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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 21. Januar 2021, 01:13 
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YB-Sportchef Spycher: «Es ist zu romantisch, zu glauben, nach Corona werde alles anders»

Die Young Boys haben heute Mittwoch nach kurzer Winterpause wieder den Spielbetrieb aufgenommen. Acht Punkte beträgt ihr Vorsprung in der Tabelle nach dem Sieg gegen Lugano. YB-Sportchef Christoph Spycher erwartet im Titelkampf aber weder einen Alleingang der Berner, noch dass der Staat den Fussballklubs das Geld bedingungslos hinterherwirft.

Im März sagten Sie, es sei schwierig vorauszusehen, welchen Einfluss die Coronakrise auf unser Leben haben wird. Sehen Sie jetzt klarer?
Christoph Spycher: Niemand kann schon eine abschliessende Antwort geben. Soziale Kontakte, Freundschaften pflegen, die Familie treffen, was vorher selbstverständlich war, können wir jetzt nicht mehr oder nur bedingt machen. Das sind Dinge, die fehlen. Aber auch all die Schäden für die Wirtschaft sind noch nicht absehbar. Sind es Schäden, die man reparieren kann oder auch solche, die irreparabel sind? Und wie das Gesundheitswesen die enormen Belastungen verkraftet, wissen wir auch noch nicht.

Wird Corona unser Handeln und unsere Denkweise verändern?
Es gibt dazu unzählige Thesen und Theorien. Ich glaube, die letzten Monate haben viele Menschen zum Nachdenken angeregt. Aber es ist mir zu romantisch, wenn man glaubt, nach Corona wird alles anders sein, weil nun jeder realisiert hat, dass es wichtigeres gibt im Leben als jene Angelegenheiten, denen er zuvor im Hamsterrad hinterhergejagt hat. Ich denke, dass es in der Post-Corona-Zeit auch Unternehmen geben wird, die noch mehr optimieren, um die Ausfälle zu kompensieren.​

Wie beeinträchtigt Sie die Coronakrise?
Mir fehlt das Gesellschaftliche. Aber auch die Ungewissheit beschäftigt mich. Und es ist immer noch befremdend, wenn man sich ständig überlegen muss, ob man noch irgendwo hinreisen kann, soll und darf oder nicht. Dabei rede ich nicht mal vom Ausland. Abgesehen von unseren Europacupreisen, an die wir in einer geschlossenen Blase gereist sind, war ich praktisch nie mehr im Ausland.

Auf die Gefahr, dass es zynisch tönt: Hat Ihnen die Krise auch etwas Positives gegeben?
Wir haben wohl alle mehr reflektiert. Denn plötzlich waren wir mit Dingen konfrontiert, die wir uns vorher nie vorgestellt hätten wie geschlossene Grenzen und Restaurants. Ich bin etwas über 40. Und so etwas hat weder meine Generation noch jene vor mir je erlebt. Corona hat vieles entschleunigt. Das hat auch seine positiven Seiten.

«Ich sehne mich danach, dass es wieder so sein wird wie früher.»

Sie haben zwei schulpflichtige Buben. Sind Sie froh, dass die Schulen aktuell noch offen sind?
Ja, weil sie damit eine Struktur haben. Als Homeschooling verordnet wurde, befürchtete ich grosse Schwierigkeiten. Aber wir sind insofern privilegiert, weil sich meine Frau voll um die Betreuung kümmern konnte. Es gab die Kritik, unser Schulwesen würde punkto Digitalisierung hinterherhinken. Bei uns habe ich das nicht so wahrgenommen. Deshalb funktionierte das Homeschooling besser als gedacht.

Sie glücklicher. Guckt man YB im Fernsehen, sieht man Sie immer mit Stéphane Chapuisat auf der Tribüne. Haben Sie sich schon daran gewöhnt, in einem leeren Stadion zu sitzen?
Daran gewöhnen kann man sich nie, wenn man ein Leben lang als Fan, als Spieler und auch als Funktionär die Stadionatmosphäre aufgesogen hat. Und ich sehne mich danach, dass es wieder so sein wird wie früher, im Stadion wieder Emotionen hochgehen. Die Fans fehlen uns sehr, und ich glaube, den Fans fehlt der Stadionbesuch sehr. Wir sehnen den Tag herbei, an dem man die Stadiontore wieder öffnen darf.

Was man leider nie sieht ist Ihre Mimik. Wie zufrieden sind Sie eigentlich mit dem letzten Jahr?
Sehr zufrieden. Wir haben das Double gewonnen, sind wieder Erster in der Super League und überwintern im Europacup. Natürlich gibt es in jedem Match Schwankungen. Aber generell kann ich der Mannschaft ein dickes Kompliment aussprechen.

