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 Betreff des Beitrags: Re: Stéphane Chapuisat - Chefscout
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 29. Oktober 2020, 14:54 
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29.10.2020

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Jetzt kommt es für die Young Boys knüppeldick

Nach der unglücklichen 1:2-Startniederlage gegen den Favoriten AS Roma in der Gruppenphase der Europa League steht YB auf dem internationalen Parkett bereits mit dem Rücken zur Wand.

Weil der rumänische Meister CFR Cluj, übermorgen Donnerstag in Rumänien Gegner von YB, das erste Spiel gegen ZSKA Sofia auswärts gewann, ist YB schon unter Zugzwang. Denn wie stark ZSKA Sofia ist, bewiesen die Bulgaren, als sie im St. Jakob-Park den FC Basel im Playoff bezwangen. Für die Berner kommt es also knüppeldick.
In den Reihen von YB kennt keiner die internationale Fussball-Bühne und die Champions League besser als er: Stéphane Chapuisat lief 20-mal in einem Spiel in der europäischen Königsklasse auf und stemmte 1997 nach einem Finalsieg über Juventus mit Borussia Dortmund die Trophäe in die Höhe.
Nach der Startniederlage und vor der Auswärtspartie bei Cluj unterhielt sich der Bärnerbär mit dem Romand, heute Chefscout der Young Boys, denn er sammelte nicht nur in der Champions League, sondern auch in 103 Länderspielen internationale Erfahrung.

Stéphane Chapuisat, wo sehen Sie die Gründe, dass YB trotz sehr guter erster Halbzeit die Partie gegen die AS Roma verlor?
Auf internationalem Parkett ist im Vergleich zur Meisterschaft alles ein wenig anders. Kleine Details entscheiden. Es bieten sich in solchen Spielen wenige Chancen und diese muss man unbedingt in Tore ummünzen. Und es hat sich gezeigt, dass Fehler vom Gegner brutal ausgenützt werden.

Es fiel auf, dass YB die erste Halbzeit klar dominierte und sich das Spiel fast ausschliesslich in der Hälfte der Römer abspielte. Die Torausbeute ist, wie in der Meisterschaft, noch zu gering, auch im Vergleich zu den letzten Jahren.
Das lässt sich noch nicht schlüssig beurteilen, die laufende Saison ist noch zu jung. Wir spielen Chancen heraus, das hat sich auch in Genf gezeigt. Am Sonntag gegen Luzern war es bis zu unserem ersten Tor ähnlich.

Nach dem Verpassen der Champions-League-Qualifikation wird es auch in der Europa League nicht einfach, die Gruppenphase zu überstehen. Was trauen Sie YB in den verbleibenden fünf Begegnungen zu?
Wir wussten, dass die Roma in unserer Gruppe klarer Favorit ist und sich die anderen drei Teams auf Augenhöhe bewegen. Für uns gilt es jetzt, in Cluj ein gutes Spiel zu zeigen und zu punkten, am liebsten mit einem Sieg.

Die AS Roma ist zwar Gruppenfavorit, doch YB hielt lange Zeit gut mit und verlor letztlich nur wegen zwei Stellungsfehlern.
Da zeigt sich, dass die internationale Erfahrung äusserst wichtig ist. Gegen Teams wie Roma muss man defensiv gut stehen und darf nichts zulassen. Man hat es gesehen: Zwei kleine Unaufmerksamkeiten, zwei Stellungsfehler, und schon drehten die Römer das Spiel.

Was fehlt dem Team noch, um auch auf der internationalen Bühne zu reüssieren?
Alle internationalen Spiele bringen das Team und jeden einzelnen Spieler weiter. Man erkennt, was noch fehlt im Vergleich zu europäischen Topstars wie jene der AS Roma. Wie gesagt muss man unbedingt die Details pflegen.

Sie waren ein Goalgetter, einer, der immer an der richtigen Stelle stand und Tore am Laufmeter produzierte. Was müssen die YB-Stürmer ändern, um im Abschluss wieder erfolgreicher zu sein?
Manchmal läuft es und manchmal nicht. Es braucht bei einem Stürmer oft wenig, um die Phase ohne Tor zu beenden. Vieles spielt sich auch im Kopf ab. Es müssen mehrere Spieler Tore schiessen, nicht alle Last darf auf die Schultern Jean-Pierre Nsames drücken. Aber bei ihm bin ich felsenfest davon überzeugt, dass er auch in dieser Saison viele Tore schiessen wird.

