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 Betreff des Beitrags: Re: (30) Sandro Lauper
 Beitrag Verfasst: Samstag 6. Februar 2021, 13:53 
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Comeback von Sandro Lauper

Als die Menge jubelt, weint die Mutter

Der YB-Spieler und sein Umfeld mussten in den letzten zwei Jahren heftige Rückschläge verkraften. Seine Leidensgeschichte und seine sensationelle Rückkehr, zu der Laupers Starchirurg sagt: «Hollywood».

Anita Lauper kommt aus der Schwimmhalle, als sie in der Umkleide auf ihr Handy schaut und denkt: «Jesses Gott, was ist passiert?»

6. März 2020, das Coronavirus breitet sich in der Schweiz aus. Die Meisterschaft ist unterbrochen, die Young Boys testen gegen den SC Kriens. Für Sandro Lauper soll es ein letzter Schritt sein, bevor er in einem Pflichtspiel sein Comeback gibt. Nach einem Kreuzbandriss und neun Monaten Pause ist er endlich zurück.

48 neue Nachrichten zeigt das Handy von Anita Lauper an. 48, die Zahl hat sich in ihrem Gedächtnis eingebrannt. Sie scrollt runter und sieht den Namen von YB-Sportchef Christoph Spycher. Da ahnt sie: Ihr Sohn hat sich erneut verletzt. Für sie sei in diesem Moment eine Welt zusammengebrochen, wird sie später sagen.

Die erste schwere Knieverletzung zog sich Sandro Lauper im letzten Spiel der Saison 2018/2019 zu, zwanzig Minuten vor Meisterschaftsende. Hinter ihm lag ein grosses Jahr. Vom FC Thun gekommen, hatte er sich in Bern sofort etabliert. Er spielte in der Champions League, wurde zum ersten Mal Meister. Aus dem Umfeld von Nationaltrainer Vladimir Petkovic erfuhr Lauper, dass er beobachtet werde. Das Aufgebot fürs Schweizer Nationalteam schien nur eine Frage der Zeit. Dann riss das Band im rechten Knie. Während Ende Mai 2019 im ausverkauften Stadion der Meisterpokal übergeben wurde, die Menge um Anita Lauper jubelte und johlte, weinte sie.

Stephan Flückiger weiss noch genau, wie der 6. März ablief. Der 44-Jährige ist seit 2015 Athletiktrainer bei YB. Doch einen solchen Tiefschlag wie bei Laupers zweiter Verletzung, sagt er, habe er nie erlebt.

Die erste Halbzeit verfolgt Flückiger im Stadion, dann steigt er ins Auto, seine Arbeit ist getan. Daheim schaltet er den Laptop ein, die zweite Hälfte gegen Kriens sieht er sich im Livestream an. Es läuft die 55. Minute, als er mit ansehen muss, wie Lauper mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegt und sich das Knie hält. Erneuter Kreuzbandriss, wieder rechts, wieder monatelange Schufterei in der Reha. Flückiger sagt, der Vorfall habe ihn wochenlang belastet. «Sandro tat mir sehr leid.»

Das ist auch ein Aspekt dieser Geschichte: dass das Schicksal des 24-Jährigen die Menschen in seinem Umfeld fast stärker zu berühren scheint als ihn selbst. Egal, mit wem man sich unterhält, dem Arzt, der Mutter, seinen Freunden und Mitspielern, immer wieder fällt die Aussage, dass es beeindruckt gewesen sei, wie unaufgeregt Lauper sein Pech ertragen habe. YB-Goalie David von Ballmoos sagt es so: «Als ich an der Schulter verletzt war, gab es Tage, da war ich fast unausstehlich. Bei ihm habe ich solche Momente nie erlebt. Im Gegenteil: Er wirkte trotz allem immer happy.»

Lauper selbst sagt, dass er einer sei, der weder an der Vergangenheit noch an der Zukunft lange herumstudiere. Die Mutter sagt, die Laupers seien «zäh», sie erwähnt den Zusammenhalt in der Familie. Sandro Lauper hat eine ältere und eine jüngere Schwester und einen älteren Bruder. Und dann gibt es noch die Freundin, die Lauper ein paar Wochen nach der zweiten Verletzung kennen gelernt hat. Aber dazu später.

Vorab soll es um den langen Weg von Lauper gehen, von seiner zweiten schweren Verletzung bis zu seinem sensationellen Comeback in diesen Tagen, mit Toren gegen Sion und den FCZ.

Der Starchirurg

Eine Operation in Österreich, weit weg von seinem Umfeld, findet Sandro Lauper eigentlich eine blöde Idee. Das sei nicht nötig, sagt er sich. Aber der Gedanke ist in seinem Kopf, seit sein früherer Mitspieler Thorsten Schick von diesem österreichischen Kniechirurgen aus Innsbruck geschwärmt hat.

Bei Prof. Dr. Christian Fink liegt die Sportprominenz auf dem OP-Tisch: Lindsey Vonn, Aksel Lund Svindal, Giorgio Chiellini – und, seit ihn der langjährige Bayern-Clubarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt empfohlen hat, regelmässig auch Spieler von Bayern München. Die Münchner Tageszeitung «tz» nannte Fink einmal den «Kreuzband-Künstler».

«Eine solche Keule steckt nicht jeder weg.»
Sandro Laupers Arzt Christian Fink

Lauper bespricht sich mit der Familie, dem Berater, mit Frederik Sörensen, dem Teamkollegen, der sich wie Schick bei Fink behandeln liess. Er recherchiert im Internet, er will vorbereitet sein für das Gespräch mit Spycher. Eine Operation im Ausland ist eher unüblich, zumal die Versicherung dann nicht für die Behandlungskosten aufkommt. Aber die Young Boys willigen ein, sie zahlen den Eingriff. Aus der blöden Idee ist ein Termin geworden.

