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Forum ybfans.chTreffpunkt der Fans des BSC Young Boys |
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shalako
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Verfasst: Donnerstag 7. Dezember 2023, 23:16 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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07.12.2023  Zitat: Frühere YB-Spieler
Hier die Anführer, da der beispiellose Absturz des Angreifers
Michel Aebischer und Vincent Sierro läuft es ausgezeichnet. Und während ein früherer YB-Stürmer abgestürzt ist, verdient ein anderer nun viel Geld in Bulgarien.
Aebischers Zimmerkollege ist ausgerechnet Schotte
Es ist nur ein einziges Wort, aber es zeigt Michel Aebischer, welche Anerkennung er sich in Bologna erarbeitet hat. Läuft er nun durch die Stadt, hört er, wie Leute nach ihm rufen: «Capitano!»
Seit dieser Saison trägt der 26-Jährige beim Siebten der Serie A, bei dem mit Remo Freuler und Dan Ndoye weitere Schweizer unter Vertrag stehen, regelmässig die Binde am Arm. Immer kommt er zum Einsatz, nur einmal nicht von Beginn an. Überlegte er sich im Sommer noch, die Italiener zu verlassen, weil er oft auf den Flügel hatte ausweichen müssen, sagt er jetzt: «Meine Geduld hat sich ausbezahlt.»
Aebischer fühlt sich in Bologna wohl, seine Freundin schreibt an der Masterarbeit, sie pendelt zwischen der Schweiz und Italien. Viereinhalb Stunden dauert die Zugfahrt von Bern. Freuler wohnt ein paar Hundert Meter von Aebischer entfernt, mitten im Zentrum Bolognas. Sie fahren zuweilen zusammen ins Training, treffen sich auf einen Kaffee. Schön sei es, eine solche Bezugsperson im Team zu haben, findet Aebischer.
Mit Jahrgang 1997 gehört er zu den älteren Spielern in Bologna. Und weil er nach bald zwei Jahren in der Emilia-Romagna auch einer der Spieler ist, die am längsten im Club sind, hat sein Wort nicht nur wegen der Captainbinde Gewicht. Aebischer redet in der Kabine, oft auch im Fernsehen, weil als Führungsspieler seine Meinung bei den TV-Sendern gefragt ist. Er tut das mittlerweile in fliessendem Italienisch.
Aebischer ist so ein Gesicht einer Mannschaft, die überrascht. Nur 2 von 14 Ligapartien hat Bologna verloren, das war gegen Milan und die Fiorentina, aber nicht gegen Inter, Juventus und Napoli. Aebischer berichtet von einem super Teamspirit. «Wir haben viele junge Spieler mit grossem Tatendrang, die allesamt weiterkommen wollen», sagt er. Das gelte auch für den Trainer.
Dieser heisst seit gut einem Jahr Thiago Motta. Der brasilianisch-italienische Doppelbürger folgte auf den an Leukämie erkrankten und mittlerweile verstorbenen Sinisa Mihajlovic. Motta war ein grosser Spieler, mit Barcelona, Inter und Paris Saint-Germain gewann er alles. Der 41-Jährige gilt auch als grosses Trainertalent. «Er passt von der Mentalität perfekt zu uns», sagt Aebischer. «Weil er auch nicht zufrieden wäre, wenn wir die Tabelle mit nur einer Niederlage anführen würden. Er würde dann auf das eine verlorene Spiel hinweisen.»
Motta hat ein Umfeld kreiert, in dem es keine Gewissheiten gibt. Es gebe keine Stammspieler, sagt Aebischer, man müsse sich den Platz Mal für Mal im Training erkämpfen. Auch sei keine Hierarchie festgelegt. Spielt Teamsenior Lorenzo De Silvestri, dann ist dieser Captain, in dessen Abwesenheit kommt Aebischer zum Zug. Das steht auf keinem Papier, es hat sich so ergeben.
Aebischer und Freuler sind Konkurrenten im Club wie im Nationalteam, oft hat es nur Platz für einen von ihnen. Ist das in Bologna Aebischer, ist es im Nationalteam umgekehrt. Aebischer akzeptiert das, auch wenn die Form im Club für ihn spricht. Er verweist auf Freulers Verdienste, sagt, weil im Nationalteam vor Partien kaum trainiert werde, sei die Eingespieltheit ein wichtiges Kriterium. Er übt sich wieder einmal in Geduld.
Aebischer hat die EM-Teilnahme vor Augen. Als Gegner wünschte er sich Deutschland und die Schotten, für diese spielt sein Buddy und Zimmerpartner in Bologna, Lewis Ferguson. Auch dieser Wunsch hat sich erfüllt – passend zu Aebischers Höhenflug.
Sierro ist in Toulouse, was er in Bern nicht sein durfte
Vor einem Jahr wünschte sich Vincent Sierro bei YB den Status als Stammspieler und Anführer und ein dementsprechendes Salär. Zugeständnisse, die ihm der Club nicht machen wollte. Und weil der Vertrag des 28-Jährigen im Sommer ausgelaufen wäre, zog er im Winter weiter. Nun steht Sierro – wie Christian Fassnacht und Fabian Rieder – für den Substanzverlust, den die Berner im Mittelfeld erlitten haben.
Bei Toulouse in der Ligue 1 etablierte sich der Walliser rasch, mit den Südfranzosen gewann er im Mai den Cup. Seit dieser Saison ist er gar Captain. In der Liga steht Toulouse auf dem enttäuschenden 14. Rang, aber in der Europa League stehen die Chancen aufs Weiterkommen hinter dem FC Liverpool gut. In der nächsten Runde könnte es für Sierro dann zum Wiedersehen mit YB kommen.
Assalé spielt nicht einmal mehr in der 3. Liga
Roger Assalé ist auch einer dieser Spieler, die von den Young Boys loszogen, um sich in einer grösseren Liga durchzusetzen. 2020 war das, nach einer halbjährigen Leihe zu Leganés verliess der Angreifer Bern definitiv und wechselte für rund 4 Millionen Euro nach Dijon. In Bern hatte er als stürmender Sidekick alles erreicht.
