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 Beitrag Verfasst: Dienstag 25. Januar 2005, 01:07 
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Ist Servette gerettet?

GENF - Marc Roger präsentierte einen potentiellen Investor der 17 Millionen überweisen will. Aber: Wird das Geld auch wirklich in die Vereinskasse fliessen?
Der libanesische Geschäftsmann Joseph Ferraye wohnt seit Jahren in Genf und will dem Klub sofort mit 17 Millionen Franken unter die Arme greifen. 10 Millionen sollen schon heute Dienstag fliessen.

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«Monsieur Ferraye engagiert sich mit 20 Millionen Franken pro Jahr», verkündete Roger in Anwesenheit des neuen Hoffnungsträgers. «Er steuert 20 Millionen zum Bau eines neuen Centre de Formation bei. 15 Millionen fliessen in die Stiftung des Stade de Genève. Damit können die Schulden bei der Firma Zschokke beglichen und die Bauarbeiten abgeschlossen werden.» Roger würde als Ferrayes Vertrauensmann an der Spitze des Klubs bleiben.

Die freudige Nachricht sorgte unter den zahlreich erschienenen Spielern und Fans für Applaus. Doch als der Retter das Wort ergriff, wurde die Euphorie von Skepsis abgelöst. Der 60-jährige Ferraye stellte sich als Erfinder eines Systems zur Löschung von brennenden Erdölfeldern vor, das 1991 im Golfkrieg in Kuwait angewandt wurde. Die Erfindung ist mehrere Milliarden wert. Ferraye hat bisher allerdings nicht davon profitiert. Seit 10 Jahren kämpft er um einen Anteil von 5,941 Milliarden Dollar, der zu Unrecht in den Besitz eines Genfer Notars geraten sei.

Angeblich ist das juristische Hickhack nach einer Reihe von Prozessen mittlerweile so weit, dass Ferraye eine Milliarde Dollar erhalten soll. Ferraye hat angeordnet, dass 17 Millionen Franken auf das Konto der Aktiengesellschaft Servette FC SA überwiesen werden. Die ausstehenden Löhne würden innert 48 Stunden bezahlt. Wenn tatsächlich alles so kommt, wie von Roger und Ferraye versprochen, kann Servette dem Termin vor dem Genfer Tribunal am 31. Januar gelassen entgegenblicken. Dort wird in erster Instanz über die Zukunft des Klubs entschieden und im schlechtesten Fall der Konkurs verhängt.

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 25. Januar 2005, 21:44 
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Spieler stellen Servette Ultimatum

GENF – Wenn bis Mittwochabend keine konkreten Rettungsaussichten bestehen, wollen die Servette-Spieler den Trainingsbetrieb einstellen.
Die Spieler, die seit Monaten ohne Lohn in Genf ausharren, glauben nicht an die angekündigte Rettung durch den am Montag von Mehrheitsaktionär Marc Roger vorgestellten libanesischen «Milliardär» Joseph Ferraye.

Zwar bestätigte dessen Anwalt in einem Communiqué, dass Ferraye mehr als fünf Milliarden Franken zustehen, die von einem Genfer Notar blockiert würden, doch die versprochenen 17 Millionen waren am Dienstagabend nicht in die Vereinskasse der Servettiens geflossen.

Auch Roger «boykottiert» Training

Servette-Boss Marc Roger erschien einen Tag nach seiner Ankündigung, den Verein gerettet zu haben, nicht zum Mannschaftstraining. Der Südfranzose wird sich wohl demnächst von seiner Servette-Aktienmehrheit trennen müssen. Die von Droz vertretene Gruppe hat bereits angekündigt, ihm ein Angebot machen zu wollen.

blick.ch


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 Beitrag Verfasst: Dienstag 25. Januar 2005, 22:01 
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Hallo, bin ich nicht ein guter Märchenerzähler ?

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 26. Januar 2005, 01:31 
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aber eis muess me ihm lah...

är isch "chef-cheque-id-kamera-ha"... :shock:


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 26. Januar 2005, 11:41 
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NZZ, 26.1.2005

