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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Sonntag 22. August 2021, 02:50 
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Klarer 4:0-Sieg

Bayer zerlegt Gladbach: Seoane gewinnt das Duell gegen Hütter

Klare Sache im Duell der YB-Meistermacher: Gerardo Seoanes Leverkusen bezwingt Adi Hütters Gladbach gleich mit 4:0.

Die Partie in Leverkusen hätte für Borussia Mönchengladbach nicht schlechter beginnen können. Ein strammer Distanzschuss von Leverkusens Neuzugang Mitchel Bakker prallte erst an den Pfosten und dann von Yann Sommers Bein unglücklich ins Tor (3.). Leverkusen nutzte den Schockzustand der «Fohlen» gnadenlos aus. Nur 5 Minuten später platzierte Patrik Schick einen Schuss ins lange Eck zum 2:0.

Verletzungspech bei der Borussia

Zu allem Überfluss aus Gladbacher Sicht musste Adi Hütter Stürmer Marcus Thuram verletzungsbedingt bereits in der 20. Minute auswechseln. Auch Stefan Lainer musste nach einem üblen Foulspiel von Bakker noch vor der Pause vom Platz, den folgenden Foulelfmeter parierte Lukas Hradecky gegen Lars Stindl.

Nach dem Seitenwechsel wurde Gladbach etwas mutiger. Florian Neuhaus vergab zwei Chancen (50.) auf den Anschlusstreffer binnen Sekunden. Besser machte es Moussa Diaby, der mit etwas Schützenhilfe des eingewechselten Borussen Rami Bensebaini die Partie für die überzeugenden Leverkusener entschied.


https://www.srf.ch/sport/fussball/inter ... en-huetter

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Dienstag 24. August 2021, 10:17 
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Gerardo Seoane: Bayer-Goalie Hradecky schwärmt vom neuen Trainer

Das Heimdebüt bei Bayer Leverkusen hätte sich Gerardo Seoane nicht besser ausmalen können. Nach der 4:0-Gala gegen Gladbach wird er gelobt.

Das Wichtigste in Kürze

- Dank einem Blitzstart gewinnt Bayer Leverkusen mit 4:0 gegen Mönchengladbach.
- Trainer Gerardo Seoane lobt die Stimmung der Fans beim ersten Heim-Auftritt.

Starker Heimauftakt in der Bundesliga für Bayer Leverkusen und Neo-Coach Gerardo Seoane! Im Duell der Ex-YB-Trainer besiegt er Adi Hütter und Borussia Mönchengladbach gleich mit 4:0.

Die Bayer-Gala zeigt: Seoane ist in der Bundesliga schon angekommen – und weckt grosse Erwartungen!

«Das ist ein Prozess, aber dieses Spiel ist sicher eine Messlatte», befand der Schweizer nach seinem ersten Bundesligasieg. Die Art und Weise war vielversprechend und könnte auf eine erfolgreiche Saison des Europa-League-Teilnehmers deuten. «Ein guter Start hilft. Das gibt einem Rückenwind», sagt Gerardo Seoane.

Es war ein wenig so, als hätten seine Profis genau darauf gewartet, wieder vor den eigenen Fans losgelassen zu werden. Mit einem atemberaubenden Tempo und zwei spektakulären Toren war die Richtung schnell vorgeben.

Gerardo Seoane lobt die Bayer-Fans

«Die Schuldigen sind die Fans», erklärt Seoane die spektakuläre Startphase. «Man hat gespürt wie die Mannschaft sich auf die Fans freut. Es war ein tolles Erlebnis schon bei der Fahrt ins Stadion. Dies war eine zusätzliche Motivation.»

Leverkusen-Goalie Lukas Hradecky, der vor der Pause noch einen Foulelfmeter von Lars Stindl pariert, war überwältigt von den Emotionen. «Da ist man noch mal verliebt in seinen Beruf. Dafür ist man Fussballer geworden. Es ist grossartig zu spüren, wie die Fans dem Fussball gefehlt haben», so der finnische Nationalspieler.

Sein Trainer hat in der kurzen Zeit mit seiner Idee und personellen Verstärkungen die entscheidenden Veränderungen vorgenommen. Das Spiel über beide Aussenposition wird forciert.

Olympiasieger Paulinho leistet dazu ebenso seinen Beitrag wie der junge Mitchel Bakker, der starke Offensivszenen hatte. Auch Mittelstürmer Schick brachte seine gute EM-Form mit in die neue Saison.

Bayer-Captain: «Gerardo Seoane ist der richtige Trainer»

Captain Hradecky glaubt, dass Gerardo Seoane genau richtige Trainer ist für Bayer. «Es ist viel Zug im Training, er spricht mit den Spielern. Das verspricht viel für die nächsten Wochen», sagt der Goalie.

Geschäftsführer Rudi Völler hofft in seiner letzten Saison auch auf bessere internationale Auftritte. «In der Europa League wollen wir in diesem Jahr aber auch unsere Spuren hinterlassen. Nicht so wie letztes Jahr», so der 61-Jährige.

Da schied Bayer bereits in der Zwischenrunde gegen YB aus. Damaliger Trainer der Schweizer: Gerardo Seoane.


https://www.nau.ch/sport/fussball-int/g ... r-65987168

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Dienstag 24. August 2021, 10:33 
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Leverkusen verknallt in Seoanes „Young Boys“

Diese Gala war nach der Holper-Vorbereitung so sicherlich nicht zu erwarten!

Leverkusen überrannte Gladbach. Das 4:0 war ein Traum-Heim-Debüt für Gerardo Seoane (42), der von Young Boys Bern kam.

Bei Bayer hat der Schweizer Meister-Trainer viele „Young Boys“ – wie Florian Wirtz (18), Odilon Kossonou (20), Jeremie Frimpong (20), Paulinho (21), Mitchel Bakker (21), Exequiel Palacios (22) oder auch Moussa Diaby (22).

Die Fans sind schon ganz verknallt. Weil die Werkself nach der enttäuschenden Rückrunde der vergangenen Saison jetzt mit Toren und irrem Tempo begeisterte.

Selbst Gladbachs Trainer Adi Hütter (51) staunte: „Bayers Geschwindigkeit auf der rechten Seite mit Diaby und Frimpong ist wohl einzigartig in der Bundesliga.“

Auffallend auch, wie sich die Spieler ständig untereinander halfen. Gerade beim Thema Team-Geist hatte Seoane vom ersten Tag an angesetzt: „Es ist ein ständiger Prozess. Dieses Spiel muss die Messlatte sein. Meine Mannschaft ist kompakt und solidarisch aufgetreten. Ich habe eine tolle Energie gespürt – Kompliment dafür!“

Und Leverkusen verfügt eindeutig über mehr physische Wucht im Kader. Exemplarisch dafür stand die Leistung des neuen Linksverteidigers Bakker (BILD-Note 1).

Sportdirektor Simon Rolfes (39) zu BILD: „Bei allem Talent und Potenzial haben wir bei den Neuzugängen darauf geachtet, dass wir mehr Aggressivität reinbekommen. Wir waren in der Vergangenheit oft zu brav.“


https://www.bild.de/sport/fussball/fuss ... 0560121161

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 2. September 2021, 00:56 
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Gerardo Seoane: Viel Lob für den Ex-YB-Coach nach Saisonstart

Nach vier Pflichtspielen ist Gerardo Seoane als Leverkusen-Coach noch ungeschlagen. Die Erwartungen an den 42-Jährigen scheinen bereits gestiegen zu sein.

Das Wichtigste in Kürze

- In der Liga auf Platz zwei, im Pokal souverän in die nächste Runde eingezogen.
- Der Auftakt von Gerry Seoane als Coach von Bayer Leverkusen ist beachtlich.
- Man scheint bereits viel vom ehemaligen YB- und FCL-Coach zu halten.

«Wo Gerardo Seoane ist, ist der Erfolg», schreibt die deutsche «Sportbild» in ihrer neuesten Ausgabe. Nach vier Pflichtspielen als Trainer von Bayer Leverkusen ist der 42-Jährige noch ungeschlagen. Drei Siege und ein Remis (gegen Urs Fischers Union) stehen zu Buche.

Das Fussball-Fachblatt schreibt weiter: «Seoane holte bei jeder Station mindestens 1,81 Punkte im Schnitt. Auf 34 Spiele hochgerechnet sind das 62 Punkte. In neun der vergangenen zehn Jahre hätte das für die Qualifikation zur Champions League gereicht.»

Damit scheint die Ambition der «Werkself» bereits geklärt zu sein. In den letzten Jahren bleibt der Klub unter seinen eigenen Erwartungen. Tiefpunkt ist der enttäuschende 12. Platz am Ende der Saison 2016/17.

