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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Samstag 15. April 2006, 10:11 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Blick, 15.04.2006
Neuer Zündstoff im «Fall Everson»!
SION – Traumfinal, hiess es. YB gegen Sion. Doch jetzt droht uns der Fall Everson die Freude am «Traumfinal» zu vergällen. Denn die beiden Parteien bleiben stur. Bis zum wochenlangen juristischen Nachspiel?
Der Streitpunkt ist jener, ob der YB-Brasilianer zuerst die beiden Sperren aus dem Cupspiel gegen den FCZ oder die Sperre wegen der vierten gelben Karte in der Meisterschaft zu verbüssen hatte. Die Reglemente beantworten die Frage nicht bis ins letzte Detail schlüssig.
YB beruft sich auf ein Schreiben des Verbandes vom 10. April, in welchem steht, dass Everson zuerst die Sperren aus dem Cup abzusitzen habe. In diesem Fall könnte er im Cupfinal spielen. «Deshalb mache ich mir keine Sorgen. Wir werden Everson einsetzen, keine Frage», sagt YB-Coach Gernot Rohr.
Auch die Meinung von SFV-Generalsekretär Peter Gilliéron ist klar: «Everson darf spielen! Und wenn jemand nicht einverstanden ist, können wir nichts dafür. Deshalb gibt es für uns auch keinen Grund, einen Schlichtungsversuch zu unternehmen.»
Nicht einverstanden ist natürlich Sion-Chef Christian Constantin: «Ein gesperrter Spieler darf nicht spielen. Everson ist gesperrt. Fertig. Mir ist es nur recht, wenn YB dieses Risiko eingeht, denn es wäre für uns eine doppelte Absicherung.»
Sion würde dann unter Protest spielen. «Sobald ich den Namen Everson auf dem Matchblatt sehe, setze ich den Schiedsrichter vom Protest in Kenntnis. Wenn YB dann Everson streicht, ziehen wir unseren Protest zurück. Und», fügt CC hinzu, «weshalb weist der Verband YB in einem neuen Schreiben vom 13. April darauf hin, dass der SFV keine Garantie dafür übernehme, wie eine Rekursinstanz entscheiden würde, sollte der Fall angefochten werden? Doch wohl nur, weil dieser selbst nicht ganz sicher ist.»
Was natürlich Rohr ganz anders sieht: «Mit diesem Hinweis hat der Verband nur seinen Job getan. Ich muss sagen: Was Sion an juristischen Querelen unternimmt, hat nichts mehr mit Sport zu tun.»
Schlusswort Rohr: «Dennoch, wir hoffen auf ein tolles Fussballfest. Mit unseren Freunden aus dem Wallis.»
Wir auch. Trotz allem.
_________________ For Ever
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Marc
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Verfasst: Samstag 15. April 2006, 11:19 |
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Registriert: Samstag 24. April 2004, 02:01 Beiträge: 489
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HOPP YB
GO FOR CUPSIEG !!!!
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shalako
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Verfasst: Samstag 15. April 2006, 11:27 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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St. Galler Tagblatt, 15.04.2006
Favorit YB gegen Spezialist Sion
Die Ausgangslage vor dem ersten Cupfinal im neuen Berner Stadion
fussball. Noch nie hat ein zweitklassiger Verein einen Cupfinal gewonnen. Noch nie aber hat der FC Sion ein Endspiel verloren. Am Ostermontag tritt er als Challenge-League-Klub gegen die Young Boys an.
hansjörg schifferli
Es sei, sagt Marcel Hottiger, der Sportchef der Young Boys, eine ganz spezielle Ausgangslage, die dieser Cupfinal biete: Der erste der Young Boys seit 1991, der nach einer 2:0-Führung noch 2:3 verloren ging – gegen den FC Sion; der erste im neuen Stadion; die Chance für den Verein, erstmals seit dem Cupsieg 1987 wieder einen Titel zu gewinnen. Aber natürlich auch deshalb, weil die Berner nach dem Einzug ins neue Heim grundsätzlich die Basis haben, zur Spitze des Schweizer Klubfussballs zurückzukehren und «YB kurz- oder mittelfristig», wie es Hottiger formuliert, «im Europacup spielen muss».
Erstmals ein Unterklassiger?
Aber speziell ist die Ausgangslage für diesen 81. Cupfinal aber auch deshalb, weil am Ostermontag eine Serie zu Ende gehen wird: Entweder verliert Sion nach neun Siegen in neun Endspielen erstmals. Oder es gewinnt erstmals in der Cup-Geschichte ein zweitklassiger Verein die Trophäe. Bisher haben es sieben unterklassige Teams ins Endspiel geschafft, alle scheiterten, zuletzt vor einem Jahr der FC Luzern, als er dem FC Zürich 0:3 unterlag. Der FC Basel verlor 1942 gegen die Grasshoppers erst in einem Wiederholungsspiel, Cantonal Neuenburg (1950 gegen Lausanne) und die AC Bellinzona (1962 gegen Lausanne) erzwangen immerhin eine Verlängerung.
