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 Beitrag Verfasst: Montag 9. August 2010, 20:09 
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Ufene Art ischs ja scho so, ds geng nur vo Basu und Züri us dräckelet isch worde... Das wird me itz äuä de vo YB ou viu meh ghöre und de het de YB dr Sympathiebonus ou nümm lang. Guet äbä was wott me... Sympathie oder Title... aber weme sech när natürlech dSympathie mau verspiut und schlussändlech gliich nüüt useluegt, hesch de angers dr zwöit gmacht.


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 Beitrag Verfasst: Montag 9. August 2010, 21:59 
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Beiträge: 3822
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Ich könnte kotzen.......

http://www.boutique-football.com/?101A0A2A87165143642

So verspielt man Sympathien in Bern Herr Oertig. Das haben Sie toll hingekriegt! :angryfire:

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 Beitrag Verfasst: Montag 9. August 2010, 23:23 
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Die Kommerzialisierung des Fussballs wird so schön weitergetrieben. Von wegen Tradition, Leidenschaft, Herzensverein... alles nichts mehr wert in der Gesellschaft von Heute. YB soll zB Tamoil Bern (vgl. Salzburg) heissen und das Stadion Tamoil Arena. YB Fans sollen nicht mehr tollen Fussball geboten bekommen, sondern einfach nur noch Konsument sein. Ticketpreise, wie wir sie bei internationalen Spielen kennen, sind Vergangenheit, sie werden in die Höhe schnellen. Hauptsache die Investoren sind zufrieden. Die Fans werden mit gekauften Meisterschaften bei Laune gehalten. Die Chef-étage wird sagen: "Was wollt ihr? Bern sehnte sich jahrelang nach einem Titel, nun habt ihr sie! Seid gefälligst zufrieden!"
Gelockt von den Erfolgen werden neue Fans den Weg ins Stadion finden. Man kann sie Modefans nennen, wie auch immer.
Die Chef-étage besteht nicht mehr aus Berner sondern Al Ghamdi's, Ghaddafi's u.s.w.

Das sind alles Horrorszenarien.... hoffen wir, sie werden nie eintreten!!!

NEIN zur Kommerzialisierung des Fussballs, Herr Kaenzig!!!!


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 08:35 
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Blick, 10.08.2010

«YB wurde Zweiter, weil ein Kaenzig fehlte»

BERN - YB-Boss Stefan Niedermaier muss seinen Stuhl räumen. VR-Boss Oertig: «Letzte Saison wurden wir Zweiter, weil ein Ilja Kaenzig fehlte.»

Was für ein Hammer in Bern! Niedermaier (48) weg, Kaenzig (37) da. Was ist passiert? Stefan Niedermaier radelt am Montagmorgen nichtsahnend ins Stade de Suisse. Dort trifft er die anwesenden Investoren, die ihn über den Entscheid informieren.

Um 11.30 Uhr dann die Pressekonferenz. Verwaltungsrat Benno Oertig sagt: «Letzte Saison wurden wir Zweiter, weil ein Ilja Kaenzig fehlte.» Vom ehemaligen BLICK-Sportchef wird erwartet, dass er den Klub an die nationale Spitze führt. Und im europäischen Klub-Fussball zu einem Dauergast macht.

Unter Kaenzig will Bern hoch hinaus: Das Stade de Suisse soll überdacht werden. Die Hauptstadt will Zürich in Sachen Events überflügeln. Ein Event-Tempel der Superlative – und Spitzen-Fussball. Kaenzig kriegt noch mehr Macht als Niedermaier schon hatte. Ein Super-Manager!

Die nötige Kompetenz hat YBs neuer Super-Manager. Vor seinem medialen Abstecher führte er Bayer Leverkusen und Hannover 96, wo er auch das Stadion leitete.

Das Fussball-Wissen ist genau jenes grosse Plus, das Niedermaier fehlte. Der Quereinsteiger wollte zu Beginn seiner YB-Verpflichtung einen «Mister YB» installieren, sagte: «Ich verstehe zu wenig von Fussball.»