In seinem ersten Einsatz für Dijon sah Assalé die Rote Karte, es war ein schlechtes Omen: Er traf fortan nur einmal, und der Club stieg ab. Der Ivorer liess sich daraufhin zu Werder Bremen in die 2. Bundesliga ausleihen. Aber auch im Norden Deutschlands fand er sein Glück nicht; Werder stieg auf, verzichtete aber darauf, den kaum eingesetzten Angreifer definitiv zu übernehmen.
Assalé kehrte nach Dijon zurück und erlebt nun einen beispiellosen Absturz. Der Club stieg im Sommer erneut ab, Assalé kommt nicht einmal mehr in der dritten Liga Frankreichs zum Einsatz. Sein letztes Spiel datiert vom 21. August.
Mit 30 Jahren ist seine Karriere an einem heiklen Punkt angelangt. Er wird diesen Winter einen neuen Club finden müssen – und er wird nicht wählerisch sein können. Wer hätte das gedacht, als er YB 2020 verliess.
Duah träumt in Bulgarien vom Schweizer Nationalteam
Als Kwadwo Duah diesen Sommer das Angebot von Ludogorets Razgrad erreichte, brauchte er vor allem eines: Überwindung.
Er war skeptisch, er dachte, als er seinem Berater zuhörte, «so etwas Exotisches», sein Plan wäre vielmehr gewesen, von Nürnberg eine Liga höher in die Bundesliga zu wechseln. Aber Ludogorets, der Serienmeister aus der bulgarischen Provinz, hatte ein gutes Argument. Er spielt Jahr für Jahr europäisch. Natürlich schadete es auch nicht, boten die Bulgaren Duah einen Bruttojahreslohn im tiefen siebenstelligen Bereich. Deutlich mehr, als er in Nürnberg verdiente.
Duah beriet sich mit seiner Familie, die im Tscharnergut wohnt, mit seiner Freundin, die zusagte, mit ihm nach Bulgarien zu ziehen. Duah willigte ein – und erlebte sogleich einen heftigen Rückschlag.
3 Millionen Euro hatte Ludogorets an Nürnberg überwiesen, Duah ist damit der Rekordtransfer der Bulgaren. Die Deutschen brauchten nach einer enttäuschenden Saison, die statt im Aufstieg auf Rang 14 endete, dringend Geld. Sportlich war es Duah gut gelaufen, er hatte 11 Ligatore erzielt, doch ein kriselnder Traditionsclub mit ungeduldigem Umfeld und Anhang – das kostete Substanz. Ludogorets suchte derweil für die Qualifikation in der Champions League dringend einen Stürmer. Die Clubs fanden sich rasch.
In der Qualifikation zur Königsklasse geschah dann das Malheur. Nur sechs Minuten waren absolviert, als sich Duah bei einem Sprint am Sprunggelenk verletzte. Nach seinem zweiten Einsatz war der 26-Jährige schon zum monatelangen Zuschauen gezwungen.
Seit Mitte Oktober ist er wieder fit, in 11 Einsätzen hat er sechsmal getroffen. Mit der Champions League ist es nichts geworden, aber in der Conference League können die Bulgaren überwintern, sie brauchen hierfür nächste Woche einen Heimsieg gegen den dänischen Club Nordsjælland.
Duah fühlt sich wohl in Razgrad, das liegt nicht an der kleinen Stadt, die ausser der eineinhalbstündigen Fahrt nach Warna ans Schwarze Meer und ein paar Restaurants nichts zu bieten hat. Es liegt vielmehr am Kader von Ludogorets, das einer kleinen Weltauswahl gleicht. Spieler aus rund zwanzig Nationen stehen unter Vertrag. Der Trainer ist Bulgare, drei Übersetzer sind immer dabei, die dessen Anweisungen auf Englisch, Spanisch und Portugiesisch wiedergeben. Das Teamgefüge sei hervorragend, sagt Duah. «Uns ergeht es allen gleich. Fast alle leben in einem fremden Land, um voranzukommen. Das schweisst zusammen.»
Sein Ziel ist die Champions League, sie ist sein Polarstern. Dafür war er bereit, den ungewöhnlichen Schritt zu machen. Duah findet, der Wechsel passe zu seiner Karriere, die Aussicht auf Spielzeit, das Wissen, benötigt zu werden, sei bei seinen Transfers immer entscheidend gewesen.
Bern ist nach seinem definitiven Abgang bei YB 2019 und den Engagements in Wil, St. Gallen, Nürnberg und nun Razgrad ein wichtiger Bezugsort geblieben, die paar freien Tage in den Länderspielpausen nutzt er jeweils für die Heimkehr.
Wobei er gern darauf verzichten würde. Er liebäugelt mit einem Aufgebot fürs Schweizer Nationalteam. Deshalb hat er dem ghanaischen Verband mehrmals abgesagt. Seine Eltern stammen zwar beide aus dem afrikanischen Land, er fühle sich aber durch und durch als Berner, sagt Duah. Er ist bereitet, weiterhin auf ein Aufgebot zu warten.
Ein Länderspiel, es wäre die vorläufige Krönung seiner ungewöhnlichen Karriere. https://www.bernerzeitung.ch/michel-aeb ... 6931316987
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shalako
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Verfasst: Mittwoch 20. März 2024, 01:00 |
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19.03.2024  Zitat: Konkurrenz im Nati-Mittelfeld
8er, 6er oder 10er – Sierro kann alles
Mit 28 Jahren hat Vincent Sierro sein erstes Nati-Aufgebot erhalten. Die Konkurrenz im Mittelfeld wird damit noch grösser.
Auf der Pikettliste ist der Name von Vincent Sierro in der Vergangenheit bereits aufgetaucht. Tatsächlich für die Nationalmannschaft aufgeboten wurde der Sittener, der YB Anfang 2023 in Richtung Toulouse verlassen hat, aber nie. Nun, mit 28 Jahren, hat es für Sierro doch noch geklappt.
Im spanischen La Manga schnuppert er aktuell zum ersten Mal Nati-Luft. Wie für viele andere erfüllt sich für ihn damit ein Kindheitstraum. Zufällig kommt das Aufgebot nicht. Nach seinem Wechsel in die Ligue 1 hat Sierro noch einmal einen Schritt vorwärts gemacht. Bei Toulouse ist er mittlerweile zum Captain aufgestiegen und im Mittelfeld als Taktgeber nicht mehr wegzudenken.
