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 Beitrag Verfasst: Dienstag 24. August 2010, 22:51 
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Blick, 24.08.2010

Fliegt YB hier in die Champions League?

LONDON - Der Countdown zur Mission Champions League läuft. YB ist in London-Stansted gelandet. Ein kleines touristisches Zwischenspiel sorgt für Wirbel!

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Der Adrenalinpegel steigt allmählich. Nach einem problemlosen Flug mit der Bombardier Q400 der Skywork Airlines sind die Gelbschwarzen – ohne den verletzten Abwehrchef Emiliano Dudar – in London angekommen. Ganz vorne sitzt ein Neuer. Denjenigen Platz, den auf dem Weg zum fantastischen Triumph in Istanbul bei Fenerbahce noch Stefan Niedermaier eingenommen hat, besetzt nun Ilja Kaenzig.

Auch beim neuen Big Boss ist die Vorfreude gewaltig. Auch wenn es um sehr, sehr viel Geld geht. Um 25 Millionen Franken, ein Vielfaches des YB-Budgets: «Ich denke das belastet die Spieler nicht. Die Champions League verlangt niemand von YB. Wir haben nichts zu verlieren. Das hatten wir in Istanbul. Doch jetzt sind wir sicher in der Gruppenphase der Europa League. Also dürfen sich die Spieler nur freuen, an der berühmten White Hart Lane auflaufen zu können.»

Oldie Spycher redet mit den Jungen

Im Top-Class-Hotel «The Landmark» fehlts den Jungs jedenfalls an nichts. kein Wunder, schaut man sich mal die Preise an: Die One Bedroom Suite ist offiziell für schlappe 1600 Pfund zu haben. Das sind umgerechnet 2500 Franken. Und das ist nicht etwa der Preis für eine Woche oder so…

Alles ist also bereit für den grössten Berner Fussballerfolg aller Zeiten. Fehlen nur noch die Taten der Spieler. Routinier Christoph Spycher und das Gegenmittel gegen Nervosität, vor allem bei den echten Young (jungen) Boys: «Ich habe mit den jüngeren Spielern viel gesprochen. Das wichtigste ist, dass sie die Ruhe bewahren. Sie sollen sich freuen und ohne Angst in den Match steigen. Wir gehen mit Selbstvertrauen ins Spiel und wollen unsere Chance nützen.»

Tja, und dann mussten wir unser Gespräch beenden. Der Flug wurde zum Boarding aufgerufen. Und in London gab es keine Möglichkeit der Wiederaufnahme. Denn die YB-Spieler mussten bloss rund sieben Schritte vom Flieger bis zum Car gehen, der auf dem Rollfeld bereitstand. Unnötig Energie wird auf diesem Trip also keinesfalls verschwendet.

Mit einer Ausnahme: Eine geschlagene Stunde mussten die entnervten Journalisten auf die YB-Delegation warten. Derweil das Team längst an der White Hart Lane war, verfuhr sich der Fahrer hoffnungslos, der Petkovic, Degen und Sutter an die Medienkonferenz hätte fahren sollen. Keine Strassenkarte, keine Ahnung wie ein GPS zu bedienen ist. Und das in der Weltstadt London... Degen: «Sowas habe ich noch nie erlebt! Ich habe nun ein paar Häuschen, ein paar Autos und ein paar Menschen in London kennengelernt. Alle fünf Minuten sagte der Typ, das Stadion sei noch fünf Minuten entfernt. Am Schluss mussten wir ein Taxi und den Bus nehmen. Eindreiviertel Stunden waren wir unterwegs..» Ganz cool nahms Kaenzig: «Solche DInge sind immer gute Omen.» Nur Petkovic sagte nicht viel. Dem Perfektionisten behagte es sichtlich keinesfalls, dass sein Team warten musste: «Den touristischen Teil unseres Trips haben wir nun hinter uns. Nun folgt der professionelle.»

http://www.blick.ch/sport/fussball/championsleague/reisebericht-153962

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 24. August 2010, 22:53 
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Blick, 24.08.2010

Jermain Defoe: «YB hat uns nicht überrascht»

LONDON - Im Hinspiel hatte er keinen Stich. Am Mittwoch soll das anders sein. Denn Nationalspieler Jermain Defoe hat keinen Bock auf Soaps am Dienstag.

Jermain Defoe, nach der Aufholjagd vom 0:3 zum 2:3 im Stade de Suisse darf man die Spurs getrost als Favoriten bezeichnen?