Nur Titel bleibt Niedermaier verwehrt

Sportlich findet YB unter ihm zwar auf die Erfolgsspur ­zurück. Nur der ersehnte Titel bleibt ihm verweigert. Die Zuschauerzahlen steigen von durchschnittlich 14 140 in der Saison 2005/06 auf 22 650 in der letzten Saison. Die Events im Stade de Suisse sind erste Sahne: AC/DC, Pink und Bruce Springsteen rockten in Bern.

Die Liebe der Berner zum einst skeptisch empfangenen Quereinsteiger Niedermaier ist über die Jahre gewachsen. Er hat die Herzen der Fans gewonnen, sich stark gemacht für eine lebendige Fan-Kultur, die Nähe der Anhänger gesucht.

Warum er trotzdem gehen muss? Der Macher aus Thun hat ein Problem mit den Investoren. Er hat sich mit ihnen überworfen. Ein Machtkampf mit VR-Präsident Oertig hat ihn wohl den Kopf gekostet – deshalb der brutale Abgang.

Kaenzig will frühestens im Winter einen Transfer tätigen

Kaenzig soll nun den ersten Meistertitel seit 1986 nach Bern bringen. Was darf man von ihm erwarten? Sicher keine unüberlegten Transfers. Kaenzig: «Wir werden frühestens im Winter wieder zuschlagen. Man hat in Istanbul gesehen, was YB drauf hat. Da muss man ansetzen. Wir müssen dafür sorgen, dass wir unsere PS auch auf die Strasse bekommen.»

http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/yb-umsturz-152886

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 08:41 
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Berner Zeitung, 10.08.2010

Der Neue ist bestens vernetzt

Ilja Kaenzig, der neue Mister YB, verfügt über viel Erfahrung im Fussball – ist aber zum Beispiel in Hannover gescheitert.

Er gilt als einer der grössten Schweizer Fussballkenner – und blickt mit erst 37 Jahren auf eine beeindruckende Karriere zurück. Zwischen 1994 und 1998 arbeitete der damalige BWL-Student Kaenzig bei GC als Assistent des mächtigen Sportchefs Erich Vogel und als Transferkoordinator. «Das war eine spannende Zeit», sagt Kaenzig, «ich habe viel gelernt.» Auch Fredy Bickel, später bei YB und heute beim FCZ erfolgreicher Sportchef, arbeitete damals, mit knapp über 20 Jahren, bei GC im Management.

Calmund als Förderer

Später wurde Kaenzig beim Bundesligisten Leverkusen zwischen 1998 und 2004 von Managerlegende Reiner Calmund gefördert und arbeitete als Geschäftsführer Fussball, ehe er als Geschäftsführer zu Hannover 96 wechselte. «Kaenzig sollte in einem schwierigen Umfeld eine Kapitalgesellschaft aufbauen, aber nach gutem Start arbeitete er relativ glücklos und wurde am Ende entlassen», sagt Michael Richter, der für den «Kicker» über Hannover 96 schreibt. Die Kostenseite hatte Kaenzig bei seiner Arbeit in Hannover pikanterweise nicht restlos im Griff, und er agierte auch bei Trainerwechseln und Spielertransfers nicht immer überzeugend.

Ilja Kaenzig ist aber im Fussballbusiness bestens vernetzt und verfügt über viel Wissen. Zuletzt arbeitete er als «Blick»-Sportchef, und zumindest das nicht ideale Verhältnis der Young Boys zum Boulevard könnte jetzt erheblich verbessert werden.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Der-Neue-ist-bestens-vernetzt/story/21933163?dossier_id=449

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 08:46 
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Berner Zeitung, 10.08.2010

Chronologie eines turbulenten YB-Nachmittags

Ilja Kaenzig soll zum neuen «Mister YB» werden und den Verein zu Titeln führen.

