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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 25. November 2010, 13:05 
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Der Bund, 25.11.2010

Nef und Wölfli bekennen sich zu YB

YB baut fleissig an der Mannschaft der Zukunft. Gestern gab der Klub bekannt, dass Marco Wölfli und Alain Nef ihre Verträge um mehrere Jahre verlängert haben. Der Goalie unterschrieb einen Kontrakt bis 2015. Wölfli ist nicht nur der dienstälteste YB-Spieler, sondern gleichzeitig auch Teamleader und wichtigste Identifikationsfigur. «Wir wissen, was wir an Wölfli haben, und sind froh, dass wir die Zusammenarbeit fortsetzen können», liess sich Benno Oertig, Verwaltungsratspräsident der YB-Betriebs-AG, gestern in einer Medienmitteilung zitieren. Der Captain werde die Entwicklung bei YB in den nächsten Jahren massgeblich prägen, so der Investor weiter. Für Trainer Vladimir Petkovic ist die Weiterverpflichtung von Wölfli ein starkes Zeichen der Klubleitung.

Wölfli zog eine längerfristige Bindung an YB einem Engagement im Ausland vor. «Ich habe immer gesagt, dass ich nicht einfach ins Ausland wechsle, damit ich im Ausland gewesen bin», sagte Wölfli. Sollte irgendwann ein Grossklub aus einer der grossen europäischen Ligen anklopfen, würde sich der Nationalgoalie die Sache nochmals gründlich überlegen. «Der Verein wird mir in diesem Fall keine Steine in den Weg legen.»

Auch Alain Nef setzt in den nächsten Jahr auf Gelb-Schwarz. Der Zürcher hat sich mit YB über einen definitiven Vertrag bis 2015 geeinigt. Er war Ende August leihweise von Udinese zu den Bernern gestossen. Der 28-Jährige fand sich schnell in der neuen Umgebung zurecht. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Emiliano Dudar bildete er zusammen mit François Affolter ein zumeist sehr gut harmonisierendes Innenverteidiger-Duo. Nef, der die letzten drei Jahre zumeist in Italiens Serie B verbrachte, sagte gestern zu seinem Bekenntnis zu YB: «Der Klub hat es mir leicht gemacht, mich zu integrieren. Zudem gefällt esmir und meiner Familie sehr gut in Bern.»

Marco Wölfli, Alain Nef, Scott Sutter, der kürzlich seinen Vertrag verlängerte, und Christoph Spycher sollen eine zentrale Rolle spielen bei der Umsetzung der ambitionierten Ziele, die der Verein unter der neuen Führung hegt.

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 25. November 2010, 14:18 
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ein gelungener satz von herrn oertig:

Zitat:
«Ich denke, Marco hat gemerkt, was in Bern im Entstehen begriffen ist.»

:roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 16. Dezember 2010, 10:41 
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Berner Zeitung, 16.12.2010

YB-Goalie Wölfli: «Aufregend, anstrengend»

Vor dem letzten Gruppenspiel in Getafe weist Goalie Marco Wöfli darauf hin, welch grosses Ziel YB mit der Qualifikation für den Sechzehntelfinal der Europa League erreicht habe.

Wie bereitet sich ein Fussballprofi auf ein Spiel wie jenes von YB am Donnerstag in Getafe vor, dessen Bedeutung zumindest auf den ersten Blick nicht besonders gross ist?
Jedenfalls sicher nicht wie auf eine Strafaufgabe. Als Fussballer will man internationale Partien bestreiten. Jetzt können wir das einmal mehr. Noch dazu in Spanien, einem der grossen Fussballländer. Ausserdem tun wir das mit dem Wissen, ein grosses Ziel erreicht zu haben.

Sie meinen die Qualifikation für den Sechzehntelfinal der Europa League?
Genau. Jeder, der die Young Boys in den letzten Jahren verfolgte, weiss, wie lange wir auf das Ziel hingearbeitet haben, in der Europa League zu überwintern. Das haben wir nun erreicht, noch dazu vor dem letzten Gruppenspiel. Manchmal habe ich das Gefühl, nicht alle um uns herum sind sich bewusst und wissen zu schätzen, was wir erreicht haben.

Weshalb sagen Sie das?
Im Vergleich zu jenen in der Champions-League-Qualifikation gingen unsere Leistungen in der Europa League fast ein wenig unter. Klar spielten wir nicht gegen die ganz grossen Gegner, aber wie gesagt: Es ist für einen Schweizer Klub nicht selbstverständlich, nach der Winterpause noch international vertreten zu sein.