Nun soll der Erfolg endlich zurückkehren. Und wer, wenn nicht ein dreimaliger Meister, könnte diesen besser verkörpern. Vielleicht kann Bayer unter Gerardo Seoane auch endlich seinen höhnischen Spitznamen «Vizekusen» für immer begraben.


https://www.nau.ch/sport/fussball-int/g ... t-65993402

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 15. September 2021, 16:38 
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«Fantastischer Job»

Seoane lobt Nachfolger Wagner

Trainer Gerardo Seoane von Bayer Leverkusen hat nach dem YB-Coup gegen ManUnited seinen Nachfolger David Wagner gelobt.

«Gratulation an David Wagner, der einen fantastischen Job macht mit seinem Staff», sagte Seoane gegenüber der deutschen Agentur dpa über den früheren Schalker. «Ich habe das Spiel geschaut und habe mich unheimlich gefreut über diesen Coup. Es ist schön für mich, aus der Ferne zu sehen, dass diese tolle Geschichte bei den Young Boys weitergeht.»

Seoane, Meister mit YB in den Jahren 2019-2021, hatte im Vorjahr in der Europa League mit YB seinen aktuellen Arbeitgeber Leverkusen auf dem Weg in den Achtelfinal ausgeschaltet. Wagner war im Vorjahr nach zwei Spieltagen auf Schalke beurlaubt worden. Nun hat er gleich auf Anhieb die Champions League erreicht und bereits für Furore gesorgt.


https://www.srf.ch/sport/fussball/champ ... ger-wagner

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Montag 4. Oktober 2021, 09:49 
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02.10.2021

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Leverkusen-Trainer Gerardo Seoane: «Was Florian Wirtz leistet, ist eigentlich unfassbar»

Nach drei Meistertiteln mit YB surft Gerardo Seoane auch in Leverkusen auf der Erfolgswelle. Er spricht über einen möglichen Titelgewinn und bietet einen tiefen Einblick in seine Arbeitsweise.

Bayern-Jäger Nummer 1. Dabei hatte Leverkusen eine komplizierte letzte Saison und ist mit einem Trainer an den Start gegangen, für den die Bundesliga Neuland bedeutet. Aber Gerardo Seoane, 42, hat Fussball-Deutschland von Beginn weg verzückt. Nur, wie macht er das?

Es ist auffällig, wie empathisch Ihr Umgang mit Ihren Spielern ist. Beispielsweise, wie Sie am letzten Wochenende Karim Bellarabi nach seiner Auswechslung im Spiel gegen Mainz umarmt haben. Wie wichtig ist Ihnen die Nähe zu den Spielern?
Gerardo Seoane: Ein ganz wichtiger Faktor im Job eines Trainers ist es, eine Beziehung mit jedem einzelnen, aber auch mit der Mannschaft aufzubauen. Entscheidend ist für mich die Fragestellung: Was kann ich und wie muss ich es machen, damit zwischen Mannschaft und Staff eine Symbiose entsteht? Karim Bellarabi hatte ich kurz vor unserem Siegestor gegen Mainz ausgewechselt. Man könnte sagen: Er stand gerade da, als das Tor fiel, also haben wir zusammen gejubelt. Es war spontan und von meiner Seite auch ein Zeichen des Dankes, denn Karim hatte zuvor im Spiel alles für den Erfolg gegeben, der sich dann genau in diesem Moment durch das Tor eingestellt hatte. Ich nehme die Spieler ernst und versuche, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Und je besser die Beziehung, desto grösser das Vertrauensverhältnis.

Ist Ihre Art etwas Neues für die Spieler von Leverkusen?
Das kann ich nicht beurteilen. Ich frage bewusst nicht nach, was in der Vergangenheit wie gelaufen ist. Was für mich wichtig ist in unserer täglichen Arbeit ist das aktuellen Feedback der Spieler. Die Frage, ob sie sich wohlfühlen. Wohlfühlen bedeutet aber nicht, dass jeder machen kann, was ihm passt. Sondern, dass wir eine gute Kommunikationsbasis haben. Ich fordere viel, versuche aber den Spielern Vertrauen und Rückendeckung zu geben.

Gibt es Dinge, die unter Ihnen in Leverkusen anders funktionieren als früher?
Eine Ist-Analyse ist für jeden Trainer, der bei einem neuen Klub beginnt, unumgänglich. Auch ich habe das in Leverkusen gemacht. Nicht allein, sondern zusammen mit der sportlichen Führung, mit Simon Rolfes, Rudi Völler und Fernando Carro. Ich versuche dabei analytisch vorzugehen, um herauszufinden, wo man der Mannschaft neue Impulse vermitteln kann und muss. Da gibt es mehrere Punkte: Taktisch, fussballerisch, physisch aber auch, was die Mentalität betrifft. Ich habe den Spielern von Beginn an vermittelt, dass wir nur gemeinsam erfolgreich sein können. Vor allem in der aktuellen Situation.

Warum?
Die letzten eineinhalb Jahre waren eine grosse Herausforderung. Die Spieler waren wegen der Pandemie zu Hause quasi isoliert. Selbst im Trainingsbetrieb wurde auf getrennte Kabinen geachtet, um möglichst kleine Gruppen zu bilden. Der Zusammenhalt hat dadurch logischerweise gelitten. Deshalb haben wir in diesem Bereich viel investiert. Dazu ist es auch wichtig, sich auf gemeinsame Werte zu verständigen. Wie wollen wir miteinander umgehen, welche Mentalität soll täglich auf dem Trainingsplatz herrschen? Das sind vermeintliche Soft-Faktoren, die für mich aber sehr wichtig sind.

Was sind das für Werte, die Sie Ihrer Mannschaft vermitteln?
Fussball lebt auch von individuellen Exploits. Aber für mich ist es zentral, dass wir über einen Teamsport sprechen. Alles, was man macht, soll zum Wohl der Mannschaft geschehen. Dazu gehört Opferbereitschaft und Solidarität. Jeder muss bereit sein, Dinge zu tun, die das Individuum vielleicht nicht im Glanz erstrahlen lassen, für das Team aber von grossem Wert sind. Ich erwarte Demut und die permanente Bereitschaft jedes einzelnen zur Weiterentwicklung. Man darf Fehler machen, aber ich erwarte, dass man aus Fehlern lernt. Ich will, dass wir uns gegenseitig unterstützen. Und ich will, dass jeder Verantwortung übernimmt, den Fehler nicht beim Mitspieler sucht. Denn klar ist: Wenn die Mannschaft funktioniert, profitiert jeder einzelne.

Was haben Sie unternommen, um den Teamspirit zu stärken?
Es gibt klassische Massnahmen wie Teamevents. Aber wir haben auch die Mannschaft dazu animiert, selbstständig etwas auf die Beine stellen. Das darf auch mal ohne das Trainerteam sein. Oder, ganz wichtig, die Integration der neuen Spieler. Einfach mal ein Mittagessen mit den Familienmitgliedern, damit alle einander kennenlernen können. Und in den Trainings täglich Wettkampfsituation zu kreieren, stärkt den Kitt ebenfalls. Denn die Spieler sollen immer wieder erkennen, dass sie nur in der Gruppe erfolgreich sein können.

Nach dem 1:0-Sieg gegen Mainz wurde Kerem Demirbay gefragt, ob nun Torhüter Lukas Hradecky oder Siegtorschütze Florian Wirtz der Star des Tages sei. Demirbay antwortete: Die Mannschaft sei der Star. Er scheint schon voll auf Linie zu sein.
Das Ziel unserer Massnahmen ist natürlich, dass sie Wirkung erzielen. Das geht weit über den Fussballrasen hinaus. Mir gefällt es, wenn die Spieler alles aufnehmen und wir offenbar genug Überzeugungskraft haben, um sie auf unsere Reise mitzunehmen. Ja, ich gebe es zu: Es ist erfreulich, wenn ein Spieler mit dieser Überzeugung unsere Werte nach Aussen vertritt. Denn das bedeutet für mich, wir sind auf einem guten Weg.

Wie gehen Individualisten, von denen Sie auch welche im Team haben, mit der Prämisse «alles für die Mannschaft» um? Braucht es bei denen mehr Überzeugungsarbeit?
Eine funktionierende Equipe akzeptiert Individualisten, wenn man sieht, dass sie sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Es ist klar: Wir verlangen von Moussa Diaby nicht das gleiche wie von einem defensiven Mittelfeldspieler. Wenn die defensiven Mittelfeldspieler sehen, dass der Stürmer nach Ballverlust umschaltet, ins Gegenpressing geht, sind die defensiven Mittelfeldspieler bereit, noch mehr Arbeit nach hinten zu verrichten. Eigentlich ist es einfach: Jeder kennt seine Rolle und die Rolle des Mitspielers. Wenn jeder sieht, dass der andere in seinem Bereich sein Bestes gibt, steigt die Leistungsbereitschaft.