YB-Sportchef: «Chance 50:50»
Keinem Aussenseiter wurde in all diesen Jahren aber eine so grosse Chance eingeräumt wie diesmal dem FC Sion – denn zu beeindruckend ist dessen Affinität (und die seiner Anhänger) zu diesem Wettbewerb, als dass sie nicht in jeder Prognose berücksichtigt würde. «Wir wissen um die Stärke Sions gerade im Cup», sagt deshalb auch YB-Sportchef Hottiger, «und deshalb denke ich, dass die Chancen bei 50 zu 50 stehen.» Allerdings weiss auch er, dass seine Mannschaft wesentlich mehr zu verlieren hat als zu gewinnen. Und genau das macht ihre Lage heikel.
Ein Sieg brächte die Young Boys ans Saisonziel, sie wären danach Europacup-Teilnehmer, was sie sich sonst in einem Zweikampf mit den wieder erstarkten Grasshoppers um Meisterschafts- und Uefa-Cup-Platz drei erkämpfen müssten. Und das wäre, wie Hottiger sagt, ein «bedeutender Schritt» auf dem Weg, den die Young Boys gehen wollen, nämlich nicht nur mit dem Stadion zum reellen Konkurrenten des FC Basel zu werden.
Rohrs Bilanz eher mässig
Bedeutsam ist der Final aber nicht zuletzt für Gernot Rohr, den neuen Trainer, dessen Bilanz bisher – vom Cup einmal abgesehen – durchzogen war. Vorgänger Hanspeter Zaugg hatte immerhin 1,58 Punkte aus den zwölf Spielen geholt, in denen er das Team noch betreute; bei Rohr sind es erst 1,44. Überdies wurde Zaugg vorgeworfen, nicht dem neuen Umfeld entsprechend attraktiv zu spielen. Bei Rohr aber ist es nicht besser, eher im Gegenteil.
Antreten wird er mit einer Mannschaft, die auf zehn Positionen klar ist. Eine ist offen: Darf Hakan Yakin im offensiven Mittelfeld hinter Stürmer João Paulo spielen (und sich so für eine WM-Teilnahme empfehlen) oder Gilles Yapi von der Elfenbeinküste?
Sion unter Protest
Sicher spielen wird im zentralen Mittelfeld der Brasilianer Everson. Wegen dessen Einsatz werden die Walliser unter Protest antreten, weil sie glauben, er sei gesperrt. Streitpunkt ist eine längere Liste von Sperren, die Everson noch nicht abgesessen hat. Der Mittelfeldspieler erhielt wegen einer Tätlichkeit im Cup-Halbfinal gegen den FC Zürich zwei Spielsperren. Die Young Boys legten darauf Rekurs ein, weshalb Everson in der Meisterschaftspartie gegen den FC Basel eingesetzt wurde und die vierte Gelbe Karte kassierte, was eine weitere – allerdings nur für die Super League relevante – Sperre nach sich zog. Die Berner aber haben die Zusicherung des Verbands, die ausstehende Spielsperre Eversons sei für die Meisterschaft und nicht den Cup gültig.
Völkerwanderung
Aber natürlich ist dieser Ostermontag nicht nur für die Berner, sondern vor allem auch für die Walliser ein grosser Tag. Mehr als zehntausend werden kommen und auch von alten Zeiten träumen. Von den grossen Siegen im alten Wankdorf. Zuletzt trat Sion dort 1997 auf, als Christian Constantins Millionenteam zuerst gegen GC den Zweikampf um den Meistertitel gewann und danach im Elfmeterschiessen gegen Luzern gar das Double. Es folgten allerdings schwierige Jahre, mit dem Abstieg, dem erst in einem Kampf vor der Justiz verhinderten Absturz gar in die Erste Liga.
Christian Constantin heisst der Präsident mittlerweile wieder; ein Budget von rund sechs Millionen Franken hat er für die dritte Saison in der Challenge League zur Verfügung gestellt. Der Cup-Sieg (nicht der Cupfinal) ist das eine Ziel, die Rückkehr in die Super League das andere.
Um dies zu erreichen, hat Christian Constantin wieder einmal den Trainer gewechselt. Christophe Moulin hat noch beide Chancen, den Präsidenten zufrieden zu stellen. Allerdings sind die Hürden hoch: Zuerst die Young Boys, im Mai der Zweitletzte der Super League in einer Barrage, wenn es bis dahin nicht gelingt, vier Punkte Rückstand auf Luzern wettzumachen.