YB war aber auch schon souveräner und unwiderstehlicher als in den letzten Monaten.
Man muss schon sehen, dass wir zuletzt gegen Basel (2:0) sehr dominant waren. Das war eine der besten YB-Leistungen gegen Basel der vergangenen Jahre. Ausserdem muss man berücksichtigen, dass wir im Sommer kaum pausieren konnten. Wir haben permanent im Dreitagesrhythmus gespielt. Dann noch von der Mannschaft fünf Galavorstellungen hintereinander zu erwarten, wäre realitätsfremd. Wenn ich alle Parameter berücksichtige, komme ich zum Schluss, dass die Mannschaft einen sehr guten Job gemacht hat.

Kaum Ferien, jeden dritten Tag ein Spiel: Ist das noch vertretbar? Welche Rückmeldungen erhalten Sie von den Spielern?
Auch wenn die Spieler über die Feiertage nicht verreisen konnten, war es dringend nötig, kurz durchzuatmen. Auf der anderen Seite sensibilisierten wir die Spieler schon im Sommer darauf, dass sie allein aufgrund der Belastung auch mal pausieren müssen. Das tönt einfach. Aber der Fussballer will spielen. Und wenn die Leistung stimmt, muss man ihm sehr gut erklären, warum er trotzdem im nächsten Spiel auf der Bank sitzt. Auch in dieser Hinsicht macht unser Trainerteam um Gerardo Seoane einen hervorragenden Job.​

YB ist neben der Meisterschaft noch im Cup und im Europacup engagiert …
… und deshalb haben wir darum gekämpft, dass die Winterpause nicht noch kürzer ausfällt. Unser Antrieb ist, immer das Maximum zu geben und zu erreichen. Deshalb werden wir keinen Wettbewerb herschenken. Es ist uns aber auch bewusst, dass wir gegen Leverkusen zweimal über uns hinauswachsen müssen, um in die Achtelfinals einziehen zu können.​

«Im Moment darf man als Scout nicht in die Stadien.»

Ist es für die Konkurrenz machbar, YB bis zum Schluss zu fordern wie es dem FC St. Gallen in der letzten Saison gelungen ist?
Natürlich. Wir erwarten keinen Alleingang in der Meisterschaft. Aber wir sind selbstbewusst und wollen den Titel verteidigen. Deshalb müssen wir jedes Spiel mit hundertprozentiger Ernsthaftigkeit angehen.

Sie sagten, Sie würden momentan nicht mehr ins Ausland reisen. Wie beeinträchtigt das Ihre Arbeit als Sportchef?
Im Scouting kann man heute viel auch mit Video machen.​

Aber das ersetzt doch wohl kaum die Beobachtung vor Ort.
Nein. Wir machen normalerweise beides. Aber im Moment darf man als Scout nicht in die Stadien. Für eine erste Einschätzung eines Spielers reicht die Videoanalyse. Wir haben bislang keinen Spieler verpflichtet, den wir zuvor nicht live gesehen haben. Nein, stimmt nicht: Einmal haben wir es doch gemacht.

Bei wem?
Roger Assalé. Ihn konnten wir nicht live sehen, aber wir hatten genügend Material und Informationen, um ihn seriös zu beurteilen und leihweise mit einer Kaufoption zu verpflichten.

Ist es schwieriger für Sie, neue Spieler zu verpflichten?
Ja, vor allem bei internationalen Transfers. Aber es ist für alle die gleiche Situation. Ausserdem war es sowohl im Sommer wie auch jetzt verhältnismässig ruhig auf dem Transfermarkt.

Gehen Sie davon aus, dass Topskorer Jean-Pierre Nsame auch nach dieser Transferphase bei YB spielt?
Wir werden sehen. Wenn ein Wahnsinnsangebot reinkommt, werden wir die Situation analysieren. Wenn es aber nicht so weit kommt, wird er glücklich sein, bei uns gute Leistungen abzuliefern. Denn er weiss, was er an YB hat.

Noch im Frühling beklagten Fussball- und Eishockeyorganisationen die fehlende Lobby. Trotzdem schnürte die Politik diverse Hilfspakete. Ist der Stellenwert doch nicht so klein?
Zu Beginn der Coronakrise hatte der Spitzensport sicher nicht die Lobby, die er haben müsste respektive die Lobby, die er in anderen Ländern hat. Das ist unbestritten. Es war nötig, aufzuzeigen, was alles hinter dem Spitzensport steckt. Danach ist etwas gegangen. Aber dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen.

Wird YB, das 2018 und 2019 40 Millionen Franken Gewinn gemacht hat, A-fonds-perdu-Beiträge beantragen?
Wir prüfen es. Die A-fonds-perdu-Beiträge sind an Bedingungen geknüpft. Das ist eine komplexe Angelegenheit. Deshalb kann man nicht aus einer Laune heraus sagen, wir beantragen oder wir beantragen nicht.​

Sind Sie einverstanden mit den Bedingungen oder erachten Sie diese wie beispielsweise die Lohnsenkungen als Bevormundung durch den Staat?
Ich verstehe, dass man nicht sagt: Hier ist Geld, bedient euch. Die Frage ist aber: Wie konform sind die Kriterien mit dem Tagesgeschäft? Da sehen wir schon noch Probleme.

«Die Vereine haben sich nicht ihrem Schicksal ergeben, sondern mit Sonderefforts nach Lösungen gesucht.»