«Es braucht Mut, Dinge anzusprechen. Und es braucht Beharrlichkeit.»

igentlich mussten Sie Ihre Arbeit gar nicht gross umstellen. Schon bei den Young Boys sprachen Sie unentwegt von «im Dienst der Mannschaft».
Ich verstehe Fussball halt als Mannschaftssport. Selbst die besten Einzelspieler haben es schwer gegen eine funktionierende Einheit. Wer wurde Europameister? Wie hat Italien funktioniert? Es gibt viele Beispiele, die beweisen, dass nach oben alles möglich ist, wenn die Mannschaft funktioniert. Ich glaube aber, dass das alle Trainer so sehen.

Wieso gelingt es Ihnen besser als anderen Trainern, eine Mannschaft zu formen? Sie sind bald vier Jahre Profi-Trainer und hatten nie eine Krise.
In den sieben, acht Jahren im Nachwuchs habe ich mich intensiv damit auseinandergesetzt, wie ich mal als Profi-Trainer funktionieren will. Ich kam unter anderem zum Schluss: Ich will ein mutiger Trainer sein. Mutig nicht allein im fussballerischen Bereich, sondern auch in der Personalführung. Wenn man eine Gruppe von seinen Ideen überzeugen will, muss man sich exponieren. Es braucht Mut, Dinge anzusprechen. Und es braucht Beharrlichkeit. Man muss immer dranbleiben, nie nachlassen, auch wenn das Resultat nicht sofort sichtbar ist. Und, ganz wichtig für mich: Ein Trainer muss die Antennen immer auf Empfang haben. Er muss immer spüren, was seine Mannschaft in welchem Moment braucht, welche Reize er setzen muss, damit die Spannung hochgehalten werden kann.

Mutig und beharrlich bedeutet, dem Konflikt nicht aus dem Weg zu gehen. Aber ab und zu ist es auch für eine Führungskraft bequemer, die Fünf mal gerade sein lassen.
Ich arbeite seit sechs Jahren mit einem Coach zusammen. Um Probleme und Schwierigkeiten muss man sich ja nicht kümmern, damit wird man fast täglich konfrontiert. Entscheidend ist, wie man diese löst. Es ist nicht so, dass ich immer sofort interveniere. Aber mein Ziel ist es, dass ich alles, was ich als Gefahr oder Warnsignal wahrnehme, nicht verdränge. Und da kommen wir wieder zur Beziehung mit den Spielern. Je besser ich die Spieler kenne, desto kleiner die Gefahr von Missverständnissen, wenn man über Probleme spricht.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Ihrem Coach?
Ich wollte meine Führungsqualitäten verbessern und mich dabei mit realen Situationen auseinandersetzen. Also rede ich mit meinem Coach über Dinge, die in meiner Mannschaft tatsächlich passieren, aber natürlich ohne dabei die Privatsphäre des Spielers auch nur zu touchieren. Da bin ich absolut strikt. Ich konfrontiere meinen Coach mit der Feststellung: Es fehlt etwas Leben und Kommunikation in der Mannschaft. Und dann reden wir darüber. Er gibt mir nie die Lösung. Aber er hilft mir im Prozess. Für mich als Trainer ist es sehr wichtig, mit einer aussenstehenden Person im ständigen Austausch zu sein. Der Austausch kann zweimal wöchentlich stattfinden und dann zwei Wochen lang gar nicht. Ich melde mich einfach bei ihm, wenn ich jemanden zum Reden brauche.

Stauchen Sie einen Spieler auch mal vor der ganzen Mannschaft zusammen?
Eigentlich nicht. Auch, weil ich das selbst als Spieler nicht geschätzt habe. Anweisungen und Korrekturen schon. Aber wenn sich ein Spieler überhaupt nicht an unsere Abmachung hält, versuche ich das unter vier Augen zu besprechen. Schliesslich kann es sein, dass der Spieler mich falsch verstanden hat, eine andere Idee hatte - also das Fehlverhalten in einem Missverständnis gründete.

Um Florian Wirtz wird in ganz Deutschland derzeit ein Riesen-Hype veranstaltet. Haben Sie je einen talentierteren Spieler trainiert?
Nein. Er ist ein absolutes Ausnahmetalent. Klar hatte ich immer mal wieder Spieler, bei denen ich dachte: Wow! Aber Florian bestätigt derzeit seine Fähigkeiten auf höchster Ebene und das in einer enormen Frequenz. Nicht vergessen: Er ist erst 18 und in der Bundesliga derzeit der effizienteste Spieler. Eigentlich unfassbar.

Wirtz hat schon jetzt einen Marktwert von 45 Millionen Euro. Je nach dem, wie er unter Ihnen performt, kann sich dieser Wert stark verändern. Spüren Sie Druck im Umgang mit diesem Juwel?
Ein Trainer muss ein Gespür haben, wie man mit solchen Diamanten umgeht. Es ist wichtig, dass alle, die in dieses Projekt involviert sind, gute Entscheidungen treffen. Man muss abschätzen, wann man den Spieler begleitet, beschützt, oder ihn auch mal machen lässt. Natürlich gehört zum Lernprozess auch dazu, dass man Fehler zulässt. Florian soll und kann auch nicht in einem hermetisch abgeriegelten Raum reifen.

Auch die Erwartungen an Sie sind hoch. Es hiess, Seoane soll Geschäftsführer Rudi Völler zum Abschluss der Karriere einen Titel schenken.
So habe ich das nicht wahrgenommen. Jedenfalls nicht so, dass die Last nur auf meinen Schultern liegt. Auch ein Titel würde nie für das entlöhnen, was Rudi für diesen Verein geleistet hat. Ich bin ambitioniert und ich habe gespürt, dass der Verein auch ambitioniert ist. Wir wollen unbedingt etwas entwickeln, womit man mal einen Titel gewinnen kann. Es wäre toll, wenn es uns gelingen sollte, Rudi ein Abschiedsgeschenk zu machen.

«Praktisch in jedem Spiel gibt es einen Bezug zur Schweiz.»

Lothar Matthäus hat Sie über den Klee gelobt, wie schnell Sie die Bundesliga verstanden und dem Team eine Handschrift gegeben haben. Macht Sie das Lob eines grossen Ex-Fussballers stolz?
Klar freue ich mich, wenn ich Lob bekomme. Das gehört bei uns im Job dazu, wenn die Resultate und die Arbeit gut sind. Wir Trainer wissen aber auch, wie schnell der Wind drehen kann. Das Kompliment von Lothar motiviert mich zum Weitermachen, die nächsten Schritte mit dieser Mannschaft zu gehen.

Andere Schweizer in der Bundesliga gibt es relativ viele auch in der Nähe von Leverkusen. Haben Sie sich mit einigen schon getroffen?
Nein, ich habe hier auch keine Freundschaften im eigentlichen Sinn geschlossen, das sind Bekanntschaften. Mehr lässt dieser Job letztlich auch gar nicht zu, da fehlt einfach die Zeit. Aber praktisch in jedem Spiel gibt es einen Bezug zur Schweiz. Urs Fischer bei Union Berlin, viele Schweizer gibt es bei Gladbach, Silvan Widmer spielt bei Mainz und Martin Schmidt ist dort Sportdirektor, Ruben Vargas spielt bei Augsburg. Man merkt, die Schweizer Liga hat zahlreiche Leute in die Bundesliga gebracht.

Regelmässig können Sie Schweizerdeutsch sprechen. Mit Assistenzcoach Patrick Schnarwiler geht das sogar die ganze Zeit.
Es wird nicht so gern gesehen, wenn wir im Trainerstaff so parlieren. Die armen Kollegen verstehen es einfach nicht. Und wir machen es auch nicht, weil wir sonst auf die Schippe genommen werden. (lächelt)

Viele Leverkusen-Profis wohnen in Köln, Sie auch?
Zahlreiche unserer Spieler wohnen im Umkreis von Leverkusen, in Düsseldorf oder Köln. Bei mir ist es auch so, dass ich zwischen den Städten Leverkusen und Köln, die nahezu ineinander übergehen, im Grünen wohne. Von dort habe ich 15 Minuten Fahrzeit zum Stadion.