Noch mehr Optionen im Mittelfeld
«Ich fühle mich extrem wohl bei diesem Klub. Ich habe viel Verantwortung bekommen, auch als Captain. Und ich mag diese Verantwortung sehr. Ich mag die Ideen, die der Klub hat und bin einfach sehr glücklich dort», erzählt der 28-Jährige. Das helfe ihm wiederum, gute Leistungen zu bringen.
In dieser Saison ist Sierro in 24 von 26 Liga-Spielen zum Einsatz gekommen. Im Mittelfeld ist der grossgewachsene Walliser polyvalent einsetzbar. Ob offensiv, defensiv oder zentral – Sierro kann alles. «Ich spiele meistens auf der 8er-Position, damit ich nach vorne spielen kann und nach hinten verteidigen. Aber ich habe in dieser Saison auch viel auf der 6 oder der 10 gespielt.»
Was seine mögliche Rolle in der Nati angeht, gibt sich Sierro bedeckt. «Das muss der Trainer entscheiden. Ich bin da, wo er mich brauchen kann», sagt er. Er ist sich der grossen Konkurrenz im Mittelfeld bewusst: Granit Xhaka ist unbestritten, Remo Freuler und Denis Zakaria gehören bei ihren Klubs Bologna und Monaco ebenfalls zu den absoluten Stammspielern.
Murat Yakin dürfte um die vielfältigen Qualitäten des Nati-Neulings wissen. Anders als Sierro wurde ein Djibril Sow beispielsweise nicht aufgeboten – zum zweiten Mal in Folge. Und das, obwohl dieser bei Sevilla gesetzt ist.
Auch die Nati-Stürmer erhalten mit Dereck Kutesa einen neuen Konkurrenten. Der Genfer spielt mit Servette eine ausgezeichnete Saison und wurde von Nati-Trainer Yakin wie Sierro mit seinem ersten Nati-Aufgebot belohnt. https://www.srf.ch/sport/fussball/natio ... kann-alles
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shalako
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Verfasst: Mittwoch 20. März 2024, 20:18 |
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20.03.2024  Zitat: Die späte Belohnung von Vincent Sierro
Mit 28 Jahren darf sich Vincent Sierro doch noch im Nationalteam versuchen. Es ist der späte Lohn für den Walliser, der in Toulouse nach einem halben Jahr bereits Captain geworden ist.
Ein schlechtes Gewissen hat Vincent Sierro nicht. Dies, obwohl er vermutlich mit ein Grund dafür ist, dass Goalie Philipp Köhn bei Monaco seit Mitte Februar nur noch auf der Ersatzbank sitzt. Vor gut einem Monat hatte der Mittelfeldregisseur seinen Landsmann überlistet und ihn alt aussehen lassen. Statt – wie von den meisten erwartet – in die Mitte zu flanken, entschied sich Sierro für die direkte Variante und erzielte so sein drittes von inzwischen fünf Toren in diesem Jahr.
Damit brachte er seinen Trainer ins Schwärmen. Nicht, weil der Treffer so schön gewesen wäre, sondern wegen der Vorgeschichte dazu. Vor der Partie hatte der Goalietrainer nämlich auf das teilweise riskante Positionsspiel von Köhn hingewiesen. «Manchmal gibt man den Spielern Informationen, aber sie sind nicht konzentriert. Vincent ist einer derjenigen, die umsetzen, was erklärt wird», sagte Trainer Carles Novell. «Er hört immer zu und ist ein gutes Beispiel für alle.»
Diese Qualität hoben auch schon andere Trainer hervor. Peter Zeidler zum Beispiel, der Sierro sowohl bei Sion und später auch bei St. Gallen coachte, sagte einmal, Sierro sei ein Fussballer und Mensch, wie ihn sich jeder Trainer und jeder Verein wünsche. Warum also dauerte es so lange, bis ihm auch der Schritt in die Nationalmannschaft gelang?
"Ich bin meinen Weg gegangen, und das hat mich zu demjenigen Spieler gemacht, der ich heute bin" Vincent Sierro Schweizer Mittelfeldspieler
Erstes Auslandengagement missglückte
«Ja, mein erstes Aufgebot kam später als bei anderen Spielern», sagte der im Oktober 28 Jahre alt gewordene Sierro. «Aber ich bin meinen Weg gegangen, und das hat mich zu demjenigen Spieler gemacht, der ich heute bin.» Es war ein nicht linearer Weg, einer mit Höhen und Tiefen, wie es ihn im Profifussball häufig gibt.
Nachdem Sierro bei Sion den Sprung in die erste Mannschaft geschafft hatte, erlag er schon bald dem Ruf aus dem Ausland. Mit 21 Jahren wechselte er zu Freiburg in die Bundesliga, wo er sich aber rasch auf dem Abstellgleis wiederfand. Er verletzte sich früh und fand danach nie mehr richtig ins Team zurück.
Die Verletzungen: Auch sie sind verantwortlich dafür, dass Sierro so lange auf seine erste Berufung ins Nationalteam warten musste. Als er nach einer einjährigen, für ihn äusserst erfolgreichen Leihe von Freiburg an St. Gallen bei den Young Boys in Bern landete, verpasste er in den ersten beiden Saisons jeweils gut die Hälfte aller Spiele aufgrund diverser Blessuren. So dauerte es bis Januar des vergangenen Jahres, ehe Sierro zum zweiten Mal den Sprung ins Ausland wagte.
"Vincent hat es geschafft, sich in einer Topliga als Captain zu etablieren und auch international auf sich aufmerksam zu machen" Murat Yakin Schweizer Nationalmannschaftstrainer
Sierro löst erneut Sow ab
Ein weiterer Grund dafür, weshalb Sierro lange bloss auf der Pikettliste der Nationalmannschaft auftauchte, ist die starke Konkurrenz auf seiner Position. Mit Granit Xhaka, Remo Freuler und Denis Zakaria ist das zentrale Mittelfeld mit renommierten Akteuren besetzt. Dahinter lauerten lange Michel Aebischer und Djibril Sow auf ihre Chancen. Letzterer, Sierros Vorgänger bei YB, ist bei Nationaltrainer Murat Yakin derzeit nicht mehr gefragt. Es ist die Chance für Sierro.
