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 Betreff des Beitrags: Re: (11) Gianluca Gaudino
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 20. Mai 2021, 23:28 
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Ex-Bayern-Juwel Gaudino | „Ich will nicht mehr das gescheiterte Bayern-Talent sein“

Ex-Bayern-Juwel Gianluca Gaudino (24) spricht im großen SPORT BILD-Interview über Berns Mega-Dominanz, persönliche Rückschläge und Pläne.

BILD: Ihr aktueller Klub Young Boys Bern dominiert die Schweizer Top-Liga noch stärker als Ihr Jugendverein FC Bayern die Bundesliga. Zwei Spieltage vor Saisonende hat Bern 28 Punkte Vorsprung auf Platz zwei, die vierte Meisterschaft in Folge steht längst fest. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Gaudino: Wir haben einen breiten Kader mit unheimlich viel Qualität. Gerade in den englischen Wochen hat sich das enorm ausgezahlt. Zudem ist der Teamspirit außergewöhnlich. Ich habe ja schon einige Stationen in meiner Karriere gehabt, aber das Gefühl der Freundschaft und des Zusammenhalts war nirgends so ausgeprägt wie hier. Das ist einer der Schlüssel zum Erfolg.

Welchen gibt es noch?

Die Tatsache, dass hier niemand die beleidigte Leberwurst spielt, wenn er auf der Bank sitzt. Es bringt dich und deine Mannschaft nur weiter, wenn du als Ersatzspieler nicht anfängst zu mosern oder für schlechte Stimmung sorgst, sondern über Leistung im Training Druck ausübst.

Bei Ihnen hat das nicht zu regelmäßigen Einsätzen geführt. Warum?

Bei einem so starken Kader hat der Trainer die Qual der Wahl. Ich war diese Saison leider einer von denen, die den Kürzeren gezogen haben. Aber so ist das Geschäft, damit muss ich leben. 32 Einsätze in Meisterschaft und Europa League sind aber auch ein Zeichen dafür, dass ich ein wichtiger Bestandteil des Kaders in einer sehr erfolgreichen Mannschaft gewesen bin. Ich habe jeden Tag hart gearbeitet und werde weiter Gas geben, um mein großes Ziel zu erreichen. Ich möchte endlich Stammspieler sein.

Sie mussten in Ihrer Karriere schon mehrere schwierige Phasen durchleben. Nach einer enttäuschenden Zeit in Verona (2017 bis 2018), einem halben Jahr ohne Klub und einer Leisten-OP haben Sie sich bei YB in die Startelf gekämpft. Im November 2019 folgte dann der erneute Rückschlag – ein Syndesmoseriss. Sie fielen wieder monatelang aus und standen danach nur noch selten 90 Minuten auf dem Platz. Wie verkraften Sie das?

Die Verletzung Ende 2019 hat mich damals total zurückgeworfen. Der Abend, an dem ich die Schock-Diagnose erhielt, war der Horror! Ich saß in Tränen aufgelöst zuhause und war tieftraurig. Es tat verdammt weh, weil ich wusste, dass ich alles neu aufbauen musste.

Sind Sie in ein Loch gefallen?

Nein. Schon am nächsten Morgen habe ich den Kopf wieder hochgenommen. Ich habe mir immer wieder gesagt: Es hat alles seinen tiefen Sinn. Ich habe diesen Rückschlag als Herausforderung für meinen Charakter und meinen Körper angesehen, bin noch stärker daraus hervorgegangen.

Inwiefern?

Ich habe gelernt, Tatsachen und Entscheidungen zu akzeptieren, meinen Fokus voll auf die tägliche Arbeit zu legen. Wenn ich es schaffe, mich zu verbessern, das Trainingsniveau meiner Mannschaft zu erhöhen, die Kollegen in jeder Einheit zu pushen, gibt mir auch das ein Gefühl der Zufriedenheit.