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BSC YOUNG BOYS1898
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Verfasst: Samstag 15. April 2006, 12:29 |
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Registriert: Samstag 15. April 2006, 09:54 Beiträge: 245 Wohnort: Wiedlisbach
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grüezi!
wenn dir ke tickets für finau het becho chömet ufe bundesplatz cho dr mätch gugge!grossliindwand!!!und wenn YB gwennt chöme si no dert ane cho fiire!
mi gsehtsech 
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roeschu
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Verfasst: Samstag 15. April 2006, 16:13 |
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Registriert: Montag 29. August 2005, 18:08 Beiträge: 641
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kann wohl jemand das spiel im tv aufnehmen und es dann als avi oder mpg zum download zur verfügung stellen?
..habe leider nicht die nötige infrastruktur dafür...
_________________ Und so sprach Hakin zum Menschengeschlecht:
"E trener wäggsel isch immer positiv. mängisch aber ou negativ..."
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Gonzo
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Verfasst: Samstag 15. April 2006, 16:21 |
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Registriert: Freitag 21. Mai 2004, 10:37 Beiträge: 3822 Wohnort: Bern
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Rohr zieht hoffentlich Yäku dem Yapi vor. Es wird wohl einige Standarts geben vor dem Sechszehner! Da können wir Yäku gut gebrauchen!
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shalako
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Verfasst: Sonntag 16. April 2006, 09:02 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Berner Oberländer, 15.04.2006
Goldküste vs. Niesenschatten
Der Sieg führt über das Oberland: Die Kicker von YB (im «Belvédère» Spiez) und des FC Sion (im Park Hotel Oberhofen) bereiten sich ab heute am Thunersee auf den Cupfinal vor. Zeit also für eine etwas andere Prognose.
Gelb-Schwarz (BSC Young Boys) kontra Rot-Weiss (FC Sion) – es ist der Traum-Cupfinal. Übermorgen um 15 Uhr wird die Neuauflage des Klassikers im «rübis und stübis» ausverkauften Stade de Suisse Wankdorf angepfiffen. Nicht weniger als 100 000 Karten hätten für das allseits erwartete Spektakel abgesetzt werden können!
Der grosse Vergleich
So ein Cupfinal will natürlich bestmöglich vorbereitet sein. Schliesslich locken nicht nur der Pokal, viel Ruhm und noch mehr Ehre, sondern auch die europäische Fussballbühne. Nicht ganz zufällig bereiten sich beide Teams im Oberland – dem Nährboden grosser Fussballmärchen – vor. Die Berner Young Boys tun es im legendären Spiezer (Fussball-)Strandhotel Belvédère, der FC Sion im Park Hotel Oberhofen – nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt …
Ob die sich duellierenden Kicker der Versuchung erliegen und zum Fernglas greifen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern? Die geografische Nä-he der Unterkünfte provoziert zumindest die Exponenten, zum Mittel der Spionage zu greifen.
Wir haben keinen Aufwand gescheut und die beiden Trainingscamps peinlich genau unter die Lupe genommen. Wir zeigen auf, wer bei der Vorbereitung die Nase vorne hat.
Die Anreise
Der Abstecher an den Thunersee dauert für die YB-Kicker eine Kaffee- und Gipfelipausenlänge. Kaum fährt der Mannschaftscar in Bern Wankdorf auf die A6, verlässt er sie in Spiez bereits wieder. Keine fünf Minuten später ist das Hotel Belvédère erreicht.
Auf der Reise aus dem Wallis nach Oberhofen lauern dagegen viele Gefahren: Der Autoverlad in Goppenstein ist nicht selten wegen Lawinengefahr geschlossen, die Hauptstrasse durchs Kandertal ist seit langem dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen – insbesondere am Osterwochenende. Ist erst einmal Thun erreicht, beginnt das eigentliche Verkehrschaos. Die Sion-Spieler könnten mehr Zeit haben, um die Schönheiten der Region aus dem Car heraus zu bestaunen, als ihnen lieb ist.
YB spielt die entnervten Sion-Spieler entspannt aus. 1:0 für YB.
Die Lage
Die Spiezer Bucht mag die allerschönste an europäischen Süss-wassern sein – das behaupten jedenfalls die ach so bescheidenen Spiezer … Aber aufgepasst: Der FC Sion winkt siegesgewiss von der um Welten sonnigeren rechten Thunerseeseite herüber. Die Walliser flanieren zudem an exklusiveren Gestaden (salopp etwa auch Thuner Goldküste genannt), während YB im Schlund des Niesens eher ein Schattendasein fristet.
Sauber kombiniert, FC Sion! Das ist der 1:1-Ausgleich.
Das Haus
Das Park Hotel Oberhofen ist ein historisches Gebäude. Im Jahr 1913 eröffnet, wurde es 1999 total saniert. Letztes Jahr hat das Angebot an feudalen Zimmern, gepaart mit einer wunderbaren Aussicht auf den Thunersee und die Oberländer Berge, die französische Fussballnationalmannschaft um Superstars wie Zinédine Zidane, Fabien Barthez oder Thierry Henry nach Oberhofen gelockt. Trotzdem: Gegen den Geist von Spiez, der im legendären Hotel Belvédère geboren wurde, hat das Park Hotel keine Chance.
