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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. August 2010, 08:28 
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Berner Zeitung, 11.08.2010

Sehr viel Unruhe

Bei YB ist man damit beschäftigt, unzufriedene Mitglieder zu beruhigen. Und auch Ilja Kaenzig ist ziemlich beschäftigt.

Am Dienstag legte sich die Unruhe rund um YB nicht. Die Entmachtung Stefan Niedermaiers beschäftigt anscheinend ganz Bern (und noch viel mehr), und einige Angestellte des Vereins sind damit beschäftigt, Partner, Sponsoren und Saisonkartenbesitzer zu beruhigen. Ebenfalls ziemlich im Stress ist Ilja Kaenzig, der Nachfolger Niedermaiers. Er wirkt im Gespräch souverän und nimmt sich Zeit für die Anliegen aller Anspruchsgruppen. So hat Kaenzig gestern Nachmittag sofort reagiert, als die YB-Fanklubs ihren Ärger in einem Schreiben deponierten. «Ich hatte damit gerechnet, dass nicht alle einverstanden sind», sagt Kaenzig, «denn Stefan Niedermaier hat einen guten Job gemacht. Und es spricht ja für den Verein und sein Umfeld, wenn derart viele Emotionen vorhanden sind.»

Kommt ein Verteidiger?

Wie bereits gestern wird «Blick»-Sportchef Ilja Kaenzig auch heute in Zürich bei seinem Noch-Arbeitgeber gewisse Dinge regeln, dabei aber ständig mit seinem Engagement bei YB konfrontiert. «Es ist zu früh, um konkret zu sagen, was wir alles verändern möchten», sagt Kaenzig. Er werde alles in Ruhe analysieren. Und das gestern im «Blick» vermeldete Gerücht, das Stade de Suisse werde überdacht, stamme nicht von ihm. «Ich möchte vor allem im sportlichen Bereich aktiv werden und mit YB Erfolg haben», sagt Kaenzig. Der 37-Jährige legt Wert darauf, er habe die Kostenseite als Geschäftsführer beim Bundesligisten Hannover im Griff gehabt, auch wenn es andere Aussagen gebe.

Am Donnerstag, wenn die YB-Nationalspieler wieder in Bern sind, wird sich Kaenzig dem Team vorstellen, zwei Tage später wird er vor dem Heimspiel gegen Xamax seine Ideen dem YB-Beirat vorstellen, und schon am nächsten Dienstag geht es ja im Hinspiel der Champions-League-Playoffs gegen Tottenham. «Ich hoffe, dass sich die Mannschaft in Ruhe auf dieses Spiel vorbereiten kann», sagt Kaenzig, der sich auf dem internationalen Fussballmarkt gut auskennt. Ob allenfalls noch im August ein Akteur verpflichtet wird, sei offen. «Wir werden jetzt die nächsten Spiele abwarten», sagt Kaenzig. «Und ich finde, YB ist in den letzten Jahren oft gut damit gefahren, Fussballer im Winter zu holen.» Auch der neue YB-Chef aber hat festgestellt, dass die Defensivabteilung für die strapaziösen Monate bis Ende Jahr möglicherweise eine weitere Arbeitskraft benötigt: «Wir haben noch ein bisschen Zeit, um allenfalls zu reagieren.»

Facebook-Gruppe

Kaenzigs Vorgänger Stefan Niedermaier übrigens wollte sich auch gestern nicht äussern, ist aber offenbar sehr gerührt über die unzähligen, sehr positiven Reaktionen für seine Arbeit, die er nach der Absetzung erhalten hat. Auf Facebook wurde sogar eine Gruppe mit dem Namen «Merci Stefan (Niedermaier)» gegründet, die nach kurzer Zeit über 200 Mitglieder hatte.

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. August 2010, 09:43 
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Benno Oertig keine Antworten erhältlich: Beleidigt durch die Berichterstattung dieser Zeitung nach Niedermaiers Entmachtung, hängte er den Hörer grusslos auf.

jetzt ist er plötzlich bleidigt und kann nicht verstehen warum man ihn nicht endlos feiert!


