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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Montag 19. März 2007, 13:12 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2007
Anrennen gegen das Verliererimage
Mit dem blamabel verlorenen Cup-Match gegen den FC Wil hatten die Young Boys ihre kleine Ostschweizer Tournee denkbar schlecht begonnen. Sie blieben in der Gegend und übten sich in Weinfelden in Krisenbewältigung. Eine der sichtbaren Konsequenzen: Der Trainer Andermatt wechselte einen Teil des Personals aus. Chiumiento, Häberli und Shi Jun nahmen auf der Ersatzbank Platz, Gilles Yapi und Ronnie Hodel waren gesperrt, YB startete mit fünf Neuen. Die mitgereisten Fans zeigten ihren Unwillen und forderten die Spieler auf, «Gras zu fressen». Immerhin wäre im Espenmoos das halbwegs verdauliche Naturprodukt erhältlich gewesen.
Anlass zu Wiedergutmachung gab es auch beim FC St. Gallen. Das Fringer-Team hatte im Cup - immerhin gegen den Schweizer Meister - eine harmlose Vorstellung abgeliefert. Vor dem Heimpublikum krempelten die St. Galler die Ärmel hoch und legten los. Nach fünf Minuten lautete das Cornerverhältnisse 3:0, mindestens den gleichen Stand zeigte die Schussstatistik. Doch Keeper Wölfli war auf dem Posten, im Gegensatz zum Rest der neu zusammengestellten Mannschaft, die Mühe bekundete, sich gegen den St. Galler Elan zu stemmen. Im gleichen Takt ging es zwar nicht weiter, doch das Heimteam hielt den Druck aufrecht. Immer wieder wurden in der Platzhälfte der Berner Bälle zurückerobert. Eine grosse Chance folgte der nächsten. Bei YB lief in der Offensive kaum etwas. Franck Madou war als einzige Sturmspitze weitgehend wirkungslos. Erst in der 27. Minute musste Keeper Razzetti nach einem Yakin-Freistoss zum ersten Mal eingreifen.
In der Pause haderten die St. Galler mit der schlechten Chancenauswertung. Sie hatten zwar einmal mehr einen riesigen Aufwand betrieben, der Lohn war aber ausgeblieben. Wie immer in solchen Situationen lastete die Bürde des kreativen Ideenproduzenten alleine auf den Schultern von Jürgen Gjasula. Im Mittelfeld ist der in Albanien geborene Deutsche der Einzige, der mit einem Dribbling, einem präzisen Pass eine massierte Deckung aushebeln könnte. Sein grosses Manko: Er schiesst keine Tore. Ein Teil des Publikums scheint die steten Versuche Gjasulas, das Spiel zu öffnen, kaum zu ästimieren. Den Goodwill, von dem ein Spieler wie der oft etwas kopflos, aber kämpferisch wirkende Marazzi profitiert, gibt es für den 22-Jährigen mit der Nummer 10 nicht.
Die zweite Halbzeit begannen die Young Boys mit einem Paukenschlag: Aziawonou spitzelte den Ball zu Varela, der Razzetti kaltblütig bezwang. So überraschend der Treffer gefallen war, so wenig wirkte er sich aus. Die St. Galler intensivierten bloss ihre Anstrengungen. In der 51. Minute setzten sie im Berner Strafraum nach, Feutchine schoss aus der Drehung, Wölfli wehrte zu kurz ab, Aguirre war zur Stelle und markierte den Ausgleichstreffer. Damit setzte der FC St. Gallen eine Serie fort, die den Verantwortlichen langsam Kopfzerbrechen macht: Nur Aguirre trifft ins Tor.
Auch nach dem Ausgleich konnten die Young Boys mit dem Spielstand zufrieden sein. Dies änderte sich in der 67. Minute. Garat hatte Madou im Strafraum elfmeterreif an der Schulter zurückgehalten. Yakin legte sich den Ball bereit, doch Razzetti tauchte richtig und verhinderte mit seiner Glanzparade, dass die Berner für einen defensiv soliden Auftritt übermässig gut belohnt wurden.