Eine Schwierigkeit besteht wohl darin, einem jungen Spieler den Lohn zu erhöhen, damit er bleibt und damit Transferwert generiert.
Richtig. Es gibt einige Stolpersteine, zum Beispiel, wenn man bei Spielern mit bestehenden Verträgen Lohnkürzungen vornehmen soll. Oder bei jungen Spielern, von denen man sich einen Transfererlös erhofft, steht man in internationaler Konkurrenz. Wir werden die Situation bei YB nüchtern analysieren und danach einen Entscheid fällen.

Sie haben von Schäden gesprochen, die eventuell irreparabel sind. Befürchten Sie solche Schäden auch im Schweizer Fussball?
Da muss man abwarten. Ich denke in diesem Zusammenhang auch an die Nachwuchsspieler, die in ihrer Entwicklung gebremst werden, weil sie lange nicht mehr spielen konnten.

Im Frühling wurde Alarm geschlagen. Es hiess, nicht alle Schweizer Fussballklubs würden die Krise überleben. Einen Konkurs hat es bislang aber nicht gegeben.
Die Vereine haben sich nicht ihrem Schicksal ergeben, sondern mit Sonderefforts nach Lösungen gesucht. Das spricht für sie, für den Schweizer Fussball. Ich denke, dass alle ihre Budgets so stark wie möglich reduziert haben, was hauptsächlich über die Spielerlöhne passiert ist. Aber klar, das ist der Job, den wir alle machen müssen.

Was zur Folge hat, dass die Jagd auf junge, günstige Spieler weiter intensiviert wurde. Demgegenüber stehen Spieler um die 30, die keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Wird künftig die Karriere eines Fussballers noch früher enden als bisher?
Ich rate sehr, Erfahrung nicht zu unterschätzen. Eine Mannschaft braucht eine gute Altersstruktur, eine sinnvolle Mischung. Ein erfahrener Spieler kann gerade jetzt, in dieser schwierigen Coronazeit, eine wichtige Funktion übernehmen. Routiniers können sehr hilfreich sein, damit an ihrer Seite junge Spieler reifen können.

Wird es bei YB einen Impfzwang für die Spieler geben? Oder belassen Sie es bei einer Empfehlung?
Die Spieler haben wir informiert, dass wir uns mit dem Thema auseinandersetzen, aber noch keine Haltung haben, weil wir auch noch nicht genügend Informationen haben. Erst werden wir die Empfehlung der Swiss Football League abwarten, danach das Thema mit unseren Ärzten und den Spielern besprechen, ehe wir uns auf eine Strategie festlegen. Erst geht es mal darum, alle Risikopersonen zu impfen.

Eine Fussball-EM in 12 Ländern nach einer strapaziösen Saison – macht das in diesen Zeiten überhaupt Sinn?
Es kommt auf die Situation im Sommer an. Die kennen wir ja noch nicht. Sinn ist in diesem Zusammenhang ein delikater Begriff. Aus Sicht der Spieler ist es wegen der hohen Belastung schwierig. Aber was, wenn im Sommer plötzlich wieder Zuschauer zugelassen werden? Das könnte die Spieler beflügeln. Und es geht um sehr viel Geld.

Wie wäre es, die EM in einer konzentrierten Form in höchstens zwei Ländern durchzuführen?
Das ist sicher eine Überlegung wert. Ich habe es im Europacup gesehen. Auf unseren Reisen waren wir permanent in einer Blase. Charterflug, kein Kontakt am Flughafen, das Hotel hatten wir für uns allein und wir haben es nur verlassen, um ins Stadion zu fahren. Wenn man es so handhabt, spielt es keine Rolle, wo und an wie vielen Orten man spielt. Aber wenn weitere Reisebewegungen entstehen durch Fans und Journalisten, dann wäre es wohl cleverer, die EM auf ein paar wenige Orte zu konzentrieren.

Allein aus ökologischer Sicht würden kurze Wege Sinn machen.
Definitiv. Es ist unsinnig, eine WM auf ein riesiges Gebiet wie die USA und Mexiko zu verteilen. Ich hätte deshalb auch nie in Russland oder in den USA spielen wollen. Allein, weil man an ein Auswärtsspiel fünf, sechs Stunden fliegen muss.​


Die Karriere von Christoph Spycher

Ein Jahr nach der Matura wechselt Christoph Spycher 1999 vom Berner Erstligaklub Münsingen nach Luzern und startete seine Profikarriere. 2001 bis 2005 spielte er für GC, 2005 ging er zu Eintracht Frankfurt, 2010 zu YB. Nach dem Rücktritt 2014 wurde er zwei Jahre später zum Nachfolger von Fredy Bickel als Sportchef. Unter seiner Führung gewann YB 2018 erstmals seit 32 Jahren den Meistertitel. 2019 und 2020 wurden die Berner erneut Meister. In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 machte YB einen Gewinn von total rund 40 Millionen Franken. Spycher ist 42, verheiratet und Vater von zwei schulpflichtigen Buben.


https://www.watson.ch/sport/fussball/67 ... und-corona

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Sonntag 21. Februar 2021, 13:12 
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YB-Sportchef Christoph Spycher

«Wir schweben nicht über allen anderen»

Nirgends ist der Hunger nach Erfolg grösser als in Bern – YB bewegt sich in einer eigenen Liga und verliert dank Sportchef Christoph Spycher die Realität doch nicht aus den Augen.