Jermain Defoe: Nicht unbedingt. Ich will meinen Mitspielern nicht unnötigen Druck auferlegen.

Aber sie spielen an der White Hart Lane.

Klar. Aber das heisst vor allem: Die Stimmung wird fantastisch sein. Das ist sicher ein Plus.

Was würde die Qualifikation für die Champions League für Sie bedeuten?

Sehr viel! Ich habe keinen Bock darauf, mir am Dienstag die Soap «Eastenders» anzuschauen.

Wie schätzen Sie die Wichtigkeit des Spieles in ihrer Karriere ein?

Es ist eine absolut überragende Partie! Weil es das erste Mal wäre, dass die Champions-League-Hymne an der White Hart Lane gespielt würde.

Mit einer Woche Abstand: Worauf führen Sie den desaströsen Start in Bern zurück? Auf den Kunstrasen?

Nein, das darf keine Entschuldigung sein, auch wenn er gewiss eine Rolle gespielt hat. Aber wir haben ja darauf trainiert. Credit für YB: Die haben ein starkes Spiel gemacht.

Vor der Auslosung haben hier in London alle gesagt, mit YB hätten die Spurs das grosse, weil schwächste Los gezogen. Hat Sie YB überrascht?

Überhaupt nicht. Wir haben die Berner auf Video gesehen. Da ist viel Energie im Spiel. Die haben gute Spieler,

Was würde ein Scheitern für Sie bedeuten?

Es wäre eine gigantische Enttäuschung. Aber daran denke ich nicht. Wir haben sehr gute Spieler und packen das.

http://www.blick.ch/sport/fussball/championsleague/jermain-defoe-153958

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 24. August 2010, 22:55 
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Blick, 24.08.2010

Scott Sutter: «Wir wollen unsere Chance packen»

LONDON - Tottenham-Fan Scott Sutter (24) hofft, dass die Engländer YB noch einmal unterschätzen.

Scott Sutter, Sie sind wenige Kilometer vom Tottenham-Stadion aufgewachsen: Was ist es für ein Gefühl, jetzt hier zu spielen?

Sutter: Das ist ein sehr spezieller Moment für mich. Seit zwei Wochen freue ich mich auf dieses Spiel und darauf, endlich mal als Spieler und nicht als Fan ins Tottenham-Stadion zu gehen.

Können Sie sich an die Zeit erinnern, als Sie als Bub im Stadion waren?

Ja, klar. Wir sind mit meinem Dad zu den Spielen gegangen. Wir hatten eine Saisonkarte und sassen genau hinter dem Tor. Einmal konnte ich mich auf den Rasen schleichen und ein Stück Gras mitbringen. Das habe ich dann drei Wochen bei mir zuhause aufbewahrt, bis es ganz verdorrt war.

Tottenham hat YB im Hinspiel offensichtlich unterschätzt: Glauben Sie, dass dies noch einmal passieren wird?

Wir sind immer noch die klaren Aussenseiter, trotz des 3:2-Hinspielsieges. Tottenham ist zuhause sehr stark. Trotzdem glaube ich, dass wir eine Chance haben. Der Unterschied zwischen den grossen Teams und den Schweizer Spitzenteams ist in den letzten Jahren deutlich kleiner geworden.

Es heisst, in einem K.o-Wettbewerb habe man nur eine Chance: Hat YB diese Chance im Hinspiel vergeben, weil man nach dem 3:0 noch zwei Tore kassiert hat?

Nein. Ich bin überzeugt, dass wir auch heute zu unseren Chancen kommen werden. Diese müssen wir packen. Wir müssen einen guten Start erwischen, dürfen die ersten 20 Minuten kein Tor kassieren. Für Tottenham steht sehr, sehr viel auf dem Spiel. Wir dagegen haben eigentlich nichts zu verlieren.

http://www.blick.ch/sport/fussball/championsleague/scott-sutter-wir-wollen-unsere-chance-packen-153971

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 24. August 2010, 22:59 
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20min.ch, 24.08.2010

YB ist Favorit, aber nur weil...

Die Young Boys werden in London als Gegner nicht richtig ernst genommen. Wenn das nur nicht in die Hose geht.