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. August 2010, 10:33 
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es ist noch interessant zu sehen, dass sich pratkisch die gesamte schweizer presse auch heute mit dem machtwechsel in bern auseinandersetzt, jedoch der blick schweigt zu diesem thema. seltsam nicht. :eyebrow:


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. August 2010, 11:56 
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:thumbup:


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. August 2010, 16:13 
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chato hat geschrieben:
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:thumbup:


Quelle??? Isch ja ganz geil^^


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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 12. August 2010, 14:44 
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Beiträge: 1
Grüße aus dem schönen Hannover nach Bern!!!

Mittlerweile hat sich auch bei uns rumgesprochen, dass Kaenzig wieder im Geschäft ist. Ich freue mich für ihn. Aber woher kommt bei Euch dieser Hass?

Die Meinungen sind zu ihm zwar gespalten, aber das hängt vor allem mit der nach wie vor beleidigten und eher kleinen Lienen-Fraktion zusammen (der zuletzt übrigens bei Piräus nach nicht einmal vier Wochen vom Hof gejagt wurde)... Im Vergleich zu seinen Nachfolgern hat Kaenzig in Hannover wirklich gute Arbeit geleistet. Die Transfers waren in Ordnung, sportlich stand man im Mittelfeld der Bundesliga und wirtschaftlich gab es auch keine Sorgen.

Mal ein paar andere Aussagen zu ihm, wie hier in einem Stadionwelt-Interview mit einem Vertreter unseres Fan-Dachverbandes "Rote Kurve".
Stadionwelt: Christian Hochstätter ist an die Stelle von Manager Ilja Kaenzig getreten. Wie wurde das in der Szene aufgenommen?
Bauer: Die Reaktionen in der Szene sind in doppelter Hinsicht schlecht, denn Ilja Kaenzig war an Szenenähe kaum zu übertreffen und glänzte oft mit erstaunlichem Wissen, so dass seine Demission mit Missfallen zur Kenntnis genommen wurde.

Und zum Thema „Event“ und „Versitzplatzung“ etc sagt diese Aussage einiges aus:
Das Publikum bei der WM ist ausgelassen, ganz anders als während der Punktspiele. Hätten Sie gern solche Zuschauer?
Kaenzig: Es ist genau das Richtige für eine derartige Veranstaltung, um Länderwettkämpfe zu begleiten. Sonst wäre es nie und nimmer so friedlich zugegangen. Aber es ist nicht das Publikum, das man sich als Verein wünscht. Es passt nicht zur Ernsthaftigkeit der Bundesliga.

Also: Gebt ihm eine Chance. Ich bin sicher, er wird sie nutzen...


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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 12. August 2010, 15:52 
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Danke für deine Beruhigung.

Vorerst... wenn eine der wichtigsten Personen den Verein verlassen muss und keine Fakten dazu bekannt gegeben werden, ist es wohl nichts als verständlich, dass das Fragen aufwirft.
Dann...
Ich denke, es ist nicht falsch einem neuen VR-Delegierten (der im Übrigen mehr macht bekommen soll, als Niedermaier sie je hatte) kritisch gegenüber zu stehen. Klar zuerst waren auch alle sehr kritisch mit Niedermaier und schliesslich wurde er dann von den Fans aktzeptiert.
Bei Kaenzig gibt es wie schon viel besprochen positive und negative Aspekte, wobei den Fans hier die negativen Punkte verständlicherweise Angst machen. Zum Beispiel seine Einstellung zum Fussball... ob Leidenschaft für ihn auch dazugehört oder obs da nicht nur ums Geld geht?
Dann sein Versuch sich mit YB zu identifizieren war bis jetzt auch nicht gerade von Erfolg. Nur dass irgend ein Verwandter mal von Walliswil kam und er dort vielleicht ein paar Jahre aufwuchs, sagt noch lange nichts aus. Seine Kommentare bei BLICK über YB, Petkovic, die Fussballfans u.s.w. schaffen auch nicht gerade Pluspunkte. Vielleicht war es nur wegen den Leserzahlen, aber eben... man weiss es halt nicht...