Nach der Länderspielpause folgt ein grosser Match. Freuen Sie sich bereits auf den Spitzenkampf am 17. Oktober zu Hause gegen den FC Bayern München?
Ihr Schweizer Journalisten kennt mich, zuerst kommen die anderen Spiele. Am nächsten Sonntag haben wir ein Auswärtsspiel in Bielefeld, die Arminia performt unglaublich mit dem neuen Trainer (Frank Kramer; Anm. der Red.). Das wird ein schwieriger Match. Dann folgt die Nationalmannschaftspause, wir haben 15, 16 Internationale, die dann unterwegs sind. Während dieser Zeit bist du als Trainer vorsichtig und hoffst, dass alle gesund zurückkommen, im Wissen, dass nachher die Partie gegen Bayern ist. Jeder Match ist für mich etwas Neues und Spannendes, aber es ist auch klar, dass ein Spiel gegen Bayern München immer noch etwas Anderes ist in der Bundesliga. Zu den besonderen Spielen zähle ich auch Dortmund, die Vergleiche gegen Bayern und Dortmund sind noch einmal von einer anderen Kategorie, weil das einfach die beiden Topmannschaften der vergangenen zehn Jahre sind. Gelingt uns gegen Bielefeld eine gute Leistung, dann wird der Match gegen Bayern sicher brisant.

Noch einmal zurück zu Ihrem Start in Deutschland: Im Trainingslager gab es viel Regen, in Leverkusen Hochwasser und einen schlimmen Unfall in den Chemiewerken. Wie sind Sie damit umgegangen?
Die Vorbereitung war holprig in dem Sinn, weil wir nichts beeinflussen konnten, was passiert ist. Wir hatten in Leverkusen Hochwasser, das war eine Katastrophe, in den Strassen stand das Wasser einen Meter hoch, es gab Todesfälle und dann kam noch die Explosion im Chemiewerk, wieder mit Toten. Das ist uns hier bei Bayer Leverkusen hautnah gegangen. Alle waren irgendwo betroffen, wir fuhren mit den Autos auf dem Wasser und wir wussten, dass hier Menschen Hab und Gut verloren haben - und einige sogar ihr Leben. Das hat eine grosse Solidarität ausgelöst. Bayer Leverkusen ist nicht nur ein Fussballklub, das ist eine Institution. Da ist ein grosser Konzern dahinter. Es war eindrücklich zu sehen, wie man mit finanzieller Hilfe den Wiederaufbau in Angriff genommen hat und wie ernst hier die soziale Verantwortung genommen wird. In der schwierigen Vorbereitung versuchten wir die Situationen so mit der Mannschaft aufzuarbeiten, dass wir die positive Energie daraus nahmen und immer wieder flexibel reagierten.

Wie ist das mit Corona, gibt es bei Bayer Leverkusen eine Impfpflicht für alle Angestellten?
Es gibt eine klare Empfehlung zum Impfen. Alle Spieler und Mitarbeiter im näheren Umfeld der Mannschaft sind geimpft. Auch beim Bayer-Werk habe ich mitbekommen, dass man in dieser Hinsicht ein klare Haltung einnimmt und sie auch kommuniziert. Da gibt es eine Entwicklung - von man kann impfen, über es wird empfohlen und irgendwann heisst es, die Impfung wird von der Belegschaft erwartet. Mit der Kommunikation versucht man die Leute hier in Deutschland zu bewegen. Auch wir im Fussball, wenn wir unseren Job weiter machen und nicht immer betroffen sein wollen, müssen dafür sorgen, die Corona-Zeit hinter uns zu lassen. Da können wir auch Vorbild sein und vorangehen. (aargauerzeitung.ch)


https://www.watson.ch/sport/interview/2 ... bundesliga

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Montag 4. Oktober 2021, 10:12 
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Wie Gerardo Seoane die Bundesliga im Sturm erobert hat

Gerardo Seoane ist mit Bayer Leverkusen stark in die Saison gestartet. In den ersten zehn Spielen unter dem Schweizer Trainer hat das Team nur einmal verloren und ist in der Bundesliga vor dem Direktduell punktgleich mit Leader Bayern München.

Gerardo Seoane sitzt am Sonntagabend auf dem Podium im Medienraum der SchücoArena in Bielefeld. Er spricht seiner Mannschaft ein Lob aus, sagt aber auch, dass sie in der einen oder anderen Situation habe das Glück beanspruchen müssen. Das Resultat, dieses 4:0, das am Ende des Spiels von Bayer Leverkusen gegen Arminia Bielefeld auf der Anzeigetafel steht, hätte also durchaus auch anders aussehen können.

Die Nüchternheit, mit welcher der 42-Jährige sich nach einer Partie jeweils den Fragen der Medienschaffenden stellt, ist aus seiner Zeit in der Schweiz ebenso bekannt, wie die Fähigkeit, selbstkritisch zu sein und auch im Erfolg stets Potenzial zur Verbesserung zu sehen. Insofern überrascht es nicht, ist Seoane nach der Partie in Bielefeld kein Ausbund an Euphorie.

Die Zahlenspielerei

In Fankreisen der Werkself kommt sie aber langsam, die Euphorie, oder zumindest eine erwartungsfrohe Unwissenheit, was in dieser Saison wohl möglich sein könnte für Bayer 04. Seit seinem Amtsantritt in Leverkusen hat Seoane zehn Pflichtspiele bestritten. Nur eines hat er verloren. Das spektakuläre 3:4 gegen Dortmund am 11. September, bei dem die Leverkusener dreimal in Führung gingen, der BVB die Partie in den letzten 20 Minuten durch Tore von Raphaël Guerreiro und Erling Haaland aber noch wendete.

Ansonsten stehen wettbewerbsübergreifend acht Siege und ein Unentschieden, das 1:1 zum Saisonauftakt bei Union Berlin, zu Buche. Das entspricht einem Punkteschnitt von 2,5 pro Partie.

Freilich ist es eine Zahlenspielerei, aber um den steilen, erfolgreichen Verlauf der Trainerkarriere Seoanes einzuordnen, dient diese durchaus der Veranschaulichung. In der halben Saison nach seiner Beförderung vom Juniorentrainer zum Cheftrainer der ersten Mannschaft des FC Luzern im Mai 2018 holte Seoane in 17 Partien im Schnitt zwei Punkte, danach in den drei Saisons bei den Young Boys wurde der spanisch-schweizerische Doppelbürger nicht nur dreimal Meister und einmal Cupsieger, sondern gewann mit seinem Team in 148 Spielen 2,15 Punkte.

Das Lob von Matthäus

Anlaufschwierigkeiten scheint Seoane nicht zu kennen. Und Resultatkrisen ebenso wenig. Das beeindruckt in Deutschland auch den deutschen Rekordnationalspieler und Sky-Experten Lothar Matthäus, der dem Schweizer in einer Kolumne unlängst ein gutes Zeugnis ausstellte. Er schrieb: «Von Seoane bin ich ziemlich überrascht. Er hat im Eilverfahren die Liga verstanden und angenommen und Bayer Leverkusen eine richtig tolle Handschrift verpasst.» Diese beeinhalte schnellen, attraktiven Fussball über die Flügel und eine defensive Struktur, die fast noch besser sei als in der Vergangenheit.

Auch Sportdirektor Simon Rolfes ist voll des Lobes für den neuen Coach, den er zusammen mit Geschäftsführer Rudi Völler nach Leverkusen geholt hat: «Gerry hat eine neue Leistungskultur geschaffen. Er fordert und fördert, damit sich alle individuell und wir uns als Mannschaft weiter entwickeln», sagte er in der Bild-Zeitung.

Bestes Beispiel für diese Entwicklung ist der deutsche Nationalspieler Florian Wirtz. Der 18-jährige, jüngste Torschütze der Bundesliga-Geschichte, steht in dieser Saison bereits bei vier Toren und fünf Assists. Aber auch andere wie der französische Flügel Moussa Diaby, der tschechische Stürmer Patrik Schick oder der deutsche Mittelfeldstratege Kerem Demirbay blühen unter Seoane auf.

Titellos seit 1993

Die Offensivmaschinerie läuft. 29 Tore haben die Leverkusener in den Pflichtspielen unter Seoane bereits erzielt und zuletzt zweimal innert drei Tagen 4:0 gewonnen (Celtic Glasgow in der Europa League, Bielefeld). Dreimal in Serie blieb Bayer nun auch ohne Gegentor. Es ist eine Entwicklung, die Gedanken aufkommen lässt, ob Leverkusen in diesem Jahr endlich wieder einmal reif für einen Titelgewinn sein könnte.

Der letzte datiert aus dem Jahr 1993, als Bayer den Cup gewann. Diese Titellosigkeit hat den Leverkusenern den Namen «Vizekusen» eingebracht, den Ruf des ewigen Zweiten. Wie 2002, als sich die Werkself in drei Wettbewerben (Meisterschaft, Cup, Champions League) mit dem 2. Rang begnügen musste.

