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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2009, 08:54 
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Blick, 06.10.2009

YB: Dubioses Tier bewacht schon den Titel

BERN - In Bern ist definitiv die Meistereuphorie ausgebrochen. Ein Tier schiebt vor dem Stadion Wache.

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Gleich beim Stadiontor (Block A) bewacht neu ein Tier den YB-Titel 2010. Unklar auch für Tierexperten, ob es eine Kuh, einen Stier oder doch den YB-Biber darstellen soll.

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Kreative YB-Fans sind bereits in Meister-Euphorie verfallen.

«Wer seit Jahren regelmässig an die YB-Spiele ging, hatte sich längst daran gewöhnt, dass am Ende meistens die andern lachten», schreibt Pedro Lenz in seiner BLICK-Kolumne. Und weiter: «Selbst als YB im Cupfinal gegen Sion zwei zu null führte, waren fast alle sicher, dass YB den Match noch verliert.»

Das soll in dieser Saison alles ganz anders werden. YB führt in der Rangliste mit sieben Punkten Vorsprung, der erste Titel seit 23 Jahren (!) liegt in der Luft.

Die euphorisierten YB-Fans glauben in diesem Jahr nicht an die guten Geister, sondern schwören jetzt auf Tiere!

Ein dubioses, 2-Meter-Grosses Tier, wohl ein Stier, schiebt nämlich seit letzter Woche vor dem Stade de Suisse Wankdorf «Titelwache».

Unbekannte Fans haben das selber gebastelte Bild vor dem Stadion-Sektor A an eine Säule geklebt.

Das arme Tier wird noch lange durchhalten müssen, schliesslich sind erst 12 Runden gespielt. (zbi)

http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/dubioses-tier-soll-titel-bewachen-130195

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2009, 08:58 
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Blick, 06.10.2009

Doktor Petkovic und die gelbschwarze Rakete

BLICK-Kolumnist Pedro Lenz über YB-Trainer Vladimir Petkovic, seine Sprachkünste und das Meisterfunkeln in seinen Augen.

Bern ist die Stadt der Stänkerer. Jahrelang waren an YB-Spielen praktisch nur negative Kommentare zu vernehmen. Lange vor dem Spiel jammerten manche Tribünengäste schon präventiv über die erwartete Niederlage. Nein, auch diesmal werde es nicht reichen, sagten die selbsternannten Experten zwischen zwei Bissen in die fettige YB-Wurst. Der eine sei ausser Form, der andere sei sowieso nicht gut genug, der Trainer habe keine Ahnung und überhaupt sei man nur ans Spiel gekommen, weil der Kollege einen überredet habe.

Selbst im letzten Frühling, als YB im Cupfinal gegen Sion zwei zu null führte, waren fast alle sicher, dass YB den Match noch verliert. Wer seit Jahren regelmässig an die YB-Spiele ging, hatte sich längst daran gewöhnt, dass am Ende meistens die andern lachten. Aber es waren nicht die Niederlagen, die wirklich schmerzten, sondern dieser unglaubliche Pessimismus auf den Rängen, der wie ein böser Virus alle angesteckt zu haben schien.

Inzwischen ist der böse Virus besiegt. Die gelbschwarzen Fans sind keine Stänkerer mehr. Die Medizin hat viele Namen, aber der Doktor heisst Vladimir Petkovic. Der ehemalige Sozialarbeiter bringt an Pressekonferenzen regelmässig die schönsten Sätze:

«Das war gute Frage, aber ich gebe Ihnen jetzt gutes Antwort!», «Ich sage es Deutsch und ich sage es deutlich!», «Wenn wir kommen sechs, sieben, acht, neun Mal schnell mit viel Spieler in Strafraum, gibt es Tor oder gibt es Penalty, aber etwas gibt es immer!»

Oft wurde geschrieben, Vladimir Petkovic sehe aus wie der Filmstar George Clooney. Das ist dummes Gerede. Wer Vladimir Petkovic genau ansieht, bemerkt, dass er aussieht wie ein Meistertrainer. In seinen Augen funkelt der Glanz des Meisterpokals. Sagen wir es Deutsch und sagen wir es deutlich: Petkovic hat längst die gelbschwarze Meisterrakete gezündet!

http://www.blick.ch/sport/kolumne-pedro-lenz-126761

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2009, 08:59 
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Der Bund, 06.10.2009

YB auf einer Welle der Begeisterung

Drei Wochen bestreitet YB nun keine Super-League-Partie. Die Berner blicken der Zukunft aber sehr zuversichtlich entgegen.

Der Spielplan der Super League ist gewöhnungsbedürftig, zum zweiten Mal in kurzer Zeit bestreiten die Vereine nun wegen Länderspiel- und Cupterminen drei Wochen lang kein Ligaspiel. «Eigentlich ist dieser Unterbruch schade», sagt YB-Torhüter Marco Wölfli, der in den nächsten Tagen mit der Schweiz die WM-Qualifikation sicherstellen will. «Auf der anderen Seite ist es aber schön, mit so einer guten Ausgangslage in die Pause zu gehen.» 7 Punkte liegt YB vor Xamax, der Meister aus Zürich liegt nach zwölf Runden bereits 16 Punkte zurück – und der vermutlich härteste Konkurrent Basel hat sich nach dem Fehlstart zwar eindrucksvoll zurückgemeldet, aber auch der Rückstand des FCB beträgt schon 10 Punkte. «Wir dürfen uns aber nicht ausruhen, es kann schnell gehen», sagt YB-Captain Wölfli.