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Montag 19. März 2007, 13:14 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Berner Zeitung, 19.03.2007;
Die YB-einzelkritik
Wölfli stark, Varela überzeugend
Marco Wölfli Note 5,5
Der Torhüter war erneut der beste YB-Spieler. Wehrte mehrere Abschlussversuche der St. Galler stark ab. Beim Gegentor Aguirres war Wölfli machtlos.
Kamil Zayatte Note 4
Zayatte agierte wie seine Kollegen defensiv solid und vorbildlich. Nach vorne schaltete sich der junge Verteidiger, der erneut hinten rechts eingesetzt wurde, nur selten ein.
Tiago Note 4
Tiago leistete sich keine Aussetzer. Die Aktionen des Brasilianers waren nicht immer stilsicher, aber Ballverluste und verlorene Zweikämpfe blieben ohne Folgen.
Toni Kallio Note 4
Nach den ungenügenden Leistungen in Luzern und Wil steigerte sich der finnische Nationalspieler. Von der ihm zugedachten Rolle als Abwehrpatron war Kallio aber auch in St. Gallen weit entfernt. Kämpferisch einwandfrei, aber unzählige Fehlpässe. Bei den Standardsituationen lieferte er sich packende Duelle mit St. Gallens Hüne Koubsky.
Christian Schwegler Note 4,5
Da Hodel verletzt fehlte, verteidigte Schwegler in St. Gallen hinten links. Schwegler tat dies souverän und bügelte mit seiner Schnelligkeit mehrere brenzlige Situationen aus.
Xavier Hochstrasser Note 4
Kämpferisch ohne Fehl und Tadel. Allerdings behielt der selten eingesetzte Youngster nicht immer den Überblick und verlor den Ball einige Male leichtfertig.
Yao Aziawonou Note 4
Weil Gilles Yapi gesperrt fehlte und YB in St. Gallen in erster Linie nicht verlieren wollte, stellte Trainer Andermatt die Formation komplett um. Aziawonou spielte erstmals zusammen mit Hochstrasser - und hinter Yakin - im zentralen Mittelfeld. Der Togolese war unauffällig, aber er stopfte viele Löcher.
Carlos Varela Note 5
Er war der beste YB-Feldspieler. Fleissig und mit seiner Schnelligkeit ein ständiger Unruheherd in der nicht immer sicheren St. Galler Defensive. Wurde oft unsanft gestoppt und lag mehrmals angeschlagen am Boden. Einmal soll ihm Di Jorio den Ellbogen ins Gesicht gerammt haben. Varela blieb diesmal erstaunlich ruhig, erzielte das 1:0 für YB und war bis zu seiner Auswechslung immer präsent. In den letzten Minuten fehlte er bei den wenigen Kontern, da er ausgewechselt worden war.
Hakan Yakin Note 3,5
Der Captain verschoss den Foulpenalty in der 67. Minute kläglich. Yakin war ebenfalls viel unterwegs, vermochte aber selten Glanzpunkte zu setzen, da ihm die Anspielstationen fehlten. Ein guter Schuss, einige gute Freistösse.
Mario Raimondi Note 3,5
Auch er überzeugte mit Einsatz und Wille. Allerdings wirkte Raimondi stark verunsichert, er verlor viele Bälle unnötig und setzte sich gegen Zellweger nie durch.
Franck Madou Note 4,5
Begann überraschend als einziger Stürmer. Häberli, Shi Jun und Marcos blieben auf der Bank. Madou war auf sich alleine gestellt, aber der schnelle Franzose erledigte den undankbaren Job zufriedenstellend. Und er holte den Penalty geschickt gegen Garat heraus.
Shi Jun Note 3,5
Kam in der 68. Minute für Madou Blieb ohne Einfluss.
Joel Magnin und Jordan Simpson waren zu kurz im Einsatz, um benotet zu werden.