Dank des Sieges in Bielefeld und der gleichzeitigen Niederlage der Bayern gegen Frankfurt (1:2) hat Leverkusen punktemässig zu den Münchnern aufgeschlossen, und wie es der Zufall will, kommt es nach der zweiwöchigen Nationalmannschaftspause in Leverkusen zum Direktduell zwischen dem Tabellenersten und -zweiten. Eine Affiche mit Potenzial zum Spektakel. An der Nüchternheit in Gerardo Seoanes Analyse danach wird dies unabhängig vom Ausgang aber kaum etwas ändern.


https://www.bluewin.ch/de/sport/bundesl ... 10131.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Montag 4. Oktober 2021, 14:08 
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Plötzlich an der Tabellenspitze

Bayer träumt dank Seoane vom ersten Liga-Titel

Gerry Seoane und Bayer Leverkusen – das scheint zu passen. Nach sieben Runden liegen die Rheinländer punktgleich mit den Bayern an der Spitze. Da kommt das Direktduell am nächsten Spieltag gerade recht.

«Gelingt uns gegen Bielefeld eine gute Leistung, dann wird der Match gegen Bayern sicher brisant», sagt Leverkusen-Coach Gerry Seoane gegenüber der «Aargauer Zeitung». Nun, das Team des Ex-YB-Coach reitet weiter auf der Erfolgswelle, fegt mit 4:0 über Bielefeld hinweg und liegt nun punktgleich mit Serienmeister Bayern München an der Spitze.

Nach der Länderspielpause kommts am Sonntag, 17. Oktober zum Direktduell zwischen den beiden Bundesliga-Topteams. Eintracht Frankfurt hat am Sonntag aufgezeigt, dass die vermeintlichen «Über-Bayern» schlagbar sind. Etwas, dass auch Seoane und den Leverkusenern gelingen kann. Aus den ersten zehn Saisonspielen resultieren acht Siege. Die einzige Niederlage gabs beim spektakulären 3:4 gegen Dortmund.

Letzter Titel vor 28 Jahren

Die Saison ist noch zu jung, um vom Titel zu sprechen, doch Seoane lässt die «Werkself» träumen. Seit dem DFB-Pokalsieg 1993 wartet man auf einen grossen Erfolg. Besonders um die Jahrtausendwende herum schnupperte Bayer einige Male an der ersten Schale der Vereinsgeschichte (sowie am Champions-League-Triumph 2002), scheiterte aber jeweils knapp und bekam den Übernamen «Vizekusen».

Ein ausgezeichneter Saisonstart und Tabellenzweiter der Bundesliga – Leverkusen-Fans dürfte dies an die vergangene Saison erinnern, als man unter Peter Bosz (57) nach zwölf Runden ungeschlagen war und dann als Leader auf die Bayern traf. Gegen München gab es kurz vor Weihnachten eine knappe 1:2-Niederlage und danach ging so gut wie nichts mehr. Absturz auf Rang sechs und das anschliessende Out in der Europa League gegen die Young Boys und einen gewissen Gerry Seoane.

«Tolle Handschrift verpasst»

Fussball-Deuschland würdigt, wie schnell der Luzerner nun seine Mannschaft auf Vordermann gebracht hat. «Von ihm bin ich ziemlich überrascht. Er hat im Eilverfahren die Liga verstanden und angenommen und Bayer Leverkusen eine richtig tolle Handschrift verpasst», lobt ihn beispielsweise Sky-Experte Lothar Matthäus (60).

Beim Knaller in zwei Wochen in der BayArena wird Seoane wohl wieder auf sein Offensiv-Trio aus Patrik Schick, Moussa Diaby und Supertalent Florian Wirtz setzen. Der erst 18-Jährige hat in dieser Saison nochmals einen grossen Schritt nach vorne gemacht und beeindruckt mit sechs Toren und fünf Vorlagen in acht Spielen. Sein Trainer beschreibt seine aktuelle Form sehr treffend: «Eigentlich unfassbar». Worte, mit denen man die Form des kommenden Gegners noch vor dem Frankfurt-Spiel beschrieben hätte.


https://www.blick.ch/sport/fussball/int ... 82604.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Samstag 16. Oktober 2021, 12:18 
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Gerardo Seoane im Interview

«Ich kann nicht einfach sagen: Copy-and-paste, ich mache alles wie bei YB»

Leverkusen-Trainer Gerardo Seoane sagt, wie er im Bundesliga-Spitzenspiel Bayern München schlagen will. Weshalb er sich nicht als ­Glückskind ­erachtet. Und warum er glaubt, YB habe von seinem Abgang profitiert.

Bayer gegen Bayern, Zweiter gegen Erster in der Bundesliga – ist das der Höhepunkt Ihrer Karriere?

Ich würde das anders definieren. Für mich ist immer dort der Höhepunkt, wo ich gerade bin. Als ich als Trainer im Nachwuchs von Luzern anfing, war das ein Höhepunkt. Dann das erste Spiel auf einer neuen Stufe, das erste in der Super League, das erste mit YB, in der Champions League… Und jetzt ist es Bayer 04 gegen Bayern, Zweiter gegen Erster, gleiche Punktzahl. Eine ganz tolle Affiche. Und grosse Vorfreude.

Die Stärkeverhältnisse sind angesichts des Personalaufwandes klar: In der Saison 2019/20 wies Bayern Ausgaben von 339 Millionen Euro auf, Leverkusen dagegen von 139 Millionen. Das macht Ihre Mannschaft doch zum Aussenseiter.

Klar hat Geld im Spitzensport einen Einfluss. Und alle versuchen, mehr Einnahmen zu generieren, damit man sich inner- und ausserhalb des Platzes bestmöglich aufstellen kann. Trotzdem zeigt uns der Sport ja immer wieder, dass alles möglich ist. Vor kurzem gewann in der Champions League Sheriff Tiraspol im Santiago Bernabeu (gegen Real Madrid). Für uns ist klar, dass wir gegen Bayern München eine sehr gute Leistung brauchen, dass wir nur wenige Fehler machen dürfen, dass wir mutig, frech und mit der nötigen Aggressivität spielen müssen, damit wir ein positives Resultat erzielen können. In diesem Spiel können wird es uns nicht erlauben, auch nur während einer kurzen Phase vom Gas zu gehen.

Diese Situation ist nach drei Jahren bei YB neu für Sie. In dieser Zeit waren Sie, überspitzt formuliert, beim Bayern München der Schweiz. Ändert das etwas für Sie?

Bayern München erwartet an jedem Spieltag ein Gegner, der die Einstellung hat, alles perfekt zu machen, um eine Chance zu haben. Das war mit YB auch so, da hatten wir immer einen grossen Widerstand des Gegners erwartet. Beide Ausgangslagen haben ihre Herausforderungen: zum einen als Topclub immer Topleistungen zu bestätigen und zum anderen als kleinerer Club über sich hinauszuwachsen.

Letzten Dezember empfing Leverkusen als Tabellenführer Bayern und verlor in der Nachspielzeit noch 1:2. Danach brach die Mannschaft ein, und Bayern eilte zum neunten Titel in Folge. Darf ein solches Negativerlebnis in Ihren Gedanken vorkommen?

Nein, daran denke ich nicht. Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, dass in der Regel nicht ein einzelner Match eine Trendwende einleiten und für einen Knacks sorgen kann. Für mich ist klar, dass wir im Saisonverlauf Niederlagen haben werden. Viel wichtiger wird es sein, dass wir sie nutzen, um zu analysieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Ich versuche immer, das Potenzial für Verbesserungen zu sehen.

«Es gibt immer wieder Momente, in denen ich selbstkritisch bin: Da habe ich nicht gut kommuniziert, dort habe ich wahrscheinlich zu viel verlangt.»

Sie führten Luzern innert eines halben Jahres vom Abstiegskampf auf den 3. Platz, mit YB waren Sie dreimal Meister. In Leverkusen läuft es auch wieder gut. Sind Sie ein Glückskind?

(lacht) Ich habe schon den Eindruck, privilegiert zu sein.

Wieso?

Weil ich im Fussball arbeiten kann, seit ich 15 bin und mein Hobby zum Beruf geworden ist. Weil ich mit dem Sport, den ich sehr liebe, verbunden bin. Weil ich es ungemein schätze, mit jungen Athleten, mit einer Mannschaft und mit einem Trainerstab zusammenarbeiten zu können. Wenn ich höre, was Sie aufzählen, kommen mir unglaublich viele Leute in den Sinn, die mich unterstützt haben. Wichtig sind ein guter Staff und eine gute sportliche Führung. Das hatte ich in Luzern mit Remo Meyer, bei YB mit Wuschu (Christoph Spycher). Und das habe ich jetzt wieder mit Simon Rolfes, Fernando Carro und Rudi Völler. Wenn diese Zusammenarbeit funktioniert, ist eine gute Basis gelegt, um Erfolg zu haben.

Natürlich sind Sie kein Einzelkämpfer. Aber dass Sie immer Erfolg haben, hat auch viel mit Ihnen zu tun.