Die Young Boys wissen Bescheid, wie rasch sich die Lage mit der Dreipunkteregel für einen Sieg ändern kann. In der letzten Winterpause lagen die Berner 10 Punkte hinter Zürich. Nach drei Spieltagen im Frühling hatte der FCZ noch drei Einheiten Vorsprung. Seit Wochen weist deshalb YB-Trainer Vladimir Petkovic auf die Kurzlebigkeit einer Erfolgsserie hin: «Wir haben viele Punkte gesammelt, doch Meister wird nur, wer ständig konstant agiert.»

Welttorjäger Doumbia?

Derzeit deutet wenig auf ein Ende des gelb-schwarzen Höhenflugs hin. Der FCZ und der FCB werden bis zur Winterpause noch viermal unter der Woche im Europacup engagiert sein – und YB strotzt vor Selbstvertrauen. Mit Fünfsternestürmer Seydou Doumbia steht der Erfolgsgarant schlechthin im Kader der Berner. Der Ivorer (13 Tore in 11 Partien) könnte diese Saison sogar zum weltweit erfolgreichsten Torjäger avancieren – aktuell besitzt nur der Uruguayer Luis Suarez (12 Tore in 9 Spielen) von Ajax Amsterdam eine bessere Bilanz.

Bis zum Sonntag, 18.Oktober, und dem Cup-Sechzehntelfinal beim Challenge-League-Verein Yverdon bestreitet YB nun kein Pflichtspiel. Am Freitag steht der OBI-Cup gegen den Bundesligisten Schalke 04 auf dem Programm, als attraktives Vorspiel ist die Abschiedspartie des langjährigen YB-Stürmers Thomas Häberli angesetzt. Und gestern genossen jene Fussballer, die nicht mit nationalen Auswahlen unterwegs sind, ein wenig Wellness. «Der Zusammenhalt im Team ist riesig», sagt Mittelfeldspieler David Degen. «So etwas habe ich noch nie erlebt.»

Bald Konkurrenzkampf

Trainer Petkovic hat in den letzten Wochen selten personelle Änderungen vorgenommen – doch an Alternativen mangelt es keineswegs. Mit den gesperrten Degen und Marco Schneuwly sowie den verletzten Mario Raimondi und Matar Coly fehlten am Sonntag, beim 4:0 gegen Aarau, vier potenzielle Stammspieler. Der kräftige Stürmer Coly überzeugte im Training bereits mit Wucht und Schussstärke. Und der grossartige Mittelfeldspieler Thierry Doubai dürfte nach seinen zwei Kreuzbandrissen eher früher als später einen Stammplatz erobern. Es wird für Trainer Petkovic nicht einfach, alle Ansprüche zu befriedigen.

Heimspiele gegen Verfolger

Die Euphorie im Anhang ist beinahe grenzenlos. Fast 25000 Zuschauer waren gegen den Tabellenletzten Aarau im Stade de Suisse – und draussen vor dem Stadion hat ein kreativer Fan zur Sicherheit eine Titelwache an ein Metallgehäuse gemalt. Der Hunger auf den ersten Meistertitel seit 1986 ist in Bern riesig. Bis zur Winterpause tritt YB noch dreimal im Stade de Suisse an: Gegner sind der Vierte Luzern (1.11.) und zum Abschluss nacheinander der Dritte Basel (29.11.) und der Zweite Xamax (5.12.). Der Zuschauerschnitt von fast 21000 Besuchern dürfte Richtung FCB-Dimensionen (23000) ansteigen.

http://www.derbund.ch/zeitungen/sport/Auf-einer-Welle-der-Begeisterung/story/23983420

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Dienstag 6. Oktober 2009, 18:04 
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gelungene idee....nur was ist es jetzt ein stier oder eine kuh? und warum nicht ein bär?

fragen über fragen ......


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 08:53 
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Der Bund, 07.10.2009

«Fussballfans haben ein Imageproblem»

SFV-Präsident Peter Gilliéron, YB-Chef Stefan Niedermaier, YB-Fan Clemens Friedli und YB-Fanvertreter Adrian Werren diskutieren über die Probleme mit Fussballanhängern – und wie man sie lösen könnte.

Peter Gilliéron, Sie haben kürzlich gesagt, Fangewalt sei Ihr grösstes Problem als SFV-Präsident.

Peter Gilliéron: Ich möchte das gerne präzisieren. Man muss die Gewalt im Fussball bekämpfen. Aber es ist ein kleiner Prozentsatz aller Stadionbesucher, der betroffen ist. Ich bin selber ja auch ein Fan und verhalte mich wie die meisten Zuschauer anständig. Für mich sind Leute, die gewalttätig sind oder Pyros zünden, sowieso keine Fans. Das sind Hooligans oder Chaoten. Gegen sie müssen wir vorgehen. Es gibt 130000 Jugendliche in der Schweiz, die Fussball spielen, sie brauchen ein positives Bild unserer Sportart. In der Schweiz ist eine latente Angst vorhanden, dass jederzeit etwas passieren kann. Das stört mich. Manchmal reicht Prävention nicht, dann brauchts Repression.

Stefan Niedermaier, sind Fussballfans wirklich ein Problem?

Stefan Niedermaier (überlegt lange): Einerseits ja, wenn sie sich falsch verhalten. Auf der anderen Seite aber natürlich nicht. Repression muss sein, ohne Frage. Wenn einer Mist macht, muss er bestraft werden. Man muss den Dialog mit den Fans fördern. Eigentlich passiert innerhalb der Stadien sehr wenig, und das ist gut so. Und natürlich sind wir manchmal im Sandwich zwischen den Ansprüchen des Verbandes oder der Liga sowie den Fans. Aber wie Herr Gilliéron gesagt hat: Die grosse Mehrheit aller Zuschauer ist anständig.

Clemens Friedli, warum stehen die Fussballfans in der Kritik?

