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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 09:42 
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Berner Zeitung, 10.08.2010

«Deppen» am Werk

Im Internet äussern sich YB-Fans verärgert über den Führungswechsel. Nur vereinzelt gibts Schützenhilfe für Ilja Kaenzig.

Auf der Internetseite 1898.ch, dem bekanntesten Forum für YB-Fans, wird der Führungswechsel in der YB-Chefetage emotional debattiert. Die meisten Fans stellen sich hinter den geschassten Stefan Niedermaier. Die Forumseinträge zum YB-Machtwechsel tragen Titel wie: «Huerä leid», «zum Chotzä» oder «das isch dr Afang vom Ändi».

Mit Zustimmung überhäuft wird der User, der sich mit «Merci Stefan» von Niedermaier verabschiedet und anfügt: «Danke für Deine Arbeit für die YB-Fankultur. Du hast verstanden, dass die Fans Teil des Vereins sind und nicht pyrozündende Idioten und Krawallbrüder.»

Verdammt – warum?

Von einem «Faustschlag» ist die Schreibe, «mitten ins Gesicht jedes Berners, welcher die YB-Farben im Herzen trägt». Es fällt die Frage: «Ich möchte verdammt noch mal wissen, warum Niedermaier gehen muss?» Die Antwort darauf bringt vielleicht folgender Eintrag: «Mein Klub wird regelmässig von Deppen geführt.» Endlich hätte es YB aufs europäische Parkett geschafft, und schon werde alles riskiert, «die Stimmung im Team, der Trainer und die Fanarbeit».

«Hat eine Chance verdient»

Wenig Freunde auf dem YB-Forum hat Niedermaiers Nachfolger Ilja Kaenzig, der als «Blick»-Sportchef noch vor wenigen Wochen YB-Trainer Vladimir Petkovic im Boulevardblatt kritisiert hatte. «Ich hoffe sehr, dass sich Kaenzig gegenüber Petkovic wenigstens hinter den Kulissen entschuldigt für sein Dauerbashing», schreibt ein verärgerter YB-Anhänger. Ein anderer hofft, «der Typ führt einen Fussballverein besser, als er Kolumnen schreibt».

Nur vereinzelt gibts Schützenhilfe für Kaenzig. «Er hat eine Chance verdient», steht etwas einsam da. Oder: «Aus meiner Sicht wurde ein guter Nachfolger gefunden, der den Ambitionen von YB gerecht wird.»

Doch die Meinung, Kaenzig verstehe mehr von Fussball als Niedermaier, wird sofort gekontert: «Bei Bayer Leverkusen konnte er sich in das gemachte Nest setzen, und mit Hannover ist er abgestiegen.»

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Reaktionen-Deppen-am-Werk/story/29386211

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 09:52 
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Blick, 10.08.2010

Lieber Ilja

Andreas Böni Fussballchef

Nach knapp einem halben Jahr als BLICK-Sportchef verlässt Du uns bereits wieder. Du hast ein sensationelles Angebot als neuer YB-Boss angenommen. Wir gönnen es Dir von Herzen – und weinen Dir trotzdem nach.

In diesem halben Jahr hast Du bewiesen, dass Du ein Chrampfer bist. Hast gezeigt, wie toll Du mit Menschen umgehen kannst. Bist ruhig geblieben, wenns mal brannte. Von daher passt Du nach Bern: «Nume nid gschprängt.»

Dass Du irgendwann wieder einen Fussball-Klub führen willst, war uns allen klar. Dass es so schnell geht, haben wir nicht gehofft. Auch wenn es eine grosse Auszeichnung und Ehre ist, dass ein BLICK-Mann nun zur mächtigsten Figur im Schweizer Klub-Fussball wird.

Du weisst, dass Du in grosse Fussstapfen trittst. Stefan Niedermaier hat wirtschaftlich einen grossartigen Job als YB-Boss gemacht. Dass Du Dich mit den Investoren überwirfst, wird Dir hoffentlich nicht passieren.

Lieber Ilja, Du hast als Manager von Bayer Leverkusen nie einen Titel gewonnen. Warst in einer Saison in der Bundesliga, im Pokal und in der Champions League jeweils Zweiter. Jetzt gehst Du zum ewigen Zweiten YB, seit 24 Jahren ohne Meister-Titel. Die Fähigkeiten, einen Titel in die Hauptstadt zu holen, hast Du definitiv.