Die Fussballgötter sind YB hold. Die Berner gehen 2:1 in Führung.
Der Wein
Die Kraft gegorener Trauben ist im Vorfeld eines grossen Fuss-ballspiels ein oft sträflich unterschätzter Faktor. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Walliser hier einiges mehr an Erfahrung mitbringen. Dürfte die YB-Fraktion leicht angesäuert am «Spiezer» nippeln, lässt sich der FC Sion gar nicht erst auf das Abenteuer der hiesigen Winzerkunst ein. «CC» – Sions streitbarer Präsident Christian Constantin – dürfte den bewährt öchslegrad-verwöhnten Fendant kistenweise ins Oberland karren.
Ein kluger Schachzug. Sion kämpft sich zurück – es steht 2:2!
Der Trainingsplatz
YB trainiert auf dem AC Zentrum, dem Fussballplatz des lokalen Zweitligisten Spiez. Der Platz ist gross und in einem für diese Jahreszeit ansprechenden Zustand. Ausserdem ist der Platz für neugierige Blicke nur schwer einsehbar.
Sion dagegen wird die letzte Einheit auf dem kleinen und holprigen Platz des Drittligisten FC Hünibach absolvieren. Ob sich Trainer Christophe Moulin gegen den Lärm der viel befahrenen Staatsstrasse durchsetzen kann, bleibt fraglich.
YB profitiert von den technischen Unzulänglichkeiten Sions – 3:2.
Das letzte Mahl
YBs Übungsleiter Gernot Rohr macht seinen Spielern keine Auflagen beim Essen. Sie können sich vor dem Spiel nach Herzenslust am Buffet bedienen. Neben Fisch- stehen auch Fleischgerichte zur Auswahl. Die Sion-Spieler müssen sich dagegen mit einer Omelette, Salat und Trutenfilets begnügen. Wer eine zweite Portion Pasta will, muss die Bewilligung beim Trainer einholen. Zum Desserts gibt es Fruchtsalat oder Apfelkuchen.
YBs Verteidiger haben beim Essen über die Stränge geschlagen und wirken behäbig. Sion nutzt dies aus und egalisiert erneut – 3:3.
Der Stichentscheid
Am Ostermontag kann nur eine Mannschaft Cupsieger werden. Logisch, gibt es auch in unserem grossen Vergleich nur einen Gewinner. Welchen? Nach etlichen schlaflosen Nächten und ungezählten Kannen Kaffee hat sich die Redaktion zu einem Stichentscheid durchgerungen: Die Young Boys tragen im Vereinslogo zwei von drei Farben des «Berner Bäri», die rot-weissen Walliser lediglich eine. Trotz aller Sympathie zu unseren südlich-knorrigen Nachbarn hält man auch in der «Üsserschwiz» zusammen. Das Heimatgefühl obsiegt, …
… YB gewinnt nach Verlängerung 4:3!
Das dürfte die Young Boys, die sich heute zur Cupfinal-Vorbereitung im Spiezer Hotel Belvédère einfinden, freuen: Übermorgen Ostermontag haben sie nicht das ganze Wallis gegen sich. «Ich hoffe auf einen würdigen Cupsieger», sagt der Spiezer Gemeindepräsident Franz Arnold , der aus Simplon Dorf stammt, und fügt an: «Ich hoffe auf YB, das trotz Walliser Blut.» Was zumindest erstaunlich ist, sind doch die Walliser für ihren Lokalpatriotismus bekannt. «Ich bin seit 25 Jahren in Spiez daheim, diese Zeit ging nicht spurlos an mir vorbei», begründet er. Auch wenn er kein grosser Fussballnarr sei, gebe er einen Tipp ab: «2:1 für YB – nach engem Spiel». Würde ihr dies heute angeboten, die YB-Delegation nähme wohl dankend an.
Das tat sie auch bei der Wahl ihres Hotels: Sie hofft auf den viel zitierten Geist von Spiez, der im Spiezer «Belvédère» schlummert und Fussballern seit dem Wunder von Bern (WM 1954) gut gesinnt scheint. Obwohl es eigentlich Tradition ist, dass der FC Sion vor Cupfinals im Spiezer Viersternehaus absteigt, hat sich ein Vermittler für die Gelb-Schwarzen entschieden. Das sagt «Belvédère»-Direktor Markus Schneider. «YB reist mit rund 40 Personen an, von ihnen übernachten 30 hier», verrät er. Wann sie heute ankommen, bleibt indes sein Geheimnis. Er befürchtet einen (zu) grossen Fanansturm vor «seinem» Haus. Wie Franz Arnold tippt auch Beherberger Schneider auf einen Sieg seiner Gäste: «Es gibt ein 3:2 für YB!»