Am Freitag wird ausgelost, auf welches Team YB im Sechzehntelfinal Mitte Februar trifft. Haben Sie einen Wunschgegner?
Ich hoffe, wir sind um 13 Uhr, wenn die Auslosung beginnt, schon zu Hause (lacht). Ich habe mich mit den möglichen Gegnern noch nicht besonders stark befasst. Bei den vielen Mannschaften aus Osteuropa ist es gut möglich, dass wir auf einen Gegner aus dieser Region treffen. Das wäre dann sportlich eine schwierige, für die Fans jedoch keine besonders attraktive Aufgabe.

Für Sie und Ihre Teamkollegen geht am Donnerstag eine intensive Vorrunde zu Ende. Wie froh sind Sie über die Pause?
Wegen der WM waren meine Ferien im Sommer sehr kurz, daher freue ich mich auf den Unterbruch. Die Pause kommt aber vor allem unseren jungen Spielern gelegen. Für sie war das letzte halbe Jahr mit den vielen Spielen und Reisen aufregend, aber auch sehr anstrengend. Ihnen tut es gut, haben sie jetzt ein wenig Zeit, die Eindrücke zu verarbeiten.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/YBGoalie-Woelfli-Aufregend-anstrengend/story/14663495

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Freitag 17. Dezember 2010, 11:50 
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Blick, 17.12.2010

Wölfli fordert neue Spieler!

GETAFE - Fragezeichen YB. Auch Trainer Vladimir Petkovic wirkte bei der Einordnung dieses 0:1 in Getafe ratlos.

«Solche Spiele muss man einfach gewinnen», sagte der YB-Coach dezidiert. «Das darf auswärts auf diesem Niveau einfach nicht passieren, dass man derart viele Möglichkeiten versiebt.» So weit, so klar.

Und auch die Ursache machte der Schweiz-Kroate glasklar aus: «Es fehlte die letzte Konsequenz, das Tor unbedingt machen zu wollen, den Ball reinzudrücken, auch aus wenigen Zentimetern.»

Was heisst das? Fehlt schlicht die Qualität? Kommt YB ohne neuen Spieler auf keinen grünen Zweig mehr? Petkovic: «Wir haben die Offensivspieler zur Verfügung, um die Tore zu machen. Sie müssen sich bloss noch steigern.»

Und Verstärkungen? Macht der Coach nun Druck auf Boss Ilja Kaenzig und auf die gestern abwesenden Verwaltungsräte Oertig/Rihs/Rihs – sie konnten mit ihren Privatjets wegen des Schneechaos´ in der Schweiz nicht starten. «Schauen wir, was nächste Woche passiert», so Petkovic.

Klarer war da Marco Wölfli. «Konkurrenzkampf schadet nie», so der Kommentar des Captains zu möglichen Verstärkungen. Doch auch er schiebt nach: «Aber die Spieler, die wir haben, waren gut genug, um gegen Fenerbahce, Stuttgart und Odense zu gewinnen. Immerhin haben wir uns qualifiziert.»

Der Goalie machte die mangelnde letzte Konzentration als Ursache für das 0:1 aus. Zudem das zu Unrecht aberkannte Ausgleichstor in letzter Minute von Marco Schneuwly – Ref Vink hatte ein Drücken von Alain Nef gesehen. Nichtsdestotrotz durften sich die Spieler nach dem durchzogenen Auftritt im Madrider Vorort ins schillernde Nachtleben der Hauptstadt stürzen.

Nein – und doch ja. Einmal hü und einmal hott. Ja, aber… YB gibt viele Fragezeichen auf. In der Winterpause gibt es einiges zu klären. Kaenzig ist gefordert!

http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/woelfli-fordert-neue-spieler-162873

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 16. Februar 2011, 13:10 
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Eins zu Eins: Zu Besuch bei den YB-Goalies




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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 17. Februar 2011, 10:13 
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Blick, 17.02.2011

Marco Wölfli über den Gegner in der Europa-League

«Zenit ist gleich stark wie Tottenham»

BERN - Zenit St. Petersburg. Ein Monument, das sich heute (21.05 Uhr) vor YB auftürmt. Doch YB-Keeper Marco Wölfli freut sich auf die Russen.