«Immer kränker»
Kein Geld - Servette der nächsten Illusion beraubt

bir. Die Verwirrung war von allen Augen abzulesen, und doch keimte Hoffnung. «Wissen Sie», sagte der Servette-Co-Trainer Stefano Ceccaroni am späten Montagabend in den Gängen vor dem Klubsekretariat, «wir haben seit Monaten kein Geld gesehen. Da halten wir uns an allem fest.» Wenige Minuten vorher hatte der Servette-Präsident Marc Roger mit viel Pomp Joseph Ferraye vorgestellt, der den maroden Klub mit einer Finanzspritze von 147 Millionen Franken retten wolle. Auch Ceccaroni hörte zu, klammerte sich an einen dünnen Strohhalm, aber brachte die Zweifel nicht weg, die bald Gewissheit wurden. Einige Spieler sprachen von «zwei Minuten des Glücks». Roger inszenierte eine verrückte Nummer, einen (letzten?) Akt, dem jeglicher Realitätssinn abging. Ferraye bezahlt heute keine 10 Millionen, er wird es auch morgen nicht tun. Die Optionen für Roger haben sich auf eine einzige reduziert: den Abgang - auf welche Weise auch immer. Mit dem Auftritt am Montag hat er das letzte Vertrauen verspielt. Seine Anwältin Marguerite Fauconnet soll vor der Kamera eines Genfer Lokalfernsehens schier zusammengebrochen sein.

Der Notar Pierre Mottu, der gemäss Ferraye im Besitz mehrerer seiner Milliarden Franken sein soll, spricht vom «totalen Wahnsinn». Er habe nicht einen Centime, der Ferraye gehöre, sagt Mottu. «Ich arbeitete in den neunziger Jahren für Ferraye. Wir kämpften um erhebliche Summen, kamen aber nicht durch. Seit 1997 habe ich keinen Kontakt mehr mit ihm», ergänzt Mottu. Alain Rolland, Direktor der am Stadion beteiligten Warenhauskette Jelmoli, sagt trocken, dass «die Leute rund um Servette immer kränker werden». Auch Mark Schipperijn, der Präsident der Stadion-Fondation und Finanzdirektor des Genfer Baudepartements, sagt dazu: «Ich will meine Zeit nicht mit Clowns verschwenden. Das ist nur Wind und viel Blabla. Es gibt keine Vereinbarung zwischen der Fondation und Herrn Ferraye.»

Die Frage bleibt, ob sich doch noch Geldgeber finden lassen. Ende Januar entscheidet der Richter, ob der Konkurs abgewendet und in einen Nachlass umgewandelt werden kann. Das ist zu bezweifeln. Was sicherlich kontraproduktiv ist, sind irgendwelche Ankündigungen, denen keine Fakten folgen. Was Wunder, soll ein Spieler schon in den Bereich des Gefühls gekommen sein, Marc Roger tätlich anzugreifen.

* * *

Das Psychodrama rund um Servette erreicht eine Dimension, die mit der «Endphasenhitze» eines öffentlich geführten Sanierungsversuchs nicht mehr zu erklären ist. Niemand weiss, welches Spiel der Präsident Roger treibt. Man ahnt, dass sein Realitätsverlust fortgeschritten und allerhand ausser Kontrolle geraten ist. Anders ist Rogers unverfrorener Auftritt am Montag vor Medien, Spielern, Trainern und zahlreichen Servette-Anhängern im Stade de Genève nicht zu deuten. Obschon er selber kein Einsehen hat: Rogers Zeit in Genf ist abgelaufen. Der Südfranzose führt einen aussichtslosen Kampf, der zusehends peinlicher und gefährlicher wird. Für jeden möglichen Geldgeber muss gelten: sicher ohne Roger - und nur mit Fakten. Den Glauben an die Rettung haben allerdings viele verloren. Auch die Spieler, die, sollten sich bis am Mittwochabend keine reellen Rettungs-Aussichten abzeichnen, den Trainingsbetrieb einstellen wollen.


Joseph Ferraye und «das Komplott»

fcl. Die Mächte sind finster, aber Joseph Ferraye, 60-jähriger französisch-österreichischer Doppelbürger mit libanesischen Wurzeln, hat sie enttarnt - so behauptet er zumindest und verstrickt sich in eine Verschwörungstheorie erster Güte: Die französischen Behörden hätten ihn «in Komplizenschaft mit der Genfer Justiz» um 34 Milliarden US-Dollar gebracht, schreibt er auf seiner Homepage, die Teil einer Seite ist, die sich «Swiss Corruption» nennt. Dort werden die Schweizer Grossbanken, die «alle Gerichts- und Regierungsstellen kontrollieren», als Mafia bezeichnet. Im obskur-abenteuerlich geschilderten Fall habe man sich widerrechtlich seiner Erfindung - ein System zur Löschung brennender Ölfelder in Kuwait nach dem ersten Golfkrieg 1991 - bemächtigt. Der Rechtsstreit schleppt sich seit über einem Dutzend Jahre dahin. Seit 1995 wartet er auf die Auszahlung einer Teilsumme (knapp 6 Milliarden Dollar), die angeblich auf den Konten des Genfer Notars Pierre Mottu eingegangen ist und von diesem «mit Hilfe der kantonalen Behörden» zurückgehalten wird. Über andere Geldmittel, die ihm ein Engagement in dreistelliger Millionenhöhe bei Servette erlauben würden, scheint der ehemalige Textilfabrikant nicht zu verfügen.