Clemens Friedli: Da wird leider vieles überzeichnet. Physische Gewalt existiert in Schweizer Fussballstadien kaum. Da sehe ich überhaupt keine latente Gefahr, wie sie Herr Gilliéron beschreibt. Auch Vandalismus gibt es selten. Ich glaube, in erster Linie ist es eine Frage der Definition. Pyros gehören für viele halt zur Fussballkultur. Wenn aber eine Pyro als Waffe missbraucht wird, ist das inakzeptabel.

Adrian Werren, wie beurteilen Sie das als engagierter Fanvertreter?

Adrian Werren: Ich sehe die Fussballfans auch nicht in einem schlechten Licht. Herr Niedermaier hat etwas sehr Wichtiges gesagt: Man muss den Dialog mit den Fans fördern. Man muss sie einbinden, man muss ihnen Respekt entgegenbringen. Das vermissen wir teilweise sehr stark. Wir bemühen uns zum Beispiel seit Monaten um einen Termin bei Ligapräsident Thomas Grimm. Oder ein anderes Beispiel: Als es vor kurzem eine grosse Tagung zum Thema Fanproblematik mit Verband, Liga, Kantonen, Städten und Vereinen gab, wurde vergessen, die Fanarbeit Schweiz einzuladen.

Gilliéron: Das ist unglücklich. Aber ich bleibe dabei: Es gibt gewisse Kreise, welche die Grenzen überschreiten. Ich habe Bilder gesehen, auf denen man sieht, wie Fans, oder eben besser Hooligans, eine Toilette zerstört haben. Das geht einfach zu weit.

Werren: Es gibt leider immer Anhänger, welche die Grenzen ausloten und überschreiten

Gilliéron:das ist jetzt ein schöner Steilpass, denn wer die Grenzen überschreitet, der muss bestraft werden. So ist das auch im Leben. Es kostet die Vereine immer viel Geld, wenn sich die Fans nicht an die Regeln halten.

Stefan Niedermaier, wie viel haben Sie 2008 an Fanbussen bezahlt?

Niedermaier: Rund 150000 Franken.

Friedli: Und niemand weiss, wohin dieses Geld genau fliesst. Es wäre am besten, wenn man dieses Geld vollumfänglich in die Prävention stecken würde.

Gilliéron: Das stimmt. Das muss man besser organisieren.

Werren: Auch da müsste der Dialog mit der Fanarbeit besser sein. Wir sind an der Basis, wir wissen, wie man das Geld am sinnvollsten nutzt. Bei YB gibt es 80 Stellenprozente für die Fanarbeit, da müsste von der Liga und vom Verband mehr Unterstützung kommen. Denn wir können Einfluss nehmen auf jene Fans, die sich danebenbenehmen.

Friedli: Ja, und wenn 1000 YB-Fans zum Beispiel nach St.Gallen reisen, dann sind es bloss 20, 30, die Probleme bereiten.

Werren: St.Gallen ist ein gutes Stichwort, da gab es ja vor einigen Wochen auch Ausschreitungen mit YB-Fans. Ich war dabei, und man muss einfach auch mal sagen, dass sich die Polizei nicht immer optimal verhält. Ein Anhänger hat an einem Zaun gerüttelt, er war alkoholisiert. Zwei Kollegen und ich wollten eingreifen und ihn zurückholen, aber da hat die Polizei uns bereits mit Pfefferspray und später mit Gummischrot beschossen. Die Verhältnismässigkeit muss einfach gewahrt werden.

Gilliéron: Solche Vorfälle sind nicht ideal. Aber es muss ja auch nicht sein, dass dann gleich 20, 30 Leute die Gelegenheit nutzen und sich eine Strassenschlacht mit der Polizei liefern.

Friedli: Natürlich nicht. Aber das ist doch eher ein allgemeines Gesellschaftsproblem.

Gilliéron: Einverstanden. Aber als Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes versuche ich dort Einfluss zu nehmen, wo ich kann. Und mich stört auch die Feindseligkeit bei den Fangesängen, sie ist dafür verantwortlich, dass sich Aggressionen bilden und nach dem Spiel ausgelebt werden.

Friedli: Aber es gibt doch genug Gesetze, um Fans zu bestrafen, die sich nicht an die Regeln halten. Es braucht keine Schnellrichter. Und schon gar nicht braucht es Polizisten im Stadion. Stellen Sie sich vor, 30 Polizisten stürmen einen Fanblock, dann solidarisieren sich doch die Anhänger, das Resultat ist eine wüste Schlägerei. Man sollte auch einmal sehen, wie viele positive Impulse aus der Fankurve kommen. Ohne sie gäbe es keine Stimmung, keine Gesänge, keine Choreografien.

Gilliéron: Ja, das sehe ich auch, ich freue mich jedes Mal, wenn es eine schöne Choreografie gibt. Aber ich denke auch an die vielen Fans, die irgendwo im Stadion sitzen und ein Anrecht auf eine saubere, ungefährliche Veranstaltung haben. Wir überlegen uns jetzt Polizeieinsätze in den Stadien. Und in Sachen Pyros sind die Fronten verhärtet.

Friedli: (lacht) Da werden wir uns kaum einig.

Fordern Sie denn eine Legalisierung der Pyros?

Friedli: Ja. Erstens würde es den Reiz des Verbotenen nehmen. Zweitens ist selten etwas Schlimmes passiert mit Pyros. Und drittens könnte man genau bestimmen, wann und wie lange gezündet wird. Beispielsweise vor dem Spiel, in der Pause und nach dem Match.

Werren: Ja, das wäre vom Verband und der Liga ein starkes Zeichen. Man würde die Fans und die Vertreter der Fankultur der Ultras, die ja oft zünden, sehr stark in die Pflicht nehmen.