In diesem Sinne: Machs gut. Viel Glück!

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 09:55 
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Zitat:
Dass Du Dich mit den Investoren überwirfst, wird Dir hoffentlich nicht passieren.

was soll den das heissen???


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 11:05 
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ein boykott am samstag wäre angebracht, obwohl die spieler nix dafür können.

jaja......und trotzdem werden wir den yb spielen in zukunft wieder beiwohnen.

hmm....nicht nur die geldgeilen spieler, auch wir fans sind irgendwie huren des modernen fussballs!


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 11:58 
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die herrn oertig und die gebrüder rhis haben mit ihrem spielzeug, dass sich yb nennt keine geduld mehr sie wollen nun endlich erfolge sehen. die entlassung niedermaiers kam wohl zustande, weil es nicht mehr oder zuwenig schnell vorwärts ging mit dem klub. dabei war yb drauf und dran sich zu etablieren national wie auch international. die investoren wollen aber erfolge in form von grossen gewinnen und meistertiteln sehen und dies möglichst kurzfristig.

falls ihre vorstellung in den nächsten fünf jahren nicht erfüllt wird, werden sie das spielzeug yb wegschmeissen und sich etwas neues suchen.

der scherbenhaufen müssen dann wohl wieder andere aufräumen.


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. August 2010, 06:54 
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Der Bund, 11.08.2010

YBs Chefetage schockiert die Fans

Mit Ilja Kaenzig als neuem YB-CEO wollen die Investoren und der Verwaltungsrat des Berner Fussballklubs zu sportlichen Höhenflügen ansetzen. Bei den Fans aber dominiert nach dem Personalwechsel Niedergeschlagenheit.

Gerade nachdem die Gelb-Schwarzen in der Super League den ersten Saisonsieg eingefahren hatten, als der BSC Young Boys mit überraschendem Berner Selbstvertrauen gegen Fenerbahçe Istanbul sensationell den Sprung in die Champions-League-Playoffs geschafft hatte, platzte die Bombe. Seit Montag reiben sich die Fans des Fussballklubs verwundert die Augen. Er durchlebe gerade eine «sehr emotionale» Zeit, sagt der langjährige YB-Fan David Zweifel. Die Neuigkeit beschäftige ihn sehr, man fühle sich machtlos und könne sich bei der Arbeit kaum konzentrieren. «Der Schock sitzt tief – auch bei mir», sagt Lukas Meier von der Fanarbeit Bern.

Die am Montag bekannt gewordene Personalrochade im Amt des YB- und Stadion-CEO hat niemand erwartet. Für Verwunderung sorgt nicht nur der plötzliche Entscheid, Stefan Niedermaier freizustellen, sondern auch die Form und der Zeitpunkt der Verkündung.

«Danke Stefan»

Die Fanorganisationen Gäubschwarzsüchtig und Ostkurve Bern erklärten gestern in einer schriftlichen Stellungnahme, der plötzliche Wechsel hinterlasse «einen bitteren Nachgeschmack». In ihrer Mitteilung nehmen die Fanverbände den Verwaltungsrat der YB-Eigentümerin Sport und Event Holding AG in die Pflicht. Schon die letzten Trainerentlassungen hätten nicht gerade von strategischer Weitsicht gezeugt, heisst es.

Trotz des Unverständnisses rückten die Fans nun wohl zueinander, glaubt Zweifel. Es tönt fast so, als hätte die Young Boys ein grosses Unheil heimgesucht. Das Mitglied des Fanklubs 9iTram Wankdorf begründet das damit, dass Niedermaier zur YB-Fanfamilie gehörte. Die Fans nannten ihn beim Vornamen. Unter dem Titel «Danke Stefan» loben die Fanorganisationen in ihrer Mitteilung die Arbeit des früheren Stadion-CEO. Das ist bezeichnend für seinen Kontakt zu den Fans. «Man hat mit ihm auf gleicher Stufe diskutieren können», sagt Adrian Werren, Vorstandsmitglied von Gäubschwarzsüchtig. Anhänger David Zweifel hat das selbst erlebt, als er mit Niedermaier bei einem Auswärtsspiel in Neuenburg ins persönliche Gespräch kam – nebeneinander am Pissoir.