Die Verschwörungstheorien sind abstrus. Am Telefon spricht Ferraye von zig Dokumenten, verweist auf Anwälte und bringt auch die Crédit Suisse und Rainer E. Gut ins Spiel, die ebenfalls am Komplott gegen seine Person beteiligt seien. Fussball scheint Ferraye nicht besonders zu interessieren. Noch nie aber hat «sein Fall» in den vergangenen 14 Jahren so viele Schlagzeilen erregt - der Servette FC als perfekte Plattform.

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 26. Januar 2005, 17:26 
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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 27. Januar 2005, 10:51 
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news.ch, 27.1.2005

Servette verliert seine Spieler

Die Spieler von Servette Genf warteten am Mittwoch vergeblich auf eine Reaktion auf ihr Ultimatum. Sie dürften deshalb am Donnerstag nicht mehr zum Training erscheinen. Ein Konkurs des Servette FC scheint unvermeidlich.

Am Dienstag hatten die Spieler angekündigt, sie würden den Trainingsbetrieb einstellen, wenn bis Mittwochabend keine konkreten Rettungsaussichten bestehen.
Weder Mehrheitsaktionär Marc Roger, der sich mit potentiellen Geldgebern aus Syrien getroffen haben soll, noch die Investorengruppe aus dem Nahen Osten meldeten sich bei der Mannschaft.

Solidarität unter den Spielern

Der ehemalige Internationale Massimo Lombardo rechtfertigte die Entscheidung des Teams, endlich Klarheit zu fordern: "Das Schlimmste ist die Ungewissheit. Man vergisst, dass 30 Familien von dieser Situation betroffen sind. Einige haben schwere finanzielle Schwierigkeiten."

Lombardo lobte aber die Solidarität unter den Spielern. Vor allem Captain Christian Karembeu verhielt sich in den letzten Wochen vorbildlich.

Transfers

Nun dürfte der französische Welt- und Europameister in den nächsten Tagen aber in Bastia unterschreiben, wo auch der Schweizer Internationale Bernt Haas spielt.

Nationalgoalie Sébastien Roth trainierte bereits in den letzten zwei Tagen nicht mehr in Genf, sondern in Bolton, wo er zum Probetraining eingeladen worden ist.

Konkurs

Alles deutet zurzeit auf eine Auflösung der Mannschaft hin, womit die letzten Hoffnungen auf eine Rettung und einen Verbleib Servettes in der Super League auf ein Minum sinken würden.

Am 31. Januar wird dem Genfer Handelsgericht wohl nichts anderes übrig bleiben, als den Konkurs des 115-jährigen Vereins auszusprechen.

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 Beitrag Verfasst: Freitag 28. Januar 2005, 11:39 
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Marc Roger hat Anzeige gegen eine Gruppe Servette-Fans erstattet, weil diese ihn scheinbar tätlich angegriffen haben. Roger soll am Mittwoch vor der Geschäftsstelle des Vereins von einigen Servette-Fans angegriffen und massiv bedroht worden sein. Wie er in einem Communique festhielt, konnte er seinen Arbeitsplatz nur mit Hilfe der Polizei verlassen. Weiter teilte der Südfranzose mit, dass ein Arzt ihm, aufgrund seiner nervlichen Verfassung, eine "Erholungskur" verschrieben hat.
:roll:


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 Beitrag Verfasst: Freitag 28. Januar 2005, 14:41 
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Rino hat geschrieben:
.. Gruppe Servette-Fans....



in den welschen medien wird von der "Section Grenat" als täter herumgegeistert....keine Ahnung ob es wirklich sie die täter waren, aber auf jeden fall schreiben sie nicht viel nettes über den monsieur roger im servette forum... :D


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 Beitrag Verfasst: Montag 31. Januar 2005, 17:52 
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Beiträge: 29376
NZZ, 31.1.2005

Karembeu verlässt Servette Richtung Bastia

Der Aderlass bei Servette geht weiter. Captain Christian Karembeu unterschrieb wie erwartet für fünf Monate beim französischen Lique-1-Verein Bastia. Der 34-jährige Defensivspieler war erst im vergangenen August zu den Genfern gestossen.

Karembeu, der mit Frankreich 1998 Welt- und 2000 Europameister wurde, trifft in Bastia auf den Schweizer Internationalen Bernt Haas. Er ist nach Stéphane Ziani bereits der zweite Ex-Servettien, der zu den Korsen wechselte. Bastia belegt in der Meisterschaft derzeit den zweitletzten Platz.

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