«Vincent hat es geschafft, sich in einer Topliga als Captain zu etablieren und auch international auf sich aufmerksam zu machen», sagte Yakin bei der Präsentation des Aufgebots. Ein Ausrufezeichen gelang dem letztjährigen Sieger des französischen Cups in der Europa League mit dem 3:2-Heimerfolg gegen Liverpool, bei dem Sierro als zweikampfstarker Passverteiler glänzte.
Seine grösste Entwicklung seit dem Wechsel zu den Südfranzosen sieht Sierro im körperlichen Bereich. «Die Ligue 1 ist eine sehr physische Liga», sagte er. «Du musst hart an dir arbeiten, um bestehen zu können.» Weil er das macht, vielseitig einsetzbar und als Sprachtalent (Französisch, Deutsch, Englisch, Spanisch) auch ein prädestinierter Anführer ist, geniesst Sierro in Toulouse viel Vertrauen. Aus der schwierigen Phase im vergangenen Herbst, als er kurzzeitig seinen Stammplatz verlor, ist er gestärkt hervorgegangen – wie so oft in seiner Karriere.
Grosse Lernbereitschaft
Nach der harten Arbeit erntet Sierro nun den Lohn. Die Freude über das erste Aufgebot ist riesig, der Stolz ebenso. Das sei allerdings nicht der Grund gewesen, weshalb er bereits am Sonntag, ein Tag vor dem offiziellen Zusammenzug, nach La Manga gereist sei. «Wir spielten bereits am Freitag, und von den Flügen her passte es so am besten», erklärte Sierro, der am Dienstag wie der Servettien Dereck Kutesa sein erstes Nationalmannschaftstraining auf dem Platz absolvierte.
"Auch in meinem Alter kann ich viel von den Spielern hier lernen" Vincent Sierro Schweizer Mittelfeldspieler
Mit der Rolle als Neuling hat Sierro keine Probleme. «Ich habe grossen Respekt vor dieser Mannschaft, die in den letzten Jahren schöne Erfolge feiern konnte. Auch in meinem Alter kann ich viel von den Spielern hier lernen.» Es ist jene Lernbereitschaft, die Sierro auch neben dem Platz bewiesen hat, als er 2019, obwohl er längst als Fussballprofi unterwegs war, sein Fernstudium in Wirtschaftswissenschaften mit dem Bachelor abschloss. Und es ist jene Disziplin und jener Fleiss, die seine Trainer an ihm so schätzen. Nun wird Sierro versuchen, auch Yakin nachhaltig von sich zu überzeugen. https://www.plattformj.ch/artikel/219184
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shalako
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Verfasst: Mittwoch 20. März 2024, 20:26 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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20.03.2024  Zitat: Vincent Sierro:
«Die Nati ist ein Traum, der für mich in Erfüllung geht»
Vincent Sierro blüht als Captain bei Toulouse in der Ligue 1 richtig auf. Für seine erste Nati-Nomination hat der 28-Jährige hart gearbeitet.
Darum gehts
- Von Toulouse an die EM? Vincent Sierro ist die spannendste Neuerung im aktuellen Nati-Kader. - Mit 28 Jahren ist er erstmals bei der Nationalmannschaft dabei. - Von den etablierten Nati-Stars hat er grossen Respekt und will von ihnen lernen.
Captain bei Toulouse in Frankreich, einen Bachelorabschluss in Wirtschaft, spricht mehrere Sprachen und jetzt im Nati-Kader: Im Alter von 28 Jahren ist Vincent Sierro erstmals für die Schweizer Nationalmannschaft nominiert. «Es ist ein Traum, der für mich in Erfüllung geht. Ich bin stolz. Schon als kleiner Junge habe ich mir immer das Spiel der Nationalmannschaft angeschaut», sagt Sierro nach dem ersten Training mit der Nati im spanischen La Manga.
Er habe die Möglichkeit, für die Schweiz aufgeboten zu werden, nie aufgegeben. «Es war immer ein Ziel für mich und ich habe hart gearbeitet, um dieses Ziel zu erreichen», sagt Sierro. Nun sei er hier und freue sich wirklich sehr darüber. Seine Leaderrolle aus dem Club will aber nicht direkt in die Nati nehmen. Zu gross ist der Respekt vor den etablierten Mitspielern. «Die haben für die Schweiz Geschichte geschrieben und ich kann von einem Granit Xhaka oder Xherdan Shaqiri viel lernen», so Sierro.
«Ich rede sehr viel auf dem Platz»
Dennoch will der 28-Jährige sich aber auch hinsichtlich der EM präsentieren. «Ich will meine Persönlichkeit zeigen und der Mannschaft helfen, wo ich kann.» Und: «Ich bin ein Spieler, der sehr viel auf dem Platz redet – ich werde das auch hier probieren.»
Nach den Super-League-Stationen Sion, St. Gallen und YB sowie einem eher erfolglosen Zwischenstopp beim SC Freiburg blüht er nun in der höchsten französischen Liga komplett auf. «Ich fühle mich in Toulouse sehr wohl, ich spüre ein grosses Vertrauen und ich darf als Captain Verantwortung übernehmen», erklärt Sierro, der im Winter 2023 von YB zu Toulouse wechselte. Er habe sich in diesem Jahr sehr entwickelt. «Wenn du jede Woche in einer der besten Ligen der Welt spielst, musst man sich auch stetig verbessern – alles ist schneller und physischer.»
Grosse Konkurrenz – aber Chancen auf einen Einsatz
Ob nach 35 Pflichtspielen für Toulouse, fünf Toren und fünf Assists in dieser Saison nun auch ein Spiel für sein Land auf dem Konto verbuchen kann, ist noch offen. Hinsichtlich Einsatzzeit habe er noch keine Gespräche mit Trainer Murat Yakin geführt. Klar ist aber: Die Konkurrenz für Sierro ist riesig im Schweizer Mittelfeld.
