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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 13. Oktober 2011, 12:04 
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Nach dem Nati-Frust will Wölfli mit YB hoch hinaus

Als Ersatzgoalie ist Marco Wölfli mit dem Schweizer Nationalteam in der EM-Qualifikation gescheitert – und als YB-Captain hat der 29-Jährige in den nächsten Monaten hohe Ziele.

Die Heimfahrt am Dienstagabend hatte sich Marco Wölfli anders vorgestellt. «Die Verabschiedung im St.-Jakob-Park war natürlich nicht euphorisch. Wir hatten das grosse Ziel, die EM-Barrage noch zu erreichen», sagt Wölfli, «und wir waren nach der Niederlage am letzten Freitag in Wales sehr enttäuscht.» Aber immerhin sei der Nationalmannschaft in Basel beim 2:0-Sieg gegen Montenegro die Rehabilitation gelungen. «Wir haben einen guten Charakter im Team, das hat man gesehen», sagt Wölfli. Er hat bei seinen Einsätzen für die Schweiz stets überzeugt, zum Beispiel beim 0:0 gegen Israel vor zwei Jahren, als die Qualifikation für die WM 2010 sichergestellt wurde – aber er ist hinter Diego Benaglio die Nummer 2 und sass vorgestern sogar nur auf der Tribüne, weil Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld den Zürcher Johnny Leoni für dessen Loyalität mit einem Bankplatz belohnte.

Auf dem Rasen überzeugen

Mit seinen 29 Jahren war Wölfli zuletzt ältester Nationalspieler. «Ich versuche, mit meiner Erfahrung den Jungen zu helfen», sagt der Goalie, «gerade in schwierigen Zeiten kann ich ihnen Ratschläge geben, etwa im Umgang mit den Medien.» Er selber ist ja alles andere als ein Lautsprecher. Vorsichtig formuliert Wölfli seine Worte auch, wenn es um seine Ansprüche in der Auswahl geht. «Ich kann den Trainer nicht überreden, mich als Nummer 1 zu sehen. Ich will ihm aber die Entscheidung so schwierig wie möglich machen und in jedem Training und Spiel alles geben.»

Kein Problem habe er damit, sagt Wölfli, dass Pascal Zuberbühler, sein neuer Torhütertrainer bei YB, kommunikativ andere Töne anschlägt – und stets betont, Wölfli zum helvetischen Stammkeeper formen zu wollen. «Zuberbühler hat eine laute, sehr positive Art», sagt Wölfli, «er tut mir gut, und er hat ja im Nationalteam sehr viel erreicht.»

Pascal Zuberbühler blieb an der WM 2006 in vier Begegnungen ohne Gegentor, und auch als Vereinskeeper feierte er grosse Erfolge und zahlreiche Titel mit dem FC Basel. Wölfli dagegen war mit YB mehrmals nahe dran in Meisterschaft und Cup, aber einen Pokal hat er mit den Bernern nicht gewonnen. «Es ist mein Traum und auch langsam Zeit, dass wir einen Titel holen», sagt Wölfli, doch zu mehr lässt er sich verbal nicht hinreissen. «Es bringt doch nichts, wenn ich jetzt sage, dass wir Meister werden. Wir haben hohe Ziele, das weiss jeder, doch wir müssen auf dem Rasen überzeugen und nicht mit Schlagzeilen in den Zeitungen.»

Als YB-Captain ist seine Meinung von Gewicht, und Wölfli hat sich kontinuierlich entwickelt. Er ist reifer, selbstbewusster, routinierter geworden, ohne Demut, Freundlichkeit und Bescheidenheit verloren zu haben. «Ich werde mich niemals verändern», betont er, «nur um eine Rolle zu spielen, die mir nicht liegt.»

Silberbauer an EM dabei

Es gibt ja Leute, die behaupten, dass Marco Wölfli längst bei einem europäischen Topverein engagiert wäre, wenn er egoistischer auftreten würde. Noch aber ist der Torhüter in Bern, und wie immer spricht er davon, nicht zu weit in die Zukunft blicken zu wollen. «Wir haben im September einen guten Lauf gehabt», sagt er, «aber wir müssen weiter Match für Match nehmen.» Wölfli glaubt, dass Ideen und Vorstellungen des neuen YB-Trainers Christian Gross («Er weiss, wie man Titel gewinnt») beim Team angekommen sind. «Wenn wir so weiterfahren wie zuletzt, werden wir bis zum Schluss um den Meistertitel mitspielen können.»

Und weil YB nicht mehr im Europacup vertreten ist, werden die Berner bis zur Winterpause keiner anstrengenden Doppelbelastung ausgesetzt sein. «Ich hätte gerne wie letzte Saison in der Europa League gespielt», sagt Wölfli, «doch es ist kein Nachteil, sind wir in der Liga ausgeruhter.»