Man ist immer gut beraten, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die man beeinflussen kann. Ich bin wissbegierig, ich bin bereit, immer in eine Weiterentwicklung und Weiterbildung zu investieren. Ich bin offen für andere Meinungen und dafür, etwas anderes auszuprobieren. Mir ist es wichtig, alle Leute um mich herum mitzunehmen und ihr Wissen einfliessen zu lassen. Sie wissen ja, ich habe einen Coach, mit dem ich zusammenarbeite und der mir weiterhilft. Ich habe ein enges Verhältnis mit den Mitarbeitern rund um das Team, der Medienabteilung, der sportlichen Führung. Daran habe ich in den letzten Jahren gearbeitet.

Wobei Leverkusen noch einmal etwas anderes ist als YB.

Ich musste mich neu orientieren, ja: mehr Leute, neue Abläufe. Das ist aber alles spannend. Und ich habe die Bereitschaft, mich anzupassen und zu lernen.

Gibt es Momente, in denen Sie von sich selbst überrascht sind?

Ich bin ein analytischer Typ, ich versuche immer zu bewerten: Ist es gut, was ich gemacht habe? Was war weniger gut? Es gibt immer wieder Momente, in denen ich selbstkritisch bin: Da habe ich nicht gut kommuniziert, dort habe ich wahrscheinlich zu viel verlangt. Dann habe ich auch kein Problem zu sagen: Hey, ich habe einen Fehler gemacht und mache es das nächste Mal anders. Das gibt mir Energie, und es gibt mir den Mut, notwendige Entscheide zu treffen, mich zu exponieren und eine Gruppe zu begeistern. Aber ich sitze jetzt nicht hier und denke, dass ich ein Glückskind bin und mir alles in den Schoss gefallen ist. Der Erfolg ist das Resultat harter Arbeit – nicht nur von einer, sondern von vielen Personen.

Gibt es ein Beispiel bei Leverkusen, als Sie sich exponieren mussten?

Ich darf 27 Spieler führen, dazu kommen noch 15, 20 Personen mit Physiotherapeuten und und und. Und alle Fäden laufen bei mir zusammen. Ich spüre, dass ich als Cheftrainer im Fokus stehe und eine grosse Wirkung entfalten kann. Da braucht es den Mut, wichtige Sachen anzusprechen und zu verändern. Dafür braucht es auch Überzeugung bei dem, was man macht.

Als Sie das erste Mal vor die neue Mannschaft traten, waren Sie da nervös?

Leicht angespannt, aber vorbereitet.

Mit einer formulierten Rede?

Nicht mit einer Rede, aber mit klaren Botschaften: was das Ziel ist für die ersten Trainingseinheiten und in der Zusammenarbeit, welche Werte mir wichtig sind und welche Leistungskultur. Ich stellte mich auch vor.

Und Sie sagten auch: Ich bin ein grosses Talent, und wir werden Erfolg haben.

(lacht) Ich verstehe meinen Job so, dass ich ein Klima schaffe, in dem sich 27 Spieler entfalten können. Das heisst, es braucht Vertrauen, eine gute Atmosphäre, Disziplin und Leitplanken. Dann weiss jeder, was er machen kann und was nicht. Ich lasse keinen Tag aus, um darauf hinzuweisen.

«Nur weil ein Spieler einen höheren Marktwert hat, heisst das ja nicht automatisch, dass er weniger sensibel oder empathisch ist.»

Leverkusen hat eine junge Mannschaft, die mit den Bender-Zwillingen viel Erfahrung verloren hat. Wie sind Sie an die Aufgabe herangegangen?

Zuerst einmal habe ich dank meiner Zeit bei YB viel Erfahrung mit personeller Fluktuation: Wie baut man eine Mannschaft um? Wir hatten das auch erlebt, als uns mit Wölfli, Hoarau und von Bergen erfahrene Spieler verliessen. Wie schafft man es, dass junge Spieler mehr Verantwortung übernehmen, ohne ihnen zu viel Druck aufzubürden?

Leverkusen hat im Vergleich zu YB viel mehr Geld zur Verfügung. Macht mehr Geld das Arbeiten einfacher?

Nein. Am Ende ist die Arbeit für einen Trainer immer ähnlich. Ich habe eine vergleichbare Anzahl Spieler, die einen haben vielleicht mehr gekostet als die anderen. Aber nur weil ein Spieler einen höheren Marktwert hat, heisst das ja nicht automatisch, dass er weniger sensibel oder empathisch ist. Auch bedeutet das nicht, dass er schon fertig in seiner Entwicklung und nicht mehr zu motivieren ist. Viel umfangreicher ist indes die Medienarbeit, sind die Verpflichtungen für das Marketing.

Ist die zeitliche Belastung also für Sie auch grösser geworden?

Puuuh… (überlegt) Etwa gleich, würde ich sagen. Ich bin immer ein Trainer gewesen, der gerne einen Match mehr vom Gegner schaut oder mehr als einmal von der eigenen Mannschaft. Gleichzeitig mache ich es hier wie in Bern, dass ich mir gewisse Stunden herausnehme für die Familie, für einen Spaziergang in der Natur. Als Trainer kann man unendlich viel arbeiten. Aber das kann nicht das Ziel sein. Um wirken zu können, muss man ausgeruht und ausgeglichen sein.

Wieso sind Sie jetzt am richtigen Ort?

Ich fühle mich mega wohl in Leverkusen. Ich habe richtig Spass an der Bundesliga, auch weil sie so viele Menschen bewegt. Die Städte, in denen sich die Clubs befinden, stehen total hinter ihrer Mannschaft, es gibt eine tiefe Identifikation. Nicht zuletzt durch die Unterstützung im Verein fühle ich mich der sportlichen Herausforderung gewachsen. Das trägt zur eigenen Selbstsicherheit bei, die wichtig für einen Cheftrainer ist. Und ich sehe, dass wir eine ganz spannende Mannschaft haben und für die nächsten Jahre etwas aufbauen können. Wir sind sehr ambitioniert, ähnlich wie in Bern.

Vielleicht gibt es ja auch einen Meistertitel.

Ich will mich jetzt nicht auf einen Wettbewerb festlegen. Aber natürlich träumen hier alle von einem Titel. Das kann ein starker Antrieb sein. Wieso sollte Bayer Leverkusen nicht mal den Cup gewinnen? Auch international traue ich es der Mannschaft zu, in einen Final einzuziehen. Und in der Meisterschaft wollen wir weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Immer im Wissen, dass es in der Liga schwierig ist, Erster zu werden.

Bayern hat zuletzt neun Titel in Folge gewonnen. Das ist allen klar.

In Ihrer jungen Mannschaft ragt einer heraus: der 18-jährige Florian Wirtz. Was ist das für ein Spieler?

Normalerweise kommt einer vom Nachwuchs in die erste Mannschaft. Dort zeigt er dann immer wieder gute Ansätze. Aber er braucht zwei, drei Jahre, um sich anzupassen. Es ist sehr selten, dass einer bei den Profis so spielt wie im Nachwuchs. Florian dagegen ist innerhalb eines Jahres auf dem Platz zum Führungsspieler geworden. Es ist unfassbar, welchen Saisonstart er jetzt hingelegt hat. Die Gegner kennen ihn besser, trotzdem schafft er es immer wieder, tolle Szenen zu haben. Und vor allem: Er ist sehr effektiv. Er ist aktuell an jedem zweiten Tor beteiligt.

Wie geht ein Trainer mit einem solchen Talent um, damit es den Kopf nicht verliert?

Mir ist es ein Anliegen, zu jedem Spieler eine Beziehung aufzubauen, ihm das Gefühl zu geben, dass ich für ihn da bin. Bei Florian ist klar, dass wir als gesamter Verein aufgefordert sind, ihn zu schützen und den Rummel in Schach zu halten. Und für mich ist ganz wichtig, dass er gleichzeitig ambitioniert und demütig bleibt.

Das heisst?

Dass man durchaus zufrieden mit dem sein kann, was man geleistet hat, aber man darf nicht genügsam werden, sondern sollte ehrgeizig bleiben. Das will ich den jungen Spieler mit auf den Weg geben.

Im Februar setzten Sie sich in der Europa League mit YB gegen Leverkusen durch. Hat Ihnen das geholfen, bei der Mannschaft Anerkennung zu finden?

Es gehört zu meinen Grundsätzen, mit den Spielern respektvoll umzugehen. Dann habe ich auch das Gefühl, umgekehrt den Respekt der Spieler zu erhalten. Ich versuche offen, mit ihnen zu kommunizieren. Ich bin aber auch überzeugt vom Weg, den ich gehen will. Unabhängig davon bleibe ich wachsam, um Veränderungen vorzunehmen, wenn etwas nicht gut funktioniert. Jede Mannschaft ist anders. Ich kann nicht einfach sagen: Copy-and-paste, ich mache alles wie bei YB. In Leverkusen habe ich eine spannende Herausforderung. Natürlich muss ich mich anpassen und als Trainer meine Stärken einbringen, damit die Mannschaft funktioniert.