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 Beitrag Verfasst: Freitag 13. August 2010, 08:45 
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Der Bund, 13.08.2010

«Es ist wie in einer Waschmaschine»

Ilja Kaenzig, der neue Delegierte des Verwaltungsrats, spricht im Interiview mit dem «Bund» über seine ersten Arbeitstage beim BSC Young Boys.

Am Montag wurde mit Getöse CEO Stefan Niedermaier abgesetzt und Ilja Kaenzig durch die YB-Investoren als neuer VR-Delegierter vorgestellt. Gestern Donnerstag sprach der neue YB-Chef im Stade de Suisse erstmals zur Mannschaft. «Es waren nur wenige Worte», sagte der 37-jährige Kaenzig. «Die Mannschaft steht vor wichtigen Aufgaben, das hat absolute Priorität, und ich wollte den Spielern nicht mit meinen Vorstellungen über die Zukunft den Kopf vollreden. Die nächsten Spiele stehen im Vordergrund und sonst nichts.»

Er warte ruhigere Zeiten ab, da werde sich Gelegenheit ergeben, um sich «vernünftig kennen zu lernen». Zurzeit pendelt Kaenzig zwischen Zürich und Bern, in Zukunft wird er aber in der Bundeshauptstadt wohnen. Bei seinem bisherigen Arbeitgeber «Blick», wo Rolf Cavalli interimistisch seine Nachfolge als Sportchef der «Blick»-Gruppe übernehmen wird, habe er noch Dinge zu erledigen. Noch zum Saisonstart am 17. Juli habe er keine Ahnung gehabt, dass er rund drei Wochen später bei YB einen neuen Job haben werde, behauptet Kaenzig. Erst danach hätten sich die Gespräche mit den YB-Investoren «dynamisiert».

Es gehe jetzt darum, der Unsicherheit, die er auf allen Etagen festgestellt habe, mit Gesprächen zu begegnen. Kaenzig verhehlt nicht, dass zurzeit ein strukturiertes Arbeiten kaum möglich ist. Wo er hinkomme, herrsche Gesprächsbedarf: «Es ist wie in einer Waschmaschine. Ich werde durchgewirbelt und tauche hie und da für ein paar Momente auf.» Die Emotionen, die um YB branden, bezeichnet Kaenzig «als Respekt für die Arbeit, die Stefan Niedermaier geleistet hat». Das zeige, dass der Klub lebe. «Ich wäre überrascht, wenn es nicht so wäre.»

Der Unruhe entgegentreten

Als erste Massnahme will er der aufkeimenden Unruhe im Verein entgegentreten. «Es ist wichtig, dass die Leute bei YB wissen, dass sie keine Angst um ihren Job haben müssen. Im Gegenteil: Wir wollen ihnen mehr Verantwortung übertragen, sie stärken und ihnen den Rücken freihalten», sagt Kaenzig

Persönliche Gespräche führte Kaenzig laut eigenen Angaben gestern mit Trainer Vladimir Petkovic, Sportchef Alain Baumann und dem Medienverantwortlichen Albert Staudenmann. Es sei gar keine Rede davon, dass man jetzt überall personelle Änderungen vornehmen wolle, betonte Kaenzig nochmals.

Zum sportlichen Tagesgeschäft will sich Kaenzig noch nicht äussern, «weil ich noch keine Zeit hatte, mich darum intensiv zu kümmern». Abwehrchef Emiliano Dudar fällt nach seiner Sprunggelenkverletzung, die er sich im Training zugezogen hatte, zumindest für das Meisterschaftsspiel morgen Samstag gegen Xamax aus. Bis Ende Monat hat YB noch Zeit, auf dem internationalen Markt einen weiteren Verteidiger zu engagieren. «Wir müssen ganz genau analysieren, was machbar ist», sagt Kaenzig. «Wir werden keinen Restposten holen, wir dürfen keinen Fehler machen.»