An der Euro im nächsten Sommer wird YB übrigens trotz des Schweizer Scheiterns vermutlich dabei sein. Michael Silberbauer ist bei Dänemark Stammspieler und überzeugte beim entscheidenden 2:1-Sieg vorgestern gegen Portugal. Montenegros Elsad Zverotic schliesslich trat die Fahrt von Basel nach Hause am Dienstag wesentlich erfreuter als Wölfli an – er steht mit seinem Land in der Barrage. Und wenn Alexander Farnerud so weiterspielt wie zuletzt, könnte er noch den Sprung ins schwedische EM-Kader realisieren.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/13726312

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Freitag 4. November 2011, 11:57 
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gmäss am blick söu dr wölfli 65'000 stutz pro monet verdiene. :shock: isch das möglech?


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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 5. Januar 2012, 10:36 
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«Ich glaube daran, mit YB einen Titel zu gewinnen»

YB-Captain Marco Wölfli spricht über das enttäuschende Jahr 2011 und seine Ziele, über sein Goaliespiel und die hohen Erwartungen an YB – und über seine Zukunft.

Marco Wölfli, werden Sie mit YB jemals einen Titel gewinnen?

Marco Wölfli: (lacht) Eine provokative Frage zum Jahresanfang, das hört man gerne. Selbstverständlich bin ich überzeugt, dass wir Erfolg haben. Sonst könnte ich ja gleich mit Fussballspielen aufhören. Ja, ich glaube daran, mit YB einen Titel zu gewinnen.

Und welche Note würden Sie dem YB-Jahr 2011 geben?
Noten geben gehört nicht zu meinen Aufgaben, das machen die Journalisten doch viel lieber (lacht wieder). Natürlich lief das Jahr 2011 nicht besonders gut für uns. Wir hätten in der Vorrunde mehr Punkte holen müssen. Ich finde aber, dass man das Ganze differenziert betrachten sollte.

Inwiefern?
Im Fussball urteilt man oft zu schnell. Natürlich lief die Vorrunde enttäuschend. Aber wir standen defensiv gut und erhielten wenig Gegentore. Auf der anderen Seite hatten wir in jeder Partie genügend Chancen, um mehr Treffer zu erzielen. Und dann hatten wir auch noch ein wenig Pech. Hätte jedes der vielen aberkannten Tore von uns gezählt, wären wir jetzt vielleicht noch in jedem Wettbewerb dabei und wären nur wenige Punkte hinter dem FC Basel. Dann würden wir jetzt vielleicht für unsere Dominanz und den Siegesinstinkt gelobt werden...

...aber...
...ja, ich weiss, das hört sich nach einer Ausrede an, ist aber nicht so gemeint, zumal sich das mit den Fehlentscheidungen wieder ausgleichen wird. Es ist schlicht eine Tatsache, dass wir nicht vom Glück begünstigt wurden. Doch ich mag die Schiedsrichter nicht kritisieren, sie haben einen schwierigen Job zu erledigen. Ich könnte das nicht. Wir müssen uns ohnehin auf uns konzentrieren. Es gibt genug zu verbessern.

Zum Beispiel?
Wir müssen weiter hart daran arbeiten, noch entschlossener zu sein und das Glück noch mehr erzwingen.

Und wie sind Sie mit Ihrer eigenen Entwicklung zuletzt zufrieden?
Ich habe sicher schon bessere Halbjahre absolviert. Das Gegentor gegen Sion, als ein Schuss vom Pfosten an meinen Rücken und danach ins Tor ging, war ein bisschen symbolisch. Auch ich wurde nicht vom Glück verfolgt. Aber wir kassierten viel weniger Treffer als letzte Saison, und so gesehen gab es auch positive Aspekte.

Es gibt Beobachter, die finden, Sie hätten eine gewisse Zeit benötigt, um sich an den neuen Goalietrainer zu gewöhnen. Wie läuft die Zusammenarbeit mit Pascal Zuberbühler?
Ausgezeichnet! Und das sage ich nicht, weil ich das in der Zeitung sagen muss, sondern weil es meine Meinung ist. Ich bin ein ehrlicher Mensch, und man würde es mir anmerken, wäre ich unzufrieden. Pascal Zuberbühler tut mir gut, er ist, wie sein Vorgänger Peter Kobel, ein positiver, fordernder Mensch. Im Übrigen gibt es in meinem Torhüterspiel nicht riesige Veränderungen. Auch Zuberbühler legt viel Wert auf das Positionsspiel, er verlangt saubere, ehrliche Arbeit und keine Flugshow. Es geht nicht darum, mit einer spektakulären Einlage eine bessere Note in den Zeitungen zu erhalten, sondern zum Beispiel darum, den Ball schnell und effizient zu fangen und sofort den Konter einzuleiten.

YB-Trainer Christian Gross forderte Anfang Saison, Sie müssten dominanter auftreten...
...und das ist ja sein gutes Recht. Mich stört das nicht, im Gegenteil, es spornt mich an. Ich stehe als Captain in der Verantwortung, ich werde bald 30 Jahre alt und bin erfahren genug, um mit solchen Dingen umzugehen.

