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Fussbälle statt Nousse - Kleine Allmend
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Autor:  shalako [ Donnerstag 31. März 2005, 08:27 ]
Betreff des Beitrags:  Fussbälle statt Nousse - Kleine Allmend

Bz, 31.3.2005

Fussbälle statt Nousse
Die Armee hat keinen Bedarf mehr für die Kleine Allmend. Dort sollen vier Rasenfelder entstehen. Damit könnte Bewegung in die blockierte Sportplatzplanung der Stadt kommen. Der Entscheid fällt am Montag.

Der Auftrag des Grossen Rats und des Stadtparlaments ist klar: Auf der Kleinen Allmend sollen Rasenplätze für die YB-Fussballer entstehen. So verlangt es eine Motion von Beat Schori (SVP), der zugleich im Stadtrat und im Grossen Rat sitzt. Blockiert wird die Umsetzung jedoch durch den Waffenplatzvertrag zwischen Stadt und Kanton Bern sowie der Eidgenossenschaft, der 1999 um dreissig Jahre bis 2029 verlängert worden war. Nun scheinen die Tage des Waffenplatzvertrags – er garantiert der Armee die Nutzung der Kleinen Allmend – aber gezählt zu sein.

Rasenplätze ab 2007

«Nachdem die Armee Anfang Dezember 2004 bekannt gegeben hatte, dass sie im Rahmen der Umsetzung der Armee 21 in Bern keine Rekruten mehr ausbilden wird, hat der Kanton Bern gegenüber der Stadt signalisiert, dass man über den Waffenplatzvertrag reden könne», sagt Gemeinderätin Edith Olibet. Damit wäre die Sportplatzplanung auf der Kleinen Allmend deblockiert und Olibet eine Sorge los. Der Stadt fehlen nämlich laut Sportplatzplanung zwanzig Rasenplätze, die dem Breitensport zugedacht sind.


«Im besten Fall werden wir im Sommer 2007 vier Rasenfelder auf der Kleinen Allmend eröffnen können», so Sportministerin Olibet. Zwar verlangt die Motion Schori ausdrücklich, dass die Fussballer des BSC Young Boys die Plätze benutzen können, das ist für die Stadt aber nicht prioritär. «Wichtig ist, dass Vereine wie der FC Breitenrain, die dringend Trainingsmöglichkeiten benötigen, die Plätze nutzen können», sagt Olibet.


Young Boys interessiert

Auch bei YB ist man überraschend wieder interessiert an den Feldern, nachdem man im Herbst gegenüber dieser Zeitung noch gesagt hatte, man glaube nicht mehr, dass es jemals Rasenplätze auf der Allmend geben werde. Sportchef Reto Gertschen: «Nachdem sich unsere Pläne für ein Trainingszentrum in Schönbühl kurzfristig nicht realisieren lassen, sind wir an einer Trainingsmöglichkeit auf der Kleinen Allmend für unsere erste Mannschaft interessiert.» Wobei YB klar sei, dass dem Breitensport der Vorzug gegeben wird.
Wenig Freude an der neuen Entwicklung haben die Hornusser, die die kleine Allmend seit bald dreissig Jahren für ihre Trainings nutzen. Die Gesellschaften Bern-Beundenfeld, Bern-Stadt und Ostermundigen-Holligen müssten den Platz räumen. Beundenfelds Präsident Niklaus Gerber macht sich keine Illusionen: «Wir möchten zwar am liebsten hier auf der Allmend bleiben, aber beim Sportamt hat man uns versprochen, einen Ersatzstandort zu suchen. Letztlich sind wir auf den Goodwill der Beteiligten angewiesen.» Man habe zwar einen Mietvertrag mit der Stadt Bern, der sei aber kurzfristig kündbar. Wo die Hornusser künftig ihre Nousse ins Ries schlagen können, ist noch völlig offen. In Frage kämen laut Gerber das Viererfeld, das Bottigenmoos oder ein Gelände vis-à-vis der ehemaligen Ziegelei Rehag im Westen der Stadt. Zwar benötigt das Verteidigungsdepartement (VBS) die Kleine Allmend nicht mehr für die Rekrutenausbildung.


Letztes Wort beim Militär

Das Gelände wird aber auch künftig militärisch genutzt. Das Nationale Pferdezentrum (NPZ) nutzt die Fläche, um Pferde der Armee auszubilden: «Wir haben einen Leistungsvertrag mit dem VBS», erklärt Heinz Bienz vom NPZ. «Verlieren wir die Kleine Allmend, werden wir Mühe haben, den Vertrag zu erfüllen.» Viel Druck machen kann er zwar nicht, zumal keine juristische Grundlage bestünde. «Aber wir können die Bedürfnisse anmelden.» Es könnte also sein, dass dies vom VBS höher gewichtet wird als die Sportplatzprobleme der Stadt Bern. Das macht Sportministerin Olibet aber keine Sorgen, «die Ausbildung des NPZ und die anderen Nutzungen stören sich nicht.»

Autor:  Warlock [ Donnerstag 31. März 2005, 11:41 ]
Betreff des Beitrags: 

Die kleine Allmend wäre sicher besser geeignet für Fussballtrainingsfelder als die Analge in Schönbühl, die evtl. gar nie gebaut wird. Die Nähe zum Stadion wäre zudem auch doch auch ganz praktisch.

Autor:  Schiri [ Donnerstag 31. März 2005, 12:47 ]
Betreff des Beitrags: 

Die Trainingsbedingungen in Schönbühl sind ja wirklich unzumutabar. Auch wenn dort mal neue Plätze wären, die liegen ja sozusagen direkt auf der Autobahn. In der Allmend ist die Autobahn zwar nicht viel weiter weg, aber zumindest durch ein paar Bäume und Hügel verdeckt. Habe schon mängisch gedacht, dass YB etwas besseres verdient hätte als einen Trainingsplatz auf dem Pannenstreifen der Autobahn.