Oberhofens Gemeindepräsident Manfred Ammann erfuhr erst von dieser Zeitung, dass sich der FC Sion den letzten Schliff im Park Hotel holt. «Das ist natürlich eine tolle Sache.» Es tue ihm als Fussballfan schon etwas weh, dass er den Cupfinal heuer nicht sehen könne. «Ich bin am Montag bereits in den Ferien.» Als Berner sympathisiert Ammann mit den Young Boys. «Sie gewinnen 2:1.» Keinen Tipp zu entlocken war dem Direktoren-Ehepaar des Park Hotels Oberhofen, Heinz und Doris Rüfenacht. «Wir würden es dem FC Sion gönnen.» Die Walliser treffen heute um 15.45 Uhr in Oberhofen ein. «Die Spieler werden sich frei im Hotel bewegen. Es ist gut möglich, dass es gelegentlich zu einem Plausch mit den anderen Hotelgästen oder den Restaurantbesuchern kommt», sagt Heinz Rüfenacht. Dies sei nicht selbstverständlich. Als im letzten Herbst die französische Nationalmannschaft im Hotel weilte, mussten die anderen Gäste ausquartiert werden.jss/rop
Wer kann sich als Cupsieger feiern lassen? Fragen wir den ranghöchsten Sportförderer der Schweiz, alt-Bundesrat Adolf Ogi. «Ich drücke 1,5 Daumen für YB und einen halben für den FC Sion», lässt er aus Südafrika ausrichten. Dort befindet sich der Kandersteger derzeit in seiner Funktion als UNO-Sonderberater für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden. «3:1 für YB», lautet Adolf Ogis Resultat-Tipp.
«Trotz Sympathie zum Wallis überwiegt mein Lokalpatriotismus», sagt die erste Thuner Olympia-Goldmedaillengewinnerin Tanja Frieden. «Ausserdem ist Sion benachteiligt, weil sie sich auf der Sonnenseite vorbereiten. Die Sonne macht nämlich langsam.» Frieden tippt auf einen 2:0-Sieg von YB.rop/jss
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Sonntag 16. April 2006, 09:05 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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NZZ, 16.04.2006
«Die Zeit ist reif für einen Titel»
Young Boys hoffen auf neues Leben für die «kritische Liebe»
Von Benjamin Steffen
Es war heiss, drückend heiss, und der FC Sion drückte. Als am Pfingstmontag 1991 im Wankdorfstadion selig vor 50 000 Zuschauern der 66. Schweizer Cup-Final stattfand, lagen die Walliser zur Pause 0:2 zurück. Enzo Trossero, der Trainer, reagierte. Er wechselte die Teenager David Orlando und Alexandre Rey ein - «und er wusste, dass er Schiffbruch erleidet oder das Wunder schafft». Der so spricht, ist Martin Trümpler, der YB-Trainer von einst, der Schiffbruch erlitt. Orlando traf, Orlando traf, Rey traf. 3:2 für Sitten - Kritik für Trümpler. Er habe nie gewechselt und deshalb verloren, ward der Berner getadelt. Seine Pläne seien vom Spielverlauf laufend über den Haufen geworfen worden, sagt er heute.
Dennoch ist der Final dem heutigen SFV-Auswahltrainer in positiver Erinnerung geblieben - den vielen Zuschauern, dem Spektakel sei Dank. Anders Martin Weber, der Captain der YB-Prügelknaben. Er hat das Spiel «aus dem Hirn gestrichen». Er spricht von dem «traurigsten Match» und der «bittersten Niederlage». Auf Trümplers inexistente Wechselspiele angesprochen, lächelt er stumm. Zu viel Wasser ist seither die Aare hinuntergeflossen, als dass der eine Martin dem anderen noch böse sein könnte. Zumal beide mit YB je einmal Cup-Sieger waren: Trümpler 1977 als verletzter Captain auf der Ersatzbank; Weber 1987 als Verteidiger auf dem Weg zur YB-Legende. Mit dem 4:2 gegen Servette sicherte sich der Traditionsklub vor 19 Jahren den bis dato letzten Titel. So manch anderer Schweizer Klub gewann seither einen Pokal. Sogar der FC Wil. YB nie.
«Die Zeit ist reif für einen Titel», sagen Trümpler und Weber. Nicht der letzten 19 Jahre, sondern der Zukunft wegen. Letzten Sommer bezog YB das neue Wankdorf namens Stade de Suisse. Noch ist der Funken nicht gesprungen auf die Fans. Trümpler bezeichnet die Beziehung zwischen YB und dem Bernervolk als «kritische Liebe» - es habe schon immer «viele gute Spiele benötigt», um eine Euphorie zu entfachen. Weber meint, in der «zusammengewürfelten Truppe» fehle eine Identifikationsfigur, die nicht «aus dem Boden gestampft werden kann». Peter Mast, heute der Vereinspräsident und im Cup-Final 1977 der Vorstopper-Ersatz für Trümpler, teilt diese Ansicht. Er hofft auf den Cup-Final. Er träumt von einem späten Tor Hakan Yakins. YB würde gewinnen, der Funke springen, Yakin umjubelt, Identifikation geschaffen. So Masts Wunsch. Und die Realität? In der Liga sind die Berner aus den Uefa-Cup-Rängen gefallen, am Ostermontag treffen sie auf einen mystifizierten, in Cup-Finals unbesiegten Gegner. Weber sagt, es gebe keine Ausreden. «YB muss gewinnen - egal, ob Sitten den Cup schon 100-mal gewonnen hat.» Er fügt an: «Sonst haben die da draussen ein Problem.»