Der Druck auf YB ist riesig, und das ist nicht zuletzt so, weil die Vereinsleitung hohe Ziele vorgibt. Ist das für die Mannschaft eine zu grosse Belastung?
Nein. Wer bei YB spielt, weiss, dass die Sehnsucht nach einem Titelgewinn riesig ist. Wir haben ein starkes Team mit vielen sehr guten Spielern. Zudem gibt es doch in den meisten Berufen personelle Wechsel, es kommen neue Führungsleute mit anderen Ideen. Und ich bin lieber bei einem Klub mit hohen Ambitionen als bei einem, der ständig gegen den Abstieg spielt.

Sie kennen in der Region viele Leute. Was erhalten Sie für Reaktionen, nachdem YB erneut deutlich hinter Basel liegt?
Wir verpassten in den letzten Jahren mehrmals knapp einen Titel in der Liga oder im Cup. Natürlich ist die Enttäuschung bei den YB-Fans gross, das verstehe ich, wir sind ja auch unzufrieden. Im Sommer wurden erfolgreiche, bekannte Trainer wie Christian Gross und Pascal Zuberbühler engagiert, und viele dachten danach, jetzt klappe es mit dem Titel automatisch. Aber im Fussball geht es eben nicht von heute auf morgen.

Welche Ziele bleiben denn in der Rückrunde bei schon elf Punkten Rückstand auf den FC Basel?
Wir haben jede Menge Ziele und wollen Fortschritte erzielen. Und weil ich ein positiver Typ bin, glaube ich daran, dass es im Fussball in jede Richtung schnell gehen kann. Mir ist aber schon bewusst, dass im Frühling sehr vieles für uns laufen muss, wenn wir elf Punkte auf Basel aufholen wollen.

Man hört, dass die Stimmung im Team besser sein könnte...
... das stimmt nicht, die Stimmung ist gut. Dass es bei über 20 Akteuren im Team unzufriedene Leute gibt, ist völlig normal. Wären alle glücklich über ihre Einsatzzeiten, würde die Mentalität nicht stimmen. Transfers gehören zum Geschäft, und ich bin überzeugt, dass es dem Verein gelingen wird, unser Team weiter zu verstärken. Zudem verlassen uns ja auch immer wieder Spieler in eine grosse Liga im Ausland.

Ihr Vertrag bei YB läuft noch bis 2015, soll aber mit einer Ausstiegsklausel versehen sein. Das Ausland, insbesondere Italien, die Heimat Ihrer Mutter, hat Sie ja auch immer gereizt. Spielen Sie am 22. August, wenn Sie 30 Jahre alt werden, noch bei YB?
(lacht) Es bringt im Fussball wenig, acht Monate in die Zukunft zu blicken. Bis dahin kann so viel passieren. Heute kann ich mir sogar vorstellen, noch zehn Jahre bei den Young Boys zu spielen. Aber es kann auch sein, dass mich irgendwann tatsächlich eine Auslandserfahrung reizt. Vorher will ich aber ganz bestimmt mit YB einen Titel gewonnen haben.

Der ewige YB-Goalie

Mit 16 Jahren wechselte Marco Wölfli 1998 zu YB. Mit Ausnahme eines kurzen, leihweisen Engagements beim FC Thun ist der YB-Captain seither in Bern – und seit bald neun Jahren Stammkeeper und Leistungsträger. Zudem ist der Grenchner, dessen Mutter aus Sizilien stammt, mit seiner freundlichen, aufgestellten Art eine Identifikationsfigur des Vereins.

In 10 Länderspielen für die Schweiz überzeugte der Ersatzgoalie (hinter Diego Benaglio) stets. Die gestrige Gewichtskontrolle bei YB nach der Winterpause bereitete Wölfli keinen Kummer, obwohl er an den Feiertagen viel schlemmte. «Ich nehme in den Ferien immer rund ein Kilo ab, weil ich ein wenig Muskelmasse verliere», sagt der 29-Jährige, der letztes Jahr heiratete.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/27560776

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Freitag 13. April 2012, 15:08 
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13.04.2012

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«Wir sind schliesslich YB und nicht irgendein Verein»

20 Punkte Rückstand auf Basel. Für YB ist die Meisterschaft längst gelaufen. Captain Marco Wölfli sagt im Interview mit DerBund.ch/Newsnet, was in Bern falsch läuft.

Marco Wölfli, nach der 1:3-Niederlage gegen Lausanne hagelte es Pfiffe und in den Medien setzte es harte Kritik ab. Wie gehen Sie damit um?
«Wenn man im eigenen Stadion gegen Lausanne mit 1:3 verliert, dann wird man kritisiert. Der Kritik müssen wir uns stellen. Wir sind schliesslich YB und nicht irgendein Verein. Wir sind ein Verein mit Ambitionen. Und da ist Kritik bei einem verlorenen Heimspiel gegen Lausanne nur logisch.