Sie haben in der Champions League gegen Juventus und Parma gespielt. Was zeichnet italienische Teams generell aus?
Sie sind defensiv stabil und wenn sich ihnen die Chance bietet, ein Tor zu erzielen, nutzen sie diese eiskalt aus. Sie holen mit wenig Aufwand viel Erfolg und sind deshalb auch erfolgreich. Das hat man am Dienstag deutlich gesehen. Die Roma spielte ein bisschen mit dem Feuer, aber am Ende erreichte sie ihr Ziel.

Was wissen Sie über die anderen Gruppengegner aus Rumänien und Bulgarien?
Sofia hat auswärts Basel geschlagen, das sagt schon einiges über die Qualität dieser Mannschaft aus, denn im St. Jakob-Park zu gewinnen, ist nicht einfach, das weiss man. Sofia hat viele gute Spieler, nicht wenige aus Afrika. Und Cluj habe ich letzte Saison intensiv verfolgt. Die Rumänen haben in der Europa League eine starke Serie gespielt und auch jetzt mit dem Auswärtssieg in Bulgarien gezeigt, was im Team steckt. In diesem Land gibt es traditionell gute Spieler, da kommt mir spontan der Name Gheorghe Hagi in den Sinn.


https://baernerbaer.ch/sport/jetzt-komm ... eppeldick/

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 Betreff des Beitrags: Re: Stéphane Chapuisat - Chefscout
 Beitrag Verfasst: Sonntag 18. April 2021, 11:16 
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Heimlicher Meistermacher

Das ist das Erfolgsgeheimnis von YB-Chapuisat

Wenn die Konfuzius-Weisheit, dass in der Ruhe die Kraft liege, im Schweizer Fussball irgendwo zutrifft, dann in Bern. Symbolfigur ist Stéphane Chapuisat, der heimliche YB-Meistermacher.

Ganz so versteckt und heimlich geht er natürlich nicht durch, YB-Chefscout Stéphane Chapuisat (51) und 103-facher Nationalspieler und Champions-League-Sieger mit dem BVB, der für viele als bester Schweizer Fussballer aller Zeiten gilt. Ein Millionenpublikum sah ihm im Dezember 2020 zu, als er für die Uefa die Achtelfinal-Paarungen der Champions League zog.

Chappi ist das Auge von YB. Und der Mann, der bei einem potenziellen YB-Zuzug den Daumen rauf- oder runterhält. Dank seinem untrüglichen Auge hat YB ein Kader, bei welchem der Backup für eine Position regelmässig spielt, weil er nur kaum schwächer ist als die Nummer eins. So kann YB auch mal sieben Spieler hinausrotieren – und gewinnt dennoch. Letztes Beispiel: Die (vermeintlich) erste Garde verliert den Cup-Achtelfinal in St. Gallen 1:4. Die zweite schlägt dieselben Ostschweizer drei Tage später 2:0.

«Bei uns ist alles Teamarbeit»

Chappis Bekenntnis war für Spycher eine Grundbedingung, dass er den Job als Sportchef 2016 überhaupt antrat. «Ich fragte Stéphane, ob er das zu hundert Prozent durchziehen wolle. Er bejahte», erinnert sich Spycher. Seither habe der ehemalige BVB-Star bei YB massiv an Bedeutung gewonnen.

Chappis Urteil alleine reicht dennoch nicht. Spycher: «Bei uns ist alles Teamarbeit. Wir lassen Spieler immer von mehreren Leuten anschauen, um ein rundes Bild zu erhalten.» Es ist vor allem das Urteil von zwei weiteren Mitgliedern der YB-Sportkommission, welche in die Meinungsbildung einfliessen. Und beide strahlen ebenso viel Ruhe wie Chappi aus und ebenso viel Weisheit wie Yoda aus «Star Wars»: Ausbildungschef Gérard Castella (67), Ur-Genfer und letzter Servette- Meistertrainer. Und der Winterthurer Ernst Graf (72), Leiter der Sportkommission.