Fabian Ruch
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shalako
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Verfasst: Montag 19. März 2007, 13:15 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Berner Zeitung, 19.03.2007
Mit Kampfgeist und viel Glück
YB hat mit einer kämpferisch tadellosen Leistung auf die peinliche Cupniederlage beim FC Wil reagiert. Das 1:1 in St.Gallen kam für die Young Boys glückhaft zu Stande, auch wenn Hakan Yakin einen Penalty verschoss.
Martin Andermatt war nervös. Wie ein Boxer vor einem Kampf tigerte der YB-Trainer im engen Kabinengang des Espenmoos-Stadions hin und her. Andermatt wirkte angespannt, er ist am letzten Donnerstag ja endgültig bei YB angekommen. Die bittere 1:2-Niederlage im Cup-Viertelfinal in Wil hat ihre tiefen Spuren hinterlassen – auch beim Fussballlehrer. Jetzt, drei Tage und ein 1:1 beim FC St.Gallen später, wusste Andermatt nicht so recht, was er von diesem Resultat halten sollte. «Ja, doch», ein Punkt bei diesem heimstarken Gegner, der immerhin auf Rang 2 stehe, sei gut. «Aber», sagte Andermatt, «es ist ärgerlich, haben wir einen Penalty verschossen.»
Es war eine facettenreiche Begegnung gewesen, und wie oft in den letzten Jahren überwog bei YB nach einem Gastspiel in St.Gallen letztlich doch die Freude. «Dieser Punkt tut uns gut», sagte Teammanager Alain Baumann. Und Andermatt schien seinen inneren Zwiespalt bald auch überwunden zu haben: «Jetzt können wir während der Länderspielpause zwei Wochen relativ ruhig arbeiten.»
Varela, der Vorkämpfer
Ein 1:1 in St.Gallen sei ein gutes Ergebnis, darin waren sich die YB-Vertreter einig. «Wir haben toll gekämpft», sagte Hakan Yakin. Der Captain wurde wie Reizfigur Carlos Varela während der gesamten Spielzeit ausgepfiffen und sogar mit Gegenständen beworfen. «Dieses Verhalten der St.-Gallen-Fans war beschämend», sagte Andermatt. «Aber die Stimmung ist ja auch unnötig angeheizt worden. Es ist traurig, wenn man dazu Kinder missbrauchen muss.» Der «Blick» hatte am Samstag berichtet, ein Balljunge des FC Wil habe sich bei der Zeitung gemeldet und behauptet, Varela hätte den Albaner Kristian Nushi (FC Wil) während des Cupspiels rassistisch beschimpft. «Varela hat geschworen, dass er nichts gesagt habe», sagte Alain Baumann. Die Young Boys hatten sich sogar überlegt, Varela nicht aufzustellen, doch der Heisssporn verhielt sich in der aufgeheizten Atmosphäre – für einmal – vorbildlich. Varela rannte und ackerte; er war der Vorkämpfer der Gäste. Und Varela erzielte 38 Sekunden nach der Pause das 1:0 für YB.
Der verschossene Penalty
Dieser überraschende Treffer Varelas stellte das Geschehen komplett auf den Kopf. Es waren in der ersten Halbzeit die St.Galler gewesen, die forsch und ungestüm angegriffen, Schuss um Schuss aufs YB-Tor abgegeben, Eckball um Eckball erspielt, den Ball aber nicht an YB-Goalie Marco Wölfli vorbeigebracht hatten. «Wir haben heute auch Glück gehabt», gab Yakin zu. Den Vorsprung vermochten die Berner jedoch nur vier Minuten zu halten, nach Aguirres Ausgleich in der 51.Minute gestaltete YB das Geschehen ausgeglichener. Spielerisch blieb die Leistung der Young Boys indes armselig. Kaum einmal gelang es den YB-Spielern, den Ball länger als dreimal in Serie zu einem Mitspieler weiterzuleiten. Aber gestern zählten für sie offenbar andere Tugenden. «Es war wichtig, zu sehen, dass wir mit Leidenschaft aufgetreten sind», meinte Andermatt, der ein defensives 4-2-3-1-System formiert und gleich fünf personelle Änderungen gegenüber dem Debakel in Wil vorgenommen hatte.