Eine Szene, die sich am Rande der Pressekonferenz der Tottenham Hotspurs zugetragen hat:

Englischer Journalist: «Gewann YB die Meisterschaft?»
Schweizer Journalist: «Nein, YB wurde hinter Basel zweiter.»
Englischer Journliast: «Dann hat sich Basel also qualifiziert?»
Schweizer Journalist: «Nein, Basel muss sich heute noch qualifizieren.»

Als dann aber Harry Redknapp Red und Antwort steht, stellt sich heraus, dass der besagte Journalist im feinen Zwirn sehr wohl eine Ahnung hat – sein Wissen beschränkt sich einfach auf die einheimische Mannschaft. Schlussfolgerung: Englands Journalisten wissen gerade mal, dass die Berner einen lustigen Namen haben, sonst halten sich die Kenntnisse in Grenzen.

Fussball in einer anderen Dimension

Dementsprechend auch die Fragen an Tottenhams Trainer: «Was ist mit dem Luis-Fabiano-Deal? Gab es intern Probleme, wegen dem Wechsel von Gallas? Kann Modric spielen? Welche Bedeutung hat das Spiel von morgen?» Für Sie deshalb das Wichtigste in Kürze: Modric wird nicht spielen, YB sei Favorit – aber nur, wegen des Auswärtssieges, er, der Trainer, denke nicht ans Geld, sondern nur an die sportliche Herausforderung.

Andere werden ans Geld denken. Im Wagenpark von Tottenham reihen sich die Bentleys aneinander. Mittelfeldspieler Jermaine Jenas hat seinen weissen Aston Martin gleich hinter der Schranke parkiert. Legendär auch die Traningsplätze. Englischer Rasen, der seinem Namen alle Ehre macht. Fussball in England findet in einer anderen Dimension statt.

Eigentlich nichts als logisch, dass der Gegner aus der kleinen Schweiz in so viel Pomp unter geht. Und genau darin besteht die Chance von YB.

http://www.20min.ch/sport/fussball/story/YB-ist-Favorit--aber-nur-weil-----21709577

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 24. August 2010, 23:03 
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2omin.ch, 24.08.2010

Berner hoffen auf ein "Erdbeben"

YB glaubt an den grössten Erfolg der neueren Klubgeschichte: Nach dem 3:2-Sieg in Bern reicht am Mittwoch in London gegen Tottenham ein Remis, um in die Champions League einzuziehen.

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Der Exploit gegen die Spurs im Hinspiel hat die Hoffnung auf den grossen Coup am Leben erhalten. «Ich hoffe auf ein Fussballfest», sagt Ilja Kaenzig. Der neue YB-Boss könnte zwei Wochen nach seiner Einsetzung den grössten YB-Erfolg der Neuzeit erleben. «Sollte YB Tottenham ausschalten, wäre das ein Erdbeben im internationalen Fussball.» YB würde in Asien und überall auf der Welt registriert. «Aber schon jetzt hat sich YB Respekt verschafft.»

Kaenzig bezeichnet den Coup als «nicht unmöglich. Auf jeden Fall steht kein Spieler unter Druck. YB hat nichts zu verlieren, nur zu gewinnen. Zittern muss einzig Tottenham.» Denn bei einem Scheitern nimmt der Vizemeister automatisch an der Europa League teil.

Ziehen die Berner aber in die Königsklasse ein – wo Einnahmen von rund 25 Millionen Franken warten – hat Kaenzig die Aufgabe, die Prämien für die Spieler zu regeln. «Wir würden einen angemessenen Betrag zahlen», verrät der Boss, ohne genaue Zahlen zu nennen. Allerdings dürften die Engländer die Schweizer im Rückspiel nicht mehr unterschätzen.

«Das wird ein schwieriges Spiel. Tottenham spielt zuhause einen anderen Fussball», weiss Vladimir Petkovic. Der YB-Trainer weicht deshalb aber nicht von seinem Ziel ab: «Wir wollen weiterkommen.» Ihm fehlt heute wieder Emiliano Dudar (Sprunggelenk). Der Abwehrchef ist gar nicht erst nach London mitgereist. Deshalb dürfte Petkovic Routinier Christoph Spycher (32) erneut in die Verteidigung zurückbeordern und so mit der gleichen Mannschaft wie im Hinspiel beginnen.

http://www.20min.ch/sport/fussball/story/31641237

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 24. August 2010, 23:07 
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er ist angebrochen, der 25. august 2010. der tag an dem yb geschichte schreiben wird!