Es gibt drei Gründe, die YB als Hoffnungsbasis für eine Überraschung gegen den russischen Meister für sich in Anspruch nehmen darf:

Zenit startet erst im März in die Meisterschaft. YB hat im Stade de Suisse diese Saison kein Europacupspiel verloren, zuletzt gabs vier Siege in Folge. Und die Russen dürften die kleinen Schweizer – ganz ihrer Mentalität entsprechend – auf die leichte Schulter nehmen.

So wie Tottenham. Die Londoner kamen in Bern beim 2:3 mit einem blauen Auge davon – und stürmen nun die Champions League.

Wölfli warnt: «Zenit hat nicht den Namen von Tottenham. Aber die St. Petersburger sind gleich stark.»

Der Keeper freut sich auf Meira, Kerschakow und Co.: «Für solche Spiele trainieren wir doch das ganze Jahr.» Und die russische Überheblichkeit? «Gegen die hätten wir nichts einzuwenden.»

Doch selbst ohne diese: «Wir haben gegen die Spurs, Fenerbahce und Stuttgart gezeigt, wozu wir fähig sind. Wir glauben an unsere Chance.»

Das Rezept? «Vollgas geben. So banal das auch klingen mag.»

http://www.blick.ch/sport/fussball/europaleague/zenit-ist-gleich-stark-wie-tottenham-166836

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Freitag 18. Februar 2011, 17:55 
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Marco Wölfli im «Mittelpunkt»




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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Sonntag 20. März 2011, 08:12 
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Der Bund, 19.03.2011

Sofia ist noch unendlich weit weg

Marco Wölfli wird in einer Woche beim Länderspiel in Bulgarien unerwartet im Rampenlicht stehen. Der YB-Goalie befasst sich trotzdem nur mit dem Heimspiel am Sonntag gegen Luzern.

Diego Benaglio zwickts im Rücken. Deshalb muss er für das EM-Qualifkationsspiel gegen Bulgarien forfait geben. Profiteur ist die aktuelle Nummer zwei der Schweizer Nationalmannschaft, Marco Wölfli. Er wird am 26. März in Sofia zwischen den Pfosten stehen, falls nicht noch etwas Unvorhergesehenes passiert in den nächsten Tagen. Für den YB-Goalie ist das Rendezvous in der bulgarischen Hauptstadt noch weit weg. Er konzentriere sich gedanklich «voll und ganz auf den Match vom Sonntag gegen Luzern», sagt er. Eine andere Aussage hätte erstaunt. Wölfli ist nach über 250 Super-League-Spielen für YB und Thun bestens vertraut mit den Mechanismen des Profifussballs. Diese sehen nicht vor, dass man sich öffentlich mit einem nicht unmittelbar bevorstehenden Spiel auseinandersetzt. «Es mag banal klingen, doch ich schaue wirklich nur von Match zu Match. Weiter vorausschauen bringt effektiv nichts», entgegnet Wölfli.

Das SMS von Hitzfeld

Gesprächiger wird Wölfli, wenn man ihn auf Ottmar Hitzfeld anspricht. Der 28-jährige Grenchener beschreibt Hitzfeld als menschlichen Trainer, der viel mit den Spielern kommuniziere. Bei den Zusammenzügen suche er das persönliche Gespräch, während der Meisterschaft verschicke er hie und da nach einem Spiel ein SMS. Wölfli schätzt diese kurzen Feedbacks. Sie geben ihm das Gefühl, wichtiger Bestandteil der nationalen Auswahl zu sein.

Hitzfeld weiss, dass er sich auf Wölfli verlassen kann. Am 14. Oktober 2009, beim entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Israel in Basel, sprang der 9-fache Internationale kurzfristig für den erkrankten Benaglio ein – und machte seine Sache tadellos. Nichts zuschulden kommen liess sich der YB-Akteur auch im letzten Herbst, als er gegen Montenegro und Wales den verletzten Wolfsburger-Keeper ersetzte. Diese Einsätze wie auch jene in der Champions-League-Qualifikation gegen Fenerbahçe und Tottenham haben das Selbstvertrauen des italienisch-schweizerischen Doppelbürgers gestärkt. «Ich bin wieder einen Schritt weitergekommen in meiner Entwicklung», sagt er. Er sei noch «einen Tick ruhiger in heissen Situationen». Auch beim Stellungsspiel habe er das eine oder andere verbessern können. Der Weg zum «perfekten Goalie» sei aber immer noch lang, fügt Wölfli eiligst an. Der perfekte Torhüter setzt sich für ihn aus zwei mittlerweile im Ruhestand lebenden Schlussmännern zusammen. «Eine Kombination von Oliver Kahn und von Fabien Barthez.»