Weshalb konnte es überhaupt zu dieser grössten Enttäuschung in dieser Saison kommen?
Wir haben nicht gut gespielt. Da können und wollen wir auch gar nichts schönreden. Nach dem 0:2-Rückstand haben wir uns leicht aufgefangen. Nach dem Anschlusstreffer habe ich fest an die Wende geglaubt. Doch dann wurden wir noch einmal eiskalt erwischt und kassierten das alles entscheidende dritte Tor.

Weshalb kommt YB unter dem neuen Trainer Christian Gross nicht vom Fleck.
Das würde ich nicht so sagen. Wir hatten auch eine gute Serie und machten Fortschritte. Doch leider kamen auch die Rückschläge.

Weshalb?
Man darf nicht vergessen, dass unter Christian Gross ein Neuaufbau stattfindet. Es ist ein Umbruch im Gang, der auch eine gewisse Zeit erfordert, bis die Automatismen funktionieren. Es sind auch viele neue Spieler bei uns. Da ist auch eine gewisse Geduld gefordert.

Im Fussball hat man keine Zeit.
Das ist mir schon klar. Aber wir wollen eine Mannschaft aufbauen, die dann über Jahre an der Spitze mitspielen kann. Um den Titel. Und um den Einzug in die Champions League.

Aber Gross bastelt nun schon seit 27 Runden an seiner Mannschaft. Eine Handschrift des Trainers ist überhaupt nicht zu erkennen. Es fehlt ein klares Konzept. Sie glauben trotzdem immer noch, dass YB auf einem guten Weg ist?
Ja, absolut. Ich teile Ihre Einschätzung im Übrigen nicht. Wir arbeiten in jedem Training hart an uns. Und ich sehe in jeder Einheit Fortschritte und welche grosse Qualität wir im Kader besitzen. Und wir haben in den Spielen auch schon taktische Fortschritte gemacht. Wenn wir zu einer gewissen Konstanz finden, dann wird sich auch der durchschlagende Erfolg bei uns einstellen. Ich möchte darauf hinweisen, dass wir immer noch auf dem dritten Tabellenrang liegen, drei Zähler hinter dem FC Luzern. Wir können noch Vizemeister werden.

Aber das kann ja nicht der Anspruch von YB sein.
Nein, sicher nicht. YB muss in jeder Saison um den Titel mitspielen. Das muss unser Anspruch sein.

Als Captain sind Sie Ansprechpartner für Trainer Christian Gross. Wie ist Ihr Verhältnis zu ihm?
Professionell. Wir reden oft miteinander und sprechen die Probleme an.

Gross hat auch gleich einen ganzen neuen Trainerstaff mitgenommen. Auch Goali-Trainer Peter Kobel musste gehen und wurde durch Pascal Zuberbühler ersetzt. Kobel war in der Mannschaft sehr beliebt. Wie ist diese Rochade bei Ihnen angekommen?
Wechsel gehören zum Geschäft. Peter Kobel war eher der ruhigere Typ. Zubi setzt viel auf Emotionen. Ich habe von beiden sehr viel gelernt und profitiert.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Wi ... y/17622851

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Montag 7. Mai 2012, 18:25 
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07.05.2012

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«Nun sind wir Spieler gefordert»

Captain Marco Wölfli spricht über die Krise bei YB, die hohen Erwartungen in Bern und seine Rolle – und der bald 30-jährige Goalie verrät, dass er seine Zukunft bei YB sieht.

Macht es Ihnen derzeit noch Spass, bei YB zu spielen, Marco Wölfli?
Marco Wölfli: Natürlich. Ich bin froh, haben wir letzte Woche gegen Zürich gewonnen. Und selbstverständlich ärgerte ich mich über die späten Gegentore zuletzt beim 2:2 gegen Luzern...

... aber diese Saison der Young Boys ist missraten...
... was mir auch nicht passt. Aber man darf nie zu emotional reagieren. Es bringt nichts, im Erfolgsfall zu euphorisch zu sein, und es ist falsch, alles in Frage zu stellen, wenn es nicht läuft. Es ist für uns eine grosse Herausforderung, eine Reaktion zu zeigen. Zudem dürfen wir uns immer noch glücklich schätzen, unser Hobby zum Beruf gemacht zu haben. Deshalb gehe ich jeden Tag gerne ins Training. Ich bin sicher, dass wir bei YB bald wieder viel bessere Zeiten erleben werden.

Sie sind der letzte YB-Stammspieler, der länger als zwei Jahre bei den Young Boys engagiert ist. Was sagen Sie zu dieser rasanten Entwicklung bei YB?
Es gibt im Fussball immer Veränderungen, bei YB waren es zuletzt halt besonders viele. Es gibt bei einem Schweizer Klub halt immer viele Spieler, die ins Ausland wechseln.