«Da draussen», im Norden der Stadt, steht ein Fussballstadion. Wie 1991. Doch nichts ist, wie es einmal war. Das Umfeld der Young Boys ist professioneller geworden. Kein Spieler geht mehr einer «normalen» Arbeit nach wie weiland der Versicherungsberater Weber, der ohne Neid sagt, die YB- Spieler der Neuzeit wüssten gar nicht, wie schön sie es hätten.
«Da draussen» stand einst auch ein Boccia-Häuschen. Dort feierte YB 1986 den letzten Meistertitel im kleinen Kreis. Beim Stadion-Umbau ist das Häuschen der Modernität geopfert und abgerissen worden. Für den Erfolgsfall ist für YB der letztmals von - General Guisan 1945 benutzte Balkon des Bundeshauses reserviert. Es lockt die Feier im grossen Kreis. Um Identifikation zu schaffen. Um die kritische Liebe mit Unbeschwertheit zu tränken.
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shalako
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Verfasst: Sonntag 16. April 2006, 09:06 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Fussball, 16.04.2006
David-Goliath im 81. Schweizer Cupfinal
Wie im Vorjahr mit Zürich und Luzern treffen auch im 81. Schweizer Cupfinal mit YB und Sion zwei Teams aus verschiedenen Ligen aufeinander. Die Walliser können am Ostermontag im Stade de Suisse als erste unterklassige Mannschaft die Trophäe gewinnen.
Siebenmal vermochte sich bisher eine unterklassige Mannschaft für den Cupfinal zu qualifizieren, nämlich zweimal Schaffhausen, Basel, Cantonal Neuchâtel, Bellinzona, Winterthur und Luzern. Alle verliessen den Platz als Verlierer.
Ein Sieg von Sion im seit Wochen ausverkauften Stade de Suisse, wo der Cupfinal heuer (ab 15.00 Uhr) erstmals ausgetragen wird, ist gar nicht so abwegig. Die Walliser sind das Cupteam schlechthin; sie gewannen alle ihre neun Finalspiele. Die heissblütigen Fans haben ihre Mannschaft im Cup schon immer zu Sonderleistungen angetrieben.
Die Sittener sind auch sportlich im Schuss: Die letzten drei Partien in der Challenge League wurden allesamt gewonnen, wogegen bei den Young Boys die Hauptprobe am Mittwoch gegen Schaffhausen (1:2) gründlich daneben ging.
Grosser Erfolgsdruck
Die Berner stehen im eigenen Stadion unter erheblich grösserem Erfolgsdruck als ihr unterklassiger Kontrahent. Zudem haben sie in der Meisterschaft just wegen der Niederlage gegen Schaffhausen den 3. Platz an die Grasshoppers verloren.
Wenn es dabei bleiben würde, wäre der Cupsieg für YB die einzige Möglichkeit, sich im Sommer für den UEFA-Cup zu qualifizieren -- ein Muss für die Berner mit ihrem kostspieligen Stadion.
Zudem liegen die grossen Zeiten der Young Boys schon so lange zurück, dass es in deren Umfeld als nachgerade überfällig betrachtet wird, endlich an die Erfolge in den Fünfziger- und Mitte der Achtzigerjahre anzuknüpfen. Der letzte Cupsieg (1987) wurde vor 19, der letzte Meistertitel (1986) vor 20 Jahren errungen.
Rieseneuphorie im Wallis
Einen psychologischen Erfolg im Vorfeld des Spiel konnten die Berner schon einmal verzeichnen: YB-Trainer Gernot Rohr schnappte den Wallisern das Hotel in Spiez, das sie jeweils vor dem Final bezogen hatten, vor der Nase weg.
Er hofft auf Inspiration durch die Unterkunft, in der sich 1954 schon Deutschland auf die WM vorbereitet hatte. Die Deutschen gewannen das Endspiel im Wankdorf-Stadion gegen Ungarn mit 3:2.
Der FC Sion verzog sich derweil ins Hotel, das die Young Boys 1991 bezogen hatten, bevor sie den Cupfinal gegen Sion mit 2:3 verloren.
Neun Jahre nach dem letzten Cuptriumph löste die zehnte Finalqualifikation im Wallis riesige Euphorie aus. Das dem FC Sion zugeteilte Kontingent von 12 500 Tickets war innerhalb von drei Stunden ausverkauft.