Es ist Montag, drei Tage nach der erneuten Verletzung, als Lauper von Spycher nach Österreich gefahren wird. Er liegt hinten, die meiste Zeit hat er die Kopfhörer im Ohr, hört Musik. Gesprochen wird nicht viel. Aber das ist auch nicht nötig. Manchmal sagt eine Geste mehr als Worte.

In Innsbruck ist Fink beeindruckt, welche Zuversicht der YB-Spieler ausstrahlt. Eine erneute Verletzung nach langer Reha nennt der Chirurg eine «maximal schwere» Situation für einen Sportler. «Eine solche Keule», sagt er, «steckt nicht jeder weg.»

Die häufigste Methode, bei Spitzensportlern das Kreuzband zu operieren, ist, einem anderen Körperteil eine Sehne zu entnehmen, etwa am Oberschenkel, und mit ihr das Kreuzband zu rekonstruieren. Bei Lauper bleiben nach dem ersten Eingriff 2019 nicht mehr viele Optionen. Fink entscheidet sich, für das Verbindungsstück einen Teil der Patellasehne aus dem gesunden linken Knie zu entfernen. Der Eingriff verläuft wunschgemäss. «Aber», sagt er, «in der Medizin gibt es nie eine hundertprozentige Sicherheit.»

Das Familienprojekt

Zurück in der Schweiz, zieht Sandro Lauper für die ersten Wochen zurück zu den Eltern nach Konolfingen. Als noch Zuschauer in den Stadien zugelassen waren und Lauper fit war, winkte er nach dem Einlaufen der Familie auf der Tribüne zu. Ein Ritual, ein letztes Versichern der Unterstützung der Liebsten.
Sandro Lauper verblüffte schon seine Kindergärtnerin mit der Gabe, sein Umfeld immer genau scannen zu können.

Anita Lauper weiss noch heute, wie sie die Kindergärtnerin einmal zur Seite nahm und ihr verblüfft erzählte, wie Sandro ganz ruhig zeichnen könne und gleichzeitig genau wahrnehme, mit welchen Spielen sich die anderen Kinder beschäftigen würden. Die Übersicht, die Ruhe am Ball sind vielleicht Laupers grösste Vorzüge als Fussballer. «Diese Gabe hatte Sandro schon als Kind», sagt die Mutter. Um dann bei diesem Abend im Dezember 2018 zu landen, als YB in der Champions League Juventus Turin besiegte und sich Sandro Mike Lauper aus Konolfingen gegen Cristiano Ronaldo behauptete.

Eine Fussballerlaufbahn ist oft ein Familienprojekt. Die Eltern fahren die Kinder ans Spiel, sie waschen die Trikots, fiebern mit. Und mit jeder Stufe, die das Kind erklimmt, steigt die Hoffnung auf eine Profikarriere. Ist es dann einmal in der Super League angekommen und dementsprechend bekannt, wird die Familie ständig auf ihr berühmtestes Mitglied angesprochen.

In erfolgreichen Zeiten ist das schön, in schlechten kann die Fragerei aber zur Belastung werden. Wobei das Anita Lauper nie so empfunden hat, wie sie sagt. Sie schätzt es, werde am Schicksal ihres Sohnes teilgenommen.

Der Reha-Partner

Im Frühling 2020 gilt es für Stephan Flückiger, die Rehabilitation zu planen. Die Young Boys entscheiden, dass Lauper die erste Phase fern des Wankdorfstadions absolviert. Er soll nicht ständig die gesunden Kollegen sehen. Dass sich die Psyche auf die Wundheilung auswirkt, ist in etlichen Studien erwiesen worden.

Nach ein paar Wochen übernimmt Flückiger. Die Spieler nennen ihn «Flügu», bei keinem klang das so schön wie bei Guillaume Hoarau, bei dem das Ü zu einem U wurde. Der Athletikcoach ist eine Bezugsperson, bei ihm können die Spieler Themen bereden, die sich mit dem Trainer oder den Teamkollegen nicht unbedingt besprechen lassen.

Lauper und Flückiger arbeiten von Montag bis und mit Samstag zusammen, die Krafteinheiten dauern drei Stunden, davor geht Lauper in die Physiotherapie, danach in die Pflege. So geht das wochenlang. Und am Abend schickt Flückiger per Whatsapp manchmal noch Links zu Übungen, mit denen sich vielleicht noch ein paar Prozente mehr herausholen lassen. «Mit wohl niemanden habe ich im vergangenen Jahr mehr Zeit verbracht als mit ihm», sagt Lauper.

Flückiger beeindruckt, dass Lauper nie jammert, sondern sich stets eine positive Herangehensweise bewahrt. Alles beim zweiten Mal noch besser zu machen, wird zu ihrem Mantra. Die Fortschritte sind beachtlich, regelmässig wird in Magglingen getestet, Lauper baut im Vergleich zur ersten Reha 2019 15 bis 20 Prozent mehr Kraft auf. Als die beiden am 19. November für einen letzten Test im Nationalen Sportzentrum oberhalb des Bielersees weilen, erzielt Lauper ein Spitzenresultat, das sogar bei den Fachleuten in Magglingen für Erstaunen sorgt. Das Verdikt: Er ist ab sofort wettkampffähig.

Flückiger ist überzeugt, dass der familiäre Rückhalt Lauper bei der Bewältigung des Rückschlags enorm geholfen habe. Zudem ist Lauper frisch verliebt.

Die Freundin

«Speziell» nennt Sandro Lauper die Episode, wie er seine Freundin kennen gelernt hat. Im April 2020 ruht der Fussball, wann der Betrieb in der Super League wieder aufgenommen werden kann, ist nicht absehbar. Rechteinhaber Teleclub organisiert ein «Fifa»-Turnier, das auf einem seiner Kanäle übertragen wird und für das jeder Club einen Spieler abstellt. Lauper vertritt die Young Boys, er zieht in den Final ein.

Noah Okafor meldet sich aus Salzburg, der Schweizer Nationalspieler will sich mit Lauper online messen. Okafor ist es auch, der Lauper in eine Whatsapp-Gruppe aufnimmt, in der sich für «Fifa»-Spiele verabredet wird. Mit dabei ist auch ein E-Sportler des FC Basel. So ergibt das eine das andere. Dessen Kollegin Melanie wird Laupers Freundin.