Montag Vormittag, 9.56 Uhr. Die Einladung zur Medienkonferenz, an der über «wichtige Veränderungen in der Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion AG» orientiert werden soll, «die auch den Fussballklub BSC Young Boys betreffen», löst Rätselraten aus. Am Vorabend sind die Young Boys in der neuen Saison angekommen, haben bei den Grasshoppers in Zürich nur eine halbe Woche nach der Sensation von Istanbul den ersten Dreier geholt. In Berns Fussballkreisen macht sich mal wieder Zuversicht breit. Was ist nun bloss wieder los bei den Young Boys, dass die krisenerprobte Contractmedia von Sacha Wigdorovits für sie zur Medienkonferenz lädt?

Stade de Suisse, 11.30 Uhr: Die Journalisten warten und spekulieren gemeinsam weiter. «Weisst du schon mehr?» Auf dem Podium wird noch rasch ein weisses Tischtuch über das Rednerpult gebreitet, dann treten Benno Oertig, Andy Rihs und Hans-Ueli Rihs auf, Verwaltungsräte der Sport & Event Holding AG, Besitzerin des Stade de Suisse und des BSC Young Boys. In ihrem Schlepptau ein vierter Mann: Ilja Kaenzig. Wieso sitzt der Sportchef des «Blicks» auf dem Podium und nicht in den Reihen der Journalisten?

Ilja Kaenzig ist der neue starke Mann bei YB und im Stade de Suisse. Voller Stolz präsentieren die Verwaltungsräte den Mann, für den sie die Stelle eines Delegierten des Verwaltungsrates geschaffen haben, eine «neue Stelle, die über allem steht». Mit Kaenzig, der fast zehn Jahre in leitenden Positionen in der Bundesliga arbeitete, sei YB ein Top-transfer gelungen, gibt sich Rihs überzeugt: «Ilja Kaenzigs Ausweis für diesen Job ist in der Schweiz einzigartig.»

Kaenzig soll im Stade de Suisse Phase 3 zünden, die VR-Präsident Benno Oertig so beschreibt: «Die dritte Phase heisst Konzentration Fussball.» Es gehe in nächster Zeit «um die letzten fünf bis zehn Prozent, die uns weiterbringen werden». Laut Andy Rihs solle YB «vom Herausforderer zum Titelkandidaten werden, und dies nicht nur in der Schweiz». Dafür will Kaenzig «zu jeder Tages- und Nachtzeit 100 Prozent» für YB geben, wie er im Gespräch sagt. «Wir wollen in allen Bereichen perfekt werden: sportlich und kommerziell, im Grossen und im Kleinen.» Es sei Zeit für den Schritt auf den Thron. Dafür wolle er Strukturen schaffen, die zu nachhaltigen Erfolgen führen: «A priori muss YB nicht verstärkt werden. Es geht darum, das Potenzial konstant abzurufen.»

Zunächst werde Kaenzig neben seinem neuen Job noch zwei Wochen für den «Blick» tätig sein, ab dem 23.August steht er den Young Boys voll zur Verfügung. Über zwei weitere Personalia wird auch noch informiert: Daniel Seiler übernimmt die kaufmännische Leitung des Stade de Suisse und des BSC YB, der bisherige Verkaufsleiter Daniel Hinz den neu geschaffenen Bereich Sales und Marketing.

Während die Stimmung auf dem Podium locker ist, geflachst und optimistisch in die Zukunft geschaut wird, wirken einige Journalisten konsterniert. Was ist eigentlich mit Stefan Niedermaier, der in seinen fünf Jahren als CEO bei YB und im Stade de Suisse den komplizierten Strukturen im Wankdorf ein Gesicht gab? Letzten Donnerstag erst, bei der Rückkehr aus Istanbul, hatte er sich über «den bedeutungsvollsten Erfolg seit Jahren» gefreut und vom schönsten Tag seiner fünfjährigen Amtszeit gesprochen.