Zurück auf die Bühne Europas

Zurück zur Gegenwart. Die heisst Super League, 25. Spieltag, YB - Luzern. Es ist das Aufeinandertreffen des Dritt- und Viertklassierten, die derzeit durch zwei Punkte getrennt sind. YB, das in der nächsten Saison unbedingt wieder auf europäischer Ebene mittun will, bietet sich die Chance, die Innerschweizer erstmals zu überholen im laufenden Meisterschaftsbetrieb.«Unser Ziel ist es, noch möglichst viele Punkte zu holen bis Ende Meisterschaft», umschreibt Wölfli die Ambitionen, die YB nach dem Ausscheiden aus dem Titelrennen definiert hat. Auf die Stimmung innerhalb des Teams angesprochen nach dem Ausscheiden in der Europa League und im Schweizer Cup, sagt der Goalie: «Wir sind näher zusammengerückt.» Wer der angesprochenen Gruppe diese Woche beim Training zuschaute, erhielt in der Tat nicht den Eindruck, es handle sich um eine Ansammlung von heillos zerstrittenen Individualisten. Es wurde viel gelacht, gefeixt und gewitzelt. Keine schlechte Voraussetzung, um den Herbstmeister zu schlagen morgen Sonntag.

http://www.derbund.ch/bern/Sofia-ist-no ... y/11180233

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Dienstag 22. März 2011, 15:00 
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Berner Zeitung, 22.03.2011

«Entweder Poulet oder König»

Heute fängt für das Schweizer Fussball-Nationalteam die Vorbereitung auf Bulgarien an – Goalie Marco Wölfli erklärt seine Aufgabe und seinen Charakter.

Der Mann ist die Ruhe selbst. Es ist früh am Montag, um 8 Uhr schon kehrt Marco Wölfli ins Stade de Suisse zurück, ein paar Stunden nach dem 3:1-Sieg mit YB gegen Luzern. Er sitzt im Coop-Restaurant, hat eine Zeitung und ein Birchermüesli vor sich – und ist zufrieden.

Der 28-Jährige verabschiedet sich an diesem Morgen aus Bern, um sich auf den Samstag vorzubereiten. Dann steht er in Sofia im Tor, wenn die Schweizer ihr kapitales EM-Ausscheidungsspiel gegen Bulgarien bestreiten. Nach der verletzungsbedingten Absage von Diego Benaglio steht Wölfli vor seinem zehnten Länderspiel.

Marco Wölfli, Sie sagen selber von sich, kein Mann der spektakulären Worte zu sein . . .
. . . ja . . .

. . . wir bieten Ihnen jetzt die Möglichkeit dazu.
(Lächelt) Danke, ich verzichte gern. Ich bin gut gefahren damit, wie ich es handhabe. Einzig das Leistungsprinzip ist für mich massgebend. In den Zeitungen herumposaunen, das ist nicht mein Stil. Es geht auch nicht darum, eine Show zu machen. Für die Galerie brauche ich nicht durch die Gegend zu hechten. Ich muss nur den Ball abwehren.

Ist diese Sachlichkeit eine Taktik? Oder ein Wesenszug?
Ich bin einfach so. Ich will authentisch sein. Wenn ein anderer das Gefühl hat, verbal Schlagzeilen liefern zu müssen, ist das nicht meine Sache, solange es mich nicht betrifft.

Haftet stillen Charakteren im Fussball schnell einmal das Etikett des Langweilers an?
Ich spiele nicht Fussball, um in den Medien zu erscheinen, sondern weil es mir Spass macht.

Sind Sie ganz privat auch so ruhig?
Ruhig trifft es nicht ganz. Ich lache gern, auch über mich selber, ich mache gern Spässe. Mir ist es wichtig, dass man im Leben nicht immer alles zu ernst nimmt. Ich teile aus, kann auch gut einstecken.

Sie sind ein Typ, der austeilen kann?
In meiner Funktion als Captain und Goalie von YB bin ich verpflichtet, der Mannschaft zu helfen. Dafür ist meine Position auch geeignet. Ich muss die Kollegen auffordern, dirigieren, manchmal auch wecken. Sonst laufen sie zuweilen in die unmöglichsten Richtungen.