Vier Jahre nach der Zwangsrelegation in die Challenge League stehen die Walliser wieder einmal im sportlichen Rampenlicht, nachdem der Verein zuletzt vor allem ausserhalb des Rasenvierecks für Schlagzeilen sorgte. Präsident Christian Constantin hatte 2003 vor Gericht die Teilnahme an der Challenge League auf dem Rechtsweg erstritten.
Seine Geduld mit den Trainern endete meist gleichzeitig mit der Siegserie. Christophe Moulin ist schon der siebte Trainer seit der Rückkehr Constantins vor drei Jahren.
Gelingt Sion die Überraschung?
Die Walliser kämpfen heuer an zwei Fronten um Meriten. In der Challenge League belegt Sion momentan mit vier Punkten Rückstand auf Luzern den 2. Platz und kann damit zumindest auf die Aufstiegs-Barrage am Saisonende hoffen.
Während der Aufstieg für den ambitionierten Präsidenten trotz des möglichen ersten Erfolgs eines Unterklassigen im Cup erste Priorität hat, sehen es die Walliser Fans anders: Für sie wäre der zehnte Cupsieg das höchste aller Gefühle.
Um sich für den ersten Final im neuen Berner Stadion zu qualifizieren, musste Sion nie gegen einen oberklassigen Gegner antreten. Im Achtel-, Viertel- und im Halbfinal setzten sich die Walliser gegen die Ligakonkurrenten Bellinzona, Locarno und Winterthur jeweils mit 1:0 durch.
Zuvor hatten sie zum Auftakt den Drittligisten Giffers-Tentlingen 8:1 geschlagen, ehe sie beim Zweitligisten Le Mont beinahe gescheitert wären. Zweimal lag Sion im Rückstand, zweimal glich Paulo Vogt aus. Das 2:2 gelang dem treffsicheren Brasilianer erst in der 94. Minute. In der Verlängerung entschied Goran Obradovic die spannende Partie mit einem Foulpenalty.
Um im Wankdorf für eine Überraschung -- eine solche wäre der zehnte Sieg Sions im zehnten Finalspiel -- zu sorgen, sind die Walliser wohl auf Tore von Vogt angewiesen. Der 29-jährige Angreifer, der schon vor einem Jahr mit Luzern im Cupfinal gestanden war, erzielte in der Meisterschaft in bisher 25 Partien 22 Treffer und im Cup sorgte er zuletzt gegen Locarno und Winterthur jeweils für die entscheidende Differenz. Vogt dürfte am Montag alleinige Sturmspitze sein, unterstützt vom hinter ihm agierenden Obradovic.
Juristisches Nachspiel?
Die Annäherung Sions an den Cupfinal verlief nicht ohne juristische Nebengeräusche. Zwar sieht Constantin inzwischen vom Anfechten der unterschiedlichen Ausländerregelung für Super- und Challenge-League-Klubs ab, obwohl seine Mannschaft dadurch benachteiligt ist. «Die Regel existiert schon lange, deshalb habe ich es dabei bewenden lassen»“, erklärte der Präsident.
Dennoch wollen die Walliser unter Protest antreten. Sie sind der Meinung, dass Everson bei YB nicht spielberechtigt ist. Die Berner wollen der Brasilianer jedoch spielen lassen, weil sie im Besitz einer schriftlichen Spielberechtigung des Verbandes sind. Trotzdem ist es möglich, dass der 81. Cupfinal eine unschöne Verlängerung fern ab des Stadions erleben wird.
Voraussichtlichen Aufstellungen:
Young Boys: Wölfli; Christian Schwegler, Tiago (Portillo), Gohouri, Hodel; Joël Magnin, Everson; Varela, Yapi (Hakan Yakin), Raimondi; João Paulo. -- Gesperrt: Pirmin Schwegler.
Sion: Vailati; Skaljic (Sarni), João Pinto, Meoli; Gaspoz, Di Zenzo, Delgado; Bühler, Obradovic, Regazzoni; Vogt. -- Abwesend: Schneuwly (nicht im Aufgebot).
SR Reto Rutz
Torschützenliste:
1. Vogt (Sion) und João Paulo (YB), je 6. 3. Bengondo (Winterthur), Derdiyok (Old Boys Basel), Lüthold (Küssnacht am Rigi), Merenda (St. Gallen), Rafael (Zürich) und Sterjovski (Basel), je 4. 9. Burri (Kriens), Esteban (Servette), Dzemaili (Zürich), Ganz (Lugano), Giallanza (Aarau), Magnin (Young Boys), Sermeter (Young Boys), Varela (Young Boys) und Parmo (YF Juventus Zürich), je 3.
von René Baumann und Sascha Rhyner (Quelle: Si)
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shalako
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Verfasst: Sonntag 16. April 2006, 09:21 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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Bund, 15.04.2006
«Als Walliser ist man Fussballfan»
Der Walliser Rudolf Michlig lebt seit 34 Jahren in Bern, fiebert am Ostermontag aber für den FC Sion
Ganz Bern drückt YB vor dem Cupfinal vom Ostermontag die Daumen. Ganz Bern? Nein, es gibt auch hier Herzen, die für den FC Sion schlagen. Zum Beispiel dasjenige von Exil-Walliser Rudolf Michlig.