In den Ausführungen während der offiziellen Konferenz geht Stefan Niedermaier, der persönlich nicht anwesend ist, beinahe vergessen. Andy Rihs nennt ihn im ersten Anlauf «Herr Maier», als er bekannt gibt, dass man sich von ihm in gegenseitigem Einvernehmen trenne und dass er dem Verein noch sechs Monate als Berater zur Verfügung stehe. Mit einem dürren Satz wird Niedermaier in der Medienmitteilung für «die in den letzten fünf Jahren geleistete Aufbauarbeit» gedankt.

«Niedermaier erhielt vor fünf Jahren den Auftrag, im Stade de Suisse in den Bereichen Infrastruktur, Sicherheit und Betrieb funktionierende Strukturen aufzubauen. Er ist aber nicht der Fussballexperte, den es für die nächste Phase braucht», sagt Benno Oertig am Rande der Medienkonferenz. Das hektisch wirkende Vorgehen täusche, man verfolge eine langfristige Strategie. Der Zeitpunkt der Verpflichtung Ilja Kaenzigs habe damit zu tun, dass dieser genau jetzt zu haben sei.

Und Kaenzig? Dieser sagt, er wolle in Bern eine Identifikationsfigur werden. Sein Vater sei «Berner und heute der stolzeste Mensch auf der Welt». Bis die stolzen Berner Fans Ilja Kaenzig als einen der ihren anerkennen, dürfte es ein bisschen länger dauern.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Chronologie-eines-turbulenten-YBNachmittags/story/26817502

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 09:21 
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Der Bund, 10.08.2010

Wie es zum Eklat bei YB kam

Der Fussballmanager und «Blick»-Sportchef Ilja Kaenzig soll YB und das Stade de Suisse zu neuen Zielen führen. Der bisherige Stadion-Chef Stefan Niedermaier muss über die Klinge springen – «in gegenseitigem Einvernehmen».

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Stadion und YB sollen in die «dritte Phase» eintreten: Benno Oertig, Andy und Hans-Ueli Rihs, Ilja Kaenzig. (Adrian Moser)

Der Termin ist kurzfristig angesetzt worden. Im Medienraum des Stade de Suisse werden noch Mikrofone getestet und Tischtücher ausgelegt, als die Medienleute schon erwartungsvoll auf ihren Stühlen sitzen. Niemand hat auch nur eine Ahnung, welche «wichtigen Veränderungen» kommuniziert werden.

Es gehe um «einen wichtigen Personalentscheid», hebt Andy Rihs schliesslich an. Rihs ist wie sein Bruder Hans-Ueli Mitbesitzer der Sport und Event Holding AG, der sowohl das Stadion wie auch der Fussballklub BSC Young Boys gehören. Neben den Rihs-Brüdern sitzt Verwaltungsratspräsident Benno Oertig. «Wir öffnen nach der Pionierphase eine neue Türe», sagt Andy Rihs, nun strebe die Unternehmung eine stärkere Professionalisierung an. «Wir sind keine Fussballexperten», sagt er über den Verwaltungsrat, «aus Freude am Fussball haben wir ins Nationalstadion investiert.»

Für den nicht anwesenden Stadion-CEO Stefan Niedermaier, den bisherigen starken Mann, ist es ein bitterer Moment. «Wir trennen uns von ihm im gegenseitigen Einvernehmen», so Rihs. Niedermaier stehe dem Verwaltungsrat noch sechs Monate «zur Verfügung».

Eine «viel stärkere Konzentration auf den Fussball» kündigt Benno Oertig an. Angestrebt werde eine «Professionalität, wie man sie in der Schweiz selten sieht», man werde sich mit ausländischen Klubs messen. Auf Nachfrage sagen die Verantwortlichen, bezüglich Spielertransfers, Strukturen und Kontakten zur Fussballwelt wolle man sich steigern. Dafür habe man erstmals den Posten eines Delegierten des Verwaltungsrates geschaffen.