Kaenzig: «Die Angestellten müssen keine Angst um ihren Job haben.»

http://www.derbund.ch/bern/Es-ist-wie-in-einer-Waschmaschine/story/27441930

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 Beitrag Verfasst: Freitag 13. August 2010, 08:47 
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Berner Zeitung, 13.08.2010

Ilja Kaenzig: «Bei YB ist gute Arbeit geleistet worden»

Ilja Kaenzig spricht in seinem ersten Interview als neuer YB-Chef über seine Aufgabe, Pläne und Ziele, über seine Vergangenheit und die Unruhe in Bern. Und der 37-Jährige lobt seinen Vorgänger Stefan Niedermaier.

Herr Kaenzig, wann schlägt YB jetzt endlich Real Madrid im Champions-League-Final?
Ilja Kaenzig (lacht): Ich glaube nicht, dass das der Anspruch an uns sein wird laut Investor Andy Rihs soll YB in Zukunft tatsächlich ein internationaler Titelkandidat sein ich glaube nicht, dass man damit explizit gemeint hat, YB müsse die Champions League gewinnen. Wir alle wissen, dass so etwas nicht realistisch ist. Es geht darum, Visionen und Ziele zu haben, wir wollen YB so positionieren, dass der Verein nicht nur zufällig mal Meister wird.

Entschuldigung, aber drei zweite Plätze in Serie können doch nicht bloss Zufall gewesen sein?
Sicher nicht, aber ich möchte, dass YB in Zukunft Erster wird. Wir müssen das Selbstverständnis eines FC Basel entwickeln, aber das geht nicht so schnell.

Andy Rihs ist stark im Radsport engagiert, dort kann man einen Alberto Contador verpflichten und dann die Tour de France gewinnen. Fehlt es nicht an Fachwissen bei den YB-Besitzern?
Die Vertreter des Verwaltungsrats geben ja zu, dass ihnen das Knowhow im Fussball fehlt, das ist auch völlig normal und in jedem Verein so. Ich glaube, Andy Rihs, Hans-Ueli Rihs und Benno Oertig wollten einfach ausdrücken, dass es das Ziel ist, mit YB grossen Erfolg zu haben. Im Übrigen ist es im Radsport wohl auch nicht ganz so einfach, Erfolg zu haben, aber das kann ich zu wenig gut beurteilen. Ich bin im Fussball zu Hause.

Und darum hat man Sie ja auch zu YB geholt. Wie sehen Ihre Ziele mittel- und langfristig aus?
Es ist sicher noch zu früh für mich, um bereits konkrete Ziele zu benennen. Es ist eine emotionale Woche, ich lerne jetzt Schritt für Schritt alle Leute im Betrieb kennen. Fakt ist: Wir wollen den Fokus noch stärker auf den Fussball legen.

Die Währung im Fussball sind Titel. Ihr Vorgänger Stefan Niedermaier hat vor der Saison schon hohe Ziele formuliert und davon gesprochen, besser als letzte Saison zu sein sowie den Cupfinal und eine europäische Gruppenphase erreichen zu wollen.
Ja, und mindestens in der Europa League sind wir ja bereits, das ist grossartig. Und ich möchte an dieser Stelle auch klar sagen, dass die Strukturen bei YB sehr gut sind. Alle anderen Schweizer Vereine beneiden uns darum, es ist auch ein international hoher Standard. Hier ist gute Arbeit geleistet worden, und das ist ein grosser Verdienst Stefan Niedermaiers. Wir wollen jetzt den sportlichen Bereich optimieren. Denn nicht die grossen Fische fressen die kleinen, sondern die schnellen die langsamen.

Sie stehen unter Druck und werden an den Erfolgen gemessen.
Das ist mir bewusst, und das ist eine grosse Herausforderung. Wir wollen auch europäisch unseren tiefen Uefa-Koeffizienten stark verbessern, damit wir später mal wie Basel gesetzt sind.

Waren Sie überrascht über die Wut und die heftigen Reaktionen in Bern nach der unschönen Absetzung Stefan Niedermaiers?
Die Reaktionen beweisen, dass YB lebt, dass der Verein in der Stadt und in der Region stark verankert ist, dass hier ein riesiges Potenzial vorhanden ist. Das habe ich auch bei mir selber bemerkt, am Montag erhielt ich rund 180 SMS. Die Leute wünschen mir viel Glück, aber oft sagen sie dann auch, dass es an der Zeit ist, einen Titel zu holen.

