

Ohne Zweifel: Die heutige Partie und das Spiel vom Samstag gegen Borussia Mönchengladbach werden für Gross von kapitaler Bedeutung sein. Markus Babbel, Armin Veh, Giovanni Trapattoni oder auch Matthias Sammer sind prominente Namen, die in Stuttgart schon erleben mussten, wie schnell ein Trainer in Ungnade fällt. In einer der kapitalkräftigsten Metropolen des Landes besteht der Anspruch, permanent um den Meistertitel mitzuspielen. Und in der Champions League dabei zu sein.

Daran wird in den nächsten Wochen auch Christian Gross gemessen. In der vergangenen Rückrunde hat er den VfB zur erfolgreichsten Mannschaft der Liga gemacht. Doch im Sommer kam der Bruch. Leitfiguren wie Torhüter Jens Lehmann und Mittelfeldspieler Sami Khedira haben den Verein verlassen.

Das will der neue Sportchef Fredi Bobic, einst zusammen mit Krassimir Balakov und Giovanne Elber ein Teil des magischen Dreiecks in Stuttgart, nicht als Ursache für die Krise sehen. «Wir hatten schon im letzten Herbst grosse Probleme. Und damals waren Khedira und Lehmann noch mit dabei», sagt er. Nun, auch Christian Gross steckt mit seinem Team nun mittendrin in der schon legendären Stuttgarter Herbstdepression. Ein Ausrutscher gegen einen Schweizer Klub liegt in dieser heiklen Phase nicht drin.

YB spielt für Dudar

Genau einen solchen Coup plant aber YB-Trainer Vladimir Petkovic. Und stellt man auf die Statistik ab, dann stehen seine Chancen gut. Als YB-Coach hat Petkovic in den vier Ernstkämpfen gegen den damaligen Basel-Trainer Gross immer gewonnen. «Wir wollen auch von hier mit Punkten heimfahren», sagt Petkovic dann auch voller Zuversicht.

Er muss auf David Degen und Senad Lulic verzichten. Und natürlich auch auf Emiliano Dudar. «Ich habe immer gesagt, dass wir achtzehn Stammspieler haben. Von daher sind diese Ausfälle kein Problem», sagt Petkovic. Nef, Hochstrasser,
Regazzoni und Schneuwly sind Namen, die für die Startformation zur Debatte stehen.

Auf das Drama um Dudar mag Petkovic nicht mehr eingehen. Christoph Spycher sagt dazu: «Natürlich ist Emiliano bei uns jeden Tag ein Thema. Uns helfen aber die positiven Nachrichten, die es Tag für Tag gibt. Das erleichtert uns vieles. Und hier in Stuttgart spielen wir nicht zuletzt auch für ihn.»

Jedenfalls will YB wie auch in den letzten internationalen Spielen komplexlos auftreten. «Stuttgart ist in der Vorwärtsbewegung stärker als in der Defensive», sagt Petkovic, «und darum wollen wir sie auch im eigenen Stadion unter Druck setzen.» Natürlich, die Berner sind wie zuletzt gegen Fenerbahçe und gegen Tottenham klare Aussenseiter.

«Und irgendwann wird eine individuell so gut besetzte Mannschaft wie Stuttgart auch explodieren», vermutet Petkovic. Das soll aber nicht heute Abend der Fall sein. Heute wollen die Berner noch etwas am Ast sägen, auf dem Landsmann Christian Gross sitzt.

http://www.a-z.ch/news/sport/yb-und-christian-gross-kreuzen-heute-abend-die-klingen-12055809

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 Beitrag Verfasst: Freitag 17. September 2010, 07:14 
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Die Reise nach Stuttgart war schön der Auftritt von YB leider weniger. Wann lernen die Jungs endlich mal gute Standartsituationen auszunützen, die Corner von Moreno sind ja übelest!


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 Beitrag Verfasst: Freitag 17. September 2010, 12:24 
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ich bin immer noch hundemüde und sitze hier büro und zähle die stunden...., nein die minuten. ich will endlich pennen!!!


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 Beitrag Verfasst: Freitag 17. September 2010, 14:19 
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Berner Zeitung, 16.09.2010

Harmloses YB geht in Stuttgart 0:3 unter

Das Duell mit dem Team von Ex-FCB-Trainer Christian Gross geriet zum Auftakt der Europa League nur dank Marco Wöfli nicht zum totalen Debakel.

Vor nur 15'000 Zuschauern, rund 1500 waren aus der Schweiz angereist, setzte sich Stuttgart nach Anlaufschwierigkeiten letztlich problemlos durch. Ob der erste Heimsieg der Saison für den Bundesligisten die von Trainer Christian Gross erhoffte Signalwirkung hat, wird sich in den bevorstehenden Vergleichen mit stärkeren Gegnern als den Young Boys zeigen.