Mit Captain Granit Xhaka, Remo Freuler und Denis Zakaria hat er drei Stammkräfte vor sich, dahinter warten auch Michel Aebischer und Uran Bislimi auf Einsatzchancen – und Sevilla-Stammspieler Djibril Sow wurde gar nicht erst nominiert. https://www.20min.ch/story/vincent-sier ... -103067444
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shalako
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Verfasst: Dienstag 20. August 2024, 18:32 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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20.08.2024  Zitat: Toulouse-Star Vincent Sierro über seine Ex-Klubs YB, Sion und St. Gallen
«YB muss versuchen, die Spiele um jeden Preis zu dominieren»
Der Saisonstart ist Nati-Star Vincent Sierro mit Toulouse nur halbwegs gelungen. Doch: warum spielte der Captain gegen Nantes nicht von Beginn weg? Und was sagt er zu den ereignisreichen Startphasen seiner Ex-Klubs YB, Sion und St. Gallen?
Der Captain auf der Bank? Was ist denn da los zum Saisonstart des Téfécé, des Toulouse FC? Denn Vincent Sierro (28) kommt zum Saisonstart gegen Nantes (0:0) erst nach einer Stunde. Immerhin schnurstracks die Captainbinde vom Dänen Rasmus Nicoleisen übernehmend.
Die Lösung des Rätsels ist einfach. Alles gut, heisst es bei Sierro. Er und der Chilene Gabriel Suazo, die wegen Endrunden mit ihren Nationalmannschaften später als der Grossteil des Teams zurückgekehrt seien, würden noch nicht über die volle Distanz gehen.
Ein torloses Remis zu Hause. Nicht das, was sich die Violets zum Ligue-1-Auftakt gewünscht hatten. Denn sie wollten endlich wieder zuhause zu einer Macht werden, nachdem sie letzte Saison Fünftletzte in der Heimtabelle waren. Klappt also (noch) nicht.
Wie auch bei einem anderen Ex-Klub von Sierro, YB. Da hat ja weder zu Hause noch auswärts bislang etwas geklappt. Anders als bei Sion und dem FC St. Gallen, den anderen ehemaligen Arbeitgebern des Wallisers, der auch aus der Ferne die Super League genau beobachtet. Der Bachelor in Wirtschaft tut das mit der ihm eigenen Akribie. Hier seine drei Analysen:
Sierro über YB
«Die Dinge laufen nicht wie erhofft. Dann muss man als Team zusammenstehen. Arbeiten. Mehr arbeiten. Es führt nur über das Kollektiv. Jeder muss seine Verantwortung wahrnehmen, muss Leadership zeigen. Denn in solchen Momenten zeigen sich die wahren Leader. Ich habe das mit YB nie erlebt. Aber die Berner werden da herausfinden. Die Meisterschaft ist ja noch sehr lang. Jeder muss zuerst für sich selbst wieder Vertrauen finden. Danach im Kollektiv. In dieser Phase darf man weder an die Tabelle noch den Titel denken.
Aber ganz wichtig: YB muss ich selbst treu bleiben. Das heisst dennoch um jeden Preis versuchen, den Gegner zu dominieren. Wir haben all diese Titel geholt, weil wir 25 zu drei Schüsse zu verzeichnen hatten, 14 zu fünf Corners. Dann gewinnt man neun von zehn Spielen. So findet YB wieder in die Spur.»
Sierro über den FC Sion
«Ich habe in Interviews immer gesagt, dass es traurig gewesen sei, dass Sion abgestiegen sei. Aber oft muss man einen Schritt zurückgehen, um zwei nach vorne zu machen. Das hat der FC Sion getan. Indem man mit Didier Tholot einen Coach holte, der die Hütte aus dem Effeff kennt. Zudem wurde vermehrt auf junge und eigene Spieler gesetzt, welche unsere Meisterschaft kennen. So hat man sich Identität, Teamspirit und eine Eroberer-Mentalität zurückgeholt, in welcher sich die Fans wiedererkennen. Doch vor allem: Das alles hat man auch in der Super League beibehalten. Was die Erfolge als Aufsteiger erklärt.
Ich war beim 4:0 gegen Lausanne im Stadion. Da ist die Mannschaft stark gestartet. Sie musste aber auch verteidigen und tat das im Kollektiv und leidenschaftlich. Keiner hängte da den Star raus. Und genau so einen FC Sion wollen die Walliser sehen. So macht es Freude. Auch mir, als es ein Wiedersehen gab mit Christian und Barthélémy Constantin sowie Marco Degennaro, mit denen ich jahrelang gearbeitet habe. Aber man darf nicht abheben, denn es werden auch schwierige Momente folgen.»
Sierro über St. Gallen's Abenteuer in Breslau
«St. Gallen macht ja in der Meisterschaft viel Spass. Aber dieses Spiel in Breslau war eine Katastrophe. Ich habe es mir im TV angeschaut. Was die polnischen Spieler und Fans da aufgeführt haben, war eine Schande. Skandalös! Ich kann ja die Frustration über die VAR-Entscheide ein Stück weit nachvollziehen. Aber insgesamt war es lächerlich.
Das war der Typ Spiel, der nicht gut ist für das Image des Fussballs. Wenn da jemand, der nicht regelmässig Fussballspiele schaut, das Schweizer Fernsehen einschaltet und diesen Match sieht … Was wird der denken? Das ist also der Fussball? Auch deshalb hat die Uefa die Captain-only-Regel eingeführt, die eine sehr gute Sache für die Zukunft des Fussballs ist.» https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 54626.html
_________________ For Ever
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shalako
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Verfasst: Mittwoch 28. August 2024, 14:10 |
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 00:08 Beiträge: 29376
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17.08.2024  Zitat: Toulouse-Captain Sierro über die Ligue 1 und den Mbappé-Abgang
«Im Fussball ist alles möglich»
Vincent Sierro will mit Toulouse diese Saison mehr holen als einen profanen 11. Platz. Der Captain wundert sich zum Ligue-1-Start über die immense Bedeutung eines einzelnen Spielers, der nicht mehr in Frankreich ist.