Werden Sie neben dem Platz auch einmal laut?
Das kommt vor. Alles entscheidend ist für mich Ehrlichkeit. Als Captain habe ich den Vorteil, eng mit dem Trainer zusammenzuarbeiten, und ich muss das Gespür entwickeln, wie ich mit den verschiedenen Charakteren umgehen muss. Der eine erträgt es, wenn ich laut werde, bei einem anderen ist es besser, wenn ich ihm unter vier Augen meine Meinung sage. In unserem Sport ist es so: Mit optimaler mentaler Verfassung lässt sich am meisten herausholen. Ich sah schon viele Riesentalente, aber zum Durchbruch reichte es ihnen trotzdem nicht – weil sie irrtümlich das Gefühl hatten, schon viel weiter zu sein. Das hat vor allem mit der Verfassung im Kopf zu tun.

Wie sehr hilft dabei Ihre Arbeit mit dem Sportpsychologen Jörg Wetzel?
In erster Linie geht es um den Austausch mit einer Vertrauensperson und nicht darum, Fehler aufzuarbeiten. Beistand diesbezüglich brauche ich keinen. Psychologie ist sowieso ein Gebiet, das mich interessiert. Manchmal merke ich, wie schnell sich mit Bemerkungen ein Spieler verunsichern lässt, nur schon im Training.

Kann man Sie mit Sprüchen auch verunsichern?
Nein. Ich bin stark genug.

Aber aufregen können Sie sich.
Wegen Unehrlichkeit. Das kommt in diesem Business leider oft vor. Und mit Nörglern, die ständig nur das Negative sehen, kann ich auch nichts anfangen. Ich analysiere daheim auf DVD allein die Spiele. Mache ich einen Fehler, ist es nur wichtig: Was lerne ich daraus? Korrigieren kann ich ihn ja nicht mehr. Aber schlaflose Nächte habe ich keine deswegen. Ich studiere sicher nicht tagelang daran herum.

Wie sehr trifft Sie Kritik?
Als ich jünger war, nahm ich sie mir mehr zu Herzen. Aber wer ehrlich mit sich selber ist, der weiss, wenn ihm etwas misslungen ist. Es ist bei einem Goalie oft so: Entweder ist er das Poulet oder der König. Ein Stürmer kann zehnmal das Tor nicht treffen. Gelingt ihm das aber in der 90. Minute, ist er der Gefeierte. Glücken einem Goalie zehn Paraden und unterläuft ihm in der 90.?Minute ein Missgeschick, ist einzig das hinterher das Thema.

Es ist das Los der Torhüter.
Genau das ist das Extreme, die Herausforderung und das Schöne für mich. Es ist eine Kunst, sich nicht nervös machen zu lassen und die Konzentration ständig hoch zu halten.

Sie sind 28-jährig. Erstaunt es Sie, dass Sie immer noch in der Super League spielen?
Ich kann es selber steuern. Wenn ich unbedingt weg möchte, könnte ich initiativ werden. Ich hatte jedes Mal ein gutes Gefühl, als ich bei YB den Vertrag verlängerte.

Ist es für Sie die Erfüllung, die Karriere bei YB zu verbringen?
Es ist nicht so schlecht. Als ich 2003 zurückkehrte nach Bern, ging es stetig aufwärts. Ich wurde Nationalspieler, Captain bei YB, ich merkte, dass ich vorwärtskam. Ich stagniere nicht. So banal es klingt: Ich will mich wohlfühlen und glücklich sein. Bei YB sind diese Voraussetzungen gegeben. Das Ausland muss ich nicht erzwingen. Ich muss den Berater auch nicht bitten, Gerüchte zu streuen.

Bei YB haben Sie Ihren Status, im Nationalteam kennen Sie Ihre Rolle auch: Sie sind die Nummer 2 hinter Diego Benaglio. Wie gut können Sie das akzeptieren?
Wer aufgeboten wird, will spielen, das ist das logische Ziel. Diego ist momentan die Nummer 1, er hat zuletzt eine super WM gespielt. Eine andere Wahl, als dem Coach die Entscheidung möglichst schwer zu machen, habe ich nicht. Den Anspruch will ich im Training zeigen, nicht via Zeitung.