Die Verunsicherung war bei beiden Teams deutlich zu spüren, fehleranfällig wirkten vorallem Aussenverteidiger Alain Nef auf Seiten der Berner und Arthur Boka bei Stuttgart. Beide waren neu in ihre Mannschaften gerückt.

Als Ammar Jemal in der 22. Minute ein Kopfballduell vor dem Strafraum verlor, hielt Nef den enteilten Pawel Pogrebnjak am Arm zurück, der Schiedsrichter entschied nach kurzem Augenkontakt mit dem zusätzlichen Assistenten hinter der Torlinie auf Penalty. Captain Cacau liess sich die Gelegenheit nicht entgehen und erzielte mit etwas Glück das 1:0 - Wölfli ahnte die Ecke und berühte den Ball noch. Nef hatte Glück, dass er für die Verhinderung einer klaren Torchance nicht Rot sah.

Ein Weitschuss als Highlight

Die Führung für den VfB Stuttgart war verdient. Das Schlusslicht der Bundesliga zeigte sich bemüht, dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen. Von der «heftigen Reaktion», wie sie Manager Fredi Bobic gefordert hatte, konnte jedoch nicht die Rede sein. Die hohe Fehlpassquote und viele Missverständnisse zwangen das Team von Christian Gross bei der Rückeroberung der verlorenen Bälle zu viel Extraarbeit.

Die Young Boys waren praktisch ausschliesslich bei Standards oder mit Schüssen aus grosser Distanz gefährlich. Bezeichnend aus Berner Sicht war, dass ein Weitschuss von Nef den Stuttgarter Keeper Sven Ulreich in der 67. Minute zur einzigen Parade der Partie zwang. Henri Bienvenu war als einziger Stürmer völlig auf sich allein gestellt, der Kameruner erhielt kaum brauchbare Bälle.

Gentner erstickt die Hoffnung

Den Funken Hoffnung auf den angestrebten Punktgewinn raubte den Young Boys der zweite Stuttgarter Treffer in der 59. Minute. Cacau, der sich im Vergleich zu den ersten Auftritten in der Bundesliga stark verbessert zeigte, konnte von Jemal selbst per Foul nicht gestoppt werden und spielte uneigennützig den Querpass zu Christian Gentner. Der bislang harsch kritisierte Mittelfeldspieler traf erstmals seit seiner Rückkehr aus Wolfsburg. Den Schlusspunkt setzte der starke Innenverteidiger Serdar Tasci in der 91. Minute nach einem Corner mit dem 0:3.

Wölfli mit grossartigen Paraden

YB-Goalie Marco Wölfli bewahrte sein Team abermals vor einer noch höheren Niederlage. Wie schon beim 0:4 in London gegen Tottenham war der Internationale der beste Berner. Seine Interventionen gegen den eingewechselten Martin Harnik (70./86.) und Mauro Camoranesi (76.) bewahrten YB vor einem weiteren Auswärts-Debakel im Europacup.

Der erste Sieg einer Schweizer Mannschaft gegen Stuttgart im siebten Anlauf war zu keinem Zeitpunkt der Partie realistisch. Und YB-Trainer Petkovic musste das Ende seiner bemerkenswerten Serie hinnehmen. 2008/09 hatten Petkovics Berner alle vier Saisonduelle gegen Basel und dessen damaligen Trainer Christian Gross gewonnen.

Stuttgart - Young Boys 3:0 (1:0)

Mercedes-Benz-Arena. - 15'000 Zuschauer. - SR Banti (It). - Tore: 23. Cacau (Foulpenalty) 1:0. 59. Gentner 2:0. 91. Tasci 3:0.

Stuttgart: Ulreich; Träsch, Niedermeier, Tasci, Boka; Camoranesi (80. Marica), Kuzmanovic, Gentner, Didavi (84. Molinaro); Pogrebnjak, Cacau (69. Harnik).

Young Boys: Wölfli; Nef, Affolter, Jemal, Spycher; Sutter (62. Regazzoni), Hochstrasser (62. Mayuka), Thierry Doubaï, Marco Schneuwly (74. Christian Schneuwly); Costanzo; Bienvenu.

Bemerkungen: Stuttgart ohne Audel, Elson (beide verletzt), Philipp Degen (krank) und Gebhart (gesperrt), Young Boys ohne Dudar, Lingani (beide verletzt), David Degen und Lulic (beide gesperrt). 53. Tor von Cacau aberkannt (Offside). Verwarnungen: 22. Nef. 39. Marco Schneuwly. 40. Spycher. 55. Pogrebnjak (alle wegen Fouls), 87. Marica (Unsportlichkeit), 87. Jemal (Unsportlichkeit).

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Harmloses-YB-geht-in-Stuttgart-03-unter/story/27787648

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