Fussballmanager mit Ambitionen

Der Mann, der all das leisten soll, sitzt ebenfalls am Tisch: Ilja Kaenzig, Fussballmanager und «Blick»-Sportchef (siehe Kasten). Er habe Respekt vor der grossen Erwartungshaltung, gesteht der 37-Jährige, doch werde er bei seiner Arbeit gut unterstützt. «Es ist ein Karriereschritt, wie es ihn in der Schweiz wohl noch nie gab.» Auch Kaenzig geizt nicht mit ambitionierten Zielen: «Wir wollen Erfolg, wir wollen perfekt sein, wir orientieren uns am Weltmassstab, nicht nur an Schweizer Verhältnissen.» Das Stade de Suisse müsse weiterentwickelt werden.

Eher wortkarg reagieren die Verantwortlichen auf die Frage, weshalb der Bisherige, Stefan Niedermaier, offenbar diesem Anforderungsprofil nicht genüge. «Wir sagen nichts zur Trennung», so Andy Rihs. Niedermaier habe in den fünf vergangenen Jahren seit der Eröffnung des Stadions 2005 viel geleistet. Er habe «die zweite Phase des Wachstums eingeläutet», die nun «positiv abgeschlossen» sei, heisst es in der Medienmitteilung. Gegenüber dem «Bund» tönt Oertig am Rande der Medienkonferenz an, dass Niedermaier sein Pflichtenheft – Infrastruktur, Sicherheit und Betrieb – «hervorragend» erfüllt habe. «Aber das endet halt einmal.» Es sei eigentlich von Anfang an klar gewesen, dass der erste Abschnitt im neuen Stadion etwa fünf Jahre dauern werde.

Berner weg vom Fenster?

Niedermaier galt als Berner Integrationsfigur. Ob man das hiesige Publikum mit dieser Kaltstellung nicht vergräme, werden die Verantwortlichen gefragt. Als Beweis dafür, dass keineswegs die Zürcher den Laden übernehmen, verweist Andy Rihs auf seine bernischen Wurzeln und spricht einige Worte Berndeutsch, nicht lupenrein zwar, aber immerhin. Kaenzig seinerseits verweist auf seinen bernischen Heimatort Wiedlisbach. Und: «Ich werde mich extrem bemühen zu integrieren.» Was zähle, seien «Liebe und Emotion».

Benno Oertig skizziert gegenüber dem «Bund», wohin die Reise führt. Angestrebt wird eine Hochphase «von 20 bis 30 Jahren wie bei Bayern München». Es gebe eine Aufwärtsspirale: Mehr Erfolg spüle mehr Geld in die Kasse, und damit kaufe man wiederum bessere und teurere Spieler, was erneut mehr Erfolg bringe. Oertig sagt, dass das knappe Verfehlen des Meistertitels schon bedauerlich sei: «Wir hätten den Pokal gerne berührt.» Daran wolle man arbeiten. «Wir wollen nachhaltigen Erfolg.» Dafür habe man das Stadion gebaut, ohne diesen Erfolg stehe eine Firma samt dem Stadion «auf Sand». Seitens des Verwaltungsrats gebe es «keine Vorgabe», den Meistertitel unbedingt 2010/11 zu erringen, stellte Oertig klar, eine Verkrampfung beim Klub bringe gar nichts. Aber: «Der Druck kommt von der Erwartungshaltung von aussen.»


Zur Person: Ilja Kaenzig

Der 37-jährige Fussballmanager Ilja Kaenzig, geboren im luzernischen Sursee, studierte in Lausanne Betriebswirtschaft. 1994 sprach er bei GC-Chef Erich Vogel vor, um ihm – anhand selbst entwickelter Bewertungen aus einer ausgeklügelten Kartei – Spieler anzubieten. Vogel interessierte sich mehr für ihn und stellte ihn ein. Drei Jahre lang war er bei den Grasshoppers für Transfers verantwortlich und lernte die komplexe Materie kennen. Dazu schloss er das BWL-Studium ab.