Gilliéron: Ich nehme diese Forderung natürlich zur Kenntnis. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie jemals akzeptiert wird. Es ist zu gefährlich. Es muss nur einer von 20000 durchdrehen. So eine Pyro ist wie eine Waffe, und es gibt ein Sprengstoffgesetz. Die Schweiz kann doch keine Insel sein.

Friedli: Pyros werden allerdings in sehr vielen Ligen gezündet...

Gilliéron:...illegal...

Friedli:...ja, und solange es illegal ist, ist es für diese Fans eine Herausforderung.

Gilliéron: Man kann doch auch nicht einfach die Geschwindigkeit auf den Strassen freigeben mit dem Argument, die Leute seien vernünftig genug, damit umzugehen. Irgendeiner wird immer unvernünftig sein.

Es scheint, als ob die Pyros der grosse Streitpunkt seien.

Werren: Ja, denn Fangesänge wie «Scheiss Basel» oder «Scheiss YB» wird es immer geben, das stört mich auch nicht gross.

Gilliéron: Sie sind aber unnötig und erschrecken Familien und Kinder. Zumal ja oft noch viel schlimmere Ausdrücke verwendet werden und es rassistisch und sexistisch wird.

Friedli: (energisch) Nein, das stimmt nicht, Rassismus und Sexismus herrschen in den Kurven selten bis nie vor. In Bern zumindest wird das sofort unterbunden, da gibt es eine interne Kontrolle. In dieser Beziehung hat der Fanverein «HalbZeit» mit der Aktion «Gemeinsam gegen Rassismus» enorm viel bewirkt.

Gilliéron: Verglichen mit anderen Dingen sind diese Gesänge harmlos, einverstanden. Physische Gewalt erachte ich aber nicht als Kleinigkeit. Ausschreitungen, Schlägereien und Vandalismus müssen hart bestraft werden. Sie schaden dem Fussball.

Werren: Der Fussball wird als Plattform missbraucht. Und oft arbeiten auch Sicherheitsleute schlecht oder provozieren Fans. Meistens dauert die Kontrolle vor einem Gästestadion sehr lang. Und wenn die Security zwanzig Minuten vor Spielbeginn merkt, dass die Zeit nicht reicht, werden einfach die Tore geöffnet.

Niedermaier: Im Stadion ist die physische Gewalt deutlich zurückgegangen. Im Stade de Suisse hatten wir in drei Jahren nur zwei, drei Zwischenfälle.

Inwieweit haben denn die Fanarbeiter die Szene im Griff?

Werren: Es ist nicht immer einfach. Aber dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit YB und dank Stefan Niedermaier, der uns anhört und respektiert, sind wir auf einem guten Weg.

Friedli: Hinzu kommt ein anderer Aspekt: Vor zehn Jahren waren es 2000 Zuschauer an den Heimspielen im alten Wankdorf, im Neufeld hatte YB 7000 Besucher im Schnitt, jetzt sind es dreimal so viele und über 20000. Da hat es viele neue Fans.

Werren: Und leider fehlen uns, wie bereits einmal gesagt, die finanziellen Mittel, um noch mehr machen zu können. Wir planen jetzt bei YB eine Aktion mit dem Namen «U16». Da können Jugendliche ohne Begleitung der Eltern mit uns ein Spiel besuchen. Und wir kümmern uns dann um sie. Rauchen, Kiffen und Alkohol sind strikt verboten, wir wollen diese Jungen heranführen an eine saubere und ordentliche Fankultur. Aber das kostet Geld, es braucht ja Leiter, denen man zumindest das Eintrittsticket und die Zugfahrt bezahlen muss. Von der Liga oder vom Verband erhalten wir keine Unterstützung.

Gilliéron: Dieses Projekt finde ich eine sehr gute Sache. Und ich nehme die Anliegen der Anhänger ernst. Wir müssen den Dialog mit den Fans verbessern. Aber es ist ein Geben und Nehmen.

Was gibt es für weitere Möglichkeiten bei der Problembewältigung? «Null Toleranz» ist ein beliebtes Stichwort. Und es könnte einen Fanpass wie in Italien geben, wo sich jeder Zuschauer registrieren lassen muss.

Gilliéron: Fanpass ist ein heikler Ausdruck, das ist mir bewusst. Die Fans sollen bestimmt nicht fichiert werden. Aber es könnte einen Fairplay-Pass geben, in Zusammenarbeit mit der Fanarbeit. Wer nichts Illegales macht, hat ja auch nichts zu befürchten.

Friedli: Der Fanpass ist bereits einmal kolossal gescheitert. Ich fände es gut, würde man die Fans in solche Gedanken einbeziehen. Es kann nicht immer alles nur von oben kommen, sonst entsteht unten bei uns sofort ein Abwehrreflex. Und es geht nicht um Schwerverbrecher, sondern zum Beispiel um 16-jährige Ultras, die friedlich sind und mit dem Zünden von Pyros Stimmung erzeugen wollen.

Gilliéron: Aber wir haben zum Glück eine Demokratie in der Schweiz. Man muss abwarten, was entschieden wird.

Werren: Ich finde es gut, war Herr Gilliéron zu diesem Gespräch bereit. Wir merken jetzt, dass wir ihm nicht egal sind. Und so wie ich verstanden habe, liegen wir gar nicht so weit auseinander. Auch wir distanzieren uns von physischer Gewalt, Vandalismus oder Rassismus. Bei den Pyros mag das ein wenig anders aussehen (lacht). Aber Verletzte gab es da bis jetzt keine.

Aber Bussen für die Vereine. Könnte ein Klub nicht noch mehr Einfluss nehmen auf die Fans?