So stand der schnelle Franck Madou erstmals in der Startformation. Der junge Stürmer rechtfertigte sein Aufgebot spätestens in der 67.Minute, als er einen Penalty herausholte. Yakin musste den Ball bei der Ausführung auf Grund des starken Windes dreimal neu setzen, «und das hat mich in der Konzentration ein wenig gestört», sagte der Spielmacher. «Aber natürlich hätte ich ein Tor erzielen müssen.» St.Gallens Keeper Razzetti parierte den ungenügend getretenen Versuch. «Ich wurde gefoult, als ich den Nachschuss verwerten wollte, doch es hätte viel Mut gebraucht, noch einmal einen Penalty zu pfeifen», sagte Yakin. Und vielleicht wird er sogar froh gewesen sein, nicht noch einmal der nervlichen Belastung eines Penaltys ausgesetzt gewesen zu sein – nicht nur sein Trainer war gestern angespannt.
Fabian Ruch
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Montag 19. März 2007, 13:16 |
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Berner Zeitung, 19.03.2007
Marco Wölfli
«Moral getankt»
Marco Wölfli war auch in St.Gallen ein starker YB-Rückhalt. «Wir haben eine Reaktion gezeigt», sagte der Torhüter.
Zögerlich nur näherten sich die YB-Spieler nach dem glückhaften 1:1 in St.Gallen jener Stadionecke, in der sich die Anhänger der Young Boys versammelt hatten. Nur einer lief schnurstracks zu den Fans und winkte seine Mitspieler mit energischen Armbewegungen herbei. An Marco Wölfli sind die unruhigen Tage schadlos vorübergegangen. Auch im Espenmoos zeigte der Torhüter eine fehlerfreie Leistung, sein Selbstbewusstsein demonstrierte er nicht nur vis-à-vis der eigenen Fans. Mit mehreren Paraden rettete Wölfli den Young Boys am Sonntagnachmittag das Unentschieden, «das für uns wie ein Sieg ist», wie Wölfli erklärte. «Alle Spieler haben auf den miserablen Auftritt in Wil eine Reaktion gezeigt», befand Wölfli. «Natürlich haben wir keine spielerische Gala zelebriert, aber wir haben füreinander gekämpft.»
Seit Wochen befindet sich Wölfli in toller Form. «Ich bin froh, wenn ich dem Team helfen kann», sagte er, «aber es ist ärgerlich, dass wir so rasch nach unserer Führung den Ausgleich erhielten.» Den ersten Schuss von Feutchine hatte Wölfli noch mirakulös pariert, doch gegen den Nachschuss Aguirres war er machtlos. Wölfli und seine Teamkollegen protestierten, Feutchine habe Schwegler vor dem Schuss gefoult, «doch», sagte Wölfli, «ich denke, das 1:1 geht angesichts der vielen St.Galler Chancen in Ordnung.»
Die grösste Gelegenheit des Spiels vergab indes YB-Captain Hakan Yakin beim Penaltyversuch. «Er hat in einer schwierigen Situation Verantwortung übernommen», sagte Wölfli, «deshalb mache ich ihm auch keinen Vorwurf.» Die Stimmung im Team sei intakt, beteuerte Wölfli, im Trainingslager in Weinfelden habe man sich intensiv unterhalten. «Ich bin froh, ist es uns gelungen, in St.Gallen eine Reaktion zu zeigen. Dieser Punkt ist gut für die Moral.» Die mitgereisten Anhänger, welche während des Spiels mit zahlreichen Transparenten («Keine Courage, keine Taten, ihr habt unsere Farben verraten») ihren Ärger kundtaten, waren auch nach Spielschluss unzufrieden mit den Spielern. «Ich verstehe nicht, warum sie uns nicht unterstützen», sagte Yakin. «Wir haben uns in Wil blamiert, aber heute hat der Einsatz gestimmt. Wir können nur miteinander Erfolg haben.»
fdr
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