Autor:  shalako [ Freitag 15. April 2005, 08:48 ]
Betreff des Beitrags: 

Bund, 15.4.2005

YB sucht weiter nach Trainingsplätzen

Aus den neuen Fussballplätzen auf dem Waffenplatz Sand für YB und den FC Schönbühl wird vorerst nichts
Seit bei der Planung des neuen Wankdorfstadions zwei Spielfelder vergessen gingen, ist YB auf der Suche nach einem Ort fürs Training. Einsprachen von Anwohnern verzögern nun den Bau neuer Plätze auf dem Waffenplatz Sand im Norden von Bern.

Schon in diesem Sommer hätte alles bereitstehen sollen: Ein Kunstrasenfeld, ein weiteres Trainingsfeld, eine Finnenbahn und zusätzliche Umkleidekabinen. Doch auf dem Waffenplatz Sand, der zu den Gemeinden Urtenen-Schönbühl und Moosseedorf gehört, hat sich noch nichts verändert. Die erste Mannschaft von YB und die acht Junior-Equipen, vor allem aber auch die Mannschaften des FC Schönbühl hätten endlich genügend Platz bekommen sollen. Jetzt kommt alles anders: Aus Angst vor Lärm, Mehrverkehr und störendem Flutlicht haben mehrere Anwohnerinnen und Anwohner Einsprachen erhoben. «Sie haben grundsätzlich nichts gegen die Sportplätze», sagt der Moosseedorfer Gemeinderat Hans-Ulrich Wegmüller, der als Projektleiter amtet. Aber sie befürchteten zu Recht, dass sich der Verkehr auf der Moosstrasse mit den vielen Junioren, die von ihren Eltern zum Sportplatz gefahren würden, verstärke. «Wir haben uns mit ihnen darauf verständigt, dass sie ihre Einsprachen aufrechterhalten, während wir eine weitere Planungsrunde einlegen.» Nun würden Verkehrsplaner, Licht- und Schallschutzexperten beigezogen. «Die Kosten schiessen deshalb extrem in die Höhe.» Die Anwohner fordern schon für die erste Ausbauphase eine neue Erschliessung über den Kasernen- und Sportweg. Damit steigen die Kosten gemäss Wegmüller von bisher 500 000 auf drei Millionen Franken. «Wo dieses Geld herkommt ist noch unklar.»


«Alles in der Schwebe»

Seit YB auf dem Stammplatz des FC Schönbühl trainiert, ist es dort eng geworden. Hugo Borgognon vom FC Schönbühl sagt: «Unsere Junioren spielen zurzeit auf den Schulhausplätzen von Mattstetten und Moosseedorf.» Ob YB weiterhin im Sand trainieren könne, sei aber nicht klar. «Zurzeit ist alles in der Schwebe.» Die Beteiligten seien schon zusammengesessen. Man versuche, eine Lösung zu finden, die für beide stimme. «Die Zusammenarbeit wird eventuell verlängert – sicher aber nicht einfach abrupt im Juni abgebrochen.»


Vielleicht die Kleine Allmend?

Für YB-Präsident Peter Mast hingegen ist «klar, dass es in Schönbühl weitergeht». Gleichzeitig sei der Verein jedoch daran, auch in anderen Gemeinden rund um Bern nach geeigneten Trainingsorten zu suchen. «Wo, kann ich nicht verraten», sagt Mast, «wir stecken mitten in Verhandlungen.»
Eine Möglichkeit wäre die Kleine Allmend in der Stadt Bern. Aber wie es dort weitergehe, sei ebenfalls noch unklar. «Erst im dritten Quartal wird entschieden, alles andere sind Gerüchte», sagt Mast. Mit der Umsetzung der Armee XXI werden in Bern keine Rekruten mehr ausgebildet, und der Kanton hat gegenüber der Stadtregierung signalisiert, dass das Gelände ab 2007 anderweitig nutzbar würde. Die Hornusser, die bis jetzt dort spielen, möchten aber eigentlich bleiben. Und nicht nur YB würde gerne auf der Kleinen Allmend Fussball spielen: «Wichtig ist, dass Vereine wie der FC Breitenrain, die dringend Trainingsmöglichkeiten benötigen, die Plätze nutzen können», sagte die Berner Gemeinderätin Edith Olibet vor kurzem der «Berner Zeitung».
Mast gerät ob solcher Aussagen in Rage: «Ich kenne kaum eine Stadt, die ihr wichtigstes sportliches Aushängeschild so schlecht behandelt, wie Bern.» Was der Klub am dringendsten benötige, sei ein Kunstrasen, der auch bei Regen bespielbar ist. YB brauche nicht nur mehr Sportplätze, sondern auch mehr Geld und Unterstützung durch die Politik. Man nehme das zu wenig ernst, aber «spätestens wenn dann das neue Wankdorfstadion eröffnet wird, wollen sie alle wieder im Rampenlicht stehen».


Die vergessenen Trainingsfelder

Da stellt sich nur noch die Frage, wie es denn so weit gekommen ist, dass YB keine eigenen Trainingsplätze mehr hat. Bis vor dem Neubau des Wankdorfstadions standen insgesamt drei Felder zur Verfügung. «Man hat sich das damals gar nicht so richtig überlegt», sagt Mast. Im Vordergrund sei immer das Hauptspielfeld gestanden. Und bis dieses «nach langem Gschtürm» mit den vielen Verhandlungspartnern endlich verwirklicht worden sei, habe man gemerkt, dass die Trainingsplätze «fast ein wenig vergessen gingen».

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