Herrscht zwischen Ihnen und Benaglio kein spezielles Rivalenverhältnis?
Wir kommen gut klar zusammen. Ich muss nicht gegen Diego kämpfen, sondern für mich. Ich bin ehrgeizig genug, dem Trainer zu signalisieren: Ich bin bereit. Mit dem anderen Goalie kann ich so genau gleich ein gutes Verhältnis pflegen. Wenn ich bei YB drei-, viermal nacheinander schlecht spiele, kommen automatisch Diskussionen auf und wird gefragt: Wann spielt Ivan Benito? Das ist ganz normal.

Seit letztem Donnerstag wissen Sie, dass Sie in Sofia spielen. Ändert das in Ihrer Vorbereitung irgendetwas? Sind Sie eine Spur nervöser, weil es ein kapitales Spiel ist?
Mein Umfeld ist vermutlich nervöser als ich. Die Situation ist ja nicht grundlegend neu. Ich habe in meiner Karriere schon einige wichtige Spiele bestritten.

Ist die Akzeptanz in der Nationalmannschaft die gleiche wie bei YB?
Ich ändere meinen Stil nicht, egal, ob der Verteidiger vor mir Nef oder Grichting heisst. Als Goalie muss ich laut sein, dann spüren die Vorderleute: Da steht einer hinter ihnen, der Sicherheit gibt.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/13707864

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Dienstag 22. März 2011, 15:56 
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Blick, 22.03.2011

Wölflis grosse Ziele

Der Wölfli muss in Sofia zum grossen bösen Wolf werden. Privat ist Marco das pure Gegenteil.

Kein Gegentor in Sofia

Hochzeit mit Manuela

Wölfli (28) ist kein Falschmünzer. Der Grenchner ist ein besonnener Mensch, respektvoll, anständig. Und Privates soll das bleiben, was es ist: privat. Dieses Unterfangen gelingt ihm leidlich gut, auch ohne PR-Berater. «Ich bin eine öffentliche Person, das weiss ich. Dennoch halte ich gewisse Dinge unter dem Deckel.»

Wer also ist dieser Keeper, der sich als Solothurner in Bern derart wohl fühlt, dass er seinen Vertrag bei YB bis 2015 verlängert hat? «Ich bin sehr bodenständig», sagt Wölfli. «Fussball ist Showbusiness. Ich versuche darin schlicht ehrliche Arbeit abzuliefern.» Die innere Kraft dazu gibt ihm neben Mentaltrainer Jörg Wetzel, mit dem er seit sechs Jahren zusammenarbeitet, vor allem Freundin Manuela (27). «Wir verstehen uns prächtig, lachen viel, führen aber auch ernste Gespräche. Das ist wichtig.» Spürt man aus diesen Worten heraus, dass bald die Hochzeitsglocken läuten?

Marco weicht aus: «Es kann gut sein, dass wir eines Tages heiraten.» Und Nachwuchs? «Unbedingt. Ich liebe meine Familie. Und ich freue mich auf eine eigene Familie.»

Und sonst? Wölfli schaut gerne Filme. «Zuletzt habe ich «Shutter Island» mit Leonardo DiCaprio gesehen. Ein grossartiger Streifen.» So grossartig wie Marcos Lieblingsessen, die Lasagne von Mamma Girolama, einer Sizilianerin: «Die ist Weltklasse, Manuela kopiert sie immer besser.»

Und Wölfli selbst? Immerhin hat er als 15-Jähriger eine Schnupperlehre als Koch gemacht. «Man kann mich als Hobby-Koch bezeichnen.» Seine beste Speise: Wok à la Wolf. Eine asiatische Pfanne mit Poulet- oder Rindsgeschnetzeltem und Gemüse.

In der Nati ist Wölfli bereit, wenn Diego Benaglio fehlt. So wie jetzt, da die Nummer 1 mit einer Lendenwirbelentzündung ausfällt. Oder wie beim 0:0 gegen Israel im Oktober 2009. Die Schweiz qualifizierte sich für die WM in Südafrika – auch dank Wölfli. «Mein bisher wichtigstes Nati-Spiel», sagt er.

In Bulgarien steht das nächste ungemein wichtige an. «Ich bereite mich gleich vor wie immer. Ich habe ja auch schon den einen oder anderen wichtigen Match hinter mir. Nein, Druck verspüre ich nicht.» Wölfli wäre nicht Wölfli, würde er sich deswegen verrückt machen lassen.

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