Erfolge in der Fanarbeit

Nicht nur auf persönlicher Ebene war Niedermaier erfolgreich. Die Fans haben ihm auch viel zu verdanken. In den fünf Jahren, die der heute 48-Jährige als «starker Mann» bei YB waltete, haben die Young Boys als einziger Fussballklub der Schweiz nicht weniger, sondern mehr Stehplätze im Stadion erhalten. Niedermaier kam den Fans entgegen; sie sollten im Gegenzug versprechen, keine Feuerwerkskörper, sogenannte Pyros, zu zünden. In drei Jahren hat Niedermaier ausserdem Extrazüge an Auswärtsspiele aufgegleist, welche die Fans heute rege nutzen.

Nur lobende Worte für Niedermaier gibt es auch vonseiten der Fanarbeit Bern. Ohne Mitarbeit der Klubspitze hätte dieses Projekt nicht entstehen können. Mitgründer und Vorstandsmitglied Urs Frieden sagt: «Er hat sehr grosses Verständnis für die Anliegen der Fans gezeigt, war stets zum Dialog bereit und hat sich Zeit für unzählige Sitzungen und Gespräche genommen.»

Im Umgang mit Hooligans habe YB unter ihm viel Mut bewiesen. Niedermaier zeichnete für das Projekt «Zweite Chance» mitverantwortlich, das Hooligans ermöglichte, sich mit einem «Götti» zu bewähren. Diese Methode ist inzwischen im Reglement des Fussballverbands verankert. «Er hat mitgeholfen, Pionierarbeit zu leisten», sagt Frieden.

Angst vor Richtungswechsel

Umso schwieriger wird es für seinen Nachfolger Ilja Kaenzig. Es werde lange brauchen, bis der Neuankömmling das Vertrauensverhältnis zu den Fans hergestellt habe, sagt Frieden. Kaenzig muss den Dialog nun neu aufbauen – und startet wegen der Turbulenzen zudem mit einem Handicap. Manche Fans fürchten, dass unter einer neuen Ausrichtung des Klubs das mit Niedermaier Erreichte auf dem Spiel steht. «Diese Angst ist berechtigt», sagt Zweifel. Zumal die Begründung des Personalentscheids auf eine wirtschaftlichere Stossrichtung unter Kaenzig schliessen lässt. Die Fans sprechen klare Worte: «Wir fordern, dass es weitergeht wie bisher. Aber die Hoffnung, dass es so bleibt, ist nicht so gross», sagt Adrian Werren. Urs Frieden jedoch glaubt nicht daran, dass Kaenzig in der Fanarbeit Erreichtes rückgängig machen wird. Schliesslich habe er bei den Vereinen in Deutschland Erfahrungen mit den Fans gemacht.

Sicher ist, dass Niedermaiers Freistellung die Young Boys vom einen Tag auf den anderen in Unruhe versetzt hat. «Das ganze Gefüge der Fanarbeit gerät auseinander. Auch die Mitarbeiter des Vereins, die Stadionverantwortlichen, sind nun wohl irritiert», sagt Frieden. «Man wird das von ganz unten bis ins Management spüren», sagt auch der YB-Fan David Zweifel. Er fürchtet, dass der unter Niedermaier so starke Zusammenhalt zwischen Fans und Klub verloren gehen könnte. Dann, da sind sich die Fans sicher, würden auch ambitionierte sportliche Ziele in weite Ferne rücken.

Oertig und Kaenzig beim YB-Beirat

Die Entlassung von CEO Stefan Niedermaier hat auch beim YB-Beirat offenbar für erhebliche Turbulenzen gesorgt. Der Beirat versteht sich als Bindeglied zwischen YB und der Basis, und ihm gehören Persönlichkeiten aus der Welt des Sports, der Wirtschaft, der Politik, der Fanszene und der Kultur an.