Irgendwann landet Christoph Spycher im Gespräch bei diesem Abend im September 2018. YB mühte sich im Cup beim unterklassigen FC Schaffhausen ab. Der Siegtreffer gelang in der Nachspielzeit der Verlängerung. Der Sportchef war von der ersten Minute an enttäuscht gewesen, und das sagte er Steve von Bergen vor dem abfahrbereiten Teambus.

Der damalige Captain sah es anders, er gewichtete die Tatsache, dass die Mannschaft auf einen Rückschlag reagieren konnte, höher. Von Bergen war immer noch berauscht vom späten Glück und dem Siegtor zum 3:2 in der 122. Minute, er war zufrieden.

Für Spycher war das ein Aha-Er­leb­nis. Weil es ihm vor Augen führte, wie unterschiedlich ein Spiel, eine Leistung - je nach Aufgabe und Funktion - interpretiert werden kann.

Wenn man darlegt, wie es die Young Boys geschafft haben, drei Meistertitel in Folge zu gewinnen, und warum sie jetzt zielsicher auf den vierten zusteuern, muss zwingend diese Ausgeglichenheit erwähnt werden. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch die Berner Erfolgsgeschichte. Und keiner verkörpert sie wie Spycher.

Denn, und das kann nun leicht vergessen gehen, vor Spychers Ernennung zum Sportchef 2016 war YB ein Chaosclub, mit einem Verwaltungsrat Urs Siegenthaler, der vor laufenden Kameras im St.-Jakob-Park über die Überlegenheit des FCB schwadronierte. Fanproteste wie jetzt in Basel gab es damals in Bern.

Zwei Tage, zwei Welten

Es ist Freitag, als Spycher in einem Besprechungsraum auf der Geschäftsstelle im Wankdorf sitzt. Eine Woche neigt sich dem Ende zu, die gezeigt hat, wie weit sich YB von der nationalen Konkurrenz entfernt hat. Der FC Basel, eigentlich am ehesten dazu prädestiniert, der Herausforderer zu sein, erreichte nach dem 2:6 im Cup gegen Winterthur am Mittwoch einen neuerlichen Tiefpunkt.

24 Stunden später führten die Berner im Hinspiel des Sechzehntelfinals der Europa League gegen Bayer Leverkusen zur Pause 3:0. Ihre Leistung war überragend. Und sie verspielten trotzdem ihren Vorsprung innert 23 Minuten. Sie pendelten zwischen den Extremen. Doch sie gewannen 4:3 dank Jordan Siebatcheus spätem Treffer.

Aber Spycher bleibt Spycher, der Mahner und Realist. Darum sagt er: «Wir haben überhaupt nicht das Gefühl, wir würden über allen anderen schweben. Auf dem Weg zum Titel lauern etliche Gefahren.» Ein Satz wie jener von Marco Streller, der im April 2017 im Hinblick auf die nächste Saison sagte, der FCB habe 17 Punkte Vorsprung auf YB, da bestehe Raum, um etwas zu probieren, würde Spycher nie über die Lippen gehen. Streller war damals neu als Sportchef, er ist es längst nicht mehr.

Der YB-Sportchef nennt das Fussballgeschäft «extrem dynamisch», er denkt an die Vorrunde der vorangegangenen Saison, als die Verletztenliste fast mit jedem Spiel länger wurde. Er sagt, es könne schnell gehen, und das Team befinde sich in einer Negativspirale. Deshalb konzentriere er seine Energie auf die Frage: «Wie können wir besser werden?»

Es klingt simpel, aber nie stillzustehen, ist der Kern der Berner Strategie und des Geschäftsmodells. Dieses sieht vor, junge Talente zu holen, sie zu entwickeln und dann mit Gewinn weiterzuverkaufen.

Wer ins Ausland will, muss überragend sein

Im YB-Kader gibt es ganz wenige Spieler, die nicht den Wechsel ins Ausland anstreben. Captain Fabian Lustenberger, der sich nach über einem Jahrzehnt bei Hertha Berlin dem Karriereende nähert. Oder Miralem Sulejmani, «die Legende», wie Spycher sagt. Sowie Guillaume Faivre, der Ersatzgoalie.

Diese Kaderzusammenstellung verhindert Genügsamkeit. Und sorgt dafür, dass auf ein erreichtes Ziel stets das nächste folgt. Auch das ist ein Unterschied zum FC Basel, bei dem sich beispielsweise mit Zuffi, van Wolfswinkel, Stocker, Frei, Klose, Xhaka und Lindner reihenweise Spieler um die 30 tummeln, die den Grossteil ihrer Karriere schon hinter sich haben und zu alt sind für einen prestigeträchtigen Wechsel. Spycher findet, der Sieg gegen Leverkusen sei auch deshalb enorm wertvoll, weil er den Spielern aufzeige, was es brauche, um in einer Topliga bestehen zu können. «Das ist fortan der Gradmesser.»