Lauper schätzt, dass in den Gesprächen mit Melanie der Fussball nicht das Hauptthema ist. Die Ablenkung sei wichtig, sagt er. Die Mutter findet, bei ihrem Sohn stimme derzeit einfach alles.

31. Januar 2021. Sandro Lauper steht gegen Sion erstmals nach 617 Tagen in der Startaufstellung. In Konolfingen versammelt sich die Familie vor dem Fernseher. Sie sieht, wie Lauper nach 34 Minuten das 2:1 für YB erzielt. Im 95. Ligaspiel ist es sein sechstes Tor. Und drei Tage später ist der 24-Jährige in Zürich erneut erfolgreich.

Anita Lauper weiss noch heute, wie sie die Kindergärtnerin einmal zur Seite nahm und ihr verblüfft erzählte, wie Sandro ganz ruhig zeichnen könne und gleichzeitig genau wahrnehme, mit welchen Spielen sich die anderen Kinder beschäftigen würden. Die Übersicht, die Ruhe am Ball sind vielleicht Laupers grösste Vorzüge als Fussballer. «Diese Gabe hatte Sandro schon als Kind», sagt die Mutter. Um dann bei diesem Abend im Dezember 2018 zu landen, als YB in der Champions League Juventus Turin besiegte und sich Sandro Mike Lauper aus Konolfingen gegen Cristiano Ronaldo behauptete.

Eine Fussballerlaufbahn ist oft ein Familienprojekt. Die Eltern fahren die Kinder ans Spiel, sie waschen die Trikots, fiebern mit. Und mit jeder Stufe, die das Kind erklimmt, steigt die Hoffnung auf eine Profikarriere. Ist es dann einmal in der Super League angekommen und dementsprechend bekannt, wird die Familie ständig auf ihr berühmtestes Mitglied angesprochen.

In erfolgreichen Zeiten ist das schön, in schlechten kann die Fragerei aber zur Belastung werden. Wobei das Anita Lauper nie so empfunden hat, wie sie sagt. Sie schätzt es, werde am Schicksal ihres Sohnes teilgenommen.
Der Reha-Partner

Im Frühling 2020 gilt es für Stephan Flückiger, die Rehabilitation zu planen. Die Young Boys entscheiden, dass Lauper die erste Phase fern des Wankdorfstadions absolviert. Er soll nicht ständig die gesunden Kollegen sehen. Dass sich die Psyche auf die Wundheilung auswirkt, ist in etlichen Studien erwiesen worden.

Nach ein paar Wochen übernimmt Flückiger. Die Spieler nennen ihn «Flügu», bei keinem klang das so schön wie bei Guillaume Hoarau, bei dem das Ü zu einem U wurde. Der Athletikcoach ist eine Bezugsperson, bei ihm können die Spieler Themen bereden, die sich mit dem Trainer oder den Teamkollegen nicht unbedingt besprechen lassen.

Lauper und Flückiger arbeiten von Montag bis und mit Samstag zusammen, die Krafteinheiten dauern drei Stunden, davor geht Lauper in die Physiotherapie, danach in die Pflege. So geht das wochenlang. Und am Abend schickt Flückiger per Whatsapp manchmal noch Links zu Übungen, mit denen sich vielleicht noch ein paar Prozente mehr herausholen lassen. «Mit wohl niemanden habe ich im vergangenen Jahr mehr Zeit verbracht als mit ihm», sagt Lauper.

Flückiger beeindruckt, dass Lauper nie jammert, sondern sich stets eine positive Herangehensweise bewahrt. Alles beim zweiten Mal noch besser zu machen, wird zu ihrem Mantra. Die Fortschritte sind beachtlich, regelmässig wird in Magglingen getestet, Lauper baut im Vergleich zur ersten Reha 2019 15 bis 20 Prozent mehr Kraft auf. Als die beiden am 19. November für einen letzten Test im Nationalen Sportzentrum oberhalb des Bielersees weilen, erzielt Lauper ein Spitzenresultat, das sogar bei den Fachleuten in Magglingen für Erstaunen sorgt. Das Verdikt: Er ist ab sofort wettkampffähig.

Flückiger ist überzeugt, dass der familiäre Rückhalt Lauper bei der Bewältigung des Rückschlags enorm geholfen habe. Zudem ist Lauper frisch verliebt.
Die Freundin

«Speziell» nennt Sandro Lauper die Episode, wie er seine Freundin kennen gelernt hat. Im April 2020 ruht der Fussball, wann der Betrieb in der Super League wieder aufgenommen werden kann, ist nicht absehbar. Rechteinhaber Teleclub organisiert ein «Fifa»-Turnier, das auf einem seiner Kanäle übertragen wird und für das jeder Club einen Spieler abstellt. Lauper vertritt die Young Boys, er zieht in den Final ein.

Noah Okafor meldet sich aus Salzburg, der Schweizer Nationalspieler will sich mit Lauper online messen. Okafor ist es auch, der Lauper in eine Whatsapp-Gruppe aufnimmt, in der sich für «Fifa»-Spiele verabredet wird. Mit dabei ist auch ein E-Sportler des FC Basel. So ergibt das eine das andere. Dessen Kollegin Melanie wird Laupers Freundin.

Lauper schätzt, dass in den Gesprächen mit Melanie der Fussball nicht das Hauptthema ist. Die Ablenkung sei wichtig, sagt er. Die Mutter findet, bei ihrem Sohn stimme derzeit einfach alles.

31. Januar 2021. Sandro Lauper steht gegen Sion erstmals nach 617 Tagen in der Startaufstellung. In Konolfingen versammelt sich die Familie vor dem Fernseher. Sie sieht, wie Lauper nach 34 Minuten das 2:1 für YB erzielt. Im 95. Ligaspiel ist es sein sechstes Tor. Und drei Tage später ist der 24-Jährige in Zürich erneut erfolgreich.