Der YB-Beirat umfasst 22 Mitglieder, und eines davon ist Kuno Lauener. Er gilt als Freund von Stefan Niedermaier, und Lauener hat bereits kundgetan, dass er die Entlassung nicht verstehen kann. «Doch dass Kuno aus dem Beirat ausgetreten ist, stimmt so nicht, es ist ein Gerücht», sagt Charles Beuret, der den Vorsitz hat. Laut Beuret werden sich VR-Präsident Benno Oertig und der neue VR-Delegierte Ilja Kaenzig am Samstag vor dem Spiel gegen Xamax mit dem YB-Beirat treffen. Bei diesem Gespräch erwarte man Antworten auf viele Fragen. Erst danach werde man sehen, ob die Rücktrittsabsichten von Beiratsmitgliedern auch Tatsache würden.



http://www.derbund.ch/bern/YBs-Chefetage-schockiert-die-Fans/story/25366266

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. August 2010, 06:55 
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Der Bund, 11.08.2010

Bei YB lehnt sich niemand aus dem Fenster

Nach der Entlassung von CEO Stefan Niedermaier herrscht bei YB weiter Ungewissheit. Viele rätseln, welche weiteren personellen Konsequenzen die Zukunft bringt.

Stefan Niedermaier zog es auch am Dienstag vor, nach seiner Entmachtung als CEO beim Stade de Suisse und beim BSC Young Boys in Deckung zu bleiben. «Ich bitte um Verständnis, dass ich nichts kommentieren möchte», schrieb er in einer SMS auf die diversen Telefonanrufe, bei denen er den Hörer nicht abhob. Derweil bemüht sich Sportchef Alain Baumann, den Verpflichtungen des Tagesgeschäfts nachzukommen. «Wir haben eine Sitzung nach der andern», sagt Baumann. «Die Vertreter von Tottenham sind hier, wir müssen viele organisatorische Dinge klären.» Am nächsten Dienstag steigt die erste Playoff-Partie von YB in der Champions League gegen Tottenham Hotspur im Stade de Suisse.

Über seine Zukunft bei YB und darüber, ob er Sportchef bleiben wird, weiss Baumann nichts. Mit dem neuen starken Mann, Ilja Kaenzig, hat es noch kein Gespräch gegeben. Benno Oertig, Verwaltungsratspräsident der YB-Muttergesellschaft Sport & Event Holding AG, sowie die beiden Hauptaktionäre Andy und Hans-Ueli Rihs, welche am Montag die Trennung von Niedermaier bekannt gegeben hatten, äusserten sich gegenüber der YB-Belegschaft nicht zu weiteren Personalfragen. «Es tut mir sehr leid für Stefan Niedermaier», fügt Baumann an. Es sei jetzt wichtig, dass das Tagesgeschäft weiterlaufe und die anstehenden Arbeiten erledigt würden. Seine Zukunft bei YB mag Baumann nicht skizzieren. «Das, was kommen muss, wird kommen.»

Wortkarg gab sich auch Stéphane Chapuisat, der einst von Niedermaier als Scout und Chef Rekrutierung angeheuert worden war. Auch Chapuisat war von der Entlassung seines Chefs nach eigenen Angaben völlig überrumpelt worden. «Ich wusste von nichts», sagt der 103-fache ehemalige Nationalspieler. Ob der Kurswechsel nun auch die Transferstrategie von YB ändern wird und mehr «fertige Spieler» eingekauft werden, etwa aus der Bundesliga oder Osteuropa, wo Kaenzig sich schon früher, vor allem zu seiner Zeit als Manager von Hannover 96, ein Beziehungsnetz aufgebaut hat: Auf all diese Fragen hat Chapuisat keine Antwort. Er habe mit Kaenzig am Montag ein erstes kurzes Gespräch geführt, aber strategische Fragen seien nicht erörtert worden. «Ich arbeite weiter, wir alle arbeiten weiter für YB», sagt Chapuisat und ist froh, als das Gespräch beendet wird.

«Alles basiert auf Hoffnung»

Für die YB-Legende Heinz Schneiter, Verwaltungsrat der Betriebs-AG der Young Boys, ist es nachvollziehbar, dass die Investoren nur ganz wenige in ihren Plan eingeweiht hatten. «Das geht doch im Geschäftsleben so, das ist für Oertig und Rhis nichts Aussergewöhnliches.» Auch Schneiter wurde von der Entlassung Niedermaiers überrascht, und er hat nur lobende Worte für den scheidenden CEO übrig. «Er hat den Verein auf eine absolut gesunde finanzielle Basis gebracht, YB steht wirtschaftlich so gut da wie schon lange nicht mehr. Niedermaier hat sehr viele Sachen bis ins Detail gut gemacht, aber vielleicht das Wesentliche etwas aus den Augen verloren.» Und das Wesentliche sind Titel.