1998 heuerte er bei Bayer 04 Leverkusen als Chef der Nachwuchsabteilung an und stieg wenige Monate später zum Koordinator Gesamtfussball auf. Lange galt er als Schützling seines Chefs, des Schwergewichts Reiner Calmund («Loss m’r jet esse jonn»). 2002 wurde Kaenzig zum Manager befördert.

Schon 2004 ging Kaenzig als Manager zum Fussballclub Hannover 96. Im November 2006 trennten sich Kaenzig und der Club vorzeitig. Er soll sich mit Hannover-Chef Martin Kind verkracht haben. Kind ist Besitzer einer Kette von Hörgerät-Fachgeschäften – eine Parallele zu Andy Rihs, dem Phonak-Hörgeräte-Hersteller und YB-Mitbesitzer.

Kaenzig war Kolumnist bei «Blick am Abend». Der Ringier-Verlag ernannte ihn Mitte Februar 2010 zum Sportchef der «Blick»-Gruppe. Kaenzig ist für die einen das «Wunderkind des Fussballs». Kritiker zählen ihn laut der «Süddeutschen Zeitung» zur Liga der «naseweisen Theoretiker». In Interviews hat er Verständnis geäussert für Investoren, die Fussballclubs aufkaufen wie Firmen und durch geschicktes Management ihren Wert vervielfachen. Er verfügt über ein grosses Netzwerk zu Fussball-Persönlichkeiten, Lobbygruppen und Industriellen. Kaenzig tritt oft als Experte in Medien auf. Er spricht neben Deutsch fliessend Englisch, Französisch und Russisch. Seine Mutter ist Russin.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 09:23 
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Der Bund, 10.08.2010

Ilja Kaenzig im Interview: «Wir wollen nicht nur 95 Prozent»

Der 37-jährige Fussballmanager Ilja Kaenzig übernimmt den Chefposten bei YB und dem Stade de Suisse. Dafür gibt es einen einzigen Grund: Man will endlich einen Meistertitel. Dass er unter grossem Druck steht, scheint Kaenzig bewusst zu sein.

Ilja Kaenzig, Sie waren zuletzt in der Bundesliga tätig. Inwiefern können Sie Ihre Erfahrungen auf einen Schweizer Klub übertragen?

Ilja Kaenzig: Ich kenne den Schweizer Fussball noch von GC her, das damals der Massstab war in der Schweiz. Und inzwischen ist der Schweizer Fussball auf einem guten Weg, betreffend Infrastruktur, aber auch sportlich und vom gesellschaftlichen Wert her. Wir wollen uns aber nicht mit gut zufriedengeben, wollen nicht nur 95, sondern 100 Prozent. Und da konnte ich in Deutschland viel lernen.

YB wurde letztes Jahr Zweiter, aber das reichte offenbar nicht?

Der sportliche Erfolg steht über allem. Die Markenbildung beginnt auf dem Feld. Um YB gut zu positionieren, müssen wir auf dem Rasen erfolgreich sein.

Sie kommen, Stefan Niedermaier muss gehen.

Er hat einen guten Job gemacht. Es gibt aber immer Details zu verbessern. Wir wollen zukünftig vorangehen, immer einen Schritt voraus sein.

Er soll noch sechs Monate zur Verfügung stehen. Wann werden Sie mit ihm in Kontakt treten?

Zuerst muss sich das Ganze ein bisschen abkühlen. Der Respekt vor seiner Situation und die Anerkennung seiner Arbeit gegenüber verlangen es, dass ich ihn nicht gleich anrufe. Ich hoffe aber, dass sich der Kontakt in den kommenden ­Wochen automatisch ergeben wird.

Der Zeitpunkt kommt sehr überraschend. Hatte man gehofft, dass es für YB auch in der letzten Woche schlecht laufe?