«Die Menschen lassen einen meist in Ruhe – ähnlich wie in der Schweiz. Jedenfalls ist es bei mir nicht so wie bei Rudi Völler.»

Es geht um die Mischung.

Natürlich. Ich habe ein gesundes Selbstvertrauen, das aus meiner erfolgreichen Arbeit in den letzten zehn Jahren entstanden ist. Und gleichzeitig hinterfrage ich mich auch immer – das Training, die Abläufe. Manchmal merke ich aber, dass ich Gefahr laufe zu übertreiben. Dann sage ich mir: okay, jetzt nicht mehr zu viel hinterfragen, sondern überzeugter und klarer entscheiden.

Werden Sie schon oft erkannt?

Das hält sich in Grenzen. Die Menschen lassen einen meist in Ruhe – ähnlich wie in der Schweiz. Jedenfalls ist es bei mir nicht so wie bei Rudi Völler.

Dafür müssten Sie die Frisur ändern und graue Haare haben.

Das wird wohl automatisch kommen. (lacht) Rudi Völler hat Kultstatus. Es ist unglaublich: Egal, wo wir hingehen, wenn einer ein Autogramm geben muss, dann ist er das.

Als Bilanz der ersten Monate können Sie sagen: Alles richtig gemacht?

Die ersten Wochen waren noch holprig. Wir hatten das Hochwasser, die Explosion in einer Müllverbrennungsanlage, Neuzugänge und Nationalspieler, die recht spät hinzukamen. Das machte die Arbeit nicht einfach, da waren Geduld und Beharrlichkeit gefragt. Am Anfang hatten wir nur acht, neun Spieler im Training. Da dachte ich: Ouh, das wird schwierig… Da spürte ich allerdings die Unterstützung der Leute, die Erfahrung haben. Unter dem Strich kann man sagen, es ist uns gut gelungen, das Gesicht der Mannschaft zu verändern. Es war immer eine Mannschaft, die sehr gute Spieler hatte, aber die auch immer das Gefühl vermittelte, dass sie mehr Robustheit braucht. Das haben wir vor allem durch die Transfers geschafft.

Die Frage zielte darauf ab, dass es sich für Sie richtig anfühlt, in Leverkusen zu sein.

Das Gefühl hatte ich schon im Frühling, als ich mich für Leverkusen entschieden hatte. Ich war mit Christoph Spycher wie folgt verblieben: Wenn ein Club kommt, der ambitioniert ist und einem Trainer Möglichkeiten bietet, bei dem es personell und menschlich passt, dann möchte ich das Angebot annehmen. Andererseits war da die Einschätzung, dass es auch für YB nach drei intensiven Jahren ein guter Zeitpunkt ist, einen neuen Trainer zu holen, der der Mannschaft einen anderen Ansatz vermitteln kann.

Also alles gut?

Ich glaube, das Timing war super. Ich bin am richtigen Ort und gut aufgehoben, und bei YB hat man in den letzten Wochen gesehen, dass die Mannschaft mit einem neuen Trainer noch mehr aus sich herausholen konnte.


https://www.bernerzeitung.ch/ich-kann-n ... 4565841463

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Sonntag 17. Oktober 2021, 01:36 
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«Bayern gehört zur Top 3 in Europa»

Das sagt Leverkusen-Coach Seoane vor dem Spitzenkampf

Mit einem Sieg im Knüllerspiel gegen Bayern München kann Bayer Leverkusen heute den Meister vom Bundesliga-Leaderthron stürzen. Trainer Gerry Seoane über Lob von allen Seiten, sein YB-Vermächtnis und, eben … die Bayern.

Blick: Gerry Seoane, wie gehts?
Gerry Seoane: Danke, gut. Die Nati-Pause hat gutgetan. Wir konnten in aller Ruhe trainieren und auch mal das Wochenende ohne eigenes Spiel geniessen.

Wie nützen Sie diese Zeit?
Weil die Trainingsgruppe dann kleiner ist, kann man besser auf individuelle Bedürfnisse der Spieler eingehen. Und so eine Phase hat den Vorteil, junge Talente in die Trainingseinheiten zu integrieren.

Von wie vielen Kaderspielern sprechen wir dann?
Trainiert haben wir mit bis zu elf Profis. 15 waren mit Nationalmannschaften unterwegs. Das zeugt von der hohen Qualität unseres Kaders.

Der FC Bayern wird wahrscheinlich noch drei Spieler gehabt haben.
Es sollten ungefähr gleich viele gewesen sein wie bei uns.

Zehn Spiele, acht Siege. Die einzige Niederlage war das 3:4-Spektakel gegen den BVB. Wenn Sie sich einen Start hätten erträumen können, wäre so etwas herausgekommen?
Wir sind sowohl mit den Resultaten wie auch mit der Entwicklung der Mannschaft sehr zufrieden. Alles in dem Wissen, dass die Spielverläufe uns bisher meist entgegengekommen sind und wir auch ein Quäntchen Match-Glück auf unserer Seite hatten.

Sie hatten bei YB einen Punkteschnitt von 2,15. In Luzern einen von zwei. Und nun sind es bei Bayer gar 2,5. Das ist ein horrend hoher Schnitt!
Diese Zahlen kannte ich bislang nicht. Aber man darf nicht vergessen: Es sind erst sieben Meisterschaftsspiele gespielt, ein knappes Fünftel der Meisterschaft. Das ist noch nicht sehr aussagekräftig, zeugt aber von unserem starken Start. Und was mir sonst noch dazu einfällt: Dass ich immer sehr gute Spieler und Mannschaften trainieren durfte, die tendenziell mehr Spiele gewinnen als verlieren.

Da stellen Sie Ihr Licht aber ein bisschen gar stark unter den Scheffel. Der Trainer hat da einen grossen Anteil.
Der Trainer steht in der Verantwortung, klar. Aber letztlich schiesst er keine Tore und wehrt auch keinen Ball ab. Nicht zu vergessen: Hinter dem Trainer steht immer ein grosser Staff sowie die sportliche Führung, die alle auch einen grossen Einfluss haben. Die Führung in erster Linie durch die Rekrutierung. Der Staff durch die tägliche Arbeit. Es gehört zu meinem Selbstverständnis als Trainer, dass ich vieles mit meinem Staff bespreche. Auch beim Thema Aufstellung. Solche Zahlen spiegeln immer eine Teamleistung wider.

Das ehrt Sie. Aber wenn es in die andere Richtung geht, ist der Trainer sehr einsam, wenn er die Rechnung zu bezahlen hat. Aber dieses Feeling kennen Sie (noch) nicht.
Der Trainer steht in der Hauptverantwortung. Das ist mir bewusst. Deshalb habe ich immer versucht, eine Auslegeordnung zu machen. In welcher Situation ist mein neuer Klub? Wie ist die Mannschaft zusammengestellt? Welche Ziele verfolgt die Klubführung? Wie ist der Draht zu den Verantwortlichen? Die Infrastruktur, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Strahlkraft des Klubs etc.

In Deutschland schreiben alle Medien «Gerardo». Wo ist der Gerry hingekommen?
In der Schweiz kannten mich alle – schon zu meiner aktiven Zeit – als Gerry. In Deutschland sagen fast alle Gerardo, das ist auch okay so. Nicht zuletzt, weil man in Deutschland «Gerry» meist das «Gary» ausspricht … Und nicht Jerry …

Ausser Sportdirektor Simon Rolfes, da habe ich mal ein Gerry gehört …
(Lacht.) Das ist ihm wahrscheinlich rausgerutscht …

Rolfes, gutes Stichwort. Ihr Chef hat gesagt, Sie hätten eine neue Leistungskultur geschaffen. Sie sollen fordern und fördern.
Die Etablierung einer Leistungskultur war ein Ziel, auf das wir gemeinsam hingearbeitet haben. Welche Werte wollen wir vertreten? Wie soll die Mannschaft funktionieren? Welche Kultur wollen wir pflegen? Dabei ist mir wichtig, selbstkritisch und ambitioniert zu sein. Und sich immer verbessern zu wollen.

Auch Lothar Matthäus hat Sie mit Lob überschüttet, als er sagte, er sei von Ihnen «ziemlich überrascht, weil Sie die Liga im Eilverfahren verstanden hätten». Und Matthäus’ Wort ist so ziemlich das Wichtigste in Deutschland.
Lob freut einen immer, selbstverständlich. Ich lese die Dinge ja auch. Aber noch mal: Diese Wertschätzung gilt nicht mir allein. Sie bedeutet vielmehr, dass der ganz Staff einen guten Job macht. Es ist eine schöne Momentaufnahme. Und sie motiviert mich, mich als Trainer weiterzuentwickeln.