Laupers Comeback hätte nicht besser verlaufen können. Flückiger sagt, es sei unglaublich schön, werde Lauper für die harte Arbeit belohnt. Und aus Innsbruck meldet Christian Fink zum Einstand seines Patienten: «Hollywood». Die beiden telefonierten danach. Er freue sich riesig, sagt Fink.

Anita Lauper sagt, sie habe nach dem Spiel am Sonntag gegen Sion mehr SMS erhalten als an ihrem Geburtstag. Sie lacht.


https://www.bernerzeitung.ch/als-die-me ... 7149329199

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 Betreff des Beitrags: Re: (30) Sandro Lauper
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 10. Februar 2021, 00:02 
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 Betreff des Beitrags: Re: (30) Sandro Lauper
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 25. Februar 2021, 12:21 
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«Es ist einfach mega schön, wieder auf dem Platz zu sein»

Der 24-jährige Sandro Lauper läuft seit Ende Januar wieder für den BSC Young Boys auf. Fast 20 Monate musste er aussetzen, weil er sich zwei Mal das Kreuzband riss.

«Es ist einfach mega schön, mit den Klubkollegen wieder auf dem Platz sein zu können und zu spielen», freut sich der 24-jährige YB-Mittelfeldstürmer Sandro Lauper. Seit Mitte Januar wurde der Konolfinger wieder an die Ernstkämpfe mit Meister YB herangeführt. Davor durchlebte Lauper eine fast 20 Monate dauernde Durststrecke. Er riss sich gleich zweimal hintereinander das Kreuzband seines rechten Knies. «Das war einfach Pech. Aber ich habe stets vorwärts geschaut», so der optimistische Fussballer. Auch wenn er während seiner langen Genesungsphase einiges an Geduld gebraucht habe, wie er zugibt. «Ab und zu habe ich schon daran gedacht, wie es wäre, jetzt mit den anderen zu spielen. Aber solange es mir nicht gut ging, dachte ich eher an die nächsten Schritte als schon vom Spielen zu träumen», erinnert sich Lauper an die Zeit gleich nach seiner Operation. «Im Grossen und Ganzen war die Motivation immer da, wieder spielen zu wollen. Aber klar gab es auch bei mir Tage, an welchen ich weniger Lust hatte, im Fitnessraum zu arbeiten», erzählt der Konolfinger. Es habe ihn manchmal schon etwas heruntergezogen, wenn er gerne draussen Joggen gegangen wäre, die Physiotherapeuten ihm das aber noch nicht erlaubt hätten.

Operation in Innsbruck

Die Operation, bei welcher Sandro Lauper ein Stück Patellasehne aus dem gesunden linken Knie entfernt und im rechten eingesetzt wurde, liess er in Innsbruck von einem renommierten Kniespezialisten durchführen. «Das hat sich so ergeben, nachdem ich von anderen Fussballspielern von Professor Christian Fink gehört habe.» Der österreichische Chirurg hat auch diverse Stars wie die Skifahrer Lindsey Vonn und Aksel Lund Svindal erfolgreich operiert. Sowohl der YB-Klubarzt wie die Klubleitung seien von dieser kostspieligen Lösung überzeugt gewesen, so Lauper. Er sei von «Wuschu», dem Sportchef Christoph Spycher, ins Tirol begleitet worden. Es sei schon etwas speziell gewesen, fernab von Familie und Freunden operiert zu werden. Aber alleine sei er nicht gewesen, dank seiner Schwester, die ihn ebenfalls begleitet habe.

Rehabilitation bei Mama

Überhaupt ist der ehemalige Spieler des FC Konolfingen seiner Familie dankbar für die ganze Unterstützung. Direkt nach der Spitalentlassung sei er für die ersten Wochen wieder daheim bei seinen Eltern eingezogen, erzählt Lauper. «Ich konnte am Anfang nichts anders machen als still halten und kühlen.» Alle paar Tage sei zudem der Physiotherapeut vorbeigekommen. Mehr als das und gelegentlich gamen habe er nicht machen können. Ein Stück weit sei ihm der Corona-Lockdown im Frühling entgegengekommen, gibt der 24-Jährige zu. So habe er nicht ganz so viele Trainings und Spiele verpasst. Als er wieder einigermassen laufen konnte, hat er von der Tribüne aus gerne seinen Kollegen zugeschaut und sich darauf gefreut, wieder dabei zu sein.

Comeback gelungen

Das Comeback ist dem Konolfinger gelungen: Schon in einem seiner ersten Ernsteinsätzen, im Spiel vom 19. Ja-nuar gegen Sion, gelang Sandro Lauper das 2:1 für sein Team. Somit hat sich der Mittelfeldstürmer definitiv wieder in der Startelf der Gelb-Schwarzen etabliert. Um weitere Ziele ins Auge zu fassen, sei es noch zu früh, wiegelt Lauper ab, auf die Frage, wie seine Fussballzukunft wohl aussehen könnte. «Zuerst möchte ich wieder Fuss fassen, gesund bleiben und spielen», betont er.


https://www.wochen-zeitung.ch/d/id/5788 ... tz-zu-sein

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 Betreff des Beitrags: Re: (30) Sandro Lauper
 Beitrag Verfasst: Samstag 6. März 2021, 13:22 
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04.03.2021

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«Das konnte ich in diesem Ausmass nicht erwarten»

Souveräne Qualifkation für die Europa-League-Achtelfnals mit zwei Siegen gegen den Bundesliga-Spitzenklub Leverkusen, Leader in der Meisterschaft mit 19 Punkten Vorsprung und im Cup auch noch dabei – der YB-Himmel hängt derzeit voller Geigen.