Schneiter fügt bei, er pflege guten Kontakt zu Oertig. Die von Oertig artikulierte Hochphase «von 20 bis 30 Jahren wie bei Bayern München», die nun bei den Young Boys anbrechen soll, erachtet Schneiter als eine gewagte Aussage. Aber klar sei auch: «Das Ziel von YB muss sein, die Vormachtstellung des FC Basel zu brechen. Der FCB hat zehn Jahre Vorsprung auf uns.» Ob das Auswechseln des CEO und der Strategiewechsel YB nun zur Nummer 1 der Schweiz machten, wisse niemand. Schneiter: «Alles, was jetzt passiert, basiert auf Hoffnung.»

http://www.derbund.ch/bern/Bei-YB-lehnt-sich-niemand-aus-dem-Fenster/story/14073812

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. August 2010, 07:02 
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Berner Zeitung, 11.08.2010

Mehr Konzerte sind eine Utopie

Die Betreiber des Stade de Suisse wollen mehr nationale Gross-Events nach Bern holen. Das dürfte schwierig bis unmöglich sein. Es ist sogar denkbar, dass sich der Konzertveranstalter Good News aus Bern verabschiedet.

Im Stade de Suisse Wankdorf sollen künftig mehr nationale Grossanlässe stattfinden. Diese Aussage machten die Verantwortlichen der Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG am Montag nach der Absetzung von Stefan Niedermaier.

Doch welche zusätzlichen Events sollen künftig in Bern stattfinden? Mehr Konzerte? Fussballländerspiele? Der Cupfinal? Auf diese Fragen waren gestern von Verwaltungsratspräsident Benno Oertig keine Antworten erhältlich: Beleidigt durch die Berichterstattung dieser Zeitung nach Niedermaiers Entmachtung, hängte er den Hörer grusslos auf.

Gar keine Konzerte mehr?

Wie Recherchen ergaben, dürfte es für die Betreiber des Stade de Suisse allerdings alles andere als einfach sein, das Stadion mit zusätzlichen Events besser auszulasten. Was die musikalischen Grossanlässe betrifft, sagt Good-News-Chef André Béchir: «Es wird im Stade de Suisse auch künftig kaum mehr als drei Konzerte pro Jahr geben.» Das begründet der Konzertveranstalter damit, dass es nur eine Handvoll Bands gebe, die in der Lage seien, grosse Stadien zu füllen. «Zudem müssen wir uns auf jene Gruppen beschränken, die auf Tournee sind, und dann landen wir bei der heutigen Anzahl Konzerte.» Was auch gegen zusätzliche Konzerte spricht, ist die lange Auf- und Abbauzeit: Das Stadion ist jeweils während rund zehn Tagen blockiert. Mehr Events würden den Fussballbetrieb stören.

Für Béchir ist sogar «absolut nicht sicher», dass künftig in Bern überhaupt noch grosse Konzerte stattfinden werden. «Wir müssen jetzt mal schauen, wie die Zusammenarbeit mit Stefan Niedermaiers Nachfolger funktioniert. Aber es fängt jetzt wieder alles von vorne an.» Er wolle zwar den bevorstehenden Gesprächen nicht vorgreifen und auch kein vorschnelles Urteil fällen, so Béchir weiter. Aber was er bisher von den Stadionbetreibern gehört habe, klinge nicht nach guten Voraussetzungen für Good News. Zudem habe Niedermaiers Nachfolger Ilja Kaenzig bisher «nur Fussball gemacht» und seines Wissens keine Erfahrungen mit Musik-Events. Mit Niedermaier dagegen sei die Zusammenarbeit «einmalig» gewesen.

So nachvollziehbar Béchirs Zweifel sein mögen: Dass Good News in Bern keine Konzerte mehr veranstaltet, ist nicht sehr wahrscheinlich. Zum einen liegt Bern zentral, zum anderen gibt es in der Schweiz nicht viele vergleichbare Stadien.

Maximal zwei Länderspiele

Auch zusätzliche sportliche Grossanlässe werden die Stadionbetreiber nicht ohne weiteres nach Bern holen können. Nationale Events wie etwa das Eidgenössische Schwingfest sind meist auf Jahre hinaus fest vergeben. Und einen grossen Boxkampf wie jenen zwischen Vitali Klitschko und Kevin Johnson in der Postfinance-Arena letzten Dezember könnte man auch im Stade de Suisse nicht jedes Jahr durchführen.