Christian Gross ist bei YB gescheitert. Er war sehr streng und kritisierte viele Spieler intern heftig. War es für Sie eine Überraschung, wurde er vor rund einer Woche freigestellt?
Grundsätzlich ist es nicht meine Art, über Trainer zu reden, die nicht mehr hier sind. Ich will in die Zukunft blicken. Und mit Kritik geht jeder anders um. Anfang Saison erklärte Gross in den Medien ja auch, ich müsse mich steigern. Aber, um Ihre Frage zu beantworten, es war am Ende keine Überraschung für mich, dass er freigestellt wurde.

Warum nicht?
Wenn die Resultate ausbleiben und die Leistungen nicht gut sind, gerät der Trainer in jedem Klub der Welt unter Druck. Nun sind wir Spieler gefordert, diese Saison anständig zu beenden. Wir haben ein sehr gutes Team mit 24 starken Einzelspielern.

Und wieso enttäuschten viele YB-Spieler in dieser Saison?
Soll ich jetzt sagen, weil Christian Gross der Trainer war? Das wäre zu einfach und nicht richtig. Die Gründe sind vielschichtig. Wir haben unsere Ziele nicht erreicht, das ist klar, und wir sind darüber sehr unzufrieden. Wenn man in eine Negativspirale gerät, ist es manchmal schwierig, wieder einen Weg hinaus zu finden.

Ist YB ein Opfer der eigenen Ambitionen, krampfhaft einen Titel gewinnen zu wollen?
Das glaube ich nicht. Ich stehe hinter den hohen Zielen, das ist ein positiver Druck. Man weiss dann, dass man bei einem grossen Verein unter Vertrag steht, der Titel gewinnen will.

Wie nah bekommt das Team die Turbulenzen im Verein mit? Man hat das Gefühl, bei YB herrschen zuweilen chaotische Zustände.
Dieser Eindruck ist nicht richtig. Als Spieler wird man täglich mit der Stimmungslage konfrontiert. Die Medien berichten darüber, man wird darauf angesprochen, und auch wir reden darüber. Niemand ist glücklich, wie diese Saison gelaufen ist. Aber überlegen Sie mal, was für eine sensationelle Entwicklung YB in den letzten zehn Jahren gemacht hat.

Wie meinen Sie das?
Ich war dabei, als es diesem Verein wirklich schlecht ging. Jetzt haben wir ein schönes Stadion, der Zuschauerschnitt ist Jahr für Jahr gestiegen und hat eine Marke erreicht, die niemand für möglich gehalten hätte. Ich sehe sehr viel Positives bei uns.

Aber warum tut sich YB so schwer, den letzten Schritt zum Siegerteam zu realisieren?
Wir haben schon oft darüber gesprochen, dass uns ein Titelgewinn fehlt. Doch wir haben in den letzten Jahren sehr viele Punkte geholt, wir waren letzte Saison erfolgreich in der Europa League, wir erreichten je zwei Cupfinals und Finalissimas. Hätte das jemand vor zehn Jahren behauptet, hätten ihm nicht viele geglaubt. Logischerweise ist es unbefriedigend, mehrmals die ganz grossen Partien verloren zu haben. Ich glaube aber nicht, dass uns die Siegermentalität fehlt. Sonst hätten wir nicht so viele entscheidende Partien bestreiten dürfen.

Was spricht denn dafür, dass die YB-Zukunft wieder besser wird?
Zuerst einmal gilt unsere ganze Konzentration dieser Saison. Wir wollen in den letzten drei Partien die Qualifikation für den Europacup sicherstellen. Und wir haben am Sonntag ein Derby in Thun, das wir gewinnen müssen. Wenn ich aber unser Kader anschaue, bin ich überzeugt, dass wir nächstes Jahr erfolgreich sein können. Jeder von uns will beweisen, dass er besser ist als in dieser Saison.

Sie haben mit Paolo Collaviti nach Peter Kobel und Pascal Zuberbühler den dritten Goalietrainer in einem Jahr. Was bedeutet das für Ihre Arbeit?
Ich arbeitete mit Peter Kobel jahrelang erfolgreich zusammen. Auch unter Pascal Zuberbühler waren die Goalietrainings gut, das ist entscheidend für mich. Er ist ein positiver Typ. Wie Christian Gross polarisierte er in Bern wegen seiner Erfolge früher mit dem FC Basel. Paolo Collaviti kenne ich schon lange, das ist natürlich eine ausgezeichnete Konstellation. Und ich bin mittlerweile ein erfahrener Goalie, es darf mich nicht stören, wenn es Veränderungen im Verein gibt.

Sie werden im August 30 Jahre alt, und es ist bekannt, dass Sie das Ausland reizt. Bleiben Sie eigentlich bei den Young Boys?
YB ist mein Verein, und ich will mit YB einen Titel gewinnen. Ich habe diesem Klub viel zu verdanken und bin dankbar, Nationalspieler zu sein und 11 Länderspiele bestritten zu haben. Meine Arbeit hier ist nicht beendet...