Ein Spieler, der an der nochmaligen Leistungssteigerung des Meisters massgeblich beteiligt ist, heisst Sandro Lauper. YB dominiert die Liga nach Belieben, der FC Basel, Gegner vom Mittwoch, liegt meilenweit zurück – die Frage ist nicht ob, sondern wann YB den vierten Titel in Serie feiern wird. Mittendrin in dieser gelb-schwarzen Erfolgsgeschichte steht der 24-jährige Mittelfeldspieler Sandro Lauper, der nach zwei Kreuzbandrissen in den letzten zwei Saisons endlich zurückkehrte und bisher spielte (dabei drei Tore schoss), als ob er nie abwesend und schwer verletzt gewesen wäre. Der Bärnerbär unterhielt sich nach dem Sieg in Leverkusen und dem 2:2 vom Sonntag in Luzern mit Sandro Lauper.

Ein Weiterkommen gegen einen Bundesliga-Spitzenklub ist nicht Schweizer Fussball-Alltag. Wie haben Sie die beiden Partien erlebt?
Es waren zwei komplett verschiedene Spiele. Die erste Halbzeit in Bern gelang uns mit der 3:0-Führung nahezu perfekt. In der zweiten Hälfte war Leverkusen stärker. Aber der Siegtreffer zum 4:3 kurz vor Schluss gab uns ein sehr gutes Gefühl. Das Rückspiel war eher taktisch geprägt. Wobei wir wenig zuliessen, kompakt spielten und eine herausragende Teamleistung zeigten. Mit dem 0:1 kurz nach der Pause wurde unser Gefühl noch besser; wir wussten, dass die Qualifkation näher rückte und wir alles in die Waagschale werfen wollten, um die Überraschung zu schaffen.

Am 11. in Amsterdam und 18. März zuhause geht es in den Achtelfnals gegen Ajax. Was erwarten Sie?
Die Ausgangslage ist ähnlich wie gegen Leverkusen; beides sind europäische Spitzenteams, die regelmässig in der Champions und Europa League spielen. Wir werden erneut der Aussenseiter sein, aber mit Ambitionen an die Aufgabe herangehen.

Für den Zuschauer sind Sie immer die Ruhe selbst. Sind Sie auf dem Platz nie nervös?
In der Super League hält sich die Nervosität in der Regel in Grenzen. Aber vor einem Spiel wie in Leverkusen ist die Anspannung spürbar, wobei ich eher von einer grossen Vorfreude sprechen würde.

Von der Tribüne aus gewinnt man den Eindruck, Sie hätten nicht stahlharte, sondern keine Nerven.
Ich werde oft darauf angesprochen. Es entspricht meinem Naturell, ruhig zu sein.

Wir erinnern uns an eine Szene aus dem Champions-League-Spiel gegen Manchester United im Old Trafford. Sie kamen 20 Meter vor dem eigenen Tor in Ballbesitz, im Umkreis von zehn Metern standen fünf Rote um sie herum, darunter Leute wie Pogba oder Lukaku. Viele Verteidiger der Welt hätten den Ball auf die Tribüne geschossen, doch Sie leiteten seelenruhig mit einem genauen Pass einen Gegenangriff ein, der beinahe zu einem YB-Tor geführt hat. Erinnern Sie sich an diese Situation?
Ja. Es war generell ein grossartiges Erlebnis, im Old Trafford zu spielen. Wir haben damals eine sehr gute Visitenkarte abgegeben, genau gleich wie die 3000 mitgereisten YB-Fans, die für eine elektrisierende Stimmung sorgten.

Im Mai 2019 und im März 2020 erlitten Sie einen Kreuzbandriss. Jetzt sind Sie endlich zurück, stärker als je zuvor. Haben Sie erwartet, dass Sie so schnell zu Ihrer Form zurückfinden?
Das konnte ich in diesem Ausmass nicht erwarten. Aber ich hoffte, dass es gut funktionieren würde. Das Physio-Team hat sich extrem um mich bemüht; wir arbeiteten hart daran, dass ich für die Ernstkämpfe bereit bin.

Mit Stephan Flückiger, dem YB-Reha-Trainer, haben Sie in den letzten zwei Jahren wohl mehr Zeit verbracht als mit sonst jemandem. Gab es neben den vielen harten und schweisstreibenden auch lustige Momente?
Ja, sicher. Beim Aufwärmen gab es gelegentlich schon mal die Möglichkeit zu einem Spässchen. Aber gesamthaft lag die volle Konzentration auf der Reha und der vollständigen Genesung des Knies.

Sie sagten einst im YB-Magazin, dass den Torschützen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als den defensiven Mittelfeldspielern, das störe Sie aber nicht. Jetzt sind Sie nach Ihrer Rückkehr beides. Denker und Lenker im Mittelfeld, perfekter Passgeber und Torschütze. Damit können Sie wohl auch leben?
Allerdings. (lacht) Ich freue mich über jedes Tor. Aber es ist bei uns wirklich so, dass jeder dem anderen den Torerfolg gönnt und es mit Abstand das Wichtigste ist, die Spiele zu gewinnen.


https://baernerbaer.ch/sport/das-konnte ... -erwarten/

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 Betreff des Beitrags: Re: (30) Sandro Lauper
 Beitrag Verfasst: Samstag 13. März 2021, 02:13 
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12.03.2021

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Schon 4 Tore nach langer Pause - YB: Mit Stehaufmännchen Lauper zurück auf die Beine?

Nach fast zweijähriger Verletzungspause ist Sandro Lauper bei YB ohne Anlaufzeit schon wieder voll im Saft. Wie verblüffend ist sein Comeback?

Ausgerechnet in der Blütezeit des zuletzt dreimaligen Meisters Young Boys war Sandro Lauper wegen eines doppelten Kreuzbandrisses 20 Monate lang abgemeldet. Kaum war die erste Reha durch, musste der Mittelfeldspieler die nächste in Angriff nehmen.