Zwar könnte Bern fest damit rechnen, wieder Austragungsort von Fussballländerspielen zu werden, falls anstelle des Kunstrasens ein Naturrasen verlegt würde. Allerdings wären dies laut Marco von Ah vom Schweizerischen Fussballverband höchstens zwei Länderspiele pro Jahr, für die das Stade de Suisse in Frage käme. Und: Die grossen Kassenschlager würden wegen des grösseren Fassungsvermögens weiterhin in Basel stattfinden, betont der Mediensprecher. Für Bern liegen in der EM-Qualifikation also nicht attraktive Spiele wie jenes gegen England drin, das höchste der Gefühle wären etwa Partien gegen Wales oder Montenegro.

http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Mehr-Konzerte-sind-eine-Utopie/story/24302492

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. August 2010, 07:04 
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Berner Zeitung, 11.08.2010

Standpunkt: Warum nicht Kaenzig neben Niedermaier?

Die Aussagen der Investoren Benno Oertig und Andy Rihs lassen keinen Zweifel daran, dass es ihnen nebst Respekt vor Stefan Niedermaier vor allem an zwei Dingen mangelt: Fachwissen und Realismus. Ein Standpunkt von BZ-Sportjournalist Fabian Ruch.

Ist YB ein zukünftiger Champions-League-Sieger? Bewegt sich der Berner Verein in seiner «20 bis 30 Jahre langen Hochphase» bald auf Augenhöhe mit Bayern München und Real Madrid, Inter Mailand und Manchester United? Die Aussagen der Investoren Benno Oertig und Andy Rihs lassen keinen Zweifel daran, dass es ihnen nebst Respekt vor Stefan Niedermaier vor allem an zwei Dingen mangelt: Fachwissen und Realismus. YB müsse in Zukunft nicht nur in der Schweiz ein Titelkandidat sein, erklärten die Investoren, und das war nur eine von zahlreichen naiven Aussagen, als sie Ilja Kaenzig vorgestern als Nachfolger Stefan Niedermaiers bei YB und im Stade de Suisse vorstellten. Natürlich befiehlt, wer zahlt, aber selten hat es eine unsinnigere Entscheidung gegeben, als den erfolgreichen, beliebten Niedermaier zu entmachten. Wie wenig Vertrauen die Geldgeber in den Verein besitzen, bewies die Tatsache, dass die gesamte (ungenügende) Kommunikation am Montag von einer externen Firma durchgeführt wurde. Die Agentur Contractmedia ist ein Spezialist für Krisen und heikle Fälle, und so gesehen passt das ja ganz gut – denn die Absetzung Niedermaiers ist vor allem eine kolossale Fehlentscheidung.

Die Reaktionen auf den nicht nachvollziehbaren Umsturz bei den Young Boys schwanken zwischen Trauer und Wut, Ärger und Unverständnis, und man muss es so brutal beschreiben: Das war eine Art Verbrechen am Verein. Das heikle Gebilde mit Fussballklub und Stadion funktionierte glänzend, der Topvermarkter Stefan Niedermaier hat wirtschaftlich einen exzellenten Job erledigt, YB ist in seiner Amtszeit auch sportlich stetig gewachsen – nicht gerade in Bayern-München-Dimensionen, aber in Sphären (über 15'000 Mitglieder, über 22'000 Zuschauer im Schnitt), die kaum einer für möglich gehalten hätte. Doch für die «Wachstumsphase 3» war das zu wenig. Die Fanklubs protestierten gestern mit einem offiziellen Schreiben, die Sponsoren überlegen sich einen offenen Brief, viele Angestellte sind schockiert, die Spieler zumindest überrascht. Medien und Beobachter schliesslich nahmen die der Eitelkeit geschuldete Demontage Niedermaiers grösstenteils fassungslos auf.