...und wie nehmen Sie als Captain und Identifikationsfigur Einfluss auf Vorfälle wie die Undiszipliniertheiten von Raul Bobadilla und Pascal Doubai, die gegen Luzern nach Unsportlichkeiten vom Platz flogen?
Ich habe mit Ihnen gesprochen. Wir waren alle sehr motiviert, wollten gegen Luzern gewinnen und Rang 2 angreifen. Es war bitter, nach langer Zeit guter Leistung noch zwei Tore zu erhalten. Bobadilla und Doubai sind impulsive Spieler, ihre Emotionen sind oft gut für uns. Sie wissen selber, dass sie sich und dem Verein geschadet haben. Aber ich bin sicher, dass sie für uns noch sehr wertvoll sein werden.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/13072710

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Sonntag 15. Juli 2012, 18:16 
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Wölfli: ''Sind noch näher zusammengerückt''




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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Montag 20. August 2012, 10:31 
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Marco Wölfli: «Es fehlt mir eine gewisse Linie»

Marco Wölfli wurde in Sitten wenig geprüft und dennoch per Freistoss bezwungen. Der YB-Captain kommentiert die umstrittenen Entscheide und sinniert über die Ausgangslage in der Meisterschaft.

Mindestens ein Punkt wäre für YB gegen Sion drin gewesen. Warum hat es nicht ganz gereicht?
Marco Wölfli: Zuallererst, weil wir kein Tor geschossen haben. Es ist aber doppelt ärgerlich: Wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt und stehen jetzt mit leeren Händen da.

Ihr Unmut scheint aber nicht nur ob der eigenen Leistung aufzukommen.
Nein, gerade beim Schiedsrichter fehlte mir eine gewisse Linie bei der Einordnung der Fouls. Es war ein hartes, umkämpftes Spiel mit vielen taktischen Foulspielen, doch es wurde nicht mit den gleichen Ellen gemessen. Wenn wir in einer aussichtsreichen Vorwärtsbewegung gestoppt werden, muss auch der Gegner einmal die Gelbe Karte sehen.

Wie sahen Sie die umstrittenen Szenen im Strafraum?
Sogar aus meiner Distanz fand ich es klar regelwidrig, wie Alex (Farnerud) vorne im Strafraum gestoppt wurde. Wie und warum Bobadilla fiel, habe ich schlecht gesehen und kann ich somit nicht beurteilen. Aber eben, es sind mehr die erwähnten Kleinigkeiten, welche ich dem Schiedsrichtergespann ankreide.

Nach dem Freistosstor durch Crettenand regten Sie sich kurze Zeit fürchterlich auf. Was war genau geschehen?
Das tue ich immer, wenn ich ein Tor kassiere (schmunzelt). Viel abzuwehren gab es in dieser Situation nicht. Die Mauer stand gut, war mit vier Mann ausreichend und sprang ja auch hoch. Der Schuss war dann sehr platziert, ich kam zu spät.

Und was besprachen Sie in einer der Trinkpausen mit Schiedsrichter Sascha Kever?
Das Erwähnte. Ich regte mich in diesem Moment gerade auf, dass der Schiedsrichter und seine Assistenten auf die Sittener Stürmer reagierten, die ziemlich schnell fielen.

Es war, trotz enorm hohen Temperaturen, ein ziemlich schnelles Spiel. Gehörte es zum Plan, so zielstrebig loszulegen?
Das ergab sich so, denke ich. Beide Mannschaften spielten ziemlich unbeschwert nach vorne, die Zuschauer haben ein gutes Spiel gesehen. Ich finde, ein Unentschieden wäre durchaus gerecht gewesen.

Den Anschluss ans Spitzentrio Sion, Basel und St.Gallen hat man mit der Niederlage im Wallis nun ziemlich verloren.
Das ist so, wir hätten im Direktduell punkten müssen. Bald spielen wir ja auch gegen Basel, aber es warten jetzt zuerst einmal ebenso wichtige Spiele in der Europa League. Ich sehe in diesem Team sehr gute Ansätze. Und die Saison geht noch lang. Heute erlitten wir eine empfindliche Niederlage, aber ich bin noch immer zuversichtlich, dass wir eine gute Saison spielen werden.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/27751227

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Dienstag 13. November 2012, 16:55 
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so das wars dann wohl mit der nationalmannschafts karriere für wölfli, ausser der basler spacko erhält von den ferienkickern aus tunesien noch ein paar faule eier.


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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Samstag 17. November 2012, 17:21 
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Die Projektionsfläche der Ungeduldigen

Lange Zeit spielte Marco Wölfli auf konstant hohem Niveau. In dieser Saison aber schwächelte der Captain des Öfteren. Ist die YB-Identifikationsfigur ein Opfer der ständigen Turbulenzen im Klub?