Spycher nennt sich «sehr kritisch». Und das bekommen die Spieler auf eine gute Art zu spüren. Spycher will sie «auf keinen Fall kaputtmachen» mit seinen Ansprüchen, er will ihnen nur eine Hilfestellung leisten. Denn seine Ansage ist klar: «Es reicht nicht, national gute Leistungen zu bringen, um ins Ausland zu kommen. Nein, sie müssen überragend sein.»

Mittlerweile ist es für den bald 43-Jährigen ein Leichtes, Talente vom Wechsel nach Bern zu überzeugen. Silvan Hefti, letzte Saison Captain in St. Gallen und der beste junge Aussenverteidiger der Liga, wechselte noch so gerne zu YB. Spycher kann die Beispiele von Djibril Sow, Kevin Mbabu und Jordan Lotomba nennen, die über Bern den Schritt in eine Topliga und das Nationalteam schafften. Er sagt, seit er Sportchef sei, habe YB nie mehr als zwei Millionen Franken für einen Zugang bezahlt.

Spycher denkt an den Sommer 2018, als Sow nach seiner ersten Saison in Bern Angebote aus Italien, Deutschland und England vorlagen, bei YB aber der Eindruck vorherrschte, ein Wechsel käme zu früh für ihn. Bei Mbabu hielt Spycher den Zeitpunkt für einen Transfer gekommen, es fehlte aber am passenden Angebot. «Wir sind ehrlich mit den Spielern. Wir sagen ihnen, wenn wir finden, sie seien nicht bereit für einen Wechsel. Und sie wissen: Wir sind verlässlich. Stimmen Angebot und Zeitpunkt, lassen wir sie ziehen.»

Wie YB unter der Führung Spychers funktioniert, zeigt auch der Abgang von Guillaume Hoarau. Der Franzose erlangte in sechs Jahren in Bern einen Status wie kein Spieler zuvor. Er war der Grandseigneur im Angriff, der als Sänger Konzertlokale füllen konnte, eine Legende gerade er. Aber zuletzt war er kaum einmal verletzungsfrei, und wenn er fit war, traf er nicht. Jean-Pierre Nsame erzielte vergangene Saison 40 Prozent der Ligatore. Diese Abhängigkeit sei ein grosses Risiko gewesen, sagt Spycher. «Wir mussten etwas ändern.»

Es war ein rationaler Entscheid, nicht verhindert durch Emotionen. Hoaraus Vertrag lief aus, er kämpft jetzt beim FC Sion weiter mit Verletzungen. Und die Young Boys können es verkraften, wenn Nsame wie gegen Sion, Zürich und Leverkusen ausfällt. Die Bilanz seines Ersatzes und Hoarau-Nachfolgers Jordan Siebatcheu: 8 Spiele von Beginn an, 10 Tore.

Das Luxusproblem mit Gerardo Seoane

Vorauszudenken, Probleme und Gefahren zu antizipieren seien unabdingbar für einen Sportchef, sagt Spycher. «Wenn ich das nicht könnte, wäre ich im falschen Job.»

Deshalb macht er sich jetzt auch Gedanken über den möglichen Abgang von Gerardo Seoane. Auch wenn er sich wünsche, dass Seoane über den Sommer hinaus in Bern bleibe. Aber was für die Spieler gilt, gilt für den Trainer: Er ist lernbegierig, ehrgeizig, erfolgreich. Und damit prädestiniert für einen Wechsel ins Ausland.

Derzeit wird Seoane als möglicher Nachfolger von Marco Rose gehandelt, der im Sommer von Mönchengladbach nach Dortmund ziehen wird. Spycher sieht das Ganze gelassen, weil er mit dem 42-Jährigen ein Vertrauensverhältnis pflegt. Sollte sich etwas tun, ist er der Erste, der es erfahren wird. Glaubt er. Sowieso müsse ein Schweizer Verein die Tatsache, dass das eigene Personal umworben sei, nicht negativ betrachten, sondern als Luxus. «Ein Problem ist, wenn man mehrere Trainer gleichzeitig auf der Gehaltsliste stehen hat.»

Das Profil, das bei YB ein Trainer erfüllen muss, ist definiert, es ist dasselbe, das bei der Suche nach einem Nachfolger von Adi Hütter definiert wurde. Zwei Kernpunkte: Er muss für eine offensive Spielweise stehen und Spieler entwickeln können. Auch das ist ein Unterschied zum FC Basel, bei dem nie klar geworden ist, weshalb er eigentlich im Sommer Ciriaco Sforza als Nachfolger von Marcel Koller bestimmte.