Sie gelten als hochbegabter Regisseur. Pep Guardiola ließ Sie schon mit 17 für den FC Bayern in der Bundesliga ran…

Ich verstehe ja, dass meine Bayern-Vergangenheit für viele Leute noch sehr präsent ist. Für mich ist sie das aber nicht mehr. Ich möchte endlich den Ruf ablegen, dass gescheiterte Bayern-Talent zu sein! Der FC Bayern ist der größte Klub der Welt und bin sehr dankbar für die Zeit, die ich dort verbringen durfte. Aber ich gehe meinen eigenen Weg. Ich habe mich als Spieler und Mensch weiterentwickelt – ganz unabhängig von Bayern München.

Ein früherer Bayern-Star inspiriert Sie aber nach wie vor.

Thiago (heute beim FC Liverpool, d. Red.) ist für mich die absolute Nummer eins. Es ist überragend, wie er sich als Spieler und als Persönlichkeit entwickelt hat, welchen unbändigen Willen er zeigt und mit welcher Eleganz er das Spiel lenkt. Thiago sollte für jeden Mittelfeldspieler ein Vorbild sein.

Wie wollen Sie als Mittelfeld-Lenker mitreißen?

Ich will durch meine Spielart und meine Ausstrahlung ein Anführer sein. Indem ich Spiel beruhige oder beschleunige, kann ich der Mannschaft vermitteln, wie wir gerade am besten agieren sollten. Ich bin kein Verbalmonster, bin nicht der Typ, der durch Reden oder Brüllen antreibt. Ich spreche durch mein Spiel.

Ihr Vertrag in Bern läuft nur noch bis zum Sommer. Ist eine Rückkehr in die Bundesliga möglich?

Ich schließe nichts aus, lasse mir aber nicht den Kopf verdrehen. Es laufen Gespräche mit Young Boys. Ich möchte die letzten Wochen der Saison nutzen, um weiter Gas zu geben und mich anzubieten für die neue Saison.

Der Name Ihres YB-Trainers Gerardo Seoane taucht immer wieder auf, wenn bei einem Bundesliga-Klub ein Trainer gesucht wird. Aktuell sind Frankfurt und Leverkusen interessiert. Was zeichnet Seoane aus?

Sein unbändiger Wille, wie er in jedem Moment für den Erfolg brennt. Wir Spieler bekommen natürlich mit, dass es öfter Spekulationen um ihn gibt. Und das ist sicher eine Auszeichnung, ein Kompliment für ihn als Trainer, aber auch für uns als Mannschaft.


https://sportbild.bild.de/fussball/2021 ... sport.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (11) Gianluca Gaudino
 Beitrag Verfasst: Montag 14. Juni 2021, 01:31 
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Er galt als große Nachwuchs-Hoffnung - Ex-Bayern-Juwel und Guardiola-Liebling zurück in Deutschland

Pep Guardiola setzte in seiner Zeit beim FCB auf ein Talent, dessen Karriere nicht immer rund verlief. Nun wechselte das Ex-Bayern-Juwel zurück nach Deutschland.

München - Die Talente in der Jugendabteilung der FC Bayern verfügen über große Fähigkeiten. Jedoch ist der Sprung in die mit internationalen Stars besetzte Profi-Mannschaft für die meisten Nachwuchsspieler zu groß. Bei Gianluca Gaudino sah es in der Saison 2014/15 kurz danach aus, als würde er sich im Bundesliga-Team des Rekordmeisters festspielen. Doch die Karriere des Mittelfeldspielers erlebte nach dem Bayern-Aus einen Knick. Nun kehrt er nach über fünf Jahren nach Deutschland zurück.