Das Jahr 2012 ist für Marco Wölfli und seine Teamkollegen nicht weniger turbulent verlaufen als das Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr wollten sie den Rückstand auf Leader Basel verringern. Stattdessen gerieten sie nach vielversprechendem Rückrundenstart in eine Abwärtsspirale. Den Preis bezahlten Trainer Christian Gross und seine Gefolgsleute Laurent Hagist und Pascal Zuberbühler: Sie wurden Anfang Mai entlassen. Am Schluss der Meisterschaft hatte YB zwar das Minimalziel, die Qualifikation für die Europa League, sichergestellt.

Doch zufrieden waren weder die Spieler noch der Vorstand noch die Sponsoren. Und schon gar nicht die Fans. Wölfli, zusammen mit Christoph Spycher das Sprachrohr der Mannschaft, versprach nach der kurzen Sommerpause Besserung. «Jeder von uns will beweisen, dass er besser ist als in der letzten Saison.»

Bisher hinkt der Goalie seinen Ansprüchen hinterher. Ihm unterliefen in den letzten vier Monaten etliche offensichtliche Fehler:

• 15. Juli, St. Gallen - YB 1:1: Dem Ausgleichstor der St. Galler geht eine missglückte Faustabwehr Wölflis voraus.

• 30. August, YB - Midtjylland 0:2: Wölflis Fehlgriff bei einer Flanke ermöglicht den Dänen das zweite Tor.

• 2. September, Luzern - YB 1:2: Ein hoher Cornerball segelt über Wölfli hinweg, Puljic erzielt per Kopf den Anschlusstreffer.

• 21. Oktober, GC - YB 3:2: Wölfli lässt Hajrovics nicht sonderlich platzierten Aufsetzer aus 16 Meter ins Netz gleiten. GC führt 2:0.

• 3. November, Basel - YB 2:0: Wölfli schiesst einen Abschlag an Yapis Oberarm, der Ivorer nützt die Gelegenheit sofort und bezwingt den YB-Goalie mit einem satten Schuss zum 1:0.

• 8. November, Udinese - YB 2:3: Wölfli wehrt einen hohen Bogenball nur ungenügend ab, Di Natale profitiert vom Aussetzer und erzielt das zwischenzeitliche 1:1. Auf der anderen Seite der Leistungsskala stehen die Abwehr eines Foulelfmeters und zwei Glanzparaden in der Schlussphase.

«Solche Dinge musst du als Goalie aushalten können»

Die Patzer beim Torhüter Nummer 2 der Schweiz sorgen für viel Diskussionsstoff auf den Zuschauerrängen und in Internetforen. Und sie lassen auch Ottmar Hitzfeld nicht unberührt: In Abwesenheit von Diego Benaglio setzte der Nationaltrainer diese Woche beim Testspiel Tunesien - Schweiz auf Yann Sommer, die Nummer 3. An der Hierarchie werde zum jetzigen Zeitpunkt nicht gerüttelt, beeilte sich Hitzfeld anzufügen.

Wölfli wäre nicht mehr Wölfli, hätte er nach der Rückkehr aus Tunesien eine Polemik entfacht. Er sei lange genug im Geschäft, um einschätzen zu können, was im Moment abgehe, sagt er. Es sei normal, dass über seine Leistungen diskutiert werde. «Solche Dinge musst du als Goalie aushalten können.» Er wisse ja selber, dass er Fehler gemacht habe. Der gebürtige Solothurner lässt keine Zweifel offen, dass er sich stark genug fühlt, um aus der Baisse zu finden: «Ich lasse mich wegen zwei, drei schwächeren Partien nicht aus dem Konzept bringen.» Nun kommt der kämpferische Marco Wölfli zum Vorschein, der sich nach Rückschlägen immer wieder hochgerappelt hat. Wölfli sei stark im Kopf, sagt Sportpsychologe Jörg Wetzel, der etliche Jahre mit dem Vorzeigeathlet des BSC YB zusammengearbeitet hat.

Zuberbühler und «der Wolf»

Fakt ist: Die äusserst turbulenten Zeiten, die der Klub seit Sommer 2010 durchlebt, sind nicht spurlos an Wölfli vorbeigegangen. Mit der Ankunft von Christian Gross und seinem Gefolge wehte im Stade de Suisse ein anderer, rauerer Wind. Zuberbühler, der Peter Kobel als Goalietrainer ersetzte, wollte aus Wölfli «einen Wolf» machen. Er wünschte sich einen YB-Torhüter, der auf dem Platz dominant auftritt. Gross verkündete die exakt gleiche Botschaft. Erstaunlich war, wie schnell der Trainer Wölfli öffentlich kritisierte. Für den Gescholtenen war das eine ungewohnte Erfahrung. Gross’ Vorgänger Andermatt und Petkovic hatten sich immer vor den Captain gestellt. «Wir haben Marco zur unbestrittenen Nummer Nummer 1 gemacht», erinnert sich Kobel. Der gebürtige Bümplizer hat Wölfli sieben Jahre lang trainiert und kennt ihn besser als jeder andere. Der Wechsel im Staff habe Wölfli mehr zu schaffen gemacht, als er zugebe. «Marco ist ein sensibler Typ. Er braucht die hundertprozentige Rückendeckung des Trainers.»