:ybfahne2: :hoppyb: :ybfahne1:


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. August 2010, 08:39 
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uefa.com, 25.08.2010

Young Boys wollen White Hart Lane stürmen

Die Young Boys gehen mit einer 3:2-Führung in das Rückspiel gegen die Tottenham Hotspurs und Trainer Vladimir Petković glaubt an eine weitere Überraschung seines Teams.

Harry Redknapp ist der festen Überzeugung, dass Tottenham Hotspur FC seine zweite Chance gegen BSC Young Boys nutzen wird, wenn am Mittwochabend an der White Hart Lane das Play-off-Rückspiel um die Gruppenphase der UEFA Champions League ansteht.

Die Spurs wurden vor einer Woche in Bern kalt erwischt und lagen schnell 0:3 hinten, ehe ihnen noch zwei Tore gelangen, die die Ausgangssituation schlagartig verbessert haben. Redknapp glaubt, dass die Treffer durch Sébastien Bassong und Roman Pavlyuchenko Gold wert waren.

"Es wird ein schwieriges Spiel, aber unsere zwei Tore haben uns eine gute Chance eröffnet", sagte Tottenhams Trainer, der auf den verletzten Luka Modrić verzichten muss. "Nach dem 3:0 war alles aus, sie waren in den ersten 30 Minuten unglaublich gut, es drohte sogar das 4:0, 5:0 oder 6:0. Unser Glück war das Tor vor der Pause – das hat uns großen Auftrieb gegeben. In der zweiten Hälfte hatten wir das Spiel unter Kontrolle. Aber ihre Konter sind gefährlich – sie haben schließlich auch bei Fenerbahçe 1:0 gewonnen, das ist ein gefährlicher Gegner."

Vladimir Petković erwartet einen Sturmlauf der Londoner, doch der Trainer der Young Boys glaubt fest daran, die Spurs wie schon in Bern überraschen zu können. "Wir wissen, was auf uns zukommt", sagte der 47-Jährige, der auf die verletzten Emiliano Dudar und Hassan Lingani verzichten muss. "Die Spurs werden sicher von Beginn weg Vollgas geben, versuchen früh das 1:0 zu erzielen. Aber - wir werden uns wehren und versuchen, selber nach vorne zu spielen. Dass wir das können, hat man vor einer Woche gesehen. Es wäre schlecht, wenn wir das Resultat nur verteidigen wollten."

http://de.uefa.com/uefachampionsleague/matches/season=2011/round=2000117/match=2002400/prematch/preview/

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. August 2010, 08:41 
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20min.ch, 24.08.2010

YB-Quartett kurvt in London herum

Der Transfer von YB-Trainer Petkovic und zwei Spielern ins Stadion wurde zur Odyssee. In den Hauptrollen: ein ortsunkundiger Chauffeur und Scott Sutter.

Es hätte eine kurze Fahrt vom Hotel in die White Hart Lane, das Stadium der Tottenham Hotspur, werde sollen. Doch es kam ganz anders. Beginnen wir von vorne: YB-Trainer Vladimir Petkovic, die Spieler David Degen und Scott Sutter sowie der Medienchef Albert Staudenmann wurden im Hotel abgeholt, um zur offiziellen Medienkonferenz gefahren zu werden.

Diese begann dann nach einer zweistündigen Irrfahrt mit einer Stunde Verspätung. Der Chauffeur der Limousine fand die White Hart Lane nicht.

Sutter, der in London aufgewachsen ist, hatte als Erster bemerkt, dass es sich statt um einen Transfer um eine Irrfahrt handelt. «Der Chauffeur behauptete aber stets, dass wir gleich da seien», so Staudenmann. Schliesslich verliessen die vier das Auto, fuhren im Linienbus zum nächsten Taxistand und waren danach fünf Minuten später im Stadion.

Das YB-Quartett nahm die Irrfahrt mit Humor. «Nachdem wir den touristischen Teil nun gehabt haben, können wir uns auf den professionellen Teil konzentrieren», scherzte Petkovic.

http://www.20min.ch/sport/fussball/story/YB-Quartett-kurvt-in-London-herum-19814300

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. August 2010, 08:51 
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NZZ, 25.08.2010

Gallas, Woodgate, Fabiano, YB

Die Tottenham Hotspurs sind sich ihrer Sache vor dem Rückspiel im Champions-League-Play-off gegen YB sicher.