An den Raclette-Duft in der Luft muss sich gewöhnen, wer sich auf die rot-weiss karierten Sitzpolster niederlässt. Hier, im «Le Mazot» am Berner Bärenplatz, ist Rudolf Michlig häufig anzutreffen. Es ist eines der Stammlokale der Walliser in der Bundesstadt. Bei Michlig liegt der Schritt nach Bern, genauer nach Ostermundigen, 34 Jahre zurück. Eine Stelle beim Bundesamt für Landwirtschaft lockte. Noch immer ist Michligs Herkunft unschwer zu erkennen. Sein Dialekt verrät ihn.
«Als Walliser ist man fast zwangsläufig Fussballfan.» So beantwortet der 60-Jährige die erste Frage zu seinem Lieblingsthema. Selber hat er zwar keine Karriere als Fussballspieler eingeschlagen, doch war er fast 20 Jahre lang Schiedsrichter, zuletzt auch in der Nationalliga A. «Der FC Sion ist für viele Walliser ein Stück Identität.» Dann schwärmt er mit funkelnden Augen von den grossen Helden der Vergangenheit. «Bregy, Brigger und wie sie alle heissen.» Als regelmässiger Matchbesucher kennt sich Michlig in der Vereinsgeschichte aus. Bei fast allen Cup-Erfolgen des FC Sion war er live dabei.
Ziemlich viel «getrüche»
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm das Finalspiel von 1991, als Sion gegen YB einen Zweitorerückstand noch in einen Sieg verwandelte. «Die Stimmung im Wankdorfstadion war einfach phantastisch.» Mehr als 50 000 Zuschauer wohnten dem Spiel bei, rund die Hälfte kam aus dem Wallis. «Viele brachten den Wein gleich fässchenweise mit zum Spiel.» Auch er habe damals ziemlich viel «getrüche», das habe einfach dazugehört. Dabei gibt Michlig zu bedenken: «Trotz Alkohol haben die Sion-Fans nie Probleme gemacht. Dinge kaputtzuschlagen, ist nicht die Art der Walliser.»
Vielmehr seien diese friedliebend und hilfsbereit, aber trotzdem kämpferisch und ausdauernd. Das Gemeinschaftsgefühl unter Wallisern sei viel ausgeprägter als in anderen Landesteilen. «Die Berge schweissen uns zusammen.» Diese Mentalität mache auch den FC Sion stark – obwohl im Moment kein einziger Oberwalliser im Team mitspielt. Denn: «Der Kampfgeist kommt auch von den Fans und überträgt sich auf die Mannschaft.» Damit erklärt Michlig die schier unglaubliche Cup-Stärke der Walliser. Stand der FC Sion im Cupfinal, was bisher neunmal der Fall war, ging er stets als Sieger vom Platz.
YB - FC Sion: 1:2
So erstaunt der Tipp nicht, den Michlig für den kommenden Cupfinal abgibt. Zwei zu eins werde das Spiel enden, sagt er mit sicherer Stimme. Für den FC Sion, versteht sich. «Die Erfolge der Walliser im Cupfinal folgen einem ungeschriebenen Gesetz.» Doch dann relativiert Michlig: «Ich könnte aber auch mit einem Sieg von YB leben.» Obwohl er im Herzen immer Walliser bleiben werde, sei er nach so langer Zeit in Bern auch ein halber YB-Fan.
Trotz seiner Fussballbegeisterung wird Michlig das Spiel vom Ostermontag für einmal nicht direkt im Stadion, sondern am Fernsehen mitverfolgen. Bereits vor langem hat er sich zu einer Skitour am Simplon verabredet. Er sei auch nicht mehr so aufgeregt wie früher. «Wissen Sie, im Alter wird man ruhiger.»
Grossleinwand und Verkehr
Der Cupfinal zwischen den Young Boys und dem FC Sion vom Ostermontag (Anpfiff: 15 Uhr) wird auf einer Grossleinwand live auf den Bundesplatz übertragen. Deshalb werden die Achsen Bundesgasse–Kochergasse sowie Amthausgasse –Schauplatzgasse zwischen Montagmorgen 6 Uhr und Dienstagmorgen 3 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt sein, wie die Stadtpolizei mitteilt. Weiter rät sie allen Matchbesuchern, frühzeitig und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Stade de Suisse zu gelangen. Wegen der Aufbauarbeiten für die BEA-Frühjahrsmesse gibt es nur sehr wenige Parkplätze. (pd/bro)
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