Niedermaier: Wir haben den Fans versprochen, dass Sie Stehplätze im Stade de Suisse erhalten, wenn bei Heimspielen keine Pyros gezündet werden. Das hat zuletzt funktioniert. Der Dialog klappt. Aber so viel Einfluss haben wir nicht. Das wäre auch nicht gut.

Friedli: Eine gewisse Autonomie ist wichtig. Die Fans an der Basis würden es nicht akzeptieren, wenn sich der Verein zu sehr in unsere Belange einmischen würde. Nicht nur der Klub hat Macht, auch die Fans. Und wenn Anhänger Pyros zünden wollen, dann können sie das immer tun.

Niedermaier: Die Fans sind unser wichtigstes Kapital, vielleicht nicht finanziell, aber emotional.

Werren: Fussballfans haben leider ein Imageproblem...

Friedli: ...ja, ein massives. Der Fussballfan ist besser als sein Ruf. Aber am schlechten Image sind die Medien nicht schuldlos. Wenn Pyros gezündet werden, wird das sofort mit grossem Bild illustriert, das sieht spektakulär aus, und in der Bildlegende steht geschrieben: Fanatiker am Werk oder Chaoten oder sogar Hooligans. Dabei ist Pyro keine Gewalt.

Werren: Es ist schon nicht fair, wenn eine wunderschöne Choreografie nicht einmal erwähnt wird, aber die negativen Begleiterscheinungen ständig.

Niedermaier: Der schlechte Ruf der Fans ist in der Tat nicht nachvollziehbar. 98 Prozent der Fussballfans sind friedlich und sorgen für beste Unterhaltung.

Gilliéron: Das Image ist auch selbst eingebrockt. Beinahe in jeder Runde kommts zu Zwischenfällen, auch in Extrazügen.

Werren: Wir laden Sie gerne einmal auf eine Fahrt in einem YB-Extrazug ein, dann sehen Sie, dass da eine strenge Selbstregulierung unter Fans herrscht.

Niedermaier: Das ist in der Tat eine interessante Erfahrung. Ich war auch schon dabei, und ich fand das Verhalten der Anhänger mehrheitlich in Ordnung.

Gilliéron: Dieses Angebot würde ich nicht ablehnen. Es interessiert mich, wie sich die Fans in einem Extrazug organisieren.

Friedli: Ja, und für uns wäre das ein wertvolles und schönes Zeichen, weil es zeigen würde, dass wir dem Verband und der Liga doch nicht egal sind.

http://www.derbund.ch/sport/fussball/Fussballfans-haben-ein-Imageproblem/story/16335899

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 11:12 
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danke jungs für euer engagement!

zu den Bussen von rund Fr. 150'000.-- pro saison.

ich denke, da profitieren doch am schluss alle ein wenig. die fans welche pyros zünden und dadurch ein gute stadionatmosphäre schaffen. YB sprich den stadionbetreiber, da durch die "gute" atmosphäre viele leute ins stadion kommen, so nach dem motto "da gehts ziemlich ab bei den heimspielen, da will ich auch dabei sein". diese zusätzlichen zuschauer generieren natürich wiederum mehreinnahmen für yb. der sfv als letzter welcher einen anständigen zustupf erhält, indem er das "fehlverhalten" der fans den verein büsst.

die frage ist deshalb mehr als berechtigt, was macht eigentlich der sfv mit diesen einnahmen? firmenausflüge, honorare, jass-turnier jackpot???


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 14:33 
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Grizzly hat geschrieben:
danke jungs für euer engagement!

zu den Bussen von rund Fr. 150'000.-- pro saison.

ich denke, da profitieren doch am schluss alle ein wenig. die fans welche pyros zünden und dadurch ein gute stadionatmosphäre schaffen. YB sprich den stadionbetreiber, da durch die "gute" atmosphäre viele leute ins stadion kommen, so nach dem motto "da gehts ziemlich ab bei den heimspielen, da will ich auch dabei sein". diese zusätzlichen zuschauer generieren natürich wiederum mehreinnahmen für yb. der sfv als letzter welcher einen anständigen zustupf erhält, indem er das "fehlverhalten" der fans den verein büsst.

die frage ist deshalb mehr als berechtigt, was macht eigentlich der sfv mit diesen einnahmen? firmenausflüge, honorare, jass-turnier jackpot???


Du noch noch die Presse vergessen aufzuführen! Sogenannte Chaotenbilder mit flaschen Behauptungen erhöht die Auflage massiv.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 8. Oktober 2009, 08:37 
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20min.ch, 08.10.2009

Via Schweiz in den Himmel

Doumbia, Yapi, Doubaï - die grossen Stars der Berner Young Boys stammen von der Elfenbeinküste. Das ist kein Zufall. Und nützt nicht nur YB, sondern auch dem ivorischen Verein AS Athletic Adjamé. Weitere Hoffnungsträger stehen schon bereit.

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Vor knapp zwei Jahren hat YB einen Partnerschaftsvertrag mit einer Fussballschule in Abidjan geschlossen - ein Geschäft zu beiderseitigem Nutzen.

Halb Fussball-Europa interessiert sich derzeit für den YB-Stürmer Seydou Doumbia. Der 21-Jährige kam letzten Sommer nach Bern, wurde auf Anhieb Torschützenkönig und ist auch jetzt wieder der treffsicherste Spieler der Schweiz.

Bis zu 15 Millionen Franken wurden YB schon geboten - doch der Klub blieb hart: «Doumbia ist unverkäuflich, wir brauchen ihn, um Meister zu werden», erklärte Stefan Niedermaier, Chef des Stade de Suisse und YB-Verwaltungsratsdelegierter, jedem Interessenten.