Täglich während drei Stunden schwitzte Lauper im Kraftraum, um den Anschluss auf dem Rasen dereinst wieder herstellen zu können. In Belastungstests lieferte er «überragende Werte», wie der medizinische Staff dem 24-Jährigen attestierte. Gleichwohl war bei der Rückkehr per 24. Januar 2021 mit einem Teileinsatz in Vaduz (0:0) auch die Unsicherheit ein Begleiter.
Zuerst 8 Minuten Auslauf – weitere 34 Minuten bis zum Tor

«Ich hätte ihn nicht ganz ernst genommen», lautet Laupers lapidare Antwort auf die Frage, was er vor rund 50 Tagen entgegnet hätte, wenn ihm jemand ein solches Comeback prophezeit hätte, wie er es gerade hinlegt. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das:

- Lauper steht schon in seinem 2. Einsatz nach der Rückkehr in der Startelf.
- Gerade einmal 42 Minuten benötigt er seit seiner Genesung für den ersten Treffer (er markierte das 2:1 gegen Sion).
- Aktuell steht Lauper bei bereits 4 Goals und 1 Vorlage.
- In allen drei Europacup-Partien gehört er der Anfangsformation an. Auch in der Meisterschaft ist er wieder unbestrittene Stammkraft, verpasst einzig schonungshalber den letzten Match gegen Vaduz (1:1).

Mit Qualitäten gesegnet, die vermisst wurden

Selbsterklärend, dass auch YB-Trainer Gerardo Seoane Gefallen daran findet, wie sich sein Schützling präsentiert. Einerseits spricht der 42-Jährige von einer Rückkehr, die auch ihn verblüfft. Andererseits betont Seoane: «Wir wissen, was Sandro kann. Zu YB gehört ein grosses Team in der medizinischen Abteilung. Hier wird auch viel Wert darauf gelegt, das Vertrauen eines zurückkehrenden Sportlers neu aufzubauen.»

Er hat die Übersicht, verfügt über ein schnelles Vertikalspiel und ist auch ein Stratege.
Autor: Gerardo Seoaneüber Sandro Lauper

Der Coach attestiert seinem Spieler Qualitäten, die seine Mannschaft womöglich auch etwas vermisst habe. «Er hat die Übersicht, verfügt über ein schnelles Vertikalspiel und ist auch ein Stratege, der Sachen voraussieht», lobt Seoane.

Für den Betroffenen selbst ging es von Beginn weg darum, dem Team helfen zu können. Dass er nun gleich so einschlagen konnte, sei «ein Zückerli». Laupers Fighter-Mentalität wird in der 25. Runde umso mehr gefragt sein. Denn nach dem missglückten Hinspiel im Europa-League-Achtelfinal bei Ajax (0:3) und zuletzt drei Remis in der Liga hat Gelb-Schwarz etwas gutzumachen.


https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... -die-beine

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 Betreff des Beitrags: Re: (30) Sandro Lauper
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. März 2021, 01:53 
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 Betreff des Beitrags: Re: (30) Sandro Lauper
 Beitrag Verfasst: Samstag 27. März 2021, 22:52 
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25.03.2021

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Das Kreuz mit dem Kreuzband – wie der YB-Fussballer Sandro Lauper zwei schwere Knieverletzungen in Folge wegsteckt

Der Kreuzbandriss ist eine der schwersten Sportverletzungen. Oft kann nicht erklärt werden, warum ein Fussballer wie Lauper oder eine Skirennfahrerin wie Aline Danioth gleich mehrfach betroffen sind – und andere nicht. «Ich habe Respekt, aber keine Angst», sagt Lauper nach seiner Rückkehr.

Die Welt bricht im März 2020 zusammen. Ein junger und hoffnungsvoller Fussballer kommt nach einem Kreuzbandriss von weit her zurück und steht nach monatelanger Absenz wieder auf dem Platz. Kein Publikum ist zugegen und der Druck gleich null. YB absolviert ein Testspiel gegen den SC Kriens. Und da passiert’s.

Ein Richtungswechsel, eine leichte Berührung mit dem Gegner, und Sandro Lauper liegt auf dem Kunstrasen des Stade de Suisse. Er weiss sofort, was los ist, er kennt den Schmerz, weil er ihn schon 10 Monate zuvor gespürt hat, ohne Einwirkung des Gegners. Wieder das Kreuzband, abermals, gleichenorts. «Vielleicht wirkte es von aussen schlimmer als für mich selber», sagt der Betroffene im Rückblick, «für mich war es nicht so extrem, ich glaubte in jenem Moment sogar, der ruhende Pol zu sein. Ich weiss nicht, warum das so war. Die Leute um mich herum nahm ich hektischer wahr.»

Eine erstaunliche Aussage für einen 24-Jährigen. Sie zeugt von psychischer Stabilität, von Erdung. Lauper beklagt weder das Schicksal noch die Ungerechtigkeit und bestätigt dazu Aussagen von Ärzten, die Spitzensportlern «grossen Willen, grundsolides Vertrauen und visionäres Denken» attestieren.

Um den Lebenstraum kämpfen

Aline Danioth ist 23 Jahre alt. Die Skirennfahrerin sei durch und durch mit Talent gesegnet, heisst es reihum, doch der Ski-Gott liess für die junge Frau aus Andermatt bis jetzt keine Gnade walten. 4 Jahre, 5 Verletzungen, gleich dreimal das Kreuzband. Am Telefon wirkt sie ein paar Monate nach dem letzten Malheur munter. Wer ein Klagelied erwartet, muss anderswo suchen.

Beim ersten Mal dachte sie: «Das gehört dazu.» Kreuzbandrisse sind im Skizirkus keine Seltenheit. Nach dem zweiten Mal wurde es laut Danioth «schwieriger». Und beim dritten Mal, ein knappes Jahr nach dem zweiten Kreuzbandriss, empfand sie das als «harten Schlag». Sie schwieg zunächst, kehrte in sich.

Doch sie lässt sich nicht unterkriegen, weil Skifahren an einen Lebenstraum gekoppelt ist. Sie sagt: «Ich habe extrem viel gelernt, auch auf menschlicher Ebene. Ich bin ein eher positiver Mensch, nehme das Schicksal an und möchte nicht in Selbstmitleid ertrinken.» Aline Danioth will zurück auf die Piste, die psychologische Arbeit ist indessen nicht einfacher geworden, weil Zweifel bleiben, auch wenn der Wille noch so gross ist.