Es braucht alle, um gemeinsam sportlichen Erfolg zu haben, auf Misserfolg hat man nicht gehofft. Für den Entscheid brauchte es keinen sportlichen Grund.

Wie lange standen Sie bereits in Kontakt mit dem Verwaltungsrat?

Übertrieben gesagt seit vier Jahren. Damals war YB aber noch in einem anderen Stadium, hatte gerade angefangen im neuen Stadion. Konkret wurde es erst in letzter Zeit. Und wie üblich in dieser Branche ging es dann ziemlich schnell.

Wenn Sie sich nun so stark um die sportlichen Belange kümmern, wird da Sportchef Alain Baumann nicht überflüssig?

Wir werden Transferentscheide als Team fällen, nicht als Einzelkämpfer. Es geht ja darum, Voraussetzungen zu schaffen, dem Trainer die besten Möglichkeiten zu geben. Gemeinsam mit Alain Baumann werde ich an der Strategie arbeiten, die uns an Basel und Zürich vorbeibringt. YB hat sich als Herausforderer etabliert. Wir wollen den Meister schlagen, und zwar nicht nur mit einem Lucky Punch, sondern die Frage ist, wie wir dies regelmässig abrufen können.

Von Ihren Beziehungen erwartet man einiges. Haben Sie bereits einen neuen Spieler in der Hinterhand?

(Lacht.) Nein.

http://www.derbund.ch/bern/Ilja-Kaenzig-im-Interview-Wir-wollen-nicht-nur-95-Prozent/story/13045411

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 09:27 
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Der Bund, 10.08.2010

Kommentar: Nicht nur Zeitpunkt wirft Fragen auf

Stadion-Chef Stefan Niedermaier muss gehen. Neuer Manager wird der 37-jährige Ilja Kaenzig. Dies weil der Verwaltungsrat am Erfolg gerochen hat und nun, so scheint es, mehr will.

Die Ankündigung der Medienkonferenz kam überraschend. Ebenso überraschend war der Inhalt der Veranstaltung: Ilja Kaenzig kommt als VR-Delegierter, Stadion- und YB-CEO Stefan Niedermaier muss gehen. Die Young Boys waren gerade wieder auf Erfolgskurs gekommen, in der Champions-League-Qualifikation wie in der Super League. Niedermaier war guter Dinge. Nun hat man sich «in gegenseitigem Einvernehmen» getrennt.

Der Zeitpunkt wird vom Verwaltungsrat damit begründet, dass Ilja Kaenzig nicht früher verfügbar gewesen sei, weil er bei Ringier noch den Newsroom habe aufbauen müssen. Doch erst am 23. August übernimmt dort sein Nachfolger. Nicht nur deshalb wirft die Art und Weise der Kommunikation Fragen auf.

Die Einladung zur Orientierung kam nicht etwa von YB- und Stade-de-Suisse-Pressechef Albert Staudenmann, sondern von der Contract Media AG, einer Kommunikationsfirma von Sacha Wigdorovits. Offenbar vertraute man in dieser Angelegenheit auch den eigenen Leuten, die ebenfalls erst gestern informiert wurden, nicht (mehr). Sind also weitere Personalrochaden nur eine Frage der Zeit?

Mit den jüngsten Erfolgen hatten die Young Boys die kritischen Stimmen, die nach dem schlechten Saisonstart aufgekommen waren, verstummen lassen. Das Einläuten der «dritten Phase» hätte in einem günstigeren Moment als so kurz nach Saisonstart und mitten in der Champions-League-Qualifikation erfolgen können, ja müssen. Warum also gerade jetzt?

Der Leistungsausweis von Stefan Niedermaier, der seinen Posten räumen muss, kann sich durchaus sehen lassen: Drei Mal wurde YB in seiner Zeit als CEO Vizemeister, der Umsatz und die Anzahl Saison-Abos wurden gesteigert, die Young Boys wurden wieder wer. Musste er gehen, weil er zu mächtig und populär war? Oder gab es einen anderen Vorfall (z. B. den Fall V+F), der ihn den Kopf kostete?