Im Nordosten der grossen Stadt ist von der Welt zu sehen, auf die der BSC Young Boys prallt. Beim Trainingsgelände stehen die Edelkarossen des Fussball spielenden Personals des Tottenham Hotspur FC in Reih und Glied auf dem Parkplatz.

Ein Angestellter fährt die Autos um die Ecke zur Waschstrasse, stellt sie alsbald blitzsauber auf den Parkplatz zurück, nicht ohne auf dem Weg zum nächsten Luxusgefährt mit dem Lappen Wassertropfen wegzuwischen. Der Rasen auf dem erhöhten Gelände ist ein perfekter Teppich, als hätte ein englischer Gärtner jeden Grashalm einzeln geschnitten, wie das im Klischee-Buch nachzulesen ist. Aber aufgepasst: Bald zügeln die Tottenham Hotspurs anderswohin, weil die Anlage den Ansprüchen nicht mehr genügt.

YB ist nur am Rand Thema

Am Tag vor dem Rückspiel im Play-off zur Champions League gegen YB ist Medienkonferenz. Im viel zu engen Raum sind 14 Fernsehkameras in Stellung gebracht worden. Der Spieler Jermain Defoe und vor allem der Trainer Harry Redknapp beantworten Fragen. Sie reden etwa über den neu verpflichteten früheren Chelsea- und Arsenal-Spieler William Gallas, der im dritten Londoner Verein womöglich nur schwer akzeptiert werden könnte. Sie bedauern das Fernbleiben des verletzten Spielers Jonathan Woodgate, der sogar in den USA und Australien Spezialisten aufgesucht habe. Sie beklagen die Verletzung des Kroaten Luka Modric.

Später stellt Redknapp in Abrede, dass sich der Klub um Luis Fabiano bemühe. Den brasilianischen Stürmer kann sich selbst Marseille nicht leisten. Er wird zwischen 20 und 30 Millionen Franken gehandelt. Solche Dinge sind an der Tottenham-Medienkonferenz zu hören. Irgendwann gibt ein Schweizer Journalist dem Erstaunen Ausdruck, dass hier viel, aber nicht der Schweizer Widersacher verhandelt werde. Man müsse ihn danach fragen, entgegnet Redknapp freundlich, bevor er beginnt, YB in den Himmel zu rühmen. Das soll man vor solchen Vergleichen tun, sagt das Lehrbuch.

Publikum und Stadion

Die Standortbestimmung der Young Boys in London ist eine der interessanteren der letzten Jahre. Sie legten im Hinspiel in Bern (3:2) nach 28 Minuten nicht weniger als 3 Tore vor, wurden dabei wahrscheinlich von sich selber überrascht, was in die psychologisch diffizile Übung mündete, wie man sich in einem solchen Fall zu verhalten hat. Denn erwartet war vieles worden, aber das bestimmt nicht.

Dass der Match noch 3:2 und nicht 4:1 endete, lässt die Vorteile auf die Seite Tottenhams kippen. Denkt man zumindest, wenn man den Ankündigungen der Engländer einen Tag vor dem Rückspiel zuhört. Sie sprechen von ihrem Publikum und ihrem Stadion an der White Hart Lane, als würden Letztere und nicht die Spieler den Gast aus der Schweiz überrollen und die vielen, vielen Millionen einheimsen.

Die Young Boys hinterlassen nicht den Eindruck, als wollten sie sich an die Wand drücken lassen. Auch nach dem 2:2 im ersten Match in der Qualifikation gegen Fenerbahce war ihnen für Istanbul einiges prophezeit worden – mit dem Resultat, dass sie sich auswärts 1:0 durchsetzten. Der YB-Trainer Vladimir Petkovic kündigte schon nach dem Heimspiel gegen Tottenham an, dass YB in London gewinnen könne – und dies mit entsprechender Taktik anstrebe.

Den Kopf will niemand einziehen. Auch das gehört nicht zum Programm. Der in London geborene Scott Sutter spricht davon, dass YB in der Lage sei, abermals ein Tor zu schiessen. Oder sogar deren zwei. Die Berner wollen sich Respekt verschaffen. Das Kürzel YB ist zwar in der Schweiz, nicht aber im europäischen Fussball angekommen. Dafür müssten die Berner dem ersten Coup einen zweiten folgen lassen.

http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/gallas_woodgate_fabiano_yb_1.7322003.html

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. August 2010, 08:54 
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Berner Zeitung, 25.08.2010

Alles-oder-viel-Spiel in London

YB kann heute in London viel gewinnen. Nach dem 3:2-Sieg in Bern gegen Tottenham ist der Verein eine überragende Leistung von der Champions League entfernt. Es ist eine Partie der Superlative für YB (20.45 Uhr, Liveticker auf bernerzeitung.ch und SF2 live).