FC Bayern: Pep Guardiola förderte FCB-Talent - doch die große Karriere blieb ihm verwehrt

Elf mal ließ Pep Guardiola Gaudino beim FC Bayern auflaufen. So war er erst 17 Jahre und neun Monate alt, als er unter dem Katalanen in einem Bundesliga-Spiel debütierte, dabei spielte er sogar über die komplette Spielzeit. Doch auf den starken ersten Einsatz folgten lediglich zehn weitere, davon jeweils einer im DFB-Pokal sowie in der Champions League. Zu mehr reichte es für den Sohn des ehemaligen VfB-Stuttgart-Profis Maurizio Gaudino nicht. Nach einer ernüchternden Halbserie bei den Bayern-Amateuren in der viertklassigen Regionalliga verließ der Teenager die Münchner Anfang 2016 und wurde ins Ausland verliehen.

Erste Anlaufstation war der FC St. Gallen, wo er in anderthalb Jahen immerhin 36 mal für die Profis auflief und erste Erfahrungen sammelte. Nach Ablauf des Leihgeschäfts verhökerten die Bayern den Sohn des Deutsch-Italieners zum Serie-A-Team Chievo Verona. Dort erlebte er den nächsten Rückschlag und spielte lediglich dreimal für die „Gialloblu“. Im Sommer 2018 stand der technisch hochbegabte Kicker erstmals ohne Verein da - und musste lange auf sein Glück warten.

FC Bayern: Gaudino spielt sich in der Schweiz in den Fokus - nun kehrt er nach Deutschland zurück

Wieder war es ein Schweizer Klub, dem er sich nach einem halben Jahr Vereinslosigkeit anschloss. Bei den Young Boys Bern musste sich Gaudino zunächst beweisen, spielte sich jedoch über die folgenden zweieinhalb Jahre in den Kader und gewann drei Meisterschaften sowie einen Pokalsieg mit den Hauptstädtern. In 79 Pflichtspielen konnte Gaudino sieben Treffer erzielen und 14 weitere vorbereiten - Statistiken, die Interessenten auf den Plan rufen.

Nun verkündete der 24-Jährige nach seinem Vertragende bei den Young Boys seine Rückkehr nach Deutschland. Künftig wird der Edeltechniker für den SV Sandhausen in der 2. Bundesliga spielen. Am Hardtwald freut man sich bereits auf die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Bayern-Talent. „Er geht bewusst den nächsten Schritt mit uns, um diesen Weg fortzusetzen und zu zeigen, dass er nicht nur ein großes Talent ist“, meint Trainer Stefan Kulovits zu seinem Neuzugang. „Ich bin in der Rhein-Neckar-Region aufgewachsen und kenne mich daher hier gut aus. Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und kann kaum erwarten, dass es losgeht“, meint Gaudino voller Tatendrang.

Im Gegensatz zu seinen beiden ehemaligen Teamkollegen Sinan Kurt und Lucas Scholl hat Gaudino eine recht gewöhnliche Karriere hingelegt. Beim SV Sandhausen können sich die Profis zudem ausschließlich mit dem Fußball befassen, die Einflüsse von außen sind in der 15.000-Einwohner-Gemeinde rar.


https://www.tz.de/sport/fc-bayern/fc-ba ... 96963.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (11) Gianluca Gaudino
 Beitrag Verfasst: Montag 14. Juni 2021, 01:40 
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Gaudino: "Pep-Lob nicht zu viel"

München - Gianluca Gaudino verzückte einst beim FC Bayern Pep Guardiola. In der neuen Saison spielt der 24-Jährige in Sandhausen in der 2. Liga. Bei SPORT1 zeigt er sich kritisch und kämpferisch.

Gianluca Gaudino durchlief die Jugendabteilungen des FC Bayern und spielte von 2014 bis 2015 bei den Profis. Dort trainierte er unter Pep Guardiola. Der Spanier mochte den Sohn des früheren Bundesligaspielers Maurizio Gaudino, förderte und lobte ihn. Doch der Durchbruch wollte dem Mittelfeldspieler beim Rekordmeister nicht gelingen.

Es folgten die Stationen St. Gallen, Chievo Verona und BSC Young Boys. Jetzt entschloss sich Gaudino zu einer Rückkehr nach Deutschland. In der nächsten Saison spielt der 24-Jährige beim SV Sandhausen in der 2. Liga.