Graf sagte letztes Jahr zum «Berner Bär» etwas Bemerkenswertes über YB: «Neid ist hier ein Fremdwort.» Nicht nur fascht e Familie, die YB-Familie. Und, ja: Die beiden blitzcleveren Rentner sind ebenso Anti-Schwätzer wie Chappi.

Zuerst wird der Spielertyp festgelegt

Zurück zum Auge von YB, dem wegen seiner tiefen Transfer-Fehlerquote mehr unheimlichen als heimlichen Chefscout. Wie macht er das, dass er sich im Abschätzen des Potenzials von Spielern so selten trompiert? Wer da David Copperfieldsche Zaubertricks erwartet, liegt schon mal ganz falsch. Aber beginnen wir ganz vorne.

«Zuerst legen Trainer und Sportchef fest, welche Spielertypen wir suchen», erzählt Chappi. «Dann erstellen wir eine erste Liste, die wir bis auf rund drei Namen herunterkürzen. Den Entscheid, welchen Spieler wir dann verpflichten wollen, fällen wir gemeinsam. Da ist dann auch der Trainer dabei. Und natürlich gilt es die finanziellen Aspekte zu berücksichtigen. Da ist deshalb immer auch VR- Präsident Hanspeter Kienberger involviert.»

Ein fundamentaler Unterschied zum Beispiel zum FC Bayern, wo der Trainer nicht derart stark involviert ist. Geschweige denn zum FC Sion. Dort wird der eine oder andere Wunsch des Trainers zwar eins zu eins erfüllt, wenn es geht. Aber der Präsident stellt dem Coach auch immer wieder ungefragt Spieler hin.

Das Beispiel von Siebatcheu

Machen wir ein YB-Beispiel: Jordan Siebatcheu. Chappi: «Gefunden habe ich ihn, als ich einen anderen Spieler von Reims anschaute. Doch die erste Wahl ist für Schweizer Vereine oft nicht machbar. Auch Siebatcheu war ausserhalb unserer Preiskategorie. Ich behielt ihn weiter im Auge im Wissen, dass wir ihn wohl zuerst ausleihen müssen. Als das absehbar wurde, machte ich den ersten Kontakt. In diesem Fall flog ich nach Frankreich. Nach diesem Erstgespräch versuche ich zu beurteilen, ob das etwas für uns sein könnte. Wenn ja, lassen wir ihn nach Bern kommen. Da fällt dann der finale Entscheid. Es geht immer auch darum, den Menschen hinter dem Spieler zu erkennen und richtig einzuschätzen.»

Doch wie findet Chappi diese Spieler? Wie stellt er seine erste Liste zusammen? «Wir fahren mehrspurig. Für externe Scouts haben wir kein Budget mehr. Das wurde eingespart. In der Schweiz beobachten drei Leute die Spiele. Dann ist da mein Netzwerk. Weiter geben wir das gesuchte Profil an Berater weiter, von denen wir wissen, dass sie unsere Rahmenbedingungen kennen. Und ich tauche tief in die Datenbanken ein, vor allem Wyscout und InStat. Für die Vorauswahl haben diese Scouting-Plattformen massiv an Gewicht zugelegt, weil wir viel seltener in den Stadien sind als früher. Was handkehrum auch eine Risikominimierung mit sich bringt, denn es kam immer wieder vor, dass man wegen eines Spielers irgendwohin flog – und der dann nur die letzten fünf Minuten zum Einsatz kam.»

Das ist das Killerkriterium

Aber, und da werden bei YB keine Abstriche gemacht: «Der erste Kontakt mit dem Spieler findet physisch statt. Dieses persönliche Gespräch zur Beurteilung, ob ein Spieler zu unserer Philosophie passt oder nicht, ist unabdingbar.» Was ist da das Killerkriterium? «Da geht es um den Charakter des Spielers.»

Der Job des Chefscouts ist dann getan, wenn es um Verträge und Zahlen geht. Und dann kann Chappi die Spiele des eigenen Teams an der Seite von Spycher in aller Ruhe von der Tribüne beschauen, wie heute. Denn dieser Moment ist fast schon Entspannung für einen Chefscout.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 67548.html

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