Die Young Boys wollen heute Abend an der White Hart Lane in den fussballerischen Sternenhimmel aufsteigen. Die Reise von Bern nach London verlief am Dienstagmorgen problemlos, und die 41-köpfige YB-Delegation logiert in der englischen Metropole im wunderbaren «Landmark», einer weltweit anerkannten Nobelherberge. Hier feierte das deutsche Nationalteam 1996 den EM-Titel, hier stiegen schon Brasilien, die Schweiz oder Argentinien ab – und es ist auch die Unterkunft der Branchengrössen Manchester United, Milan oder Real Madrid, wenn sie sich auf Dienstreise in London befinden.

1100 YB-Fans im Stadion

90 Minuten, vielleicht 120, trennen die Young Boys vom Rendezvous mit der Upperclass des Weltfussballs. Oder anders ausgedrückt: Eine überragende Leistung bei Tottenham entfernt sind die Berner von Manchester United, Milan oder Real Madrid. In der prächtigen Lobby des «Landmark» steht am Dienstagnachmittag auch Marcel Wirth, seit 1.Juli YB-Fan-Veranwortlicher. Rund 950 Berner Anhänger werden laut Wirth heute Abend im Gästeblock der White Hart Lane stehen, dazu kommen ungefähr 150 YB-Supporter auf der Haupttribüne. Zusammen ergibt das 1100 Fans – und damit die grösste Anhängerschar, welche die Young Boys je ins Ausland begleitet hat.

Es ist heute in jeder Beziehung ein Spiel der Superlative. «Für solche Partien wie bei Tottenham haben wir lange hart gearbeitet», sagte der frühere YB-Chef Stefan Niedermaier nach der Auslosung Anfang August. «Für solche Begegnungen arbeiten man im Fussball», sagt der neue YB-Chef Ilja Kaenzig am Dienstag. YB steht am Mittwochabend weltweit am TV im Fokus, mit einer lange Zeit fantastischen Vorstellung im Hinspiel im Stade de Suisse haben sich der Berner Fussballverein und seine Spieler viel Respekt erworben. Aber nicht nur Ilja Kaenzig glaubt, dass Tottenham die Young Boys immer noch nicht als Bedrohung erachtet. «Die unterschätzen uns nach wie vor schwer», sagt Kaenzig. «Und das müssen wir unbedingt ausnutzen.» Das späte 2:3-Anschlusstor in Bern hat die Tottenham-Starspieler scheinbar beruhigt. Aber es ist ein ganz schmaler Grat zwischen Selbstsicherheit und Überheblichkeit.

Rund 50'000 Franken Prämie

Und so ist es heute ein Alles-oder-viel-Spiel für YB: Champions oder Europa League – 25 bis 30 Millionen Franken Einnahmen oder 7 bis 8. Vielleicht firmiert YB um 22.35 Uhr Schweizer Zeit als eines der 32 besten Teams Europas. «Die Teilnahme an der Champions League wäre in Sachen Finanzen, Prestige und Rummel eine viel grössere Hausnummer», sagt Kaenzig. Er wird heute keine Rede mehr ans Team richten. «Da brauchts keine besondere Motivation. Wer in solch grossartigen Partien nicht motiviert ist, dem kann ich auch nicht helfen.» Zumal die Akteure der Young Boys beim Sprung in die Königsliga je nach Einsatzzeit in der Qualifikation eine Prämie von bis zu 50000 Franken verdienen können.

In London will YB ein besonderes, spektakuläres Kapitel der Vereinsgeschichte schreiben. Die Verwaltungsräte Andy und Hans-Ueli Rihs sowie Benno Oertig, Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät und Gemeinderätin sowie YB-Beirat-Mitglied Barbara Hayoz fliegen heute im Privatjet ein. An Unterstützung fehlt es den Young Boys nicht. Und auch Stefan Niedermaier, der unsanft entmachtete, langjährige Dirigent im Stade de Suisse, dürfte sich zu Hause über einen YB-Triumph freuen. Selbst wenn er an der rauschenden Feier in London, vielleicht im Ballsaal des «Landmark», nicht dabei wäre.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/AllesodervielSpiel-in-London/story/16595261

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