Im SPORT1-Interview spricht er über diese Entscheidung, ein Vorurteil, seine Bayern-Zeit - und Guardiola.

SPORT1: Herr Gaudino, Sie sind zurück in Deutschland. Warum haben Sie sich für den SV Sandhausen entschieden?

Gianluca Gaudino: Ich muss das sagen, was man als Fußballer oft sagt auf so eine Frage, aber es gab wirklich den einen Grund. Die Gespräche mit den Leuten vom Verein haben mir einfach gefallen. Ich konnte mich ausführlich mit dem Trainer (Stefan Kulovits, Anm. d. Red.) und dem Sportdirektor (Mikayil Kabaca, Anm. d. Red.) unterhalten, hatte auch die Möglichkeit, mir ausgiebig alles anzuschauen. Alles ist dort so familiär und aufgeschlossen, das hat mir einfach gefallen. Ich kann mich mit dem, wie die Verantwortlichen mich sehen, total identifizieren. Sie sind mir authentisch begegnet.

Gaudino: "Ich kann meine Kritiker nicht verstehen"

SPORT1: Waren die Gespräche der einzige Grund?

Gaudino: Nein. Sicherlich habe ich mich auch für den SVS entscheiden, weil ich damals im benachbarten Schwetzingen aufgewachsen bin. Meine Großeltern wohnen in der Nähe in Heidelberg und in Rheinau. Das war auch ein Grund, der bei der Entscheidung eine Rolle gespielt hat. Außerdem ist der Klub sehr ambitioniert. Ich will noch mal richtig angreifen und habe einen Klub gesucht, bei dem mir der nächste Schritt gelingen könnte. Ich will mich in Deutschland noch mal beweisen und es allen zeigen.

SPORT1: Es ist für Sie ein kompletter Neustart. Kritiker sagen, Sie haben bisher den Durchbruch noch nicht geschafft. Was erwidern Sie denen?

Gaudino: Das Gerede kenne ich, aber ich höre meine Kritiker gar nicht. Ich halte mich zum Beispiel auch bei Social Media ziemlich raus und lese mir auch generell nicht viel durch, was über mich geschrieben steht. Wenn ich jetzt konkret darauf angesprochen werde, dann sage ich nur eines: Ich kann meine Kritiker nicht verstehen.

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SPORT1: Wirklich nicht?

Gaudino: Ich weiß schon, was sie mit dieser Frage nach dem Durchbruch meinen. Ich habe in den zurückliegenden Jahren den Durchbruch als Mensch geschafft. Hätte ich beim FC Bayern schon Stammspieler sein müssen oder hätte ich mehrmals schon in der Champions League spielen müssen? Ich habe im Profibereich schon viel Erfahrung sammeln können.

SPORT1: Wie selbstkritisch sind Sie? Sie sind in St. Gallen und Verona nicht über den Status des Ergänzungsspielers hinweg gekommen.

Gaudino: Das stimmt. Ich hatte in den vergangenen Jahren bis auf Bern wenig Einsatzzeiten, aber konnte mich dennoch als Spieler und als Mensch enorm weiterentwickeln. Denn ich habe in Italien einen neuen Fußball kennengelernt, wie ich ihn vorher nicht gespielt habe. Für die Kritiker habe ich den Durchbruch nicht geschafft, aber für mich gelang mir der Durchbruch zu einem etwas besseren Profi. Das will ich jetzt in Sandhausen zeigen und gerne noch einen drauf setzen.

SPORT1: Wie blicken Sie auf Ihre Zeit in Bern zurück?

Gaudino: Ich war da kein Stammspieler, aber ich hatte mit 60 Spielen eine Menge Einsatzzeiten und habe meinen Teil zum sportlichen Erfolg mit den drei Titeln beigetragen. Der Trainer hatte dort seine erste Elf. Es gehören auch mehr Faktoren dazu, um in der Startelf zu stehen, oder nicht?Es wurde ein System gespielt, für das andere Spielertypen favorisiert wurden und wo ich mehr auf den Außenbahnen spielen musste.