Benno Oertig steht stark in der Kritik, er hat sich mit Stefan Niedermaier nicht verstanden und den Machtkampf entschieden.
Benno Oertig, mit dem ich ein hervorragendes Verhältnis habe, ist als Verwaltungsratspräsident mein erster Ansprechpartner bei den Besitzern. Aber ich hoffe, Sie verstehen, dass ich mich zu dieser Sache nicht äussern möchte, zumal ich kaum etwas weiss.

Gab es seit Montag bereits Kontakt mit Stefan Niedermaier?
Er hat mir am Montag geschrieben, ich habe ihm geantwortet. Es hat mich gefreut, dass er sich gemeldet hat, aber der Inhalt der Kurzmeldungen bleibt privat.

Stimmt es, dass Sie vor Jahren mit Niedermaier verhandelten, um YB-Sportchef zu werden?
Ich kenne Stefan Niedermaier schon länger, und, ja, es gab einen Kontakt, aber das war nicht so konkret. Jetzt sind die Voraussetzungen auch viel besser als beim Bezug des Stade de Suisse.

Und warum gab es nicht die Lösung mit Ihnen als Chef im sportlichen Bereich und Stefan Niedermaier als Stadion-CEO?
Das ist ein Szenario, mit dem ich mich nicht beschäftigt habe.

Wann sind Sie für diesen Job denn angefragt worden?
Aus Respekt vor Stefan Niedermaier möchte ich kein Datum nennen. Aber ich kann ihnen versichern, dass dies vor relativ kurzer Zeit geschehen ist. Das war für mich eine sehr interessante Anfrage, da ich aus dem Fussball komme und sehr gerne wieder in diesem Metier arbeite.

Nach Ihrer Entlassung in Hannover war es für Sie schwierig, einen Fussballjob zu erhalten. Traten Sie das Engagement als «Blick»-Sportchef nur an, um die Zeit bis zu einem interessanten Angebot zu überbrücken?
Das ist ein bisschen bösartig formuliert. Ich bin ja beim «Blick» mehr Medienmanager als Journalist gewesen. Es war eine kurze, aber spannende und intensive Zeit beim Ringier-Verlag.

In welcher der «Blick» oft kritisch über YB schrieb und im Titelkampf im Frühling einen viel engeren Draht zum FC Basel besass.
Das stimmt nur teilweise. Der FCB arbeitet diesbezüglich einfach clever, er sucht die Nähe zu den Medien. Aber es war nicht so, dass wir bewusst negativ über YB schrieben, im Gegenteil, ich habe immer versucht, ein Gleichgewicht zu schaffen.

Dennoch: Diese Konstellation mit Ihnen als YB-Chef ist brisant.
Das sehe ich nicht so. Jetzt beginnt eine neue Zeitrechnung, und ich war ja nur einige Monate beim «Blick» und bin dort überhaupt nicht tief verwurzelt. Die aktuelle YB-Unruhe wird beim «Blick», wo Sie Sportchef sind, bisher nicht thematisiert. Es gibt «Blick»-Journalisten, die sagen, Kritik sei nicht erlaubt. Ich habe garantiert niemandem einen Maulkorb erteilt. Und es wird nicht so sein, dass ich jeden Morgen dem «Blick» mitteile, was als Nächstes bei YB passiert.

Sie werden von «Blick»-Mitarbeitern als Teamplayer beschrieben, der etwa nicht an die WM wollte und in Zürich blieb, wo die Zeitung gemacht wird.
Das ist korrekt und soll nicht anbiedernd klingen. Ich bin ein Teamplayer, der Verantwortung überträgt. Das war immer so.

Es gibt kontroverse Meinungen über Ihre Arbeit in der Bundesliga. Wie sehen Sie das selber?
Ich habe bei GC als Assistent Erich Vogels und später bei Leverkusen unter Reiner Calmund viel gelernt. Über Bundesliga-Manager wird immer kontrovers diskutiert. Es gab bessere und schlechtere Transfers, aber ich kann guten Gewissens auf meine Arbeit zurückblicken. Hannovers Präsident Martin Kind sagte, ich sei der beste Sportchef gewesen, den er je hatte. Fussball ist emotional, es gibt kaum Wahrheiten, sondern Meinungen. Das macht es so spannend.