Ein Mitglied der Stadionbesitzer, Fritz Bösch, war in den unschönen Vorgang gar nicht erst involviert. Und wie unbedarft die Stadionbesitzer ihren Entscheid fällten, beweist auch die Tatsache, dass sie allen Ernstes dachten, sie würden allenthalben gefeiert werden, weil es ihnen gelang, den Fussballfachmann Ilja Kaenzig zu verpflichten. Kaenzig jedenfalls ist kein grosser Vorwurf zu machen. Der «Blick»-Sportchef hat ein interessantes Jobangebot erhalten und die Gelegenheit gepackt, nach teilweise missglückten Engagements wieder im Fussballbusiness tätig zu sein. Er steht jetzt unter Druck, sein Leistungsausweis wird durchaus kontrovers beurteilt. Aber: Er hat auf jeden Fall eine faire Chance verdient. Und wenn der frühere Leverkusen- und Hannover-Geschäftsführer sagt, YB-Trainer Vladimir Petkovic besitze Qualitäten, brauche aber natürlich Erfolg, so gilt das noch viel mehr für ihn. Bereits in seinen ersten Stunden als neuer starker Mann im Stade de Suisse hat Kaenzig unter Beweis gestellt, dass er die Aufgabe nicht unterschätzt. Er hat zum Beispiel den Kontakt zu den entsetzten Fans gesucht und ist mit seinen ausserordentlichen Szenekenntnissen sicher ein Gewinn.

Warum aber wurde Ilja Kaenzig nicht an die Seite Stefan Niedermaiers gestellt, wenn die Besitzer finden, es fehle an sportlichem Knowhow im Verein? Kaenzig als Verantwortlicher bei YB, Niedermaier als Chef im Stadion, vielleicht hätte das funktioniert. Aber, natürlich, Fussball ist ein Tagesgeschäft, und vielleicht herrscht rund um YB schon in zwei Wochen wieder Euphorie, wenn das Team die Champions-League-Qualifikation realisiert. Und einen Titel können die Young Boys in dieser Saison selbstverständlich immer noch gewinnen, das Team steht vor schönen Zeiten. Einen (weiteren) Imageschaden jedoch hat der Verein auf jeden Fall erlitten, mal wieder steht der «BSC Hollywood» durch eine Entlassung zur Unzeit in den Negativschlagzeilen. Es ist tragisch für YB, aber läuft für einmal vieles reibungslos und steht man vor dem grössten Erfolg, wird die Unruhe von oben gleich selber produziert.

Man darf die Entwicklung mit allergrösster Spannung verfolgen, schliesslich war Ilja Kaenzig als «Blick»-Sportchef in den letzten Monaten verantwortlich für oft eher kritische Beiträge des Boulevards über YB. Auch für die Mannschaft ist der Rummel so kurz vor den Partien gegen Tottenham in den Champions-League-Playoffs eine Belastung. Für die unverständliche Entlassung Niedermaiers hätte es keinen unpassenderen Zeitpunkt gegeben.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Standpunkt-Warum-nicht-Kaenzig-neben-Niedermaier/story/31866213

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 11. August 2010, 08:25 
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Berner Zeitung, 11.08.2010

Wer bei YB das Sagen hat

Wer hat das Sagen im Stade de Suisse und bei YB?

Das 2005 eröffnete Stade de Suisse wurde vom Berner Bauunternehmer Bruno Marazzi erbaut. Für die Finanzierung des über 350 Millionen Franken teuren Stadions gewann er Coop, Suva und die damalige Winterthur-Versicherung. Die kommerzielle Mantelnutzung mit dem Einkaufszentrum (Wankdorf Center) und der Stadionbetrieb (Stade de Suisse) laufen unabhängig voneinander.

Zum Stadionbetrieb gehören neben den YB-Matches auch Events (Konzerte, Feste, andere Sportanlässe) und Businessveranstaltungen (Kongresse, Bankette etc.). Für den Stadionbetrieb gründete Marazzi 2002 die heutige Stade de Suisse Nationalstadion AG, welche den Status einer Stockwerkeigentümerin hat. 2004 stieg Marazzi aus der AG aus. Gleichzeitig wurde die Sport und Event Holding AG gegründet, welche die Nationalstadion AG zu 100 Prozent besitzt. Seit 2008 gehört die Holding Andreas und Hans Ulrich Rihs (Gründer der Hörgeräte-Firma Phonak), dem Lysser Unternehmer Fritz Bösch (Feintool) und Benno Oertig, Chef der Intrum-Justitia-Gruppe.

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