SPORT1: Ihre Wunschposition?

Gaudino: Nein, aber der Trainer hat mich da gesehen. Ich war dann mehr der Einwechselspieler, was aber für mich nicht schlimm war. Wenn ich reingekommen bin, konnte ich Spiele auch mal drehen. Aber natürlich ist es mein Wunsch, von Anfang an auf dem Platz zu stehen, meiner Mannschaft von der ersten Minute an zu helfen und eine feste Größe in einem Team zu sein.

SPORT1: Nervt es Sie, dass Sie von vielen nur als gescheitertes Bayern-Talent gesehen werden?

Gaudino: Nein, überhaupt nicht. Das ist meine Vergangenheit, mit der ich mich nullkommanull beschäftige. Aber ich kann auch verstehen, dass man das immer wieder zum Thema macht. Ich wurde auch von Mannschaftskollegen oft gefragt, wie das bei Bayern war. Ich antworte darauf gerne, aber ich beschäftige mich nicht mehr mit der Zeit beim FC Bayern. Das ist ein Teil meiner Geschichte als Fußballer. Ich bin stolz darauf, dass ich damals dort spielen konnte. Ich sehe mich nicht als gescheiterter Bayern-Profi und habe daher kein Problem, über den FC Bayern zu sprechen.

SPORT1: Pep Guardiola war in München Ihr Mentor, hat Sie sehr gepusht. War das eher eine Belastung?

Gaudino: Nein. Das Lob von Pep kam damals nicht zu früh und war auch nicht zu viel. Er hat einfach an mich geglaubt und das war zum damaligen Zeitpunkt schön für mich. Er hat mir seine Wertschätzung gezeigt. Zurückblickend kann ich jetzt sagen, dass ich körperlich und mental noch nicht reif genug war. Sicher gibt es andere Spieler, die in dem Alter weiter sind, aber ich war einfach sehr jung und vieles prasselte auf mich ein. Ich habe meine Zeit gebraucht.

Gaudino: "Mental auf jeden Fall stärker"

SPORT1: Wie fühlen Sie sich heute?

Gaudino: Ich bin mental auf jeden Fall stärker. Die schwierige Zeit in Verona hat mich am meisten geprägt, mich mental stärker gemacht und als Mensch geformt.

Hier können Sie sich den PDF-Spielplan der Fußball-EM 2021 herunterladen und im Anschluss ausdrucken

SPORT1: Setzen Sie sich jetzt etwas unter Druck, um es in Deutschland noch mal allen zu zeigen?

Gaudino: Das würde ich nicht sagen. Damals bei den Bayern habe ich mich unter Druck gesetzt, aber ich mache mir heute nicht mehr zu viele Gedanken, was das angeht.

SPORT1: Hat Ihnen Ihr Vater in den schweren Zeiten geholfen?

Gaudino: Nein. Ich hatte da mit Papa gar nicht so viel Kontakt. Ich habe das Ganze eher mit mir selber ausgemacht, habe viel auch mit Sophie (Gaudinos Frau, Anm. d. Red.) über die Situation gesprochen. Klar können einem die Eltern Ratschläge geben, aber am Ende lebt man sein Leben selbst und muss gewisse Erfahrungen machen. Ich hätte gewisse Dinge auch dann ausprobiert, wenn mir Papa gesagt hätte: 'Mach das nicht'. Es war auch gut so, weil ich so gelernt habe, mit Rückschlägen umzugehen. Ich höre oft auf mein Bauchgefühl.
Keinen Kontakt zu Guardiola

SPORT1: Haben Sie eigentlich noch Kontakt zu Guardiola?

Gaudino: Nein, leider nicht.