Die Ligue 1 hat wieder losgelegt. Heute greift auch der Tabellenelfte der vergangenen Saison ins Geschehen ein: Toulouse mit dem Schweizer Captain Vincent Sierro (28). Les Violets (die Veilchen) treffen auf die Canaris (die Kanarienvögel) aus Nantes. Was herzig tönt, ist in Tat und Wahrheit ein Hassduell. Sierro: «Das begann mit der Barrage 2021 und ging am Cupfinal 2023 weiter, als wir Nantes gleich mit 5:1 abfertigten.» Und auf den Tribünen gabs einen hässlichen Fan-Streit rund um den Tod von Ex-Nantes-Star Emiliano Sala.
So ist also das Spiel am Sonntag ein High-Risk-Match. Das heisst dann in Frankreich, dass sich die Gäste-Fans in der Stadt nicht frei bewegen dürfen und ein festgelegter Perimeter mit Drohen überwacht wird. Fast sind wir geneigt zu sagen: So etwas würden wir uns auch bei uns wünschen …
Vom Abstiegskandidaten in die Champions League
Zum Sportlichen. Toulouse (das sich neuerdings nicht mehr nur als Violets versteht und sich mit der sonderbaren Kreation Téfécé versieht) will zurück nach Europa. Letzte Saison gabs in der Europa League einen fantastischen 3:2-Sieg gegen Liverpool und dann das Out in den Sechzehntelfinals gegen Benfica Lissabon. Heuer ist man nicht dabei. «Wir wollen zurück in die erste Tabellenhälfte», sagt Sierro. «Letzte Saison waren wir in der Rückrunde Sechste. An diese gute Dynamik gilt es anzuknüpfen. Wenn wir zudem unsere Heimstärke zurückgewinnen, haben wir eine schöne Meisterschaft vor uns.» Da kann der Startschuss ja schon mal heute erfolgen. Zu Hause. Und warum nicht Ähnliches erreichen wie Stade Brest letzte Saison? Die Kicker aus der Bretagne landeten auf Platz drei und damit in der Champions League. Sierro: «Ja, warum nicht? Brest war ja eher als Abstiegskandidat gehandelt worden.»
Ein Weltmeister für die Veilchen
Die Transfers sind allerdings zuzugsseitig überschaubar, wie bei so vielen Klubs in Frankreich in diesem Sommer-Mercato. Es gibt Gründe, dass zum Beispiel der für 15 Millionen zu Bologna abgewanderte holländische Topskorer (14 Tore) Thijs Dallinga (24) noch nicht ersetzt worden ist. «Der Markt ist konditioniert worden durch die TV-Rechte-Vergabe, die erst sehr spät erfolgte», erklärt Sierro. «Viele Klubs mussten warten, bis sie wussten, wie viel Geld sie für Transfers einplanen können.» Zur Erinnerung: Statt der erhofften Milliarde gibts heuer für die Klubs nur 500 Millionen. Das ist ein dramatischer Tiefstand, der vor allem die mittleren und kleineren Klubs trifft. «Wir haben mit dem Verkauf von Dallinga und jenem des hochtalentierten 19-jährigen Christian Mawissa nach Monaco doch 35 Millionen eingenommen. Da hoffe ich, dass es für eine neue Nummer neun reicht», so Sierro. «Aber mit Frank Magri verfügen wir seit einem Jahr über einen hochtalentierten Mittelstürmer, der den ganz grossen Durchbruch schaffen kann.» Immerhin: Mit Djibril Sidibé (32) von AEK Athen haben die Veilchen gratis und franko einen Weltmeister erhalten. Das sei ein Topzugang, analysiert Sierro: «Djibril hat eine Supermentalität und hat dank seiner Routine keine Anlaufzeit gebraucht. Das ist enorm wertvoll, haben wir doch eine sehr junge Mannschaft.»
Mbappés Abgang beeinflusst die TV-Rechte-Vergabe
Das TV-Rechte-Fiasko ist zu einem wichtigen Teil auf den Abgang von Kylian Mbappé (25) nach Spanien zurückzuführen. Durch diesen Transfer ist die Attraktivität der Liga massiv gesunken. Sierro: «Das war auch mit Messi so. Solche Spieler haben einen derartigen Impact, dass sie die TV-Rechte-Vergabe entscheidend beeinflussen.» Und im Fall von PSG ist der Einfluss dieses Abgangs auch für den Klub spürbar. Viele Beobachter halten den Serienmeister heuer ohne Überfussballer und Torschützenkönig Mbappé für angreifbar. Wie 2017 und 2021, als Monaco und Lille Meister wurden. Das waren die beiden einzigen Champions seit 2013, die nicht PSG hiessen. «Aber die Pariser bleiben der klare Favorit. Wegen ihres weit höheren Budgets und ihres Superkaders», so Sierro. «Aber im Fussball ist alles möglich, wenn jemand gut arbeitet. Siehe Brest.»
Sierro will seine junge Nati-Geschichte fortsetzen
Und wenn Toulouse und sein Spielführer performen, kann auch die ganz frische Nati-Story von Sierro weitergehen. «Das ist ein grosses Ziel», bestätigt der Mann aus Siders VS, der ja erst seit diesem Frühling Nationalspieler ist. An der Euro kam er zu seinen ersten Endrunden-Kurzeinsätzen. In vier der fünf EM-Spiele. Aber nie von Beginn weg. «Darauf hatte ich gehofft, klar. Zumal du mir ja gesagt hast, dass diese Chance realistisch sei. Aber es war auch so ein grandioses Abenteuer mit magischen Momenten, das nur positiv war. Ich habe von einigen Spielern ganz viel gelernt und versucht, die Stammspieler in jedem Training ans Limit zu pushen.»
Das ist sie, die typische Sierro-Einstellung. Dank dieser hat es der Walliser Bachelor in Wirtschaft dorthin geschafft, wo er jetzt ist. Spät. Aber nicht zu spät. Und der Weg ist noch lange nicht zu Ende. https://www.blick.ch/sport/fussball/int ... 48660.html
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Bierflasche
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Verfasst: Montag 25. November 2024, 21:51 |
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Registriert: Montag 24. Mai 2004, 18:21 Beiträge: 3440 Wohnort: In der Brauerei
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«Ich tippe auf einen 2:1-Sieg»
Vincent Sierro wechselte Anfang 2023 nach dreieinhalb Saisons in Bern zu Toulouse. Der 29-jährige Captain des Ligue-1-Vereins erinnert sich an einen speziellen Abend in der Champions League gegen Atalanta vor drei Jahren – und sagt, warum er an YB glaubt.