Spycher schiebt einen Satz noch nach: «Bei aller Bescheidenheit glaube ich, dass wir einen guten Job machen.»


https://www.bernerzeitung.ch/wir-schweb ... 5944368191

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Samstag 27. Februar 2021, 13:39 
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YB: Sportchef «Wuschu» Spycher nach EL-Sieg im Interview

YB trifft im Achtelfinal der Europa League auf Ajax Amsterdam. Auch da sind die Berner Aussenseiter. Sportchef Christoph Spycher freut sich auf die Duelle.

Das Wichtigste in Kürze

- Die Young Boys stehen nach einem Coup gegen Leverkusen im Achtelfinal der Europa League.
- Nun wartet Ajax Amsterdam auf die Berner.
- Sportchef Spycher analysiert das Geleistete – und schaut auf den Kracher voraus.

Die Young Boys hauen sensationell Bayer Leverkusen aus der Europa League!

Die Werkself unterliegt den Bernern im Sechzehntelfinal-Rückspiel mit 0:2. Mit einem beeindruckenden Gesamt-Score von 6:3 zugunsten der Gelb-Schwarzen steht YB im Achtelfinal.

Sportchef Christoph Spycher (42) zeigt sich sehr zufrieden über die Qualifikation.

«Konzentriert, solidarisch und leidenschaftlich – das sind die passenden Attribute», sagt Spycher. Man habe gewusst, dass man zwei Mal an die Leistungsgrenze müsse, um weiterzukommen. Der Trainer-Staff und die Mannschaft haben dies «perfekt umgesetzt».

BSC Young Boys: Jetzt wartet Ajax im Achtelfinal

«Das ist sicher eine super Affiche», sagt der 42-Jährige. Ajax sei ein Verein der die europäische Fussball-Geschichte mitgeprägt hat und für «absoluten Fussball» steht.

Weiter führt Spycher aus: «Das wird für uns wieder ein richtiger Gradmesser werden. Wir müssen wieder zwei perfekte Matches abliefern.» Man sei sich in Bern bewusst, dass man wieder Aussenseiter sein wird.

Ob bald wieder Zuschauer ins Stadion dürfen, dabei habe Spycher «noch keine Gedanken verschwendet». Aber eines sei klar: «Wir hoffen, dass so schnell wie möglich wieder Zuschauer ins Stadion dürfen. Uns fehlen die Emotionen mit unseren Fans natürlich extrem.»


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-sp ... w-65878497

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Sonntag 28. Februar 2021, 02:47 
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28.02.2021

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«Es werden oft falsche Anreize gesetzt»

Christoph Spycher, Sportchef der Young Boys, sieht davon ab, Nachwuchsspieler aus dem Ausland nach Bern zu holen.

NZZ am Sonntag: Christoph Spycher, würde YB einen 16-jährigen Fussballer wie Wilfried Gnonto von Inter Mailand verpflichten?

Christoph Spycher: Nein, so ein Transfer würde nicht unserer Philosophie entsprechen. Wir möchten eigene Talente ausbilden und ihnen die Chance bieten, sich bei uns durchzusetzen. Deshalb streben wir auch keine Partnerschaft mit einem Verein aus einer Topliga an. Für uns sind ausländische Spieler nur interessant, wenn sie uns in der ersten Mannschaft weiterhelfen.

Ist Ihr Verein mittlerweile nicht fast zu erfolgreich, damit ein Schweizer Talent den Durchbruch schaffen kann?

Bei anderen Klubs in der Schweiz wäre es vermutlich einfacher für einen 20-Jährigen, Stammspieler zu werden. Aber wer bei YB regelmässig eingesetzt wird, hat grössere Chancen auf einen Transfer ins Ausland. Und er wird, wie zuletzt Felix Mambimbi und Fabian Rieder, automatisch für Nachwuchs-Nationalteams aufgeboten.

Der Trend zu immer jüngeren Fussballern hält an. Ab wann lässt sich sagen, dass ein Talent sehr gute Möglichkeiten hat, sich durchzusetzen?

Das fussballerische Talent lässt sich früh erkennen, mit 14, 15 Jahren ist oft klar, ob einer das Potenzial für eine schöne Karriere hat. Aber: Es spielen so viele Faktoren wie die körperliche Entwicklung eine Rolle, die noch nicht definiert sind. Mittlerweile gibt es kaum noch Nationalspieler, die wie Sie bis 20 im Amateurfussball unterwegs waren. Aber bei YB haben wir mit Christian Fassnacht und Vincent Sierro zwei gute Beispiele, warum man nicht schon über 16-Jährige urteilen sollte. Beide hatten in der Jugend körperliche Defizite, bildeten sich in anderen Bereichen hervorragend aus, holten physisch später auf.

Was würden Sie Ihrem Sohn raten, wenn er mit 16 Jahren ein Angebot des FC Barcelona erhalten würde?

Diese Frage wäre für mich einfach zu beantworten. Es gab in den letzten 20 Jahren kaum einen Nationalspieler, der nicht in der Super League gespielt hatte, ehe er ins Ausland ging. Mir kommt nur Johan Djourou in den Sinn. Bei diesen Topvereinen im Ausland hat es viele Talente, man ist nur eine Nummer. Würde mein Sohn weiter in der Schweiz spielen, wäre er im Elternhaus, er würde Vertrauen spüren, könnte sich auch einmal eine schwächere Phase leisten und in Ruhe reifen.