Ski alpin und Fussball sind mehr von der schweren Verletzung betroffen als andere Sportarten. Wer Skirennen fährt, lässt extreme Kräfte auf die Knie wirken. Wer Fussball spielt, hat erstens Kontakt mit Gegnern und ändert oft abrupt die Richtung, wobei der Fuss im Rasen blockiert werden kann und sich der obere Teil des Körpers weiterdreht – zulasten des Knies, des Scharniergelenks, zulasten der (Kreuz-)Bänder. Ratsch. Passiert es, ist zuweilen ein Knacken hörbar.

Im Skisport ist das Schweizer Frauenteam stark davon betroffen, neben Danioth ist etwa auch die 26-jährige Charlotte Chable rekonvaleszent – nach dem nunmehr vierten Kreuzbandriss. Warum das Frauenteam gebündelt in Mitleidenschaft gezogen wurde, kann Walter O. Frey, der Chefarzt von Swiss Ski, nicht rational erklären. Das Team sei schlichtweg zu klein für eine statistische Aussage, sagt er – «ich gehe von Pech aus. Manchmal schlägt der Blitz dreimal im gleichen Stall ein statt einmal nebenan.» Ähnlich äussert sich auch der YB-Mannschaftsarzt Jan Montagne zum Fall Lauper: «Das war unglaubliches Pech. Generell haben wir keine gesicherte Datenlage für Rückschlüsse.»

Der Skisport entwickelt sich ebenso wie der Fussball. Enger gefahrene Radien und mehr Belastung auf die Knie hier, schnelleres Spiel und mehr Beschleunigung dort, dazu Schuhmaterial mit mehr Halt und der Faktor Rasen, der widerstandsfähiger geworden ist. Und das nicht nur, wenn er künstlich ist wie in Bern. Im Schweizer Klubfussball fällt auf, dass der FC St. Gallen, der FC Zürich und YB überdurchschnittlich oft Kreuzbandverletzungen beklagen, der FC Lausanne-Sport oder der FC Lugano dagegen unterdurchschnittlich oft.

In St. Gallen summieren sich 6 Kreuzbandrisse in 3 Jahren. Zuletzt traf es Alessandro Kräuchi, «fast ohne Körperkontakt, das Knie drehte es untypisch nach aussen», wie der St. Galler Athletiktrainer Simon Storm festhält. Natürlich mache er sich viele Gedanken über die Gründe, aber zu Schlüssen komme er nicht. Knieverletzungen verkomplizieren sich, wenn neben den Kreuzbändern zusätzlich andere Bänder, Knorpel oder Menisken beschädigt sind.

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Nicht alle Unfälle führen in die Ratlosigkeit. Als es den früheren St. Galler Stürmer Cedric Itten traf, musste nicht lange nach Ursachen geforscht werden, weil er schwer gefoult worden war. Itten war einer derjenigen, mit denen sich Lauper unterhalten hat. «Wir hatten nur kurz Kontakt und begannen nicht zu philosophieren, ich brauchte nicht mehr», sagt Lauper. Itten und Miro Muheim gelten in St. Gallen als positive «Kreuzband-Rückkehrer». Der Stürmer Boris Babic hat mehr Mühe, den Anschluss wieder zu finden, doch das wird laut Stimmen im Umfeld des Klubs nicht dem Knie zugeschrieben.

Als neuerlicher Patient wusste Lauper, was anstand. Nach Gründen («Warum ich?») suchte er nicht. «So weit darfst du nicht überlegen, sonst zieht dich das nur runter», sagt er, «du musst vielmehr die Chance ergreifen, dich selber besser kennenzulernen. Als Verletzter hast du plötzlich viel mehr Zeit.» Der aus Konolfingen stammende Lauper redet etwas zurückhaltender als die Berglerin Danioth, doch beide verbindet der Spitzensport. «Lauper war monatelang mit seinem Kniegelenk beschäftigt. Er hat ein Grundvertrauen. Spitzensportler werden intensiv begleitet, aber letztlich führen sie sich selber in den Wettkampf zurück», sagt der YB-Arzt Montagne.

Top-Betreuung im Spitzensport

Dennoch: Die Geschichte ist nicht weg, nicht für Lauper und schon gar nicht für Danioth. Alle, die die Geschichte Laupers vor Augen haben, ertappen sich in Gedanken dumpfer Sorgen, wenn er nach einem Zweikampf am Boden liegt. Im Januar dieses Jahres kam er zurück, er, der 2018 Champions League gespielt hat. Zunächst für 10 Minuten in Vaduz. Die Gedanken waren nur kurz beim Kreuzband, «beim Einlaufen», wie er sich erinnert, «ich bin im Kopf relativ klar. Ich habe Respekt, aber keine Angst.» Spitzensport ist eine mentale Schule. Und: Spitzensport bietet für Verletzte die bestmögliche Betreuung.

Als Lauper abermals am Boden lag, kümmerte er sich selber um das weitere Vorgehen, im Kontakt mit der Familie, mit dem Berater, mit dem Klubarzt und mit dem YB-Sportchef Christoph Spycher, der Lauper zu einem Spezialisten nach Innsbruck fuhr. Oft bestimmt Mundpropaganda, für welchen Arzt sich ein Sportler entscheidet. Auch der frühere YB-Spieler Thorsten Schick liess sich von Christian Fink operieren, ebenso Spieler wie Leroy Sané und Giorgio Chiellini. Nach dem Gespräch mit dem Arzt blieb Lauper gleich in Innsbruck.