Vincent, Du hast für YB fünf Einsätze in der Champions League bestritten und ein Tor gegen Atalanta erzielt. Welche Erinnerungen hast Du an dieses Spiel im Wankdorf? Ich habe viele Bilder von diesem Match gespeichert, der fast auf den Tag genau vor drei Jahren stattfand. Die Ausgangslage war klar: Wenn wir europäisch überwintern wollen, müssen wir Atalanta bezwingen. Es ging hin und her. Wir gerieten in Rückstand, glichen aus, kassierten das 1:2 und schafften das 2:2…
…das eben Du erzielt hast. Ich weiss noch genau, wie es ablief. Einwurf Silvan Hefti, Hereingabe Moumi Ngamaleu, und ich stand am richtigen Ort. Ich war nach 67 Minuten eingewechselt worden, und nun gelang mir dieses wichtige Tor. Das werde ich nie vergessen. Danach ging es emotional weiter. Hefti erzielt das 3:2, ein Supertor! Aber Atalanta antwortet mit Muriel. Gleich nach seiner Einwechslung traf er mit der ersten Ballberührung zum 3:3. Natürlich waren wir am Ende enttäuscht, dass es nicht zum Sieg gereicht hatte. Doch wenn ich an das Hinspiel denke, war es doch ein grosser Fortschritt. In Bergamo mussten wir leiden wie sonst nie in dieser Gruppenphase und waren mit dem 0:1 ziemlich gut bedient. Atalanta war einfach richtig gut.
Ist die Mannschaft 2024 gleich stark? Im Kader gab es zwar viele Wechsel seither. Aber die Mentalität ist dieselbe, der Coach heisst immer noch Gian Piero Gasperini, die Art, wie er Fussball spielen lässt, hat sich nicht verändert. Atalanta hat in vier Champions-League-Spielen keinen Treffer zugelassen. Das zeugt auch von hoher Qualität in der Defensive.
Was spricht in diesem Duell für YB? Der Heimvorteil. Das Publikum wird die Mannschaft tragen und pushen. Und der Kunstrasen kommt YB mehr entgegen als Atalanta. Ich glaube, dass ein positives Ergebnis möglich ist, wenn es gelingt, gleich zu Beginn Akzente zu setzen.
Wagst Du einen Resultattipp? Ich hoffe natürlich auf einen YB-Sieg und sage: 2:1 – und die Torschützen heissen Cedric Itten und Joël Monteiro.
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shalako
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Verfasst: Mittwoch 18. Dezember 2024, 15:26 |
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07.12.2024  Zitat: Vincent Sierro im Interview
«Wenn das gelingt, fühlst du das Adrenalin in deinen Adern»
Vincent Sierro hat 119 Spiele für die Young Boys bestritten. Inzwischen blickt er aus Toulouse auf die Super League. Und sagt: «Wenn YB so weitermacht, spielen sie am Ende um den Titel.»
Im Januar 2023 hat Vincent Sierro die Young Boys verlassen und brach auf, um in Frankreich eine grosse Liga zu erobern. Inzwischen steht er beim FC Toulouse fast in jeder Startformation. Als Captain, weil er seinen Beruf nicht nur körperlich, sondern auch intellektuell versteht.
Seine Fähigkeiten haben ihn, wenngleich spät, bis ins Nationalteam getragen. Spielt er in Toulouse so weiter, kommt Nationaltrainer Murat Yakin an ihm nicht vorbei.
Vincent Sierro, wie schiesst man den perfekten Penalty?
Gut platziert, sehr gut platziert, stark. Entweder ganz tief. Oder ins Lattenkreuz. Wenn das gelingt, fühlt man das Adrenalin in den Adern.
Ein bisschen etwas verstehen Sie von Penaltys: In Toulouse haben Sie sechs Ihrer acht Treffer aus 11 Metern erzielt. Ihr schönstes Tor war allerdings ein anderes.
Sie meinen den Freistoss gegen die AS Monaco …
… aus rund 35 Metern. Gegen Ihren Schweizer Kollegen, den Goalie Philipp Köhn.
Wir analysieren viel mit Video. Darum hatte ich das so geplant. Am Samstag spielen wir übrigens wieder gegen Monaco.
Sie haben zu diesem Tor gesagt, dass Sie ziemlich geschauspielert hätten. Was meinten Sie damit?
Ein bisschen Kino ist Teil unseres Berufs. Ich musste bei diesem Freistoss mehr tun als nur schiessen. Ich gab dem Goalie mit Blicken und Gesten das Gefühl, dass ich zur Mitte flanken würde. All das funktioniert vielleicht in einem von zehn Versuchen.
Ihr Trainer Carles Martínez sagte einmal: «Manchmal gibt man den Spielern Informationen. Aber sie sind nicht konzentriert. Vincent hingegen gehört zu jenen, die das zu nutzen wissen, was man ihnen erklärt. Er hört immer zu und ist damit ein gutes Beispiel für alle.» Sind Sie der Streber Ihres Teams?
Was er sagt, passt zu mir. Und diese Art der Berufsauffassung geht gut mit meiner Position zusammen: Im Mittelfeldzentrum muss ich das Spiel verstehen; ich muss wissen, was das Team in welchem Moment braucht; ich muss den Gegner lesen: Wo schwächelt er, wo macht er uns zu schaffen? Auf meiner Position spielt man mit dem Kopf. Das fasziniert mich. Ich glaube auch, dass das der Grund ist, warum ich in Toulouse Captain bin.
Sie kamen im Januar 2023 in Toulouse an. Wie sind Sie in so wenig Zeit zum Captain geworden?
Toulouse hat mir diesen Weg von Anfang an aufgezeigt. Das war der geplante Verlauf dieses Projekts. Toulouse sieht in mir die Zukunft. Als ich ankam, standen arrivierte Spieler im Team. Es war aber klar, dass diese gehen würden. So bin ich Captain geworden.