St. Gallens Sportchef Alain Sutter sagt, junge Schweizer, die im Ausland waren, seien hochinteressant, weil die Spieler bestens ausgebildet seien. Mit Jérémy Guillemenot und Lorenzo Gonzalez sind zwei Fussballer bei St. Gallen, die den Durchbruch beim FC Barcelona und Manchester City nicht schafften.

Selbstverständlich sind das spannende Fussballer. Wir hatten bei YB mit Loris Benito, Djibril Sow und Kevin Mbabu ja auch Spieler, die nach einem Engagement im Ausland zurückkamen, Nationalspieler wurden und wieder in eine Topliga gingen. Aber vielleicht wären sie früher so weit gekommen, wenn sie als junge Fussballer länger in der Super League geblieben wären. Zudem werden oft falsche Anreize gesetzt.

Inwiefern?

Geht ein 16-Jähriger zu einem Topklub, erwartet ihn ein phantastisches Trainingszentrum, er wird vielleicht mit der Limousine zum Training abgeholt. Aber das ist nicht die Realität. Es ist dann ganz abgesehen vom Lohn sehr schwierig, nach zwei, drei Jahren einen Schritt zurückzugehen. Für mich ist dieser Weg nicht zielführend. Auch Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und Denis Zakaria waren etablierte Super-League-Fussballer, ehe sie ins Ausland gingen.

YB verliert ebenfalls regelmässig 15-, 16-jährige Talente an ausländische Vereine, Yannick Touré etwa ging zu Newcastle. Wie frustrierend ist das?

Es ist schade, weil es aus meiner Sicht eben in den meisten Fällen für die jungen Fussballer besser gewesen wäre, in der Schweiz zu bleiben. Wir können diesen Talenten nur unseren Weg aufzeigen. Entscheiden müssen dann sie. Oder ihre Eltern und Berater.

Wie sehr verschlechtert der Absturz im Uefa-Ranking eigentlich die Situation für Schweizer Klubs bezüglich Attraktivität für junge Fussballer?

Die Voraussetzungen werden allgemein immer schwieriger, um international kompetitiv zu bleiben und Exploits zu realisieren, wie der FC Basel jahrelang oder zuletzt wir gegen Leverkusen. Die TV-Einnahmen in der Schweiz sind ohnehin deutlich geringer, ab nächster Saison fällt auch noch die Bühne Europa League weg, die neue Europa Conference League wird drittklassig sein.

Auch Länder wie Belgien und Holland sind der Schweiz mittlerweile meilenweit voraus. Wie kompensieren Sie diesen Nachteil?

Der Trend in der Nachwuchsförderung geht dahin, wieder stärker auf Individualisierung zu setzen. Wir beschäftigen beispielsweise frühere Topspieler in diesem Bereich. Stéphane Chapuisat trainiert die Stürmer, die Verteidiger werden von Steve von Bergen geschult. Im Fussball geht es heute darum, auf möglichst vielen Gebieten ausgewiesene Experten zu haben.


https://nzzas.nzz.ch/sport/es-werden-of ... ld.1604121

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 Beitrag Verfasst: Montag 1. März 2021, 23:53 
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Babbel zu Spychers Chancen bei Frankfurt

«Ich bin sicher, dass sein Name auf der Liste stehen muss»

Im «BLICK Kick» spricht Markus Babbel (48) über die Chancen von Christoph Spycher auf den Posten des Sportchefs bei Eintracht Frankfurt.

Eintracht Frankfurt befindet sich in einer Top-Form. Das Team rund um Ex-YB-Trainer Adi Hütter (51) liegt aktuell auf Platz vier und damit auf einem Champions-League-Platz. Coach Hütter soll bei Gladbach auf der Liste gestanden haben, hat sich aber zur Eintracht bekannt. Neben ihm ist auch Sportvorstand Fredi Bobic (49) begehrt. Ihm wird ein Wechsel zu Hertha BSC nachgesagt. So würde bei den Adlern ein neuer Posten frei werden. Ein Fall für YB-Sportchef Christoph Spycher?

Für BLICK-Experte Markus Babbel (47) ist der Sachverhalt klar: «Er ist natürlich ein legitimer Nachfolger. Er kennt den Verein, hat dort gespielt und seine Fussstapfen dort hinterlassen.»

Die Frage sei aber, ob Spycher in die Bundesliga gehen will oder er seine Mission in Bern noch nicht als erfüllt ansieht. Aber: «Wenn die Bundesliga ruft, bin ich sicher, dass sein Name auf der Liste stehen muss – alles andere wäre grobfahrlässig», fügt Babbel an.

Fachkompetenz, Teamfähigkeit und Sozialkompetenz

Für den Ex-FCL-Trainer machen drei Punkte Spycher zum Kandidaten bei Frankfurt. Der erste sei seine Fachkompetenz, «weil er ein ehemaliger Spieler ist. Er hat viel gesehen und im Ausland gespielt und dadurch einen hohen Erfahrungsschatz, den er super einbauen kann.»