Trotzdem: Beobachter gehen davon aus, dass Doumbia spätestens nächsten Sommer in eine Top-Liga verkauft wird - was YB einen wahren Geldsegen bescheren dürfte. Spätestens dann wird sich erweisen, was für ein lukratives Geschäft der Partnerschaftsvertrag mit der AS Athletic Adjamé ist.

Denn Doumbia ist ein Zögling von Athletic, er hatte sich als knapp 19-Jähriger nach Japan «verirrt» und war dort - als einziger Afrikaner in der Liga - so unglücklich wie erfolglos. Athletic-Präsident Olivier Koutoua gab Niedermaier den Tipp, dieser wagte das Experiment - der Rest ist bekannt.

Weitere Ivorer in der Warteschleife

Niedermaier hatte den Mut auch deshalb, weil zuvor bereits Doumbias Freund Thierry Doubaï in Bern eingeschlagen hatte. Bald soll dessen kleiner Bruder Pascal nachfolgen, mit Youssouf Traore ist ein weiteres Talent bereits in Bern eingetroffen.

Budget verdoppelt

«Athletic ist so eine Art Milchkuh für YB», sagt der Journalist Elie Kambiré aus Abidjan - und meint das keineswegs negativ. Denn Athletic profitiert auch vom Deal. Dank YB hat der Verein sein Budget auf umgerechnet 87 000 Franken verdoppeln können. «45 Prozent davon werden durch den Schweizer Partner bezahlt», sagt Präsident Koutoua.

Mit Schweizer Geld hat der Klub einen Fitnessraum eingerichtet und plant den Bau eines eigenen Stadions. Aus Bern kam überdies kistenweise Sportmaterial - Trikots, Bälle und Trainingsmaterial aller Art.

YB ist sichtlich bemüht, das Abkommen mit Abidjan partnerschaftlich und fair umzusetzen. «Natürlich ist es unser Ziel, aussergewöhnliche Talente aus Abidjan zu uns holen zu können», räumt der YB-Verwaltungsratsdelegierte Stefan Niedermaier ein.

Wenn alle fünf Jahre ein Spieler gewinnbringend weiterverkauft werden kann, rentiert sich der Deal bereits. Wie es aussieht, liegt mit Doumbia sogar eine grosse Gewinnmarge drin.

Man wolle aber auch Athletic weiterentwickeln helfen, betont Niedermaier und sagt zusammenfassend: «Zu 70 Prozent geht es um Sport, zu 20 Prozent um Geld, zu 10 Prozent um Soziales.»

Yapi ist «Vater» und Chef

Wichtig ist für Niedermaier auch, dass sich die Spieler in Bern wohlfühlen, dass sie sozial integriert sind. Hier kommt Gilles Yapi eine Schlüsselrolle zu - auch er ist ein Ivorer, spielte früher in Frankreich und wechselte dann nach Bern. Für die anderen, teils blutjungen Ivorer ist er eine Art Vaterfigur.

Doch Yapi, der an der WM 2006 für die Elfenbeinküste spielte, ist in Bern nicht nur für seine Landsleute eine wichtige Figur. Er ist der unbestrittene «Chef» der 1. Mannschaft auf dem Platz - auch die Schweizer im Team hören auf den Regisseur mit der Nummer 10.

http://www.20min.ch/sport/fussball/story/Via-Schweiz-in-den-Himmel-29129603

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Montag 12. Oktober 2009, 08:49 
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Der Bund, 12.10.2009

Kritik am YB-Paragrafen

Bei Ausschreitungen von Hooligans zahlen Stadt und Kanton Bern. Die Berner Eishockey- und Fussballvereine entschädigen die Regierung dafür mit jährlich 120000 Franken. Möglich wäre viel mehr, sagen nun CVP und Linke.

Fussballspiele beginnen schon lange nicht mehr auf dem Rasen. Ausschreitungen vor und nach Sportveranstaltungen verlangen von den Behörden immer höhere Ausgaben für die Sicherheit. Die Berner Sportvereine BSC Young Boys und SC Bern bezahlen der Stadt Bern seit dem 1. Juli gemäss einem Vertrag jährlich je 60000 Franken an diese Kosten. Dabei soll es bleiben, wenn es nach dem Gemeinderat geht. Er hat die Regelung in seiner Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss verteidigt. Im März bestätigte das Bundesgericht jedoch eine Bestimmung des Kantons Neuenburg, laut welcher der Fussballclub Xamax 80 Prozent der Sicherheitskosten bei sogenannten Hochrisikospielen tragen muss. Damit ist diese Praxis schweizweit erlaubt.

Jahresbeitrag deckt zwei Spiele

Übertragen auf Bern, hiesse das: Spielt etwa YB gegen GC und es wird Randale befürchtet, würde die Sicherheit den BSC Young Boys rund 100000 Franken kosten. «Lächerlich gering» sei also im Vergleich dazu der Aufwand, den die Berner Vereine heute für die Sicherheit an ihren Sportanlässen erbringen müssten, befand ein Vorstoss von Stadtrat Luzius Theiler (gpb-da) mit Mitunterzeichnern aus den Reihen der Jungen Alternativen und des Grünen Bündnisses.

Der Druck auf die bernische Sonderregelung steigt. Stadträtin Edith Leibundgut (cvp) und ihre Fraktion haben im Mai eine Motion eingereicht. Sie fordert, dass Vereine bei «Hochrisikospielen» 50 Prozent der Sicherheitskosten tragen sollen, mindestens aber 30 Prozent. «Heute bezahlen die Steuerzahler allein im Kanton Bern weit über zwei Millionen Franken pro Jahr, um die Sicherheit rund um die Stadien zu garantieren», heisst es im Vorstoss.