Sie spielen praktisch immer. Wie nahe sind Sie an der besten Version von sich selbst?
Sehr nahe. Auch wenn das Ziel immer ist, besser zu werden. Ich fühle mich körperlich sehr gut. Und ich hatte schon lange keine Verletzungen mehr.
Im Vergleich zu Ihrer Zeit bei den Young Boys fällt das tatsächlich auf. Haben Sie etwas verändert in Ihrer Trainingsarbeit?
Wir unterlegen unsere Arbeit in Toulouse mit Daten, achten zum Beispiel darauf, dass wir immer eine gewisse Anzahl Kilometer zurücklegen. Das führt dazu, dass nicht nur ich, sondern die meisten Spieler selten verletzt sind. Ich persönlich achte auf meinen Körper, was ich esse zum Beispiel. Und viele der früheren Verletzungen waren auch einfach nur Pech. Wenn du durch einen Gegenspieler verletzt wirst, hat das ja nichts mit deiner täglichen Arbeit zu tun.
Wie haben Sie sich fussballerisch in Toulouse entwickelt?
Die Art und Weise, wie wir hier agieren, liegt mir. Von hinten herausspielen, intelligent, das alles bringt mein Potenzial gut zum Ausdruck. Mit dem Trainer beschäftigen wir uns oft mit der Frage, wie wir von einer Zone in die nächste kommen. Also schauen wir, wie wir die Mittelfeldspieler miteinander verbinden können. Wir trainieren diese Reflexe, damit sie im Spiel automatisiert passieren. Diese Reflexe sind zum Beispiel etwas, wo ich Fortschritte gemacht habe.
Das klingt alles nach einer Hurra-Geschichte, die Sie in Toulouse gerade erleben. Aber es gab auch Momente, als Sie im Stadion ausgepfiffen wurden. Was war da los?
Das war zu Beginn der letzten Saison. Wir waren nicht gut gestartet und die Fans enttäuscht. Dass zudem erfahrene Spieler nicht mehr da waren, sorgte bei den Anhängern für Frustration. Im Team übrigens auch. Die Phase war kein Vergnügen. Aber sie ging vorbei. Und sie hat bei mir dazu geführt, dass ich noch mehr arbeiten wollte.
Wenige Wochen zuvor hatten Sie mit Toulouse die Coupe de France gewonnen, den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Wie erlebten Sie diesen Moment?
Ich erinnere mich, wie im Stadion nach dem Spiel eine wunderbare Atmosphäre herrschte. Es war für alle etwas Spezielles, und wir haben den Menschen eine Erinnerung geschenkt. Wir hoffen, dass wir das nochmals schaffen.
Im Vergleich zu vielen Ihrer Teamkollegen haben Sie diesen Pokal quasi als Titel-Routinier gewonnen. In Bern wurden Sie zweimal Meister und einmal Cupsieger.
Wir hatten in Bern eine sehr gute Phase. Meistertitel, Cupsiege, Champions League. Aber ein Titel in einer grossen Liga zu gewinnen, das hat noch einmal ein anderes Gewicht.
Sie haben für YB 119 Spiele bestritten. Was denken Sie, wenn Sie auf das YB von heute blicken?
Ich bin mit vielen Spielern in Kontakt. Mit Cedric Itten fast täglich, oder mit Joël Monteiro. Sie hatten einen komplizierten Saisonstart.
Hätten Sie sich diesen Start so vorstellen können?
Nein. Aber das kann jedem Team passieren. Zudem habe ich inzwischen den Eindruck, dass sie ihr Spiel finden. Wenn sie so weitermachen, werden sie am Ende um den Titel spielen.
Sie sind beim FC Sion fussballerisch ausgebildet worden. Der nächste Berner Gegner ist einigermassen bescheiden unterwegs. Trotzdem ist Didier Tholot noch immer Trainer. Ist Präsident Christian Constantin milde geworden?
Ich weiss es nicht. Manchmal schauen sich Menschen im Spiegel an. Die Mentalität in Sitten hat sich jedenfalls etwas verändert. Während sie früher grosse Namen verpflichteten, Stars, holen sie heute einen anderen Spielertypus. Das dürfte auch in der Mannschaft einiges verändert haben. Tholot war übrigens der Trainer, der mich damals gefördert hat.
Zwischen dieser Förderzeit und Ihrem ersten Spiel für die Nationalmannschaft sind sieben, acht Jahre vergangen. Warum haben Sie so lange auf das Aufgebot warten müssen?
Als ich Gespräche mit YB darüber führte, ob wir den Vertrag verlängern sollen, da habe ich immer von diesem Traum erzählt, für die Nationalmannschaft zu spielen. Ich sagte ihnen: Ich kann das schaffen. Aber wenn ich es als YB-Spieler schaffen will, dann muss ich hier jede Partie bestreiten. Auch deswegen bin ich nach Toulouse gewechselt.
Wie haben Sie die Atmosphäre erlebt, als Sie vor kurzem in die Liga B der Nations League abgestiegen sind?
Wir hatten eine unfassbar gute Atmosphäre während der EM. Wirklich unglaublich. Diese Dynamik! Die Jungs bleiben die gleichen, auch mit diesem Abstieg. Nur weil wir unten sind, ist nicht gleich schlechte Stimmung im Team.
Sie haben in der Schweiz Liga und Cup gewonnen, in Frankreich den Cup, Sie spielten in der Champions League und an einer Europameisterschaft. Fehlt nur noch etwas.
Die WM. Und da kann ich an Ihre vorherige Frage anschliessen: Das Einzige, was zählt, ist die Qualifikation für diese WM. Ich werde alles dafür tun, um dabei zu sein.
Spielen Sie so weiter, gibt es wenig Gründe, Sie 2026 nicht mitzunehmen.
Die Chancen steigen jedenfalls, wenn ich immer spiele und skore.
Vielleicht am Samstag wieder, gegen Monaco. Vom Penaltypunkt. Oder aus 35 Metern per Freistoss mit viel Schauspielerei.
Das ist der Plan. https://www.bernerzeitung.ch/nationalsp ... 4289279873
_________________ For Ever
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