Weiter meint Babbel: «Er hat darüber hinaus eine hohe Teamfähigkeit. Er hat es geschafft, eine Ruhe in den Verein zu bekommen. Dritter Punkt: Sozialkompetenz. Ich habe das Gefühl, dass jeder gern unter ihm arbeitet. Dadurch hat er die zwei, drei Prozent rausgeholt, die YB lange gefehlt haben, um Basel zu packen.»

«BLICK Kick»-Experte Marcel Koller (60) gewann als Trainer von Spycher mit GC 2003 die Schweizer Meisterschaft. Bereits damals habe der heute 42-Jährige mit seiner Sozialkompetenz im Team überzeugen können. Dass er später ein erfolgreicher Sportchef werden würde, hatte sich aber nicht abgezeichnet.

«Fantastisches geleistet»

Koller traut seinem ehemaligen Schützling den Sprung in die Bundesliga durchaus zu. «Gerade in Deutschland schauen sie, ob man erfolg hatte – als Trainer oder Sportchef. Christoph hat Fantastisches geleistet mit YB. Er wäre eine sehr gute Lösung.»

Der ehemalige FCB-Trainer schliesst mit einem kleinen Ratschlag an Spycher ab: «Ich glaube schon, dass es ihm guttun würde. Er war als Spieler bereits im Ausland. Er hofft sicher darauf oder denkt daran, dass er das irgendwann machen will, um einen Schritt weiterzugehen.»


https://www.blick.ch/sport/fussball/bli ... 73616.html

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 2. März 2021, 11:46 
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Frankfurt-Sportvorstand Bobic erwägt Abschied – muss YB nun um Spycher bangen?

Sportvorstand Fredi Bobic soll Eintracht Frankfurt einem Medienbericht zufolge verlassen wollen. Der TV-Sender «Sky» berichtet am Montagabend, dass der 49-Jährige diese Absicht beim Bundesligisten intern hinterlegt habe. Ein möglicher Nachfolge-Kandidat dürfte Christoph Spycher sein.

Es stünden nun Verhandlungen zu einer Vertragsauflösung an, heisst es in dem «Sky»-Bericht. Konkrete Gespräche oder eine Einigung gebe es aber noch nicht. Weder Fredi Bobic selbst noch die Eintracht waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.

Bobic arbeitet seit Sommer 2016 für die Hessen, sein Kontrakt bei ihnen gilt noch bis Ende Juni 2023. Zuletzt wurde Bobic aber wiederholt als möglicher Nachfolger des im Januar als Geschäftsführer bei Hertha BSC entlassenen Michael Preetz gehandelt. «Wir befinden uns mit Fredi in Gesprächen über die zukünftige Ausrichtung der bislang sehr erfolgreichen Zusammenarbeit. Er hat bei uns noch zwei Jahre Vertrag», sagte Frankfurts Aufsichtsratsvorsitzender Philip Holzer dem Radiosender «FFH».

Eintracht-Präsident Peter Fischer hatte zuletzt betont, dass er auf einen Verbleib von Bobic über den Sommer hinaus hoffe. «Fredi hat einen Vertrag. Ich bin jemand, der auf Vertragstreue grossen Wert legt. Ich denke, dass wir auch so ein Verhältnis haben. Wir haben fünf Jahre lang ein offenes, sehr kollegiales, sehr sauberes und erfolgreiches Verhältnis gehabt», sagte Fischer vor gut einer Woche bei Sky. Auch Trainer Adi Hütter bekräftigte in einem Talk des TV-Senders am Sonntag, dass es «nicht nur für mich, sondern auch für den ganzen Verein wichtig wäre, wenn Fredi in Frankfurt bleibt».

Babbel traut Spycher Frankfurt zu

Ein möglicher Nachfolge-Kandidat von Bobic könnte Christoph Spycher sein. Der YB-Sportchef, der 2016 bei den Young Boys übernahm und die Berner zum Serienmeister formte, spielte in seiner Spielerkarriere während fünf Jahren in Frankfurt und geniesst da einen hervorragenden Ruf – nicht zuletzt auch bei Trainer Hütter, der Spycher aus seiner Zeit bei YB (2015 bis 2018) bestens kennt. «Er ist natürlich ein legitimer Nachfolger. Er kennt den Verein, hat dort gespielt und seine Fussstapfen dort hinterlassen», sagt Markus Babbel gegenüber «Blick» über Spycher und fügte an: «Wenn die Bundesliga ruft, bin ich sicher, dass sein Name auf der Liste stehen muss.»

Erst kürzlich hatte Eintrachts Sportdirektor Bruno Hübner seinen Abschied zum Saisonende verkündet. Sein Nachfolger wird der aktuelle Chefscout der Frankfurter, Ben Manga. Dessen Arbeits-Schwerpunkt soll aber weiterhin im Scouting-Bereich liegen.


https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 06060.html

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