«Einiges passiert»

Hat die Regierung YB und SCB zu sanft angefasst? Polizeidirektor Reto Nause verteidigt den Vertrag. «Er ist im letzten November abgeschlossen worden. Damals kannte man den Entscheid des Bundesgerichts noch nicht.» In der Zwischenzeit sei einiges passiert. Kommt die CVP-Motion durch, müssen neue Verträge ausgehandelt werden. «Ich hoffe, dass man nicht Einzahlungsscheine an die Klubs verschicken muss», sagt Nause. Der Vertrag zwischen den städtischen Behörden und den Vereinen SC Bern und BSC Young Boys stützt sich auf das Gebührenreglement der Stadt. Dieses sieht eine teilweise Gebührenbefreiung vor, «sofern diese im Interesse der Stadt liegt». Dass dieses Interesse wirtschaftlicher Natur sei, verneint Polizeidirektor Nause. «Die Young Boys und der SCB sind Imageträger», glaubt er. Es liege zudem in der Tradition der Stadt, dass sie hinter ihren Vereinen stehe.

Sollen sie deshalb auch von hohen Unkostenbeiträgen befreit werden? «Das ist eine schwache Begründung», meint Stadtrat Theiler. «Im Prinzip müsste man die Sportveranstaltungen gleich behandeln wie andere kommerzielle Anlässe», sagt er.

25000 Stunden Aufwand

Einig sind sich Theiler und Nause darin, dass der Sicherheitsaufwand für Sportveranstaltungen zurückgehen muss. Bis zu 25000 Stunden pro Jahr wendet die Kantonspolizei Bern dafür auf, schreibt die Regierung. Das Engagement der Clubs für Sicherheitspersonal und Fanarbeit liege ebenfalls «in Millionenhöhe». An die Kantonspolizei bezahlt die Stadt Bern eine jährliche Pauschale: 28,3 Millionen Franken – mit oder ohne Ausschreitungen. «Im Bereich Sicherheit müssen wir zu anderen Verhältnissen kommen», sagt Nause. Mit den Vereinen stehe man im Gespräch. «Sie investieren relativ viel, aber es reicht noch nicht.» Die Vereinbarung, dass die Kantonspolizei vor den Toren des Stadions zum Rechten sieht und der Verein im Innern, hat klare Verantwortlichkeiten geschaffen. Die BSC Young Boys und der SC Bern seien zudem bereit, gemeinsam vermehrt Anstrengungen zu unternehmen, sagt Nause.

Lösungen gesucht

Patentrezepte im Umgang mit gewaltbereiten Fans sucht die Politik auch weiterhin. Der Berner Polizeidirektor will aber mehr Härte von den nationalen Sportverbänden sehen. Um die Bestimmungen durchzusetzen, stünden diesen wirkungsvolle Sanktionen zur Verfügung, die zu wenig genutzt würden. Man könne etwa Geisterspiele durchsetzen, sagt er.

Theiler glaubt, dass die Politik mit Repression bei diesem Problem nicht weiterkomme. Er fordert auch eine neue Gebührenpolitik, weil er den Bemühungen der Vereine nicht über den Weg traut. «Wenn sie nicht verpflichtet wären, etwas für die Sicherheit im Stadion zu tun, würden sie nichts machen. Sie handeln rein aus wirtschaftlichem Interesse», meint er. Nause kontert: «Die Sportclubs wollen doch, dass Familien in die Stadien kommen. Fussball soll ein Fest sein – und nicht Krawall.»

http://www.derbund.ch/zeitungen/stadt_region_bern/Kritik-am-YBParagrafen/story/13140078

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2009/2010
 Beitrag Verfasst: Freitag 16. Oktober 2009, 10:20 
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Berner Zeitung, 16.10.2009

Erfolg und Sehnsucht locken die Massen an

Nach 23 Jahren träumen die YB-Fans vom Schweizer-Meister-Titel – und unterstützen ihre Mannschaft zahlreich im Stade de Suisse. Andere Berner NLA-Klubs spielen vor leeren Rängen. Erfolg und Ausstrahlung seien das Entscheidende, doziert der Experte Max Stierlin.

Volles Stadion bei YB – leere Halle bei den Handballern des BSV Bern Muri: Zu diesem Schluss führt eine Beobachtung der Zuschauerentwicklung ausgewählter Berner NLA-Klubs in den vergangenen drei Meisterschaften sowie der eben angelaufenen, allerdings nicht repräsentativen Saison. YB, Branchenprimus der Super League, profitiert einerseits vom anhaltenden Erfolg; andererseits sehnen sich die YB-Fans 23 Jahre nach dem letzten Meistertitel (1986) nach einem grossen Triumph. Allerdings kann eine Siegesserie Zuschauer auch «vertreiben», wie das Beispiel von Volley Köniz zeigt (siehe separaten Text). Diametral verläuft die Entwicklung beim BSV Bern Muri: Die Traditionssportart Handball hat mit neuen, trendigen Sportarten wie Unihockey Konkurrenz erhalten.

Auf die Zuschauerzahl habe es keinen Einfluss, ob Ausländer oder einheimische Spieler eingesetzt würden, sagt Max Stierlin, Dozent für Sport- und Gesellschaftsentwicklung an der Hochschule für Sport in Magglingen. Erfolg und Ausstrahlung seien das Entscheidende. «Die Fans wollen Sport auf höchstem Niveau sehen. Je mehr auf dem Spiel steht, desto grösser ist die Unterstützung.» Da spiele es keine Rolle, ob Fussballer, Eishockeyaner oder Volleyballer aus der Region stammen, meint Stierlin. Darin zeige sich die Globalisierung im Zuschauersport. Eigentlich sei sie ein Widerspruch, sagt der 64-Jährige. «Denn gerade die Fans, die sagen: ‹Wir haben gewonnen›, akzeptieren offenbar problemlos, dass immer mehr ausländische Profis auftreten. Diese werden dann als eigene betrachtet, wenn sie dem eigenen Team zum Sieg verhelfen. Das zeigt, dass in einer globalisierten Welt das Bedürfnis nach Zugehörigkeitsgefühlen in der Fangemeinschaft gesucht wird», sagt Stierlin. Eindrückliches Beispiel sei die Fussball-Nationalmannschaft. «Die Zuschauer kommen ebenso ‹verkleidet› zu den Spielen wie die Spieler, was die Identifikation mit ‹ihrer› Mannschaft erhöht.»