Wie weit kann man als YB-Chef überhaupt Teamplayer sein?
Ich will starke, eigenständige Leiter. Es ist auch nicht so, dass ich jetzt einen neuen Sportchef oder einen neuen Pressechef installieren will. YB ist gut aufgestellt, ich vertraue den Leuten.

Sportchef Alain Baumann wird wohl eher wenig Einfluss haben.
Das Gegenteil ist der Fall. Alain Baumann soll noch mehr Einfluss erhalten, er soll die Fussballabteilung führen. Natürlich bin ich sein Vorgesetzter, das muss ein ständiger Dialog sein.

Das tönt vernünftig. Können Sie den Fanärger über Niedermaiers Absetzung trotzdem verstehen?
Ja und nein. Stefan Niedermaier und alle anderen haben hier ein tolles Fundament gelegt. Doch ich war überrascht, dass die Fans jetzt das Gefühl haben, bisherige Abmachungen würden nicht mehr gelten und ich würde ihre Rechte beschneiden. Es ist nachlesbar, dass ich bei Hannover einen sehr engen Kontakt zu den Anhängern pflegte. Ich habe am Dienstag sofort reagiert, als die Fanklubs einen offenen Brief mit ihren Befürchtungen veröffentlichten. Und am Samstag werde ich mich mit Fanvertretern vor dem Spiel gegen Xamax treffen und mich nachher auch im YB-Beirat vorstellen. Es ist mir ein grosses Anliegen, alle Anspruchsgruppen rasch kennen zu lernen, sie zu integrieren und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Sie können jetzt denken, dass das bloss Geschwafel ist, doch ich werde mich an diesen Aussagen gerne messen lassen.

Und warum sind Sie der beste Fussballkenner der Schweiz?
(schmunzelt) Ach, ich weiss, worauf sie herauswollen...

...Andy Rihs hat Sie bei Ihrer Vorstellung so beschrieben...
...ja, und selbstverständlich freue ich mich über jede Art von Lob. Doch ich bin genug lange in diesem Geschäft, um Lob wie Kritik einordnen zu können. Ich bin kein Lautsprecher, ich bin eher ein ruhiger Typ, der sich im Fussball vieles erarbeiten musste, da ich keine 150 Länderspiele absolvierte. Ich arbeite hart und gerne, doch man wird mich nie vor einem Spiel in der Kabine sehen, und ich werde auch nicht vor jede Kamera treten.

Aber von Ihrem Beziehungsnetz werden Sie schon profitieren?
Das ist ja klar. Ich habe weltweit viele Kontakte sammeln dürfen. Doch es ist nicht so, dass ich am Samstag einen neuen Verteidiger verpflichten werde und am Montag einen weiteren Stürmer.

Auch unter Ihrer Leitung hat Leverkusen die weltweit wohl beste Scoutingabteilung aufgebaut.
Ja, und ich möchte bei YB diesen Bereich vorantreiben. Bei Leverkusen gelang es uns, dank guten Transfers mit Topvereinen wie Bayern mitzuhalten. Wir wollen bereit sein, wenn uns zum Beispiel der Linksverteidiger verlässt. Dann müssen wir mehrere Kandidaten haben. Die Super League ist für Spieler ideal, um den Sprung zu einem europäischen Topklub zu schaffen. Moreno Costanzo war gut beraten, von St.Gallen zu YB zu wechseln und nicht schon ins Ausland.

Und wie sieht Ihre erste Kaderanalyse von YB aus?
Da kann und will ich noch nicht ins Detail gehen. Der Standard ist hoch, es gibt Nationalspieler und im Gegensatz zu früher überall einen Konkurrenzkampf. Und: YB spielt sehr, sehr attraktiv. Beim FCB gewann man unter Christian Gross viele Pokale, doch nicht alle Zuschauer waren zufrieden. YB bietet oft Spektakel, nun wollen wir das eben mit Titeln kombinieren.