Und das letzte Zitat: Das Fachmagazin «Kicker» schrieb, die Kabine sei ein Faustpfand des neuen Trainers geworden … Was sagt Ihnen das?
Ich verstehe den Fussball als Teamsport. Und wenn man als Team auf dem Platz funktionieren will, muss die Kabine funktionieren. Da haben wir viel Energie hineingesteckt, um einen guten Teamspirit zu etablieren. Dabei helfen mir auch meine Fremdsprachkenntnisse. Um die Spieler in ihrer Muttersprache abzuholen, damit sie verstehen, warum wir etwas machen und was wir wollen.

Goalie Lukas Hradecky hat das mit der Kabine auch festgestellt.
Wir haben eine alles andere als einfache Vorbereitung gehabt. Auch wegen des Hochwassers in Nordrhein-Westfalen und im Trainingslager in Österreich. Eine Naturkatastrophe, die im Westen Deutschlands grossen Schaden angerichtet und Todesopfer gefordert hat. Dann die Explosion in einer nahegelegenen Müllverbrennungsanlage. Das waren grosse Herausforderungen. Auch Corona ist immer noch ein Thema. Damit der Spielbetrieb aufrechterhalten werden konnte, waren Spieler oft isoliert und auch viel allein zu Hause, ohne direkte soziale Kontakte. Gerade die ausländischen Spieler waren monatelang nicht in der Heimat, konnten keinen Besuch von Familie und Freunden empfangen. Da haben wir schon gespürt, dass ein gewisser Nachholbedarf da ist.

Wie wichtig ist es Ihnen, ein Klima des Wohlfühlens zu schaffen als Basis für einen guten Job? Glückliche Menschen arbeiten besser. Teilen Sie dieses Credo?
Wir versuchen, zu gewährleisten, dass die Spieler gerne zum Training kommen. Was nicht heisst, dass jeder machen kann, was er will. Wir wollen dennoch fordernd sein. Aber wir streben nach einem guten Arbeitsklima, das auf Vertrauen und einer gewissen Nähe basiert.

Reden wir über Ihre Spieler. Man war allgemein erstaunt, dass Bayer Patrik Schick nach dieser EM, die er gespielt hat, halten konnte.
Er hat in der vergangenen Saison noch nicht derart top performt, wie man das angesichts seiner Qualität erwarten darf. Bei der Kaderplanung war es nie ein Thema, dass er uns verlassen würde.

Und er macht nahtlos weiter nach der EM.
Patrik hat nicht nur eine Wahnsinnsqualität vor dem Tor. Er bringt viel mehr mit, denn er arbeitet für die Mannschaft, reibt sich vorne auf, beschäftigt die Innenverteidiger und hat auch ein Auge für seine Mitspieler.

Wird Florian Wirtz besser als Kai Havertz?
Das kann ich nicht beurteilen, weil ich mit Kai Havertz nicht zusammengearbeitet habe. Was ich sagen kann: Florian ist in seinen jungen Jahren sehr effektiv. Er erzielt Tore, steuert Assists bei. Er ist in blendender Form und hat eine gute Mentalität. Er spielt kein bisschen für sich.

Sie haben über ihn gesagt: «eigentlich unfassbar» …
Damit wollte ich sagen, dass es «eigentlich unfassbar» ist, dass er die Leistungen, die er im Nachwuchs gebracht hat, in der ersten Mannschaft eins zu eins weitergeführt hat. Das gibt es höchst selten. Normalerweise braucht ein junger Spieler zwei, drei Jahre dafür. Der Schritt ist nämlich riesig.

Und Sie haben Bayers Rekordtransfer Kerem Demirbay zum Aufblühen gebracht, was Ihren Vorgängern nicht gelungen ist.
Jeder Spieler hat eine andere Vergangenheit und einen eigenen Charakter. Wir versuchen zu gewährleisten, dass sich ein Spieler wohlfühlt, wie Sie es angesprochen haben. Das ist uns in seinem Fall sicher gut gelungen. Er hat seine Rolle angenommen und zahlt es nun mit Leistung zurück.

Kennen Sie die Meistertitel von Bayer Leverkusen?
Nein, da müssen Sie mir helfen.

Meister der zweiten Division West Gruppe zwei. Meister der zweiten Division West. Meister der Regionalliga West. Meister der Verbandsliga Mittelrhein. Und Meister der zweiten Bundesliga. Da fehlt doch noch ein Titel …
Ein Pokalsieg ist für Sie kein Titel?

Nein, das ist kein Meistertitel.
Natürlich kenne ich die Geschichte von Bayer 04. Es gibt diese Saison, in der Bayer in allen Wettbewerben Zweiter geworden ist. Inklusive der Champions League. Man darf nie vergessen, dass wir in einer Liga mit Bayern München und Borussia Dortmund spielen. Vor denen in der Abschlusstabelle zu stehen, ist nicht einfach. Das ist auch nicht das primäre Ziel, das wir uns gesteckt haben.

Sondern?
Alles zu unternehmen, um eines Tages die Chance zu haben, um den Titel mitzuspielen. Selbstverständlich wollen wir Titel holen, verstehen Sie mich nicht falsch. Aber das erreicht man nicht durch vollmundige Ankündigungen. Dafür ist ganz viel harte Arbeit, gute Entscheidungen und Konstanz notwendig.

Was ist eigentlich Ihr Bild des FC Bayern? Da hat doch jeder eines im Kopf.
Ich denke zuerst an Ottmar Hitzfeld.

Weil er Wahl-Innerschweizer und ein Freund ist?
Nein, weil er den Klub – wie auch Jupp Heynckes – durch die grossen Titel geprägt hat.

Und losgelöst von Namen?
Bayern München gehört zu den Top drei in Europa.

Leiden Sie eigentlich mit dem FC Luzern mit?
Ich verfolge es, klar.

Und YB, der Sieg gegen Manchester United?
Ich war schon in den Quali-Spielen mega beeindruckt, wie sie Ferencvaros Budapest ausgeschaltet haben. Das Manchester-Spiel wies dann eine unglaubliche Dramaturgie auf. Die Leistung von YB war spektakulär.

Sie haben beim 2:1 sicher auch mitgejubelt?
Klar. Als Jordy Siebatcheu dieses Tor machte, schien es, als bliebe die Zeit für einen Moment lang stehen. Dieser Rückpass – und dann das Tor!

Und es ist immer noch Ihre Mannschaft.
Klar freue ich mich extrem, dass die Geschichte in Bern erfolgreich weitergeht und dass der neue Coach derart mit der Mannschaft harmoniert. Und ich freue mich auch für die vielen YB-Spieler, die Einladungen für ihre Nationalmannschaften erhalten haben.



So ergeht es unseren anderen Trainer-Exporten in Europa

Urs Fischer, Union Berlin

2019 hat er nach seinem ersten Jahr als Union-Trainer gleich den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Seither legt der 55-jährige Zürcher mit dem Köpenicker Klub eine verblüffende Konstanz in der deutschen Spitzenklasse an den Tag. Nach Fischer wurde zuletzt gar ein Roter Panda in einem Berliner Tierpark benannt.

Vladimir Petkovic, Bordeaux

Im Juni erreichte er mit der Nati an der Europameisterschaft sensationell den Viertelfinal. Danach verabschiedete sich der 58-Jährige in Richtung Ligue 1 – zu Girondins Bordeaux. Von der grossen EM-Bühne in den französischen Tabellenkeller. Am Sonntag braucht er gegen Nantes unbedingt einen Sieg.
Marc Schneider, Waasland-Beveren

Der frühere Thun-Coach hat mit dem belgischen Zweitligisten Waasland-Beveren die Mission Wiederaufstieg in Angriff genommen. Nach einem vielversprechenden Start darf sich die Truppe des 41-jährigen Berner Oberländers durchaus Hoffnungen auf baldige Erstliga-Luft machen.

Maurizio Jacobacci, Grenoble

Im Sommer war trotz einer starken Saison mit Lugano Schluss für ihn im Cornaredo. Wenige Tage später unterschrieb der 58-Jährige in der Ligue 2 bei Grenoble. Dort hat sich sein Team im Mittelfeld festgesetzt.

Thomas Häberli, Estland

Sein Nationaltrainer-Debüt im März war eines zum Vergessen: Weil das Team wegen eines Corona-Falls in Quarantäne gesteckt wurde, musste der 47-Jährige eine Ersatz-Equipe vom Hotelzimmer aus coachen. Die Partie ging mit 2:6 verloren. Der WM-Quali-Zug ist aber nicht allein deshalb längst abgefahren. Die Gruppe ist mit Belgien und Tschechien klar zu stark.

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