In den meisten Kreuzband-Fällen implantiert der Chirurg einen Sehnenteil von einem anderen Ort eines Beins. Nach der zweiten Verletzung Laupers wurde das Implantat zwecks Verstärkung zusätzlich umwickelt. Der Laie staunt. Ärzte sagen, dass für Sportlerinnen und Sportler trotz allem «zuerst eine Welt zusammenbricht». Gerade der Ski-Arzt Walter O. Frey weiss von «grossen Augen» zu berichten, die fragen: «Ist es Kreuzband? Oder nicht?» Wenn ja, dauert die Absenz 7 bis 10 Monate. Tief durchatmen. Nicht alle heissen Sandro Lauper oder Aline Danioth.


https://www.nzz.ch/sport/das-kreuz-mit- ... ld.1608321

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 Betreff des Beitrags: Re: (30) Sandro Lauper
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 21. April 2021, 09:45 
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Sandro Laupers emotionale Meisternacht

«Bin froh, dass ich diese Emotionen zeigen konnte»

Die Tränen des Sandro Lauper waren das emotionale Bild dieser sonst umständehalber kühlen YB-Meisterparty. Dabei ist der Konolfinger nicht nahe am Wasser gebaut.

Das mussten ziemlich hemmungslose Tränen gewesen sein, die Sandro Lauper am Ärmel seines Kumpels Christian Fassnacht vergoss. Als er mit seinem ehemaligen Thuner Teamkollegen bei SRF zum Interview antrabte, waren seine Augen immer noch ganz aufgequollen. «Dieser Moment, als da jeder zu mir kam und sich wegen der zwei Jahre Verletzungspause mit den zwei Kreuzbandrissen speziell mit mir freute, war halt schon extrem emotional. Zum Beispiel auch mit Ali Camara, der mit seinem Schienbeinbruch auch lange Zeit out war. Aber ich bin froh, dass ich diese Emotionen zeigen konnte.»

Lauper ist kein «Gränni»

Denn Tränen seien eigentlich nicht typisch für ihn. «Ich ‘gränne’ nicht oft», so Lauper, der vielmehr als Kontrollmensch gilt. Auch wenn er mit seiner Freundin einen traurigen Film schaue, kämen ihm die Tränen nie.

Als sie getrocknet waren, war in der Meisternacht im Wankdorf doch noch einiges los. Jedenfalls mehr, als es Trainer Gerry Seoane vorhergesagt hatte. Der Luzerner hatte davon gesprochen, dass man gemeinsam essen und dann jeder nach Hause gehe. «Wir haben schon gefeiert. Aber unter uns. Nur die Mannschaft und der Staff». Damit die YB-Bubble nicht gefährdet wurde, waren weder Angehörige noch Freunde bei der Mannschaft. «Wir haben dann das eine oder andere Bier oder Glas Wein getrunken und Musik gehört.» Mit wem als DJ? «Diesmal wars Marvin Spielmann, der das auch in der Garderobe oft macht. Allerdings hat jeder so seine Songs eingegeben. Es war ein bunter Mix.» Laupers Beiträge? «Keine. Ich höre so ziemlich alles.»

Weltklasse an der Playstation

Der Mann spielt zuhause lieber … Fussball. Virtuell, an der Playstation. Denn da ist er Weltklasse! Nach jedem Wochenende wird eine Liste mit den besten 200 der Welt des Weekends publiziert. Der Name Lauper stand da schon das eine oder Mal drin. Zum Vergleich: Das ist so, wie wenn man im realen Leben bei Real Madrid Stammspieler ist…

Schon heute, nach einem freien Tag, ist für die frischgebackenen Meister fertig lustig. Da gehts auf den holprigen Rasen des Turnerstadions, um sich auf den Auftritt am Donnerstag in Zürich gegen den FCZ vorzubereiten. YB will natürlich die Meisterschaft nicht verfälschen. «Dazu setzen wir uns wie 2019 zum Ziel, Rekorde zu brechen.» Zum Beispiel: Jenen der wenigsten Niederlagen. Basel hat in zwei seiner acht Meistersaisons nur zwei kassiert. YB steht bei einer. Oder die wenigsten Gegentore. Das ist bisher der FCB mit 31. YB hat heuer erst 21 kassiert. Oder den mit dem grössten Vorsprung. Der liegt bei 20 von YB und Basel. Derzeit stehen die Berner bei 24.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 71063.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (30) Sandro Lauper
 Beitrag Verfasst: Sonntag 8. August 2021, 21:12 
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Auch Sandro Lauper muss pausieren

Nach Torhüter David von Ballmoos (Muskelverletzung im linken Oberschenkel) fällt mit Sandro Lauper ein weiterer YB-Akteur für rund drei Wochen aus. Der 24-jährige Defensivspieler zog sich am Samstag im Spiel gegen Sion eine Bänderverletzung am rechten Sprunggelenk zu.

Obwohl sich das gegnerische Foul bereits kurz vor Ablauf einer Stunde Spielzeit ereignet hatte, spielte Lauper bis zum Ende der Partie durch.


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 Betreff des Beitrags: Re: (30) Sandro Lauper
 Beitrag Verfasst: Samstag 4. September 2021, 01:01 
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03.09.2021

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Premiere für YB-Mittelfeldmann

Yakin nominiert auch noch Lauper nach!

Nati-Trainer Murat Yakin hat nach den jüngsten Ausfällen einen weiteren Spieler aufgeboten: YB-Mittelfeldakteur Sandro Lauper (24).

Nachdem Granit Xhaka (Corona) und Eray Cömert (Gehirnerschütterung) kurzfristig ausgefallen sind, hat Nati-Coach Murat Yakin bereits FCB-Mittelfeldspieler Fabian Frei zu dessen Nati-Comeback nach über dreieinhalb Jahren verholfen – und ihn am Donnerstag zurück ins Boot geholt.

Nun nominiert Yakin in YB-Mittelfeldmann Sandro Lauper einen weiteren Spieler nach. Der 24-Jährige stiess am Freitagabend zum Team, wie der Schweizerische Fussballverband mitteilt. Es ist das erste Aufgebot für die A-Nati des 1,85 m grossen Berners.

Damit stehen für die WM-Quali-Partien gegen Italien und Nordirland 24 Akteure im Nati-Kader.


https://www.blick.ch/sport/fussball/nat ... 03848.html

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