Vladimir Petkovic arbeitet gut...
...er ist ein hervorragender Trainer, der vernetzt denkt und sich viele Überlegungen macht. Und, wie gesagt, er lässt einen positiven Fussball spielen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm. Und beim «Blick» übrigens habe ich immer gesagt, Vladimir Petkovic sei sehr gut.

Eher kläglich ist bei YB seit Jahren der Output im Nachwuchsbereich. Was planen Sie da?
Auch hier will ich zuerst alle Leute kennen lernen, ehe ich mir eine konkrete Aussage erlaube. Ich habe gehört, im Neufeld sei ein tolles Trainingszentrum entstanden, das ist wichtig. Und wie im Scoutingbereich streben wir auch bei der Ausbildung eine sehr hohe Qualität an.

Damit Talente wie früher Valentin Stocker oder Zdravko Kuzmanovic zu YB und nicht zu Basel wechseln, wenn sie von beiden Klubs ein Angebot erhalten?
Zum Beispiel, ja, aber der Nachwuchsmarkt ist schon hart umkämpft. Die allerbesten Junioren erhalten ja bereits tolle Offerten von englischen Topklubs.

Ihr Einfluss im Stadionbereich und bezüglich Aktivitäten in der Arena wird aber eher klein sein?
Ich trage auch dort die Verantwortung. Doch ich bin froh, gibt es mit meinem Stellvertreter Daniel Seiler und anderen Leitern auch in diesem Bereich fähige Leute, die den Betrieb kennen. Und ich hoffe, dass sich die Unruhe rund um YB bald legt und wir eine faire Chance erhalten, in Ruhe und fokussiert an unseren Plänen zu arbeiten. Schon am Samstag steht gegen Xamax eine wichtige Partie an, am Dienstag spielen wir gegen Tottenham. Jetzt steht hoffentlich wieder das Team im Mittelpunkt.

Der neue «Mister YB»

Es ist Ilja Kaenzigs erstes grosses Interview als YB-Chef, und das Gespräch am Donnerstagmittag im Stade de Suisse dauert rund 90 Minuten. In der ersten Halbzeit ist es ein Abtasten: Kaenzig hat die heftigen Reaktionen in Bern auf die stillose Entmachtung Stefan Niedermaiers als YB-CEO natürlich mitbekommen und auch die kritische Berichterstattung dieser Zeitung, die aber nie gegen ihn ging. «YB ist Emotionen», sagt Kaenzig, der in der zweiten Halbzeit des Gesprächs mit langen Ausführungen und spannenden Antworten in Form kommt – und keinen Zweifel daran lässt, die Aufgabe im Stade de Suisse ernsthaft anzugehen. Zeit für Hobbys wie Golf hat der zweifache Familienvater nicht, und er ist auch schon intensiv auf der «schwierigen Suche», wie er findet, in Stadtnähe Berns ein Haus zu finden.
Im Gespräch ist der neue «Mister YB» trotz grossem Stress wortgewaltig und witzig, interessiert und konzentriert. In den nächsten Tagen stehen zahlreiche Termine an, Kaenzig lernt nach und nach alle Mitarbeiter kennen. Von den YB-Spielern, bei denen er sich gestern Nachmittag vorstellte, kennt er bisher einzig den früheren GC-Fussballer Scott Sutter näher.
Ilja Kaenzig, 37 Jahre alt, arbeitete bei GC und in der Bundesliga bei Leverkusen und Hannover schon in jungen Jahren als Transferkoordinator oder Nachwuchschef – und in Deutschland auch als Sportchef.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Ilja-Kaenzig-Bei-YB-ist-gute-Arbeit-geleistet-worden/story/10647920

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 Beitrag Verfasst: Freitag 13. August 2010, 10:09 
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Registriert: Dienstag 9. Mai 2006, 19:54
Beiträge: 292
Zitat:
Damit Talente wie früher Valentin Stocker oder Zdravko Kuzmanovic zu YB und nicht zu Basel wechseln, wenn sie von beiden Klubs ein Angebot erhalten?

nein danke , solche spieler brauchen wir bei yb nicht!


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