Der Verwaltungsrat hat am Erfolg gerochen und will nun, so scheint es, mehr. Verwaltungsratspräsident Benno Oertig hat mit seinen Worten, wohin der Weg führen soll, die Latte hoch gesetzt. Darauf müssen nun Taten folgen, denn daran wird man ihn in Zukunft messen. Ob diese Schuhe nicht eine Nummer zu gross sind?

http://www.derbund.ch/bern/Kommentar-Nicht-nur-Zeitpunkt-wirft-Fragen-auf/story/19740020

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 10. August 2010, 09:38 
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20min.ch, 10.08.2010

Knall bei YB: Niedermaier muss gehen, Kaenzig kommt

BERN. Unerwarteter Machtwechsel bei YB: Der bisherige CEO Stefan Niedermaier muss gehen, Ilja Kaenzig kommt und muss für sportlichen Erfolg sorgen.

YB hat ein funktionierendes Stadion, aber das reicht nicht. «Jetzt beginnt die dritte Phase, die Konzentration auf den Fussball», sagt Benno Oertig. Der Aktionär und VR-Präsident der Sport & Event Holding AG, der das Stade de Suisse und YB gehören, erklärt: «YB hat ein Image. Das ist zu verbessern. Wir wollen nicht ewiger Zweiter sein.» Die Aktionäre peilen nun den nachhaltigen sportlichen Erfolg an.

Diesen soll Ilja Kaenzig bringen. Der Innerschweizer mit Berner Wurzeln – («Mein Vater ist Berner») – war bis jetzt Sportchef beim «Blick». Zuvor war der 37-Jährige als Manager bei den Bundesligisten Bayer Leverkusen und Hannover tätig gewesen. Kaenzig hat klare Vorstellungen: «YB muss auch nächste Saison international dabei sein.» National soll nach den 2. Plätzen in den vergangenen drei Jahren der Titel her. «Aber nicht durch einen Lucky Punch.»

Kaenzig will bei YB «keine One-Man-Show». Sportchef Alain Baumann brauche es etwa weiterhin. Mit Trainer Vladimir Petkovic hat sich der neue Boss schon ausgetauscht. «Es war ein guter Kontakt.» Trotz dem Fehlstart in der Meisterschaft – der erste Sieg wurde am Sonntag bei GC (2:1) realisiert – will Kaenzig nicht noch schnell vor Transferschluss Spielerkäufe tätigen: «Das Transferfenster interessiert mich erst im Winter.» Spätestens dann dürften bei YB weitere Personalwechsel anstehen. Peter Berger

«YB hat ein Image. Das ist zu verbessern. Wir wollen nicht ewiger Zweiter sein.»

Benno Oertig

Der Verwaltungsrats-Präsident fordert nachhaltigen sportlichen Erfolg.

Der «Mister YB» hat ausgedient

BERN. Am 1. August 2005 hatte Stefan Niedermaier (47) seine Tätigkeit als Stadion-Manager aufgenommen. Der Thuner wurde in dieser Zeit zum «Mister YB». Nun wird vermutet, dass er einen Machtkampf gegen Aktionär Benno Oertig verloren hat. Niedermaier gab keine Stellungnahme ab. Die zweite Phase, der Aufbau der Infrastruktur und des Betriebs im Stade de Suisse, sei nach fünf Jahren abgeschlossen, begründete Oertig den Wechsel. Jetzt wird sportlicher Erfolg verlangt. «Niedermaier war ein kaufmännischer Direktor, aber kein Fussballexperte», so Oertig. Die kaufmännische Leitung des Stade de Suisse und des BSC YB übernimmt nun Daniel Seiler (44). Der bisherige Verkaufsleiter Daniel Hinz leitet die neuen Bereiche Sales und Marketing. pbt

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