SPORT1: Gab es für Sie noch andere Optionen in Deutschland?

Gaudino: Konkret wurde es nur mit Sandhausen. Jeder, der das Fußballgeschäft kennt, weiß, dass mein Name oft irgendwo genannt wurde. Ich finde, dass man nicht über einen Verein sprechen sollte, wenn etwas nicht spruchreif ist.

SPORT1: Kennen Sie schon den einen oder anderen Spieler dort?

Gaudino: Noch nicht. Natürlich kenne ich einige Spieler vom Namen wie Dennis Diekmeier, aber persönlich kenne ich keinen der Jungs - obwohl ich oft die 2. Liga angeschaut habe.

SPORT1: Eine Frage noch zu Sinan Kurt, mit dem Sie beim FC Bayern gespielt haben. Er galt einst als größtes Talent im deutschen Fußball, musste dann aber einen Karriere-Absturz erleben. Jetzt hat er seinen Vertrag nach einem halben Jahr beim slowenischen Erstligisten FC Nitra wieder aufgelöst. Haben Sie sich gegenseitig aufbauen müssen in schwierigen Zeiten?

Gaudino: Wir hatten zwischendurch immer wieder mal Kontakt. Aber wir mussten uns nicht aufbauen oder trösten. Jeder von uns lebt sein Leben und hat seine Vorstellungen, die er als Profi umsetzen will. Sinan ist kein Mensch, den man trösten muss. Er ist sehr lebensfroh und auch jemand, der nicht groß darauf hört, was über ihn geschrieben wird. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Wenn Sinan mit dem glücklich ist, was er hat und wie er das macht, dann ist es doch okay. Mich musste man auch nicht trösten. Ich war immer zufrieden mit meinem Leben - auch in schwierigen Zeiten. Und das bin ich auch jetzt. Und die Vorfreude auf das, was jetzt kommt, ist groß.


https://www.sport1.de/fussball/2-bundes ... iker-druck

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 Betreff des Beitrags: Re: (11) Gianluca Gaudino
 Beitrag Verfasst: Sonntag 21. November 2021, 02:27 
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Gianluca Gaudino wehrt sich, als gescheitertes Talent zu gelten

Für den 25-jährigen Neuzugang des SV Sandhausen, der noch nirgends Stammspieler war, schlägt nun die Stunde der Wahrheit.

Sandhausen. Wie sich Menschen selbst sehen und wie sie von anderen wahrgenommen werden, unterscheidet sich häufig erheblich. Das gilt auch für Gianluca Gaudino. Bevor der 25-jährige Mittelfeldspieler von Young Boys Bern zum SV Sandhausen wechselte, sagte er in einem Interview mit Sport1: "Ich war immer zufrieden mit meinem Leben – auch in schwierigen Zeiten."

Schön, wenn man das von sich behaupten kann. Andere sind der Meinung, dass der Sohn des früheren Waldhöfer Nationalspielers Maurizio Gaudino seine Begabung nur unzureichend genutzt hat. Sie sprechen sogar von einem gescheiterten Talent. Gaudino entgegnet, dass er auf das "Gerede der Kritiker" nicht hört. Gleichwohl will er am Hardtwald beweisen, dass er zumindest ein ordentlicher Zweitliga-Spieler ist.

Jetzt könnte sich die Chance bieten. Gaudino, der an Covid-19 erkrankt war und mehrere Wochen pausieren musste, wird möglicherweise schneller zurückkehren als gedacht. Seit vorletzter Woche trainiert er wieder mit der Mannschaft. Ein Kaderplatz am Freitag (18.30 Uhr/Sky) im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg ist denkbar.