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Erfolg-und-Sehnsucht-locken-die-Massen-an/story/12335610


Die Zuschauer-Explosion bei YB

Von 2'500 Zuschauern im Wankdorf 1999 über 7'000 bis 9'000 Besucher in den Neufeld-Jahren auf über 20'000 Zuschauer derzeit im Stade de Suisse – die Euphorie um YB ist riesig. In Thun hingegen ist der Publikumszuspruch gesunken.

Gestern gab YB bekannt, erstmals mehr als 13'000 Mitglieder zu haben. Mittlerweile sind es genau 13026, und das hängt damit zusammen, dass jeder Dauerkartenbesitzer bei den Young Boys automatisch Mitglied ist. Und die Zuschauerentwicklung bei YB ist atemberaubend: Vor zehn Jahren kamen teilweise bloss 2'500 Besucher an die Heimspiele im alten Wankdorfstadion und in der NLB. Heute ist die Euphorie im Anhang schier grenzenlos, beim letzten Auftritt im modernen Stade de Suisse gegen den Tabellenletzten Aarau (4:0) erschienen fast 25'000 Personen. Das hängt, natürlich, vor allem mit dem sportlichen Erfolg des Vereins zusammen, der auf direktem Kurs zur ersten Meisterschaft seit 1986 steuert. Aber die innovativen Klubverantwortlichen organisieren auch immer wieder spezielle Mottos für Partien wie den Kids Day – und das Heimspiel gegen Aarau firmierte eben als Ladies Day. «Wir sprechen so Leute an, die vielleicht sonst nicht unbedingt an YB-Spiele kommen würden», sagt Stadion-CEO Stefan Niedermaier. «Und wir hoffen natürlich, dass sie dann wiederkommen, weil es ihnen gefallen hat.»

Mehr Frauen und Kinder

Mit beinahe 21'000 Besuchern im Schnitt dürfte es in dieser Spielzeit einen neuen Zuschauerrekord für die Young Boys geben. Und weil YB bis zur Winterpause noch drei attraktive Heimspiele gegen den Vierten Luzern (15.Runde, 1.November), den Dritten Basel (17.Runde, 29.November) und den Zweiten Xamax (18.Runde, 6.Dezember) austragen darf, würde es nicht überraschen, wenn der Rückstand auf Zuschauerprimus Basel (bis jetzt rund 23000 Besucher im Schnitt) noch deutlich kleiner wird.

In den letzten Jahren stieg der Zuschauerschnitt bei YB von rund 14000 in der Saison 2006/ 2007 auf 18'571 vorletzte und 17'984 letzte Saison. Zuvor, in den Übergangsjahren im Neufeldstadion, war die Ambiance zwar stimmungsvoll gewesen, in der erheblich kleineren Arena aber waren meistens zwischen 7'000 und 10'000 Personen an den YB-Spielen anwesend. Die signifikante Steigerung ist sicherlich dem grösseren Stadion und den besseren Leistungen geschuldet. Aber insbesondere Frauen und Kinder erschienen wesentlich zahlreicher im Stade de Suisse, weil Komfort und Sicherheit höher sind. Es hat genügend Toiletten – und die kulinarischen Möglichkeiten sind vielfältiger. Heute ist es für einen Super-League-Verein nahezu zwingend, über eine moderne Spielstätte zu verfügen. Wenig überraschend stehen mit Bellinzona und Aarau die beiden einzigen Vereine der obersten Spielklasse, die noch in einem antiquierten Stadion spielen, am Tabellenende. Luzern muss derzeit in ein Provisorium nach Emmenbrücke ausweichen, erhält aber bald eine neue Arena.

Thuns unpopuläre Gegner

Auch das Lachenstadion des FC Thun ist veraltet. Die Oberländer hoffen aber, ab Herbst 2011 im neuen Stadion Thun-Süd zu spielen. Auf den gleichen Zeitpunkt hin soll die Rückkehr aus der Challenge League in die Super League geschafft werden.

Nach dem Abstieg in die zweithöchste Spielklasse vorletzten Sommer ist die durchschnittliche Zuschauerzahl um gut die Hälfte gesunken. Vor der laufenden Saison wurden ein Drittel weniger Saisonkarten verkauft als ein Jahr zuvor. «Dafür liegen wir beim Verkauf an der Tageskasse über dem Budget», sagt Geschäftsstellenleiter Reto Beck. Bleibe dies so, sei der Einbruch bei den Abonnementen bis Saisonende ausgeglichen. Ein Grund für die geringere Zuschauerzahl in Thun sind – neben der Zweitklassigkeit – die gegnerischen Teams. Equipen wie Nyon und Schaffhausen ziehen kaum Publikum an. Gleichzeitig bringen sie so gut wie keine eigenen Fans mit. Der Sektor für Gästefans im Lachenstadion bleibt daher mangels Bedarf öfters mal geschlossen.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Die-ZuschauerExplosion-bei-YB/story/14902997

http://files.newsnetz.ch/upload/3/2/3274.PDF

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