Seit dem Amtsantritt von Martin Rueda hat Wölfli diese wieder. Rueda, Assistenztrainer Thomas Häberli und Goalietrainer Paolo Collaviti vermeiden es tunlichst, sich negativ über den in die Kritik geratenen Captain zu äussern. «Der Wolf» stecke «in einer schwierigeren Phase», deshalb erachte er es als seine wichtigste Aufgabe, «ihm ein gutes Gefühl zu geben», sagt Collaviti. Marco klebe derzeit das Pech an den Handschuhen. «Das erlebt jeder Torhüter mindestens einmal in seiner Karriere.»

Zu schwere Last?

Wölfli steht in doppelter Hinsicht im Fokus. Einerseits als Torhüter, andererseits als Captain und Teamleader. «Marco muss extrem hohen Erwartungen gerecht werden», weiss Collaviti. Er sei die Identifikationsfigur und das Aushängeschild eines Klubs, der seit über 20 Jahren einem Titel nachrenne. Wird dem 30-Jährigen nicht etwas gar viel aufgebürdet? Collaviti verneint, wünscht sich aber «mehr Spieler, die Leadership übernehmen». Zuberbühler findet, Wölfli befinde sich «als Leitwolf in einer enorm schwierigen Situation, weil er sich immer wieder bestätigen muss». Wölfli hat sich entschieden, diese Herausforderung anzunehmen. «YB ist mein Klub.» Bis 2015 läuft sein Vertrag. Und es macht nicht den Anschein, als wolle der Captain den Dampfer vorzeitig verlassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 13:32 
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«YB wird wieder Bern»

YB-Captain Marco Wölfli sieht sein Team auf dem richtigen Weg – und spürt Aufbruchstimmung und Vertrauen.

Marco Wölfli, ist es nicht frustrierend, sich mit YB wieder im Niemandsland zu bewegen?
Klar, uns fehlt seit langer Zeit ein Titel, das ist das grosse Manko. Aber wir sind trotzdem nicht im Niemandsland. Es geht in die richtige Richtung, YB wird wieder Bern. Die Leute in der Führung sind bodenständig, mit Fredy Bickel holte der Verein einen versierten Sportchef. Trainer Martin Rueda hatte es zu Beginn seiner Amtszeit in Bern sicher nicht einfach, aber er macht einen super Job. Er bringt Fachwissen und Sozialkompetenz mit. Und die ganze Mannschaft hält zusammen. Ich bin überzeugt, das kommt gut.

Sie haben schon einige Umwälzungen erlebt mit den Young Boys. Weshalb soll es ausgerechnet jetzt gut kommen?
Ich spüre, dass die YB-Familie wieder da ist. Vom Verwaltungsrat über die sportliche Leitung bis zur Marketingabteilung ist diese Aufbruchstimmung festzustellen. Mir ist bewusst, dass das Zeit braucht, dass viel von der Mannschaft abhängt, ob wir in Ruhe arbeiten können. Ich habe ein gutes Gefühl.

YB transferierte Goalie Roman Bürki vor dem Rückrundenstart definitiv zu GC. Empfinden Sie das als Vertrauensbeweis von YB?
Es freut mich, dass der Verein damit zeigt, dass er hinter mir steht. Und ich will dieses Vertrauen mit Leistung zurückzahlen. Fussball ist ein Geben und Nehmen. Roman Bürki hat mit GC eine hervorragende Vorrunde gezeigt. Letztes Jahr kämpfte er noch gegen den Abstieg und hatte sicher keine einfache Zeit. Er hat einen grossen Schritt vorwärts gemacht, aber im Fussball zählt nicht ein halbes Jahr, man muss sich immer wieder bestätigen. Roman hat alle Voraussetzungen für eine grosse Karriere.

Wie beurteilen Sie Ihre Karriere? In der Nationalmannschaft scheint Yann Sommer hinter Diego Benaglio die Nummer 2 übernommen zu haben. Können Sie über ihre Degradierung offen reden?
Das ist doch keine Degradierung. Ich bin ein Teamplayer, und was zählt, ist mit der Schweiz an der WM in Brasilien dabei zu sein. Wir sind sehr gut in die WM-Qualifikation gestartet, und ich erachte es als Wertschätzung, dass ich in den letzten vier Jahren stets für die Nationalmannschaft aufgeboten wurde. Mein Ziel ist es, mit Leistung dem Trainer den Entscheid, wen er aufstellt, möglichst schwer zu machen. Ich werde den Medien sicher keine Gelegenheit geben, um irgendwelche Polemik zu entfachen. Das bringt gar nichts, das ist nicht meine Art.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/YB ... y/28075704

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