Denn beim Zweitligisten füllen sich die Reihen nur langsam wieder. Sechs der zwölf Spieler, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben, konnten bis gestern nicht trainieren. Sie werden zwar Anfang dieser Woche zurück erwartet, doch von einer normalen Spiel-Vorbereitung kann man wohl nicht reden. Zumal es weitere Ausfälle gibt. Julius Biada und Rick Wulle sind weiter in der Reha, ob es für Arne Sicker (Fußverletzung), Daniel Keita-Ruel (Knieprobleme) und Tim Kister (Sehnenverletzung) bis Freitag reicht, kann oder will Mikayil Kabaca nicht sagen. Der Sportliche Leiter vertröstete auf die Spieltags-Pressekonferenz Mitte der Woche.

Gut hört sich an, was Kabaca über Gaudino sagt: "Mit seiner Spiel-Intelligenz und seiner Ballsicherheit kann er zu einer Bereicherung für unsere Mannschaft werden." Die Premiere war vielversprechend. Beim 0:2 gegen Düsseldorf schwang der Regisseur eine Halbzeit lang den Taktstock. Dann schwanden die Kräfte. Seitdem wurde er in fünf weiteren Spielen ein- und ausgewechselt - ehe ihn Mitte September das Virus erwischte.

Der bisherige Saisonverlauf ist ein Spiegelbild seiner Karriere. Er war erst 17, als sein Stern bereits hell leuchtete. In acht Bundesliga- und einem Champions-League-Spiel für Bayern München. Der große Pep Guardiola hatte einen Narren an dem feinen Techniker gefressen. Doch bald wurde es still um das vermeintliche Super-Talent. Gaudino musste mit Bayern II über die Dörfer tingeln, wurde nach St. Gallen ausgeliehen und wechselte von dort nach Verona. Weder in der Schweiz noch in Italien konnte er sich durchsetzen. Mit Young Boys Bern wurde er dreimal Schweizer Meister, doch er gibt zu: "Ich war zwar in 60 Spielen dabei, aber kein Stammspieler. Das System habe nicht gepasst. Der Trainer habe ihn auf den Flügeln eingesetzt und nicht auf seiner Wunschposition zentral und hinter den Spitzen.

Wenn einer Sohn ist von einem berühmten Vater, kann das Segen und Fluch sein. Maurizio Gaudino, heute 54, wurde beim SV Waldhof groß, bestritt 294 Bundesliga- und fünf Länderspiele und gehörte 1992 der Meistermannschaft des VfB Stuttgart an. Der Sohn italienischer Einwanderer aus dem Mannheimer Stadtteil Rheinau verfügte über eine unglaubliche Fußball-Intelligenz. Gianluca hat sie geerbt. Aber es kann zu einem Nachteil werden, ständig am Vater gemessen und mit ihm verglichen zu werden.

Gianluca Gaudino ist in die ganze besondere Welt der Berufs-Fußballer hineingeboren. Das kann für die eigene Karriere hilfreich sein, muss es aber nicht. Als Kind hat er kurze Zeit beim SV 98 Schwetzingen gespielt. Die Großeltern leben noch in Rheinau und in Heidelberg. Er sagt, dass er sich auskennt in der Gegend.

Entscheidend für den Wechsel nach Sandhausen sei aber gewesen, dass ihm die Atmosphäre am Hardtwald gefallen habe. "Alles ist so familiär und aufgeschlossen", erklärt er, "die Menschen sind authentisch."

Noch nirgends war der 25 Jahre alte Profi Stammkraft: Nicht bei den Bayern, nicht in St. Gallen, schon gar nicht in Verona, wo er nur zweimal berücksichtigt wurde, und auch nicht während der Jahre in Bern. Trotzdem verwehrt er sich gegen die Einordnung als gescheitertes Talent. "Ich habe den Durchbruch als Mensch geschafft", wird er von Sport1 zitiert.

"In Sandhausen will ich von Anfang an auf dem Platz stehen, der Mannschaft von der ersten Minute an helfen und eine feste Größe im Team sein", hat er dem Sender gesagt. Beim SV Sandhausen schlägt für Gianluca Gaudino die Stunde der Wahrheit.


https://www.rnz.de/sport/svsandhausen_a ... 71592.html

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